®rfd)tint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / SezugSpreiS: Für den halben Mnat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer ^o, Freitag 15, HamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Ä-pfg., im NeNaineteil von 68 mm Steife 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 N-Psg.
M. 85
Mittwoch
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und Land
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Für plahvorschrifi u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 3957,3958
1928
Das KruEe.
— Reichskanzler Dr. Marx beabsichtigt, Ende der Woche einen längeren Erholungsurlaub anzu- s treten, den er in der Schweiz verbringen wird.
— Der deutsche Schwimmer Otto Kemmerich hat den von ihm im vorigen Jahr aufgestellten Weltrekord im Dauerschwimmen um 14 Stunden ’ überboten.
I — Bei dem großen Dürer-Gedenk- und Huldi- gungstag in Nürnberg hielt gestern Prof. Wolfflin die Gedenkrede über das Leben und Schaffen des Meisters.
— In China hat sich eine Grubenkatastrophe ereignet, die über 500 Menschenleben kostete.
— Nach einer Meldung aus Peking sind an drei ^Fronten in China heftige Kämpfe im Gange.
— Eine Erklärung des tschechischen Skaaksprä- Ksidenken, daß die Lausitzer Wenden noch nicht »befreit" seien, wird in Berliner politischen Kreisen kals ungehörige Einmischung empfunden.
âuvettSâtâsphe in Mina
500 âsrUs in einem Veeswevk umsekommen
Muk den, 10. April. Eine furchtbare Katastrophe, die über 500 Menschen das Leben kostete, hat sich in den Kohlengruben von Fu schau ereignet. Infolge eines Dammbruches ergossen sich ungeheure Wassermengen plötzli ch in die Gruben und setzten die kieferliegenden Stollen unter Wasser. Fast die gesamte aus chi nesischen Kulis bestehende Belegschaft ist ertrunken. Nur wenige in den Nachbarschächten Arbeitende konnten sich reiten.
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Die Romveise PavZev Giwevts
Der Reichsfinanzminister hat als gläubiger Katholik eine Reise nach Rom unternommen, um dort die Ostertage zu verleben und dem
Papst einen Besuch abzustatten. Selbstverständlich benutzte er seine Anwesenheit in der
stündlich benutzte er sei
italienischen Hauptstadt auch dazu, um die Be>
kanntschaft einiger italienscher Staatsmänner
Mussolini emp- luch dem italie«
|U machen. Er ist bereits von Mussolini emp- angen worden und wird auch dem italie«
Die âiM?sgS-SaA- vevbaudkungen Die Aussichten des Kelloggpakkes.
rrti.lt London, 10. April. Entgegen den Berichten___ iris und Newyork wird gemeldet, daß Kellogg :etb- .-her noch keineswegs die französischen Vorbehalte, te in der letzten Note Briands an Washington eni- waren, angenommen hat. Im Gegenteil hat ..Auffassung,, denWltftzrt., wird jedoch er;
aus
One Liattenèkch - griechisch - LürMOe âienie?
Lsrsdonev ^omsrnaironen
London, 10. 2hrril. DieZertungen zerbrechen sich heute morgen die Köpfe darüber, was Mussolini eigentlich treibe. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" meint, während die Außenämter in London, Paris und Berlin Osterferien machten, fei Mussolini hart an der Arbeit gewesen. Er habe nicht nur die Vertreter der Türkei, Griechenlands vnd Ungarns empfangen, sondern auch viele ande re Leute, die mit seinen neuen Plänen in Ber- bindung stehen, andere seien auf dem Wege n ach Rom und Mailand. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Herold" will bereits mehr wissen. Er glaubt, daß, wenn auch die Gerüchte über Bündnisse zwischen der Türkei, Griechenland und Italien, verfrüht sein sollten, sicherlich die Vorbereitungen für eine Entente zwischen diesen drei Ländern im Gange seien.
rankreich und Amerika den ahbérëh
-utschlând, England, Italien und Japan zur ßerung unterbreitet werden soll. Vorher seien noch weitere Besprechungen mit dem franzö- ‘. Botschafter Claudel notwendig. — Daily ^nicle bemerkt, daß die Vorschläge unter keinen ^üanoen durch nichtige Vorwände zu Fall ge- Macot werden dürften, denn es handele sich für Europa um eine wertvolle Gelegenheit, mit M^ua zu einer Zusammenarbeit zu gelangen. Es M Groß-Britanniens politische Aufgabe, dafür zu Wrgen, daß diese Gelegenheit nicht verpaßt werde.
M -Las „Echo de Paris" knüpft heute an die kürz- Wch-n Erklärungen des Staatssekretärs Kellogg an, daß er keineswegs die in der französischen Note vom ■7. März ausgesprochenen Vorbehalte angenommen Wabe. Das Blatt schreibt, die von Briand angekün- ILWlgten Vârbehalte seien also umgangen und wür- n nicht ân einer Berhano-ang gu zwuen, sondern einer Verhandlung zu sechsen erörtert werden, cankreich habe nur Anregungen gegeben, die die istimmyng der anderen fünf Kabinette finden nnten oder aber auch nicht. Ueber die Einstellung aglands und Deutschlands zu dem Mehrseitigkeits- wgsverzichtspakt sieht das Blatt voraus, daß Eng- nd alles Mögliche versuchen werde, um die Koali- IMvn Washingtons zu schonen. Es werde sich dem Wrinzip der Abschaffung des Krieges anschließen, ^7^n es seine eigenen Bemühungen auf eine mög-
1 Oft ernstliche Beschränkung der Vertragsgrenze Rahmen des Rechtes müsse es England
1 bleiben, die für notwendig erachteten Polizei- G @?npüingen durchzuführen. Es fei nicht unwahr-
WEwüch, daß in dieser Beziehung zwischen London ns Washington eine Verständigung erzielt werde, Ein ^"einigten Staaten alles Interesse daran 'n den lateinischen Republiken der neuen
L .r 'hrer Handlungen zu bleiben. Deutsch- .^.meint das Blatt, werde sicherlich unterstreichen. ?5 w Hauptsache sei, von den Großmächten ein 1 auf den Krieg zu erlangen und es bester
Q- die mittleren und kleineren Staaten außer- I l;nVV .Dominationen zu lassen, da sich die Not- , »nrr ergeben könnte, daß die Großmächte die f / °cs Gendarmen annehmen müßten. Deutsch-
■L . habe alle Aussicht in dieser Angelegenheit zu do ^s'^"' ®enn das Kellogg zu teure System sich den w* ^ müßte die Verteidigungskoalition gegen Greifer unter dem Zeichen von Genf oder von ^L"^"" Angriffes zuin mindesten moralisch werde °^^il,chen Meinung in Amerika gebilligt
gc
Mne einsichtsvolle Gut- te scheidung
^r Cavell-Film in Holland verboten wurde.
^noshin/^?1’ 10. April. Die holländische Filmprü- die die Aufführung des Cavell-
Ire LAS Holland verboten hat, begründet Mavell-^u, ^d"!?8 mit folgenden Erwägungen: Der Mr Ä könne abgesehen von dem Rahmen, I m Kr«Y entnommen sei, picht aU Anti-
Diese Politik verfolge zwei Ziele: Erstens würde Griechenland auf diese Weise im Falle von Schwierigkeiten mit Serbien in der Lage sein, Italien zu helfen, ohne die Türkei im Rücken fürchten zu müssen, und seitens werde Italien auf diese der Levante werden, wovon die fasHtstische Presse gegenwärtig soviel redet. Die griechisch-lurkischeü Gegensätze seien schon so gut wie beseitigt und die neue Gruppe werde noch in diesem Sommer fertig
sein. In Paris sehe man bereits mit Sorge der Entwicklung dieser Dinge entgegen und man sehe sich einer Gruppe gegenüber, die wahrscheinlich aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Ungarn und vielleicht
Nischen Finanzminister Volpi einen Besuch abstatten oder hat es bereits getan. Wir brauchen auf diese Ereignisse keinen besonderen Wert zu legen, da sie keine politische Tragweite besitzen. Dr. Köhler genügt den Regeln der internationalen Höflichkeit, wenn er sich auch auf einer privaten Reise als Reichsfinanzminister den italienischen Staatsmännern vor« stellt. 2m umgekehrten Falle würde genau dasselbe geschehen. Aber die Romreise des Reichsfinanzministers hat nicht das geringste mit einer politischen Mission zu tun und sie kann deshalb auch auf sich beruhen bleiben.
Auch der Reparationsagent Parker Gilbert weill in Rom. Hier liegen die Dinge ganz anders. Seine Reise ist von außerordentlich großer politischer Tragweite. Sie steht in enge® Verbindung mit den Besuchen, die Parker Gilbert bereits in Washington, London und Paris abgestatet hat. Es ist gar kein Geheimnis, daß der Generalagent für Reparationsangelegenheiten eine außerordentlich lebhafte Tätigkeit entwickelt, um eine Revision des Dawesplanes vorzubereiten. Seine Anwesen-
Machen Frankreichs Deutschland und Großbritannien sein.
Dse âommrmismus inSapgn
AtMSf-ms sxivömev SvsaEationen
Tokio, 10. April. Die Regierung verfügte die Auflösung der extremen Proletarier- partei „Ronoto" und zweier anderer extremer politischer Organisationen, da ihre Existenz die Sichherheit und Ordnung des Landes gefährde.
Der offizielle Bericht über die gestern gemeldeten Kommunistenverhaftungen in Japan umfaßt 50 Seiten. Es wird darin ausgeführt, daß die in großem Maßstab vorgenommenen Verhaftungen im Anschluß an die Entdeckung von Bestrebungen zur Gründung eines kommunistischen Verbandes erfolgten, dessen Ziel gewesen fei, die soziale Gliederung des japanischen Reiches von Grund aus zu ändern. Besonders war geplant, während der kommenden Wahlen in ganz Japan Propagandaliteratur zu verbreiten. Gegen 150 Verhaftete ist das Verfahren bereits eingeleitet; das Verfahren gegen 300 weitere Personen dürfte in kurzer Zeit folgen. Wie es in dem offiziellen Bericht heißt, hat die kommunistische Bewegung durch die Rückkehr in Rußland ausgebildeter Führer eine besondere Belebung erfahren; diese sind dort von den Leitern der Dritten Internationale in der Handhabung kommunistischer Kampfmethoden unterrichtet worden. Die Bewegung verfüge bereits über eine gut durchgebildete Organisation mit sogenannten Zellen und einem Netz lokaler und zentraler Leiter. Sie werde von Studenten und Professoren unterstützt. In manchen Kreisen nimmt man an, daß die bevorstehenden Prozesse auch den Beweis dafür erbringen werden, daß die
Dritte Internationale der japanischen Bewegung Geldmittel zur Verfügung gestellt habe.
Tokio, 10. April. Nachdem die Untersuchung gegen die am 15. März verhafteten Kommunisten beendet ist, hat die Regierung die Zensur für Nachrichten über Japan aufgehoben. Der Generalstaatsanwalt erklärte dem Vertreter einer Zeitung: Der Haupteindruck, den man aus der ganzen Angelegenheit gewinnt, ist der, daß die Lage ernst ist, denn Japan sieht sich angesichts der ziemlich weit verbreiteten aufrührerischen Bewegung einer ungemein großen inneren Schwierigkeit gegenüber. Der gegen- wärtige Versuch, die Grundlagen des Reiches zu erschüttern, der zwar aus dem eigenen Lande kommt, aber von den 'radikalen Gedanken eines anderen Volkes beeinflußt ist, ist weit schwerwiegender als eine von außen kommende Drohung einer bewaffneten Macht.
Tokio, 10. April. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, einige Professoren, die ihre kommunistische Gesinnung bekundeten, abzusetzen und gewisse studentische Arbeitsgemeinschatfen für soziale Studien aufzulösen. Ein japanischer Mitarbeiter eines russischen Journalisten wurde verhaftet, jedoch wurde keine Anklage gegen ihn erhoben.
Kriegsfilm bezeichnet werden. Der Charakter von Miß Cavell sei unrichtig gezeichnet, wenn behauptet werde, daß sie nur aus Gutherzig- keit, um junge Leute zu retten, gehandelt habe. Die Darstellung des Films sei umso unrichtiger, als Miß Cavell sich als britische Staatsangehörige und Pflegeschwester in dem von Deutschland besetzten Gebiet schon durch ihr Amt geschützt gewußt habe. Obwohl die Deutschen in dem Film nicht unsympatisch dargestellt wurden, werde sich das Publikum unbedingt gegen sie entscheiden. Sie hätten in dem Film eine schlechte Rolle erhalten und würden immer den Kürzeren ziehen. Der Film sei nicht gegen den Krieg, fon. der« gegen ein Volk gerichtet. Der Film könne durch Wachrufen ganz bestimmter Ereignisse, die von vielen Leuten, die noch heute leb- ten, miterlebt worden sein, den eingeschlafenen Haß wieder wachrufen und die mühsame Verständigung der Völker zerstören. Ob die Verurteilung Miß Cavells unumgänglich notwendig oder ein Fehler gewesen ist, wird von der Kommission beiseite ge- lassen. Der Vorfall habe jedenfalls den Haß und die Feindschaft gegen die Deutschen außerordentlich vermehrt unb es sei vom Standpunkt der öffentlichen Moral und der guten Sitten auf das all«rschSrfst<r« oersrtotlov. daß ei» so
peinliches Ereignis, das noch nicht der Geschichte angehöre, als pikanter zugkräftiger Film ausgenutzt werde. Aus diesem Grunde und mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung Hollands, wo durch den Krieg und besonders die Cavell-Affäre seiner Zeit große Meinungsverschiedenheiten hervorgerufen worden seien, halte es die Kommission für ihre Pflicht, die Aufführung des Filmes in Holland zu untersagen. Wer hierin eine freundliche Geste gegenüber Deutschland sehe, der möge bedenken, daß es auch im I nteressse Englands fei, eine Ausnützung des Cavell-Films zu vermeiden.
Einspruch gegen die Aufführung des Cavell-Films in Newyork.
Newyork, 10. April. Die Vereinigten Deutschen Gesellschaften haben schärfsten Einspruch gegen die AufführungsgenelMigung des Cavell- Films in Newyork erhoben. Der Film soll bereits in kurzer Zeit zur Aufführung gelangen, nachdem der Direktor der Filmzensurabteilring derNewyorker staatlichen Erziehungsbehörde erklärt hat, daß er nach Vornahme einiger Aenderungen ntdjts ge g e n die Aufführung einzuwenden hatte.
tümliches ZusammentreffenHn, daß er dabei zu der gleichen Zeit in der ewigen Stadt weill wie der Reichsfinanzminister Dr. Köhler. Es mag auch für englische und französische Zeitungsvertreter nahe liegen, hinter diesem Zusammentreffen allerlei Absichten zu wittern und darüber allerlei Kombinationen anzustellen- Aber es bleibt doch dabei, daß der unpolitische Zweck der Romreise des Reichsfinanzministers auch durch die zufällig gleichzeitige Anwesenheit Parker Gilberts nicht in sein Gegenteil verkehrt werden kann und daß der Reichs- finanzminister sich in der Ruhe seines privaten Aufenthaltes in Rom auch durch die eifrigsten Gespräche Parker Gilberts mit dem italienischen Finanzminister Dolpi nicht zu stören lassen braucht.
Auch die öffentliche Meinung in Deutschland braucht sich durch die Vorgänge in Rom in ihrer Ruhe nicht stören zu lasten. Je weniger sie es tut, desto besser. In den unterrichteten Berliner Kreisen versichert man, daß der Reparationsagent schon seit Monaten an den Finanz- und Regierungszentren der Welt mit Hochdruck für seine Pläne arbeitet. Wir können nichts besseres tun, als das Ergebnis abzuwarten und alle Bemühungen zu vereiteln, die uns aus unserer Reserve hervorlocken wollen. Diese Reserve ist durch die Natur der Dinge geboten. Wir wissen aus den Andeutungen im letzten Jahresbericht über den Dawesplan ganz genau, auf welches Ziel Parker Gilbert hinarbeitet. Am 1. September 1928 treten mir in das fünfte Dawesjahr, in dem wir die volle Jahresleistung von 2,5 Milliarden Mark aufbringen müssen, in dem wir gleichzeitig mit der Amortisierung der Eisenbahnobligationen beginnen. Wie wir diese Leistungen aufbringen wollen, bleibt uns überlasten. Aber Parker Gilbert weiß ganz genau, daß die Transferierung dieser Leistug in ausländischer Währung ungeheure Schwierigkeiten machen wird, und daß eine vernünftige Lösung nicht abzusehcn ist, solange es an der Festsetzung einer praktisch in Betracht kommenden Endsumme für die deutsche Entschädigungsoerpflichtung fehlt. Für die Bezahlung dieser Endsumme hat Parker Gilbert, wie er in seinem Iahesbericht andeutet, bereits einen Plan ins Auge gefaßt, bei dessen Ausführung die Flüssigmachung der deutschen Bahn- und Jndustrieobligationen sicher eine große Rolle spielt und er ist zweifellos bemüht, zugleich mit der Festsetzung der deutschen Endsumme auch für diese Deckung^ inehode eine sichere Grudlage zu finden. Bel seinen guen Beziehungen zu der internationalen Finanzwelt hat er die beste Aussicht, auch hier festen Boden zu gewinnen. Wir können unsererseits das Werk am besten dadurch fördern, daß wir die Kreise Parker Gilberts nicht stören. Es muß uns gewiß daran gelegen