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W^^Neneval Änzeiger für^kWmimi Modi und Land

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Dlonat RM.L-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitages, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R«-fg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.

M. 02

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Srfüflungjori und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr.9 / Femspr. 3956, 3932,3958

de« 19. Av«U

1028

Das «eueKe.

- Der Reichsrak nahm einen preußischen Antrag an, der die Aufwendung von 5 Millionen Mark für die Landwirtschaft festsetzt.

L 3m Reichstagsausschuß wurden die Richt- ; Knien für das landwirtschaftliche Rotprogramm be- ' raten.

Gegen das Ersuchen Keudells, den Roten f Frontkämpserbund zu verbieten, ist von verschiede- nen Ländern Einspruch erhoben worden.

L Die deutschen Flieger haben Greenly Island i noch nicht verlassen.

j ®anj Polen ist von einem schweren Schnee- s sturm heimgesucht worden.

I Die endgültige Gesamtzahl der Kandidaten i,ü^die französischen Kammerwahlen beträgt 3730.

Die wir erfahren, ist die litauische Lom- - Mission für die Handelsvertragsoerhandlungen in i Berlin eingetroffen. Die Verhandlungen, die ur- spcunglich gestern beginnen sollten, sind aber auf : Wunsch der Litauer auf Heuke verschoben worden. sAsvav-ebatto im «edhsvat

MeÄMvu gegen ^9i Aeont^

Ekttsvvüche durch Kreutzen, dessen, ^Samduvs, Beauu-chweSs und MeMenbuss

Berlin, 18. April. Wie wir erfahren, werden die Regierungen von Preußen, Hessen, Braunschweig und Mecklenburg, ferner der Hamburger Senat gegen das Ersuchen des Reichsinnenministers auf Verbot des Roten Frontkämpferbundes Einspruch erheben. Aum Teil ist letztere Maßnahme bereits erfolgt.

Gegen das Vevdoi von »Stet Svont^

Berlin, 18. April. Sie preußische Regierung hat nunmehr offiziellen Einspruch gegen-das Ersuchen des Reichsministers des Innern erhoben und dem Reichsinnenminister mitgeteilt, daß die preußische Regierung nach Lage der Sache dem Ersuchen nicht entsprechen könne und gemäß § 17 Abs. 2 des Ge­setzes zum Schutze der Republik den Staatsgerichts-

s Tin preußischer Antrag zur Aufwendung von fünf I Millionen angenommen.

t ®&' £ VL Der Reichsrat beschäftigte sich ^r^âooch nachmittag unter dem Vorsitz des .^eichsernahrungsmmisters Schiele mit den von der &"? vorgelegten Richtlinien für die Durch- r J° o ^ei^5ta8 beschlossenen Notpro- E ^^ Landwirtschaft. Die Regierungsvor- ii.^ ^^5. âer Teilen, von denen der eine fcÄ? bie ^âng des Absatzes von die Durchführung der

IW dieâ

Hof um Entscheidung angerufen habe.

Darmstadt, 18. April. Staatspräsident Ade- l u n g gab heute im Landtag folgende Erklärung ab: Der Herr Reichsminister des Innern hat auch die hessische Regierung das Ersuchen gerichtet, den Roten Frontkämpferbund zu verbieten. Die hessische Regierung ist nach sorgfältiger Prüfung zu dem Entschluß gekommen, das Ersuchen des Herrn Reichsinnenministers abzulehnen. Die hessische Re­gierung wird auf Grund des § 17 des Gesetzes zum Schutze der Republik die Entscheidung des Staats-

an

gerichtshofs anrufen.

Berlin, 18. April. DasB. T." bringt folgende Meldungen seines Korrespondenten: Wie ich von maßgeblicher Seite höre, werden die Senate von Hambwrg und Lübeck das Ersuchen des Reichsministers des Innern, den Roten Front­kämpferbund zu verbieten, ab lehnen und die Entscheidung des Staatsgerichtshofes über diese Frage anrufen. Ein offizieller Beschluß liegt noch ute na'

Wie ich erfahre, wird die Regierung von Mecklenburg-Schwerin gegen das von Keudell geforderte Verbot des Roten Frontkämpfer­bundes Einspruch erheben. Ministerpräsident Schrö­der, der sich in Berlin befindet, hat sich gestern per­sönlich dieserhalb zum Reichsinnenminister begeben.

Dsv KerchstassausWtttz eiKdevuke«

Berlin, 18. April. Der Reichstagsausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung ist zum nächsten Dienstag, den 24. April einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht die Stellungnahme zu der Aufforderung des Reichsministers des Innern an die Länderregierungen, ein Verbot des Rot- frontkämpferbundes zu erlassen.

Nach der Auffassung des Reichsinnenministers ist das Verbot des Roten Frontkämpferbundes eine reine Ressortangelegenheit des Reichsministeriums des Innern. Sie in Berlin anwesenden Reichmini­ster sind über den Schritt des Reichsinnenministers vor einigen Tagen orientiert worden. Eine Zu­stimmung derselben zu der Anordnung des Reichs- lnnenministeriums ist aber nicht erforderlich.

VvsssMtmdssbtms dev Sconi- ZZMVßev

Berlin, 18. April. Die Berliner Gauführung des

und Reg«-- minifters v.

eubëÜ best

ve­

H des Absatzes 'von Vieh ^F.eisch' einL? â- ^â^Gèsellschaft mit beschränkter Haftung unter ar, Ji 8)4 eines Reichskommissars übertragen werden, iâix, ^?^ übrigen Maßnahmen sollte die Ent- X" Re-chsernährungsmmistrr übertragen 9^-ß ni>eii â 'Mosern beteiligt werden, als iZ»Nn " 9e entgegennehmen und mit einem Gut- l£L * ^n Ernahrungsminister weiterreichen °^"'Zur bei einigen wenigen Maßnahmen soll- ^/^Luudern Pauschbeträge zur Weiterüberwei- werdem ^ Landwirtschaftskammer usw. zu gestellt

mische Senat dürfte zunächst nicht Stellung nehmen, da er erst gestern neugewählt worden ist und nach dem Gesamtrücktritt erst am Freitag nach der Ver­eidigung zu seiner ersten Sitzung zusammentritt. Sie braunschweigische Landesregierung wird gegen das Ersuchen des Reichsinnennnnisters, den Roten Frontkämpferbund aufzulösen und zu ver­bieten, im gleichen Sinne wie Preußen Wider­spruch erheben.

g, mfe Rote ^.^.......,-.^^..^ von Groß-Berlin zusammen, um die durch das be­vorstehende Verbot entstandene Lage zu besprechen. Morgen um 19 Uhr findet im Lustgarten eine Massenkundgebung statt, zu der der Rote Frontkämpserbund gemeinsam mit der Kommunisti­schen Partei aufrust. Sämtliche Abteilungen des Roten Frontkämpferbundes werden mit klingendem Spiel und ihren Fahnen durch die Stadt nach dem Lustgarten marschieren.

rbünd

Rlus^m^^tsausschüsfe waren einstimmig der °Mng, daß zwar zur erfolgreichen Durchfüh- K>en^i"^ef .fl^^n Aktion eine zentrale Leitung not- ^ R m' ^ wer den Ländern stärkerer Einfluß Hff? J5'Weitung der Mittel eingeräumt werden ÄÄ überwiegende Zahl der Mitglieder Râk-^E^^datte sich gegen eine private Gesell- KsaVnrn^ ^Kâng des Fletsch- und Viehabsatzes SH'"' Stof dessen wurde die Einsetzung MElâ mn?^^^ vorgeschlagen, der gemein- ^c . dem Reichsernahrungsminister über die Mittel zur Förderung des Vieh- und Itoertl» bestimmen und entscheiden soll, für kz«n- Darlehen Garantien übernommen werden

' fdiiiii»/r't Ersetzung eines solchen Länderaus- U./1b wurde zwischen den Ländern und der Reichs- Ac^°c 9 vereinbart. In dem Ausschuß sollen je ein E^1 Länder Preußen, Bayern, Sachsen und p^^beig ferner einer für Baden und Hessen, einpr £*r Thüringen, Braunschweig und Anhalt, für h;Urr Y.nmburg, Bremen und Lübeck und einer Eit, , ?^en Mecklenburg und die beiden Lippe über Ä ®bmme haben. Für die Entscheidung tM Mirage aus anderen Ländern soll ein Ver- < Der o-l betreffenden Landes zugezogen werden. - D>-rrka"i rausschuß soll auch mitwirken bei der Rniw9 der im zweiten Teil der Vorlage ent- - für die anderen Teile der

Mißwirtschaft.

I onâ>n"°m ^" die Ausschüsse noch in einigen M».:.^" Punkten die Einschaltung der Landes- BboL^r®6?. i" ^ Vorlagen vorgeschlagen. Ferner M«y;> ^ Bestimmung hineingearbeitet, daß in r inMm en fallen die betreffenden Wirtschafts- M ippen gehört^ werden sollen.

I Aussen- lasten wurden nach den Beschlüssen der l Xn C ^wstimmig angenommen. Dazu wurde mit 1-11. 1 Stimmen gegen den Widerspruch der ^9 -lu prei--' - hl. "J'Ml von den 30

ußlscher Antrag angenom, des VT119 "an den 30 Millionen zur Förderung Mwein/,°.und Fleischabsatzes fünf Millionen abge- licl> n«?M Ech dem Verhältnis der landmirtschaft- iolLn ^ Fläche auf die Länder verteilt werden

Notstände Leerung besonderer landwirtschaftlicher toüüan^ Schieles zu den Reichsvatsbe-

n«n finden unsere Leser auf der 2. Seite.)

»vage des AntitviegS- vEes

ab ^® 19- April. Die Morgenpresse berichtet, . eichten ra°re Ostern abend Briand, der von einer hat >m, s'^pe befallen ist, einen Besuch abgestattet inetfm^u es diesem unmöglich ist, an dem heu- llnisterrat teilzunehmen, selbst den sranzü-

Doch Weiterflug der Bremen"?

Rewyork, 18. April. Rach den heule hier eingegangenen Rachrichten haben die deut­schen Flieger, entgegen den gestrigen Meldun gen, Greenly Island bisher noch nicht ver­lassen. Die Flieger erwarten Ersatzteile für dieBremen" und wollen nach Wiederherstel­lung ihres Flugzeuges nach Rewyork fliegen.

Rewyork, 18. April. Rach einer Meldung der Lanadian Preß aus Murray Bey ist Fitzmau­rice dort um 2.27 Uhr eingetroffen. Fitzmaurice erklärte, infolge seiner Erfahrungen glaube er, daß die anderen Ostweskozeanflüge wahrscheinlich ein tragisches Ende in derselben Gegend fanden, wo dieBremen" landete. Die Flugzustände seien an der Küste Neufundlands alles andere als angenehm. Er glaube lals............. "

Zustände aus herrschen.

ufundlauds alles andere als angenehm isächlich, daß derartige ungünstige Flug­es keinem anderen Teile der Welt

Rewyork, 18. April. Fitzmaurice tele­graphierte von Murray Bay an den irländischen Gesandten in Rewyork, er warte in Murray Day auf das Eintreffen von Ersatzteilen für dieBre­men". Er werde diese nach Greenly Island bringen und dann gemeinsam mit den deutschen Kameraden nach Rewyork fliegen.

Rewyork, 18. April. Wie Eanadia Preß aus Montreal meldet, keilte der Zunkerspilot Mel­chior mit, daß er heule nachmittag nach Rewyork zurückflieâen werde, um einen Propeller für die Bremen zu holen. Der Propeller soll dann mit einem Flugzeug nach Greenly Island befördert werden.

Montreal, 18. April. Melchior und Erhardt Junkers starteten heute nachmittag mit dem Flug­zeugF. 13 nach Rewyork. Das Flugzeug wird in zwei Tagen hier zuruckerwarket.

Herta Junkers ist in Murray Bay zurückgeblie­ben.F. 13 mit Melchior und Erhardt. Junkers landete heute heute abend in Lurkißfield, 200 Min. nach dem Abflug von Montreal.

MeiieVZ LWZtterlungen über den £!ng dsv ^Vvemen^

Rewyork, 18. April. Sie Canadian Preß erhielt von der Rsaierungsfunkstation in Point Amour in Ergänzung früherer Schilderungen des Fluges der Bremen" weitere Mitteilungen des Freiherrn von Hünefeld. Danach stieg dieBremen" 2000 Fuß hoch, um die schweren Nebel vor der Neufundland- küstee zu überwinden. Als dieser Versuch sich als unmöglich herausstellte, stieg dieBremen" wieder bis auf 50 Fuß über dem Meeresspiegel hinab, wo ihr aber durch die Sturmwellen neue Gefahren drohten. Als die Flieger abermals hochstiegen, be­merkten sie eine wilde Waldgegend, dann einen Fluß und hierauf einen sehr hohen Berg, bei dessen Ueberfliegen sie den Leuchtturm von Greenly Is­land entdeckten.

Die Morgenblätter bringen Abbildungen der steilen, hohen Felsenküste von Greenly Island und weisen auf die Gefahr hin, die derBremen" bei nur etwas niedrigerem Fluge drohte, nämlich in die durch Nebel verdeckten Felsen hineinzufliegen.

Während der vier Stunden, als die Beleuchtung versagte, die Freiherr v. Hünefeld vergeblich aus- zubesfern versuchte, wich dieBremen" von ihrem

Kurse 400 Meilen nordwärts ab, wie sich beim plötzlichen Aufleuchten der elektrischen Beleuchtung herausstellte. Bei Tagesanbruch gelang es derBremen" wieder den Westkurs einzuhalten, dafür aber wuchs der Sturm zum Orkan an,^ sodaß Köhl und Fitzmaurice nur mit äußerster Anstrengung ein Heruntergehen derBremen" in See verhindern konnten. Die Gesamtflügzeit der Bremen" betrug 361» Stunden.

fischen Gegenentwurf des legen. Der französische @ei er von dem französischen 9

Antikriegspaktes vorzu- aenentwurf wird, sobald

Paris, 19. April. DerExcelsior" erklärt, zu der im Ausland verbreitete Nachricht über den Plan

egenentwurf wird, sobald im Ausland verbreitete Nachri, er von dem französischen Ministerrat gebilligt fein einer internationalen Konferenz zur Diskussion des wird noch im Laufe des heutigen Tages den diplo- Antikriegspaktes, daß eine solche Konferenz niemals malischen Vertreter!! Frankreichs in Washington, in der Absicht der interessierten Regierungen gelegen London, Berlin, Rom und Tökw zwecks Ueber- habe und daß Frankreich eine solche Konferenz für reichung an die interessierten Regierungen und ver- unangebracht und wirkungslos halte

mutlich am Freitag in Paris veröffentlicht werden.

unangebracht und wirkungslos halte.

Mas bsmgi IaSefLi von Rom nach Manie?

Rom hat neue Abwechslung: der Pole Za­leski ist abgereist der Rumäne Duca, der intime Freund Bratianus und jetzige Innen­minister ist eingetroffen. Aber die Atmosphäre von Sensationellem, die sich um die fast un­endliche Kette fremder Diplomaten in Rom und Mailand gebildet hat, ist in merklichem Abflauen begriffen. Und es ist gut so. In der Tat scheint es angebracht, all diesen Besuchern gegenüber mehr Ruhe entgegenzubringen, <rte es im Anfang der Fall war: aber bei allem Bemühen, die Bedeutung der diploniatischen Jtalienreisen auf einnormales" Maß zu­rückzuschrauben, kann es gerade Deutschland nicht gleichgültig sein, was der letzte Besucher Mussolinis, der polnische Außenminister Za­leski, mit nach Hause genommen hat. Drei längere Unterredungen hat er mit Mussolini gehabt, an zahlreichen Banketten hat er teil­genommen und dort politische Tritiksprüche ausgebracht. Und das Ergebnis. Als Ergeb­nis liegen uns knappe, nichtssagende Eommu- niqués vor, die ausschließlich allgemeine und längst bekannte Wendungen enthalten etwa derart, daß beide Politiker und beide Staats­männer verschiedene politische Fragen freund­schaftlich erörtert haben und eine Ueberein­stimmung ihrer Ansichten feststellen konnten; eine Formel, die am besten dazu geeignet ist, Gedanken zu verbergen und die schlimmsten Methoden vorkriegszeitlicher Gsheimdiplo- tis aufrecht zu erhalten.

Den recht ungünstigen und beunruhigenden Eindruck, den diese Kommuniques mancher- i^'^M Ä klarüng zu mildern, die er vor seiner Abkeise der Presse abgegeben hat. Dort führte er aus. daß Mussolini gerade der einzige Staatsmann ist, den er, Zaleski, fast 2 Jahre lang nicht mehr gesehen hat, weil der italienische Mi­nisterpräsident, der gleichzeitig Außenminister ist, sich von Genf fernhält. So sei es ganz na­türlich, daß Zaleski die Osterferien dazu be­nutzt hat, um diese Lücke in seinen persön­lichen Beziehung auszufüllen und einige an­genehme Stunden in der Gesellschaft Musso­linis zu verbringen, mit dem er seit je her persönlich bekannt ist. (Man erinnere sich, daß Zaleski polnischer Botschafter in Roin war, bevor er Außenminister wurde.) Das alles ist recht gut und schön und mag schon stimmen, ist hiermit aber wirkich alles erschöpft was Zaleski bewogen hat, sich nach Rom zu be­geben. Und vor allen Dingen wäre es nicht zweckmäßiger, wenn Zaleski etwas iber den konkreten Gegenstand seiner Unterredungen mit Mussolini mitgeteilt hätte? Es ist doch nicht ausgeschlossen, daß Italien und Polen ein Abkommen beabsichtigt haben, um die pol­nisch-italienischen Handelsbeziehungen auf dem Wege über Triest zu erleichtern; es ist nicht ausgeschlossen, daß beide Regierungen danach trachten, einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt abzuschließen, wie es manche anderen Länder in der letzten Zeit ge­tan haben; es ist endlich nicht ausgeschlossen, daß Zaleski nach Beendigung der ersten Zu­sammenkunft mit Woldemaras das Bedürfnis empfunden hat, sich mit Mussolini auch das Wilnaproblem oder, genereller, über das Problem der litauisch-polnischen Beziehungen zu unterhalten. Alle diese Möglichkeiten schließen doch nichts außerordentliches in sich, wozu also sie verschweigen und bei allen .Zu­schauern" den Anschein erwecken, als ob es sich bei der Begegnung Zaleski-Mussolini um mysteriöse, gefährliche, gegen den oder jenen Staat gerichtete Dinge handele? Es schweigt sich gewöhnlich stets nur derjenige aus, der etwas zu verbergen und der gute Gründe hat, daß das, was er zu verbergen sucht tatsachuch geheim bleibt.

Je weniger man über die Unterredungen Mussolinis mit Zaleski erfährt, desto mehr muß man der Ansicht zuneigen, daß es um bei diesen Unterredung in der Tat nicht da­rum gehandelt hat,normale" Freundschasts- beziehungen zwischen beiden -ändern zu be­festigen, sondern darüber hinaus eine Basl!- zu einer tiefgreifenden aussen politischen Wendung vorzubereiten. Die polnische Politik ' ist eng an die Politik der Kleinen Kutente geknüpft: Polen ge- hört zu den Staaten, die mit den Ergeb­nissen des Krieges einigermaßen zufrieden