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20. März

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Das Neueste.

3m Reichstag fand gestern ein Rededuell zwischen Westarp und Stresemann über die deutsche Außenpolitik statt. Später kam es zwischen Lom- I muttiffen und Sozialdemokraten zu einer wüsten s Schlägerei.

Rach dem bisherigen Verlauf der Beratungen E im Reichstag ist anzunehmen, daß die Auflösung be- reits heute erfolgen wird.

Der Derwaltungsrat der deutschen Reichs- L bahngesellschaft hat beschlossen, eine Tariferhöhung k eintreten zu lassen, die eine jährliche Mehreinnahme R von 250 Millionen RM ergeben soll, wobei der M Güterverkehr etwa zwei Drittel und der Personen- D verkehr etwa ein Drittel zu tragen hätte.

Der Reichsrak nahm u. a. den Gesetzentwurf H an, der die Waffenausfuhr nach China unterbindet.

Die Rede Stresemanns vor der ausländischen U Presse wird in Paris im allgemeinen gebilligt,. doch I fordert derTemps" als Vorbedingung für die Ab- H rüffung Deutschlands moralische Entwaffnung, l

Bolttische wirSunsen dev OapfSvede?

Rom, 29. März. Nach dem halbamtlichen Tèvere ist die Regierung entschlossen, den vom Papst hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen. Seine Rede habe die Katholiken, aber nicht den Staat desorientiert. Die nächste Folge wird wahrs peinlich das Verbot der katholischen Pfadfinderorganisationen sein, die bisher noch erlaubt waren; Neuformationen waren nur in Städten unter zwanzigtausend Einwohnern verboten.

Nach Farinaccis Regime Fascista bedeutet die Rede des Papstes gegen die faschistische Jugend­politik ein indirektes Eingreifen des Vatikans in die füdtiroler Frage. Das klerikal-faschistische Centro Nazionale habe sich für die faschistische Politik in Südtirol ausgesprochen, und deshalb habe sich der Papst gegen diese Partei

in so heftiger Weise erklärt. Die Rede gehe zurück auf den Einfluß des Kardinals Piffl und des deut­schen Zentrums, die die Verurteilungen der deutsch­feindlichen Klerikal-Faschisten verlangt hätten. Die Binde sei von den Augen gefallen, man müsse der Wirklichkeit ins Gesicht sehen.

I Gtvesemauus Rede vov dev : atsswÄsKse« Hiesse

I Günstige Aufnahme in Frankreich.

E Paris, 29. März. Die Rede Stresemanns. vor M den ausländischen Pressevertretern wird hier, in ' ; Paris im allgemeinen sehr gün st i g auf - K 8 L n o m m e n. Der nationalistische I n fr änsi - eant bezeichnet sie als außerordentlich geschickt

GvHSHuns der Gifenbahttiaviße? Dev SevwaltunsSvat dev Reichsbahn fovdevt TavifevhShnng in Höhe von 5 Vvorent

Berlin, 29. März. Der Verwaltungs rat der Deutschen Reichsbahngesellschast hat es unter Würdigung der dagegen sprechenden ernsten Bedenken im Einvernehmen mit der Hauptverwaltung für seine Pflicht gegolten, eine Tariferhöhung zn beschließen die eine jährl. Mehreinnahme von 250 Millionen Reichsmark ergeben soll, wobei der Güter-

' v 't , /^»^w ^ »-- uunu^whu«, h^w, ou eine janrL wieyreinnagme von ^ou eitluio neu eveuysmarr ergeben juu, iuw« vi '" bteiem Zusammenhang besonders die oerfef»c ^tma zwei Drittel und der Personenverkehr etwa ein Drittel betragen hat.

ye.vo^ wo S.reiemann denb^aieruiMtz der / J ' .

Drstsaten die notwendige Initiative ^dex .Ab tunrßfrage zuschiebt und gleichzeitig die rügten Staaten zur Hilfe für die Lösung des Pro^ ems anruft Es sei eine im f "

«le Rede, die bei den Berliner Nationalisten

-. , Vom 26. vis 29. März 1928 tagte der Ver-

e waltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft in

_, s Pro- Berlin. Wie auch bei den vorigen Sitzungen, stand Locarno-Gerst gehal- bie finanzielle Lage im Vordergrund der Veratun­er 'Rationalisten Um g2n. Der Ausgleich der Ausgaben durch die Ein-

friedenheit errege, die man aber auf französischer nahmen macht immer größere Schwierigkeiten.

eite als eine Bezeugung des guten Willens be-; Die Einnahmen auf den Zonenkilometer sind trachten müsse. Dabei unterstreicht das Blatt (als durch Tarifermäßigungen von 5,08 Pfennig im auch andre es tun), mit welcher Mäßigung der, Jahre 1924 auf 4,44 Pfennig im Jahre 1927 zurück- deutsche Staatsmann sowohl von Poincarè als auch ^.^«»^» m-s von Frankreich im allgemeinen gesprochen habe.

Der Temps glaubt feststellen zu können, daß die von Stresemann vorgebrachten Argumente, die von Berlin aus seit Jahren schon geltend gemacht würden durch ihre stetige Wiederholung nicht ge» rade gewonnen hätten. Für die Siegermächte be» stehe nicht die geringste Verpflichtung, abzurüsten. Frankreich habe in der Abrüstungseinschränkung mehr getan als jeder andre der verbündeten Staa­ten. Der Völkerbund habe feine moralische Ver­pflichtung getreulich eingehalten. Wenn die Orga« msierung des Friedens nicht in Bauernfängerei I ausarten solle, so müsse die Abrüstung einer end- | gültig gewährleisteten Sicherheit untergeordnet mer» * den. Glücklicherweise hüte sich Stresemann, das y Wort von dem Genfer Fiasko das in der deutschen I Presse gefallen sei zu wiederholen. Wenn Strese- I mann sich darüber aufrege, daß man sich überhaupt I gefragt habe, ob Deutschland statt der Abrüstung I nicht bloß einen Vorwand zu feiner Wiederauf- I Lüftung suche, so sei festzustellen, daß die Haltung » deg Grafen Bernstorff den Sabotageversuch gegen »die Arbeiten des Vorbereitenden Ausschusses unter« H stützt habe. Daß Stresemann die Worte Poincarès M unterschreibe, entspreche wahrem Friedensgeist, und t. ES sei zu wünschen, daß es de. 1 deutschen Staats- mann gelinge, diese Auffassung auch dem deutschen I beizubringen.

gegangen Bei einem allgemeinen Preisindex von 150 Prozent

150 Prozent gegen 1913 betragen heute bei der Reichsbahn die Einnahmen für den Perfonen-

M,

Die Abvüfitmssbewegung in Gvotzbvttaunieu

London, 29. März. Eine Kundgebung zu- sunsten der Abrüstung, die von säst 100 000 Per- lonen, von denen die Hälfte Frauen sind, unterzeich- net war, wurde heute von dem Parlamentsmitglied -aennie Smith, Sekretär des Nationalrats für Ver- ymderung von Kriegen, in Downing Street über« Die Kundgebung fordert die britische Regie- auf, die Initiative zu ergreifen und vorzu- Magen, vaß die Deutschland und seinen Verbün- s in Versailles auferlegte Abrüstung zur Grund- M der internationalen Abrüstung gemacht werde. M,.Kundgebung war von vielen bekannten Per- tonuchkeiten unterzeichnet, darunter Lord Balfour k/. Burleigh, Philippe Snowden und seiner Gattin, Stynes und Lord und Lady Parmoor.

kilometer nur 123 Prozent und für den Güterzonen­kilometer nur 132 Prozent der Einnahmen von 1913.

Die Belastung der Gesellschaft dagegen ist seit Beginn des Geschäftsjahres 1927 um 575 Millionen Reichsmark gestiegen, wovon auf Reparationszah­lungen 110 Millionen, auf Dividende für Vorzugs­aktien 15 Millionen und auf Löhne und Gehälter 450 Millionen Reichsmark entfallen.

Die Erhöhungen der Ausgaben je Kopf des Per­sonals beträgt nach der neuen Gehalts- und Lohn- regelung für die Beamten 184 Prozent, für die Ar­beiter pro Arbeitsstunde 200 Prozent der Sätze von 1913. Dazu kommt die außerordentliche Belastung der Reichsbahn mit Ruhegehältern, die von 114 Mil­lionen in 1913 auf 500 Millionen in 1927 gestiegen sind Nur die günstige Verkehrsentwicklung seit Mitte 1926 und die seit Ende 1927 durchgeführte Einschränkung der Aufwendungen für Unterhaltung und Verbesserung der Anlagen unter ein auf die Dauer erträgliches Maß hat es ermöglicht, bisher von einer Tariferhöhung abzusehen. Die jetzige Drosselung der Unterhaltungs- und Verbesserungs­ausgaben kann jedoch ohne dauernde Schädigung des Unternehmens nur noch für ganz kurze Zeit beibehalten werden.

Der Verwaltungsrat beschäftigte sich ferner mit ben Vorgängen im Reichsbahnzentralamt. Um Be- schuldigungen über Unregelmäßigkeiten im Beschaf­fungswesen soweit als möglich aufzuklären und ab- zusiellen, ist in Ergänzung des bestehenden regel- mäßigen Prüfungsverfahrens durch den General- direktor eine besondere Kommission aus Fachbeam­ten eingesetzt worden. Der Ausschuß soll im engsten Zusammenhang mit der Kommission arbeiten, die im Auftrage der Hauptverwaltung seit dem Herbst

vorigen Jahres unter dem Vorsitz des Präsidenten des" Rechnungshofes und unter Beteiligung nam­hafter Wirtschaftler an der Prüfung der Organisa­tion des Reichsbahnzentralamtes arbeitet.

Gegen die TavifevhShnng

Berlin, 29. März. Wie derLokalanzeiger" hört, steht man in Regierungskreisen der Ab­sicht der Reichsbahnverwaltung, durch Tariferhöhun­gen neue Einnahmequellen zu schaffen, zumin­destens sehr skeptisch gegenüber. Es ist noch keineswegs als sicher anzusprechen, daß das Verkehrsministerium bzw. das Reichskabinett sich

Faschismus und Daiikau

Endlich ist Mussolini auf einen offenen Widerstand gestoßen, und hat sich eine Schlappe zugezogen: Der Heil. Stuhl hat seine autoritative Stimme gegen die Politik des italienischen Diktators erhoben. Und zwar in einer so offenen Weise, daß sogar der Duce, der sich kein^wegs leicht verblüffen läßt, auf ganze 48 Ständen aus der Fassung gebracht wurde. Der Papst hat eine Rede gehalten, in der er sich gegen die Bestrebungen des Faschis­mus auflehnte, seine Macht auf die geistige Führung des Katholizismus' zu erstrecken. Er hat hiermit jeder Zwiespältigkeit ein jähes Ende bereitet, und jeden Zweifel aus der Welt geräumt, der irgendwo in der Welt über feine Einstellung zum Faschismus bestehen könnte. Dieser Schritt des Papstes ist von weittragen­der Bedeutung. Seine Rückwirkungen werden noch lange spürbar bleiben.

Es ist kein Geheimnis, daß ein Teil der katholischen Kreise Italiens offen zum Faschis­mus neigt. Diese Kreise, zu denen auch manche italienische Fürsten der Kirche gehören, glaub­ten, den Heiligen Stuhl hinter sich zu haben. Sie fühlen sich auch berechtigt, die Autorität des Papstes zum Zwecke der Stärkung der faschistische Idee in Italien und außerhalb Italiens gebrauchen zu können. Sie waren un Irrtum. Eine Richtigstellung, die sie jetzt vom Vatikan erfahren müssen, wird ihnen doppelt peinlich sein. Ihre Propaganda, die sie vor allen Dingen in Amerika entfaltet haben, wird infolge des päpstlichen Schrittes sehr leiden müssen. Aber von Amerika und Italien ganz abgesehen auch anderswo in der Welt, und zwar in erster Linie in manchen Ländern Eu­ropas, wird die Stimme des Papstes ein ent­sprechendes Echo finden. Wir denken dabei von allen Dingen an Oesterreich und Tirol . . Die moralische Unterstützung durch den Papst wird dem bedrängten Deutschtum jenseits des Brenners sicherlich zugute kommen. Und auch

die österreichische Regierung wird mehr denn je wissen, daß sie in Rom einen hohen Freund hat, der um das Schicksal der unter dem faschistischen Joch Leidenden besorgt ist. Wie peinlich es für Mussolini zu vernehmen war, daß der Papst seine völlige Unabhängigkeit den staatlichen Bestrebungen des Faschismus

mit diesem Plan des Verwaltungsrats einverstanden erklären wird, denn man hegt begreiflicherweise die ,---------, - . - . ,

Besorgnis, daß eine solche Tariferhöhung, auch gegenüber bewahrt, geht schon daraus hervor,

daß es allen italienischen Zeitungen zunächst verboten war, die Anklagerede des Papstes

wenn sie sich nur auf 5 Prozent belaufen sollte, eine allgemeine Teuerungswelle im Gefolge haben könnte. Infolgedessen wird dieser Beschluß des Ver­waltungsrates im Kabinett sehr genau nachgeprüft werden, und man wird möglicherweise vor einer Zu­stimmung zu diesem Beschluß der Reichsbahndirek- tion nahelegen, den Versuch zu machen, auf andere Weise, z. B. durch Einschränkung der Kapitalinve­stierung, sich die benötigten Mittel zu beschaffen.

VvenSen

lehnt bis TaNSfeehSbung ab

Berlin, 29. März. In einer Besprechung mit Pressevertrtern nahm der preußische Handels­minister Dr. Schreiber ausführliche Stellung zu der vom Verwaltungsrat der Reichseisenbahn beschlos­senen Tariferhöhung. Er erklärt«, daß Preußen von diesem Schritt nichtbenachrichtigt worden sei und "daß diese Maßnahme für ihn um so überraschen­der komme, als er in den Verhandlungen mit den Stellen der Reichsbahndirektion auf das entschie­denste von einem solchen Vorgehen abgeraten habe. Er stehe auf dem Standpunkt, daß es falsch sei, bei dem gegenwärtigen Stande der Konjunktur der Wirtschaft die Wirtschaft durch Tariferhöhungen aufs neue zu belasten. Der Minister gab der Hoff­nung Ausdruck, daß auch die Reichsregierung, der die endgültige Genehmigung des Antrages zusteht, Einspruch gegen die Tariferhöhung erheben werde.

tone dämpfe in Mexiko

k o, 29. März. Am Dienstag und Mitt­woch tobte bei San Franzisko del Rlnoon im I «1??*® Guanajuato eine Schlacht, die als die blu- fiit* Bürgerkrieges bezeichnet wird. Die Ver- I MM umfaßt 92 Aufständische, zwei Priester, den 1I.. Mr Romingo Anayam, zwei Offiziere und der Armee. 40 Aufständische wurden I Läm>^^ und 47 gefangen genommen. Die sSL^L9 * ak das Ende der Revolution im $ «late Guanajuato.

GefSusniSstvafeu fäe 24 ettfOftbe Angestellte

Moskau, 29. März. In einer in Taschkent abge- haltenen Sitzung verurteilte der Oberste Gerichtshof nach einmonatiger Verhandlung gegen 24 Ange- stellte der Verwaltung des Bewässerungswesens Zentralasiens, die verschiedener Mißbräuche bei Bewässerungsarbeiten angeklagt waren, den ehe- maligen Chef der Verwastung, Rykunoff, zu sechs Jahren Gefängbis. Die übrigen Angeklagten wur­den zu Freiheitsstrafen von einem bis fünf Jahren verurteilt.

KlinistevvvSstdent Keldi vevteidtgt feine Politik

Dresden, 29. März. Im Landtag führte bei der fortgesetzten Etatberatung das KapitelGe- samtminifterium und Staatskanzlei, Ministerium oer auswärtigen Angelegenheiten und Bertretunae«

Sachsens" zu lebhaften Angriffen der Sozialdemo­kraten und der Kommunisten gegen den Minister­präsidenten Heldt. Ministerpräsident Heldt teidigte seinen Standpunkt. Der neue Pan,

: Der» zer-

k r e u z e r liege durchaus innerhalb der Grenzen dessen, was die Entente dem Deutschen Reiche an Verteidigungsmitteln zum zugestanden habe. Wer den Panzerkreuzer also nicht bewillige, der gestehe dem Deutschen Reiche noch weniger zu als seine Feinde. Was die Kosten des Besuches des Königs von Afghanistan angehe, so träfen die Vorwürfe der Kommunisten Sachsen nicht. Die glänzendsten Feste in Berlin feiere d ie russische Gesandschaft. Man möge erst einmal nachschauen, was Sowjetrußland für den afghanischen König ausgeben werde. Der Ministerpräsident verteidigte dann nochmals ein»

;um

Schutze seiner Grenzen Den Panzerkreuzer also

gehend die Aufrechterhaltung der sächsischen Ge­sandtschaft in München. Die hierfür eingesetzten Mittel seien unbedingt im Interesse Sachsens not» wendig. Die Abstimmung über das Etatkapitel wurde ausgesetzt.

zu veröffentlichen. Als aber diese ungeheuer­liche Maßnahme aus offensichtlichen Gründen aufgehoben werden mußte, versuchte Mussolini sie durch eine Erklärung abzuschwächen, indem er dem Vatikan einen unerbittlichen Kampf ansagte. Er ging zu Repressalien gegen den Heiligen Stuhl über. Und da der Papst mit seiner Rede mit besonderem Nachruck bei den Fragen der Jugenderziehung verweilte, so be­gann Mussolini den Kampf damit, daß er das bevorstehende Verbot sämtlicher Jugendorga­nisationen Italiens verkündete. Und jetzt weiß die gesamte katholische Welt, daß alle Bemüh­ungen, eine Versöhnung zwischen dem Vati­kan und der weltlichen Macht Italiens herbei­zuführen, fehlgeschlagen sind. Jetzt weiß man, daß die Situation keinen Fortschritt in dieser oder jener Richtung aufweist, daß sie unver­ändert verfahren bleibt.

Noch mehr erfährt man aus den Ereig­nissen der letzten Tage. Der Schritt des Pap­stes hat die geheimsten Ziele Mussolinis ent­hüllt. So weiß man nunmehr, was Mussolini unter Verständigung des Faschismus mit dem Papst gedacht hat: Nichts anderes als Unter­werfung des Papstes. Der Duce war bestrebt, den Heiligen Stuhl in den Dienst des Faschis­mus zu stellen. Er bedurfte der Autorität des Papstes nicht nur, um die von ihm gewonne­nen Positionen zu befestigen, sondern auch, um zu einem weiteren Angriff überzugehen, und neue Positionen zu erkämpfen. Mussolini, der an der Widergeburt der italienischen Nation arbeitet, schwebt das Ziel der Wiederher­stellung des mächtigen römischen Imperiums vor Augen. Der Cäsarismus ist die äußere Hülle, hinter der sich tiefere Intentionen des Faschismus verbergen. Die Unterstützung durch den Papst sollte die Verwirklichung die­ser Intentionen ermöglichen.

Was bot Mussolini dem Vatikan als Gegenleistung" für das päpstliche Bekenntnis zum Faschismus? Noch vor einigen Monaten sprach sich in maßgebenden Kreisen herum, daß die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes unmittelbar bevorstehe: der