AanaueMzAger
MVGeneral Anzeiger für^Mj^W^anau ßStadtunvLand
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M. 48
Samstas den
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2S. Sedruae
1928
Das Neueste.
— Die nächste Vollsitzung des Reichstags ist fetzt endgültig auf M o ntag, 27. Februar, anbe- raumi worden. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung in Verbindung mit der Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushaltsplanes des Reichs- Ministeriums, des Reichskanzlers und der Reichs- lanzled
— Im Anschluß an das Arbeitsprogramm der llleichsregierung gibt, der preußische Landwirtschafts, minister für die Durchführung dieses Arbeitspro- zrèunms eine Reihe von Anregungen.
— Die Technische Hochschule hat den König Sman Ullah die Würde eines Doktor- Ingenieurs
MM-Ünis Anttvori auf die Wiener âundgsvuns
Abdermfung des tiaUsnifGen Geiandtc« in Vie« ?
Rom, 25. Febr. Die Spannung über Südtirol hat sich durch die Aufnahme, welche Me Debatte im österreichischen Rationalrat hier findet fast dramatisch zugespitzl. Der Regierungschef ist um Mitteilung seiner Ausfassung über die Haßkundgebung gegen Italien in der österreichischen Kammer ersuchl war-
chrenhalber verliehen.
Versteigerung des Szent Gotthard-
' — Die Materials gegangen.
I - Die reichlichen
ist ohne Zwischenfall von statten
Kundgebung über Südtirol im öfter»
Nationalrat hat in Italien Helle Wut
und Entrüstung hervorr,?rufen. Nach italienischen, allerdings noch mit einem Fragezeichen versehenen Llättermeldungen, soll Mustolini die Absicht haben, den italienischen Gesandten in Wien crbzrrberufen.
Vev âamvf gegen die Gp.ittev vaetete«
Berlin, 24. Febr. Mit dem Wiederbeginn des Reichstages wiro eine politisch bedeutsame Frage akut, nanllich bas Vorgehen g Splitterparteien. Die mlelfratt.^..— .. ^ jpredjungen werden jetzt wieder ausgenommen. Es ist möglich, daß ein Bè,chlüß dahin zustaiide kommt, aus de »Stimmzetteln nur einen mei» ßen Raum fllr die Splitterparteien
egen d i e
inlerfraktionellen Be»
den. Mustolini wird die Interpellation beantworten.
Helle Mui und Gnirüftuns
Rom, 24. Febr. Ein« Gruppe von Abgeordneten hat in der Kammer eine Anfrage eingebracht, in der sie, wie die „Agencia Stefani" mitteilt, dem Regierungschef und Außenminister um Mitteilung feiner Auffassung über die „schmähliche Haßkund- gebung" ersucht, „die sich im österreichischen Nationalrat abjpielte, und über die von verantwortlichen österreich.fchen Kreisen betriebene unverschämte L ü g e n k a m p a g n e gegen die einfache Anwendung italienischer Gesetze in der italienischen Provinz Bozen". Es wird gefragt, ob es nicht angebracht fei, in diesen Kundgebungen künftig eine unerträgliche Einmischung eines fremden Staates in die innere italienische Gesetzgebung zu er- blicken.
Wie. die Blätter melden, wird Mussolini bei dem bevorstehenden Parlamentsbeginn diese Anfrage beantworten.
Rom, 24. Febr. Die römische Treffe schlägt gegen Seipels Erklärungen einen teilweise drohenden Ton an Das „Giornaie d'Jtalla" schließt seinen Artikel mit den Worten, Italiens Geduld habe auch am Brenner ein Ende. Sie oft wiederholten beut»
gefällig. So suche er sich im Sattel zu hatten. Er verwechsle di« Politik mit einem Walzer, in dem die erste Partie Südtirol, die zweite Italien ge- währt würde.
Abbesuftttts des ttal. Gesandten tu Wien?
Rom. 24. Febr. «Agenzia Stefani“. — Line Sonderausgabe des „Gioraale b’btalia“ mordet: heute abend lief das Gerücht um, daß Premierminister Mussolini sich dahin entschlossen habe, den italienischen Gesandten in Wien abzurufen. Das Blatt fügt hinzu: Wir glauben, daß das italienische Volk mit Genugtuung diese würdige Antwort auf eine Politik ausvehmen würde, die zeigt, daß sie auf die sreundschasillche Haltung keine Rücksicht nimmt, die Italien bisher gegenüber Oesterreich beobachtet
° * ®**”,W mLv ® '.Im ich«» und öfterreichlichen Klagen begännen lästig zu ' !|«hsw88?0^ ^ou -E« werden. Italien rege sich nicht auf, aber Oesterreich
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Unis der"Na?kckân^ |2„ »Lavoro b^talta" greift aufs heftigste Seipel
rP ungültig persönlich an. Dieser entfache durch seine Haltung aenen LllÄhn bè «in- künstliche Aufregung megen Südtirol. Das b--
cinzeichiien müßte, wobei so manche Splitterstimme durch ungenaue Kenntnis der Vorschriften ungültig würde.. Für die Länder aber dürfte es olchen Maßnahmen gegen die Splitterparteien bet len gegenwärtigen Wahlen z u spät sein, denn >e müßten mit ihrer gesetzlichen Regelung auf der Vrundsatzgesetzgebung des Reiches fußen. Man glaubt in parlamentarischen Kreisen, daß es unmög» uch sein wird, etwa die Reichsvorschriften zugleich für die Länder verbindlich zu erklären. Somit ist damit zu rechnen, daß in den bevorstehenden Wahl- lämpfen für die Länder die Splitterparteien noch einmal hervortreten können.
beute eine qualifizierte Einmischung in innere italienische Angelegenheiten und eine Verletzung der Friedensveiträg«. In Seipels Rede liege ein Anreiz zur Entwicklung einer südtirvler Irredenta und die Unterstellung, daß italienische Gesetze nicht gerecht seien, weshalb eine moralische Auflehnung
Die MiurfLevveWrechung vevtsvoven
gegen sie erlaubt sei.
Die „Iribuna" sucht die Bedeutung des Südtiroler Deutschtums herabzumindern; es gäbe nur wenige zehntausend« Deutschsprechender, welche im
Ausfterben seien. Das Heranwachsende Geschlecht spreche und fühle italienisch, so daß das Problem
. Berlin, 24. Febr. Wie wir erfahren, mußte die lür heute nachmittag angesetzte Ministerbesprcchung verschoben werden, da das Rrbeitsprogramm infolge brr starken Inanspruchnahme der Minister durch den vrsucb des Königs von Afghanistan noch nich^ Veit fertiggcstellt ist, daß es dem Kabinett bereits ovrg^egt werden konnte. Es ist anzunehmen, daß me Ministerbesprechuna nunmehr morgen nach- ^’ttag stattfindet. Aus Grund dieser Besprechung wird sann bis zum Montag der Wortlaut der Regie- kungserklärung ausgearbeitet werden.
lt so
Die Kusrpevvuus in bet? Metallindustrie auksehove«
Berlin, 24. Febr. Nachdem die Metallarbeiter in Mitteldeutschland heute die Arbeit wieder aufge- "°mmen haben, hat der Gesamlverband deutscher Meiallindustrieller die vorgesehene Gesamtaus- iPerrung endgültig aufgehoben.
Sie Lohnbestlmmungen des ^asifvevtvages föc ote SteichS- dabnavvettee gekündtst
Berlin, 24. Febr. Hl
»ertrag für die Reichsbahnarbeiter beteil gten Orga« "iiationen zusammen, um zu der Frage der Kündi- Mo der Lohnbestimmungen des Tarifvertrages "euuna zu nehmen. Uebereinstimmend wurde dem Deutschen" zufolge die Kündigung der Lohnbeftim- ^ungen des Tarifvertrages beschlossen. Der Haupt- erwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft wurde von der Kündigung Mitteilung gemacht.
eute traten di« lm Tarif
narbeiter beteil gten Orga-
Gielnavbettevfiiwlik in Halle
5ane, 24. Febr. Die Steinarbeiter in Halle yaven durch Urabstimmung den am 15. Februar Wüten Schiede sprach, der eine Erhöhung der iein^l^s^ndenlöhne von 1.39 auf 1.43 Mark " „ der Löhne der Rammler von 1.24 auf 1.25 °°rsi,èht, abgeleh ‘ ‘ -
^bnter Deutsch!
mt. Der Zentralvorstand der Stein
roeiter Deutschlands und die Lohnkommission gestern in gemeinsamer Sitzung beschlossen, Samstag in den Streik zu treten.
Die GenatSV lduns in HaMbuvs b Die sozialdemokratische Fraktion , ,. Hamburger Bürgerschaft hat die Vertrauene- oiu ^ r bisherigen Hamburger Koalitionsparteien, 10 ®er Demokraten und der Deutschen Volkspartei, uv Verhandlungen über die Senatsbildung einge- ll «»' die am 28. Februar beginnen werde«,
«»«spiele der Senke« Rats- iKSUNS
Die Beschlagnahme einer geheimnisvollen Waffen- und Munitionssendung auf ungarischem Boden beschäftigt einige Völkerbundsmächte schon seit längerer Zeit. Obgleich über den Ursprung und das eigentliche Ziel der Sendung auch heute noch Ungewißheit besteht, verfolgt man doch in- Paris und in einigen Hauptstädten der Kleinen Entente den Plan, diese Angelegenheit gegen Ungarn auszubeuten. Man spielt mit dem Gedanken, durch den Völkerbundsrat eine militärische Untersuchung in Ungarn vornehmen zu lassen, um der ungarischen Regierung zum Bewußtsein zu bringen, daß sie noch unter militärischer Kontrolle stehe und in Rüstungsangelegenheiten strikte an die Entwaffnungsvorschriften des Fri.densver-
trages gebunden sei. Durch diese Rechnung hat aber die ungarische Regierung einen Strich
ge-
macht. Sie hat beschlossen, die beschlagnahmten Waffen und Munitionsvorräte auf dem Wege der Verschrottung unbrauchbar zu machen und
öffentlich versteigern zu lassen, falls sich der rechtmäßige Eigentümer nicht meldet. Durch dieses Verfahren räumt die ungarische Regierung in einwandfreier Weise mit dem Corpus delicti auf, so daß kein Objekt mehr vorhander ; ist, an dem der Dölkerbundsrat fein etwaige« Hal. Kontrollbedürfnis stillen könnte. Der ungarisch!
Rom, 25. Febr. Auch die Morgend alttr briu-, Ministerpräsident, Graf Bethlen, hat sich auch gen tue gestern abend berelts ?A^!5^ ”9 Lurch ein Telegramm des Generalsekretärs de-
versehen diese Rachricht mit einem Fragezeichen.
Ueber
geplante Verfahren bewegen lassen, hat aber in Aussicht gestellt, daß die Käufer der vsr- Hauung im österreichischen schrotteten Waffen ersucht werden sollen, die .en wir gestern berichtet. Zunächst Gegenstände an Ort und Stelle zu lasten.. .
die Kundgebung
RatloncUrat haben wir l vhielt bet christlich-! ozulle Tiroler Abg. Kolb eine einstündige Rede, in der er feststellte, ^ daß sich Oesterreich :n der Südtiroler Frage auf bas Menschenrecht und bis Nachbarrecht stützen müsse. Wenn selbst d« deutschen Familiennamen in Süb» tirol italienisiert würden, so kenne die Entnationalisierung dieses deutschen Landes schon keine Grenzen mehr. Der Redner schloß: „An dem Verbot des deutschen Religionsunterrichts darf der Vatikan nicht stillschweigend vorübergehen. Ich bin der Zustimmung von Tausenden deutscher Priester und von Millionen deutscher Katholiken sicher, wenn ich sage: Wir erwarten, daß der Vatikan bie große Linie seiner Tradition nicht verläßt und sein historisches non possumus auch einer Cäsarengewatt gegenüber
Abgeordnet« aller Parteien eilten auf den Redner zu, um ihm d-e Hand zu schütteln, und der Präsident des Nat-onocrats bezeichnete diese Aus-
spreche unc fühle italienisch, so daß das Problem von selbst sich erledige und niemals eine internatio- ner nale Bedeutung haben könne. . ...
Der halbamtliche lenere nennt die Rede Seipels führungen als eine Meinungsäußerung aller Par-
ein entsetzliches Flickwerk. Mit den Hosen marschiere teien des Hauses. (Es folgt dann eine Erklärung
Seipel an bei Seite der italienfeindlichen Ägita- des Bundeskanzlers Seipel, der die Kundgebung
toren, mit der Soutane aber zeige er sich Italien vervollständigte. D. Red.).
St dann eine Erklärung der die Kundgebung
Oressßen und das Ag«E
MoiNvogsamM
Berlin, 24. Febr. Im Anschluß an das Arbeite» -----ber Reichsregierung gibt der preußische aslemiaister im Einvernehmen mit dem
Programm der Reichsr
Lanowirischaslemiaisler .... _
Finanzminister unter Vorbehalt endgültiger Ent- schließungen der Staatsregierung für die Durchführung dieses Arbeitsprogramms eine Reihe von Anregungen, aus denen" der Amtliche Preußische Pressedienst st a. mitteilt:
1. Zur Organisation und Förderung des Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch sowie von Einrich. Lungen, die diesen Zwecken dienen, sollen 30 Millionen Mark in den Etat für 1928 eingestellt werden. Der Minister hält es für notwendig, daß die Ent- scheidung über die Verwendung dieser Mittel der Reichsregierung im Einvernehmen mit einem Aus- schuß von Vertretern der Länder übertragen wird, weil dadurch die bereitgestellten Mittel ihre zweckmäßigste Verwendung finden.
Es soll ein Weg gewählt wecken, der es gestattet, den Wünschen der Länder je nach her Lage ihrer Landwirtschaft und ihren besonderen Bedürsnissen gerecht zu werden.
2. Zur Behebung der gegenwärtigen außerordentlichen Rotstände der Landwirtschaft soll ein einmaliger Betrag von 30 Millionen Mark in den Etat für 1928 eingestellt werden. Von diesem Betrage soll Preußen entsprechend seinen Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Reichsgebietes 65 Prozent überwiesen werden.
3. Zur Verhütung des Nickerbruches und zur Sicherung des rationellen Fortarbeitens der land- wirtschafllichen Genossenschosien soll ein einmaliger Betrag von 25 Millionen Mark in den Haushalt für 1928 eingestellt werden. Der Minister schlägt vor, diesen Betrag der preußischeu Zeutralaeuossen-
fchaflskasse zur Weiterleitung als Beihilfen zur Ver- Ö zu stellen. Die Siaatsregierung hat ihre guns am Grundkapital der Preußenkasse in letzter Zest von etwa 33 auf 45 Millionen Mark eine wc.tere Kapital-
letzter Zeit von etwa 33 au erhöht, und beabsichtigt noch erhöhung, zunächst im Betrage von etwa 30 Millionen Mark. Sie hält es für erwünscht, daß sich auch das Reich an der preußischen Zentral- genossenschaftskasse beteiligt.
4. Der Minister stimmt dem Grundgedanken zu, daß besondere Maßnahmen notwendig sein werden, damit die nicht mehr existenzfähigen lanbroirifdjaft- lichen Großbetriebe vom Reiche für die Zwecke der bäuerlichen Siedlung aufgeteilt werden können. Es wird für notwendig und zweckmäßig angesehen, vorübergehend eine besondere Organisation zu schaffen, die dazu bestimmt ist, überschuldete, zu- sammenbrechende Betriebe nicht aus der Produktion ausfcheiden zu lassen.
S. Das Arbeitsprogramm her Reichsregierung sieht ferner einen Reichsgaranliefonds von 75 Millionen Reichsmark vor. Der Minister nimmt an, daß es sich hierbei um die Garantie für ein Drittel der von den territorialen Stellen aufzunehmenden 200 Millionen Tranche einer Ausländsanleihe handelt. Die preußische Staatsregiierung ist grundsätzlich bereit, eine Haftung für" diese Anleihe zu übernehmen, muß aber "ihre endgültige Entschließung von dem Ausgange der über die ein» zelnen Punkte des Notprogramms einzuleitenden Berhandlungen abhängig machen. Sie. sieht die Erfüllung ihrer Wünsche als eine entscheidende Voraussetzung für ihre Entschließungen in der Frage einer Beteiligung an der Bürgschaft für die Ausländsanleihen territorialer Stellen an.
Man darf gespannt feig, yh man auf der Tagung des Völkerdundsrates, die Anfang März in Genf zusammentritt, diese Waffensen- dung wirklich zu einer großen Haupt- und Staatsaktion gegen Ungarn aufbauschen wird. Graf Bethlen hat in seiner Antwort auf das Telegramm des Generalsekretärs des Völkerbundes bereits qsigedeutet, daß das Invefti- gationsrecht des Völkerbundsrates auf den vorliegenden Fall keine Anwendung finden könne. Es wird sich nun zeigen müssen, ob in Genf innerhalb des Rates eine andere Auffassung vorhanden ist und ob man versuchen wird, die Dölkerbundskontrolls gegen Ungarn mobil zu machen. Als die Kleine Entente sckon vor einiger Zeit wegen dieser Angelegenheit eine stürmische Aktion bei dem Generalsekretariat in Genf eröffnen wollte, ist sie von einigen großen Ratsmächten zurückgepfiffen worden. Die Stimmung wird im Rate auch auf der bevorstehenden Genfer Tagung sicher sehr ge- teilt sein. Italien und England werden sich kaum bereit finden, einer scharfen Kontrollaktion gegen Ungarn zuzustimmen. Es ist bekannt, daß Mussolini bei dem Besuch Titulescus in Rom bereits abkühlend auf den rumänischen Außenminister eingewirkt hat. Don Deulsckland kann man erst recht nicht erwarten, daß es gegen Ungarn Partei ergreift. Und so wird voraussichtlich dem Vorstoß gegen Ungarn, wenn er unter Führung Frankreichs unternommen werden sollte, im Völkerbundsrat bie Spitze abgebrochen werden. Leider bemühen sich auch einige deutsche Linksblätter zusammen mit der französischen Presto, Stimmung gegen Ungarn zu machen, weil ihnen die Regierung dès Grafen Bethlen aus parteipolitischen Grün-
"den zuwider ist. „ v ,
Auch die Debatte im Wiener Nationalrat über die Not der Deutschen in Südtirol kann als ein Vorspiel der Tagung des Völkerbundsrates betrachtet werden. Alle Parteien haben sich im Nationalrat zusammengetan, um gegen das faschistische Gewaltregiment in Südtirol zu protestieren. Der Bundeskanzler Seipel hat bei dieser Gelegenheit erklärt, er halte es nicht für klug, mit dieser Frage vor den Völkerbund zu treten, man solle sich vielmehr diese letzte In- stanz noch offenhalten.. Um einen langen Aufschub wird es sich dabei aber nicht handeln dürfen. Die Reckte der Deutschen werden ’m Süb» tirol mit Füßen getreten und der Völkerbundsrat hat unbedingt die Pflicht, sich einer vergewaltigten nationalen Minderheit anzunehmen — auch gegen Mussolini, auch dann, wenn er, wie aus den heutigen Meldungen ersichtlich ist, zu Maßnahmen greift, die einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gleichbedeutend sinÄ-