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Sämèfag den 3. Mär; 1928

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Seite 8

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MettevbeviM.

, Der Luftdruck steigt über Westeuropa weiter an, so daß mit Fortbestaird der durch das östliche Hoch­druckgebiet bestimmten Witterung gerechnet werden kann.

Vorhersage bis Samstag abend: Heiter, trocken, mittags noch etwas milder, östliche Winde.

Witterungsaussichten bis Sonntag: Noch keine wesentliche Aenderung.

Das SeudeuuusstiS in ReeWusbause«

M$ GeSuSanke«.

^inzigialev Landfvauettiag

)( Gelnhausen, 1. März. ImHessischen Hof" zu Gelnhausen fand heute unter der Leitung der seit­herigen ersten Vorsitzenden des Verbandes der Ländl. Hausfrauenvereine im Main- und Kinzigtal, Frau Riüergutsvächter Pflug (Hof Eich) der zweite Landfrauentag des Main- und Kinzigtales statt. Zu der Veranstaltung, der eine Vorstandssitzung am gleichen Tage vorausging, hatten sich u. a. Landrat Delius, die Gräfin zu Wenburg-Meerholz, Landwirtschaftsrat Direktor Müller (Schlüchtern) Vertreter der ländl. Organisationen des Kreises, die Hörerinnen des derzeitigen Lehrganges des Land­jugendheimes Hailer, Äindfrauen in großer Zahl und schließlich als Hauptrednerin die Führerin der Landfrauen Kurhessens, Frau v. d. Malsburg- Escheberg eingefunden. Zu Beginn der Tagung wurde das Ergebnis der Vorftandswahl für Main- und Kinzigtal wie folgt verkündet: 1. Vorsitzende Frau Gutsbesitzer Wegmann (Röhringshof, Kr. Schlüchtern); 2. Vorsitzende Frau Rittergutspächter Pflug (Hof Eich, Kr. Gelnhausen) und geschästs- führendes Vorstandsmitglied Frl. I. Bopp (Land- jugendheim Hailer). Frau von der Malsburg hielt als Auftakt der Tagung, der ein schöner Verlauf befchieden war, eine beherzigenswerte Ansprache, die deutlich die derzeitige Notlage unseres Land­volkes und dessen Bestreben, aus dieser Notlage heraus wieder in ein besseres, gesünderes Fahr­wasser zu kommen, widerspiegelte. In eindringlichen Worten gedachte die Rednerin jener Krise, in der fâbie deutsche Bauernschaft seit Monaien bereits stirbst und wies auf die Ursachen hin, die zu die­sem harten Mißstände führen mußten. Andererseits aber zeigte sie auch die Wege, die aus diesem Miß­stande heraus zu führen berechtigt sind, wenn jeder in der Landwirtschaft seine Kräfte anspanne. Dies tzelte in vorderster Linie für die Landfrau, die im heutigen Daseinskämpfe Schulter an Schuster mit dem Manne zu stehen und ein gut Teil feiner Lasten zu tragen habe als ein Erbe jener deutschen Frau, die selbst in den harten Kriegsjahren ihrer Pflichten nicht vergaß und die heimische Wirtschaft por dem Abgleiten bewahrte. Ihre Hauptausfüh­rungen widmete die Rednerin der Steigerung des Absatzes rein deutscher Erzeugnisse; im Besonderen kam sie auf die vernichtende Einwirkung der Aus- kandseinfuhr zu sprechen, der man jetzt mit allen Mitteln zu bezogenen gewillt sei. Mehr denn je bestehe heute für unsere gesamte Landwirtschaft das Gebot der engeren Zusammengehörigkeit, des feste­ren Zusammenschlusses, in dessen Gedeihen das Schicksal unseres Landwolkes verankert liege. Eine große Rolle in den Tagesfragen der Landwirtschaft spiele die Frage der Hilfskräfte. Eine wirksame Linderung der hierdurch entstandenen Notlage in den meisten Betrieben sei nur in der vollkommenen Berufsvörbildung unseres weiblichen Nachwuchses cuf jiän Lande zu erblicken. Die Arbeit für Haus und Hof bedeute für unsere Iungmädels durchaus keine Verminderung ihres persönlichen Ansehens; sie adele aber den, der sie tapfer und freudig an­faßt. Mit Recht ermahnte die Rednerin die augen­blicklich im Landjugendheim Hailer zur haus- und landwirtschaftlichen Heranbildung stehenden jungen Lehrerinnen, daß diese berufliche Not der Frauen auf dem Lande mit ihrer Hilfe gemindert würde.

Nach dem Bekanntwerden der Unglücks: Die Angehörigen der Bergarbeiter vor dem ge­schloffenen Zechentor, auf Nachrichten wartend. Im Hintergründe der Förderschacht, in dem sich das Unglück ereignete.

Dann ging die Rednerin auf die Gefahren der Amerikanisierung über, erwähnte, daß diese gerade zu einer verstärkte« Landflucht führe und ermahnte erneut, die Jugend zu wirtschaftlicher Tüchtigkeit zu erziehen.Wenn wir arbeiten, und nicht verzwei­feln, so gibt es dennoch einen Weg, daß unser Volk wieder stark werde und durch die Notzeit des Augenblickes hindurchgeht!" waren die Schlußworte der Ansprache, diè reichen Beifall fand. Die Hörerinnen des Landjugendheimes Hailer erfreuten sodann die Versammelten mit verschiedenen Chor- vorträgen, Frl. Bopp vom Landfrauenverband Main- und Kinzigtal hielt eine weitere Ansprache, und den Beschlug der Tagung bildete die Vor­führung eines Lehrfilmes über Kochen und Haus­wirtschaft, der sehr gut in den Rahmen der Ver­anstaltung paßte.

Kreis NÄdZnse«.

t Calbach, 3. März. Der hiesige Gesangverein Conkordia" veranstaltet morgen Sonntag einen Theaterabend. Anfang 8 Uhr.

Aus M und Seen.

Bose Folgen einer Schandtat.

: Der Einzelrichtex verurteilte den berufslosen Nikolaus Zipfel wegen Rückfalldiebstahls zu einer Zuckthausstrafe von einem Jahr. Der Angeklagte hatte einem Zeugen und früheren Arbeitskollegen um Kleider, Stiefel und Wäsche bestohlen, so daß der Zeuge nicht in der Lage war, in seiner Stellung zu bleiben, sondern diese infolge Kleidermangel auf­geben mußte. Das schändliche Verhalten des An­geklagten, der nicht mehr zu bessern Fei, erheische Unschädlichmachung, damit die Mitmenschen mög­lichst lange von ihm oerfdient blieben.

Zu dem Fomiliendrama in der Bischofsheimerstraße.

t Ueber das erschütternde Drama in der Bischofsheimerstraße 22, bei dem ein Ehemann seine ganze Familie erwürgt hat, erfahren wir noch fol­gende Einzelheiten: Die Familie Friedrich Wich­

mann wohnte seit etwa einem halben Jahr als Untermieter bei dem seit langem stellenlosen Haupt­mieter Sommer. Die Eheleute hausten mit ihren drei Kindern im Alter von einem Jahr bis zu vier Jahren in einem einzigen Zimmer. Wichmann ist ein vor längerer Zeit abgebauter Eisenbahnbeamter, der seit seiner Dienstentlassung nur gelegentlich für kurze Zeit gering bezahlte Beschäftigung fand. In der letzten Zeit war er als Reisevertreter einer Tuchfirma tätig. Seine Unterstützungen und die ge­ringen Einkünfte reichten nicht aus, um das Not­wendigste für den Lebensunterhalt zu bestreiten. Zunächst blieb die Familie mit der Miete im Rück­stand. Dann kamen andere Rechnungen, die nicht mehr bezahlt werden konnten. Mahnungen blieben ergebnislos, denn Geld konnte mit dem besten Willen nicht aufgetrieben werden. Neben der Ent­ziehung der Gas- und Lichtbenutzung ging der Ver­mieter Sommer dazu über, der Familie das Wasser abzustellen. Auf diese Weise wollte Sommer einen Druck auf die Familie ausüben, um zu dem rück­ständigen Geld für die Miete zu gelangen. Außer diesen Schulden hatten die Leute beim Bäcker, Ko­lonialwarenhändler und beim Milchmann geborgt. Am Tage vor der Tat hatte die Frau noch verschie­dene Schuldscheine unterschrieben, weil sie am Don­nerstag morgen zu ihren Schwiegereltern nach Saarbrücken reisen wollte. Dorthin wollte sie ihre Kinder nehmen, während der Mann sich um den Verkauf ihrer paar Habseligkeiten bemühen sollte. Aus diesem Erlös sollten die Schulden bei den Le­bensmittelhändlern bezahlt werden. Ueber den Leu­mund der Familie hört man nur gutes. Der Ehe­mann hat sich redlich um Arbeit bemüht und keine Mühe gescheut, ein paar Pfennige herbeizuschaffen. Der Mutter hing nur das Wohl ihrer Kinder am Herzen; sie selbst hat oft viele Tage gehungert,

: Die Frankfurter Gasgesellschaft bittet uns um Verbreitung' folgender Notiz: In den Berichten über die Familièntragödie Wichmann wird unter u. a. behauptet, daß der Familie wegen Nichtzahlung der Gasrechnungen die Gaszufuhr gesperrt worden sei. Demgegenüber möchten wir feststellen, daß die Gasgesellschaft der Familie Wichmann überhaupt kein Gas sperren konnte, weil sie als Untermieter überhaupt kein Gas direkt bezog. In der Wohnung des Vermieters befand sich ein Apparat, der nach

Einwurf einer Münze diè entsprechende Gasmeng« abgah. Inwieweit der Vermietender Familie Wich­mann die Benutzung dieser Einrichtung erlaubte, - entzieht sich Unserer Kenntnis. Gegenüber irrtüm-, licher Auffassung möchten wir nach darauf hi«. Meisen, daß die Gasgesellschaft säumigen Zahlern in Haushaltungen in der Regel durch Aufstellung von sogenannten Restant-Automaten mit Münzeinwurs Gelegenheit zum weiteren Bezug von Gas gibt.

Eröffnungsvorstellung des Riesen-Zirkus Gleich mitBen Hur" in der Festhalle. ;

: Morgen Sunnmg um 3 Uhr nachmittag ist die Erstaufführung vonBen Hut", in der Festhalls und abends 548 Uhr ist ebenfalls große Vorstellung mitBen Hur", dann täglich abends um %8. Uhr. Schon seit einer Woche werden in der Festhalft große Einbauten gemacht. Mit unglaublichster Prachtentfaltung, der diesem Riesenschauspiel den weitesten Spielraum läßt, und mit einem Riese«, aufgebot von ca. 800 Menschen und ca. 400 Tieren, wirdBen Hur" in Szene gehen. Auch für die Lieb- Haber zircensicher Kunst ist gesorgt, da sich der 5. Akt vonBen Hur" im alten römischen Zirkus Maxim abspielt. Römische Gladiatoren, die römischen Wagenrennen, die echten Arabertruppen, die große Löwengruppe, die riesigen TriuMpfzüge mit Elefanten, Zebras, Kamele, Pferden usw. wer« den in voller Wirklichkeit und Lebenswahrheit ge­zeigt. Es sei noch besonders hingewièsen sich die Eintrittskarten im Vorverkauf siehe Inserat zu besorgen.

Kleine Frankfurter Rundschau.

: Wegen Betrugs festgenommen würd der a«' aebliche Konzertmeister Wilhelm Dannenberg. Durch Zeitungs'mserat suchte er musikalisch veranlagt« Leute kostenlos im Geigenspiel auszubilden. Bei der ersten Unterrichtsstunde erklärte er, daß die Geige des Schülers nicht besonders gut sei und er eine billige Künstlergeige besorgen könne. Er nahm dann die angeblich minderwertige Geige in Zahlung und ließ sich noch höhere Geldbeträge auszahlen, Bei Nachprüfung durch einen Fachmann ergab sich dann, daß es sich nicht um Künstlergeigèn, sondern um ganz gewöhnliche Geigen handelte. Die ein- getauschten Geigen wurden von Dannenberg immer wieder als Künstlsrgeigen weiter veräußert. Psi Gleisausbesserungen in der Bruchfelderstraße wurde ein Arbeiter von einem Straßenbahnzug überfahren und am rechten Fuß schwer verletzt. Er wurde ins Städtische Krankenhaus eingeliefert. Das anhal­tend günstige Wetter brachte auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt auch in der abgelaufenen Berichts­woche wieder einen Rückgang, und zwar hauptsäch­lich in den männlichen Außeniberufen. Die Zahl der weiblichen Arbeitssuchenden hat sich wenig verän­dert. Am Ende der Berichtswoche bezogen 9961 Erwerbslose Unterstützung aus der Arbeitslosen­versicherung, während 2369 Personen aus der Krisenfürsorgs betreut wurden. Insgesamt standen also 12 330 Personen in der Unterstützung des Arbeitsamts. Am 9. März wird sich der Frank- furter Kaufmann Moser vor dem Hamburger Schwurgericht wegen Mordes zu verantworten haben. Er ist verdächtig, im Herbst v. I. feine Frau in Hamburg, wohin er von Frankfurt vxrwgen war, erwürgt zu haben. Moser hat sich Tat nach Frankfurt begeben, wo er sich die Unter­bringung seines Kindes angelegen sein ließ, aber alsbald verhaftet wurde.«». ,â

Befand. Gelegenheit

Vev LSagtrev-NVozetz

Frankenthal, 2. März. Die heutige Verhand­lung brachte die Vernehmung aller mit der Leuna- Anlage in Verbindung stehenden Angeklagten zu Ende, wobei der Bauführer Bieberich ausführ­liche technische Erläuterungen und Begründungen

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Hanau (Lamboystr. 47a) den 4. März 1928

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Nachruf.

Am 1. März verschied unser langjähriges Mitglied

Serr Jean Bilz

Wir verlieren in dem Entschla­fenen einen eifrigen Förderer unseres Vereins und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Beerdigung findet am Mon­tag denb. März nachm.ll Uhr von der Hanauer Friedhofstapelle statt und bitten wir unsereMitglieder um recht zahlreiche Beteiligung. 2254b

Der Vorstand.

DaEastms.

Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme bei demHinscheiden unseres lieben unvergeßlichen Vaters JohannesRügerlll.

Veteran von 1870/71

sagen wir Allen unseren herzlichsten Dank, besonders danken wir Herrn Pfarrer Herchenröder für die trost- reiche Grabrede und dem Kriegerverein für die Kranz­niederlegung. 4810o

Langendiebach (Hintergaffe), de« 8. März 1928

Die trauernden Hinterbliebenen:

3. d. N.:

Frau Dorothea Röger geb. May.

Tefler, Schüssel, Topf, Besteck Putz mitViM,der Schmutz istweu.

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