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»scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Wnat RM1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitags, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N-Pfg.. Im ReNametell von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Osfertengebühr 50 R-Pfg
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de« 23. W
1928
Das Steteste.
— Der erste Wahltag in Frankreich verlief im s allgemeinen ruhig bei starker Beteiligung. Man ( rechnet nur aus etwa 175 endgültige Ergebnisse im ersten Wahlgang.
— Briand und Herriol sind mit großer Mehr- s Heil wiedergewählt worden, ebenso der Kammerpräsident Buisson.
— Litwinow sprach sich im Zenlralexekuliv- ; komilee für Frieden und Abrüstung aus.
— Die Flieger Balchen und Schiller sind mit dem Ford-Flugzeug von der Murray-Buchl nach Sreenly-Island aufgestiegen.
— Nach einer Meldung aus Spitzbergen ist der Itordpolflieger Wilkins über den Nordpol geflogen. 6t hat auf feinem Flug kein Land gesichtet.
Dssrifchs Krusivende
Berlin, 21. April. Der D euts che Lustfahrtverband e. V. veröffentlicht folgenden Aufruf:
Der glückhafte Europa-Amerika-Flug des Jun- kersflugzeüges „Bremen" unter Führung des Hauptmanns a. D. Köhl und seiner Begleiter Fitzmaurice und v. Hünefeld hat das ganze deutsche Volk mit Dankbarkeit und Stolz erfüllt und die ganze Welt zur Bewunderung fortgerissen. Wir sind dankbar den Männern, die ihr Lebey einsetzten zur Förderung des Luftfahrtgedankens. Wir sind stolz darauf, daß cs einem deutschen Flugzeuge mit deutschem Motor gelang, zum ersten Male in der HèMichte dès Flugzeuges den Nordatlantik von Ost
«beiten und dem deutschen Flugsport, der trotz' aller lemmungen seine Lebensfähigkeit bewiesen hat, zur Förderung sportlicher Flüge, zur Ausschreibung pon Preisen und zur Fortbildung besonders begabter junger Sportflieger die unentbehrliche finanzielle Grundlage zu schaffen. Wir glauben, daß eine solche Sammlung gleichzeitig die schönste Ehrung für die tapferen Ozeanflieger darstellt.
Wir wenden uns deshalb an das ganze deutsche Volk mit der Bitte, daß jeder nach seinem Können jein Scherflein beiträgt zum Ausbau des deutschen Flugsports und damit zur Förderung der deutschen Luftfahrt und zur Fortführung der Mission des Flugzeuges als Werkzeug hervorragender internationaler Zusammenarbeit.
Der Deutsche Lustrat, die von den zuständigen Stellen der Reichs- und Länderbehörüen und den deutschen Sportverbänden anerkannte oberste deutsche Sportmacht für den gesamten Flugsport, hat die Aufsicht über die Sammlung übernommen und wird gleichzeitig die Verwendung der Erträge überwachen.
Mit Unterstützung des Zentralverbandes des deutschen Bank- und Bankiergewerbes werden bei allen Banken und Bankfirmen Annahmestellen eingerichtet. Spenden nehmen ferner entgegen: alle Flugleitungen der Deutschen Lufthansa; außerdem können Zahlungen erfolgen auf Postscheckkonto Berlin 130 198 „Deutsche Flugspende".
Deutscher Luftfahrtverband e. V.
, Die Ehrenvorsitzer:
St- Luther, Reichskanzler a. D.; Prof. Hergesell, ^eh. Regierungsrat; Dr. Buß, Bürgermeister a. ®4 Dominicus, Staatsminister a. D.; Vorsitzer: Dr. Jarres, Oberbürgermeister, 1. stellvertretender barscher; v. Tschudi, Vizepräsident des Aeroklubs von Deutschland, 2. stellvertretender Vorsitzer.
Oie GViaHLelle fite Ns ^Bvemen* tmtevwess
Wuray Bay, 22. April. Das Detroiter Hilfs- llugzeug^ist mit den Ersatzteilen für die „Bramen" früh noch Greeny Island abgeflogen.
Zwischenlandung Fitzmaurices.
Rewyork, 22. April. Einer Meldung aus Soven öSland zufolge wurde das Fortmotorflugzeug, das nwrge-n von Murray Bay mit Fitzmaurice Ersatzteilen für die „Bremen" nach Greenly ösland abflog, durch schlechtes Wetter zur Landung Soven Island gezwungen.
Die Svauen dev SreanMesev ^i dev Steife «aG den Dev- eknisten Gtaaten
, Dondon, 22. April. Die Frau des Befehls- der irischen Luftstreitkräfte, Fitzmaurice, be- ^s'ch heute nacht mit ihrer sechsjährigen Tochter ^ SueenitouMi an Bord da» wtf der Amerikaraste
Die âammevwahSeZr in BransreiO
AnNsev Devlauf des Wahltages - Gest die Stichwahlen bvlngen die Entscheidung
Paris, 22. April. Die Wahlen haben sich in ganz Frankreich ohne Zwischenfälle vollzogen. Der Wahlakt begann um 8 Ahr und wurde um 18 Uhr geschlossen. In Paris zeigte sich vor den einzelnen Wahllokalen im Laufe des Nachmittags die übliche Tätigkeit, die im Heranschleppen der säumigen Wähler besteht. Im übrigen haben die verschiedenen Parteien im Laufe der vergangenen Nacht durch auffallende Plakate für ihre Kandidaten geworben. Die Wahlbeteiligung soll sowohl in Paris als auch in der Provinz eine stärkere gewesen sein als im Iahre 1924. Der Präsident der Republik, der in Rambouillet weilte, hat sich heute vormittag in aller Frühe nach Paris begeben, um seine Wahlpflicht zu erfüllen. Er hat sich kurz nach ^9 Uhr nach dem Wahllokal des Bezirks des Elysee begeben und ist dann nach Rambouillet zurückgekehrt. Poincarè hat im Maasdepartemenk in der Gemeinde Sampigny, in der sein Landsitz liegt, sein Wahlrecht ausgeübt.
Das vovSÄttKse GvsebnW
Paris, 23. April. Das Innenministerium läßt durch Havas folgende Uebersicht über das Wahlergebnis veröffentlichen, die die Ergebnisse von 602 der 612 vorzunehmenden Wahlen enthält. Es stehen noch aus ein Ergebnis aus Korsika und 9 aus den Kolonien. Von den 602 Ergebnissen sind 175 endgültig, d. h. Abgeordnete, die im ersten Wahlgang gewählt sind. Bei den 427 fehlenden müssen Stichwahlen vorgenommen werden.
Die Gewählten verteilen sich auf folgende Parteien:
Rechtsstehende
13
Rechtsrepublikaner (Marin) 72
41
Liwksrepublikaner
Rechtsradikale (Loucheur) . 15
Radikale
16
ammuhlsten
Der erste Schicksalsschlag Frankreichs — und nicht nur Frankreichs — der Tag der Wahlen in die französische Kammer ist vorbei, ohne daß er die endgültige Entscheidung zu bringen vermochte. Die Wahlergebnisse sind ungenügend, und sie werden erst in einer Woche ergänzt werden.können; der weitaus größte Teil der Mandate ist nicht zur Verteilung gekommen, weil die dem französischen Wahlgesetz entsprechende Stimmenmehrheit in einer großen'Reihe von Wahlbezirken fehlte. Die Ergänzungswahlen finden am kommenden Sonntag, 22. April, statt. Erst dann wird -das Bild klar sein. Aber schon heute kann man sagen, daß manche Prophezeiungen über den Ausgang der Wahlen sich bereits erfüllt haben. Sie standen im Zeichen Poincarès — und soweit sie sich entschieden haben, entsprechen sie den Voraussagen. Die große Mitte, die auf dem Boden der Poincarèschen Währungspolitik steht, scheint befestigt aus den Wahlen hervorzugehen. Die Leistung des französischen Ministerpräsidenten auf dem Gebiete der Finanzen hat die erwartete Wür-
digung erfahren.
Die Ergebnisse des kommenden Sonntags werden fast in allen Wahlbezirken vorausgefehen werden können, nach den Zahlen, die übr die Abstimmung in den einzelnen Bezirken vorliegen. Es be- stsht zwischen den überaus zahlreichen Kandidaien die Verabredung, bei den entscheidenden Wahlen am 29. April zugunsten desjenigen politisch nahestehenden Kandidaten zu verzichten, der bei den ersten Wahlen die Mehrzaal der Stimmen erhalten hat, um st mit gemeinsamen Kandidaten dec Radikalen zu tt » men, um d e Way- eines Kandidaten der Rech en zu verhindern. Rur die Kommunisten sind tiefer Verabredung 'srn geblieben S > werden aus Anweisung aus Moskau ihren eigenen Kandidaten überall im zweiten Wahlgang aufrecht erhalten, sogar auf die Gefahr hin, daß durch eine solche Stimmenzersplitterung die Wahl eines Kandidaten der Reaktion ermöglicht wird.
Im übrigen ist es falsch, das Ergebnis der französischen Wahl ausschließlich von einem engen parteipolitischen Standpunkt zu bestachten. Weder Parteiprogramm, noch allgemein politische Probleme standen in der Wahlkampagne zur Diskussion. Neben einer allgemeinen Wahlmüdigkeit hat sich die Belebung der lokalen Interessen und ihr Ueber- wiegen über allgemeine, Fragen bemerkbar gemacht. Die Rückwirkung auf die Wahlergebnisse blieb nicht: «vgiiue w. »mq«ifi«i<wii«ii ^iuw»». ——- aus. So ist die politische Physiognomie mancher Ge- „Journal" schreibt: Die Mehrheit der kvmmen- wählten heute noch unklar. Man kann nicht mit den Kammer wird es ohne Zweifel Poincarè erlau- Bestimmtheit sagen, welcher Orientierung sie sich in ben, seine Politik der finanziellen Sanierung fort- der neuen Kammer anschließen werden. Das wird zusetzen.
befindlichen „Dresden", wo sie bei ihrer Ankunft von Frau Köhl, der Gattin des Piloten der „Bremen", herzlichst begrüßt wurde. Vertreter der irischen üuftstreivnacht und der Newyorker deutschamerikanischen Handelskörpers Haften überreichten beiden Damen Blumensträuße. Auf eine Frage, die sich auf die Gerüchte bezog, daß Fitzmaurice auf der „Bremen" zurückstiegen werde, erwiderte Frau Fitzmaurice: „ich werde nichts gegen einen solchen
sich erst später aus der allgemeinen Situation ergeben. Klar ist es jetzt nur, daß Pmncarè der Herr der Lage bleibt; unklar noch, ob Poincarè eine solche Mehrheit haben wird, die ihn dann veranlassen könnte, eine wohlwollende Politik Deutschland gegenüber zu treiben, als es bisher in feiner Gewohnheit war.
BBarrd, AevNot mrd LavNen wredev gewählt
Paris, 22. April Die Wahlhandlung ist ruhig verlaufen. Es werden nur wenige Zwischenfälle von untergeordneter Bedeutung gemeldet. Die Wahl Beteiligung ist beträchtlicher gewesen als bei der letzten Wahl im Jahre 1924. Es werden gemeldet die Wiederwahl von Briand, Herriot und Tardieu,
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Grumbach, der in Stichwahl steht, die höchste Stimmzahl erlangt. An zweiter Stelle steht der aus dem Haigyprozeß bekannte Advokat Krähling (Auto nomist). In Straßburg steht Peirotes (Sozialist) im Stichwahlkampf mit dem Linksrepublikaner. Der autonomistische ehemalige Redaktur der „Zukunft", Schall, hat 3600 Stimmen erhalten. In Gebweiler ist der rechtsstehende Bilger gewählt. Im Marne- departement steht der Sozialrepublikaner Forgeot in Stichwahl mit dem sozialistischen Kandidaten. Im zweiten Wahlbezirk von Straßburg muß der Sozialist George Weill sein Mandat in der Stichwahl verteidigen. Der autonomistische Kandidat Baumann hat hier nur 55 Stimmen erhalten.
Unter den Wiedergewählten befinden sich weiter >der Abgeordnete Flandin von der Fraktion Boka- nowski, der sozialistische Abgeordnete Paul-
Boncour, der elsässische Abgeordnete Ploeger. Neu gewähtt wurde der frühere radikale Senator und Minister Francois Albert. Es bestätigt sich, daß der sozialistische Führer Lèon Blum in Stichwahl gegen den kommunistischen Abgeordneten Duclos steht, uyid daß ebenfalls der kommunistische Abgeordnete Cachin in den zweiten Wahlgang gehen muß.
Pressesttrnmerr.
Paris, 23. April. Die Morgenprefle bespricht die Ergebnisse des ersten Wahlganges und stellt einmütig fest, daß sich die Voraussage, daß nur eine relativ geringe Zahl von Abgeordneten im ersten Wahlgang erwählt würde, bestätigt hat. Einzelne Blätter sprechen von 400 Stichwahlen.
Das „Oeuvre betont deshalb, daß am kommenden Sonntag erst die wirkliche Wahl stattfinden werde.
Die „V i c t o i r e" schreibt: Die Zahl der zweiten Wahlgänge ist beträchtlich, so daß man sich vor jedem überstürzten Urteil hüten müsse, jedoch sei der erste Eindruck nicht so schlecht, wie der, den man am 11. Mai 1924 gehabt Hobe.
Lèon Blum schreibt im „Po pulaire": Der Ruck nach rechts ist offenbar, die Reaktion gewinnt unter den verschiedenen Namen, die sie angenommen hat.
Der „M a t i n" schreibt: Erst am 30. April wird
man sich mit vollkommener Sicherheit über das Wahlergebnis aussprechen können, aber der gestrige Tag gestattet doch große Hoffnungen, er ebnet den Weg zum Sieg der nationalen Kräfte unter der Aegide der Ministerpräsidenten Poincarè. Das
Rückflug versuche, warum sollte ich auch? Er weiß, was er zu tun hat."
llebcrsührung Bennels ins Krankenhaus.
Murray Bay, 23. April. Der an einer Lungenentzündung und Bronchitis erkrankte Flieger Bennet soll mit einem Flugzeug von Murray Day nach Montreal in ein Krankenhaus über-gefuhrt werden.
Svankveichs Gesemus rum amevik. paktvovschlas
Die französische Note, die dem amerikanischen Entwurf eines Kriegsächtungsvertrages einen Entwurf des französischen Außenministers gegenüberstellt, ist an die französischen Botschafter in Berlin, London und Tokio abgegangen und dort inzwischen wohl auch überreicht worden. Der sachliche Inhalt der Note ist durch die bisherigen Veröffentlichungen bereits bekannt geworden. Der französische Außenminister bittet vor der endMtigen Stellungnahme zu dem amerikanischen Vorschlag auch den französischen Entwurf zu erwägen. Sein Vorschlag unterscheidet sich von dem des amerikanischen Staatssekretärs insofern, als er der Verfemung des Krieges nicht bedingungslos zustimmt, sondern vier Vorbehalte macht, die sich aus dem Rechte auf die Landesverteidigung sowie aus den Verpflichtungen des Locarno-Paktes, des Völkerbundsvertrages und anderer Bündnisverträge ergeben. Man weiß in Frankreich sehr wohl, daß man durch die Ueberreichung der Note mit den Vereinigten Staaten einen diplomatischen Kampf eröffnet, indem die Aussichten auf Erfolg nicht auf französischer Seite liegen. Vorläufig aber befindet sich die ganze Aktion noch in ihren Anfängen. In Washington verfolgt man die Aufnahme der amerikanischen Note mit größter Aufmerksamkeit. Aber man erwartet eine konkrete Antwort erst dann, wenn die französische Note den Kabinetten der vier Großmächte vorgelegt und von diesem eingehend geprüft worden ist. Dies wird voraussichtlich nicht von heute auf morgen geschehen.
Ueber die Haltung des Staatssekretärs
wiederholt über die Streitfragen auseinandergesetzt. Man weiß, daß Kellogg gegen die Vorbchalte Briands Einwendungen erhebt und daran sicher auch festhallen wird. Kellogg sieht den Vorzug des amerikanischen Vorschlages gerade darin, daß der Krieg vorbehaltlos verfemt und geächtet wird. Er ist der Ansicht, daß die Gedankengänge der Staatsmänner und der Völker sich erst dann wirkllch in friedlichen Bahnen bewegen werden, wenn man ausgemacht hat, daß von dem Krieg überhaupt nicht mehr die Rede sein soll. Macht man aber Vorbehalle, so steht nach Ansicht Kelloggs nicht die Regel im Vordergrund, sondern die Gedanken beschäftigen sich solange mit den Ausmaßen, bis man den Hauptzweck des Vertrages ganz aus dem Auge verloren hat. Kellogg erkennt auch nicht an, daß die vorbehaltlose Verfemung -des Krieges den Völkerbund lahmlegen könne, wie Briand das behauptet. Er meint, wenn der Völkerbund ein Kriegsinstrument sei, so könne ihm allerdings ein vorbehaltloser Friedenspakt gefährlich werden. Da aber der Völkerbund nur dem Frieden dienen wolle, so bedeute ein vielseitiger Kriegsächtungsvertrag für ihn nur eine Stärkung. Diese Begründung ist vielleicht nicht ganz frei von einem leisen Anflug von Spott, aber es läßt sich wenig dagegen einwenden.
Frankreich hat den Wunsch, den Kreis der Teilnehmer erheblich weiterzuziehen, als er jetzt mit der Einschränkung auf die sechs Großmächte gespannt ist. Kellogg erkennt aber auch diesen Vorbehalt nicht an, sondern glaubt, daß das Ziel im wesentlichen erreicht ist, wenn die sechs Großmächte sich verpflichten, auf jeden Krieg zu verzichten. Man würde in Washington sogar bereit sein, den Vertrag mit den anderen Großmächten auch ohne Frankreich abzuschließen, wenn sich die Unmöglichkeit herausstellen sollte, mit Frankreich zu einer Einigung zu gelangen. Gegebenenfalls würde man auch auf die Teilnahme Italiens verzichten. Man ist darüber am Quai d'Orsay genau unterrichtet und sieht deshalb dem weiteren Verlauf der Dinge mit einer gewissen nervösen Unruhe entgegen. Vorläufig aber glaubt man doch noch an die Möglichkeit eines Kompromisses, macht sich aber darauf gefaßt, daß Briand ein weit größeres Entgegenkommen wird beweisen müssen als Kellogg, wenn Frankreich nicht aus den ganzen Verhandlun- gen ausgeschaltet werden soll. Und diesen Ausgang möchte der französische Außenministers wenn es irgendwie geht, doch vermeiden.
D!s heu^ss Kummer umfatzt 10 Sette«.