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m. Hy

DaS neueste.

Die ,,Bremen"-Flieger sind gestern mittag Don Greenly Island mit einem Ford-Flugzeug nach der Murray Bay gestartet und auf dem Lake St. Agnes gelandet.

Das Verfahren gegen Lölling und Hoffmann wurde vertagt, um neue Ermittlungen anzustellen.

Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat im oberschlesischen Schulstreik zugunsten der deutschen Auffassung entschieden.

Obwohl im Befinden Briands eine leichte Besserung eingetreten ist, hat der gestrige franzö­sische Labinelksrat über eine einstweilige Vertretung des Außenministers beraten.

Die deutsche Antwort auf Sellogs Note ist im Entwurf zwar fertiggestellt, doch wird sie das Reichskabinekt noch vor ihrer Absendung beschäf­tigen. ' - -

Die Kaagev Entscheidung km Obevschk. Gchulftvekt

Haag, 26. April. Der Ständige Internationale Gerichtshof hat heute in einem umfangreichen'Urteil seine Entscheidung im oberschlesischen Schulstreit ge­fällt. In der juristischen Konstruktion weicht der Ge­richtshof in einigen Punkten, insbesondere insofern von dem deutschen Klageantrag ab, als er die Er­klärung der Erziehungsberechtigten gemäß Artikel 131 der Genfer Konvention als Erklärung über die sprachliche Zugehörigkeit des Kindes auffaßt. ' In der praktisch wichtigen Frage, die zur Entstehung des Prozesses Anlaß gab, bestätigte der'Gerichts­hof aber in vollem Umfange diè erstinstanzliche Ent­scheidung des Präsidenten Calonder. Weder dür-

hèryâ nächgeprüft werden, noch dürfen die zu Deutschen Schulen angemeldetsn Kinder irgendwie md von irgendwelchen Behörden Sprachprüfungen vorgenommen werden. Damit wird-die polnische These, daß sogenannte falsche Erklärungen über die Sprache eines Kindes von den Behörden wegen Kechtsmißbrauches nicht anerkannt werden müssen, zurückgewiesen und wird die Berträgswidrigkert der von den polnischen Behörden in den Jahren 1426 bis 1927 durchgeführten allgemeinen Vernehmungen über die Sprache der Kinder und der Erziehungs­berechtigten 'ellgestellt. Auch werden sich nach die­sem Urteil die zeitweilig vom Völkerbundsrat ange- ordneten Sprachprüfungen der für die deutschen Minderheitsschulen angemeldeten Kinder nicht wie­derholen.

Das Reich srnd dke Vommu-

«are« ÄlttSewett

Berlin, 26. April. Vor einiger Zeit hat der Neichsfinanzminister Dr. Köhler an die Länder­regierungen einen Erlaß gerichtet, der sich mit der

......... In

Frage der Kommunalanleihen ' beschäftigt, diesem Rundschreiben wird erklärt, daß die

.|VM. vLunuiu^iducu tun.v viiiun, vup ui.e Ge­meinden den inländischen Anleihemarkt in An­spruch nehmen, und zwar z. T. unter recht un­günstigen Bedingungen. Die Folge davon sei, daß ich die Beratungsstelle mit diesen inländischen An­leihen beschäftigen müsse. Vielfach würde dabei in ^[djeinung treten, daß der Anleihezweck der Aus­ländsanleihen sich mit dem für Inlandsanleihen decke. Die Beratungsstelle werde deshalb unter umständen gezwungen sein, kommunale Ausländs­anleihen zurückzustellen oder den Betrag einer In­landsanleihe auf eine Ausländsanleihe anzurechnen.

dem Rundschreiben ist der Reichsfinanzminister der Auffassung, daß der Inlandskapitalmarkt grundsätzlich den Ländern, dem Reich, der Post und der Reichsbahn vorbehalten bleiben müsse. Die tr-x werden gebeten, durch Ausübung eines aufsichts- und Genehmigungsvechts solchen inlân- allcyen Kommunalanleihen entgegenzuwirken.

.»^l^ses Vorgehen- des Reichsfinanzministers durfte in der Oeffentlichkeit ziemliches Aufsehen er« «gen. An und für sich braucht man nicht in allem der Finanzgebarung der Kommunen einver- ^?uden zu sein, aber wir haben den Eindruck, als d<er doch ein Vorgehen Platz greift, das den gegenüber nicht nur unangebracht und 3 'chroff, sofern auch fehlerhaft ist.

As Müstchenev Messe ruv SÄvsttguttg d. Givefemantt-

Mammlo

München, 26. April. Die Münchener Abend- .,, f verurteilen scharf das Verhalten der natio- m»» 'vüstischen Opposition in der gestrigen Strese- z^"'^rsammlung. DieBayerische Staats- it.,Un9 schreibt in einem Leitartikel mit der ueberschrjft:Mehr An st and" u. a., daß die L«1®^ Störungen im Interesse des Ansehens der -Lichen Hauptstadt und ihrer Bevölkerung f:A?'i0 bedauert werden müssen, wie sie vom Ge- Ä^ukt des politischen Anstandes aus aufs M"e zu Derurteiten seien. Die Münchener Bür- -Schaft in ihrer überwältigenden Mehrheit woll«

SveStas de«

SS. Ave«

Die ^Veemen^- Messe seftavtet

Newyork, 26. April. DieBremen-^sieget haben heute mit dem Fordflugzeug Greenly Island verlassen. Der Start nach Lake St. Agnes erfolgte heute früh 7.45 Uhr amerikanischer Zeit.

Die Meldungen, daß die Ozeanflieger derBremen die Absicht auf gegeben haben, mit derBremen nach Newyork zu fliegen, wurden abends durch direkte Telegramme aus Greenly Island bestätigt. Der Grund für diesen Entschluß sind die schlechten Lisoerhällvisie und das Fehlen von Schneekufen für dieBremen, die trotz Anforderung bei der Versen­dung der Ersatzteile vergessen wurden, und weitere leichte Molorstörungen, die noch nicht be­hoben werden konnten.

Sie

Newyork zurückzureisen, dankend angenommen, rechnen damit, die Reise Mitte Juni antreten zu können.

Washington, 26. Avril. Der deutsche Botschafter v. Prittwitz und Gaffron wird morgen der Bei­setzung des Fliegers Bennet auf dem Friedhof in ' " ' und einen Kronz am Grabe

meberlegen.

sozialistischen Organisationen sich lediglich Mandatsrücksichten leiten lassen. Zunächst

die von

Zu den bevorstehenden Empfangsfeierlichkeiten in Newyork.

um nach Bild: von in Köhl.

Die drei Bezwinger des Ozeans haben die Insel Greenly Island verlast Newyork zu fliegen. Dort harren ihrer große Empfangsfeierlichkeiten. Unfi links nach rechts: Baron von Hünefeld/Comm. Fitzmaurice und Haupt:

Ueber den plötzlichen Start des Ford-Flugzeugs wird jetzt noch bekannt, daß die Flugbehörden in der Murray Bay die Flieger aufforderten, sofort zu starten, da sonst morgen infolge der Eisschmelze eine Landung äußerst gefährlich sein werde, da das Flugzeug 6000 Pfund wiegt.

Wie aus Natashquan gemeldet wird, hat das Ford-Flugzeug heute nachmittag gegen 16 Uhr mit­teleuropäischer Zeit Natashquan überflogen. Das Ford-Flugzeug passierte eine Stunde später Clarke City, Hünefeld drahtete an Fräulein Junkers, daß das Flugzeug in der Murray Bay landen wird. Es steht nunmehr fest, daß das Flugzeug über Nacht in Murray Bay bleibt und dann am Freitag früh nach Mitchelfield wetterfliegen wird, wo es am Freitag abend eintreffen soll.

L« Gi. Ksnes geLattdei

2 u e e b e c, 26. April. DieBremen-Jtieger, die Heuke früh in einem Fordflugzeug Greenly-Zs- land verließen, finb Heuke nachmittag 3 52 Uhr amerikanischer Zeit in Lake St Agnes gelandet.

weshalb die ^Bvemen^ in Gveenw Island ruviMselassen wurde

Oueebec, 26. April. Infolge einer Versehens er­hielt dieBremen" keine Schneekukci' Dieser »im. stand in Verrindung mit der Feststellung eines Motordefektes u.1) mr 3'n eingetretenen -auwet- ter bestimmte die Flieger, dieBremen" zurück, zulassen. Nach der Eisschmelze wird dieBremen" durch einen Dampfer ab geholt werden.

Rüâetse von wtiSrns und Eietton nach «ewvovk zu Schiff

Oslo, 26. April. Wilkins und Eielson haben ein Angebot der Norwegischen Amerikalini«. als Gäste der Gesellschaft an Bord eines ihrer Schiffe nach

nichts gemein haben mit den Ruhestörern. Sie verurteile ebenso wie die Regierung die Radau- szenen auf das allerentschiedenste. DieMünchen- Augsburger Abendzeitung" schreibt:Der Mann, dessen Worte sonst weithin in der Welt gehört werden, konnte sich nicht bis zu den nächsten Tischen verständlich zu machen." Das Blatt bedauert, daß Stresemann nicht die Möglichkeit hatte, seine Ge- danken zu entwickeln und schließt: Der Eindruck, der schließlich durch ein paar hundert tobende Hitler, leute erzeugt wurde, war alles andere als erhebend. So sollte inan wirklich nicht Politik machen wollen. DieA. Z. am Abend" schreibt:Den stärksten Ex- ponenten der deutschen Außenpolitik in einer der größten Städte Deutschlands niederzubrüllen, noch dazu mit dem Deutschlanlied, ist ein Vorgang, der weit über die Grenzen Deutschlands Befremden her- vorrufen wird. Allen Verantwortlichen sei gesagt: München leidet unter solch« Attacke» --er f**wu*

heit. Ganz München leidet unter einem solchen Spuk der finsteren Gasse". Die Bayerische Volks- partsikorrespondenz äußert sich u. a. wie folgt: Der traurige Ruhm, den sich die Hitlerianer durch die Sprengung der Stresemann-Versammlung er­warben, ist ein Beweis, daß Adolf Hitler und seine Leute seit ihrem katastrophalen Heldenstreich vom Jahre 1923 nichts hinzugelernt haben. Die jüngste Tat der Nationalsozialisten im Dürgerbräukeller ist ein klägliches Armutszeugnis ihrer Bewegung. Nichts wäre ein größerer Trugschluß, als aus dieser Episode die Folgerung zu ziehen, die Hitlerbewe- gung in Bayern sei wieder in aufsteigender Linie begriffen. Daß Minister Stresemann in München ein Opfer der Reklamesucht Hitlers geworden ist, wird von allen Leuten, die der Meinung sind, daß auch in Mahlzeiten der politische Anstand nicht völ­lig außer Kurs gesetzt werd«, kann, aufs lebhafteste bevmâ'

SwffGettlandrms

Hartfort. (Connecticut), 27. April. Auf dem hiesigen Flugplatz Brainarofield traf die Nach­richt aus St. Agnes ein, daß das Ford-Flugzeug mit den Bremenfliegern heute hier für einige Mi­nuten landen werde und bann nach Washington weiter fliegen werde.

Vsttewsisresvamm dev ^Nreme«^-Nesah«ns an Kvau Bermel

Newyork, 26. April. DieBrsmen"-Besatzung hat an Frau Bennet ein Beileidstelegramm gerich- , in dem es heißt, die Gattin des Verstorbenen möge etwas Trost finden in dem Bewußtsein, daß Bennet so gestorben sei, wie er immer gelebt habe, in steter Bereitschaft, anderen zu helfen. Frau Bennet und Amerika hätten durch den Tod des Fliegers einen unerfätzlichen Verlust erbitten.

Die Beisetzung Bennets

Teilnahme des deutschen Elieser an dee VeiseNuns Vennets

Bremen, 26. April. Noch einer beim Norddeut­schen Lloyd ein gegangenen Meldung beabsichtigen die Ozeonflieger. die, wie bereits gemeldet, heute früh von Greenly Island o6ge flogen sind, an der Beisetzung des Fliegers Bennet teilzewehmen. Erst dann werden sie sich nach Newyork begeben.

und Land

1928

Dov den fvamSMrben Stich- tvahkm

Pariser Brief.

Nach der amtlichen Feststellung find am vorigen Sonntag im ersten SBah[gange mit Einschluß der Kolonien 184 Mandate der neuen französischen Kammer endgültig besetzt worden. In der Stichwahl am kommenden Sonntag muß über den Rest von 428 Manda­ten die Entscheidung fallen. Man wird sicher wieder mit einer starken Wahlbeteiligung rech­nen können. Die Wahlbewegung war in allen Kreisen bemerkenswert still. Das Interesse der Bevölkerung an der Wahl ist aber trotzdem außerordentlich groß, denn man kann anneh­men, daß am vorigen Sonntag zwischen 80 und 90 Prozent der französischen Wählerschaft an die Urne getreten sind. In dem Wahlgang, der die Entscheidung bringt, wird die Beteili­gung voraussichtlich noch viel größer, sicher aber nicht geringer sein.

Unter den Gewählten vom vorigen Sonn­tag besitzen die Anhänger Poincarès eine über­wältigende Mehrheit. Aber auch die Parteien des ehemaligen Linkskartells haben ihre Stel­lung im Großen und Ganzen behauptet, wie ein Ueberblick über die Ziffern in den einzelnen Wahlkreisen ergibt. Es kommt nun alles auf die taktische Haltung der einzelnen Parteien an, auf die Konzentration der Kräfte der mit­einander verbündeten Parteien, d. h. auf den gegenseitigen Verzicht auf aussichtslose Kandi­daturen. Die Kommunisten nehmen hier eine Sonderstellung ein. Ihre Niederlage im ersten Wahlgange ist nicht zu bestreiten. Sie haben am vorigen Sonntag nicht einen einzigen Kan- - bibaten durchgebracht und sie haben im zweiten ___ 'ich mit

der letzten Wahl in Frankreich insgesamt Bo­den verloren haben, obgleich sie in Paris und in dem Seine-Departement an Stimmen etwas gewachsen sind. In der letzten Kammer waren sie mit 27 Abgeordneten vertreten. Diese Zahl werden sie in der neuen Kammer wohl nicht wieder erreichen, da sich ihre Kandidaten zu einem guten Teil in hoffnungsloser Minderheit befinden. Immerhin ist der kommunistische Wettbewerb in mindestens zwölf Wahlkreisen für die anderen Parteien eine Gefahr. Ohne Rücksicht auf die taktische Lage hat der Exekutiv­ausschuß der kommunistischen Partei beschlossen, im zweiten Wahlgang alle kommunistischen Kandidaturen aufrecht au erhalten. Partei­genossen, die sich etwa auf ein Austauschgeschäft mit den Sozialisten oder einer anderen Partei einlassen sollten, werden mit dem Ausschluß aus der Partei bedroht. Die Kommunisten werden also am kommenden Sonntage allein kämpfen und ihre freiwiMge Isolierung vor­aussichtlich mit dem Verlust von Mandaten zu büffen haben.

In den anderen Parteien ist die Zurück­ziehung von KandDaturen im gegenseitigen Einverständnis bereits im vollen Gange. Die Front, in der die Stichwahlen ausaefochten wehren sollen, hat schon zum großen Teil Ge­stalt gewonnen. Die Zentralexekutive der so- Mlistischen Partei hat von einer allgemeinen Parole abgesehen, ©ie hat die Entscheidung in die Hände der einzelnen Wahlkreisorganisatio­nen gelegt und dabei nur betont, daß die Grundsätze des Parteiprogramms gewahrt werden müssen. Die Aussichten der Sozialisten sind fast überall unsicher und so kommt es, daß

hat man den Versuch gemacht, mit den Kom­munisten anzubändeln. In dem Seine-Depar­tement haben die Sozial sten mit einer nicht allzu starken Mehrheit beschlosien, ihre Kandi­daturen in allen Wahlkrei en zurückzuziehen, in denen die Kommunisten ihnen mit der Stirn« menzahl voraus sind. Demgemäß ist auch die Kandidatur des Sozialistenfllhrers Leon Blum gefallen, der in dem Pariser Arbeiterviertel Charonne aufgestellt war und dort mit 6000 Stimmen gegen 7700 kommunistische Stimmen im Hintertreffen blieb. Nachdem aber die Kommunisten trotz aller sozialistischen Anbiede­rungsversuche fest geblieben sind, haben die Sozralisten auf der ganzen Linie mit den Ra­dikalen und den Radlkalsoziatisten ein Tausch­geschäft begonnen, das zweifellos in sehr vielen Wahlkreisen den Republikanern der Mitte und der Rechten das Mandat zugunsten der der Linksparteien entreißen wird.

Die heutige Kummev umkatzt 16 Seiten.