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Rattan Stadt und Land
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4. Sedrua«
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Das Keurste.
— Im Haushaltsausschuß des Reichstages er- Härte Reichsverkehrsminister Dr. Koch, es sei richtig!, daß die Reichsbahngesellschaft sich augenblicklich mit der Frage einer Tariferhöhung beschäftige.
— Ueber Briands Rede herrscht in Berlin ein gewisser Optimismus.
— Die Verhandlungen zum Reichsschulgesetz sind gestern nicht weitergeführt worden.
— Der Thüringische Landtag beschloß gegen die
Stimmen der Kammunisien, die Steuerverwaltung «^!
dem Reich zu übertragen.
— Im Preußischen Landtag wurde gestern die zweite Beratung des Landwirtschaftsetats fort-
gesetzt.
— In Indien sind Unruhen ausgebrochen.
Die lat-bwSvtMaMrebe Äev wantttns m UrsuSen
Berlin, 3. Febr. Im Preußischen Landtag wurde Heule die Aussprache über den Haushalt der landwirtschaftlichen V er - ir a l t u n g fortgesetzt, in deren Verlauf der Landwirtschaftsminister Dr. Steiger in ziemlich er« regier Form die gestrigen Angriffe des deutsch- .ratipnalen Redners zurückwies, daß die preußische Regierung für die Landwirtschaft nichts tue unb er, ler M.mster, über Einzelheiten überhaupt nicht mterrichtei sei. Der Minister stellte fest, daß das, iras' das Reich jetzt tue, in der Hauptsache auf eine früheren Vorschläge beruhe.
rordneten Roeingh (Ztr.) und Dr. (Deutsche Bp.) forderten ausreichende
Dic Abgeordneten 51 8 d) i f t a n ( '. ^ ,
landwir.schaftliche Schutzzölle. Roeingh -hielt auch ^ine Reform des bisherigen Systems der Handels- x/rträgsoerhandlmgen für notwendig und warnte
Dev GindvvÄ der Rede Briands in Veeiin
- Berlin, 3. Febr. Die Beurteilung der großen Senatsrede Briands ist in den deuttchen maßgebenden Kreisen zunächst dadurch stark beeinflußt, daß in Berlin auch in den heutigen Nachmittagsstunden nur Auszüge aus der Zuständigen Rede Briands -'-gelegen haben. Infolgedessen sind die zuständigen 'Stellen noch nicht in der Lage, sich offiziell er» ! schöpfend dazu zu äußern. Man g'.auat aber ichon , heute auf deutscher Seite mehr Gewicht auf dar Neue und Positive in der Rede legen zu müssen als auf die stellenweise wenig erfreul chen rhetorischen Wendungen. Man glaubt ferner oerücf sichtigen zu müssen, daß die innerpolitische Situation Frank- Taktik Briands im Hinblick auf
reichs eine gewisse die kommenden W
hlen erfordert. Daß der Außenminister seinen für Montag in Aussicht genommenen Urlaub nicht antreten wird, wird nicht ange-
ncmmen, da man bei den zuständigen Stellen nach der Rede Briands
weitere Verhandlungen erst für die Zeit nach den französischen Wahlen, also frühestens für Mai, erwartet.
Unangenehm ausgefallen ist, daß Briand die Thoiry- Politik falsch kargeste 111 hat. Die Anregung zu den Verhandlungen über den Austausch der Eisenbahnobligationen gegen die vorzeitige Räumung ist selbstvelstänÄI.ch von französischer Seite ausgogangen. Man war auch auf englischer Seite über diese französische Anregung unterrichtet. Außerdem hat
die deutsche Regierung nach Thoiry alles getan, um den ins Auge gefaßten Vian durchzu- führen, während man in Frankreich sich recht
träges, abzustellen als auf die berüchtigten elements stables, aber er verwirft sie auch nicht direkt und läßt die Frage offen, was er unter Garantien versteht, die über 1935 hinaus das Funktionieren des Versailler Vertrages in der entmilitarisierten Zone sichern soll. Immerhin erblickt man in Briands Rede eine
Ablehnung der These Paul Boncours, da Briand ausdrücklich sagt, daß Frankreich am Rhein nichts zu füchten habe und der Versailler Vertrag den Franzosen alle erforderlichen Garantien gäbe. Man glaubt Briands Aeußerung über die dauernde Kontrolle o p t m i m i st i s ch so aus» legen zu können, daß er sich mit dem grundsätzlichen Recht der Investigation, das heißt einer von Fall zu Fall zu beschließenden militärischen Kontrolle des Völkerbundes, einverstanden erklären will. Alles in allem rechnet man an maßgebenden Stellen mit der
Wiederaufnahme deutsch-französischer Verhandlungen für Mai oder 3uni d. 3.
wobei man hervorhebt, daß nur eine Gesamtregelung mit der endgültigen Festsetzung der rutschen Verpflichtungen in Frage kommen könne.
Die Berliner Presse ist gegenüber diesem betonten halbamtlichen Optimismus wesentlich kriti- ger. Auch die Blätter der Linken finden in der Rede Briands mancherlei, was sie zu ernstem Nach- denten veranlaßt. Diese Sorge gilt vor allem den Ausführungen über den Garantiemechanismus für die entmilitarisierte Zone. In dem Bestreben, etwas Positives in Briands Rede zu finden, kann
^ie LVoche.
Als am Abend der für Preußen siegreichen Schlacht von Königgrätz Moltke seinem Monarchen die Erklärung abgab, daß eine Wendung des Feldzuges von der tapferen, aber schlecht geführten, österreichischen Armee nicht mehr zu erwarten sei, fügte Bismarck hinzu: „So handelt es sich von jetzt an darum, die alte Freundschaft mit Österreich zurückzugewinnen." Was Bismarck zu dieser Politik veranlaßte, war letzten Endes im Interesse seines Landes die mitteleuropäische Schicksalsverbundenheit. So dachte und handelte ein führender Staats- ir.ann mit weitem Blick, ein Staatsmann, der erkannte, daß es unter gewissen Umständen notwendig ist mit der Peripetie, mit dem Umschwung einzusetzen. Bei den französischen Staatsmännern kann man von diesem Weft- nicht sprechen. Wohl muß man bezüglich Briand sagen, daß es ihm gelungen ist, die rücksichtslose französische Gewaltpolitik gegenüber Deutschland in eine Verständigungspolitik abzubiegen, indem er das Werk von Locarno mitschuf, das in Genf und Thoiry seine Fortsetzung fand, doch bei diesen Abmachungen ist es geblieben, ohne daß die versprochenen „Rückwirkungen" — wobei es sich in erster Linie um die Aufhebung der Besatzung handelte — zur Durchführung gelangt wären. Die Verständigungspolitik ist zum Stillstand gekommen. Deutschland hat den Locarnopakt, bei dem es sich für ein Volk mit nationalem Gewissen um Opfer schmerzlichster Art handelt, unterschrieben, Deutschland ist in den Völkerbund gegangen, aber der 1 Wunsch, die Besetzung Der Rheinlands
ebne/ ivies darauf hin, daß die "sofortige Zurück-
irberung der Kredite durch die Preußenkahe vor Inhatt der Briandschen Darlegungen im welem- -r neuen Ernte unmoghtfi sei. Was die spanne x^ pofitio auffassen zu können. Als konkrete '"^^cuger- und Verbrauchspreis betreffe, so Erkürung bucht man Briands Wendung, daß 2 dreie in Berlin jur Milch z. B. IzO n. H. Frankreich an sich gern bereit sei, vorzeitig zu räu» gespannt, wie der M.nifter seine Versprechun- men ünb daß es ihm hauptsächlich neuerdings wie- if Verminderung dieser Spanne halten wolle. ber airf ein &ef$âft ankommt, zu dem
Hoffentlich gelinge es ihm ohne Rückfall in die j ~
Zwangswirtschaft.
Das Haus unterbrach im Laufe des Nachmittags die Aussprache, um die zurückgestellten Abstimmungen zum Domänenhaushalt vorzunehmen. Nach An
»rischen Erzeuger- und Verbrauchspreis betr. Jetrage diese in Berlin für Milch z. “ Lr sei gespannt, wie der Minister sein
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I wir uns ja schon seiner 3i
I wiederholt bereiterklärt haben. Die deutschen Leistungen, die Briand erwartet, vermutet man einmal in der Teilmobilisierung der Dawes-Obligationen
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und
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nahme einer Reihe von AusschußaMrägen wurde dieser Haushalt in zweiter Lesung verabschiedet und die Aussprache über die Landwirtschaft fortgesetzt.
Für ^die Demokraten erkannte Wachhorst de Wente gleichfalls die Not der Landwirtschaft an und forderte weitgehende Maßnahmen im Rahmen des Möglichen. Der Redner kritisierte die Kreditgebarung der Preußischen Genossenschaftskasse, die hauptsächlich den Großgrundbesitz bevorzuge, und verlangte, daß in Zuknuft die Kredite mehr als bisher den Bauern zugute kämen
M tteilungien der Staatsregierung über die preußische Vertretung im Verwaltungsrat der Reichsbahn wurden dann ohne Aussprache zur Kenntnis genommen. Gegen 19 Uhr vertagte uas Haus die Weiterberatung auf D'enstag, 7. Februar. Der Samstag und Montag werden wegen der Partei- tagung des Zentrums im Rheinland und in Westfalen sitzilngsfrei bleiben.
Hermes VvSKdsnt des Vauevu- verems
für Frankreich, andererseits in der Frage der Sicherheit. Man legt in amtlichen Kreisen besonders Wert darauf, daß
auch nach Briands Auffassung der Sicherheilsfrage im Osten durch Locarno gelöst worden ist. Damit scheidet Briand aus der künftigen Diskussion in der Räumungsfrage ein Argument aus, was im abgelaufenen Jahr die Erörterungen immer zu erschweren drohte. Man nimmt ferner in Berliner Kreisen gern davon Kenntnis, daß Briand sich gegen die Hetze gewißer Stellen gegen die Reichswehr gewandt hat. In der Frage des Kontrollregimes im Rheinland nach der Räumung scheint Briand zwar das Verfahren mehr auf den Rahmen des Völkerbundes, nämlich auf die Bestimmungen des Art. 213 des Versailler Ver»
Andere Redewendungen Briands jedoch lassen die auch in der Presse vertretene Auftastung als besser begründet erscheinen, daß Briand über das Investigationsprotokoll hinaus eine Sonderüberwachung für die entmilitarisierte Zone sogar für die Zeit nach 1935 anstrebt. Diese Auffassung hat auch insofern vieles für sich, als man bestimmt annehmen kann, daß Briand die ihm in Stresemanns letzter Reichstagsrede — leider — hingehaltene Möglichkeit einer Sonderüberwachung der entmilitarisierten Zone schwerlich abgelehnt haben wird, wobei er jedoch geflissentlich die von Stresemann ausdrücklich betonte Beschränkung auf die Zeit der vertragsmäßigen Besetzungsoauer überhörte. In der Tat, wenn es Briand nur darauf angekommen wäre, die Bestimmungen des Investigationsprotokolls in die Erinnerung zurückzurufen, dann hätte er dies mit einfacheren und klareren Worten sagen können. Wenn er betont, daß das ganze Problem erst dann gelöst sei, wenn die entmilitarisierte Zone sichert sei, so geht daraus klar genug hervor, daß er an Sonderbestimmungen denkt, die erst noch g?» fassen werden sollen, und zwar auch für die Zeit nach 1935. Diesem Ansinnen Briands an Deutschland, das Investigationsprotokoll in feiner ursprünglichen Fassung in Bezug auf die elements stables wiederherzustellen, kann nicht früh und charf genug entgegengetreten werden.
Mnsuheu tu ^udieu
Berlin, 3. Fehr. Das „V. T." will erfahren haben, daß die augenblickliche Anwesenheit von Dr. Hermes in Berlin neben der Berichterstattung über “en Stand der Warschauer Verhandlungen vor allem der Rücksprache mit Vertretern der deutschen Bauernvereine über die evtl. Uebernahme des Prä- Ituentenpoftens, der durch den Rücktritt des Frei- Herrn von Kerkerinck frei geworden ist, gilt. Eine Entscheidung in dieser Frage ist noch nicht gefallen.
durch den Rücktritt Kerkerrncks bei den Bauernvereinen offen zutage getretene Spannung hat noch eine weitere Verschärfung dadurch erfahren, daß auch das geschästsführende Vorstandsmitglied, der ^entrumsabgeortmete Dr. Crone-Münzebrook sein Amt niedergelegt lMt. Das Blatt schreibt: „es scheinen starke Tendenzen am Werke zu sein, um bei A Mnheit der Neuwahl des Präsioenten den Riß, er sich durch den Austritt des Rheinischen Bauern' fit u18- 0115 den Bauernvereinen ergeben hat, zu verdrucken und den Rheinischen Bauernverein 'toerum an die deutschen Bauernvereine anzu-
_____ung dadurch erfahren, daß ührende Vorstandsmitglied, der
Bombay, 3. Febr. Sir John Simon und die anderen Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses für die indische Verfassung kamen auf der Reise nach Delhi hier an. Die Führer der indischen Extremisten hatten sich eifrig bemüht, einen allgemeinen Streik und größere Demonstrationen zustande zu bringen. Jedoch waren nur eine Anzahl von Läden und Schulen der Aufforderung gefolgt. Ein Zug von 350 weiß- gekleideten Nationalisten, die Fahnen mit der Inschrift „Nieder mit dem britischen Imperialismus" mit sich führten, wurden von der
Die von dem Gebäude des Obergerichts versammelte Menge warf Steine gegen die Polizisten und griff Europäer an, die in Automobilen nach Hause zurückkchrten. Dabei wurden zwei Kraftwagen zerstört.
Auch vor dem Regierungsgebäude in Kalkutta kam es heute zu Kundgebungen der Bevölkerung. Studenten bewarfen das Gebäude mit Steinen und ließen sich auch durch das Eingreifen eines Polizei- kommissars nicht stören. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem der Polizeikommisiar verletzt wurde. Daraufhin wurde eine Truppenabteilung
Polizei vom Hafen abgedrängt. Nach einigen an» herbeigerufen. Mehrere Verhaftungen wurden vor-
Dte neue GeichLftssvdnuns des
Landtags
M ?^^ Preußische Landtag wird in der nächsten ^" Entwurf einer neuen Geschästsordn mg kn der zuständige Ausschuß in vier geprüft und festgcstellt ' " ' '
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deren Demonstrationen war die Ruhe wieder hergestellt.
Dagegen kam es in Madras und Kalkutta zu ernsteren Zusammenstößen. In Madras machte die Polizei gegen Demonstranten von der Schußwaffe Gebrauch, wodurch 2 Personen getötet und 17 verletzt wurden. Auch 8 Polizisten erlitten Verletzungen. Die Polizei ist noch nicht Herrin der Lage, es wurde notwendig, Truppen herbeizurufen.
genommen.
In Singapore wurde eine kommunistische Propagandazentrale entdeckt, von der man an- nimmt, daß sie den Mittelpunkt der gesamten Propaganda in Singapore und Ostindien gebildet hat. Fünf Chinesen, unter ihnen eine Frau, wurden verhaftet und große Massen kommunistischer Literatur beschlagnahmt.
t. Nach der
i ß t r a u e ns-
jenau formuliert und begründet sein, aen kAeinc, Annahme die verfassungsmäßigen Fol- Ferner bestimmt die neue Geschäfts- ie^JA3’ <^ ein Untersuchungsausschuß anderen Ausschuß gleichgestellt sein soll Die
Verhandlungen sind in der Regel nicht öffentlich. Die Präsidialgewalt ist durch die neuen Bestimmungen der Geschäftsordnung nicht verstärkt worden. Im Gegensatz zum Reichstag bringt das Versäumen einer namentlichen Abstimmung nicht einen Diätenabzug, wenn der betreffende Abgeordnete sich in die allgemeine Anwesenheitsli ts im Laufe der Sitzungsdauer eingetragen hat. Uran»
träge, die von einer Fraktion gestellt werden, können im Gegensatz zur bisherigen Uebung, wenn sie von den Antragstellern zurückgezogen werden, von anderen Fraktionen nicht wieder ausgenommen werden.
Im Ausschuß haben sich im wesentlichen alle Porteien mit der neuen Fassung der Geschäftsordnung einverstanden erklärt.
urch das Bè
Locarno Rechnung getragen und durch den Eiw tritt Deutschlands in den Völkerbund die internationalen Verpflichtungen gewährleistet seien, hat auf der Gegenseite keine Berücksichtigung gefunden. Ueber 2% Jahre sind seit dem Vertrag von Locarno vergangen und mit Engelsgeduld haben wir in Deutschland auf die Auswirkungen jenes gepriesenen Geistes von Locarno gewartet. Doch vergebens. Bon Deutschland sind im Laufe dieser Zeit wiederholt Schritte unternommen worden, die auf eine Inangriffnahme der Rheinlandräumung durch die Franzosen hinausliefen, doch alle Aktionen sind immer wieder auf Drängen Briands aufgehoben worden, der stets die Versicherung abgab, daß die Räumungsfrage sehr bald in akuter Form zur Sprache kommen würde. Die deutsche Haltung war auf „Warten" eingestellt. Doch einmal muß die Geduld reißen. Und dieser Augenblick scheint jetzt gekommen zu sein. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat — die französische Politik ließ keine andere Wahl zu — die Räumungsaktion wieder ausgenommen und am Montag und Mittwoch bei der Besprechung des auswärtigen Etats im Reichstag in treffenden Worten auf die Anomalie zwischen der Locarno-Politik und der fortdauernden Rheinlandbesetzung hingewiesen und unter stürmischer Zustimmung die Rheinlandräumung gefordert. Was der deutsche Außenminister kund gegeben hat, war klar und deutlich gefaßt. Bedeutungsvoll seine Worte: „Man sucht nach Formeln, den Staat vor Kriegen und Gefahren zu schützen. Ich habe noch keine Formel gesehen, die zwischen zwei benachbarten Nationen die Sicherheft stärker garantiert, als der Locarno-Vertrag es zwischen Deutschland und Frankreich tut. Beide Mächte verpflichten sich durch den Der- trag, auf jedes aggressive Vorgehen gegeneinander zu verzichten. Wer nach mehr Sicherheit ruft, der setzt Zweifel in das gegebene Wort und den beschlossenen Vertrag. Wenn mir nicht das Vertrauen haben, daß die heute geschlossenen Verträge gehalten werden, dann hat es überhaupt keinen Zweck, Verträge zu schließen." Aus dem Herzen aller Deutschen gesprochen die Fest- stellung: „In dem Ruf nach Sicherheit vor Deutschland liegt deshalb ein Stück Heuchelei, das nicht länger mehr von der öffentlichen Meinung der Welt ertragen werden kann." Und wichtig die Erklärung: „Wir können nicht der Auffassung Raum lassen, als wenn Deutschland bereit wäre, die Verkürzung der Rbeinlandbesatzuna mit dauernden Maßnahmen zu erkaufen, die über den Vertrag von Versailles hinausgeben und die geeignet wären, an Stelle des Vertrauens von Volk zu Volk das Mißtrauen zu verweigern und dadurch eine wirkliche und wirksame Friedenspolitik zu hindern."