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»anaueMzeiger

General Änzeiger für^MW V^auau Giadt und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag IS, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Sreite 8 R-Psg.. im Reklameteil von 68 mm Sreite 25 R-Pfg. Offertengebühr 50 R-Pfg.

Nr. IC®

Montas

MME Giadt und Land

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher seinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinung Stage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956, 39n, 3958

de« 8. Maß

1928

Das Neueste.

Anläßlich der Ehrenpromftiou Stresemanns und Shurmanas in Heidelberg, hielten beide Reden zur Friedenspaklfrage.

Im Colmarer Prozeß kam es zu schweren Zusammenstößen, die zum Ausschluß eines Ver­teidigers führten.

Im Stettiner Fememordprozeß wurde am Samstag das Urteil verkündet. Heiner wurde zu 15 Jahren und Oltow zu 4 Jahren Zuchthaus ver­urteilt.

Auf die Reichsbankfiliale in Gladbach wurde ein Raubüberfall verübt. Die Täter entkamen un­erkannt.

In Washington wurde der deutsch-amerika­nische Schiedsgerichtsverlrag unterzeichnet.

- Das italienische LuftschiffItalia" ist gestern auf Spitzbergen gelandet.

Eine russische Kote an «»fett

Moskau, 5. Mai. (Telegr.-Agentur der Sowjet­union). Der sowjetrussische Gesandte in Warschau, Bogomolow, hat heute dem polnischen Minister des Aeußeren, Zaleski, eine Note überreicht, in der anläßlich des Attentats auf den Handelsvertreter der Sowjetunion, Lisarew, entschieden Protest gegen die Passivität der polnischen Behörden gegenüber VI1 .terroristischen Weißrussischen Amigrantenorga- ^.Mionen eingelegt wird. Weiterhin wird in der ote èrflart, aS den Begleitumständen sei zu fol- entat eigentlich eegen &en fomj.et

und da

ats,

t""7'"X.,^' isoenreter Lisarew

für den sowietrussischen _-sandten gehalten habe. Dte Note weist ferner darauf hin, daß die sowjet- rufsyche Gesandtschaft wie die sowjetrussische Re­gierung selbst das polnische Ministerium des Aeußeren wiederholt von terroristischen Plänen oer Emigranten sowie von der Tatsache in Kennt- nis gesetzt haben, daß Moicechowski an der Ermor­dung des Sowjetgesandten Woikow beteiligt und in öen Verzeichnissen der aktivsten Mitglieder von terroristischen russischen Emigranten genannt sei, deren ferneres Verbleiben in Polen die Beziehun­gen zwischen Sowjetußland und Polen gefährdeten.

Sine Rede MussoUMs

Rom, 5. Mai. Im Augusteum wurde der dritte ^ationalkongreh der faschistischen Syndikalisten in änwchenhelt von Vertretern der Syndikalisten aller «erussstande, ferner von Vertretern der Regie- Ä Senat-, der Kammer und der M-Hlstischen Partei eröffnet. Nachdem der Führer er italienischen Syndikalistenbewegung, Abg. Ros- ^dèn Bericht erstattet hatte, hielt Minister­präsident Mussolini eine Rede, in der er u. a.

l*' Um den italienischen Syndikalismus tinl'Mr "erstehen, muß man sich vergegenwär- daß oer italienische Syndikalismus noch dem 'ege ein Reich von Illusion, Utopie und Ver­worrenheit darstellle.

®te sogenannte orientalische Illusion war eine ^"beik, denn sie vertrat das Ziel, die Mensch- durch einfache Nivellierung des mensch- lichen Geschlechts glücklich zu machen.

die Masse der landwirtschaftlichen Bevöl- '° fuhr der Ministerpräsident fort, dem »s betreten ist, ist dieser im Begriff, a. '^lo Seele des italienischen Volkes enzudrin- ' Dos italienisch« Volk hat den besten Beweis sreinam ^M^chkkit an dieses Regime durch seine 9t^ bei der Schlacht für die Lira tef m ile glücklicherweise als gewonnen betrach- kann. Die Italiener und die ganze Welt schalm^«' ?a6 die Arbeiter und die lawdwirt- ihre-- re- ^ovolkerung Italiens eine iBermirtberung einino Ämlnens angenommen haben, die aus bern^rrn ' Krben beziffert werden kann, imb so bi- rr, v. U einer Summe beigetragen haben, Es Mrlfcle Stacht für die Lira erforderlich war. daß h»? LvchPnls deutlich ausgesprochen werden, einer ni^t hervorgegangen ist aus

len oh ^iNniJ der Interessen einzelner SHaf- smr^ « besonderer Berufsstände, sondern bie ge- au* A^e des italienischen Volkes war und "^. Appling des Volkes zu Meisten beab- Xs faschistische Regierung, die bestrebt ist, ^euth,, . ^6 ^0^ *n materieller und moralischer Winn 3U bessern, steht an der Spitze aller n was die soziale Gesetzgebung anlangt.

uns in einer syndikalistischen lat x c 008 Gründen allgemeiner Art noch ist n ?"""n wird, denn die europäische Krise nisaii^ "'$1 gelöst. Die syndikalistische Orga- ber m'«1^ vervollkommnet und das Niveau tDerho, ,n mM6 gehoben werden. Erst dann b. V' °n die letzte Phase denken können, * ote Schaffung des korporativen itaNcni- schen Staates.

Givesemamt zur FriedenspaStidee

Eine programmatische Rede Stresemanns

Heidelberg, 5. 2HaL Heule fand der feierliche Akt der Ehrenpromotion des Leiters der deutschen Außenpolitik Dr. Stresemann und des amerikanischen Botschafters in Berlin, Dr. Schurmann statt. Bei dieser Gelegenheit hielten sowohl der amerikanische Botschafter wie Dr. Stresemann längere Reden. Beide Redner behandelten u. a. das aktuelle Thema dec internationalen Politik, den Kelloggschen Vorschlag für einen Lriegsächlungspakl.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann führte nach einleitenden Worten, in denen er der Universität Heidelberg für die ihm erwiesene Ehrung den Dank aussprach aus: Es ist mir eine hohe Ehre, in den Kreis derjenigen einzutreten, die mit dieser Universität verbunden sind, ganz besonders auch deshalb, weil mir diese Ehre zu gleicher Zeit und nicht in einem rein äußerlichen Zusammenhang mit meinem verehr­ten Freund, dem Botschafter der Ver­einigten Staaten, zuteil wird. Ich erblicke in dem Beschluß der staatswissenschaftlichen Kom­mission der philosophischen und juristischen Fakultät nicht nur eine von mir mit besonderer Dankbarkeit empfundene Anerkennung außenpolitischen Wir­kens, sondern darüber hinaus ein Bekenntnis der Wissenschaft zu dem Glauben an die Idee a (s entscheidenden Faktor im geschichtlichen Leben der Völker. Auf zwei große Ideen weist die Urkunde hin, in der die Kommission ihren Beschluß begründet hat:das Recht der Nationen auf Leben und Freiheit" und die geistige Annäherung und friedliche Verständi­gung der Völker". Damit ist ausgesprochen, daß diese beiden Problem« nicht im Gegensatz zu­einander stehen, sondern einander ergänzen, ja einander geradezu bedingen.

Geg nsah

Internationalen den Vorwurf des Nichtnälionalen zu verbinden. Damit möchte ich in keiner Weise jenen Strömungen das Wort sprechen, die sich auf der Ansicht aufbauen, als wenn das Internationale die höhere Form der Gestaltung des mensch­lichen Daseins darstelle, und die in dem Nationalen

au1

nur eine vorläufige Form sehen, dazu bestimmt, dereinst in der höheren Form auszugchen.

Das ist ein schwerwiegender Irrtum. Auch bei höchster geistiger Entwicklung wird der Mensch nie­mals sich von den Blutströmen lösen, die sein eigen * f Grund der Tradition seines Vol­kes. Ebenso wird niemals eine Weltorganisation aufzubauen sein, ohne die feste natürliche Grundlage, die in den zu nationalen Staaten zusammen­geschlossenen einzelnen Völkern besteht. So wie die Wurzeln der Kraft der einzelnen Staaten in der Kraft der ihnen angehörenden einzelnen Persön­lichkeiten liegen, so werden die Wurzeln des inter­nationalen Lebens in der Gesundheit der einzelnen Staaten der Weltgemeinschaft liegen und, das Völkerrecht wird, wie Kaul es aussprichl, nur auf einem freien Föderalismus der Völker auf­gebaut werden können.

Diese Einordnung des einzelnen in eine Ge­samtheit ist für den einzelnen kein Verzicht und kein Verlust, gleichwie die Persönlichkeit nichts von sich aufgibt durch Einordnung in die Volksgesamtheit und in die Ordnung des Staates; sondern wie da­durch erst der Impuls sich entfaltet zur Konzen­trierung aller Kräfte und zu der eigentlichen sitt­lichen Betätigung, die nur in dem Streben nach einem höheren Ziele liegen kann so gilt dasselbe für die Einordnung eines Volkes in eine organisierte Gesamtheit der Kulturwelt.

Beide Voraussetzungen, von denen eine wirk­liche dauernde und fruchtbringende internationale Ordnung abhängt, sind einstweilen noch nicht gelöst. Es ist noch nicht zwischen den einzelnen Staaten derjenige Ausgleich erfolgt, den die Natur ber Dinge gebietet, und der

ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Dinge gewährleistet. Ebenso müssen die For­men für den internationalen Zusammenschluß selbst noch gefunden werden. So ergibt sich eine doppelte Aufgabe für die internationale Politik und im be­sonderen Maße für die deutsche Politik, die Siche- rung eines freien gleichberechtigten Deutschlands mit allen anderen Staaten zusammen in einer stabilen internationalen Form.

Es ist eine unyeschichtliche Betrachtungsweise, die Formen der zwischenstaatlichen Beziehungen, wie sie in einem Zeitpunkte der Vergangenheft waren, als etwas schlechthin Unabänderliches hinzunehmen, als etwas, das durch den menschlichen Willen nicht zu beeinflussen ist. Kaum eine Generation hat so unerhörte Umwälzungen menschlicher Vorstellungs­kreise erlebt, wie Die mistige. Für kaum eine Ge-

neration galten so die Worte des Egmont, daß die Sonnenpferde der Zeit, wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, mit unseres Schicksals leichten Wagen durchgehen. Uns bleibt nichts, als mutig und gefaßt die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links Dom Steine hier, vom Sturze da die Räder wegzulenken. Man braucht sich nur zu ver­gegenwärtigen, aus welch verschiedener Geistes-1 Verfassung heraus die Völker der verschobenen I ^-- -^ ------------------------

Zeiten einander bekriegt haben, um sich darüber Volk ba^u berufen, in fnâchcr Verständigung ; rmfAâf

klar zu werden, daß auch das friedliche Ar- mit anderen Völkern wieder zur Große emporzu- »IC 0611^»$ rsUMINev limraHl beiten der Völker untereinander einem tiefgehenden wachsen." (Starter Beifalls ' 1C OLirött.

Wandel unterworfen sein muß. Noch in der riderizianischen Zeit war die Arme« dem Staate remd, und der friedliche Bürger sollte nach dem Wunsche des Königs nicht wissen, wann di« Armee sich schlüge. Zum bewußten Aufeinanderprall von Ideen, die schon ein friedliches und glückliches Zusammenleben der Nationen als Ziel umfaßten, wurde dann die europäische Kriegsführung in dem Zeitalter, das mit der französischen Revolution an­fing und mit der Heiligen Allianz schloß.

Freilich glaubten die damaligen Staatsmänner ein solches System nur auf der Gemeinsamkeit der dynastischen Interessen aufbauen zu können. Man suchte nicht ein« Verständigung der Völker, sondern zunächst nur eine Verständigung der Fürsten und ihrer Kabinette.

Reue Wege in der Friedenssicherung hol dann erst Bismarck beschritten. Bismarck stellte die Machkpolitik in den Dienst einer planmäßigen Förderung des Zusammenlebens der Nationen, in­dem er im jeweiligen Augenblick der militärischen Niederringung eines fremden Staatswesens die Aus­wertung der machtpolitisch gegebenen Möglichkeiten auf ein Maß beschränkte, das nach menschlicher Er­wägung ein späteres Zusammenarbeiten mit dem (Segnet von heute gestattete.

Im Zusammenhang solcher Erwägungen hat

Holstein ins Auge gefaßt. Bekannt ist weiter Ms- marcks weit ausschauende Vorbereitung einer deutsch-öst erreichischenVerständigung bei den Nikolsburger Derchanblungen. Die gleichen Gesichtspunkte leiteten Bismarck schließlich auch bei dem größten Triumph der deutschen Waffen vor Paris. Man kann in Hanotaux' Darstellung dieser Vorgänge Nachlesen, was dieRegierung der natio­nalen Verteidigung" von den Friedensbedingungen von Preußen heute Deutschland erwartete: Neben der als selbstverständlich angesehenen Zah­lung einer Kriegsentschädigung und der Rückgabe Elsaß - ßLothringens wurden damals vor allen Dingen drei Bedingungen ins Auge gefaßt: Auslieferung der Motte, Abtretung der Kolonien und Beschränkung des französischen Rüstungsstandes! Bismarck hat sich aus solche Weg« nicht eingelassen, weil er überzeugt war, daß die Bedingungen die Stimmung des Gegners unheilbar vergiften würden, und bei den Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen hat er sich von gleichen Gesichtspunkten leiten lassen. Erst durch den histo­rischen Brief des Zaren an Wilhelm I., in dem Deutschland in fast ultimativer Form zu einer Option zwischen Rußland und Oesterreich aufgefor­dert wurde, ist Bismarck auf den Weg des Zwei­und des Drerb-ündniffes gedrängt worden, und er Hal sich bis zum letzten Tage seiner Amtszeit be­müht, diesem Bündnis jeden friedenftörenden Charakter zu nahinen. Me Generation nach Bis­marck hat diese Politik nicht mehr verstanden. Und der Weltkrieg hat das gegenseitige Mißtrauen ins riesenhafte vergrößert, er hat aber zugleich in allen Völkern, kriegführenden und neutralen, die Er­kenntnis zur Reise gebracht, daß es so nicht weitergeht, und daß die Menschen und insbe- ondere das alte Europa rettungslos der Selbstzer- leischung verfallen würden, wenn es nicht gelingen ollte, aus dem System der internationalen Anarchie, der unbeschröntten Herrschaft des natio­nalen Egoismus' der Bündnisse und Gegenbünd-

nisse Hercruszukommen.

Daß ohn« VerständiglMg der Völker auf die Dauer kriegerische Verwicklungen bei der Natur des Menschen nicht ausgeschlossen werden können, liegt auf der Hand. Umgekehrt kann die Verhütung des Krieges nicht als Ziel an sich angesehen werden. Mit der Vermeidung des Krieges muß der Ausbau der­jenigen Institutionen Hand in Hand gehen, welche unausführbar gewordene Verträge auf stiedlicheni Wege abzuändem in der Lage sind.

Die Welt muß sich klar darüber werden, daß in Zubuirft ein solches Ha-nb-in^Hand-Acd«ilen nur möglich ist zwischen Mächten, die einander ganz all­gemein auf dem Fuße der Gleichberechti­gung behandeln. Der Wille zur friedlichen Zusam­menarbeit ist zweifellos bei einer großen Mehrheit der breiten Masse in den meisten Ländern Europas auch heute noch vorhanden. Aufgabe der verantwor­tungsbewußten Führer ist es, gerade in diesem Augenblick den breitesten Schichum klarzumachen, daß eine Störung in der Friedensarbeit die Ent­wicklung der Alenschheit um Jahre zurückwerfcn

Wie kein anderes ist das deutsche

Die Reden, die Dr. Schurmann, der ameri­kanische Botschafter in Berlin, und Reichs­außenminister Dr. Stresemann am Samstag in Heidelberg gehalten haben, werfen auf die internationalen Auseinandersetzungen über die Aechtung des Krieges ein bemerkenswertes Licht. Der amerikanische Staatssekretär Kel­logg hat ganz klipp und klar gefragt, ob die fünf angegangenen Großmächte ebenso wie die Bereinigten Staaten bereit seien, auf den Krieg als ein Mittel der nationalen Politik zu verzichten. Bejahendenfalls würde keiner dieser Staaten in Zukunft darauf ausgehen, seine nationalen Ansprüche mit Waffengewalt durch­zusetzen, sondern sich darauf verlassen, daß eine friedliche Verständigung gefunden werden kann. Bisher hat von allen Staaten, an die sich Kellogg gewendet hat, nur Deutschland mit einem klaren und unzweideutigen Ja geant­wortet. Was die anderen Mächte tun werden, floht noch dahin. Frankreich erhebt allerlei Ein­wendungen, um einer bestimmten Verpflich­tung zum Kriegsverzicht ausweichen zu kön- nep. Die Berufung auf den Locarnovertrag und den Völkerbundspakt ist nichts weiter als ein Vorwand. Der Locarnovertrag verpflichtet die Vertragspartner, gegenseitig nicht zu den Waffen zu greifen. Er strebt also, wenn auch in kleinerem Maßstabe dasselbe an wie der ame­rikanische Vorschlag. Der Völkerbundspakt kennt nur Verpflichtungen internationaler Art und sucht aus dem Kreise seiner Teilnehmer den Krieg ebenfalls völlig zu verbannen. Hier ist also nirgends ein Widerspruch. Aber Frank­reich hat noch andere Bündnisverpflichtungen und rechnet mit der Möglichkeit, daß es aus dieieui Grunde einmal losschlagen muß. Eng­land hat erst kürzlich Aegypten mit seinen Kriegsschiffen bedroht. Das faschistische Italien ist von Natur kriegerisch und Japan stellt sich mit den Waffen auf chinesischen Boden den ' vordringenden südchinesischen Truppen in den Weg. Wo sieht man da etwas von Aechtung des Krieges?

Selbstverständlich werden die übrigen Großmächte den französischen Vorschlag nicht ablehnen. Das verbieten schon Klugheit und internationale Höflichkeit. Aber man sucht doch nach Mitteln und Wegen, um der unbequemen amerikanischen Frage etwas von ihrer Schärfe und Klarheit zu nehmen. Man schlägt eine in­ternationale Iuristenkonferenz vor. Haben wir Veranlassung, uns durch diesen Vorschlag aus unserer Stellung an der Seite der Vereinigten Staaten drängen zu lassen? Botschafter Schur­mann hat diesen Punkt in seiner Heidelberger Rede sehr glücklich hervorgehoben. Er hat da­rauf hingewiesen, daß sich zwischen den Ver­einigten Staaten und Deutschland immer mehr eine Aehnlichkeit der internationalen Ideale entwickelt und daß die internationale Kame­radschaft der beiden Länder durch die Gleich­heit ihrer Stellungnahme zu der großen Frage der Kriegsächtung eine neue Bestätigung ge­funden habe. Deutschland und die Vereinigten Staaten, so hat Schurmann ausgerufen, mar­schieren für die Sache der menschlichen Kultur gemeinsam vorwärts. Wir sind gewiß davon überzeugt, daß es auf diesem Wege nur sehr langsam vorwärts gehen wird. Die Kriegs­ächtung durch die Tat ist ein sehr fernes Ziel. Aber das hindert nicht, daß wir mit den Ver­einigten Staaten Seite an Seite gehen und die anderen Mächte von die Wahl stellen, entweder ihre Friedensbeteuerungen einmal durch Hand­lungen und Taten zu beweisen oder aber ihr wahres Gesicht zu zeigen. Denn Kriegsächtung heißt natürlich im unmittelbaren weiteren Ver­lauf der Entwicklung Abrüstung. Und hier liegt der springende Punkt der ganzen internationa­len Frage. Deutschland kann sich der Parole der Kriegsächtung mit aller Aufrichtigkeit an­schließen. Es ist ohne Wehr und Waffen und kann eine Entwicklung nur willkommen heißen die alle übrigen Staaten denselben Bedingun­gen unterstellt. Deshalb können wir die Kame­radschaft, die uns der amerikanische Botschafter anbietet, ohne Zögern annehmen. Denn der amerikanische Vorschlag ist immerhin ein Schritt auf dem Wege zu einem großen Ziel. Die Einberufung einer Juristenkonferenz aber kann sehr leicht auf diesem Wege abseits füh­ren. Sie kann ein Deckmantel werden unter dem Frankreich seinen Widerstand weiter fort­