AanaueMzeiger
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Donnerstag den
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23. Sevvnar
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Das «surfte.
— 3m Sicherheitsausschuß legte der deutsche, Regierte v. Simson formulierte Vorschläge zur jtriegsverhütungvor.
— Der König von Afghanistan ist gestern in Julin eingetroffèn. Er wurde vom Reichspräsiden- fo, empfangen.
— Die Funktionäre der mitteldeutschen Metall- arbeifer haben mit 52 gegen 4 Stimmen Lie Wieder- «usnahme der Arbeit für Freitag beschlossen.
Kultusminister Dr. Becker sprach gestern im Hauptausschuß des Landtages über die Studien- refortrt.
— Der „Petite Parisisn" kündigt die Unterzeich- mng des französisch-belgischen Handelsprovisoriums für heute vormittag an. Wahrscheinlich wird auch heute das deutsch-französische Saarabkommen unterzeichnet werden.
Dev Mnigsbessuch in Berlin
Medevaufnahms Bee Sieben l« dev mHielBendtben Meiall- kndusivrs
Halle, 22. Febr. Die Funktionäre bet Metallarbeiter haben mit 52 gegen 4 Stimmen die Wiederaufnahme der Arbeit für Frei-
lau beschlossen.
In der angenommenen Entschließung wird kurz auf ben Werdegang der Lohnbewegung Bezug ge- tiemmen und festgestellt, daß die Linie, die durch den -chiedespruch der nordwestlichen Gruppe (zwei Pfg. Mage) bezeichnet wurde, durch den mitteldeutschen Schiedsspruch, der drei Pfennig Zulage, und durch ben Dom Reicharbeitsminister gewählten, der fünf Pfennig Erhöhung vorsieht, durchbrochen ist und damit zweöellos ein Erfolg verzeichnet werden kann. Weiter heißt es: Lediglich auf Grund des Machf- fpmches des Reicharbeitsministers wird die Bewè- afghanischen Königspaares 'hätte '1 seng abgebrochen unb daß die Frorst am Ende bgr reichen Festschmuck angelegt -. Während der per 'Bewertung noch so fest wie am Anfang ist,-ist her gangenen Nacht waren die Straßen vom Lehrtet We Beweis dafür» daß noch Kraft vorhanden war, Bahnhof bis zum Palais Prinz Albrecht festlich den Kampf weitsrzuführem Es wird darauf hinge-; geschmückt worden. Zahlreiche Zuschauer säumten tmüfen, daß die Arbeiter daraus die Lehren ziehen bie Feststraßen. Kurz vor der Ankunft bes* Zuges sollen, daß sie bei den kommenden Wahlen für die - traf der Reichsprasidsnt in Begleitung Dr. Meiß- Aenderung der, politischen Machtverhältnisse Sorge ngrg und bes Majors v. Hindenburg auf dem Bahntragen müssen. damit man ihnen nicht wieder wie hof ein. Die vor dem Bahnhof ausgestellte Reichs- setzt bei einem solchen glänzenden Kampf in den wehrkapelle begrüßte ihn mit dem Deutschlandlied. Arm fallen könnte. Es werden nun" an verschiedenen Am Ende des Bahnsteiges hatten sich u. a. zur Be»
Me Ankunft Aman «llabS in BeAtn
Der Köwg, die Königin und Reichspräsid > t von Hindenburg verlassen den Lehrter Bahnhof in Berlin
Bettin, 22. Febr. Anläj
der Ankunft des s Anschließend fuhr der Stellvertreter des Reichs- die Stadt Berlin kanzlers, Hergt, in das Palais Prinz Albrecht, um ährend der ver- an Stelle des erkrankten Reichskanzlers dem Königs- Besuch abzustalten. Vizekanzler Hergt ' ' von dem König empfan-
inden des Reichskanzlers
Arm fallen könnte. Es werden nun" an verschiedenen Am Ende des Bahnsteiges hatten sich u. a. zur Be» Drren Verhandlungen zwischen den örtlichen Ber«' grüßung des Königspaares versammelt Viziekanzler «aliungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wegen ' ' " ' '
.ter Wiederaufnahme der Arbeit stattfinden.
Rskchâ^ tMÄ KsèMs^yqmm
Vizekanzler Hergt wird heute im Reichsrat eine Erklärung über das Arbeitsnoiprogramm der R:gie- ning und die Verhandlungen im Reichskabinett ab- teben. Diese sind noch nicht völlig abgeschlossen. Wer ist es aber, daß das Arbeitsnotprogramm in Ittner Gesamtheit als unteilbares Ganzes Eingestellt werden und daß es in der Mantelvereinbarung auch einen Paragraphen enthalten wird. daß die Gesetze in, ihrer Gesamtheit in Kraft treten können. •Btim Etat des RöchsernäbruNgsministeriums wird den Parteien im Reichstag Gelegenheit gegeben fein, R ausführlich zu den Notmaßnahmen zu äußern,
grußung des Konigspaares verjammetl ^izieranzrer Hergt in Vertretung des erkrankten Reichskanzlers, die Reichsminister Curtius, Groener, v. Keudell und Koch, in Vertretung des Reichsaußenministers Staatssekretär Dr. v. Schubert, ferner Staatssekre- tar Dr. Pünder, der preußische Ministerpräsident Dr. Braun, Reichstagspräsident Loebe, Admiral Zenker, General Haye und Oberbürgermeister Dr,
paare einen !
wurde in herzlicher Weise i „
gen, der sich nach dem Befinden des Reichskanzlers erkundigte und die besten Wünsche für feine baldige Genesung aussprach. Zugleich gÄ> dèr König seiner besonderen Freude über den überaus freundlichen Empfang durch die Reichsregierung und die Ber» liNer Bevölkerung Ausdruck.
Um 17 Uhr empfing der König das diplomatische Korps unter Führung des Doyen, Nuntius Pacelli.
Um 20 Uhr fand beim Reichspräsidenten ein Festessen statt, bei dem der Reichspräsident und der König Trinkjpruche wechselten. Der Tag schloß mit einem großen Zapfenstreich.
ausführlich zu den Notmaßnahmen 31 .für die Landwirtschaft vorgesehen sind und zum -eil im Verordnungswege durchgeführt werden.
Havttev BMisvMmme« ruv SeBe Svmans
Paris, 22. Febr. Die Abendpreffe beschäftigt sich mit der gestrigen Rede des belgischen Außenmini- v - $er "T« m p s" vertritt den Standpunkt, daß °le belgische These von den gleichen Befürchtungen ^"gegeben worden sei wie die französische. Deutschland müsse eben vor jeder vor- ^fiugen Räumung her Rheinlands Jn e ernste Gegenleistung bieten. Die Garantien, die die Alliierten , aus der Besetzung Men hinsichtlich der Sicherheit und der Repa- "Uonszahlungen müßten durch mindestens gleich- , enigs Garantien ersetzt werden. Man dürfe nicht Luvten, daß eine solche Politik nicht dem Geiste st Locarno entspreche, denn niemals, in keinem ugsnblick und in keiner Form hätten die Abkom- ^".?°n Locarno den Rechten Abbruch tun sollen, Alliierten aus dem Friedensvertrage von m^iues herleiten. Stresemann habe in seiner t-»«I "^rede das Problem ein,zia und allein vom ulschea Standpunkte aus betrachtet. Hymans habe „-^En das Problem auf sein wirkliches Gebiet zu- ».As „Journal des Dèbats" schreibt, M $ ""d Belgien dürften keinesfalls im Vor- Unterpfänder ausliefern, bevor sie gleich- iniiiA Garantien erhalten hätten. Wenn der fran- in t t und der belgische Franken so tief gefallen sei, , ^lpnbers wegen der Milliarden, die das unge- " Werk des Wiederaufbaues verschlungen habe"
11.15 Uhr lief der SonderzuA ein. Der Reichspräsident hieß den König von Afghanistan w.llkom- men. Hieraus stellte der König den Reichspräsidenten der Königin vor, woran sich die Vorstellung des Gefolges durch den König anschloß. Nach der Vorstellung begrüßte das Sönigspaar die Mitglieder der afgl)anischen Gesandtschaft und schritt bann, voran der Reichspräsident mit dem König, gefolgt von der Königin, die Staatssekretär Dr. Meißner führte und dem Gefolge, ben Bahnsteig hinab, wo die Vor- ftellung der Vertreter der Reichsregierung, der preußischen Regierung und der Behörden stattfand. Hierauf begab sich der Reichspräsident mit den Gästen auf den Platz vor dem Bahnhof, wo sich die Mitalieder der Berliner afghanischen Kolonie auf» gestellt hatten, die das Königspaar lebhaft begrüß- ten. Im Namen einer islamischen Religionsgesellschaft begrüßte die Tochter des türkischen Generalkonsuls das Königsvaar und überreichte einen Blumenstrauß. Der König schritt sodann mit dem Reichspräsidenten bie Front der Ehrenkompagnie ab, während bie Musik bie afghanische Nationalhymne spielte und eine gegenüber aufgefahrene Batterie Salut schoß. Im Anschluß daran fuhren die Gaste nach dem Pruiz-Albrecht-Palais, eskordiert von Kavallerie. Im ersten Wagen hatte der König mit dem Reichspräsidenten Plaß genommen, während im zweiten die Königin, geführt von Vizekanzler Hergt, fuhr. Nach der Ankunft wurden di« Gaste vom Chef des Protokolls, dem Gesandten Dr. Köster, im Palais begrüßt.
Oie fveundsOaftl. Verletzungen -Wieben Veutsibrand und
Afghanistan
Berlin, 23 Febr. Der Herr Reichspräsident gab heute zu Ehlcn des Königs und der Königin von MfgbanifLn ein Essen zu dem die Chefs der in Berlin beglaubigten diplomatischen Missionen, die Reichsminister, Reichstaâspräsident Loebe, sowie der preußische Ministerpräsident Braun mit ihren Damen eingeladen waren. Der Reichspräsident führt« die Königin zu Tisch. Zu seiner Linken saß der König, der Frau von Hindenburg führte. Bei dem Essen brachte
der Reichspräsident
mögen. Deutschland ist bereit, ferne Erfahrungen auf technischem und kulturellem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Ein nicht geringer Teil an diesem Reformwerk fällt Ihrer Majestät der Königin zu, die voll Hingabe Ihren hohen Gemahl in seiner en Arbeit unterstützt. Es freut uns, daß
Eifer und Hingabe Ihren hohen Gemahl in feiner schöpferischen Arbeit unterstützt. Es freut uns, daß auch Sie be. der Lösung Ihrer hohen sozialen und kulturellen Aufgaben die Hilfe deutscher Frauen heranzieht. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl Ihrer Majestät des Königs und der Königin von Afghanistan, auf den Glanz und das Glück Ihres Landes und auf das Fortbestehen und die weitere Entwicklung der herzlichen Freundschaft zwischen
Deutschland und Afghanistan.
Nachdem die Musik die afghanische Nationalhymne intoniert hatte, erwiderte
der König von Afghanistan
in afghanischer Sprache: nt! Die Königin und ich ban«
mit folgenden Worten i
„Herr Reichspräsident! „
Een in unserem Nomen und im Namen des abgha- nischen Volkes auf das herzlichste für alle Ihre so freundlichen Worte über unsere liebe Heimat, über meine persönliche Tätigkeit und über die freundschaftlichen Gefühle der deutschen Regierung und des deutschen Volkes Besonders bansen wir Ihnen für den herzlichen Empfang, bte Sie uns bereitet haben. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland, die Sie, Herr Reichspräsident, geschildert haben, sind in der Tat sei Jahren fest gegründet. Sie entspringen den herzlichen Gefühlen und dem Vertrauen, das unsere beiden Nationen, miteinander verbindet. Afghanistan hat immer die Kraft und die Leistungsfähigkeit des beuU schen Volkes bewundert und hat nie in der Bewunderung dieser Eigenschaften nachgelassen. Immer haben wir auch den deutschen Mitarbeitern, die sich dem Dienste unseres Landes widmeten, volles Vertrauen geschenkt Der Fleiß, dis Ehrlichkeit und die Leistungsfähigkeit der Deutschen in Afghanistan hat seine volle Anerkennung gefunden, und ich bin ihnen ihre M tarbeit aufrichtig dankbar. Aus diesem nde habe ich und die Königin unseren teueren Sohn in die Umanischule geschickt, bie unter deutscher Leitung steht Die Tatsache, daß so viele junge Afghanen teils in Deutschland, teils in Afghanistan auf deutschen Schulen studieren, bietet mir die sichere Gewähr dafür, daß unsere künftigen Beziehungen die herzlichsten sein werden. Herr Reichspräsident! Ich trinke dieses reine Wasser auf Ihr Wohl, auf das Glück und die friedliche Entwicklung des deutschen Volkes und auf die Festigung und Vertiefung ber freundschaftlichen Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland."
Hierauf spielte die Musik das Deutschlandlied. Nach Tisch wurden die geladenen Gäste, soweit sie nicht bereits bekannt waren, dem Königspaar vorgestellt. Um 10.15 Uhr fand im Vorhofs des Hauses des Reichspräsidenten zu Ehren der fremden Gäste ein großer militärischer Zapfenstreich statt, der von 11 Musik- und 3 Spielmannkorps der Berliner
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Gruni
Garnison ausgeführt wurde.
Sergis GesvvSÄ mH Ama« «ttab
Die „Tâgl. Rundschau" teilt mit: Wie wir hören, hat die Unterredung, die Vizekanzler Hergt bei ser-
gestrigen Empfange mit dem König Aman Ullah geführt bat. einen politischen Charakter getragen. König Aman l'
nem
Der König von Afghanistan stattete dann um 15.30 Uhl dem Reichspräsidenten in seinem Hause einen Gegenbesuch ab. Bei der Ankunft wurden dem Gast durch eine tm Vorhof des Hauses des Reichs- Präsidenten aufgest'llte Ehrenkompanie militärische Ehren erwiesen, während die Musik die afghanische Nationalhymne jpielte. Reichspräsident v. Hindenburg begrüßte gemeinsam mit seiner Schwiegertochter, Frau D. Hindenburg, in der Vorhalle des Hauses den König, der von seinem Gefolge und dem deutschen Ehrendienst begleitet war, und geleitete ihn in den Gartensaal, wo die Umgebung des Reichs- ....... "' "‘ "— mommen hatte. Nach bei» tr Begleitung führte der .,,„,„,.,,,...,______ .Jönig in fein Arbeitszimmer
unb verweilte hier mit ihm in längerer Unterhaltung. Gegen 1630 Uhr verabschiedete sich der „Denim imro oeme namminaa auu; König, vom Reichspräsidenten wieder bis an bte ben1 ^.'Eerprâstdenten Poincarè empfangen wer- Shwell? de» Haases begleitet. Ein Zahlreiches hu - D Profesior Hoctzsch gehört bekanntlich der, likum begrüßte den Kama be, der Ankunft wie bet ^utschnationalen Dolksvartei anf. Iber Abfahrt in herzlicher Weil«.
m eitrig und allein vom betrachtet. Hymans habe
VrofeNov ^eeWb Bei Vvrand hpnEat*s' 22- Febr. Außenminister Briand hat qi^ vormittag den in Paris weilenden Reichstags- ri ten Professor Dr. Hoetzsch empfangen. ^ ^Eiinr Dr. Hoetzsch wird heute nachmittag auch
Präsidenten Aufstellung ge: derseitiger Vorstellung bei Reichspräsident den Sonic
n begrüßte den König vei o Abfahrt in herzlicher Weil«.
folgenden Trinkspruch aus:
Ew. Majestäten: Im Namen des Reiches und in meinem Namen habe ich die Ehre^Ew. Majestäten als Gast des Deutschen Reiches herzlich und freudig willkommen zu heißen. Wir wissen, daß Ew. Majestäten als aufrichtige Freunde zu uns kommen, und hoffen, daß Sie während Ihres Besuches in Deutschland fühlen werden, daß wir diese Freund- schuft aufs herzlichste erwidern. Deutschland weiß und rechnet es Ew. Majestäten aufs höchste an, daß Sie in Ihrem Vertrauen zu Deutschlands Leistungs- fähigkeit niemals zweifelnd geworden sind, und wir bewundern das große staatsmännnische Geschick und die große Tatkraft, mit der Ew. Majestät Ihr Land in so machtvoller und erfolgreicher Weise regieren. Da ist es nur natürlich, daß zwischen unseren beiden Staaten eine aufrichtige Freundschaft besteht, die viel älter ist, al« die offiziellen Beziehungen, die in den letzten Jahren, besonders auf wirtschaftlichem Gebiet, Vertiefung und Ausdehnung erfahren haben. Als ein Zeichen des besonderen Vertrauens Ew. Maj. zu der deutschen Leistungsfähigkeit, erscheint es uns, daß eine große Anzahl deutscher Aerzte, Lehrer und Ingenieure Techniker und Werkmeister nach Afghanistan berufen worden sind, wo ihnen wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben übertragen wurden. Einen weiteren Beweis des Der- trauens erblicken mir in der Entsendung einer großen Anzahl afghanischer Schüler und Studenten nach Deutschland. Diese jungen Afghanen werden gewiß später einmal, wenn sie nach ihrer Heimat zurückgekehrt sind, die Bande aufrichtiger Freundschaft zwisâfen beiden Völkern noch fester knüpfen. Das deutsche Volk weiß, daß Ew. Majestäten bie weite und anstrengende Fahrt nach Europa als eine ernste Studienreise unternommen haben, um überall das aufzusuchen und kennen zu lernen, was für die Entwicklung und den Fortschritt Afghanistans von besonderem Nutzen sein kann. Ich hoffe, daß Ew. Majestäten auch bei uns reiche Anregung finden
Ullah geführt hat, einen politischen Charakter getragen. König Aman Ullah hat dem Vertreter der Regierung für den warmen Empfang der Bevölkerung gedankt. Darauf hat Vizekanzler Hergt erwidert, die Begrüßung sei gewiß herzlich gewesen, sie wäre aber noch herzlicher ausgefallen, wenn das deutsche Volk nicht noch immer in Trauerstimmung über den verlorenen Krieg und das darauf folgende Elend sei. Innerlich aber sei die Freude des deutschen Volkes über den Besuch des Sömgs Aman Ullah nur umso größer, denn man sei davoir.diirch- drungen, daß der König von Afghanistan dem deut» schen Volk« immer feine Sympathien bewiesen habe und daß Afghanistan und Deutschland von dem gleichen Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit beseelt seien. Der König war von diesen Worten sichtlich bewegt.
t Afghanistans von Ich hoffe, daß Ew. e Anregung finden
âSnlg Aman LMatz N. fein Land
In dem König Aman Ullah haben wir es, was besonders betont werden muß, nicht mit einem orientalischen Herrscher zu tun, der sein Land nach orientalischen Gepflogenheiten regiert, sondern mit einem tatkräftigen, energischen, von dem Werte europäischer Kultur überzeugten Manne, der in unablässiger Arbeit bestrebt ist, die Segnungen dieser Kultur seinem Volke zugänglich zu machen.
Afghanistan ist eins der jüngsten Königreiche. Er war bis zum Jahre 1925 Emirat. Jahrzehntelang stand das Land unter englischer Bevormundung, und erst am 21. Februar 1919 erfolgte die Unab- Hängigkeitserklärung. England erkannte diese Um abhängigkeitserklärung im August des gleichen Jahres an und Rußland folgte zwei Jahre später nach. Die Verfassung von Afghanistan datiert vom 10. April 1923. Seit 1863 besteht die erbliche Monarchie des Hauses der Varaksi. Der Thronfolger wird vom Herrscher und vom Volk gemeinsam bestimmt. Der König ist unverantwortlich, er bestätigt alle Gesetze, übt die vollziehende Gewalt aus, ernennt und entläßt die allein verantwortlichen Minister. Er ist Oberbefehlshaber des Heeres. Die große Landesoersammlung, die alljährlich vom König einberufen und geleitet wird, setzt sich aus den vom König ernannten Würdenträgern zusammen. Neben ihr gibt es noch einen Staatsrat, der aus den vom