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WW^Keneral-Mtzeiger Kr^M^WAima« Stadt und Land

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M. 26

Donnerstag

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den 26. März

1628

Das Neueste.

Zn gestern slakkgesundenen Verhandlungen innerhalb der führenden kreise des Zenrum» ist eine Einigung mit Dr. Wirth erzielt worden.

3m Reichstag wurde der Etat der allge­meinen Finanzverwaltung in zweiter Lesung an­genommen, ebenso der Ergânzungsetal und das Ge- jeh über die Reichsbankkreditanstall.

Der Reichsverband des deutschen Handwerks

> und der Deutsche Handwerks- und Gewerbekam-

: merlag wenden sich gegen die Aufstellung besonderer

Handwerkerlisten bei den kommenden Wahlen.

Aus dem Banteft de» Vereins der auslân-

5 difchen Presse sprach Reichsaußenminister Dr.

. Stresemann über die Abrüstungsfrage.

Das Reichskabinett Hal gestern beschlossen,

, den Rundfunk für Wahlreden nicht freizugeben, weil man die Gefahr befürchtet, daß eine zu starke ' Ausnutzung durch einzelne Parteien staltfinden könnte.

Hauptmann Köhl hat infolge ungünstigem

I Vetters den Start zum Ozeanfluo verschoben.

DerExzelsior" verbreitet das Gerücht, daß s die Antwort der brasilianischen Regierung auf die Einladung, wieder an den Arbeiten des Völkerbun­des teilzunehmen, negativ ausfallen dürfte.

;. Ein sung zwischen dem

MeMvum und Dv. LVivth

- W DieGermania" teilt parteioffiziös u. a. mit: mE^EPrechung am Mittwoch nachmittag, die MM ParpWmMM^^^â^s^M^M^^^s IMPgliederN^ des Partoivorstande-z abhielt und di? Ach mit der Vorbereitung der Fragen befaßte, die Wem Vorstande und dem Reichsausschuß der Partei »am 11. und 12. April beschlußgemäß vorgelegt wer- sollen, ergab sich völlige Einmütigkeit in «dem Sinne, den Wahlkampf in größter G e s ch l o s- Wsenheit durchzusühren.

Dr. Wirth nahm bei dieser Besprechung Ge- «legenheit. die Beweggründe darzulegen, die seine «von der Reichstagsfraktion abweichende Haltung in |«n letzten Jahren bestimmt hatten und betonte, daß «eine politische Einstellung der Sorge entsprungen v!e>, es möchte die deutsche Demokratie dem Geiste ;untreu werden, der die Arbeit von Weimar beseelt .habe. '

Es fand eine eingehende Aussprache allgemeiner Art statt, die sich auf Fragen der -vèckung des politischen Verantwortungsgefühls des putschen Staatsbürgers, auf die Betonung und Vertiefung des sozialen Charakters der Demokratie, auf den Aufbau unseres Volkstums und geistigen und iittuchen, Kräften des Cristentums und schließ- uq auf die Ziele unserer Außenpolitik bezog. Grundsätzlich« Meinungsverschiedenheiten ergaben siw dabei nicht.

Der Parteivorsitzende Dr. Marx, wie auch der ^oerzèitlge Führer der Reichstagsfraktion Dr. Ste- lffi°!A stellten mit Genugtuung fest, daß die I Versicherung Dr. Wirths, sein« weitere politische Wirksamkeit innerhalb der Partei und der Fraktion °Etatigen, die Kamp fesfront für die Wah­len völlig geschlossen habe.

âewe wahweden im

Ätmbfime

-^Ersin, 28. März. Ueber das Ergebnis der Wrigen Kabinettssitzung berichtet dasAchtuhr- Abendblatt", daß beschlossen worden sei, daß "'nerlei Wahlreden durch Rundfunk ^verbreitet werden dürfen.

In der gestrigen Kabinettsitzung ist auch die j ° r uljerung des Auflös ungsdekre- ..?' .s am Samstag im Reichstage zur Verlesung K^<^s8't, besprochen worden. Gewöhnlich enthält ein kJ^5 Derlei die Gründe, die zur Auflösung des ^^?^gsgeführt haben. Im gegenwärtigen Falle E ^ .Este von einer Begründung der Reichs- M-n ^' iasung abgesehen und nur darauf Hingewie- «lana^^en, daß der Reichstag zur Auflösung ge- Wde-ch ^ ltn Einverständnis mit allen Parteien Nnin ^btag freiwillig nach Verabschiedung des laiii-^o^amms feine Legislaturperiode als abge- sek-«"-?Etrachte; denn das Scheitern des Schulge- ^öglich ^aflöfungsgrund anzugeben, ist nicht gut

«samstas letzte Laudtass-

Sltzuus

Preufmrflin<-.' ^ârz. Der Aellestenrat de« ver r ,â" Landtages entschied sich heule dahin, daß abhärf0»«^ aud-> am Samstag noch eine Sitzung Di- ».un^ d""n seine Beratungen abschließen soll. ousiiÄ?AE der Auflösung des Landtages wird vor- lethff ,L?m kommenden Freitag vom Landtage Lni' Entschieden werden. Wie die Telegraphen- einn»?,- ^V' 'nird ein Antrag sämtlicher Parteien «»gebracht werden, der die Auflösung aus einen Tag

Stresemann über die Adrüftungs-vage

Betlin, 28. Mär^ Auf dem heutigen Jahresbaukett des Vereins der ausländischen Presse waren u. a. die Reichsminister Dr. Stresemann, Groener, v. Keudell und Schiele, der preußische Innenminister, die Parteiführer Loebe, Graf Westarp. Freiherr v. Rheinbabeu, Koch-Weser und Breitscheid, sowie fast alle ausländischen Missionschefs erschienen. Rach einer Ansprache des Dosen des diplomatischen Korps, Nuntius Pacelli, nahm Dr. Strese­mann das Wort und sprach über die Abrüstungsfrage und legte die Auffassung des

deutschen Volkes zu dieser Frage klar.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann sprach ein­leitend von der Antithese zwischen Skepsis und Ver­trauen gegenüber den Ereignissen der letzten Zeit und stellte unter den großen Friedens- fragen die der Abrüstung in den Vor­dergrund. Der Minister wies zunächst die in der Auslanüspresse verschiedentlich zum Ausdruck gekommene Auffassung zurück, daß es Deutschland nicht darauf ankomme, die allgemeine Abrüstung zu erreichen, sondern daß es bewußt auf einen Mißerfolg H mar beite, um daraus für sich das Recht zu freier Rüstung herzuleiten. Wenn irgendwelche maßgebenden Stellen des Auslandes wirklich an solche Hintergedanken Deutschlands glauben sollten, so besteht das einfachste Mitrel, sie zuschanden zu machen, darin, die allgemeine Abrüstung ernstlich in Angriff zu nehmen. Deutschland wünscht nichts mehr, als die ihm untergeschobenen Absichten auf diese Weise vereitell zu sehen. Es wird böswilligen Kombinationen nicht gelingen, die Weltöffentlichkeit darüber hinwegzutäuschen, wo die wahren Ursachen der schwierigen Situation liegen, die jetzt durch den Stand der Abrüstungsfrage geschaffen worden ist. Wenn ich auch zugebe, daß Probleme von dieser ^^Vi?Ä

einemHeute auf morgen" sprechen, umsoweniger, als Deutschland nicht eine sofortige Totalabrüftung aller Staaten gefordert hat, sondern sich mit dem Gedanken der graduellen und etappenweisen Lösung durchaus einverstanden erklärt hat. Daß aber für die Erreichung einer ersten Etappe die realen politischen Voraussetzungen heute schon in vollem Umfange gegeben sind, ist meine volle Ueberzeugung. Der Minister zitiert dann das Schlußprotokoll von Locarno vom 16. Oktober 1925, das sagt, daß die Verträge von Locarno eine mo­ralische Entspannung zwischen den Nationen herbei­zuführen geeignet seien und, indem sie Frieden und Sicherheit in Europa festigen, das geeignete Mittel sein werden, in wirksamer Weise die in Artikel 8 der Völkerbundsfatzung vorgesehene Entwaffnung zu beschleunigen und daß die an ihm beteiligten Regierungen sich verpflichten, an den vom Völker­bund bereits aufgenommenen Arbeiten hinsichtlich der Entwaffnung aufrichtig mitzuwirken und die Verwirklichung der Entwaffnung in einer allge­meinen Verständigung anzustreben.

Minister Stresemann stellt die Frage, ob es einen Mangel an realpolilischen Sinn be­deute, wenn er feftffelle, daß die im Schluß- firototoll von Locarno niedergeschriebenen eierlichen Worte heute, nach zweieinhalb Jah­ren, hinsichtlich der allgemeinen Abrüstung noch jeder Realisierung entbehren.

Jahr für Jahr, so fährt Ler Minister fort, haben die in der Bundesversammlung vereinigten Staaten festgestellt, daß die Abrüstung die wichtigste Auf­gabe des Völkerbundes sei, und daß die heute ge» gebene Sicherheit eine genügende Basis für einen ersten Schritt zur Abrüstung darstelle. Trotzdem scheinen wir von der Erreichung des Zieles heute weiter als je entfernt zu sein. Das ist umso schlim- mer als inzwischen das Sicherheitskomitee zu Er­gebnissen gelangt ist, die auch von denjenigen^ die Forderungen zusätzlicher Sicherheit stellen, anet» konnt werden.

Der Minister weigert sich trotz dieser Situation mit aller Bestimmtheit, von einem endgültigen Ver­sagen des Völkerbundes in der Abrüstungsfrage zu sprechen einfach deswegen, weil der Völkerbund in dieser Frage einfach nicht versagen darf. Ich muß heute die Worte, die ich in der letzten Bundes­versammlung im September vorigen Jahres aus­gesprochen habe, wiederholen, daß der Völkerbund

vor den Wahlen, also auf den 19. Mai, ausspricht. Der Antrag wird zweifellos ohne Schwierigkeiten Annahme finden.

DaS SmrdtvevS und die kommende» Wahle«

Berlin, 28. März. Der Reichsverband des DeutschenHandwerks teilt mit:

Angesichts der bevorstehenden Wahlen machen Kim Handwerk erneut Bestrebungen geltend, die ch die Aufstellung besonderer Hanüwerkerlisten eine bessere Berücksichtigung des Berufsstandes durchsetzen wollen. Der Reichsverband des Deut- schen Handwerks und der Deutsche Handwerks- und Gewerbetommertag als die maßgebenden Spitzen- Organisationen des aefamien Berufsstande» leb«

Hier vor einer gebieterischen Pflicht steht, deren Nichtachtung zu schweren Folgen führen müßte.

Es ist vergeblich, jetzt die Rechtmäßigkeit de» Anspruchs auf allgemeine Abrüstung zu be­streiten, die in den Verträgen klar zum Aus­druck gekommen und von den verantwortlichen Staatsmännern der gegenüberstehenden Mächte wiederholt anerkannt worden ist.

Wenn heute davon gesprochen wird, daß wir keinen juristischen, sondern nur einen moralischen Anspruch hätten, so liegt darin eine Negierung des Grundgedankens des Völkerbundes dessen tiefstes Fundament die Anerkennung der gegenseitigen moralischen Verpflic^ung des Völkerbundes ist.

was ist in der Abrüstungsfrage jetzt zu tun?

Das Wort haben jetzt die Regie­rungen der militärisch führenden Staaten. Auf ihnen liegt ine Verantwortung und auf sie richten sich die Erwartungen der Völker. Ich gebe der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß diese Erwartung nicht wiederum ent­täuscht werden, und daß wir schon auf der näch­sten Bundesversammlung uns einer Situation geaenüüeksetzen, ^« ^ geklärt ist, um den Völkerbund konkrete und effektive Schlüsse zu ge- ftatten.

Wenn trotz dieser Zweifel und Enttäuschungen ich noch von Hoffnungen und Vertrauen gesprochen habe, so

richtet sich mein Blick in erster Linie auf das große mächtige Volk der Bereinigten Staaten von Amerika.

Ich begrüße es, daß der Gedanke des Weltfriedens, der Gedanke der Verständigung mit den euro­päischen Staaten und Völkern es dort zu einer Ini­tiative geführt hat. Ich begrüße die Freigabe des deutschen Eigentums, ein Beschluß, der nicht nur materielle Fragen berührt, sondern den alten Ge­danken der maga charta internationalen Zusammen­lebens zum Wiederaufleben bringt, daß die Ein­zelnen nicht leiden sollen, wenn die Staaten Kriege führen.

Schließlich gibt mir auch Hoffnung darauf, daß die Verhandlungen der Zukunft nicht ergebnislos bleiben werden, sie Rede, die der fran, Mische Mini­sterpräsident in Bordeaux gehalten hat und die nach dem mir nun vorliegenden genauen Wortlaut zwar manches enthält, wo ich mich in vollem Gegensatz befinde, aber auch Worte, denen ich vollkommen zu­stimmen kann. Was geht uns im Augenblick die Vergangenheit an? Diesen Worten des Herrn Poin- caré kann ich völlig zustimmen, ebenso wie denen, daß alle leiden unter den Ruinen des Krie­ges, daß es keinen glücklichen Sieger, keinen glück­lichen Besiegten, keinen glücklichen Neutralen gibt, und daß durch die Annäherung auf intellektuellen und moralischem Gebiet wir herauskommen können aus den Leiden der Vergangenheit. Wenn diese Gedanken 'Wirklichkeit werden, wenn auf der Grundlage dieser Gedanken herangetreten wird an die Lösung dieser großen Probleme auf moralischem und auch auf wirtschaftlichem Gebiet, dann werden wir uns dem Ideal nähern, das der Herr Nuntius in den Worten des Augustinus zum Ausdruck ge­bracht hat, Worte, die ich in anderer Version so oft von meinem Kollegen Briand gehört habe, daß es nämlich nach außen wohl weit schöner scheinen mag, für Krieg und Ruhm einzutreten, daß es aber schwerer ist, für den Frieden zu kämpfen, und daß im Kampfe für den Frieden das Größte liegt, was die Menschenseele erreichen kann.

Deshalb, trotz aller Kritik, Skepsis und Enttäu­schung will ich die Hoffnung nicht aufgeben, daß die großen Gedanken des Friedens sich durchsetzen wer­den zum Besten der Menschheit. <Lebhafter Beifall).

nen diese Verquickung b eru f»st ä nL i - scher Bestrebungen ab, da jede Verbindung mit solchen Zielen die unabhängige freie Willens, bildung in den Spitzenverbänden wie auch die ent­sprechend notwendige freie Vertretung der Interes­sen gefcchrde und die berufsständische Geschlossen­heit des Handwerks zerschlagen müsse. Grundsätzlich nehmen die Spitzenverbände des Handwerks auch gegenüber den Plänen zur Gründung besonderer Handwerkerparteien eine ablehnende Stellung ein. Sollten tatsächlich neue Parteien auf berufsstän­discher Grundlage einige Vertreter in die Par. lamente entsenden, so wird deren Tätigkeit unfrucht­bar bleiben, da sie niemals einen ausschlaggebenden Einfluß erreichen können und ihr parteimäßiger Aufbau auf einer Verkennung des Wesens des politisch-parlamentarischen Systems beruht.

Lvrpvche« im OvLeut

Der Sprachgelehrte an der Sorbonne, der be« rühmten Pariser Universität, Professor Dèdier, hat sich dieser Tage einem jungen deutschen Doktor gegenüber, der eine seiner Vorlesungen besuchte, als Urheber der Kriegsgreuel-L'w^ ganda bekannt und über die Entstehung dieser Propaganda geäußert. Als die deutschen Truppen tief in Frankreich standen, nicht mehr weit von Paris, da sei er eines Tages ins Kriegsministerium gerufen worden. Dort habe man ihm erklärt:Es geht um alles; wir müs­sen die. gesamte neutrale Well gegen Deutsch­land gewinnen!" Dazu hätten die Aufzeich­nungen deutscher Gefallener nud Gefangener die teilweise Grundlage geboten. Sein, Bediers, Name habe der Veröffentlichung das nötige Gewicht gegeben. Für die späteren Auswüchse dieser Propaganda sei er nicht ver­antwortlich, erklärt Bèdier.Enfin, cest la guerre", rief Bödier aus,ich habe im In- teresie meines Vaterlandes gehandell".

Verantwortlich für die späterenAus­wüchse" der Propaganda war bekanntlich in erster Linie Alfred Harmsworth, später Vis­count Northcliffe, Gründer der großen Lon­doner TageszeitungDaily Mail", die der Lon­doner Dolkswitz dentäglichen Lügner" um­getauft hat, und nachmaliger Besitzer der größ­ten englischen Zeitung, der berüchtigten Times". Deutschlands Kriegsschuld, Kaiser Wilhelms Streben nach Weltherrschaft, das Unrecht" an Belgien und andere Thesen er­füllten zunächst Northcliffes Blätter. Dann folgten VieBarbareien" der deuljchen Sol­daten. NorthcliffesDaily Mirror" brachte die Abbildung von Peitschen, mit denen angeblich die deutschen Offiziere ihre Mannschaften in den Kampf trieben. Ein anderes Bild zeigte wie ein deutscher Soldat seinen Kameraden am Hochaltar aus dem geheiligten Kelch zutrank. Immer erneute Schauermärchen von Schand­taten deutscher Soldaten in Belgien, von Ver­gewaltigungen von Nonnen, Ermordung wehr­loser Kinder und Greise, die Mär von den ab­gehackten Kinderhänden folgten. Welch furcht­bare Waffe diese Greuelpropaganda gegen uns wurde, ist bekannt. Sie vergiftete die Meinung des gesamten neutralen Auslands, und wir hatten ihr nichts Gleichwertiges entgegenzu­setzen.Enfin cest la guerre", sagt Herr Be- dier. Gewiß, es war Krieg. Und das Interesse am Vaterland erlaubt viel. Aber jetzt ist doch angeblich Frieden und statt der Kriegspsychose haben wir den Geist von Locarno!

Oder auch nicht! Aus allerjüngster Zeit stammt ein Artikel desIndian Daily Tele­graph". der uns anmutet, als wäre er in einer Zeit geschrieben, wo die Kriegspsychose am schrecklichsten war.Wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte" ist der spaltenlange Artikel betitelt. Er bringt ein angebliches Interview eines australischen Redakteurs mit dem früheren deutschen Kronprinzen. Die blühende Phantasie des Australiers feiert Or­gien. Hören wir wie der Kronprinz munter plaudert: »Eins versprach mir mein Vater: Wenn Deutschland den Sieg errungen hätte, wäre ich Kaiser von Indien geworden, ein Vorschlag, den ich gerne angenommen hätte, da ich den Orient liebe." Selbstverständlich gönnte der Kronprinz den anderenGierigen" auch was. Hindenburg und Ludendorff hätten hohe Posten in den neuerworbenen Kolonien erhalten. Mackensen wäre Gouverneur von Nordafrika geworden, Prinz Eitel Friedrich Gouverneur von Canada. Malta ud Gibraltar wären ein Geschenk für Tirpitz gewesen. Deut­sche Besatzungstruppen sollten in London, Paris, Newyork und in Rom stationiert wer­den. Kurz und bündig soll der Kronprinz dem Interviewer erklärt haben:Mein Vater träumte, Diktator über die Welt zu werden."

Wer dächte bei diesem Interview, das sich der australische Schmok aus allen zehn Fin­gern gesogen hat, nicht an den ergötzlichen Lügen-Kriegsberichterstatter Wippchen. Nur daß man übr den Australier nicht so lachen daß man über den Australier nicht so lachen Worte aus Bernau. Schade, daß der Lügen­vater Northcliffe nicht mehr lebt. Er hätte den Australier als lebenslänglichen Oberlügner an- gestellt und ihm so kräftige Dauervorschüsie eingeräumt, daß Wippchen vor Neid blaß ge­worden wäre. So gerne man über die Sache lachen möchte, sie bat doch ihre sehr ernste