»anaueMzeiger
General Änzeiger für^MW V^auau Giadt und Land
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Nr. IC®
Montas
MME Giadt und Land
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de« 8. Maß
1928
Das Neueste.
— Anläßlich der Ehrenpromftiou Stresemanns und Shurmanas in Heidelberg, hielten beide Reden zur Friedenspaklfrage.
— Im Colmarer Prozeß kam es zu schweren Zusammenstößen, die zum Ausschluß eines Verteidigers führten.
— Im Stettiner Fememordprozeß wurde am Samstag das Urteil verkündet. Heiner wurde zu 15 Jahren und Oltow zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.
— Auf die Reichsbankfiliale in Gladbach wurde ein Raubüberfall verübt. Die Täter entkamen unerkannt.
— In Washington wurde der deutsch-amerikanische Schiedsgerichtsverlrag unterzeichnet.
- Das italienische Luftschiff „Italia" ist gestern auf Spitzbergen gelandet.
Eine russische Kote an «»fett
Moskau, 5. Mai. (Telegr.-Agentur der Sowjetunion). Der sowjetrussische Gesandte in Warschau, Bogomolow, hat heute dem polnischen Minister des Aeußeren, Zaleski, eine Note überreicht, in der anläßlich des Attentats auf den Handelsvertreter der Sowjetunion, Lisarew, entschieden Protest gegen die Passivität der polnischen Behörden gegenüber VI1 .terroristischen Weißrussischen Amigrantenorga- ^.Mionen eingelegt wird. Weiterhin wird in der ote èrflart, aS den Begleitumständen sei zu fol- entat eigentlich eegen &en fomj.et
und da
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t""7'"—X.,^' isoenreter Lisarew
für den sowietrussischen _-sandten gehalten habe. Dte Note weist ferner darauf hin, daß die sowjet- rufsyche Gesandtschaft wie die sowjetrussische Regierung selbst das polnische Ministerium des Aeußeren wiederholt von terroristischen Plänen oer Emigranten sowie von der Tatsache in Kennt- nis gesetzt haben, daß Moicechowski an der Ermordung des Sowjetgesandten Woikow beteiligt und in öen Verzeichnissen der aktivsten Mitglieder von terroristischen russischen Emigranten genannt sei, deren ferneres Verbleiben in Polen die Beziehungen zwischen Sowjetußland und Polen gefährdeten.
Sine Rede MussoUMs
Rom, 5. Mai. Im Augusteum wurde der dritte ^ationalkongreh der faschistischen Syndikalisten in änwchenhelt von Vertretern der Syndikalisten aller «erussstande, ferner von Vertretern der Regie- Ä’ Senat-, der Kammer und der M-Hlstischen Partei eröffnet. Nachdem der Führer er italienischen Syndikalistenbewegung, Abg. Ros- ^dèn Bericht erstattet hatte, hielt Ministerpräsident Mussolini eine Rede, in der er u. a.
l*' Um den italienischen Syndikalismus tinl'Mr "erstehen, muß man sich vergegenwär- daß oer italienische Syndikalismus noch dem 'ege ein Reich von Illusion, Utopie und Verworrenheit darstellle.
®te sogenannte orientalische Illusion war eine ^"beik, denn sie vertrat das Ziel, die Mensch- durch einfache Nivellierung des mensch- lichen Geschlechts glücklich zu machen.
die Masse der landwirtschaftlichen Bevöl- '° fuhr der Ministerpräsident fort, dem »s betreten ist, ist dieser im Begriff, a.„ '^lo Seele des italienischen Volkes enzudrin- ' Dos italienisch« Volk hat den besten Beweis sreinam ^M^chkkit an dieses Regime durch seine ’9t^ bei der Schlacht für die Lira tef m i ”le glücklicherweise als gewonnen betrach- kann. Die Italiener und die ganze Welt schalm^«' ?a6 die Arbeiter und die lawdwirt- ihre-- re- ^ovolkerung Italiens eine iBermirtberung einino Ämlnens angenommen haben, die aus bern^rrn ' Krben beziffert werden kann, imb so bi- rr, v. U einer Summe beigetragen haben, Es M„rlfcle Stacht für die Lira erforderlich war. daß h»? LvchPnls deutlich ausgesprochen werden, einer ni^t hervorgegangen ist aus
len oh„ ^‘iNniJ der Interessen einzelner SHaf- smr^ « besonderer Berufsstände, sondern bie ge- au* A^e des italienischen Volkes war und "^. Appling des Volkes zu Meisten beab- Xs faschistische Regierung, die bestrebt ist, ^euth,, . ^6 ^0^ *n materieller und moralischer Winn™ 3U bessern, steht an der Spitze aller n was die soziale Gesetzgebung anlangt.
uns in einer syndikalistischen lat x c 008 Gründen allgemeiner Art noch ist n ?"""n wird, denn die europäische Krise nisaii^ "'$1 gelöst. Die syndikalistische Orga- ber m'«”1^ vervollkommnet und das Niveau tDerho, ,n mM6 gehoben werden. Erst dann b. V' °n die letzte Phase denken können, * ote Schaffung des korporativen itaNcni- schen Staates.
Givesemamt zur FriedenspaStidee
Eine programmatische Rede Stresemanns
Heidelberg, 5. 2HaL Heule fand der feierliche Akt der Ehrenpromotion des Leiters der deutschen Außenpolitik Dr. Stresemann und des amerikanischen Botschafters in Berlin, Dr. Schurmann statt. Bei dieser Gelegenheit hielten sowohl der amerikanische Botschafter wie Dr. Stresemann längere Reden. Beide Redner behandelten u. a. das aktuelle Thema dec internationalen Politik, den Kelloggschen Vorschlag für einen Lriegsächlungspakl.
Reichsaußenminister Dr. Stresemann führte nach einleitenden Worten, in denen er der Universität Heidelberg für die ihm erwiesene Ehrung den Dank aussprach aus: Es ist mir eine hohe Ehre, in den Kreis derjenigen einzutreten, die mit dieser Universität verbunden sind, ganz besonders auch deshalb, weil mir diese Ehre zu gleicher Zeit und nicht in einem rein äußerlichen Zusammenhang mit meinem verehrten Freund, dem Botschafter der Vereinigten Staaten, zuteil wird. Ich erblicke in dem Beschluß der staatswissenschaftlichen Kommission der philosophischen und juristischen Fakultät nicht nur eine von mir mit besonderer Dankbarkeit empfundene Anerkennung außenpolitischen Wirkens, sondern darüber hinaus ein Bekenntnis der Wissenschaft zu dem Glauben an die Idee a (s entscheidenden Faktor im geschichtlichen Leben der Völker. Auf zwei große Ideen weist die Urkunde hin, in der die Kommission ihren Beschluß begründet hat: „das Recht der Nationen auf Leben und Freiheit" und „die geistige Annäherung und friedliche Verständigung der Völker". Damit ist ausgesprochen, daß diese beiden Problem« nicht im Gegensatz zueinander stehen, sondern einander ergänzen, ja einander geradezu bedingen.
Geg nsah
Internationalen den Vorwurf des Nichtnälionalen zu verbinden. Damit möchte ich in keiner Weise jenen Strömungen das Wort sprechen, die sich auf der Ansicht aufbauen, als wenn das Internationale die höhere Form der Gestaltung des menschlichen Daseins darstelle, und die in dem Nationalen
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nur eine vorläufige Form sehen, dazu bestimmt, dereinst in der höheren Form auszugchen.
Das ist ein schwerwiegender Irrtum. Auch bei höchster geistiger Entwicklung wird der Mensch niemals sich von den Blutströmen lösen, die sein eigen * ” f Grund der Tradition seines Volkes. Ebenso wird niemals eine Weltorganisation aufzubauen sein, ohne die feste natürliche Grundlage, die in den zu nationalen Staaten zusammengeschlossenen einzelnen Völkern besteht. So wie die Wurzeln der Kraft der einzelnen Staaten in der Kraft der ihnen angehörenden einzelnen Persönlichkeiten liegen, so werden die Wurzeln des internationalen Lebens in der Gesundheit der einzelnen Staaten der Weltgemeinschaft liegen und, das Völkerrecht wird, wie Kaul es aussprichl, nur auf einem freien Föderalismus der Völker aufgebaut werden können.
Diese Einordnung des einzelnen in eine Gesamtheit ist für den einzelnen kein Verzicht und kein Verlust, gleichwie die Persönlichkeit nichts von sich aufgibt durch Einordnung in die Volksgesamtheit und in die Ordnung des Staates; sondern wie dadurch erst der Impuls sich entfaltet zur Konzentrierung aller Kräfte und zu der eigentlichen sittlichen Betätigung, die nur in dem Streben nach einem höheren Ziele liegen kann so gilt dasselbe für die Einordnung eines Volkes in eine organisierte Gesamtheit der Kulturwelt.
Beide Voraussetzungen, von denen eine wirkliche dauernde und fruchtbringende internationale Ordnung abhängt, sind einstweilen noch nicht gelöst. Es ist noch nicht zwischen den einzelnen Staaten derjenige Ausgleich erfolgt, den die Natur ber Dinge gebietet, und der
ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Dinge gewährleistet. Ebenso müssen die Formen für den internationalen Zusammenschluß selbst noch gefunden werden. So ergibt sich eine doppelte Aufgabe für die internationale Politik und im besonderen Maße für die deutsche Politik, die Siche- rung eines freien gleichberechtigten Deutschlands mit allen anderen Staaten zusammen in einer stabilen internationalen Form.
Es ist eine unyeschichtliche Betrachtungsweise, die Formen der zwischenstaatlichen Beziehungen, wie sie in einem Zeitpunkte der Vergangenheft waren, als etwas schlechthin Unabänderliches hinzunehmen, als etwas, das durch den menschlichen Willen nicht zu beeinflussen ist. Kaum eine Generation hat so unerhörte Umwälzungen menschlicher Vorstellungskreise erlebt, wie Die mistige. Für kaum eine Ge-
neration galten so die Worte des Egmont, daß die Sonnenpferde der Zeit, wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, mit unseres Schicksals leichten Wagen durchgehen. Uns bleibt nichts, als mutig und gefaßt die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links Dom Steine hier, vom Sturze da die Räder wegzulenken. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, aus welch verschiedener Geistes-1 Verfassung heraus die Völker der verschobenen I ^-- -^— - ■—----—--------------—•-----
Zeiten einander bekriegt haben, um sich darüber Volk ba^u berufen, in fnâchcr Verständigung ; — rmfAâf
klar zu werden, daß auch das friedliche Ar- mit anderen Völkern wieder zur Große emporzu- »IC 0611^»$ rsUMINev limraHl beiten der Völker untereinander einem tiefgehenden wachsen." (Starter Beifalls ' 1C OLirött.
Wandel unterworfen sein muß. Noch in der riderizianischen Zeit war die Arme« dem Staate remd, und der friedliche Bürger sollte nach dem Wunsche des Königs nicht wissen, wann di« Armee sich schlüge. Zum bewußten Aufeinanderprall von Ideen, die schon ein friedliches und glückliches Zusammenleben der Nationen als Ziel umfaßten, wurde dann die europäische Kriegsführung in dem Zeitalter, das mit der französischen Revolution anfing und mit der Heiligen Allianz schloß.
Freilich glaubten die damaligen Staatsmänner ein solches System nur auf der Gemeinsamkeit der dynastischen Interessen aufbauen zu können. Man suchte nicht ein« Verständigung der Völker, sondern zunächst nur eine Verständigung der Fürsten und ihrer Kabinette.
Reue Wege in der Friedenssicherung hol dann erst Bismarck beschritten. Bismarck stellte die Machkpolitik in den Dienst einer planmäßigen Förderung des Zusammenlebens der Nationen, indem er im jeweiligen Augenblick der militärischen Niederringung eines fremden Staatswesens die Auswertung der machtpolitisch gegebenen Möglichkeiten auf ein Maß beschränkte, das nach menschlicher Erwägung ein späteres Zusammenarbeiten mit dem (Segnet von heute gestattete.
Im Zusammenhang solcher Erwägungen hat
Holstein ins Auge gefaßt. Bekannt ist weiter Ms- marcks weit ausschauende Vorbereitung einer deutsch-öst erreichischenVerständigung bei den Nikolsburger Derchanblungen. Die gleichen Gesichtspunkte leiteten Bismarck schließlich auch bei dem größten Triumph der deutschen Waffen vor Paris. Man kann in Hanotaux' Darstellung dieser Vorgänge Nachlesen, was die „Regierung der nationalen Verteidigung" von den Friedensbedingungen von Preußen — heute Deutschland — erwartete: Neben der als selbstverständlich angesehenen Zahlung einer Kriegsentschädigung und der Rückgabe Elsaß - ßLothringens wurden damals vor allen Dingen drei Bedingungen ins Auge gefaßt: Auslieferung der Motte, Abtretung der Kolonien und Beschränkung des französischen Rüstungsstandes! Bismarck hat sich aus solche Weg« nicht eingelassen, weil er überzeugt war, daß die Bedingungen die Stimmung des Gegners unheilbar vergiften würden, und bei den Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen hat er sich von gleichen Gesichtspunkten leiten lassen. Erst durch den historischen Brief des Zaren an Wilhelm I., in dem Deutschland in fast ultimativer Form zu einer Option zwischen Rußland und Oesterreich aufgefordert wurde, ist Bismarck auf den Weg des Zweiund des Drerb-ündniffes gedrängt worden, und er Hal sich bis zum letzten Tage seiner Amtszeit bemüht, diesem Bündnis jeden friedenftörenden Charakter zu nahinen. Me Generation nach Bismarck hat diese Politik nicht mehr verstanden. Und der Weltkrieg hat das gegenseitige Mißtrauen ins riesenhafte vergrößert, er hat aber zugleich in allen Völkern, kriegführenden und neutralen, die Erkenntnis zur Reise gebracht, daß es so nicht weitergeht, und daß die Menschen und insbe- ondere das alte Europa rettungslos der Selbstzer- leischung verfallen würden, wenn es nicht gelingen ollte, aus dem System der internationalen Anarchie, der unbeschröntten Herrschaft des nationalen Egoismus' der Bündnisse und Gegenbünd-
nisse Hercruszukommen.
Daß ohn« VerständiglMg der Völker auf die Dauer kriegerische Verwicklungen bei der Natur des Menschen nicht ausgeschlossen werden können, liegt auf der Hand. Umgekehrt kann die Verhütung des Krieges nicht als Ziel an sich angesehen werden. Mit der Vermeidung des Krieges muß der Ausbau derjenigen Institutionen Hand in Hand gehen, welche unausführbar gewordene Verträge auf stiedlicheni Wege abzuändem in der Lage sind.
Die Welt muß sich klar darüber werden, daß in Zubuirft ein solches Ha-nb-in^Hand-Acd«ilen nur möglich ist zwischen Mächten, die einander ganz allgemein auf dem Fuße der Gleichberechtigung behandeln. Der Wille zur friedlichen Zusammenarbeit ist zweifellos bei einer großen Mehrheit der breiten Masse in den meisten Ländern Europas auch heute noch vorhanden. Aufgabe der verantwortungsbewußten Führer ist es, gerade in diesem Augenblick den breitesten Schichum klarzumachen, daß eine Störung in der Friedensarbeit die Entwicklung der Alenschheit um Jahre zurückwerfcn
Wie kein anderes ist das deutsche
Die Reden, die Dr. Schurmann, der amerikanische Botschafter in Berlin, und Reichsaußenminister Dr. Stresemann am Samstag in Heidelberg gehalten haben, werfen auf die internationalen Auseinandersetzungen über die Aechtung des Krieges ein bemerkenswertes Licht. Der amerikanische Staatssekretär Kellogg hat ganz klipp und klar gefragt, ob die fünf angegangenen Großmächte ebenso wie die Bereinigten Staaten bereit seien, auf den Krieg als ein Mittel der nationalen Politik zu verzichten. Bejahendenfalls würde keiner dieser Staaten in Zukunft darauf ausgehen, seine nationalen Ansprüche mit Waffengewalt durchzusetzen, sondern sich darauf verlassen, daß eine friedliche Verständigung gefunden werden kann. Bisher hat von allen Staaten, an die sich Kellogg gewendet hat, nur Deutschland mit einem klaren und unzweideutigen Ja geantwortet. Was die anderen Mächte tun werden, floht noch dahin. Frankreich erhebt allerlei Einwendungen, um einer bestimmten Verpflichtung zum Kriegsverzicht ausweichen zu kön- nep. Die Berufung auf den Locarnovertrag und den Völkerbundspakt ist nichts weiter als ein Vorwand. Der Locarnovertrag verpflichtet die Vertragspartner, gegenseitig nicht zu den Waffen zu greifen. Er strebt also, wenn auch in kleinerem Maßstabe dasselbe an wie der amerikanische Vorschlag. Der Völkerbundspakt kennt nur Verpflichtungen internationaler Art und sucht aus dem Kreise seiner Teilnehmer den Krieg ebenfalls völlig zu verbannen. Hier ist also nirgends ein Widerspruch. Aber Frankreich hat noch andere Bündnisverpflichtungen und rechnet mit der Möglichkeit, daß es aus dieieui Grunde einmal losschlagen muß. England hat erst kürzlich Aegypten mit seinen Kriegsschiffen bedroht. Das faschistische Italien ist von Natur kriegerisch und Japan stellt sich mit den Waffen auf chinesischen Boden den ' vordringenden südchinesischen Truppen in den Weg. Wo sieht man da etwas von Aechtung des Krieges?
Selbstverständlich werden die übrigen Großmächte den französischen Vorschlag nicht ablehnen. Das verbieten schon Klugheit und internationale Höflichkeit. Aber man sucht doch nach Mitteln und Wegen, um der unbequemen amerikanischen Frage etwas von ihrer Schärfe und Klarheit zu nehmen. Man schlägt eine internationale Iuristenkonferenz vor. Haben wir Veranlassung, uns durch diesen Vorschlag aus unserer Stellung an der Seite der Vereinigten Staaten drängen zu lassen? Botschafter Schurmann hat diesen Punkt in seiner Heidelberger Rede sehr glücklich hervorgehoben. Er hat darauf hingewiesen, daß sich zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland immer mehr eine Aehnlichkeit der internationalen Ideale entwickelt und daß die internationale Kameradschaft der beiden Länder durch die Gleichheit ihrer Stellungnahme zu der großen Frage der Kriegsächtung eine neue Bestätigung gefunden habe. Deutschland und die Vereinigten Staaten, so hat Schurmann ausgerufen, marschieren für die Sache der menschlichen Kultur gemeinsam vorwärts. Wir sind gewiß davon überzeugt, daß es auf diesem Wege nur sehr langsam vorwärts gehen wird. Die Kriegsächtung durch die Tat ist ein sehr fernes Ziel. Aber das hindert nicht, daß wir mit den Vereinigten Staaten Seite an Seite gehen und die anderen Mächte von die Wahl stellen, entweder ihre Friedensbeteuerungen einmal durch Handlungen und Taten zu beweisen oder aber ihr wahres Gesicht zu zeigen. Denn Kriegsächtung heißt natürlich im unmittelbaren weiteren Verlauf der Entwicklung Abrüstung. Und hier liegt der springende Punkt der ganzen internationalen Frage. Deutschland kann sich der Parole der Kriegsächtung mit aller Aufrichtigkeit anschließen. Es ist ohne Wehr und Waffen und kann eine Entwicklung nur willkommen heißen die alle übrigen Staaten denselben Bedingungen unterstellt. Deshalb können wir die Kameradschaft, die uns der amerikanische Botschafter anbietet, ohne Zögern annehmen. Denn der amerikanische Vorschlag ist immerhin ein Schritt auf dem Wege zu einem großen Ziel. Die Einberufung einer Juristenkonferenz aber kann sehr leicht auf diesem Wege abseits führen. Sie kann ein Deckmantel werden unter dem Frankreich seinen Widerstand weiter fort