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General Anzeiger für

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Ke. 83

«Samstag

Darian Stadt und Land

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de« z. AveN

1928

Das neueste.

Zwischen Stresemann und Litwinow hat eine

Besprechung staltgefunden, bei welcher der deutsche

Außenminister die Frage der Donez-Gefangenen berührte.

' Gegen die mecklenburgische Regierung ist ein

' Volksbegehren eingeleitel worden.

I In Aachen hat sich eine Gas-Katastrophe ab­gespielt, der vier Menschenleben zum Opfer fielen.

In Nürnberg und Berlin haben Gedenkfeiern zum 400. Todestage Albrecht Dürers staltgefunden.

Der englische Flieger Fitzmaurice soll an Stelle Spindlers an dem Ozeanflug derBremen" teilnehmen.

SSWevbundsavbett im Älpvtt

Die Tätigkeit des Völkerbunds im Monat April wird in der Hauptsache humanitären, hygienischen und handelstechnischen Aufgaben dienen. Ein großer Raum wird von der Opiumkonferenz eingenommen, die am 12. April in Genf zusammentritt. Sie hat verschiedene Gutachten zu prüfen von denen beson­ders eines Beachtung verdient, weil es einen Ent­wurf zu einer Vereinheitlichung der gesamten Kon­trolle ist als das endgültige Ausführungsinstrument der Genfer und Hager Konvention über den Opium­handel gedacht, und die Kommission erblickt in ihr fast das einzige Mittel, um den Rauschgifthandel, der trotz her Maßnahmen verschiedener Regierun­gen immer noch blüht, wirklich unmöglich - zu machen. Bis jetzt bestehen in der Bekämpfung -des Opiumhandels noch immer große Lücken, ^a,Lie^an- ' geführten Konventionen bisher nur von einer leinen Anzahl von Staaten ratifiziert worden sind. ,y»)anb in Hand mit dem Ausbau der Kontrolle soll

Erdungen gehen, und schließlich auch Kn" Zentral «ro für die Anwendung der Konvention bei der ialsektion des Völkerbundes eingerichtet werden, dem voraussichtlich auch Deutschland vertreten jrf wird. Mit diesem ganzen Fragenkomplex hat Ä die Opiumkommission in ihrer Apriltagung zu Mefassen.

Eine zweite, sehr bedeutende Tagung ist die des Hygienekomitees, die am 30. April beginnt. Bei die- Her Gelegenheit wird das Komitee die Berichte fei= her verschiedenen Unterkommissionen prüfen, deren (Arbeitsgebiete sich über die ganze Erde erstrecken, liegen dem Komitee Berichte vor über die Be- skämpfung der Krebskrankheit der Blattern und >Pockenkrankheiten, die Serumstandardisation (welche sStudienkommission am 25. April in Frankfurt a. M. Zusammentritt), über den Austausch des Sanitäts- (Personals in Indien, vom Kongreß der fernöstlichen f Tropenmediziner in Bombay und vom epidemie- logischen Auskunftsamt in Singapore. Sehr ein- tgehend wird man auch die Ausdehnung der Zu- ksammenarbeit mit den südamerikanischen Staaten iberaten, die in den letzten Jahren ganz außerordent-

zugenommen hat, und die sich auf die Errich­tung von Studienzentren, Leprabekämpfung, Kin- 'dersterblichkeit und eine Reihe anderer Probleme f erstreckt.

L Wirtschaftlichen Zwecken dient die Tagung des ptomitees zur Ausgleichung der Wechsel- und Scheck- fgesetzgebung. Das Komitee, das am 11. April zu- [lummen tritt, wird diesmal hauptsächlich die Scheck- lg^otzgebung zum Verhandlungsthema nehmen. Da fes sich bis jetzt als unmöglich erwiesen hat, eine [internationale Gesetzgebung auf diesem Gebiet vor- RUbereiten, ist die Arbeit des Komitees vorläufig Lvarauf gerichtet, die zwischen der sogenannten kon- Linentalen und der angelsächsischen Wechsel- und k^^Aksetzgebung bestehenden Lücken und Wider- e durch entsprechende Vorschläge zu schließen fchOEr auszugleichen, um so praktisch eine gleiche Pe-

. ,8.von Wechseln und Schecks in allen Staa-

- beizuführen. Gleichzeitig mit diesem Komitee kÂ1 ,n Paris eine Versammlung der Leiter der L,/!°rmations- und Statistikabteilung der großen iv»^^'^^ Emissionsbanken die die Verbesserung kstatistjk^öf^ntlichung. der verschiedenen Wâhrungs-

Dev deutsch-dänische SviedenStas

LA*. April. Nach den Vorträgen über die Lnh ^Micheli Beziehungen zwischen Deutschland *mn ^nnemarf wurde eine Entschließung angenom- I 7 'n der gefordert wird: k®1entung der bestehenden Schranken, die den f Z ^kehr behindern.

-wirtt^lc^^ eines Handelsvertrages, der der Feoii^r ^en Annäherung dient und die Meist- . Lunstigungsklausel enthält. Mfenü^^^uu des Verkehrsnetzes in Schiffahrt-, PabDertehr ^"^ Automobillinien für Fern- und ^betV'Ä ci.ner wirtschaftlichen Zusammen- ^runds^°br Staaten, die gemeinsam die gegebene finnh-r 5.et Wirtschaft durch Produktion und I aul das Zweckmäßigste ausnutzt. wurde h; etiem Schlußwort Professor Quiddes r e °'° Tagung geschlolk««.

Dipiomaienbefuch in Stätten

Paris. 6. April. Während der Oskerfeiertage und nach den Feiertagen sind ver­schiedene diplomatische Besprechungen Mussolinis mit ausländischen Diplomaten vorgesehen. In der französischen presse ruft das starke Aufleben der diplomatischen Tätigkeit in Italien einige nachdenkliche Kommentare hervor.

Reife des polnischen Autzen- miniftevs nach Lialien

Warschau, 7. April. Außenminister Zaleski ist mit seiner Gemahlin am Karfreitag abend aus Warschau nach Venedig abgereift, von wo er sich nach den Ostertagen nach Rom begeben wird, um der Einladung Mussolinis Folge zu leisten. Der Außenminister wird von dem Chef des politischen Sekretariats des Außenministeriums, Szumna- kowski, begleitet.

Warschau, 6. April. Außer dem Außenminister Zaleski ist heute auch der Chef des Militärkabinetts Pilfudskis, Oberst Beck, nach Italien gefahren. Er begab sich zunächst gemeinsam mit dem Außen­minister zu einem Osterurlaub nach Venedig, wird dann aber voraussichtlich ebenfalls nach Rom fah­ren und dort an den politischen Unterhaltungen teil­nehmen. Die Reise von Oberst Beck hat hier bereits verschiedene Deutungen hervorgerufen. So findet man es in politischen Kreisen auffällig, daß vorher eine Aussprache zwischen dem rumänischen Ge­sandten und dem Außenminister stattfand und daß der rumänische Gesandte heute auch bei der Abreise Zaleskis und Becks am Banhof erschien. Irgend­welche bestimmte Mitteilungen über diese Bespre­chungen, die in Rom zwischen den polnischen und italienischen Stellen stattfinden sollen, lassen sich da­raufhin aber noch nicht machen.

Gsas WsihlsM in Italien

leit,

ttUSl

len in Mailand aufhalte, wo er mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mussolini vertrauliche Bespre­chungen führe. . .

DemiM-VUM. BeiNsechungen

S-lksö-mmisfav Lèiwrnsff bei Dv. Sèreiemann. - Eine evsebnrslose ÄnievVeSttns

Berlin, 5. April. Reichsauhenminist er Dr. Stresemann empfing heule den stellvec- lrelenden Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion, Litwinoff, der von dem Botschafter der Sowjetunion in Berlin Krestinski, begleitet war. Es fand eine längere Aussprache statt, an der auch der Letter der Ostabteilung im Auswärtigen Amt, Dr. v. Dirksen, teilnahm.

In politischen Kreisen verlautet, daß die heutige Unterhaltung des Reichsministers des Aeußeren, Dr. Stresemann, und des russischen Volkskommissars für Aeußeres, Litwinoff, sich auf die aktuellen Fragen der deutsch-russi schen Politik und des Ostens überhaupt bezog. Die Frage der verhafteten deutschen Ingenien re dürfte dabei wohl berührt worden, aber praktisch wohl nicht weikergebracht worden sein, da Litwinoff, der sich auf der Durchreise von Genf nach Moskau befindet, hierüber ni cht näher im Bilde war.

von der absoluten Unvoreingenommenheit und Ge­rechtigkeit des räterussischen Strafprozesses nicht ganz überzeugt ist, und deshalb um das Schcksst der dieser Justiz verfallenen. Landsleute bangt, T ' natürlich kein Boschewik gelten.

Es ist wohl sicher, daß Stresemann die Herren Litwinoff und Krestinski nicht darüber im Unklaren gelassen hat, wie sehr das Verhallen der Räteregie­rung vom Ministerpräsidenten Rykow bis zu den Rostowschen Lokalbehörden, in Deutschland verstimmt hat, und daß eine Abkühlung der deutsch- russischen Beziehungen, die kein Mensch in Deutsch­land wünscht, allein Rußland zur Last fallen müßte. Leider scheint auch diese hochpolitische Unterredung gar kein positives Ergebnis gehabt zu haben, sonst wäre etwas davon in der amtlichen Mitteilung wenigstens in einer der am diplomatischen Stil sonst so geläufigen Wendung angedeutet worden. 2{ber nichts dergleichen. So kann man nur hoffen, daß Litwinoffs mündlicher Bericht in Moskau die bisherige Intransigenz des Kremls dahin zu be­einflußen vermögen wird, daß bett bekannten deut­schen Wünschen mehr als bisher Rechnung getragen j wird. Denn die russische Politik würde sich einem bedauerlichen Irrtum hingeben, wenn sie annähme, Deutschland fei auf Gedeih und Verderb auf Ruß­land angewiesen und infolgedesien zu jeder Nach­giebigkeit gegenüber Rußland gezwungen. Seit den Tagen von Rapallo hat sich in der Weltpolitik vie­les geändert und Deutschland hat, wenn es sich wirklich jemals in der Verzweiflungsstiimmmg des Ruhrkampfes gewisse russische Hoffnungen gemacht hat, diese längst in Uebereinstimmung mit einer zielbewußten europäischen Realpolitik gebracht, wo­zu sehr wesentlich der Umstand beigetragen hat, daß es dem Rätereich nicht nur nicht gelungen ist, eine wirtschaftliche und damit auch politische Macht­stufe zu erringen, sondern daß gerade die letzten Ereignisie im russischen Industriegebiet aufs neue

gezeigt haben, wie vorsichtig die Bericbte zu bewer­

ten sind, die von russischem Wiederaufstieg zu meb neu uns non Der ^eimsmgswuyc, in o^ ^ Den wissen. iften Tagen schon werden die einzelnen Pcu>"

DerKöln. Ztg/' wird hierzu aus Berlin ge­drahtet: Ueber den Inhalt der Unterredung zwischen Stresemann und Litwrnosf wird sowohl von Deub scher wie von russischer Seite ein in dieser Strenge ungewöhnliches Stillschweigen beobachtet, so daß man einstweilen nur auf den Wortlaut der knappen amtlichen Meldung angewiesen ist. Anzunehmen ist wohl, daß die Unterredung von russischer Seite ge­wünscht worden ist, woraus zu folgern wäre, daß man in den außenpolitischen Kreisen des Rätebun­des den Umschwung der deutschen öffentlichen Mei­nung gegenüber Rußland, wie er sich in den letzten Wochen, besonders infolge der Verhaftungen im Donezgebiet deutlich gezeigt hat, unangenehm emp« findet und der Gefahr einer deutsch-russischen Ent­fremdung vorzubeugen sucht. Deutscherseits wird jeder derartige Schritt, sofern er aufrichtig gemeint ist und nicht nur eine Geste bedeutet, gern gesehen werden Wir begrüßen es daher, daß Tschitscherins rechte Hand, Herr Litwinoff, der sich nach seiner Rückkehr von der Genfer Abrüstungskonferenz noch vorübergehend zur Erholung (rufftscherssits wird das als Grund angegeben) in Deutschland aufhielt, vor seiner gestern nachmittag erfolgten Abreise nach Moskau persönlich mit dem Leiter der deutschen Außenpolitik gesprochen hat. Litwinost hat während seines Aufenthalts in Deutschland selbst sehen und hören können, welche Erregnug die russischen Maß­nahmen in Deutschland hervorgerufen haben, und er wird sich hoffentlich davon überzeugt haben, daß die Erregung ganz spontan entstanden ist und nicht etwa, wie die amtlichen Rätekreise und ihre Presse behaupten, auf Veranlassung der deutschen Schwer- Industrie. Es ist bemerkenswert, mit welcher Ver- ständnislosigkeit die Rusten unseren Wünschen aus Anlaß der Verhaftungen begegnen: Es sei doch wirklich nicht so wesentlich, kann man aus zuständi­gem Diplomatenmunde hören, wenn im Rahmen einer großen Verschwörung auch ein paar Auslän- der mit verhaftet würden: wenn sich ihre Unschuld herausstelle, würden sie ja freigelassen, wie der Fall Goldstein zeige. Daß man außerhalb Rußlands

Demgegenüber wird an zuständiger Stelle folgen­des festgestellt: Ministerpräsident Graf Bethlen hat in Venedig und Umgebung einige Tage verbracht, um sich ungestört auszuruHen. Deine Reise hat kei­nerlei politische Ziele. Die Nachricht, als ob Ministerpräsident Graf Bethlen in Malland oder anderswo mit dem italienischen Ministerpräsiden­ten oder anderen Personen Verhandlungen führen wolle, entspreche nicht den Tatsachen.

SvattrSfiiGe âsmmeniave

Paris, 6. April. Das starke Aufleben der diplo­matischen Tätigkeit in Italien ruft in der fran­zösischen Presse einige nachdenkliche Kommentare hervor. Besonders der Zusammenkunft des tür­kischen Außenministers mit Mussolini wird große Bedeutung beigelegt. Man glaubt, daß diese Be­sprechung eine Aenderung in den außenpolitischen Orientierung Angoras einleite, das sich von Berlin und Moskau abzuwenden beginne, wie sich dies schon bei den Abrüstunasberatungen in Genf ge­zeigt habe, wo der türkische Minister die These des italienischen Delegierten zur großen Enttäuschung der Vertreter Deutschlands und Sowjetrußlands

auffallend stark unterstützt habe.

DerPetit Parisien" glaubt, daß in Genf sich zwischen einigen Staaten eine Stimmung gegen ein Balkan-Locarno und für eine Konzentration der in Frage kommenden Mächte um Italien entwickelt habe, wofür die Zusammenkunft des griechischen .Mtamiiiifte^. mit l^iLem türkischen Kollegen unH

Unter Wesen Umständen ist es nicht verwundert lich, daß Herrn Haleskis Reise nach Rom hier Sen­sation macht.

Gvnfte Sstevgedattken

Osterglocken klingen ... Sie künden den Sieg des Lichtes über die Nacht. Wie einst in den ersten Tagen des Christentums die Bot­schaft:Der Herr ist erstanden" die zagenden Jünger fest miteinander verband und das Evangelium vom Grabesüberwinder die erste Gemeinde schuf, die aller menschlichen Erfah­rungen zum Trotz glaubte an den Sieg des Lebens über den Tod, so ruft auch heute noch der Siegesklang der Osterglocken einen jeden, der von Christus ergriffen ist, so ruft er uns alle zu dem jubelnden Bekenntnis:Er ist wahrhaftig auferstanden."

Und dieser Triumphgesang und Siegesruf: Der Herr ist erstanden, er ist wahrhaftig auf­erstanden!" findet nicht nur bei dem einzelnen Menschen Widerhall, sondern auch vieltausend­fachen in den Tiefen einer gequälten Volks­seele, tröstet, stärkt, pflanzt die Hoffnung auf, überträgt sich mit magischer Kraft auf die Einheit des ganzen Lebens und gibt auch dem Kampfe ums Vaterland neuen geistigen Inhalt und ein herrliches Ziel: Auf­erstehung! Die Auferstehungsgewißheit der Jünger wird zum Sinn- und Vorbild des un­erschütterlichen Glaubens an die Auferstehung des Vaterlandes.

Ist es schwer, solchen Glauben freudig zu bekennen? Wir waren als Volk so tief gesun­ken, daß niemand mehr einen Ausweg wußte. In den letzten Jahren ist es bedeutend bester geworden. Freilich sind es nur Ansätze, noch nicht Erfüllung, aber doch sehen wir Knospen, die ans Licht drängen und sich entfalten wollen. Das erfüllt uns mit Hoffnung, ja Gewihhell:

und unser BoitU"Dueu»r uit! diu Ss^-Ml-^tt-H-»,^ dem ganzen Volke und nicht nur denen, die sich in den Kirchen versammeln; sie ist tue Bot­schaft der Hoffnung, Hoffnung aber ist Die Kraft, auszuharren und für das Gute zu kämp­fen, obzwar niemand zu sagen weiß, wann es, oder vielleicht sogar nicht einmal, daß es über­haupt kommen werde. Versetzen wir uns ein­mal in die Tage des Werdens jenesFriedens von Versailles" zurück, so muß man bekennen, daß damals kein Mensch, aber auch kein Mensch eine Ahnung hatte, wie wir aus den furchtbarsten Schwierigkeiten herauskommen könnten. Hat man darum die Hände in den Schoß gelegt? Hat man verzweifelt auf Leben und Zukunft verzichtet? Nein! Und warum nicht? Man hatte sein Ostern im Herzen, man hatte einen Glauben, daß das deutsche Volk nicht unter­stehen könne, man hatte eine Hoffnung, daß alles Mühen, so nutzlos es im Zustande des Geschehens erscheinen mochte, nicht vergebens sein könne. Goethe hat einmal gesagt:T>^ heißen euch hoffen!" Was will denn ein so großer, unser ganzes Menschentum umfaßen­der Geist mit solchem Worte? Entweder wa>.e »5 eine banale, alberne Phrase, hinter der -nchts steckt als die Absicht, etwas zu sagen, meil eben aerobe etwas gesagt werden muß. Oder das Wort hat einen aus der Tiefe der Erkenntnis geschöpften Inhalt, der wie e>ne aufrüttèlnde ' Mahnung an die Herzen der Menschen hineinfabren soll. Gut, dann m es wieder diese Osterbotschaft, an der m Jahr­tausenden die immer erneuerte Menschheit so oft gesundet ist. Die Kraft der Hoffnung macht das Leben nicht leicht, sie macht aber den Leben­den fähig, es zu ertragen und es sich sechst und den Seinen wertvoll zu gestalten. Pflicht steckt in dieser Hoffnung, Mühe, Arbert, Ju tren- aung bis zur Aufopferung, und am Ende Sonne hinter den Wolken, Verheißung.

Das Bekennen zu solchem Glauben und Hoffen ist trotz aller finsteren Gewalten i nicht schwer, und doch, wie wenigen Menschen wird dieser Ostersegen Zuteil-Wle viele Menschen legen die Hande m den.Schötz, lassen sich von dem LenzwinÄ weich Üebkosen und schauen traumverloren in das besonnte Feld, lauschen den alten Liedern von ,^ul ling, Schönheit und Liebe, stehen still verlunken rm Winkel und freuen sich der eigenen Seele feiner Abqetöntheit, lassen die Augen trunken schauen in die wundersame SerrW« ^ qeblübt. Für diese Menschen ist der Ostersegen nur Stimmuna ohne jede Auswirkung. Gewiß mag es diesen Menschen möglich sein, für ihr Ver­halten Gründe anzuführen, Gründe, die in her Zersplitterung und dem ewigen Parteihader un­seres Volkes liegen. Nur wenige Wochen tren­nen uns von der Reichstagswahl: in den nach-