General Anzeiger für
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Staut NM. t.-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer io, Freitag 15, Samstag 13 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N-Pfg.. im ReNameteil von 68 mm Breite 25 N-Pfg. / Offertengebühr so N-pfg.
Ke. 83
«Samstag
Darian Stadt und Land
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der LIefemng infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Leziehu keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschri'ft u.Erschrinungstagt der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.-'Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Femspr. 395* 3957,3958
de« z. AveN
1928
Das neueste.
— Zwischen Stresemann und Litwinow hat eine
Besprechung staltgefunden, bei welcher der deutsche
Außenminister die Frage der Donez-Gefangenen berührte.
' — Gegen die mecklenburgische Regierung ist ein
' Volksbegehren eingeleitel worden.
I — In Aachen hat sich eine Gas-Katastrophe abgespielt, der vier Menschenleben zum Opfer fielen.
— In Nürnberg und Berlin haben Gedenkfeiern zum 400. Todestage Albrecht Dürers staltgefunden.
— Der englische Flieger Fitzmaurice soll an Stelle Spindlers an dem Ozeanflug der „Bremen" teilnehmen.
SSWevbundsavbett im Älpvtt
Die Tätigkeit des Völkerbunds im Monat April wird in der Hauptsache humanitären, hygienischen und handelstechnischen Aufgaben dienen. Ein großer Raum wird von der Opiumkonferenz eingenommen, die am 12. April in Genf zusammentritt. Sie hat verschiedene Gutachten zu prüfen von denen besonders eines Beachtung verdient, weil es einen Entwurf zu einer Vereinheitlichung der gesamten Kontrolle ist als das endgültige Ausführungsinstrument der Genfer und Hager Konvention über den Opiumhandel gedacht, und die Kommission erblickt in ihr fast das einzige Mittel, um den Rauschgifthandel, der trotz her Maßnahmen verschiedener Regierungen immer noch blüht, wirklich unmöglich - zu machen. Bis jetzt bestehen in der Bekämpfung -des Opiumhandels noch immer große Lücken, ^a,Lie^an- ' geführten Konventionen bisher nur von einer leinen Anzahl von Staaten ratifiziert worden sind. ,y’»)anb in Hand mit dem Ausbau der Kontrolle soll
Erdungen gehen, und schließlich auch Kn" Zentral «ro für die Anwendung der Konvention bei der ialsektion des Völkerbundes eingerichtet werden, dem voraussichtlich auch Deutschland vertreten jrf wird. Mit diesem ganzen Fragenkomplex hat Ä die Opiumkommission in ihrer Apriltagung zu Mefassen.
Eine zweite, sehr bedeutende Tagung ist die des Hygienekomitees, die am 30. April beginnt. Bei die- Her Gelegenheit wird das Komitee die Berichte fei= her verschiedenen Unterkommissionen prüfen, deren (Arbeitsgebiete sich über die ganze Erde erstrecken, liegen dem Komitee Berichte vor über die Be- skämpfung der Krebskrankheit der Blattern und >Pockenkrankheiten, die Serumstandardisation (welche sStudienkommission am 25. April in Frankfurt a. M. Zusammentritt), über den Austausch des Sanitäts- (Personals in Indien, vom Kongreß der fernöstlichen f Tropenmediziner in Bombay und vom epidemie- logischen Auskunftsamt in Singapore. Sehr ein- tgehend wird man auch die Ausdehnung der Zu- ksammenarbeit mit den südamerikanischen Staaten iberaten, die in den letzten Jahren ganz außerordent-
zugenommen hat, und die sich auf die Errichtung von Studienzentren, Leprabekämpfung, Kin- 'dersterblichkeit und eine Reihe anderer Probleme f erstreckt.
L Wirtschaftlichen Zwecken dient die Tagung des ptomitees zur Ausgleichung der Wechsel- und Scheck- fgesetzgebung. Das Komitee, das am 11. April zu- [lummen tritt, wird diesmal hauptsächlich die Scheck- lg^otzgebung zum Verhandlungsthema nehmen. Da fes sich bis jetzt als unmöglich erwiesen hat, eine [internationale Gesetzgebung auf diesem Gebiet vor- RUbereiten, ist die Arbeit des Komitees vorläufig Lvarauf gerichtet, die zwischen der sogenannten kon- Linentalen und der angelsächsischen Wechsel- und k^^Aksetzgebung bestehenden Lücken und Wider- e durch entsprechende Vorschläge zu schließen fchOEr auszugleichen, um so praktisch eine gleiche Pe-
. ,8.von Wechseln und Schecks in allen Staa-
- beizuführen. Gleichzeitig mit diesem Komitee kÂ1 ,n Paris eine Versammlung der Leiter der L,/!°rmations- und Statistikabteilung der großen iv»^^'^^ Emissionsbanken die die Verbesserung kstatistjk^öf^ntlichung. der verschiedenen Wâhrungs-
Dev deutsch-dänische SviedenStas
LA*. April. Nach den Vorträgen über die Lnh ^Micheli Beziehungen zwischen Deutschland *m„n ^nnemarf wurde eine Entschließung angenom- I 7 'n der gefordert wird: k’®1entung der bestehenden Schranken, die den f Z ^kehr behindern.
-wirtt^lc^^nß eines Handelsvertrages, der der Feoii^r ^en Annäherung dient und die Meist- . Lunstigungsklausel enthält. Mfenü^^^uu des Verkehrsnetzes in Schiffahrt-, PabDertehr ^"^ Automobillinien für Fern- und ^betV'Ä ci.ner wirtschaftlichen Zusammen- ^runds^°br Staaten, die gemeinsam die gegebene finnh-r 5.et Wirtschaft durch Produktion und I aul das Zweckmäßigste ausnutzt. wurde h; etiem Schlußwort Professor Quiddes r e °'° Tagung geschlolk««.
Dipiomaienbefuch in Stätten
Paris. 6. April. Während der Oskerfeiertage und nach den Feiertagen sind verschiedene diplomatische Besprechungen Mussolinis mit ausländischen Diplomaten vorgesehen. In der französischen presse ruft das starke Aufleben der diplomatischen Tätigkeit in Italien einige nachdenkliche Kommentare hervor.
Reife des polnischen Autzen- miniftevs nach Lialien
Warschau, 7. April. Außenminister Zaleski ist mit seiner Gemahlin am Karfreitag abend aus Warschau nach Venedig abgereift, von wo er sich nach den Ostertagen nach Rom begeben wird, um der Einladung Mussolinis Folge zu leisten. Der Außenminister wird von dem Chef des politischen Sekretariats des Außenministeriums, Szumna- kowski, begleitet.
Warschau, 6. April. Außer dem Außenminister Zaleski ist heute auch der Chef des Militärkabinetts Pilfudskis, Oberst Beck, nach Italien gefahren. Er begab sich zunächst gemeinsam mit dem Außenminister zu einem Osterurlaub nach Venedig, wird dann aber voraussichtlich ebenfalls nach Rom fahren und dort an den politischen Unterhaltungen teilnehmen. Die Reise von Oberst Beck hat hier bereits verschiedene Deutungen hervorgerufen. So findet man es in politischen Kreisen auffällig, daß vorher eine Aussprache zwischen dem rumänischen Gesandten und dem Außenminister stattfand und daß der rumänische Gesandte heute auch bei der Abreise Zaleskis und Becks am Banhof erschien. Irgendwelche bestimmte Mitteilungen über diese Besprechungen, die in Rom zwischen den polnischen und italienischen Stellen stattfinden sollen, lassen sich daraufhin aber noch nicht machen.
Gsas WsihlsM in Italien
leit,
ttUSl
len in Mailand aufhalte, wo er mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mussolini vertrauliche Besprechungen führe. . .
DemiM-VUM. BeiNsechungen
S-lksö-mmisfav Lèiwrnsff bei Dv. Sèreiemann. - Eine evsebnrslose ÄnievVeSttns
Berlin, 5. April. Reichsauhenminist er Dr. Stresemann empfing heule den stellvec- lrelenden Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion, Litwinoff, der von dem Botschafter der Sowjetunion in Berlin Krestinski, begleitet war. Es fand eine längere Aussprache statt, an der auch der Letter der Ostabteilung im Auswärtigen Amt, Dr. v. Dirksen, teilnahm.
In politischen Kreisen verlautet, daß die heutige Unterhaltung des Reichsministers des Aeußeren, Dr. Stresemann, und des russischen Volkskommissars für Aeußeres, Litwinoff, sich auf die aktuellen Fragen der deutsch-russi schen Politik und des Ostens überhaupt bezog. Die Frage der verhafteten deutschen Ingenien re dürfte dabei wohl berührt worden, aber praktisch wohl nicht weikergebracht worden sein, da Litwinoff, der sich auf der Durchreise von Genf nach Moskau befindet, hierüber ni cht näher im Bilde war.
von der absoluten Unvoreingenommenheit und Gerechtigkeit des räterussischen Strafprozesses nicht ganz überzeugt ist, und deshalb um das Schcksst der dieser Justiz verfallenen. Landsleute bangt, T ' natürlich kein Boschewik gelten.
Es ist wohl sicher, daß Stresemann die Herren Litwinoff und Krestinski nicht darüber im Unklaren gelassen hat, wie sehr das Verhallen der Räteregierung — vom Ministerpräsidenten Rykow bis zu den Rostowschen Lokalbehörden —, in Deutschland verstimmt hat, und daß eine Abkühlung der deutsch- russischen Beziehungen, die kein Mensch in Deutschland wünscht, allein Rußland zur Last fallen müßte. Leider scheint auch diese hochpolitische Unterredung gar kein positives Ergebnis gehabt zu haben, sonst wäre etwas davon in der amtlichen Mitteilung wenigstens in einer der am diplomatischen Stil sonst so geläufigen Wendung angedeutet worden. 2{ber nichts dergleichen. So kann man nur hoffen, daß Litwinoffs mündlicher Bericht in Moskau die bisherige Intransigenz des Kremls dahin zu beeinflußen vermögen wird, daß bett bekannten deutschen Wünschen mehr als bisher Rechnung getragen j wird. Denn die russische Politik würde sich einem bedauerlichen Irrtum hingeben, wenn sie annähme, Deutschland fei auf Gedeih und Verderb auf Rußland angewiesen und infolgedesien zu jeder Nachgiebigkeit gegenüber Rußland gezwungen. Seit den Tagen von Rapallo hat sich in der Weltpolitik vieles geändert und Deutschland hat, wenn es sich wirklich jemals in der Verzweiflungsstiimmmg des Ruhrkampfes gewisse russische Hoffnungen gemacht hat, diese längst in Uebereinstimmung mit einer zielbewußten europäischen Realpolitik gebracht, wozu sehr wesentlich der Umstand beigetragen hat, daß es dem Rätereich nicht nur nicht gelungen ist, eine wirtschaftliche und damit auch politische Machtstufe zu erringen, sondern daß gerade die letzten Ereignisie im russischen Industriegebiet aufs neue
gezeigt haben, wie vorsichtig die Bericbte zu bewer
ten sind, die von russischem Wiederaufstieg zu meb neu uns non Der ^eimsmgswuyc, in o^ ^ Den wissen. iften Tagen schon werden die einzelnen Pcu>"
Der „Köln. Ztg/' wird hierzu aus Berlin gedrahtet: Ueber den Inhalt der Unterredung zwischen Stresemann und Litwrnosf wird sowohl von Deub scher wie von russischer Seite ein in dieser Strenge ungewöhnliches Stillschweigen beobachtet, so daß man einstweilen nur auf den Wortlaut der knappen amtlichen Meldung angewiesen ist. Anzunehmen ist wohl, daß die Unterredung von russischer Seite gewünscht worden ist, woraus zu folgern wäre, daß man in den außenpolitischen Kreisen des Rätebundes den Umschwung der deutschen öffentlichen Meinung gegenüber Rußland, wie er sich in den letzten Wochen, besonders infolge der Verhaftungen im Donezgebiet deutlich gezeigt hat, unangenehm emp« findet und der Gefahr einer deutsch-russischen Entfremdung vorzubeugen sucht. Deutscherseits wird jeder derartige Schritt, sofern er aufrichtig gemeint ist und nicht nur eine Geste bedeutet, gern gesehen werden Wir begrüßen es daher, daß Tschitscherins rechte Hand, Herr Litwinoff, der sich nach seiner Rückkehr von der Genfer Abrüstungskonferenz noch vorübergehend zur Erholung (rufftscherssits wird das als Grund angegeben) in Deutschland aufhielt, vor seiner gestern nachmittag erfolgten Abreise nach Moskau persönlich mit dem Leiter der deutschen Außenpolitik gesprochen hat. Litwinost hat während seines Aufenthalts in Deutschland selbst sehen und hören können, welche Erregnug die russischen Maßnahmen in Deutschland hervorgerufen haben, und er wird sich hoffentlich davon überzeugt haben, daß die Erregung ganz spontan entstanden ist und nicht etwa, wie die amtlichen Rätekreise und ihre Presse behaupten, auf Veranlassung der deutschen Schwer- Industrie. Es ist bemerkenswert, mit welcher Ver- ständnislosigkeit die Rusten unseren Wünschen aus Anlaß der Verhaftungen begegnen: Es sei doch wirklich nicht so wesentlich, kann man aus zuständigem Diplomatenmunde hören, wenn im Rahmen einer großen Verschwörung auch ein paar Auslän- der mit verhaftet würden: wenn sich ihre Unschuld herausstelle, würden sie ja freigelassen, wie der Fall Goldstein zeige. Daß man außerhalb Rußlands
Demgegenüber wird an zuständiger Stelle folgendes festgestellt: Ministerpräsident Graf Bethlen hat in Venedig und Umgebung einige Tage verbracht, um sich ungestört auszuruHen. Deine Reise hat keinerlei politische Ziele. Die Nachricht, als ob Ministerpräsident Graf Bethlen in Malland oder anderswo mit dem italienischen Ministerpräsidenten oder anderen Personen Verhandlungen führen wolle, entspreche nicht den Tatsachen.
SvattrSfiiGe âsmmeniave
Paris, 6. April. Das starke Aufleben der diplomatischen Tätigkeit in Italien ruft in der französischen Presse einige nachdenkliche Kommentare hervor. Besonders der Zusammenkunft des türkischen Außenministers mit Mussolini wird große Bedeutung beigelegt. Man glaubt, daß diese Besprechung eine Aenderung in den außenpolitischen Orientierung Angoras einleite, das sich von Berlin und Moskau abzuwenden beginne, wie sich dies schon bei den Abrüstunasberatungen in Genf gezeigt habe, wo der türkische Minister die These des italienischen Delegierten zur großen Enttäuschung der Vertreter Deutschlands und Sowjetrußlands
auffallend stark unterstützt habe.
Der „Petit Parisien" glaubt, daß in Genf sich zwischen einigen Staaten eine Stimmung gegen ein Balkan-Locarno und für eine Konzentration der in Frage kommenden Mächte um Italien entwickelt habe, wofür die Zusammenkunft des griechischen .Mtamiiiifte^. mit l^iLem türkischen Kollegen unH
Unter Wesen Umständen ist es nicht verwundert lich, daß Herrn Haleskis Reise nach Rom hier Sensation macht.
Gvnfte Sstevgedattken
Osterglocken klingen ... Sie künden den Sieg des Lichtes über die Nacht. Wie einst in den ersten Tagen des Christentums die Botschaft: „Der Herr ist erstanden" die zagenden Jünger fest miteinander verband und das Evangelium vom Grabesüberwinder die erste Gemeinde schuf, die aller menschlichen Erfahrungen zum Trotz glaubte an den Sieg des Lebens über den Tod, so ruft auch heute noch der Siegesklang der Osterglocken einen jeden, der von Christus ergriffen ist, so ruft er uns alle zu dem jubelnden Bekenntnis: „Er ist wahrhaftig auferstanden."
Und dieser Triumphgesang und Siegesruf: „Der Herr ist erstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!" findet nicht nur bei dem einzelnen Menschen Widerhall, sondern auch vieltausendfachen in den Tiefen einer gequälten Volksseele, tröstet, stärkt, pflanzt die Hoffnung auf, überträgt sich mit magischer Kraft auf die Einheit des ganzen Lebens und gibt auch dem Kampfe ums Vaterland neuen geistigen Inhalt und ein herrliches Ziel: Auferstehung! Die Auferstehungsgewißheit der Jünger wird zum Sinn- und Vorbild des unerschütterlichen Glaubens an die Auferstehung des Vaterlandes.
Ist es schwer, solchen Glauben freudig zu bekennen? Wir waren als Volk so tief gesunken, daß niemand mehr einen Ausweg wußte. In den letzten Jahren ist es bedeutend bester geworden. Freilich sind es nur Ansätze, noch nicht Erfüllung, aber doch sehen wir Knospen, die ans Licht drängen und sich entfalten wollen. Das erfüllt uns mit Hoffnung, ja Gewihhell:
und unser BoitU"Dueu»r uit! diu Ss^-Ml-^tt-H-»,^ dem ganzen Volke und nicht nur denen, die sich in den Kirchen versammeln; sie ist tue Botschaft der Hoffnung, Hoffnung aber ist Die Kraft, auszuharren und für das Gute zu kämpfen, obzwar niemand zu sagen weiß, wann es, oder vielleicht sogar nicht einmal, daß es überhaupt kommen werde. Versetzen wir uns einmal in die Tage des Werdens jenes „Friedens von Versailles" zurück, so muß man bekennen, daß damals kein Mensch, aber auch kein Mensch eine Ahnung hatte, wie wir aus den furchtbarsten Schwierigkeiten herauskommen könnten. Hat man darum die Hände in den Schoß gelegt? Hat man verzweifelt auf Leben und Zukunft verzichtet? Nein! Und warum nicht? Man hatte sein Ostern im Herzen, man hatte einen Glauben, daß das deutsche Volk nicht unterstehen könne, man hatte eine Hoffnung, daß alles Mühen, so nutzlos es im Zustande des Geschehens erscheinen mochte, nicht vergebens sein könne. Goethe hat einmal gesagt: „T>^ heißen euch hoffen!" Was will denn ein so großer, unser ganzes Menschentum umfaßender Geist mit solchem Worte? Entweder wa>.e »5 eine banale, alberne Phrase, hinter der -nchts steckt als die Absicht, etwas zu sagen, ■meil eben aerobe etwas gesagt werden muß. Oder das Wort hat einen aus der Tiefe der Erkenntnis geschöpften Inhalt, der wie e>ne aufrüttèlnde ' Mahnung an die Herzen der Menschen hineinfabren soll. Gut, dann m es wieder diese Osterbotschaft, an der m Jahrtausenden die immer erneuerte Menschheit so oft gesundet ist. Die Kraft der Hoffnung macht das Leben nicht leicht, sie macht aber den Lebenden fähig, es zu ertragen und es sich sechst und den Seinen wertvoll zu gestalten. Pflicht steckt in dieser Hoffnung, Mühe, Arbert, Ju tren- aung bis zur Aufopferung, und am Ende Sonne hinter den Wolken, Verheißung.
Das Bekennen zu solchem Glauben und Hoffen ist trotz aller finsteren Gewalten i nicht schwer, und doch, wie wenigen Menschen wird dieser Ostersegen Zuteil-Wle viele Menschen legen die Hande m den.Schötz, lassen sich von dem LenzwinÄ weich Üebkosen und schauen traumverloren in das besonnte Feld, lauschen den alten Liedern von ,^ul ling, Schönheit und Liebe, stehen still verlunken rm Winkel und freuen sich der eigenen Seele feiner Abqetöntheit, lassen die Augen trunken schauen in die wundersame SerrW« ^ qeblübt. Für diese Menschen ist der Ostersegen nur Stimmuna ohne jede Auswirkung. Gewiß mag es diesen Menschen möglich sein, für ihr Verhalten Gründe anzuführen, Gründe, die in her Zersplitterung und dem ewigen Parteihader unseres Volkes liegen. Nur wenige Wochen trennen uns von der Reichstagswahl: in den nach-