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E^VBeneral Anzeiger fijg^w1 W^anau «Stadt und Land
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Vanau «Stadt und Land
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VaS Itetwfte.
— Dr. Stresemann gab in einem Interview die Tatsache einer ausführlichen politischen Besprechung mit Lord Birkenhead zu, bestritt aber jede Bezugnahme aus ein ankirussisches Abkommen.
— In Kolmar hak gestern der Prozeß gegen die 22 des Komplotts gegen die Sicherheit des französischen Staates angeklaglen Elsässer begonnen. Gleich in den ersten Stunden des Prozesses kam es mehrfach zu Zusammenstößen zwischen dem Vorsitzenden und dem Generalstaalsanwall einerseits und der Verteidigung andererseits.
— Die Newyorker Blätter schätzen die Menge der Zuschauer bei dem Triumphzug der Ozeanflie- ger auf 2% Millionen.
— Der für heute nacht vorgesehene Start der „3talia“ ist verschoben worden.
— Die ägyptische Sammer und der Senat haben die Vertagung der weiteren Diskussion über das Versammlungsgesetz bis November beschlossen.
21- Millionen Anschauer
bei dem Tviumvhzug der OzeanMeger
Heroyort, 1. Mai. Die Morgenblätker schätzen die Menge der Zuschauer bei dem gestrigen Triumphzug auf 2^ Millionen. Trotz dieser gewaltigen Menschenmenge haben sich nur drei leichte Anglücksfälle erreignet. Verhaftungen brauchten nicht vorgenommen zu werden. Ein Leitartikel der »World" bezeichnet den Empfang der „Bremen“- Flieger als einen der glänzendsten, den die Stadt Newyork jemals veranstaltet hat. Durch den den Fliegern bereiteten Empfang habe die freudig erregte Menge den Beweis erbracht, daß nunmehr die Erinnerung an den Krieg geschwunden sei.. Die Empfangsfeier sei ein Fest vieler Rassen gewesen, die sich an den Flaggen der verschiedenen Länder und an ihren Liedern und Nationalhymnen in gleicher Weise erfreuten.
Lord Birkenheads Besuch in Berlin
Aus Anlaß der Anwesenheit des Reichsministers Oes Auswärtigen Dr. Stresemann in Köln hatte ein Redaktionsmitglied der Kölnischen Zeitung Gelegenheit, den Minister auf die Kommentare Hin- l' zuweilen, die nicht nur in der deutschen, sondern Glauch' in'Wr ausländischen Presse an den Aufenthalt M^Ind die Besprechungen Lord Birkenheads in Ber- n geMM Äii.lW. Der Minister erklärte, -daß er gern bereit sei, sich zu diesen Kommentaren äußern. Er führte folgendes aus:
M. Ich habe Gelegenheit gehabt, Lord Birkenhead hrend seines Aufenthalts in der Reichshaupt- tadt zweimal zu sehen und einmal mit ihm sehr usführlich über die Beziehungen zwischen Eng- and und Deutschland zu sprechen. In dieser Besprechung ist der von einer gewissen Presse dem englischen Minister zugeschriebene Versuch, ein englisch- französisch-deutsches Abkommen mit einer Spitze gegen Räterußland zu begründen, in keiner Weise gemacht oder auch nur gestreift worben. Mir ist auch nicht das geringste davon bekannt, daß dieser Versuch irgendeiner andern verantwortlichen Stelle gegenüber gemacht worden sei. Die hieran geknüpften Kombinationen einzelner Blätter sind deshalb in keiner Weise begründet. Wenn gar behauptet wird, daß die Besprechungen den Sinn gehabt hätten, durch eine Zustimmung zu solchen Ideen die Stellung Sir Austen Chamberlains im englischen Kabinett zu untergraben, so kann das nach dem vorher Gesagten um so mehr in das Reich der Fabel verwiesen werden. Wie Lord Birkenhead persönlich zu diesen Fragen eingestellt ist und ob er dieser seiner persönlichen Einstellung in Privatgesprächen Ausdruck gegeben hat, wuß ihm im übrigen selbstverständlich freistehen, ^ch kann nur mit Dank feststellen, in welch Herz- itdjer Sßeife der englische Minister in seinen ^wen Tischreden und in seinen Unterhaltungen Dem Wunsch Ausdruck gegeben hat nach einer Zusammenarbeit zwischen ® n of lanb und Deutschland und nach Wiederherstellung freundschaftlicher B e - Srehungen zwischen seinem Lande und uns. Der Besuch Lord Birkenheadt und seiner preunde in der Reichshauptstadt ist nicht nur ohne leoen Mißklang verlaufen, sondern hat, wie ich glaube, zur Anbahnung vieler perfön« itajer Beziehungen geführt, die dem Ver- yaltnis und der Politik beider Länder nützlich sein rönnen. Um so mehr bedaure ich, daß der Besuch nachträglich diesen unbegründeten Kommentaren ausgesetzt war.
^undgebunsen fite die Ozean- flèesev
Newyork, 1. Mai. Der Boxkampf Sharkey—Delaney ist zum Nachteil Delaneys ausgegangen. Es war von vornherein klar, daß die Schaustellung darunter zu leiden hatte, daß die Zuschauermasse von 12 000 Personen offenbar mehr zu dem Zweck gekommen war, die Helden des Atlantikfluges zu sehen, als wegen des Boxkampfes. Die beiden Kämpfer bestiegen den Ring beinahe unbemerkt, während die drei Flieger Hauptmann Köhl, Baron v. H ü n e f e l d und Major Fitzmaurice mit einer überwältigenden Huldigung empfangen wurden. Sie waren begleitet non "Bürgermeister Walker. Hauptmann Köhl und Baron v. Hünefeld trugen Gesellschaftskleidung und Major Fitzmaurice seine irische Uniform. Nachdem der Kampf beendet war, mußten die drei „Unerschrockenen" auf Verlangen der Menge in den Ring, wo sie mit erneuten Kundgebungen begrüßt wurden. Die drei Flieger schienen sich bei diesem Erlebnis ziemlich unbehaglich zu
fühlen. Der Ankündiger folgte den Fliegern und erhob gegen jeden der drei Flieger nacheinander die Hand, um der Menge zu verstehen zu geben, daß ein jeder von ihnen als Flieger über den Atlantischen Ozean zu betrachten sei.
Newyork, 1. Mai. Vor dem Besuch im Madison Square Garden, wo der Boxkampf Sharkey—Delaney stattfand, wohnten die Ozeanflieger in Begleitung des Bürgermeisters Walker, der Konsuln Heuser und Klee und des irischen Handelsvertreters Crawford einer Revuevorstellung in den Greenwich Village Follies bei. Als die Flieger erschienen, wurde die Vorstellung unterbrochen und die Anwesenden brachen in tosenden Beifall aus. Bürgermeister Walker stellte die Flieger vor, die alle drei an das Publikum englische Ansprachen richteten, in denen sie ihre Erlebnisse bei dem Fluge der „Bremen" schilderten und dankbar des großartigen Empfanges durch die New- yorker Stadtverwaltung und Einwohnerschaft gedachten.
Die denifehe Antwort an âttoss
Die Beurteilung in Frankreich.
^0*15’ 1- Mai. Die deutsche Antwort auf die «ik ^bes amerikanischen Staatssekretärs Kellogg I swer den Abschluß eines Kriegsächtungspaktes, die Wagens von der deutschen Regierung auch der sMzosrschen Regierung sowie den anderen interes- .^ächten abschrdfMch zugestellt worden ist, v>«r große Beachtung. Man ist überrascht, j e deutsche Regierung es für richtig befunden schnell und ohne vorherige Fühlungnahme anderen europäischen Mächten, die eben« S Mitglieder des Völkerbundes sind, Herrn j.^M^fhre Antwort M erteilen. Man faßt hier l och die deuffche Zustimmung zu dem Gedanken nrin,Ebnkanischen Staatssekretärs als eine nur hL11^^ nnd allgemeine Kundgebung auf, die Friedenswillen Deutschlands unterstreichen soll, , r.r En sich anbahnönden diplomatischen Verhand- ■ An keinerlei feste Grenze ziehen will.
' ■ "^âps" meint, daß die deutsche Auffassung
«w KÈächtungspakt tröesuxes^
Sayans Ehina-votttiL
Von Dr. Paul Ostwald.
Nach einer Meldung aus Schanghai sollen die Vortruppen der nationalistischen chinesischen Armee, die unter Tschangkaischeks Führung nordwärts gegen Peking vorrückt, an der Schantung-Bahn mit japanischen Truppen zusammengestoßen sein. Der militärische Oberbefehlshaber der Nanking-Regierung hat nach diesem Bericht seinen Truppen den ausdrücklichen Befehl erteilt, vor den Japanern nicht zurückzuweichen. Es besteht also die Möglichkeit, daß die Japaner und die Chinesen in Schantung aneinandergeraten. Man hat sich in Tokio rechtzeitig auf diese Möglichkeit durch die Entsendung einer vollen japanischen Division nach Tsingtau vorbereitet. Wenn diese Maßnahme der Regierung Tanaka mit innerpolitischen Motiven in Verbindung gebracht wird, so ist das wenig glaubhaft. Gewiß, die japanischen Neuwahlen vom 20. Februar haben der Regierungspartei nur eine schwache Mehrheit gebracht. Es ist in den letzten Tagen der Opposition sogar gelungen, bei der Abstimmung über einen Mißtrauensantrag gegen den Innenminister dem japanischen Kabinett eine Niederlage beizubringen, die zu einem offenen Konflikt zwischen der Regierung und dem Parlament geführt hat. Aber gerade wegen dieser unsicheren innerpolitischen Verhalt-- nisse wäre es für die Regierung Tanaka ein bedenkliches Spiel, chre Stärke der Opposition gegenüber nach außen hin durch eine große Vermehrung der japanischen Truppen auf der Halbinsel Schantung zur Geltung z» bringen. Es kann überhaupt zweifelhaft fein, ob auch innerpolftische Überlegungen bei der
Gliede« Raab w!vd als evfiev Mensch in den LVeltvanm geschossen werden
Rüsselsheim, 1. Mai. Die Vorbereitungen für den ersten Start des Opel- Raketen-Rennwagens auf der Avus stehen kurz vor ihrem Abschluß. Der neue Wagen, der auf Grund der Ergebnisse der Versuchsfahrten auf der Opel-Rennbahn konstruiert wurde, ist bereits so weit fertiggestellt worden, daß mit dem Start auf der Avus am 18. Mai zu rechnen ist. Nach Beendigung der Versuchsfahrten auf der Avus, wo natürlich nur verhältnismäßig geringe Geschwindigkeiten zugelassen sind, wird der Wagen zu einem Angriff auf den Automobil-Weltrekord eingesetzt werden. Der Wagen wird von Fritz v. Opel gesteuert werden. Ebenso schreitet der Bau der ersten Luftrakete schnell vorwärts. Schon seit Wochen laufen Hunderte von Gesuchen von Leuten ein, die sich als Passagier für das Wellenraumschiff zur Verfügung stellen. Ingenieure, Flieger, ehemalige Offiziere, ja sogar Damen erklären sich bereit, ihr Leben für die neue Idee einzusehen. Unter all diesen Gesuchen haben sich die Opelwerke für den bekannten Flieger Raab entschieden, mit dem heute ein Vertrag abgeschlossen wurde. Raab wird also der erste Mensch sein, der mit Raketenkraft in die Stratosphäre geschossen werden wird.
Kassel, 1. Mai. Der Eheßrilok der Kasseler Raab-Katzen stein-Werke äußerte sich über das Problem eines neuen Raketenflugzeuges dahin, daß am Montag in den Opelwerken in Rüsselsheim eine Konferenz gewesen sei, um das Raketensystem Valier-Sanders auch für Flugzeuge brauchbar zu machen. Es ist beabsichtigt, für diese Versuche den Typ RLS Grasmücke der Raab-Kahenstein- Werke zu verwenden, ein Leichtflugzeug, das ein Leergewicht von nur 250 Kilogramm hak und nach Ausbau des Motors und Einfügung der Rakelen-
anlage wohl kaum höher belastet werden dürfte. Der Motor wird entfernt und an feiner Stelle an beiden Seiten des Rumpfes zwischen den Tragflächen die Rakekenanlage eingebaut Die Tragflächen werden natürlich verändert, um das Flugzeug stabil zu halten, sowie durch Kreuzspanten versteift, um den Rückstößen Widerstand bieten zu können. Da dieses Kleinflugzeug nur einen Motor von 30 PS gebraucht, genügen die bisher erzielten 100 PS des Rateten wagens vollständig, um einen Antrieb zu gewährleisten.
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Die ägyptische Antwortnote
Kairo, 1. Mai. Die ägyptische Antwort auf die britische Note ist heute abend llhr dem britischen Oberkommissar überreicht worden.
Wie verlautet, bringt die Antwortnote zum Ausdruck, daß die ägyptische Regierung sich außerstande Se, Großbritannien oder irgend einer anderen icht das Recht einzuränmen, in die Gesetzgebung
des ägyptischen Parlaments einzugreifen. Zur Auf- die Grundlage fü rechlerhaltung der freundschaftlichen Beziehungen dieser Frage gefui
werde jedoch die Sessetzesvorlage über das versammlungsrecht bis zur nächsten Tagung zurückgestellt werden. Die ägyptische Regierung hoffe, daß in der Zwischenzeit 'ür eine bessere Verständigung in mden werden würde.
von der mit gewi!
französischen entfernt sei, wie dies die Polesser deutscher Blätter könne glauben machen.
In Wirklichkeit betone die deutsche Note, daß die Achtung vor den Verpflichtungen des VöttertmnÄs- paktes und der Locarnoverträge präzisiert werden müsse und daß die deutsche Regierung der Ueberzeugung sei, daß diese Verpflichtungen in keiner Weise dem amerikanische Pakten-twurf widersprächen. Die deutsche Regierung, fügt das Blatt weiter hinzu, läßt den Vorbehalt in beäug auf das Recht der legitimen Verteidigung sowie den über die volle Handlungsfrecheit gegenüber einem Staat zu, der den Pakt mit Waffengewalt brechen würde. Die deutsche Regierung sei der Auffassung, daß dieser Vorbehalt so selbstverständlich sei, daß er nicht besonders formuliert werden müsse. Das Watt meint jedoch, daß diese ausdrückliche Formulierung zur Aartsgoyg der sich aus dam Pakt «gefreuten Ver -
pflichtungen erforderlich sei. Das „Journal des Dsbats" stellt fest, daß die deutsche Rote die fron» Mische Regierung in keiner Weise in eine Sackgasse treibe, im Gegenteil, sie biete ebenso wie die letzten Erklärungen Kelloggs aus dem Bankett der amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht eine Basis für weitere Verhandlungen.
Der Ton der heutigen Presse unterscheidet sich nicht unwesentlich von den Kommentaren, die die ersten Ankündigungen der deutschen Antwort an Amerika in der französischen Presse hervorgevufen haben. Der Text der deutschen Note hat offenbar hier überzeugend gewirkt und die ersten Befürchtungen und Verdächtigungen Deutschlands, daß der teutsche Schritt nur aus dem Wunsch geboren ist, die Bündnispolitik Frankreichs zu sprengen und somit eine Revision der Friedensoertrqge einzuleiten, genftpeat
außenpolitische ichtspunkte.
Japans Chinapolitik hat in der letzten Zeit immer mehr ein Doppelgesicht gezeigt. Sie hat sich der nationalen chinesischen Bewegung gegenüber Zurückhaltung auferlegt, solange Kanton nur im Süden siegreiche Fortschritte machte. Ja, sie hat sogar nach Wegen gesucht, um durch Kompromisse ein gewisses Einvernehmen mit den chinesischen Nationalisten her« zustellen. Sie hat aber anbererfeits gegen das Uebergreifen der nationalen Bewegung nach Nordchina eine starke Abwehrstellung eingenommen. Diese Haltung ist leicht erklärlich. Japans Interessen liegen vornehmlich in Nordchina und es muß befürchten, daß der gegenwärtige Zustand hier nicht aufrechterhalten werden kann, wenn die nationale Bewe-
gung auch nach Norden vordringt. Das gilt besonders für die Verhältnisse im Süden bi
er
Mandschurei. Japan hat aber an der Erhaltung des gegenwärtigen Zustandes in der südlichen Mandschurei stärkstes vitales Interesse, da seine Lebensfähigkeit dadurch sehr stark mit bedingt wird. Japan kann heute ohne die Bodenschätze und die Bodenerzeugnisse der Südmanschurei nicht mehr auskommen, es kann bei feinen an sich schon schwierigen finanziellen Verhältnissen auf das Kapital von rund 2 Milliarden Den nicht verzichten, das dort in Bergwerksunternehmungen und Eisenbahnbauten angelegt ist. Und doch ist die Gefahr, daß durch ein siegreiches Vordringen der nationalen Bewegung nach Nordchina die Mandschurei in die Wirren hineingezogen und die japanische Vormachtstellung erschüttert wird, sehr groß. Gerade in den letzten Jahren hat die chinesische Zuwanderung nach der Mandschurei ungeheuer zugenommen. Hunderttausende von Chinesen sind aus den von dem Bürgerkrieg und der Hungersnot mitgenommenen Provinzen in die Mandschurei eingewandert und haben dort selbstverständlich die japanfeindliche Bewegung verstärkt. Vielleicht sind sich noch nicht alle Chinesen darüber einig, ob die Mandschurei einmal einen selbständigen Staat bilden oder ob sie eine chinesische Provinz werden soll. In dem Willen, die Mandschurei von Japan loszureißen, sind sie aber eins.
Japan hat dieser in der Mandschurei vorhandenen nationalen Bewegung, die durch ein siegreiches Vordringen der Südarmee einen neuen Anstoß erhalten müßte, nichts anderes entgegenzustellen, als die Macht der Waffen. Denn es ist Japan nicht gelungen, die Südmandschurei mit eigenen Volksgenossen zu besiedeln. Nur etwa 200 000 Japaner sind
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