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EâVGenrral-Änzeiaer fürA^waiMm «Stadt und Land
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M. VS
Douneestag
den 26. ApM
262. sabrrsans
Oana« «Stadt und Land
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1928
DaS Neueste.
— Die erste Wahlrede Stresemanns in München wurde gestern abend von Nationalsozialisten gestört, sodaß die Versammlung polizeilich aufgelöst werden mußte.
— Der Zunkersflieger Rislicz, der im Vorjahre gemeinsam mit Edzard den Dauerflug-Weltrekord mit 52 Stunden für Deutschland eroberte, will mit der Menerin Lilly Villen; demnächst mit derselben Type, die uv/ benuhke, nach Nordamerika fliegen.
— Der amerikanische Flieger Bennett, der als erster der „Bremen" zu Hilfe flog, ist gestern vormittag in Oueebec gestorben.
— In Korinth hat gestern früh ein neues Erdbeben die letzten noch erhaltenen Häuser zerstört. Auch in Athen wurde ein kurzer Erdstoß verspürt.
— General Wrangel ist in Brüssel gestorben.
Dev Großhandel gegen Erhöhung der M-en- hahntavlfe
Berlin, 25. April. Präsidium und Gesamtvorstand des Rsichsverbandes des Deutschen Groß- unb UeberseeHandels haben in ihrer Sitzung die sofortige und durchgreifende Hilfe für die Landwirtschaft für notwendig gehalten, jedoch bedauert, daß bie Reichsregierung in überstürzter Weise offenbar völlig unzweckmäßige Maßnahmen beschlossen habe, so z. B. eine Sanierung her landwirtschaftlichen Genossenschaften aus allgemeinen Mitteln. Zu den Be- schlüssen der Reichsbahngesellschaft über eine Tariferhöhung wurde eine Entschließung gefaßt, in der ^ie^chefterliche Belastung der Wirtschaft und ihre
«zeichnet und vor der Durchführung dringend' g's- MMl-rnt wird.
KSttMttUSsdsbaiie im Seif. Larsstas
Darmstadt, 25. April. Zeitlich zuletzt behandelte der Hessische Landtag am Mittwoch die Frage des besetzten Gebietes Hessens. Dafür aber war das Interesse an dieser Frage am größten. Bei dem Ka- 'pitel des Staatspräsidenten schnitt der Abgeordnete Winter aus Mainz alle die Fragen an, die sich aus der Besetzung Rheinhessens für das Parlament ergeben. Da er die Nöte der rheinischen Bevölkerung und namentlich der Mainzer persönlich kennt, setzte er sich in warmherziger Weise für seine Leidensgenossen ein. Er verwies auf die ungeheure Not, die. sich aus den übergroßen Beschlagnahmungen an Wohnraum im besetzten Gebiet ergibt. Er schllderte den seelischen Druck, der im besetzten Gebiet herrscht ausgehend von der Militärgerichtsbarkeit, dem drdonnanzensystem, der behinderten Wirtschaft und der dadurch veranlaßten besonders starken Arbeitslosigkeit. Wenn auch die bisherige deutsche Außenpolitik noch keine weiteren fühlbaren Erleichterungen gebracht hatte, so müsse die Verständigungspolitik doch mit Kraft und Energie weitergeführt werben.
Dem schloß sich der sozialdemokratische Abgeordnete Reuter an, der mit seinen Ausführungen das Bild der Leiden der Bevölkerung noch vervollständigte. Durch den Eintritt der Deutschnationalen In. die Reichsregierung sei das Mißtrauen Frank- keichs noch verstärkt worden.
Der deutschnationale Abgeordnete Böhm bestritt dies und legte die seit Jahrhunderten klare lranzösische Politik dar, Frankreichs Grenze müsse I "er Rhein bilden. Diese Politik habe sich bis heute I geändert.
I m Nachdem noch der Abgeordnete Schott für die I Bolkspartei und der Abg. Axt für die Aufwertungs- | Partei ihre Sympathie für die Brüder am Rhein s und ihre Bereitwilligkeit persönlich zu helfen, aus? Procf)en hatten, ergriff Staatspräsident Adelung oas Wort, um die sich aus der Besetzung ergebenden I . Zungen des sittlichen und wirtschaftlichen Lebens darzulegen.
<. Borher hatte die Debatte über die Altersgrenze .^.Abgeordneten lebhaft beschäftigt. Die Linke ver- hnA e Auffassung daß die Grenze von 65 Jahren weiter herabgesetzt werden müsse, während
j g^J^nnb und Deutschnationale gegen diese starre
I „J^5 Haus holte dann noch die gestern zurück- ; » ^ Abstimmungen nach und vertagte sich
| m unat des Jnnenministerums auf Donnerstag.
117 000 indische Spinneedarbeitet streiken.
April. Die Zahl der Streikenden de» Ä ^ jetzt auf etwa 117 000. Die Arbeit in v Pinnereinen ist nunmehr fast völlig eingestellt.
verschüttet.
Sloftn m 251 April. Durch Erdrutsch an der Bahn faX , Aè St. Didier wurden 11 Arbeiter ver. 6 &,LJ c Mündiger Rettungsarbeit konnten nur tot. ^""oete geborgen werden, die übrige» 5 sind
âe-emann in München
Kou Katiottalsoriallsten uredevseschvien
München. 25. April. Die heutige Stresemann-Bersammlung in München war schon Zwei Stunden vor Beginn bereits völlig überfüllt. Es hatten sich auch zahlreiche Nationalsozialisten eingefunden. Dr. Stresemann wurde bei feinem Erscheinen von seinen Anhängern sehr lebhaft begrüßt. Der Vorsitzende. Rechtsanwalt Dr. Beutner, gab in seinen Begrühungs- worken der Hoffnung Ausdruck, daß München beweisen werde, daß es den deutschen Reichs- außenmini *ec ruhig anhöre. Es gelang auch Dr. Stresemann, etwa Stunde zu sprechen und seine Gedanken trotz mehrfacher Ünkerbrechuag durch die Nationalsozialisten, die mit Trillerpfeifen kämpften, durchzusehen. 3m Bedaus der innerpolitischen Ausführungen des Ministers stimmten die Nationalsozialisten demonstrativ in störender Absicht das Deutschlandlied, das Hitlerlied und die „Macht am Rhein" an unb brachten auch Hochrufe auf Hitler aus, die von den Anhängern Stresemanns mit Hochrufen auf den Außenminister erwidert wurden. Da es sich als unmöglich erwies, die Ruhe in der Versammlung wieder herzustellen, schloß der Vorsitzende gegen 10 Uhr die Versammlung mit der ausdrücklichen Feststellung, daß es nicht möglich gewesen sei, dem deutschen Außenminister in München Gehör zu verschaffen. Dr. Stresemann hatte am Schluß seiner Rede dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß den Gegnern auch das Deutschlandlied nicht heilig genug sei, um nicht von ihnen als Störuagsmittel gebraucht zu werden. Bei Verlassen des Saales wurden dem Minister von seinen Anhängern erneute Ovationen dargebracht, während die HitleranhSnger das Hitlerlied weiterfangen. Landespolizei und Blaue Polizei räumte schließlich den Saal. Der Minister reifte programmmäßig um 22.55 nach Berlin zurück.
In der Rede, die Rsichscmßenmimster Dr. Stresemann heute im Münchner Bürgerbraukeller hielt, führte er nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Münchener Ortsvereins der Deutschen Volkspartei, Rechtsanwalt Dr. Beutner, zunächst zur Frage „Reich und Länder" folgendes aus:
Ich bin gerne dem Wunsche meiner Freunde gefolgt, die Reichstagskanüidatur für den hiesigen Wahlkreis zu übernehmen und das Mandat im Falle meiner Wahl anzunehmen, weil ich es be-
So wie einst Bayern dem Deutschen Reiche führende Persönlichkeiten für die Leitung der Reichsgeschäste, ja selbst einmal einen preußischen Ministerpräsidenten, gesandt hat, so halte ich es auch in dem parlamentarischen Leben für wünschenswert, daß wir gegenseitig miteinander Fühlung nehmen, da wir doch
nicht in erster Linie Süddeutsche oder Norddeutsche, sondern Deutsche sind. Das Verhältnis Bayerns zum Reiche ist nicht immer frei von Spannungen gewesen. Ich habe die stärksten Spannungen in der Zett meiner Reichs» kanzlerschast empfunden. Auch heute ist bie Frage der Auseinandersetzung zwischen Reich und Ländern eine der wichtigsten Fragen, die unser Staatsleben angeht. Wir werden sie nur lösen können, wenn wir von vornherein von jedem Mißtrauen absehen und nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Wenn man mir den Wunsch nachsagt, bie Eigenstaatlichkeit Bayerns zu zerschlagen, so würde ich mir, wenn dies mein Ziel wäre, nicht gerade eine Kandidatur in Bayern ausgesucht haben.
Das Problem der Erneuerung des Reiches
ist nicht durch Schlagworte zu lösen. Eines muß dabei von vornherein ausgeschlossen sein: daß irgendwie in Deutschland ein Zweifel am Reichsgedanken bestände. Der Beweis für Bismarcks Werk ist sein Bestehen über die Niederlage im Weltkriege hinaus. Gar zu gern hätte man damals in feindlichen Ländern das Wiederaufleben von Rhein- oder süddeutschem Seprarattsmus gesehen. Das deutsche Volk hat jede solche Idee in zielbewußter Weise zurückgewiesen.
Nicht der Reichsgedanke steht somit in Frage, sondern die Erörterung, wie man dem Reiche am besten dient.
Drei Fragen drängen sich dabei auf: Das Verhältnis von Reich und Preußen, bie Verhältnisse der Kleinstaaten im Reiche und das Verhältnis des Reiches zu lebensfähigen Ländern. Ich kann diese Fragen im Rahmen der heutigen Ausführungen nur streifen. Wir müssen versuchen, Reich und Preußen in enger« Verbindung zu bringen. Ein Gegeneinander lähmt die Reichsgeschäfte in außerordentlichem Maße. Als ich Reichskanzler wurde, habe ich versucht, den preußischen Ministerpräsidenten zu bewegen, in das Reichskäbinett einzutreten und gleichzeitig dem Reichskanzler dl« Möglichkeit zu geben, im preußischen Staatsministerium selbst mitzuwirken, um durch persönliche gegenseitig« Fühlungnahme die Schwierigkeiten auszuräumen. Dem Aufgehen nicht lebensfähiger Länder in größere Länder sollte kein Hindernis entgegentreten.
Der Einheitsstaat kann nur auf voller Freiwilligkeit aufgebaut sein.
Jeder andere Weg ist ungangbar, weil er nur neue Schwierigkeiten schaffen, und von dem Ziele der inneren Einheit wegführen würde. Ueber all diese Fragen soll die Länderkonferenz beraten.
Ein Wort über die Verfassung. Der Gang ihrer Fortentwicklung ist durch ihren eigenen Wortlaut gegeben. Im übrigen ist sie das Dach, unter dem mir leben. Deshalb arbeiten wir in unserer Partei am «pubüLarchche» Sw*»««» Md Al «jmMK«»’
scheu Deutschland. Vor uns Segen die großen außen- und innerpolitische Aufgaben. Gegenüber der Lebensnot und dem Existenzkampf des deut- jchen Volkes gibt es
keine Skaalsformfrage.
In dem zweiten Teil seiner Rede behandelte Dr. Stresemann die Außenpolitik und führte dazu u. a. aus: Er habe den Eindruck, daß Deutschland den an der Tatsache vorbeigehen, daß Deutschland den größten Krieg der Weltgeschichte verloren hat. Es
bewiesen, wie falsch die Behauptung' ist- daß öas Rheinland nicht deutsch bleiben wolle. Der Ruhr- kampf habe abgebrochen werden müssen, weil wir uns an ihm finanziell verblutet hätten. Der Minister fuhr fort:
Ich wünschte, daß über das Dawes-Gutachten nur diejenigen sprächen, die es wirMch kennen, dann würden sie auch missen, daß es jenen Transferjchutz enthält, daß nur so tauge Devisen transferiert werden können, als bie deutsche Währung nicht ins Schwanken komme.
Dr. Stresemann stellte fest, daß er niemals, wie Hiller behauptet habe, in einem Briefe an Briand sich bereit erklärt habe, die deutsche Souveränität zur Ermöglichung eines Durchmarsches fremder Truppen preiszugeben.
was war der Sinn und Ziel der Locarnopolilik? Gerade der Locarnoverttag war der erste Schritt zu dem Ziel der Verhinderung einer dauernden Festsetzung Frankreichs am Rhein und brachte die Ga- rantie Englands, seine Macht dann einzusetzen, wenn irgend wann der Rhein Gegenstand eines bewafs- neten Konfliktes würde. Wenn im Jahre 1923 die Politik der Nationalsozialisten zur Durchführung gelangt wäre, so würde sie den Bruderkampf im Reiche entfesselt und das Reich dem Bolschewismus ausgeliefert haben.
Das Handeln der Nationalsozialisten fei eine pslichivergefsenheil gegenüber dem Schicksal des Reiches gewesen, mit dem sie gespielt hätten.
Im Verlauf dieser Ausführungen steigerte sich der Lärm unb der Widerspruch der in großer Zahl im Saale anwesenden Hitler-Anhänger. Zu diesen gewandt, fuhr der Minister fort: „Sie irren sich, wenn Sie glauben, daß ich mit meiner außenpolitischen Auffassung allein dastände. In Augsburg hat der frühere Justizminister Dr. E m m i n g e r in einer Kundgebung der Bayerischen Bolkspartei zum Ausdruck gebrackst. daß nach feiner Auffassung die Dawes-Politik vollkommen richtig war. Ein deutscher Außenminister, wer es auch immer fei, wird nur etwas erreichen, wenn er das ganze deutsche Volk hinter sich hat. Ich kann die deutsche Außenpolitik um so weniger ändern, als mir bisher andere Wege der Außenpolitik nicht gezeigt worden sind.
Das einzige, worauf sich ein deutscher Außenminister heute stützen kann, ist die Idee der nationalen Zusammengehörigkeit, wie sie sich in den Abskimmungskämpfen im Offen gezeigt hat.
Der Minister trat dann dem Vorwurf entgegen, daß er sich zuviel auf wirtschaftspolitischem Gebiet betätige und wies darau fhin, daß mit dem Idealismus der Seele allem praktische Politik nicht gemacht werden kann. Es komme darauf an, daß die ganze üchterne Arbeit der Wirtschaft ihm an die Seite tritt. Dr. Stresemann kam dann auf die inner- ' politische Sage zu sprechen, bie durch den kurz vor 1 )en Wahlen erfolgten Zusammenbruch der Koali- - tion im Reiche gekennzeichnet sei. : Hier kam es zu der Demonstration der National- , sozialisten, die zur Schließung der Versammlung führt«.
Geueval
Bavon Peter weaugel t
Der letzte Führer der „Weißen Armee".
General Baron Peter Wrangel, der seit ISA in Brüssel seinen Wohnsitz hatte, ist nach längerer Krankheit im Alter von 48 Jahren gestorben.
Nach längerem Krankenlager ist am 25. April in Brüssel, wo er seit mehreren Jahren in völliger Zurückgezogenheit lebte, der letzte Generalissimus der weißen russischen Truppen, Baron Peter Wrangel, gestorben. Als der Sproß eines alten baltischen Adelsgeschlechtes, das Schweden wie Rußland manch tüchtigen
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Sproß eines alten baltischen Adelsgeschlechtes, das Schweden wie Rußland manch tüchtigen SoLaten und .Berwaltungsbeamten geliefert hat, im Jahre 1878 in Petersburg geboren, wurde Baron Peter Nikolajewitsch Wrangel im rusiischen Kadettenkorps erzogen und als Leutnant dem 2. GarDe-Ulanen-Regiment der
Kaiserin überwiesen. Bei seinen glänzenden militärischen Anlagen und seinen trefflichen Leistungen während des ruffisch-japanischen Krieges rückte er schnell zum Stabsoffizier auf und zog schon als Regimentskommandeur in den Weltkrieg. Auch hier fand er mehrfach Gelegenheit zu besonderer Auszeichnung, sodaß er schon im Jahre 1916 zum General befördert wurde.
Als im Frühjahr 1917 die erste Revolution ausbrach, trat General Baron Wrangel nicht auf die Sefte der neuen Machthaber, sondern begab sich zu dem General Kornylow, der den Südflügel Der russischen Westfront in der Bukowina und Rumänien befehligte, und nahm an dessen Vorstoß gegen Kerenski teil. Als dieses Unternehmen schon nach kurzer Zeit scheiterte, schloß sich der General dem mit seinen Truppen und den Tschechoklowaken aus Sibirien zurückkehrerröen Admiral Kollschak an und nahm an den Kämpfen in Südrußland teil. Auch dieser Versuch, die Bolschewisten zu stürzen, hatte keinen Erfolg.
Im Sommer 1919 bot General Denikin
nochmals eine große Anzahl von zwar zuverlässigen, aber nur notdürftig bekleideten und schlecht bewaffneten Freiwilligen in Südwestrußland auf, doch sah er sich bald vor der überlegenen Roten Armee gezwungen, Kiew aufzugeben und sich nach Odessa zurückzuziehen. Als er kurz darauf den Oberbefehl niderlegte, trat General Baron Wrangel, der bisher die Reiterei geführt und diese durch mehrere Regimenter Don- und Kuban-Kosaken verstärkt hatte, den Oberbefehl an. General Wrangel, der nicht
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nur ein besonders tatkräftiger und fähiger Führer, sondern auch ein fürsorglicher Vorgesetzter war, sah sofort ein, daß seine mangelhaft ausgebiweten Truppen der Wucht des bolschewistischen Ansturmes nicht gewachsen waren und führte sie nach der Krim zurück. In kurzer Zeit schuf er dort aus den durch die dauernden Mißerfolge entmutigten Verbänden ein kleines, aber in sich fest gefügtes Heer, das nur den Gedanken an einen Rachezug gegen die verhaßten Bolschewisten hatte. Die Gelegenheit hierzu kam früher als man allgemein erwartet hatte. Als sich im Sommer 1920 die Rote Armee gegen Westen vorwälzte und schon vor den Toren Warschaus stand, drang General Wrangel teils aus eigenem Antriebe, teils auf Veranlassung der Franzosen und Engländer in die Ukraine vor, seine Kosaken schwärmten schon bis an den Dnjepr. Die Sowjets gaben auf diese Nachrichten ihren Vormarsch nach Westen auf und wandten sich gegen die nach ihrer Ansicht weit gefährlichere „Weiße Armee". Doch wieder einmal zeigte es sich, daß auch die größte Begeisterung allein nicht ausreicht, um siegreiche Schlachten zu schlagen. Die roten Massenheere überflügelten die „Weiße Armee", die sich nach der Krim zurückziehen mußte und bei Perekop den letzten verzweifelten Widerstand leistete. Auf die Dauer konnte sich jedoch General Wrangel nicht behaupten, er schiffte daher im November 1920 seine noch immer 100 000 Mann starke Armee auf die ihm verbliebenen Kriegs- und Handelsschiffe ein und führte sie nach Konstantinopel.
Nach langen Verhandlungen versprach der französische Oberbefehlshaber den Russen seinen Schutz, verlangte aber als Pfand die 14 meist neuzeitlichen Kriegsschiffe. Die Armee Wrangels sollte mit allen Kommandostellen und Regimentern erhalten bleiben; die Rusten und Kosaken sollten für gewöhnlich ihrer Arbeit nachgehen, die ihnen zugewiesen wurde, doch hatten sie von Zeit zu Zeft zu Uebungen, zusammenzutreten und mußten stets in wenigen
Die heutige Kummer umfatzt IS Seite«.
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