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Freilass des 10. Februar 1928

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Aufstellung wird das Sachvermögen der Stadt mit 25 043 142 Mk. angegeben, die Effekten, Forderun­gen und Baroermögensbestände mit 4 524 862 Mk. Auf der Passiva-Seite befinden sich Re Ablösungs- schulden mit 3 401 169 Mk., die Hypotheken (einschl. Hauszinssteuerhypotheken) mit 1873:021 Mk., nach dem 1. Januar 1924 aufgenommene langfristige Anleihen in Höhe von 4 422 624 Mk., kurzfristige Schulden in Höhe von 2 020 480 Mk., reservierte Fonds in Höhe von 828 394 Mk., Stiftungsvermogen (z. T. noch strittig) in Höhe von 1429 879 Mk., so daß nach Abzug dieser Passiven von den Aktiven mit einem voraussichtlichen Reinver­mögen in Höhe von 15512437 M k. gerechnet werden kann.

Loißchvel des geweebUrven Kritterftaudes

Der Einzelhandelsverband und der Kur» Hessisch-Waldeckische Handwerkerbund bitten uns um Veröffentlichung nachstehender Ent­schließung:

Die beiden zuständigen Verbände, der Einzel­handelsverband für Hessen, Waldeck und Rachbar­gebiete und der Kurhejsisch-Waldeckische Handwer- kerbund haben durch ihre Vorstände zur Lage des gewerblichen Mittelstandes in den landwirtschaft­lichen Notstandsgebieten eingehend Stellung ge­nommen. Es mußte leider feu^efteH! werden, daß Handel und Gewerbe unter den Verhältnissen der Landwirtschaft ebenfalls sehr stark zu leiden hat. Von Tag zu Tag mehren sich die Hilferufe der be­teiligten Kreise. Der Einkauf der Landwirtschaft selbst für die dringensten Bedarfsgüter des täglichen Lebens ist teilweise erschreckend zurückgegangen, teil­weise sogar ganz oder gar offiziell eingestellt war. den. Das Borgwesen hat einen ungeheueren Um- fang angenommen.

Die Folge davon ist, daß im Handwerk keine Acbcitsmöglichkeit, im Handel keine Absatzmög-

Uchkeil mehr besteht..

Die Anforderungen an Steuern aller Art unb an sozialen Lasten sowie die sonstigen Verpflich­tungen sind aber unvermindert bestehen geblieben, ja teilweise sogar noch gesteigert worden. Die Dor- stünde der Verbände hatten es für ihre Pflicht, die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit und der Re­gierung auf diese zwangsläufigen Zusammenhänge zwischen der Lage der Landwirtschaft und der im Handel und fxinömerf mit Nachdruck hinzuleuken. Schon mehren sich Fälle, daß die Geschäfte und Betriebe ihren Verpflichtungen dem Staat, der Ge­meinde und den Privatgläubigern gegenüber nicht mehr nachkommen können.

Die Verbände erachten es deshalb für eine un­bedingte Notwendigkeit, daß Handel und Handwerk diafelbe

steuerliche Hilfe

zuteil wird wie sie der Landwirtschaft jetzt zur Er­leichterung ihrer Lage eingeräumt werden soll. Gleichzeilig bitten sie aber auch, nun nicht aus einer Angstpsychose heraus in übertriebener Form mit Aufträgen zurückzuhallen, sondern im Ver­trauen auf die zu erwartende Hilfe in ruhiger Weise den wirtschaftlichen Dingen chren Lauf gehen zu lassen. Insbesondere wird von den Gemeinden und sonstigen öffentlichen Körperschaften erwartet, daß sie schon jetzt ihre für die kommende Zeit vor­gesehenen Aufttäge vergeben und auf diese Weise den gewerbl. Mittelstand in seiner heutigen Lage auch unterstützen. Eilige Hilfe tut auch hier Not!

Was muS man von des Bli«d- dasmeutsttttdutts wifieu?

Vom Reichsausschuß fürHygienische Dolks- belehruna wird geschrieben: Die Bttnddarmentzün- dung gehört, zu den Krankheiten, die den Menschen völlig unerwartet überfallen. Mitten aus vollster Gesundheit erkranken plötzlich zumeist junge Men- jchen unb sind, wenn nicht rechtzeitig sachgemäße Hilfe kommt, dem sicheren Tode verfallen. Cs ist eine unbestreitbare Tatsache, daß der Arzt den

wenn er

Kranken fast immer zu retten vermag, schon bei den ersten Anzeichen gerufen wird. Daher ist es von größter Wichtigkeit, diese ersten Anzeichen

M und Wissenschaft.

o Sladtthealer. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben. Heute Freitag, abends 7% Uhr, geht unwiderruflich zum letzten MaleEin Walzer­traum", Operette in 3 Akten von Oscar Strauß in Szene. Morgen Samstag, abends 8 Uhr, ge­langt der erfolgreiche FaschingsschwankHurra ein Junge", von Arnold und Bach zur Aufführung. Sonntag, nachmittags 3 Uhr wird zu ermäßigten Preisen zum 15. MaleDie Zirkusprinzessin" Operette in 3 Akten von Emmerich Kalman wieder­holt. Abends 8 Uhr geht als Uraufführung für Süddeutschland erstmaligPourceaugnac aus Freiersfüßen", Lustspiel mit Musik, nach Molière in 3 Akten von Arthur Sakheim, Musik von Josef Vorsmann über die Bühne. Dieses bunte Spiel Molières erschien in den letzten Jahren in verschie­densten Bearbeitungen auf deutschen Bühnen, aber bis auf Sakheinw neueste Uebersetzung scheinen Be­arbeitungen zu verschwinden. Die Inszenierung dieses Werkes will versuchen, vom Gedanklichen vollkommen frei zu werden, will herzerfrischendes Marionettenspiel und somit echtester Molière sein. Vier Faktoren stellt der Regisseur in den Dienst seiner Absichten: Bild, Kostüm, Musik, Tanz. Das Ganze in Verbindung mit dem schauspielerisch­sprachlichen Element ist beherrscht von der notwen­digen Voraussetzung jeder dramatischen Be­wegungen dem Rhythmus. Ein einziger Aufbau bietet durch Lichtwirkungen und kleinste Verände­rungen stets neue Spieb und Bewegungsmöglich­keiten. Die Handlungen in und vor Orantes Haus in ihrem Nebeneinander von Szenen, Stimmungen und Aktionen, Gegensätze sprachlicher Art und das Gegeneinander der zwei Parteien sind Komposition in des Wortes richtiger Bedeutung, sind theatra­lische Vorgänge, in denen der Regisseur die bei Molière reiche Rhythmik herauszu finden und ihr zur Gestaltung zu verhelfen sucht. Masken und Narren, singend und tanzend, Kobolde von herz­hafter Spaßhastigkeit geistern durch das Werk.

o Der Weltkrieg, n. Teil. Gestern fand in Ber­lin, im Ufa-Palast am Zoo die Uraufführung des n. Teiles des Weltkriegs-Films statt, der unter dem TitelDes Volkes Not!" die Zeit von 1915 bis Ende 1916 behandelt. Diese Zeit umschließt die Angriffe der Mittelmächte an der Ostfront, die Ab­wehrschlachten in der Champagne, den deutschen Angriff auf Verdun und die Abwehrschlachten an

der Krankheit zu kennen und zu missen, wie man sich im Krankheitsfälle zu verhalten hat. Die Blind­darmentzündung beginnt gewöhnlich mit Leib- chmerzen, meist in der rechten Unterbauchseite. Fast immer ist gleichzeitig die Temperatur gestiegen und der Stuhlgang angehalten. Oft bestehen auch Uebel« feit und Erbrechen. Diese Beschwerden rühren von einer Entzündung her, die sich im Wurmfortsatz, dem Anhang des eigentlichen Blinddarms. abspielt, und die in wenigen Stunden zur Eiterbildung, zum Bersten des Wurmfortsatzes und schließlich zu der fast stets tödlichen Bauchfellentzündung führt. Wenn auch in den seltenen Fällen die Blinddarmentzün­dung ohne operativen Eingkiff zurückgehen kann, so ist doch die Operation, die die Entfernung des er­krankten Wurmfortsatzes zum Ziel hat und heut­zutage einen völlig gefahrlosen Eingriff darstellt, in der großen Mehrzahl der Fälle erforderlich und von lebensrettender Wirkung. Leider wird im Gegensatz zu früher diese tausendfältig erwiesene Tatsache in neuerer Zeit nicht mehr genügend ge­würdigt, und nur zu oft verfallen Kranke dem siche­ren Tode, weil sie den Versuch gemacht haben, sich selbst durch Hausmittel aller Art zu behandeln oder dem Rate des Kurpfuscher zu folgen. Statistische Er­mittlungen aus den letzten Jahren lassen deutlich er­kennen, daß gerade aus diesem Grunde die Sterb­lichkeit an Binddarmentzündung in Deutschland er­heblich zugenommen hat. Daher sei im Interesse der Erhaltung der Volksgesundheit, wie der Gesundheit des einzelnen, ganz besonders eindringlich davor ge­warnt, auch nur bei dem geringsten Verdach einer Blinddarmentzündung sich anderer als ärztlicher Hilfe zu bedienen und Der dringende Rat erteilt, in allen Fällen so rechtzeitig wie nur irgend möglich den Arzt in Anspruch zu nehmen.

&tetaidteitett aus dem GevWts-

Der ungültige Strafbefehl.

Ein hiesiger Spenglermeister hatte einen poli­zeilichen Strafbefehl Wer 5^Mark erhalten, well er im Mai v. I. in einem Siedlerhause eine den baupRizeillchen Vorschriften nicht entsprechende Entwässerungsanlage angelegt haben sollte. Ge­gen diesen seiner Ansicht nach aus tatsächlichen Gründen zu Unrecht erfolgten Strafbefehl hatte der Handwerksmeister mit dem Erfolg gerichtliche Ent- cheidung beantragt, daß schließlich nach langem hin und her das Verfahren auf Staatskosten eingestellt wurde, da der Strafbefehl als solcher an und für ich bereits zu spät ergangen war.

Eine diebische Alke.

In einer 65jährigen Witwe von hier, die es absolut nicht nötig hat, sich am fremden Eigentum zu vergreifen, scheint in ihren alten Tagen der Drang zum Stehlen übermächtig geworden zu sein. Erst im vergangenen Sommer wurde die mebische Alte wegen" eines Einbruchdiebstahls, den sie in den Keller eines chrer Mieter unternommen hatte, zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, von der ihr nach Verbüßung eines Monats der Strafrest be­dingt ausgesetzt wurde. Der Erfolg davon war, daß sie im Oktober und November v. I. einer 75;ährigen erkrankten Witwe, bei der sie vorüber­gehend Aufwartedienste verrichtete, sechs silberne Löffel, ein Gebetbuch, einen Rock, eine Bluse, einen Damenmnhang, ein Karton Seife und ein Schmuck­

etuichen stahl. Für diese eigenartigenLiebes­

dienste" erhielt die Angeklagte gestern von dem Ein.zrlrichter 2 Monate Gefängnis und wird aller

Monate vAibüßen müssen.

Nu Freispruch.

Ein Automobilmakler aus Frankfurt war im November v. 3. mit einem Strafbefehl über 20 Mk. bedacht worden, weil er angeblich am 14. Juli in Hanaü einen Kraftwagen geführt hatte, ohne im Besitze eines für Rese Kategorie erforderlichen Führerscheins zu fein. Da es sich nachträglich herausstellte, daß ein Ingenieur der Mannesmann- Mulagwerke am fraglichen Tage den Wagen geführt hatte, wurde der Angeklagte freigesprochen.

Das Elend der Landstraße.

Ein unglückliches Häuflein Mensch stand gestern hinter den Schranken der Anklagebank vor dem

aaes

ÄßviSa ist nisht mehv dunSeL

Die Verwandlung eines Erdteils. Die sich die afrikanische Frau emanzipiert hat. Schwarze Damen beim Flirt. Es gibt kein einheitliches Regertum. Die dreihundert Sprachen der Bantus.

Afrika ist seindunkler Kontinent" mehr. Seine Verwandlung ist um so auffallender, als der Be­ginn dieser Neuerung erst ein halbes Jahrhundert zurückliegt unb Die Reste oes Alten noch überall un­vermittelt und überbrückt neben Allermodernstem liegen. Auf der gleichen Straße kann man einem halbnackten Urwaldbewohner unb einem schwarzen Großkaufmann in europäischer Tracht im selbst« gesteuerten Mat begegnen; dicht neben den moder­nen Steinhäusern wohlhabender afrikanischer Handelsleute kann man die primitiven Rundhütten der Waldneger erblicken, vor welchen eine große Familie an der gemeinschaftlichen Maisbrühschüssel hockt. Und welch widersprechendes Bild zeigt die afrikanische Landschaft! Unergründliche Wälder, in welche bis vor kurzem Die Pfade der Elefanten die einzige Bresche schlugen, werden heute von Bahnen und Autos durchquert, aber noch sieht man am Wege endlose Trägerkolonnen mit der Traglast auf der Schuller dahinkeuchen; Hochlandfteppen, über welche die Hirtenstämme ihre Herden trieben, werden heute vom Dampfpflua aufgewühlt und bringen Baumwolle, Sisal und Kaffee hervor, aber im Pächter gärtchen reißt noch die Negerin mit der Spitz­hacke den Grund auf, um eine Handvoll Maniok u. Mais in die Furchen zu säen; die weltverlassenen Flußläufe der Urwaldregion werden heute von Dampfern und Barkassen belebt, doch im Kielwasser schaukeln noch die Einbäume der schwarzen Fischer, Die mit Pfeilen auf die kostbare Beute dieser Flüsse Jagd machen. Einöden, unter deren Schutt kein streifender Wilder jemals nach Schätzen gesucht hat, tragen, so schreibt Walter Hagemann in einem fesselnden AufsatzGestaltwandel Afrikas" in der Deutschen Rundschau", heute riesige Bergwerke und Dampfhämmer zerreißen die große Stille, aber die Schwarzen, welche in die Schächte hinabrollen, lassen an Sonntagen afrikanische Kriegstänze der Väter in starrendem Waffen- und buntem Feder­schmuck aufleben und fingen Lieder und stoßen Schreie aus, welche nur in der afrikanischen Wild­nis gehört werden; so manche traumschöne Urwald­bucht, in der allmonatlich einmal eine malerische indische Dhau Kopra und Elfenbein lud, ist eine be­triebsame Hafenstadt mit steinernen Kais und stäh­lernen Lagerhallen geworden, durch welche des Ein«

Einzelrichter, um sich wieder einmal wie schon so oft wegen Bettelns zu verantworten. Mit Bären­führern ist der sichtlich kranke Mann, den vielleicht nicht zuletzt seine körperliche Gebrechen auf den Weg zur notorischen Arbeitsscheu führten, hierher gekommen. Auch von diesen zum Teufel gejagt, bettelte er in zwei hiesigen Geschäften und legte Dabei ein Benehmen an Den Tag, das an seinem Geisteszustand Zweifel auffonnnen läßt. 3 Wochen Haft lautete das Urteil, von einer Ueberweisung an die Landespolizei sah man noch einmal ab.

Die kierfreundliche Hausherrin und ihr böser Mieter.

Eine Hausbesitzerin in der Salzstraße liebt Tiere über alles. Zu ihrem nicht geringen Tierbestand zählte auch eine Ziege, die es einem ihrer Mieter angetan hat. Freilich in gutem Sinne ist dies nicht zu verstehen, denn der böse Mieter wünschte dem harmloseit Vierfüßler alles andere denn etwas gutes. Eines Tages lief die Ziege munter auf der Straße herum und die Polizei schritt ein. Fest­stellungen ergaben, daß der weniger tierfreundliche Mieter die Haustür hinter dem armen Tiere zuge­worfen hatte, nachdem es unter seiner mehr oder weniger freundschaftlichen Unterstützung von der Kette los und in den Flur gekommen war. So sollte es wenigstens nach Aussagen des Polizei­beamten gewesen sein, dem gegenüber der Mieter auch noch kategorisch erklärte, die Ziege käme nicht mehr ins Haus. Lediglich die Tür hinter dem aus freien Stücken entwichenen Tiere zugeworfen zu haben, behauptete der inzwischen mit einem Straf­befehl über 2 Mark bedachte Anwohner, der im weiteren Verfolg der Angelegenheit auf gerichtliche Entscheidung drängte. Zu einer Entscheidung kam es gestern aber noch nicht, sondern lediglich zu einer Vertagung, da man die Ziegenhalterin auch einmal selbst zur Sache hören möchte.

gern

Am vom erst-

* Freiwillige Saniläls-Kolomte Hanau.

25. und 26. Februar findet in Hanau ein Preußischen Landesverein vom Roten Kreuz malig eingeführter Führerlehrgang für die Provinz Hessen-Nassau und Waldeck statt. Derselbe beginnt in der Turnhalle Jahnstraße am Samstag, 25. Februar, nachm. 4 Uhr. Vorträge werden ge- Hallen von den Herren Gewerbemedizinalrat D r. Betge, Wiesbaden, Kreismodizinalrat Dr. Hal­lenberger, Kassel, Facharzt Dr. Rudolf Noll, Hanau, Verbandsvorsitzenden O. Hammer an, Frankfurt a. M. und dem Führer der Sanitäts­kolonne. Am Abend wird zu Ehren der anwesen­den Führer ein Unterhaltungsabend in der Turn­halle stattfinden. Sonntag wird der Lehrgang mit Prüfungen fortgesetzt, so daß um 4 Uhr nachmittags mit dem Schluß des Lehrgangs gerechnet werden

kann.

* Darbengstng gegen Fälschung von Schulzeug­nissen. Um Fälschungen der Prädikate auf Schul­zeugnissen vorzubougen, hat der preußische Unter­richtsminister angeordnet, daß die Urteile auf den Zeugnissen, die den Schülern und Schülerinnen an den höheren Lehranstalten ausgestellt werden, fort­an stets durch Worte, nicht durch Zahlen, zu geben sind.

* Nistkästen bringen Obst! Unsere besten Jn- sektenjäger sind die Meisen, sie nehmen deshalb unter den nützlichen Vögeln unbedingt die erste Stelle ein. Die Kohlmeisen, Blaumeisen, Hauben­meisen, Tannanmeisen, Sumpf- und Schwanzmeisen entfalten im Vernichtungskrieg gegen schädliche

durch ihre turnerische Fertigkett und durch ihre Klettergewandtheit besonders an schwankenden Zweigen zur Jagd auf schädliche Bauminsekten ganz besonders geeignet. Die Meißen besitzen eine geradezu erstaunliche Fertigkeit, sich beim Suchen nach Insekten in allen möglichen Stellungen, sogar unter den Zweigen, fest zu halten. Und wenn sich die Ringelsplnnen, Glattwespen und anderes Ge­sindel den Winter über noch so tief in verborgene Ritzen zurückziehen, sie werden durch die Meisen unbedingt verhaften und verschwinden in den uner­sättlichen Wägelchen der Jnsektenjäger. Das Nah­rungsbedürfnis der Meisen ist ein außerordentlich großes und steht in keinem Verhältnis zu ihrer geringen Körpergröße. Der Wert der Meisen ist

und Ausfuhr eines blühenden Hinterlandes ihren Weg nimmt. In dem Compound, der irgendwo ab­seits in Hügeln liegt, entrollt sich so unverfälschtes afrikanisches Urwaldleben, daß man nicht glauben will, daß diese Männer tagsüber in europäischen Werkstätten und Häusern arbeiten.

Eine Folgeerscheinung der neuen Zeit ist auch die Emanzipation der afrikanischen Frau. In der alten Stammesgemoinschaft wurde sie als ein wert­volles Haustier behandelt, welches mit Rindern teuer erkauft wurde und das aufgewandte Kapital durch Gebären zahlreicher Kinder und Verrichten aller niedern häuslichen Arbeiten verzinsen mußte. Die Abschaffung des Kaufschillings, welche von den Missionen energisch betrieben und teilweise auch von den Regierungen gewünscht wird, erhebt zwar die Frau aus der Rolle der Dienerin zur Lebens­gefährtin, raubt ihr andererseits den Schutz welcher in der Pflege eines so teuer erkauften Gutes lag. Sie wurde dadurch zugleich freier und schutzloser, zugleich lockerten sich die durch Traditon* und Riten festverknüpften Familienbande. Ein be» deutsames Vorbild war die soziale Stellung der weißen Frau wie ja Nachahmung einer lernen- den Rasse im Blute liegt. Die Polygamie ist bei den zivilisierten Negern der Europäerdistrikte als rück­ständisch und heidnisch stark in Abnahme gekommen, wenn auch vielleicht die Prostitution im gleichen Maße zugenommen hat. Die Frauen gehen in den weißen Niederlassungen europäisch gekleidet unb frisiert, benutzen europäische Hausgegenstände und suchen in ihrem Benehmen daheim und auf der Straße, in der Unterhaltung und beim Flirt das bewunderte weiße Vorbild so getreu wie möglich nachzuahmen. Es ist verblüffend mit welcher girlischen Selbständigkeit und Sicherheit halb­wüchsige Negermädchen sich benehmen, deren Müt­ter fast alle noch im heidnischen Kraal sin un­persönliches Stück des häuslichen Inventars bil- deten. Die freie Gattenwahl, früher eine unerhörte Anmaßung, wird von den schwarzen Frauen immer dringender gefordert, unb es sind bereits Frauen­organisationen geschaffen worden, welche die mora­lische und wirtschaftliche Gleichstellung der Frau verlangen. Diel schneller und begeisterter als der Mann hat die Frau die neuen Hcrrensitten adop­tiert, bringen sie ihr doch unermeßliche Vorteile in ihrer persönlichen Stellung und ihren Frauen­rechten, eine ähnliche Erscheinung, wie mir sie auch im islamischen Orient, in Indien und Ostasien, ja, in der ganzen farbigen Wett finden. Die Euro- pâisierung der farbigen Länder erhält einen unge­heuren Auftrieb und eine starke Beschleunigung

umso höher anzuschlagen, als sie keine ZugvS^ sind, also nicht nur in dem Frühjähr und im Som, iner Den Kampf gegen die Obst- und WaldsciM linge aufneijmen, sondern als Stand- ober Striih vögel auch im Winter ihren Kampf gegen bis Schädlinge erbarmungslos fortsetzen. Jeder «er- nichtete Ringelspanner und jede verzehrte Blati- wespe liefert eine Frucht mehr. Auch im Bernis tungstrieg gegen Larven und Jnsekteneier liefern unsere Jäger erstaunliches. Es ist ein großes GW für unseren Wald und für unsere Obstbäume, hoi sich die Steifen außerordentlich vermehren, sie leg« jährlich 810 Eier. Aber an einem fehlt es bei Meisen, nämlich an Nistgelegenheit im Wald um namentlich in den Obstgärten. Die Meisen f^ ämtlich Baumhöhlenbewohner und nur wo dich ehten, nisten sie in Mauerritzen, Felsenhöhlen uni m alleräußersten Notfälle in Maulwurf- unj Mauselöchern, wodurch manche Brut zugrunde M Wenn ein Obstgutbesitzer Wert auf Vernichtn» der Schädlinge legt, so schaffe er eine Nistgelegw Heit; die Mühe und die Kosten werden sich lohnen Die Meisen sind gesellige Bögel, wenn sich einM eine Familie in einem der aufgehängten Brut

Sa:

kästen niedergelassen hat, werden andere in bei Nachbarschaft bald folgen.

* 75. Geburtstag. Ihren 75. Geburtstag feiert morgen in voller Rüstigkett Frl. Berta ^^^^f^ Bandstraße 10.

* Arbeitsgemeinschaft katholischer Vereine. Unter Bezugnahme auf die Anzeige vom Dienstag, n>it| nochmals auf den Maskenball mit Demaskierunz > hingewiesen, der am nächsten Sonntag, 12. Fe, > bruar, abends 19 Uhr, in der Centralhalle seinen Anfang nimmt Den Mitgliedern der angefchlosien« Vereine, sowie allen Angehörigen der katholisch« ! Gemeinden von Hanau und Kesselstadt ist hierdurch L Gelegenheit gegeben, Karneval 1928 in ausgiebigen ; Maße mit Freunden und Kameraden zu feiern. 8ti dem zu erwartenden starken Besuch empfiehlt sch der Kartenvorverkauf in den am Dienstag in Diesen Blatte bekanntgegebenen Firmen. Treffpunkt aller.

Centralhalle.

* Maskenball - des RadfahrerclubAdler' Hanau-L. 1898 e. K Am Samstag 11. Februar hält der RadfahrerclubAdler in sämtlich« Räumen des GasthausesZum Schwan", Keflel stabt feinen diesjährigen Maskenball ab. Die M bereitungen zunr Maskenfeste sind bis ins fleitrfii getroffen, so daß den Besuchern einige frohe Stw den in Aussicht stehen werden. Näheres ist aus heutigem Inserat ersichtlich.

* Freibank-Verkauf. Samstag, 11. Februar, dm

8 Uhr vormittags, Verkauf von Kuhfleifch. Pr«, 30 Pfg., Höchstgewicht 6 Pfd.

Rundfunk-Programme.

Freitag den 10. Februar:

1.002.00 Uhr: Schallplatten-Konzert. 3.30 Bll 4.00: Die Stunde der Jugend:Der Förster lyti der Oberförster", Vortrag. 4.305.45: Hausfrauen Nachmittag. 5.456.05: Die Lesestunde A« denBriefen der Frau Rat Goethe". 6.15 bis 6.30: Vereinsnachrichten und andere Mitteilungen.

6.306.45: Von Kossel: Stunde der Frau. 6.45 bis 7.15: Stunde des Süd westdeutschen Radio-Elu» 7.157.45:Lohnsteuerfragen", Vortrag. 7.45p 8.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in WissensE und Technik: 1. Urvölker der Erde, von Georâi Hassel. 2. Dr. Trinklers Zentralafien-Exped^

Der Erste und der Letzte", Drama in drei SzeL von John Galsworthy. Anschließend von Kas« Spätkonzert. 3

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durch die leidenschaftliche Emanzipation der FroiW von den Bindungen überwundener Stammes- n^B Standesbegriffe. "

Wenn hier von den Neuerscheinungen MB Negertums gesprochen wird, so wäre es natürlich B vollkommen abwegig, Dieses als eine homogen W Einheit zu betrachten! Ebenso wie die verschied«' W nen europäischen, so können wir auch die afrit» B Nischen Völkerschaften nicht auf eine allgemein gültige Formel bringen. Körperlich wie geistig Ä B tiefgreifende Unterschiede zwischen ben' afrikanisch«" B Völkerschaftech- vorhanden. Ein Abessinier ist einest B Buschmann der Kalahari nicht ähnlicher als ein D Smahalese seinem indogermanischen Rassegenosse" | in Nordsuropa. Während nördlich des Aequawrs I der Islam Sitten und Volksleben entscheidend be­stimmt, leben in den tropischen Tiefländern heid­nische Volksstämme, welche primitivstem Totemie- I mus und Kannibalismus anhängen. Die Santi i allein besitzen über dreihundert, die Sudanesen über E zweihundert Sprachen, die unter sich nicht vek- k wandter sind als Deutsch und Spanisch. WähreB p die einen seit Jahrhunderten Hirtenvölker sind, w i ruhelos mit ihren Herden umherziehen, haben W | anderen Siedlungen und selbst Staaten geschafft"- s wie die Baganda, Barotse und Ashanti, welche M jahrhundertelang erhalten haben. Das Eindringe" | der europäischen SiviHfation vertiefte noch die | Kluft: Neben den halbwilden Waldstämmen, welch« V fast unbekleidet gehen und sich von Waldfrüchte" s und Fischfang nähren, gibt es jetzt Küstenstämwe, | welche europäische Kleider tragen und ihren bensunterhalt durchzivilisierte Arbeit" erwerben ; Auch die Verschiedenheit der Kolonialmethoden h"' s trennende Grenzen geschaffen: Während b«« s schwarze Westafrikaner dem Weißen heute sozial - und wirtschaftlich fast gleichgestellt ist, Die Höchst" | akademischen und Beamten-Grade erklimmen ka""

akademischen und Beamten-Grade erklimmen ka"" und im Rat neben dem weißen Deputierten W wird der südafrikanische Schwarze als ein Wese" zweiter Klasse behandelt und besitzt nur als Arbeè Maschine wirtschaftlichen Wert. Es ist natürUw daß diese verschiedenen Methoden zu ganz ver­schiedenen Reaktionen führen müßten, so daß W Geschichte der afrikanischen Eigen- und Gegen' bewegung niemals einheitlich sein kann. Andere"' Jetts hat die gleichmäßige Beeinflussung der ve"-

bewegung niemals einheitlich sein kann. Andere"' Jetts hat die gleichmäßige Beeinflussung der ve"' schiedenen Kolonialgebiete durch die gleiche tech­nische unb materielle Beeinflussung doch eine g«' wisse Solidarität der Unterworfenen über alle tre^ nenben Unterschiede hinweg geschaffen, welche auch politisch einmal irgendwie zum Ausdruck komw^ tonn.