KanauMnzeiger
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Ke. 35
Svettas de«
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10. Sebvuav
1928
Das Steteste
— Der Konflikt in der Schulfrage hat sich weiter zugespitzt. Die Auffassung, daß keine Einigung in Der Schulfrage mehr möglich ist, ist jetzt allgemein.
— Der Reichstag erledigte gestern die Mieter- Lovelle in zweiter und dritter Lesung. Die Schluß- abstimmung soll heute stattfinden.
— Der preußische Wohlfahrtsminister machte im Landtag beachtenswerte Ausführungen über den Sesundheitszustand der preußischen, Bevölkerung.
— Die Fraktionen der Parteien der Weimarer Koalition (Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten) tagten gestern zu Einzelberatungen im Hessischen Landtag. Sie bestätigten die Abmachungen über die Regierungsbildung.
— Poincarè erhielt bei der Schlußabstimmung über den Finanzètgt eine Kammermehrheit von 370 gegen 121 Stimmen.
AeZchsSassaußSSfung?
Die Zuspitzung des AonflieteS tu dev Schuttvage - F Hottnuus mehv
Berlin, 10. Febr. Das Zentrum hat für Donnerstag abend eine Fraktionssitzung anberaumt, der man allgemein mit großem Interesse entgegensah, nachdem bekannt geworden war, daß der Fraktionsvorstand das Schulgesetz als gescheitert ansah und der Fraktion es überlassen wollte, aus dieser Erkenntnis die entsprechenden Konsequenzen zu
ziehen. Zu dieser Sitzung ist es aber vorerst nicht gekommen. Eine parteioffiziöse Mitteilung des Zentrums besagt, daß der Fraktionsvorstand seine icht abgeschlossen hat, so daß die Fraktion erst am Freitag 11.30
Beratungen noch rw
Dev KerGswehveèat vov dem ^attsvattsausichud
Berlin, 9. Fchr. Der Haushaltsausschuß des Reichstages beschäftigte sich heute mit dem Haus- hitt des'Reichswehrmlnifteriums, zunächst mit dem Kapitel Heerwesen. An Stelle des erkrankten Berichterstatters Studien gibt Abg. Hünlich (S.) eine Uebersicht über die finanzielle Ausgestaltung des Ëtatsjeit dein Vorjahre, und die Hauptgründe, die eine Erhöhung der Auslagen veranlaßt haben. Ein Teil der Summen, die die Folge der neuen Be- földungsoodnung seien, würden im Nachtragsetat ausgewiesen werden. Die Kosten des Heeres würden, so werde behauptet, auch durch den Bestand je Dieter Zwerggarnnonen gesteigert. Würden, diese -nun weiter" zusammengèlegt? Der Redner berührt "’h'e Frage des Heeresergänzungsgèschäfts. Ed b'ergè die das Vertrauen erschütterten» Es
We Wsntlichen Wei Wien und ihre Chefs.
Bollversamlung her _ _
Uhr mittags stattsinden könne. Welche Gründe den Borstand zu dieser Hinausschiebung veranlaßt haben, ist nicht ganz klar. Man geht aber wohl nicht fehl in der Annahme, daß Herr Marx gemein- schaftlich mit den anderen Zentrumsministern Dr. Brauns und Dr. Köhler sich bemüht haben, eine
Zuspitzung des Konfliktes in diesem Augenblick zu vermeiden. Der Reichskanzler hat ganz offensichtlich unter dem Einfluß einer Rücksprache mit dem Reichspräsidenten gestanden , der darauf ausmerk- sam machte, daß er es aufs Tiefste bedauern würde, wenn wegen des Schulgesetzes eine Parlamentskrise ausbrechen und die Etatberatungen nicht mehr zu Ende geführt würden. Infolgedessen versuchte Herr Marx, derz Gang der Dinge einigermaßen aufzuhalten, mindestens daraus zu drücken, daß das Schulgesetz jetzt noch nicht zum Anlaß des Bruches gemacht wird. Inzwischen sind aber die Deutschnationalen auf dem Plan erschienen, wo» durch sich die Gesamtlage wesentlich verschärft hat. Gleich nachdem die Haltung des Fraktionsvorstandes des Zentrums bekannt worden war, schaltete
gesetzes durchaus zulammengehen, dürften sie darauf abgekommen fein, in der Freitagsbesprechung eine Klärung insoweit herbeizuführen, daß die Deutsche Volkspartei die Schuld an dem Scheitern des Schulgesetzes und damit der
Zerstörung der Basis dieser Reglern ngskoalikion trägt. Es ist aber anzunehmen, daß darüber hinaus noch versucht werden wird, eine Verständigung über eine weitere Zusammenarbeit herbeizuführen, um den Etat zu erledigen, das Liquidations- geschädigtengesetz und andere wichtige Vorlagen unter Dach zu bringen. Man würde damit einem Wunsch des Reichspräsidenten entsprechen, doch ist es mehr als zweisethast, ob man zu einem derartigen Ergebnis kommen wird. Auf alle Fälle kommt es Zentrum und Deutschnationalen daraus an, tak-
Gvresiuski Sbcv den reusu Staas
Kiel, 9. Febr. Im Rahmen einer vom Reichs- bannet veranstalteten Vortragsreihe sprach heute abend Innenminister Grzesinski über das Thema: „Der neue Staat*. Der Minister führte u. a. aus: Wir müssen feststellen, daß im neuen Staat die Bürokratie mächtiger ist denn je Noch so mite Gesetze nützen wenig oder nichts, "lernt die Ausfüh- tung durch die Verwaltungsorgane schlecht oder säumig geschieht. Der Kamps um die Vermal-
tung, um die DemokratisterungderVer- waltung, ist heute noch in vollem Gange i gegen den Wider- l die mangelnde Ernenn die Personalpoli-
und muß durchgeführt werden pruch der Opposition unb gegen lcht mancher Republikaner. Der it ist für die Eroberung der politischen Verwaltung von entschotdender. Bedeutung. Heute sind triefe
tisch zu operieren, daß sie als die Schuldlosen da- stehen. Das kann wiederum zu einer äußerst raschen Zuspitzung der Lage führen, wenn die Volkspartei ihrerseits zum Gegenschlage ausholt und aus der Zuschanzung der Schuld die entsprechenden Konsequenzen zieht, also sofort aus der Koalition austritt. Recht bezeichnend für die Auffassung im Zentrumslager über die Entwicklung der Dinge in naher Zukunft ist eine Information des Geweck- schaftsblattes „Der Deutsche", die ganz unzweifelhaft aus dem Kreis' des Zentrumsfraktionsoorstan-
nun
des stammt Sie hat folgenden Wortlaut: „Anfangs nächster Woche wird das Reichskabinett feststellen müssen, daß eine weitere Zusammenarbeit der Koalition in der Schulsrage gescheitert ist, d. h. der Reichstag wird nicht mehr arbeitsfähig sein. Da die Mehrheit der Deutschnationalen und des Zentrums nach Dem Bruch der Koalition für Wahlen
studentische Verbindungen eine Pflegltärie reaktionären Geistes, aber das Monopol der Korps auf bée Derwaltungslaufbahn ist durchbrochen.
Mit Bezug auf di« Länderkonferenz erklärte der Muttster: Selbst bei wohlwollender Beurteilung dieser Konferenz kann man nicht behaupten, daß ihr Ergebnis irgendwie lohnend genannt zu werden verdient. Ich bin Anhänger des Einheitsstaates. Aber ich überschätze nicht seine Bedeutung für das deutsche Staatsleben, wie das vielfach geschieht. Vor allem halte ich es für eine groteske Idee, die Einheit damit beginnen zu lassen, das größte Land im Deutschen Reiche, Preußen, zunächst zu zerschlagen und in viele neue selbständige Bezirke aufzuteilen.
Der Minister manbie sich sodann der Frage der Verwaltungsreform zu und sagte: Eine Reform in Richtung einer Vereinfachung der Verwaltung sei dringend nötig. In dieser Beziehung sei die preußische Regierung nicht untätig gegewese».
Der Minister schloß: Unsere Aufgabe ist es, unseren Anteil an der politischen Macht auch in der politischen Staatsverwaltung zum Ausdruck zu bringen. Erst wenn das gelungen ist, werden wir sagen können, daß wir vollendet haben, was die Revolution nnen hat.
■ Der Redner fragt, ob Volksschüler Offiziere wer- Mcn könnten, und wie es mit den Selbstmorden Mtände. Sie seien zurückgegangen auf 87 Selbst- Mnorde und 48 Seibstmordveriuche. Am geringsten Msti hje Ziffer in Bayern und Pommern. In der kReichsweyr feien die schwarz-rot-goldenen Farben ■ fast unbeiannt gewesen Am Ende seiner Laufbahn I habe der Vorgänger des jetzigen Reichswehr- I Ministers einen Flaggenerlaß erlaßen, der so ge- I formt sei, daß einzelne Stellen sich darum drücken I könnten, wie es z. B. in München geschehe. In I München halte man z. B Preisschießen ab, bei I denen der frühere Kronprinz nicht nur als Gast, I sondern auch leitend teilnehme. Wie stehe es end- I Uch mit dèn Kieler Waffen- und Munitionsschiebun- I gen? Die Dementis der Reichswehr überzeugten ihn I nicht. Die Fraktion des Redners werde sich nicht I früher zusriedengeben, als bis ryan ihr ganz klare I Auskünfte erteile.
nationalen d'e Beseitign der Differenzpun durchaus möglich sei, daß er
die Deukschnalionalen einem Aufschub der Entscheidung nicht zustimmen
könnten. Um eine Klärung herbeizuführen, beraumte er eine interfraktionelle Aussprache für Freitag nachmittag 4 Uhr an. Damit hatte er die Führung einstweilen an sich gerissen und dem Kanzler einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun muß es im ßayfe des Donnerstag zu einer Aussprache zwischen den Deutschnationalen und dem Zentrum gekommen sein, in der man sich geeinigt hat, die Deutsche Volkspartei in die Zange zu nehmen, d. h. von ihr zu verlangen, daß sie noch vor ihrer Schul
tagung am Sonntag ein klares Bekenntnis ablegt. ......ich klar, daß sich weder Das Zentrum
Es ist natürli
noch die Deutschnationalen i wurf machen lassen möchten,
Abg. Erling (Ztr.) erklärt, bedauerilch sei auch hier die Beobachtung, daß die Personalausgaben gestiegen und Die Sad)ausgaben zurückgingen, statt daß es umgekehrt sei. Der Redner regt planmäßige Anstellung der Lehrer an, die die Zivilausbildung bei den Reichswehrangehörigen übernehmen. Durch solche gute Ausbildung werde man den Penstons- etat entlasten können. Die Unterbringung der Mannschaften und der bauliche Zustand der Kasernen seien vielfach außerordentlich oerbefferungsbe- dürftig. Wie lang werde es dauern, bis wir den durch Den Versailler Vertrag gestatteten Vorrat an Munttion erreicht hätten. Könne ferner erklärt wer- daß der Geheimfonds lediglich zu den Zwecken verbraucht werde, die hier zu seiner Begründung angegeben worden seien?
Die Weiterberatung wird auf Freitag vertagt.
später gern den Bor- Die Koalition ge. sprengt zu haben. Da beide hinsichtlich des Schul-
Man wird helfen mit einsm (Ermächtigung gesetz für den Finanzminister. Läuft die Entwtck- lung so, dann ist mit den
Wahlen vielleicht im Monat März
zu rechnen." Darnach denkt also eine starke Strömung innerhalb des Zentrums an rascheste Auflösung und einen möglichst frühen Wahltermin. Das letzte Wort hat felbstoerständlich der Reichspräsident zu sprechen, der immer wieder betont hat, daß er erst den Etat erledigt sehen möchte und der sich gegenüber einem Ermächtigungsgesetz für den Reichssinanzminister bisher dauernd ablehnend ver. halten hat. Schlagen ihm aber die Ereignisse über dem Kovf zusammen, ist die Auflösung der Koali- tion nicht mehr zu vermeiden, dann wird er sich wohl mit einem Rotetat und der Auflösung des Reichstages einverstanden erklären müssen. Die letzten Tage dieser und die ersten Tage der kam- menben Woche werden also für das Schicksal des Reichstages von entscheidender Bedeutung sein.
anselegenvett
Stetste, 9. Febr. Von der Oberstaatsanwaltschafi wurde heute mitgeteilt, daß alle bisher in der pom- merschen Fememordangelgenheit an die Presse gelangten Meldungen nicht von amtlichen Stellen stammen. Man habe bisher absichtlich nichts verbreitet, um die Untersuchung nicht zu gefährd«». Jetzt könne jedoch folgendes mitgeteilt werden. Im Jahre 1920 waren auf den Gütern Stechlin, Rosen
er
Die Frage der Kreditbeschaffung der Reichsposl.
Berlin, 9. Febr. Der Arbeitsausschuß des Der- waltungsrats der Deutschen Reichspost befaßte sich ~ Mt heutigen Sitzung zuerst mit ber Frage, in Aicher Weise der für die Rechnungsjahr« 1926 unb no$ ausstehende Kredit von 174 Millionen beschafft werden soll. Dabei wurde die schwie- Laa« des Kapitalmarktes ausführlich erörtert, die Aufnahme einer Ausländsanleihe unmöglich macht und Die Unterbringung einer Inlandsanleihe gelegt. Diese Angelegenheit wird im Benehmen Der Reichsbank weiter behandelt. Der Arbeits- wandte sich hierauf der Beratung des Bor-
öentvum und SevwaltungS- vekovm
unh x Dnn den Zentrumsfraktionen des Reichstags Idins x "aâags vor einiger Zeit eingesetzte Aus- r»kn ' fc^ sich mit den Aufgaben der Berwatlungs- x ; ^ öu besassen hat, hat sich heute nach eingehen- «‘ Häutung über ein Programm für die zukunf- n^;»- .^ mt der Lösung der Bermaltungsrefrrm uv n?l' ?as Programm wird dem Partetvorftand 0 ^°ckehm!gung unterbreitet werden.
Bevorstehende Svientvette Getzters
„"Anberg (Allgäu), 9. Febr. Reichswehrmini, bei- n- Dr. Geßler wird wie gemeldet wird, in hi„ Achten Zeit, ehe er ständig seinen Wohnsitz ani *n’t"! eine Erholungsreise nach dem Orient
Das Mieterfchutzgesetz
Sovtsetzrrus des Bevaiungen - ÄbüudevttngsatttvSge abseSehut
Berlin, 9. Febr. Der Reichstag setzte heute die zweite Beratung des Gesetzes zur Aenderung des Mieterschutzgesetzes und die Abänderung des Reichs» mietengesetzes in der Einzelbesprechung fort
Der Antrag Lipinski (Soz.), Den § 1 des Mieterschutzgesetzes in seiner bisherigen Form bestehen zu lassen, der die Aufhebungsklage, aber kein Kündigungsverfahren oorsieht, wird in namentlicher Abstimmung mit 159 gegen 143 Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten, Demokraten, Völkischen und Nationalsozialisten a b g e l e h n t. Auch kommunistische Aenderungsanträge zu § 1 werden abgelehnt, desgleichen kommunistische un- sozialdemokratische Anträge zu den übrigen Para- graphen der Vorlage.
In namentliche Abstimmung wird der Antrag Lipinski (Soz.), der auch nach Versäumnis des Widerspruches gegen die Kündigung durch den Mieter die gerichtliche Nachprüfung der vom Ver- Mieter geltend gemachten Kündigungsgründe zulassen und die Weigerung des Mieters, die Wohnung zu räumen, als Widerspruch gelten lassen will, mit 165 gegen 152 Stimmen abgelehnt. Die erste Hälfte des Gesetzentwurfes, die das Kündigungsverfahren an Stelle der Aufhebungsklage einführen tritt, wird in zweiter Lesung in der Ausschußfassung angenommen.
In der Einzelberatung des Restes der Vorlage bringt Abg. Ferl (Soz.) eine Reihe von Anträgen ein. Z. B. sollen Mietsrückstände aus sozialer Not dem Hauswirt kein Kündigungsrecht geben, Ateliers sollen nicht als gewerbliche Räume gelten. Untervermietung soll allgemein zulässig sein, den Ländern soll das Recht zum Lockern der Wohnungszwangswirtschaft genommen werden.
Abg Ronneburg (Dem.) beantragt gleichfalls Erleichterungen für Künstler, man solle sie nicht mit den Gewerbetreibenden gleichstellen.
Abg. O b e n d i r k (Komm.) beantragt die Streichung der Bestimmungen des Mieterschutzgesetze», die eine Kündigung von Werkwohnungen zulassen. Der Redner erhält einen Ordnungsruf, als er dem
deutschnationalen Abg. Wolf vorwirft, dieser habe mit Arbeitnehmern Mietsverträge abg^chlossen, die wider die guten Sitten verstoßen.
_ Abg. D r. Jörissen (Wpt.) beantragt, der Räumungsklage in jedem Falle stattzugeben, wenn der Hauswirt Ersatzraum und Umzugskoften zur Verfügung stellt. Ferner solle das Gesetz nur noch bis 1935 verlängert werden.
Abg. Winnefeld (Dopt.) erklärt seine Zustimmung zu den Anträgen Dr. Jörissen. Vor der Abstimmung verlangt Abg. Dr Jörissen (Wpt.) Vertagung, weil er zu einer Konferenz müsse. Eventl. bezweifelt er die Beschlußfähigkeit.
Der Vertagungsantrag wird gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei abgelehnt. (Heiterkeit bei der Mehrheit). Präsident Löbe stellt die Beschluß, fähigkett fest. Daraus werden die A b änderungsanträge der Sozialdemokraten, Demokraten, Kommunisten und der Wirtschaftspartei, diese letzten gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei und der Wirtschastspartei, abgelehnt.' Angenommen wird die von den Regierungsparteien beantragte Zulässigkeit der Kündigung von Werkwohnungen unter gewissen Sicherungen, zu denen eine „Mitwirkung" des Betriebsrates gehört. Dafür stimmen nur die vier Koalitionsparteien und die Wirtschaftrpartei.
Abg. Lipinski (Soz.) erklärt dazu, die Sozialdemokraten müßten ihre in Aussicht gestellte Zustimmung zu dem Antrag zurückziehen, da aus der Zustimmung des Betriebsrates nur ein Verhandeln mit dem Betriebsrat gemacht worden sei.
Auf gemeinsamen Antrag wird beschlosien, daß die Novelle am 1. April 1 928 in Kraft tritt und bis dahin die bisherige Fassung des Gesetzes gilt. Im übrigen bleibt es bei der Aus- schußoorlage. Nachdem der Entwurf auch in dritter Lesung erledigt ist, wird die Schluß- abftimmung für Freitag 18 Uhr in Aus- sicht genommen.
Das Haus vertagt sich auf Freitag.
felde und Libenow im Kreise Greifenberg mehrere Angehörige der Arbeitsgemeinschaft Roßdach als Arbeiter untergebrau-» " " ' ' " '
dem Gute Stechlin auch ein gewisser Paul Schmidt. Dieser wurde eines Tages von dem Leutnant a. D. Heine und dem Vizefeldwebel Otto, die den Wirtsleuten gegenüber als Kriminalbeamte ausgegeben hatten, abgeholt. Er sollte angeblich Geheimnisse der Organisation verraten haben. Noch im Stechliner Quartier wurde er durch einen Hieb über den Kopf unschädlich gemacht und seiner Papiere beraubt. Dann wurde er im Wagen nach Rosenfelde gebracht. Hier wurde im Zimmer des Administrators Bergfeld verabredet, daß er in unmittelbarer Nähe im Walde erledigt werden sollte. Schmidt wurde nach dem Gute Libenow transportiert und dort in einer Lichtung durch Pistolen- chüsie Ottos und Heines getötet und ««gescharrt.
ist der Staatsanwaltschaft genau be- ... _ iber in den Dörfern des Kreises Grei
fenhagen bald Gerüchte von dem Morde umliefen, wurde in einer Versammlung der Roßbach-Arbeitsgemeinschaft in Pyritz beschlossen, die Leiche wieder auszugraben und an einer anderen Stelle zu ver- charren. Die Leiche wurde von den Beauftragten wegen des schlechten Geruches mit Petroleum begossen, in eine Decke gewickelt und von neuem ver-
:bektsgemeinschaft Roßbach als u^. Unter diesen befand sich auf
Die Stelle
kannt. Als al
graben. ......
Außer Otto und Heine befinden sich bisher sieben Personen in Haft. Man nimmt an, daß die Verhandlung gegen die Beschuldigten im Laufe des Monats März stattfinden wird. Die genauen Perso- nalien des Ermordeten find bisher noch nicht bekannt.
41 - Noottvage und RbsiuSaud- vüumung km Äutevhaus
London 9. Febr. Im Unterhaus antwortet Unterstaatssekretär Locker-Lampson auf em- Frage, die sich auf Kelloggs Erklärung hinsichtlich - der Abschaffung der U-Boote bezog. Locker-Lampson erklärte, der Standpunkt der britischen Regierung zugunsten einer allgemeinen Abschaffung der U-Boote ,ei bereits auf der Konferenz in Washington dar- gelegt und auf der letzten Marineabrüstungskonferenz in Genf erneut vertreten worden. Die wichtigste Vorbedingung sei, daß die Slbschafsung allgemein erfolge. Auf eine weitere Frage, ob bereits vorbereitende Schritte getan seien, um mit den Vereinigten Staaten über diese Angelegenheit zu verhandeln, antwortete Lampson, er glaube nicht, daß Großbritannien zurzsit in der Lage sei, mehr zu unternehmen. .
In Beantwortung einer anderen Frage erklärte Lampson, es sei von einer isolierten Zurückziehungderbritischsn Truppe« aus dem Rheinlande nicht die Rede gewesen und seiner Ansicht nach werde unter den gegenwärtigen Umständen eine derartige Zurückziehung keinerlei Borteile zeitigen. Eine allgemeine Räumung vor der vom Friedensvertrag ""^Fbsehe- nea Zett könne nur das Ergebnis einer Bereut*