Osmars Masi und Land
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Das KsrEr.
— Die „Bremen" ist heule morgen 5.35 Uhr
b jum Ozeanflug gestartet. ,
— Reichspräsident v. Hindenburg ist von seinem Osterurlaub wieder nach Berlin zurückgekehrt.
I — Nach einer Bekanntmachung des Verbandes f Sächsischer Melallindustriellen sollen heute die ge- i samten Metallarbeiter Sachsens ausgesperrt werden.
— Der Schriftsteller Otto Braun wurde von einer ; bewaffneten Bande aus dem Kriminalgericht Moabit, wo er wegen Hochverrats in Untersuchungshaft saß, befreit.
— Parker Gilbkrl wurde gestern von Mussolini empfangen. Der italienische Finanzminisler war bei der Unterredung zugegen. ,
— Der oberste Staatsanwalt der Sowjetunion K hat nunmehr die Anklageschrift in der Donez-An- Mzelegenheit fertiggestellt, die den Verhafteten am L 14. April übermittelt werden soll.
L — 3n der Nähe des pariser Nordbahnhofes "stießen zwei Personenzüge zusammen. Dem Unglück f steten, soweit feststehl, 16 Menschenleben zum Opfer.
ASIGsSMVZZèaa Lu
Newyork, 12. April. Das WetterbSro meldet, daß heute in Newyork und Neuengland Regen und morgen schönes Wetter herrschen wird.
Magdeburg, 11. April. Heute vormittag begann i< Hauptverhandlungstag des Evangelischen Reichs- ages. Der Vorsitzende Exz. Dr. Conze, bete eine große Reihe von Vertretern hoher kirch- unb tömmunalpolitischer Stellen. General- dentent Dr. Sibelius hielt den Festvor- plad) dem Scheitern des Keudell'jchen Reichs- efetzes wird man, so führte er, zumindestens geraume Zeit mit dem Andauern der gegen- ligen Rechtslage auf dem Schulgebiet zu rechnen en. Die evangelische Elternschaft steht vor der ge, wie sie unter diesen Verhältnissen ihre Auf- cn und Verantwortungen erfüllen könne. Ihr nzes Bestreben geht darauf, durch Klärung der rhältnisse ein neues unbefangenes Vertrauens- rhältnis zwischen Eltern und Schule zu begrünen. Das Leben der Schule läßt sich nicht isolieren, ur durch positives Einwirken auf das geistige Ge- mtleben der Nation ist der Schule zu helfen. Hier egt die Aufgabe der evangelischen Kirche. In den ahmen dieser Gesamtausgabe gehört es als behutsame Einzelheit, die evangelischen Schulen, die tijt bestehen,, vor der „kalten Säkularisierung" zu Ichutzen und sie mit kraftvollem evangelischem Leben —erfüllen. Das ist die Aufgabe der evangelischen Mlternschaft, die dabei die evangelischen Lehrer und : Lehrerinnen weithin zu Bundesgenossen hat. Es Momme für die evangelische Kirche darauf an, aus seinem Sonntag in den Alltag hinabzusteigen, aus Mèm heraus die Schule das Bild einer schweren I “Wtiirkife miberfpiegele. Es genüge nicht, wenn die die Kinder nur in die Problematik MMemführe; man erweise der Jugend einen schlechten Dienst, wenn man ihr nicht die post- j P°m Kräfte der Lebensform zuführe. Der Redner K Druckte zum Schlüsse die Hoffnung aus, daß wieder eine Zeit vollens Vertrauens anbrechen werde, während das Vertrauen dieser Uebergangszeit |. fach erschüttert fei.
viel-
pon 12ÖCCSÖ Arbeitern in
Sachsen
M, Verl in, 11. April. Der Verband sächsischer - âtallindustrieller hat heute die Bekanntmachung *”6 mit Ablauf der morgigen Donners- M^gsfchichl die gesamten Metallarbeiter Sachsens
1 werden. Es handelt sich laut „D. A. Z." ^™ 160 000 bis 170 000 Arbeiter. In dieser d floh auch die rund 20 000 Metallarbeiter enl- I galten, die sich schon jetzt im Ausstand befinden.
I Die Tavisvevbandlungen im Auhrbevgbau gescheitert
üb 6 v"’ April- Die heutigen Verhandlungen »H e Regelung der Arbeitszeit und Löhne ver- I «X? ergebnislos. Die Gewerkschaften beharrten auf I SrXiX . erun9cn nach einer Verkürzung der c K'l! aus sieben Stunden unter Tage und acht Ko to11 Xer Tage sowie einer Lohnerhöhung non KU Mark je Schicht, Forderungen, die nach Lage lehnt ^t naturgemäß vom Zecherverband abge- t»^„,^rüen mußten. Es wurde eine Schlichter- b/^,^^m ^^t.chenü aus je fünf Mitgliedern von
! Parteien, gebildet, die morgen früh ihre j|tW)eitett sufnimmt
Der SiasS der ^Vrsmeu^
D u b r r n- Ä2. Älpvrl. Das Kluszeus ^Bvemett^ ist heute früh S.33 rUhv rum Slug nath ÄmevtSa sestavtet.
Wie bekannt wird der Ozeanflug von den beiden Fliegern, Hauptmann a. D. Köhler und Freiherr v. Hünefeld ausgeführt. Die beiden Flieger starteten am 26. März in Berlin zum Fluge nach Irland, wo nach 9% stündigem Flug die Landung auf dem Flugplatz Baldonnel glatt von statten ging. Von hier aus sollte baldmöglichst der Weiterflug über Neufundland nach Newyork vor sich gehen. Der Start hierzu mutzte jedoch infolge der schlechten Wikterungsverhälknisse von Tag zu Tag verschoben werden. Da gestern abend gutes Wetter auf dem Ozean gemeldet wurde, faßten die Flieger den Entschluß, heute morgen zu starten. Herr v. Hünefeld erklärte gestern abend noch, daß er als Besitzer der „Bremen" entgegen allen Zeitungsmeldungen ganz allein die Verantwortung des von ihm finanzierten Fluges trage.
Dev Giavt
Dublin, 12. April. Die deutschen Flieger, die heute um 5,35 Ahr von Flugplatz Baldonnel zum Ozeanflug aufstiegen, werden begleitet von dem Leiter der irischen Flugstreitkräfte, Major Fitzmaurice, der anstelle des vor einigen Tagen nach Deutschland zurückgekehrlen Spindler getreten ist.
Eine große Menschenmenge, unter der sich auch ■■■■■■■■■ der deut" '
lefanben,
gliéber der Regierun wohnte dem Abflug der „Bremen" bei, die sich mit bewundernswürdiger Leichtigkeit vom Erdboden
Schweres GisenvabmmgWM in Varis
Paris, 11. April. In der Nähe des pariser Nordbahnhofes ist Henke mittag ein Vorortzug, angeblich infolge Versagens einer Weiche, mit dem Personenzug Paris —Boulogne zusammenge st atzen. Der Zusammenprall war infolge der großen Geschwindigkeit beider Züge so gewaltig, daß die beiden Lokomotiven sich vollständig ineinander schoben. Die zwei ersten Wagen des Boulogner Zuges wurden zusammengedrückt und zerstört, während am anderen Zug lediglich der dritte Wagen schwer beschädigt wurde. Die Opfer scheinen sehr zahlreich zu sein. Bei Beginn der Rettungs- arbeiken konnten bereits zahlreiche Tote festgestellt werden, deren Leichname sofort geborgen wurden. Ueber 30 Verletzte würd en bisher in die Hospitäler abtransportierk. Der Verkehr ruht auf der Unglücksstelle vollständig.
Seehrebn Tote
Aus der am Nachmittag veröffentlichten Liste der Lei Lem Eisenbahnunglück am NorLbahnhof Getöteten und Verletzten ergibt sich, daß sämtliche zu Schaden Aekvmmene Personen Franzosen sind. Der stellvertretende Minister für öffentliche Arbeiten, Varthau, hat sich mit höheren Beamten der Eisen- Lahndirektion der Nordbahn an Ort und Stelle begeben. Entgegen der Nachricht des „Journal des Debüts" stellt sich die Totenliste wie folgt: Fünf Leichname wurden unter den Trümmern der Wagen hervorgezogen, fünf weitere Personen starben auf dem Transport zum Krankenhaus, und vier Verwundete sind inzwischen in den Hospitälern ihren Verletzungen erlegen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
Am 7 Uhr abends wird gemeldet, daß zwei wei- lere Personen inzwischen gestorben sind, so daß sich die Zahl der Toten auf insgesamt 16 erhöht. Die Zahl der Schwerverletzten wird offiziell mit 19 angegeben. Nach dem „Sok“ beträgt sie 33.
Ueber den Unfall selbst berichtet der „Soir": Der um 15.15 Uhr in Paris verlassende Zug nach Amiens und Boulogne hatte gerade den Nordbahnhof verlassen und begann in voller Geschwindigkeit zu fahren, als er vor der Marcodet-Brücke auf den
Dr. Wirth an zweiter Stelle.
Berlin, 11. April. Wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger erfährt, hat der Vorstand der Zentrumspartei in seiner heutigen Sitzung bie Rcichsliste für die Reichstagswahlen in folgender Reihenfolge aufgestellt: Zunächst die bisherigen Reichstagsabgeordneten Reichskanzler Dr. Marx, Dr. Wirth, Dr. Stegerwald, Frau Weber-Düsseldorf, Herold, Esser, Klöckner, Hosmann- Ludwigshafen, Lanuners, Wegman» und Dr. Krone;
löste. Ein irisches Flugzeug gab ihr das Geleit über Irland. Das Wetter war sehr günstig. Die Flieger sprachen die Hoffnung aus, daß es ihnen gelingen werde, den Flung in 3 6 Stunden durchzuführen.
Der Flugplatz von Baldonnel glich vom frühen Morgen einem emsigen Bienenkorb. Um 5.35 Uhr war alles für den Start bereit. Das Wetter war schön, der Himmel wolkenlos und die Bedingungen für den Abflug ideal. Während die Flieger auf die Abfahrt warteten, trafen die Mechaniker die letzten notwendigen Vorbereitungen in dem hellen Licht der Scheinwerfer.
Nach einem letzten Abschiednehmen bestieg Köhl den Führersitz und auch seine Begleiter Hüneseld und Fitzmaurice nahmen ihre Plätze ein. Die Flugzeuge des irischen Freistaates, die die Lskorde bildeten, stiegen zuerst auf, ihnen folgte die „Bremen",
Ms ivifrhe pfiffe verlassen
Berlin, 12. April. Nach einer hier eingekrof- fenen Meldung hat das Flugzeug „Bremen" um 6.05 Uhr deutscher Zeit die irische Lüste verlaffen. Das Flugzeug hat also die Strecke Baldounel bis zur Küste, die 175 klm. beträgt, in ^ Stunde 27 Minuten zurückgelegt. Dies entspricht einer Stun- dengeschwindigkeil von etwa 120 Kilometer.
von Pierrefitts kommenden Personenzug, der um 15.12 Uhr in Paris eintreffen sollte, aufstchr. Das Unglück scheint darauf zurückzufüHren zu sein, daß der letztere Zug einige Minuten Verspätung hatte. Das Blatt spricht übrigens davon, daß eine Weiche nicht funktioniert haben soll. Der Führer des von Pierrefitts kommenden Zuges ist in Hast genommen worden.
Paris, 11. April. Unter den Schwerverletzten des Zugunglücks am Nordbahnhof befindet sich ohne Angabe der Nationalität eine Frau Anna Hankel, wohnhaft in Paris. Der unter der Anklage fahrlässiger Tötung festgenommene Zugführer des nach Amiens bestimmten Zuges soll zugegeben haben, ein Signal, das Halt bedeutet, überfahren zu haben, weil er es mit einem andern Signal verwechselte. Der Führer des Gegenzuges ist feinen Verletzungen erlegen.
Wssubahmmstüsk bei Malmedv
Brüssel, 11. April. Nach hier eingelroffenen Nachrichten soll zwischen den Stationen Weuwertz und Sourbrodl auf der Strecke Walmedy—Wont- joie ein Güterzug mit der Lokomotive und 15 wagen entgleist sein. Vier Personen sollen getötet, der Sachschaden soll bedeutend sein.
bann folgen Frau Fuchs-Hamburg, Bahnmeister Gast, Landwirt Hetging, Postassistent Kampschulte und Lehrer Weidekamp. Die zehnte Stelle auf der Reichsliste ist freigeblieben für einen Doppelmanda- tar der preußischen Landtagsliste.
«Seaf tvestavv Svrben- tzandiSat in «oisdam "
Berlin, 11. April. Der Landesverband Potsdam U
der Deutschnationalen Volkspartei kandidaten für den Reichstag auf# Vorsitzenden ©rasen SteftoGp.
Von Dr. Cremer. M. d. &
Der durch den verfloffensn Reichstag ge« tragens Akt der deutschen Nachkriegsgeschichte ist im Prestissimo vor Ostern zu Ende gegangen, und schon hört man hinter der Bühne die Musikanten die neuen Instrumente stimmen, auf denen die Melodie des nächsten Aktes gespielt werden soll. Wie wiür diese Melodie lauten? Gewiß wird sie manche Motive des abgelaufenen Aktes in den nächsten mit hinein nehmen, aber es scheint doch, daß die nächste Zukunft neue Töne hören wird, die einer neuen Periode der deutschen Entwicklung entsprechen. Die durch die deutsche Währungs- sanierung und das Londoner Abkommen ein- geleiette Periode, die wir nun verlaffen, ist charakterisiert durch das Bestreben, den Opfern des vorausgegangenen Chaos gerecht zu werden, soweit es die verengten, großenteils auf fremden Kredit aufgebauten Verhältniße der deutschen Wirtschaft zulaffen. Sie hat hier manche Wünsche enttäuscht, aber doch mehr verwirklicht, als im Winter der Schicksalswende 1923/24 erwartet werden durfte. Gelungen ist es jedenfalls, die wirtschaftliche Tätigkeit in ihren sämtlichen Zweigen in dieser Periode neu zu beleben und dem deutschen Volk erneutes Selbstvertrauen auch hinsichtlich seiner politi- schen Zukunft einzuslößen. Dieses Selbstver-
Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz aller Kräfte in den Lebensprozeß des Volkes.
Unleugbar hat die eingetretene Konsolidation der Verhältnisse noch keine endgültige Grundlage neuen Gedeihens herberführen können, sondern es handelt sich immer noch um einen Zwischenzustand, der eine volle Befriedigung nach keiner Richtung aufkommen läßt. Wichtige Berufsstände, vor allem die Land- wittschaft, leiden an mangelnder Prosperität und erfordern die ganze Aufmerksamkeit und Kräfteanspannung der Gesamtwirtschaft, um sie vor dem völligen Zusammenbruch zu behüten. Ein nicht genügend abgestimmtes Steuersystem belastet andere Berufsstände in einem, auf längere Sicht nicht zu verantwortenden Ausmaß. Ueberhaupt aber hat die öffentliche Belastung bis zum Augenblick sich nicht der Tragfähigkeit der Gesamtwirtschaft anpaffen können und ist dadurch das schlimmste Hindernis der notwendigen eigenen Kapitalbildung der deutschen Volkswirtschaft, deren Erstarkung die Voraussetzung für die endgültige Wiederherstellung gesunder Zustände ist.
Auch auf dem Gebiete der Kulturpflege ist trotz wertvoller Erfolge im Einzelnen die Bereinigung der großen Kernfragen nicht erreicht worden; insbesondere blieb das Problem der deutschen Volksschule der Zukunft ungelöst und mit ihm die große Frage, ob die Nation neben ihrer wirtschaftlichen und politischen Einheit in absehbarer Zukunft auch ihre kulturelle Einheit finden wird. Aber es gehört ja zu dem dramatischen Lebensprozeß eines Volkes, in keinem Augenblick mit den Problemen, vor denen es steht, fertig zu sein, sondern immer von neuem um seine eigene Seele ringen zu müssen, immer von neuem den Boden für seine wirtschaftliche Existenz pflügen und bestellen zu müssen. Und deshalb darf die Sorge um das, was unerledigt blleb, die Befriedigung über das, was erreicht werden konnte, nicht völlig beiseite schieben. Die Zeit von 1924 bis 1928 war alles in allem eine Zeit des Fortschrcitcns.
Freilich ist die Entwicklung nun auf den verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens an einen Punkt gelangt, wo es gilt, neue Gedanken der Verwirklichung entgegenzufuyren und sich neue Ziele zu stecken. Es kann kein Zweifel sein, daß der nächste Reichstag in rorrt- schaftlicher Hinsicht seine Hauptaufmerksamkeit der Lösung der Agrarfrage zuwenden muß unt) daß das sogenannte „Notprogramm" hier nur höchst bescheidene Anfänge ins Leben ruft. Hebung des Absatzes durch Verbesserung der- Produktion und sachgemäße Kapitalvsrso.....ig der Landwirtschaft unter Ausbalanzierun;' der bis zum Augenblick abgelaufenen SckuHdoer- bindlichkeiten, ist zur Forderung des Tages ge- worden. Wenn hier auf der einen Seite die
»Mchegeymg der deutschen Einiubrlaue als Er«