M. 86
Montag
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Amran 61^1 und Laud
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den 16. Avril 1628
Das KsasKe.
— Das kanadische Flugzeug, das von der kanadischen Regierung zur Hilfeleistung nach Greenly
Irland gesandt worden ist, ist nach einer Notlandung aus Seven Island auf Greenly Island eingetroffen. weitere Flugzeuge sind nach dort unterwegs. Ob und wann der Weiterflug der „Bremen“ nach New- gort angetreten wird, ist noch nicht bekannt.
— Das Expeditionsluftfchiff „Italia" ist gestern morgen 2 Uhr in Mailand nach Stolp gestartet und heute morgen in Stolp eingetroffen.
— In Berlin ereignete sich in der Nähe des
Stadions ein schweres Straßenbahnunglück durch Entgleisen eines Zuges in der Kurve am Ende einer abschüssigen Strecke; es werden 5 Tote und ca. 100 Verletzte gemeldet.
— In Chile sind von einer Schneelavine zahlreiche Gutshöfe verschüttet worden.
— In Lüdbulgarien Hal am Samstag ein star
kes Erdbeben stattgefunden
I Dev ReZehsvsvKehvsmrsMev
I Mev den AmEkaAng
I Berlin, 14. April. Der augenblicklich im Rhein-
■ lande weilende Reichsverkehrsminister Dr. K o ch hat
■ dem Wolff'schen Telegraphenbüro folgende Aeuße- 1 rung übergeben:
I ~ Nachdem nun die Sorge um unsere tapferen * Flieger von uns genommen ist, wollen wir uns des ^glückhaft Erreichten von Herzen freuen. Der Flug "Zeigt uns, daß mir in Deutschland noch Männer haben, die den Tod nicht scheuen. Männer für die L es Ziele gibt, die ihnen mehr gelten als das Leben. *||ijüMMM erfu
^sMauptmann Köhl und Freiherr v. Hun«feto, osm Mchnen kameradschaftlich verbundenen irischen Major M Fitzmaurice und allen, die ihnen geholfen haben, ■ insbesondere auch der irischen Fliegertruppe und I den befreundeten Amerikanern, die sich mit uns I um die kühnen Ozeanflieger gesorgt und bemüht » haben, gebührt unser aufrichtiger Dank.
Wir haben gesehen, daß unser deutsches Flug- I gerät trotz des jahrelangen Druckes, der auf unserer ■ Luftfahrt gelastet Hal, und der auch heule noch nicht I ganz behoben ist, den Wettbewerb mit dem Aus- ■ lande nicht zu scheuen braucht.
■ , Flugzeug und Motor fiiib deutsch. Sie haben
■ Leistung vollbracht, die dem Ruhm der Be- I Satzung nicht nachsteht und um deren Gelingen viele I Flieger Europas bisher vergeblich gerungen haben. I unser Dank gilt also auch den Erbauern von Motor I find Flugzeug, Prof. Juncker und seinen Mitarbei- Köhls Unternehmen ist vom Reich weder un= I mittelbar noch mittelbar mit Geld unterstützt wor- ■ den. Die Verantwortung für das sportliche Wagnis I des Ozeanüberquerung mit einem einmotorigen I Landflugzeug ohne Nachrichtenmittel konnte nur der ■ tragen, der sich selbst einsetzte. Was er wagte, war ■ viel! Was ihm glückte, ist mehr! Es wäre verfehlt, ■ heute aus seiner großen Leistung zu schließen, daß
■ der Ozeanflugverkehr schon greifbar vor uns stünde.
■ über wenn uns dieser Verkehr nach Jahren einmal I Zur Regel und Gewohnheit wird, dann dürfen wir » nicht vergessen, daß einer der Erste sein mußte, der ■ Hlnuberkam. So wird Köhls Ruhm Bestand haben.
■ Ans Werk also zum Aufbau und Ausbau des ■ uzeanluflverkehrs nicht durch planloses Nachahmen
■ w einmaligen Tat. sondern durch planmäßiges vertiefen der ' Aufgabe in einmütiger Zusammen- I arbeit aller, denen das Gedeihen der Luftfahrt am ■ Herzen liegt.
I EMbsberr ^ Vursavren
■ Sofia, 14. April. Heute vormittag um 11 Ahr ; wurde in Sofia und Umgebung ein zimlich heftiger wellenartiger Erdstoß verspürt, dessen Mittelpunkt sich ungefährt 200 Sm. östlich der Hauptstadt befin- ! -"ach Meldungen aus der Provinz hat das Erdbeben in Tschirpan (östlich Philipoppel) bedeuten- k °en Schaden verursacht. Mehrere Häuser stürzten ein. Todesopfer werden ebenfalls gemeldet. Die ^.forderlichen Maßnahmen find ergriffen worden, bringen" ^^trosienen Familien die erste Hilfe zu
I ,^°ho. 14. April. Obwohl noch genauere Nachrichten fehlen, steht fft, daß das Erdbeben, das vormittag verspürt wurde, in Bulgarien ta» astrophale Wirkungen hatte. Die Ortschaft Tschir- pan in Südbulgarien (zwischen Philipoppel und ?ora Zagora), die im Zentrum des Bebens lo«, sehr stark gelitten und ist gegenwärtig von "len Verbindungen abgeschnitten. Auch nimmt man M.dah ein Teil der Ortschaft vollkommen dem "vboden gleichgemacht ist. Auch die benachbarten sind schwer heimgesucht worden. Das Erd- oen wurde in ganz Bulgarien, besonders im Süd- K I on verspürt, wo auch erhebliche Schäden und $u beklagen sind. In Borissivaradsüdlich von ■ zfosirpan wurden sieben Personen getötet, in Stara rin®0 m 5toei und ebenso viele in Philipoppel, wo ^°Iü)ce einstllrzte. Das Beben war in der H^o^ers heimgesuchten Gegend von einer platzen Temperatursteigerung begleitet. Auf den
GUsaM-nsn MV die ^Vvemess^
Gin Sanadlfches Flugzeug auf Gveeulv Lislaud eingeivoffen
Quebec, 15. April. (10 Uhr abends.) Einer hier eiagetroffenen Meldung zufolge, ist das kanadische transkontinentale Luftverkehrs-Flugzeug, das gestern abend die Murray- Bucht verlassen hatte und zu einer Notlandung auf Seven Island gezwungen worden war, am Abend wohlbehalten an seinem Ziel Greenly Island eingetroffen.
Das kanadische Flugzeug war am Samstag vor- gramm ein, worin sie ihr Erstaunen ausdrücken, daß mittag von der Alurray-Bucht in Richtung nach ihre bisherigen Telegramme, worin sie um Ersah- Greenly Island aufgestiegen. Es mußte aber in- teile gebeten, nicht beantwortet seien. Es handelt folge schlechten Wetters auf den Seven Islands im Golf von St. Lorenz landen. Nach obiger Meldung hat es die Reise fortgesetzt und ist in Greenly Island eingetroffen.
Auch verschiedene große amerikanische Zeitungen haben den Versuch unternommen, mit Flugzeugen Greenly Island zu erreichen. Auch der Flieger Louis Cusinier ist aufgestiegen, um nach Greenly Island zu gelangen. Vom Erfolg dieser Versuche weiß man noch nichts
«Svfatzstiiâ fäe die „Bvemen"
Newyork, 15. April. Die hiesige Vertretung der Iunkerswerke hat einen Mechaniker mit einem neuen Propeller und Ausbesserungswerkzeugen im Flugzeug nach Quebec entsandt.
Newyork, 15. April. Die bereits gemeldete Entsendung eines Mechanikers nach Quebec erfolgte nach Empfang eines Funkspruches v. tzünefelds an FtL Junkers, der um die schnellmöglichsle Ueber- sendung eines neuen Propellers und anderer Aus-
er Mechaniker wird
ten abwarten. Der hiesige Vertreter des Norddeutschen Lloyds, Segall, erklärte nach einer Besprechung mit der Iunkersverlretung, die Methode der Weitersendung der Ersatzgegenstände von Quebec werde später entschieden werden.
Dieser Meldung war folgende vorausgegangen: Newyork, 15. April. Bei Hertha Junkers traf von den Fliegern auf Greenly Island ein Tele-
Dev MovdpoMug dev^Siatta"
Die teste SiaMe Mailand- Siolp ruvückselest - Gin -Kampf mit Wind und GewUtev
Das Luftschiff „Italia" des General Nobile ist am Sonntag morgen 2 Uhr zur ersten Etappe feines Nordpol-Expeditionsfluges Mailand—Stolp (Pommern) aufgestiegen
und Heuke morgen 8.35 Ahr in Stolp gelandet.
Me GiuLMfahvL dev „âtta"
Mailand, 15. April. General Nobile ist plötzlich Sonntag morgen 2 Uhr von Mailand nach Stolp (Pommern) gestartet. Er hatte kurz vorher aus Deutschland günstige Wetterberichte erhalten. Die erste Etappe seines Nordpolfluges soll über Venedig, Agmin, Wien und Prag nach Stolp führen, wo er Sonntag nacht einzutreffen hofft. Der Aufstieg ist ruhig und in aller Stille vorbereitet worden, nur wenige Beteiligte und Vertraute hatten davon Kenntnis erhalten. Außer der italienischen Mannschaft der „Norge", die auch diese Expedition mitmacht, befinden sich an Bord der Hauptmann Mariano sowie der Navigationsoffizier Hauptmann Zappi und Leutnant Viglieri, der Wissenschaftler Ingenieur Trojani und der Physiker Professor Pon- tremoli sowie der schwedische Meteorologe Mal- green, -und als Journalisten Redakteur Tomaselli vom „Eorriere della Sera" und Dr. Lago vom „Popolo d'Jtalia".
Wien, 15. April. Um 10,35 Uhr ging auf dem Flugplatz Aspern die erste Radiomeldung der „Italia" ein. wonach sich das Luftschiff 100 Kilometer südlich von Wien befand. Um 11,30 Uhr meldete die „Italia", daß sie Wien in Sicht habe. 12,30 Uhr teilte das Luftschiff mit, daß es sich in der unmittelbaren Nähe Wiens befindet. 13,55 wurde die „Italia" über dem Ort Schwechat, einem Vowrt Wiens, gesichtet. Das Luftschiff nahm dann seinen Kurs auf die Donau zu. hatte aber mit starken Gegenwinden zu kämpfen, denn es brauchte zur Zurücklegung der Strecke Schwechat—Wien, die nur 12 Km. beträgt, 35 Minuten. Ueber der Donau wandte sich die „Italia" stromaufwärts und überflog -das Zentrum Wiens um 14,30 Uhr. Darauf nahm sie einen nördlichen Kurs. Das Luftschiff fragte durch
ersten Stoß, der am meisten Schaden anrichtete, folgten weitere bedeutend schwächere Stöße. Von Philipoppel wurden Hilfsabteilungen nach Tschirpan entsandt. Ministerpräsident Liaptscheff hat sich in das Katastrophengebiet begeben.
Sofia, 15. April. Nach bisherigen Feststellungen ist der Sachschaden, der durch das Erdbeben verursacht wurde, bedeutend. Die Zahl dec im
sich um einen Propeller, Gleitschlitten und 700 Kilo Benzol. Ersatzteile sind von Quebec abgegangen. Segall glaubt, daß die durch Hundeschlitten von den Bremen-Fliegern ausgeschickten Botschaften verloren gegangen oder durch Schneesturm aufgehal
ten worden sind.
GveenStz -Island völlig isoliert
Newyork, 15. April. Die Isolierung der durch eine Eisschranke von zehn englischen Meilen von der Welt abgesperrten deutschen Flieger wird noch dadurch verschärft, daß der einzige Telegraphendraht auf Seven Island im St. Lawrence Golf gerissen ist. Meldungen müssen nach Famepoint telegraphiert werden, von wo sie drahtlos nach Point Amour gesandt werden. Die Ausbesserung der Leitung, deren Unterbrechung anscheinend durch die Witterung erfolgt ist, wird mit größter Beschleunigung durchgeführt. Die kanadische Regierung hat alle Stationen der Umgegend der Meerenge von Belle Isle angewiesen, alle erhältlichen "Meldungen bekanntzugeben. Der Funkbeamte von Point Amour wurde von Dutzenden von Radio- stationen über weitere Nachkichten bedrängt, doch
mtttiung weiterer crinzeiyeiren nur ourch Kurier oder Hundeschlitten über die Eisfelder möglich sei, die Greenly Island von der nächsten Telegraphenstation Lona Point trennen. Falls der Eisbrecher „Montaclm^ nicht weiter kommen sollte, werden zwei Dampfer zur Verfügung gehalten.
(Weitere Meldungen auf der 2. Seite.)
Funkspruch bei der deutschen Wetterwarte Linden- berg nach der Wetterlage und erbat Mitteilung, ob sie östlichen oder nordwestlichen Kurs nehmen müsse. Die Wetterstation Lindenberg riet dem Luftschiff den östlichen Kurs, da östlich, der Oder das Wetter bedeutend besser sei als weiter nach Westen. Um 15,42 Uhr meldete die „Italia", daß sie 100 Kilometer nördlich Wiens sei. Das lange Kreuzen in der Gegend von Wien ist aus die schlechten Witte- rungsverhültmße und die ungünstigen Winde zurückzuführen.
Gleiwih, 16. April Das Luftschiff „Italia", das heute mittag im. Glatzer Kessel ein Gewitter zu überstehen hatte, ist anscheinend dabei seiner Antenne verlustig gegangen, so daß kein Empfang von Nachrichten auf dem Luftschiff mehr möglich war. Dadurch verlor das Lustichiff auch die Orientierung. Gegen 7 Uhr erschien es über Kosel» gegen 8 Uhr über Gleiwitz in Richtung Krakau. In Krakau drehte das Luftschiff um und überflog hier den Flugplatz. Es ließ hier zwei rote Raketen ab, die den Wunsch zur Landung zu erkennen gaben. Es machte dann auch während einer Stunde wiederholt Versuche zur Landung und ging einmal bis auf 150 Meter herunter. Plötzlich nahm das Luftschiff dann jedoch bestimmten Kurs in nordwestlicher Richtung nach Oppeln—Breslau. Das Luftschiff hat nun inzwischen um 0,30 Uhr Oppeln überflogen mit dem Kurs Breslau. Man nimmt in hiesigen Flugkreisen an, daß das Luftschiff nunmehr die Orientierung wieder gefunden hat und direkt Stolp ansteuert, um dort am Tage zu landen. Nach den hiesigen Wahrnehmungen bewegt sich das Luftschiff mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 Kilometer in der Stunde.
Die „Italia" ist ohne jeden Aufenthalt, nachdem sie um 2 Uhr über Breslau erschienen war, in nördlicher Richtung weitergeflogen.
Stolp, 16. April. Das Luftschiff „Jkalia" ist um 8,35 Uhr in Stolp gelandet.
Tschirpan eingestürzken Häuser beträgt 2000. 3n Borisovgrade wurden 1000 Gebäude zerstört. Die Eisenbahnverwaltung ordnete an, daß alle ver- fügbaren Waggons in das Erdbebengebiet geschickt werden, damit sie dort dec Bevölkerung, die unter freiem Himmel den Anblden des Wetters ausgesetzt ist und keine Zelle oder andere Wohnungen Hal, als Zuflucht dienen.
Wie vor 3d Sahven
Trotz allem Militarismus und Imperialismus besteht bei allen Völkern in weiten Kreisen eine tiefe Sehnsucht nach dauerndem Frieden, der nach der Ansicht vieler allein die Gewähr bietet zu weiterer kultureller und sozialer Entwicklung der Staaten. Dieses allgemeine Friedensbedürfnis pflegt am stärksten nach gewaltigen Kriegen hervorzutreten, die große Opfer an Blut und Leben gefordert und bedeutende Verluste an Volksvermögen verursacht haben. Niemals ist daher auch der Ruf „Nie wieder Krieg!" so laut erklungen, wie gerade nach dem größten aller Kriege 1914/18, der fast 10 Millionen Menschen verschlungen hat.
Bei den am Ende des 19. Jahrhunderts fast ins Ungemessene gesteigerten Rüstungen der einzelnen Staaten müße man über kurz oder lang mit einem Losschlagen rechnen, ein in das Pulverfaß gefallener Funken mußte eine gewaltige Explosion herbeiführen. Da war es Zar Nikolaus n. von Rußland, der am 24. August 1898 eine großzügige Kundgebung für den Weltfrieden erließ und zu einer allgemeinen Konferenz zwecks dauernder Aufrechterhaltung dieses und der Beendigung der ständig steigenden militärischen Rüstungen einlud. Auf der ganzen Welt fand dieses Manifest in weiten Kreisen begeisterten Widerhall; 26 Staaten erklärten sich bereit, die Konferenz zu beschicken, als deren Tagungsort der Haag bestimmt wurde. Doch schon die Vorbereitungen ließen die gewaltigen Schwierigkeiten erkennen, die einem solchen Unternehmen entgegenstanden. Erst cm 18. Mai 1899, also nach mehr als % Iahrrn,
Missionen. In der ersten wurden die Militär- und marinetechnischen Fragen besprochen, besonders die Frage, in welcher Weise die Kriegsrüstungen eingeschränkt werden könnten. Die zweite Kommission hatte die Verbeße- rung des Kriegsrechts auf Grund der sogenannten Brüsseler Deklaration und die Ausdehnung der Genfer Konvention auf den Seekrieg zu behandeln. Die dritte endlich sollte den Entwurf eines Uebereinkommens für das Schiedsverfahren und die Schiedsgerichte ausarbeiten. Sämtliche 26 Staaten waren durch eine Reihe hervorragender Diplomaten, Juristen sowie Offiziere des Heeres und der Flotte vertreten.
Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Idee der Abrüstung nicht ~ verwirklicht; vielmehr wurden die diesbezüglichen Verhandlungen bald abgebrochen, so daß auch die Konferenz nicht mehr „Abrüstungs"-, sondern „Friedenskonferenz" genannt wurde. Dagegen kamen drei Konventionen über die ftiedliche Erledigung internationaler Streit- fälle, über die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges sowie die Anwendung der Grundsätze der Genfer Konvention auf den Seekrieg zustande, sodann wurden drei Dekla- rationen über das Verbot gewisser Geschoße und Sprengkörper beschloßen. Eine Anzahl weiterer Fragen wurden späteren Konferenzen vorbehalten. Leider wurden ein Teil der Konventionen und Deklarationen von verschiedenen Staaten, besonders England, nicht ratifiziert, so daß die betreffenden Beschlüße nicht in Kraft traten. Auch die späteren Konferenzen fanden nicht mehr statt, da inzwischen der Weltkrieg ausbrach.
Seit dem Jahre 1919 sind alle Staaten, auch die, welche nicht aktiv an dem großen Kriege teilgenommen haben, eifrig bemüht, für die Zukunft ein gleichgroßes Völkerrmgen zu vermeiden. Allerdings ist der Weg zu di^ sem Ziele noch nicht gefunden und wird auch solange nicht gefunden werden, bis bei "allen Völkern „der gleiche Wille abzurusten besteht. Der Völkerbund, von dem man sich an, fangs so viel versprach, hat die Erwartin gen nicht erfüllt; die Abrüstungskonferenzen haben, ein Teil der Staaten eben trotz oer übernommenen Verpflichtungen nicht abrusten will, keinerlei Ergebnisse gezeitigt, auch di- zahlreichen, besonders in den letzten beiden Jahren abgeschlossenen Schiedsvertrage, stnL keineswegs geeignet, den Krieg aus der Wel zu schaffen. .
Nunmehr hat Nordamerika eine gro^ zügige Friedensdemonstration erlaßen, bered Väter in erster Linie der AußenmlNisteL Kellogg und der Senator Borah sind. W« jhington hat bekanntlich seit dem Juni 192?