HanaueMzeiger
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«8. 34
Donnerst«» den
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6. Ked«««v
1628
Das UeuMe.
— Der Parteivorstawd des Zentrums soll gestern nach einer Mitteilung der „Germania" zu der Überzeugung gekommen sein, daß die Verhandlungen über das Schulgesetz zwecklos sind.
— Im Reichstag wurde gestern die zweite Beratung des Entwurfes zur Aenderung des Mieterschutzgesetzes fortgesetzt.
— Der Haushaltsausschuß des Reichstags be» schloß, die Gesandtschaft in München als künftig wezsalleno zu bezeichnen.
— Anläßlich eines Pressetees im Ministerium für Dolkswohlfahrt äußerte sich Minister Hiertsiefer ausführlich über die auf dem Gebiets der öffentlichen Wohlfahrtspflege getroffenen Maßnahmen tmb ihre Auswirkungen.
— Das Mißtrauensvotum gegen die norwegische Linksregierung ist gestern im Parlament angenommen worden.
«Das Schulgesetz sescheiierL"
Das JeuSvUM Hebt das KeiGSMsUgesetz als sescheiievt au — Die
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Die novwesiMe Regierung gestürzt
Dev GebrrviemvÄtißgang ' èn NveMen .
Tätigkeitsbericht des Wohlfahrtsministers. — Intensive Jugendfürsorge gefordert.
Berlin, 8. Febr. Der preußische Minister für DoUswohlfahrt hat heute im Rahmen eines Pressetees in Gemeinschaft mit den Leitern der einzelnen Wtèilungen einen Ressortbericht über die Tätigkeit Ses Ministeriums gegeben. Der Gesund- Heitszustand in Preußen war im Der» 'a ngenen Jahr etwas günstiger als i sher. Die Sterblichkeit allerdings ist im Siei- —Ilsen. Mr 1926 ergibt sich noch eiste Zahl von
, auf das Taujcyd beLggen,
1927 dagegen schon MH ..
»r Tatsache gewinnt im Be mit der sinken, : Geburtenziffer, die in der gleichen Zeit von ,3 aus 19 pro Mille zurückgegangen ist, besondere -deutung. Das ergibt einen tatsäch- chen Rückgang des Geburtenü.ber- husses um 25 Prozent. Berlin und andere roßstädte haben 1926 sogar das erste Mal einen ebürtenunèerschuh aufzuweisen.
Solche Tendenzen einzudämmen, einer Katastrophe unserer Bevölkerungspolitik vorzubeugen, betrachtet das Wohlfahrtsministerium als seine nor» ychmste Aufgabe. In diesem Belang stellt sich eine intensive Jugendfürsorge, obwohl auch hier die Knappheit an Mitteln sich fühlbar macht, als vornehmste Forderung heraus, einige bedeutsame Einzelheiten, denen man in, letzter Zeit vornehmlich sein Augenmerk widmete, feien hier auf» gegriffen. In vielen Gegenden ist eine erschreckende Zunahme des Kropfes bei Schulkindern zu fonfta» tieren. In allen preußischen Schulen ist jetzt durch eine ministerielle Verordnung die in der Schweiz ^„grossem Erfolg erprobte Jodprophylaxe als Aekämpfungs- und Vorbeugungsmittel eingeführt ■ worden.
Berlin, 9. Febr. Die „Germania", das Ientrums- organ schreibt unter der Ueberschrisl: „Das Schulgesetz gescheitert“ u. a.:
In den maßgebenden Kreisen des Zentrums ist man der Austastung, daß das Reichsschulgesetz als gescheitert angesehen werden muß, nachdem die seit einiger Zeit schwebenden Zwischenverhandlungen er- aebnislos verlaufen sind, und eine Aussicht auf Aenderung der für das Zentrum in entscheidenden Grundsatzfragen völlig untragbaren Ergebnisse der ersten Ausschußlesung nicht mehr zu bestehen scheint. Nachdem sich gestern abend der Vorstand der Fraktion eingehend mit der Schulfrage beschäftigt hat, wird heute die Fraktion selbst Stellung nehmen. Sie wird sich darüber klar werden müssen, welche Folgerungen sie aus dieser Lage ziehen will. 3m Zentrum besteht keine Neigung, das entwürdigende Spiel um die kulturpolitisches» Güter fortzusetzen, nachdem sich gezeigt hat, daß nicht einmal der grundsätzliche Wille zur Einigung beim Verhandlungspartner vorhanden ist Die Fraktion wird sich auch darüber schlüssig werden müssen, welchen Zeitpunkt und roeldjen Weg sie für ihre notwendige politische 3nitiatioe als geeignet ansieht.
Wie aus der Meldung der „Germania" hervorgeht, hat gestern der Parteivorstand des Zentrums getagt. Die Tagung hat selbstverständlich hinter verschlossenen Türen staktgesunden. Dennoch ist noch gestern bekannt geworden, daß in dieser Sitzung die in der „Germania" zum Ausdruck gebrachte
teil ist unter allen Umständen, daß der immer noch bettlägerige Kanzler der heutigen Fraktionssitzung nicht beiwohnen wird. Dr. Marx ist, soviel wir wissen, immer noch der Auffassung, daß erst nach Erledigung des Etats die Entscheidung über die Schulvorlage herbeizuführen wär«.
Während die „Germania" bereits von einem Scheitern des Reichsschulgesetzes spricht teilt der „D. A. Z." mit, daß man in volkspartellichen Streuen d e Dinge mit der Ruhe des Gewissens betrautet. Die Drohung des Zentrums, „politische Konsequenzen" zu ziehen, werde einigermaßen >kep: ich beurteilt, da das Zentrum mit solchen Drehungen während der ganzen Dauer der Schulze, etzverhandlungen gearbeitet habe. Der Versuch des Fraktionsvorstandes des Zentrums, der Fraktion mit einer bestimmten Stellungnahme vorzugreifen, werde dahin gewertet, daß man versuchen wolle, der volkspartei- lichen Kundgebung am Somnag zuvorzukommen.
Die gleiche ruhige Auffassung kommt in „Tägl. Rundschau" zum Ausdruck, die erklärt:
Man wird mit Ruhe abwarten müssen, wie wirkliche Verlauf sein wird. Bisher galt es
der
der als
eine unbedingte Forderung verantwortlicher Politik, den Etat unter allen-Umständen noch zu veraüschie-
breitete, war man geneigt zu erklären: Das ist das Ende. Das Ende nicht nur der Koaiition, sondern auch der Regierung und wahrscheinlich auch des gegenwärtigen Reichstags. Das scheint aber noch nicht ganz ausgemacht. Wenn das Zentrum 'reilich unbekümmert um die Geschäftslage des Reichstags schon jetzt und sofort die Entscheidung zu suchen wünscht, wird sich der Bruch kaum vermeiden lasten, denn auf das Umfallen der Volkspartei ist nach unserer Kenntnis nicht zu rechnen. Ein chwerer Nach
Oslo, 8. Febr. Der Sterling hat heute abend den von Mowmkei elngebrachten M i ß- krauensanlrag gegen die Regierung mit 86 gegen 63 Stimmen angenommen. Ein Mitglied war abwefend. Dagegen stimmten die Arbeiterparteien sowie ein 2liitgliet> der Radikalen Volkspartei. Der Rücktritt des Sabinetts wird stündlich erwartet. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die demokratische Partei unter Führung Mowinkels die
übernehmen.
sierungsbilduug
Ueber das Fiasko der
normei aus 5
terregierung wird uns richtet:
Noch nie war der Andrang zum norwegischen Storthing so stürmisch wie an dem Tage, an dem die Debatte über die Regierungser- !lärung der ersten norwegischen reinsozial isti»
chen Regierung begann. Hunderte von Men- chen mußte der Eintritt verweigert werden. Tausende, ja das ganze Land wartete mit Spannung auf das Ergebnis der Sitzung. Und das Unerwartete wurde Wirklichkeit. Ein
Mißtrauensvotum wurde eingebracht, das nach dem Stimmenverhältnis im Storthing den sicheren Sturz der Regierung bedeutet. Das Mißtrauensvotum wurde etwa nicht beantragt von der Opposition der Rechten, sondern von den Demokraten, deren EinwUli- gung überhaupt erst die Bildung einer rein sozialistischen Regierung ermöglicht hatte. Der Sprecher der demokratischen Linken Akanckel, übte schärfste Kritik an der Proyrammerkla-
Miet. Ob auch biete Kot» Wendigkeit in Frage ge' fein füll, wird der Verlauf der nächsten Woche zeigen müssen.
Dem „Lok. Anz." zufolge herrscht die ruhige Auf- : faffung auch bei den Deutschnationalen. Man weise darauf hin, daß die Verhandlungsmöglichkeitsn über das Schulgesetz noch keineswegs erschöpft seien. Man werde noch keineswegs annehmen können, daß bereits Ende dieser Woche ein endgültiger Bruch eintritt, wie dies in Wandelhallsngefprächen gestern verschiedentlich vorausgesagt worden ist
Me Miet-R-vâ
Was die pflegliche Behandlung der in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung förderungsbe- owftiaen Kinder im allgemeinen betrifft, ist man . .. Prinzip des sommerlichen Landaufenthalts — einer Bewegung in den Kriegsjahren ihren Anfang nahm.— zu spezialisierten Heilmethoden übergegangen. Für jedes Kind, das systematisch und ständig unter schulärztlicher Beobachtung steht, sollen die feiner besonderen gesundheitlichen Verfassung entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden. Hier sind in den letzten Jahren gute Ergebnisse erzielt worden: Bei Kindern über 10 Jahren konnten über 70 Prozent der Fälle erfolgreich behandelt werden.
Erfreulich ist ferner, daß beim Kapitel, Sei» Beendungen und Sport mehr und mehr er» sannt wird, daß die körperlichen Leistungen der be- '?nderen Aufmerksamkeit bedürfen. Mit der ein» leitigen und unsinnigen Züchtung von Rekordträ- gern kann für die Volksgesundheit nichts erreicht *m Gegenteil recht bedenklichen und, wir wachten meinen, bedauerlichen ungeistigen Xen» .wird Vorschub geleistet. Nunmehr ist in Mer Linie die gründliche Durchorganisierung des ^-portarztwesens in Angriff genommen worden. Der Minister hofft, daß es in späteren Jahren möglich Ute w'td. die der Volkswohlkahrt dienenden Unter- ’ utzungsfonds überhaupt zu erhöhen.
..jS der W ohnungsfrage glaubt man mit ,eni ,®toI3 mit der Neubautätigkeit des Vor- sein zu können. Andererseits wird >ich erinnern müssen, daß gerade Herr Hirt- tJJJ L" dem Nichtzustandekommen des Chapman- J? -Berliner Bauprojektes für 40 000 Wohnungen erm°;n"r-^"?.schâig ist. Für dieses Jahr allerdings m- ' 0$ die Fortführung von Ausländsanleihen, murA1 , bar dieser Gelegenheit nachdrücklich betont täUni-»':?^ unbedingte Notwendigkeit, um die Sau» ten n^-we"ftsten° jn fom am Jahre 1927 erreich- Deân„ ^"^e ..fortsetzen zu können. Ueber die zur m-n^ «â jährlichen Zugangs in Preußen not» weilte 000 Wohnungen hinaus würden noch e 50 000, insgesamt also 170 000 fertiggestellt.
®te beMsche Regievuns endgültig
vom
Berlin, 8. Febr. Der Reichstag setzts die zweite Beratung der Novelle zum Mieterschutzgesetz fort. Höllein (Kom.) nannte den Entwurf ein neues Mittel zur Ausplünderung des werktätigen Volkes und ein „freches Attentat^ auf die deutsche Mieterschaft.
Jörissen (Wirtsch. Vgg.) bezeichnete die Vorlage als eine geringe Verbesserung der Lage des Hausbesltzes. Der Hausbesitz sei durch den Woh- nungsboljchewismus völlig entrechtet worden. Die meisten Parteien hätten sich von den Wohnungsbolschewiken leider ins Schlepptau nehmen lassen, und auch der Regierung fehle der Mut, mit dieser Politik endlich Schluß zu machen.
Winnefeld (D. Vpt.) erklärte, es sei schwer, den richtigen Weg zu finden, wenn die Linke be« Haupte, die Regierungsparteien seien ins Schlepptau der Hausbesitzer, und die Wirtschaftspartei sage, sie hätten sich von dem Bolschewismus der Linken einschüchiern lassen. Eine völlige Aufhebung der Wohnungszwangswirlschaft sei im Augenblick noch nicht möglich; man müsse sie aber nach Wöglichkeik lockern. Der Hausbesitz müsse sich eben mit dem ab» finden, was der Reichstag beschließe. Die im Ausschuß beschlossenen Lockerungen feien für beide Teile tragbar. Die Wirtschaftspartei habe im Ausschuß 90 D. H. ihrer Anträge zurückgezogen und den Anträgen der Regierungsparteien zugestimmt. (Hört hört!) Was habe die Wirtschaftspartei bisher erreicht? In Sachsen, wo sie einen Minister in der Regierung habe, betrage die Hauszinssteuer 50 v. H., in Preußen dagegen nur 48 v. H. (Erneute Hört-hört!-Rufe.) Die Wirtschaftspartei stütze sich auf den nackten Materialismus. Sie wählen, bedeute Selbstzerfleischung des Bürgertums. Der Redner trat für die Aufhebung der Wohnungsämter ein.
Schirmer (Bayer. Vp.) erklärte, die ganze Opposition fei auf einer politischen Stimmungsmache übelster Art aufgebaut. Den Wohnungsausschuß
könne man schon eher Skandalausschuß
Für schikanös und bösartig auftretende Mieter ein»
nennen.
zutreten, sei ebensowenig angebracht wie für bösartige Vermieter.
ganzen Lande hervorgerufen habe im Interesse Norwegens nicht erlaube, daß die Arbeiterregierung noch länger die Regierungsgeschäfte führe. Die sozialistische Regierung habe das Kunststück fertig gebracht, während der Regierungsdauer von nur 11 Tagen das Vertrauen in die mit großen Dp» fern, auf den Paristand gebrachte Krone zu erschüttern und große, wie kleine Kapitalbesitzer zur Kapitalflucht aus Norwegen zu bestimmen. Die sozialistische Regierung habe den Beweis erbracht, daß sie noch nicht regie- rungsreis sei, und daß die Verantwortung für die Geschickte des Landes und insbesondere für die Geschicke der Wirtschaft noch nicht in ihre Hände gelegt werden kann. So haben denn 11 Tage verantwortlicher Regierungsführung genügt, um die Arbeiterregierung unmöglich zu machen. Allerdings kann sie sich
~ gebildet
patiXy^H S. Febr. Die drei Regierungs- $,„1,™ geben folgende Erklärung bekannt: Die »trung wird gebildet von der Sozialdemokratie.
Reichsjustizminister Hergt stellte gegenüber Wünschen wegen der Künstlervteliers fest, daß solche Ateliers, soweil sie Teile einer Wohnung sind, durch die preußische Lockerungsverordnung auch weiterhin dem Mieterschutz unterstellt worden sind. Die Frage, wie den Künstlern, bei denen diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, geholfen werden könne, werde geprüft und auf der nächsten Wohnungskonferenz mit den Ländern behandelt werden. Auch die Frage, wie man diejenigen Inhaber größerer Wohnungen, die auf Untervermietung als einzige Einnahmequelle gewiesen sind, schützen könne, werde bei dieser Gelegenheit erörtert werden. Zur Frage der Einschaltung der Fürsorge stellte der Minister in Aussicht, mit den Ländern die erforderlichen Maß-
an
nahmen zu beraten, damit in den Fällen, wo eine Kündigung der Wohnung berechtigt ist, aber der Mieter die Voraussetzungen der Fürsorge erfüllt.
der Wohnung berechtigt ist, aber der Voraussetzungen der Fürsorge erfüllt, e eingreift und durch Staatsmittel in
die Fürsorge eingreis .
die Lage versetzt wird, zu helfen.
Nachdem Schlecht (Linkskom.) Kommunalisi- runa des Wohnungswesens und Beschränkung des Wohnraums nach der Kopfzahl gefordert. Trem- m e l (Z.) das Zentrum gegen sozialdemokratische Angriffe verteidigt und Frick (Notsoz.) jede Lockerung des Mieterschutzes während der derzeitigen Wohnungsnot abgelehnt hatte, wurde die allgemeine Aussprache geschlossen.
In der Einzelaussprache beantragte ij), daß der Zustellung der Künt
Nowack
(Soz), daß der Zustellung der Kündigung ein Sühnetermin vorausgehen müsse. Ferner soll die Zustellung nicht durch den Urkundsbeamten, sondern durch den Amtsrichter erfolgen.
Die Weiterberatung vertagte der Reichstag auf Donnerstag.
dem Zentrum und der Demokratischen Partei. Als Staatspräsident wird aufgrund der getroffenen Vereinbarungen der bisherige Landlagspräsident Adelung (Soz.) vorgeschlagen. Adelung soll zugleich das neu zu organisierende Ministerium für Kultus und Bildungswesen übernehmen. Für das Ministerim des Innern ist Abg. Leuschner ($03.), für das Iustizwejen Abg. Kirnberger (Zlr.) der zugleich das Finanzministerium übernimmt, und für das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft der Abü. Korell (Dem.) vorgeschlagen. Die Wahl des Staatspräsidenten und die Vor- ausschuß des Völkerbundes in Aussicht genommen.
stellung der neuen Regierungsmitglieder, sowie die Entgegennahme der Regierungserklärung erfolgt am Dienstag, 14. Februar.
Dv. v. Simson als Devtvetev Deutschlands im Stchevhetts« auSsthuS
Berlin, 8. Febr. Wir wir hören, ist der frühere Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Dr. v. Simson, als Vertreter Deutschlands im Sicherheits-
nach ihrem Sturze als starre Oppositionspartei rächen, sie kann mit Hilfe ihrer 62 Stimmen in einem Haufe, das nur 150 Abgeordnete zählt und in dem nach dem Gesetz das Haus beschlußunfähig ist, wenn ein drittel der Abgeordneten ihm fernbleibt, jede positive Regierungsarbeit sabotieren. Wer aber wird die Kosten dieser Rache bezahlen müssen?
Wie kam es überhaupt zu dieser Arbeiterregierung? Man muß schon weiter zurückgreifen, um einen klaren Einblick in den Verlauf der Dinge zu erhalten. Alle politischen Wurzeln unserer Zeit ruhen im Wirtschaftlichen und man muß wissen, daß das allen Kriegsschauplätzen ferne Norwegen sowohl eine Inflation als auch eine Deflation durchgemacht hat, wobei die Deflation dem Lande viel stärkere Wunden schlug, die auch jetzt zum Teil noch bluten. Während des Krieges und bis zum Jahre 1920 war in Norwegens Volkswirtschaft Hochkonjunktur, bei der Ausfuhr konnten alle Preise gefordert werden, der Import schrumpfte auf ein Minimum zusammen, so daß sich große Mengen von Gold und Devisen in Norwegen ansammelten. Dann kam die große Krise des Jahres 1920. Infolge des Valutadumpings der Jnflationsländer nahm der Export rasch ab, die während der Hochkonjunktur ausgeweiteten Industrieanlagen konnten nicht entfern mehr ausgenützt werden, große Schiffsreedereien brachen zusammen und mußten wertvolle Schiffè zu Spottpreisen losschlagen. Große Schiffsbauaufträge, die nach England gelegt wurden, mußten anullièrt werden, wofür selbstverständlich hohe Entschädigungssummen an die englischen Firmen gezahlt werden mußten. All diese wirtschaftliche (Ereignisse blieben natürlich nicht ohne schwerwiegenden Einfluß auf die Währung. Während der Goldinflation stiegen die Inlandspreise und bei dem sehr niedrigen Kronenstand hatten Staat und Gemeinden große Kredite auf dem Anleihewege aufgenommen. Ende des Jahres 1920 betrug die Kaufkraft der Krone nur noch 26 Prozent der Friedenskaufkraft. Auch die Privatwirt'