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«S. 29
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3. Sedevar
1628
Das Neueste.
— Der Reichstag beschäftigte sich gestern dem Etat des Ministeriums für die besetzten biete. Staatssekretär Schmid sprach über die des besetzten Gebietes.
mit Ge- Not
— Im französischen Senat antwortete gestern Briand auf die Stresemannrede.
— Der berüchtigte Posträuber und Mörder Hein hat gestern einen neuen Mord begangen.
— In dem Urkundenfälschungs- und Spionage- prozeß gegen Schreck und Gnossen ist gestern das Urteil gefällt worden. Schreck erhielt 5 Jahre Zuchthaus.
Vskands Antwort an Stresemann
leiste RSEttahme des Besatzung - Künmuns nuv ?^e« üttomieUe veutMe IugssMrZdrrM^ und rKsntvsüe dev RheSulandroue auch nach 1035 — Miffivauen gegen die deutZch-vuMchen Beziehungen
fei Ausgabe des Völkerbundes, die Fortsetzung der Kontrolle sicherzustellen. Aber mit der Garantie der enrmiütarisierten Zone sei das Problem nicht gelöst. In allen Tellen Europas bestehe die Unruhe weiter. Frankreich habe jede Gelegenheit benutzt, um seinem Friedenswillen zu Zeigen Die französische Armee sei nach dem Kriege bedeutend vermindert worden. 3m Osten Europas gebe es aber ein großes Land, das in diesem Jahre 700 000 Mann zum Manöver aufgeboten habe, und besten Führer eine beunruhigende Sprache fp'ächen. Zu diesem Lande un-
terhacte Stresemann Bezieh müsse wünschen, daß Stresc
lungen. Er (Briand)
emann diesem Lande
La«dwrvtiehattsfvagen im Landis^
Berlin, 2. Febr. Der Preußische Landtag nahm heute nach achttägigr Pause seine Beratungen wieder auf. Sie begannen mit einem völkischen Satyrspiel, indem der Abgeordnete Koerner (Völk.) sich im Namen seiner Fraktion darüber beschwerte, daß int Fcmeausschuß nach den lächerlichen Auftritten des Oberstleutnants a. D. Ahlemann und des Leutnants v. Tettenborn den übrigen Völlischen die Gelegenheit abgschnitten worden sei, weitere Bei spiele ihrer Ungezogenheiten zu geben. Die zwelle Beratung des landwirtschaftlichen Haushalts leitete der Landwirtschaftsminister Dr. Steiger ein, indem er an der Hand weitreichender statistischer Angaben die Lage der Landwirtschaft erörterte. Als das Ziel der landwirtfchaftlichen Politik stellte^er die Ernährung des d-.utschen Volkes aus eigner Scholle dar. Dieses Ziel solle erreicht werden: 1. durch Steigerung der landwirlschaftlichn Erzeugung, geregeltes Kreditwesen, entsprechende Handelspolitik sund Schutz gegen Einschleppen von Seuchen; 2. Bittres) Senkung, der Reallästen: 3. durch unmittelbare der Erzeuger und Verbraucher. Der
Paris, 2. Febr. Der Senat setzte heute die Debatte über die außenpolitische Lage fort. Nach de Iouvenel, der sich vor allem wegen der St. Gotthardt-Angelegenheit entrüstete, nahm Außenminister
der St.
, Wonb
das Wort, Er erklärte, der bisherige Ton der Debatte habe dem Senat alle Ehre gemacht. Zu Senator Lemeriy gewandt, erklärte er, er wolle keinen Schwierigkeiten ausweichen und so deutlich wie nur möglich sprechen. Die Methode der U n t e r h a l t u n g z u Zweien, wie sie von ihm und Stresemann eingeführt worden sei, fei gut, denn dadurch würden Mißverständnisse zwischen den Völkern am besten zerstreut. Verschiedene Redner hätten sowohl den Versailler wie den Locarnovertrag nicht genügend studiert, sondern nur das herausgelesen, was ihnen passe. Er sei überzeugt, daß, wenn man den Frieden wolle, man keine Angst vor Worten haben und häufiger vom Frieden als vom Kriege sprechen müsse.
Die Menschheit habe den Krieg fall. Bisher habe als Formel gegolten: Wenn du den Frieden willst, so rüste zum Kriege. Die Geschichte hckbe aber bewiesen, daß die Formel nichts laugt. Es fei keine schlechte Methode wenn man endlich anfange, vom Frieden zu sprechen.
alleMmLr
Abrüstung der Geister. Briand antwortete dann auf verschiedene Vorwürfe des Senators Ecart, man dürfe bei der Beurteilung einer Sache nie die allge- Zufammenhänge aus dem Auge lassen. Es gebe auch in Frankreich gewisse Zeitungsartikel und gewisse Wahlplakate, die nicht gerade den Eindruck des Friedenswillens verstärken könnten. Er fei aber überzeugt, daß diese nicht den geistigen Zu-
meinen
gegenüber eine ähnliche Sprache führen möge wie gegenüber Frankreich Das französische Volk empfinde den tiefen Friedenswillen. Diese Gesinnung werde noch verstärkt werden, wenn die deutschen Wahlen eine Festigung der Republik bringen werden.
önlh ien
0, daß diese nicht den geistigen Zu- , rheit des französischen Volkes wider- Wenn man die Reichswehr kritisiere, solle man bedenken, daß es nicht zu verhindern sei, daß Militär zusammengesetzt sei Bei
stand der spiegeln.
eine Armee aus
seinen Zusammenkünften mit Stresemann habe er auf verschiedene Uebelstänüe hingewiesen, die dann abgestellt worden feien.
Die Locarnopolitik habe ohne Zweifel ein gutes Resultat gezeitigt, wenn sie auch nicht alle gehegten Hoffnungen erfüllt habe. Stresemann habe von Heuchelei gesprochen, wenn man im Hinblick auf die evtl. Räumung des Rheinlandes die Sicherheitsfrage prüfe. Ihm, Briand, fehle es nicht an vertrauen.
sei doch nicht unmöglich, daß Leute wie Freytagh-Lorringhoven an das Regierungsruder kommen könnten. Dadurch wäre eine gewisse Sorge
Aber es
um die Sicherheitsfrage gerechtfertigt. In diesem Jahre stünden die Wahlen in verschiedenen Ländern chicksal in
Frankreich vregesse nicht, daß Rußland fein Verbündeter im Kriege gewesen fei. Es habe keineswegs die Absicht, die Beziehungen mit diesem Lande abzubrechen. Er sei überzeugt, daß Rußland eine gewisse diplomatisch korrekte Haltung inuehalten werde und daß die begonnenen Verhandlungen
Frankreich vregesse nicht, b
gute Resultate zeitigen würden.
In den Beziehungen mit Italien werde der
In den Beziehungen mit I t gute Wille auf neiden Seiten . günstige Lösung gewisser Mißverständnisse zu finden. Frankreichs Politik im Völkerbund sei darauf gerfchiet, den Frieden fest zu organisieren. Die Konflikrsgefahren seien bereits weniger ernst. Man habe Fühlung genommen, die Zusanrmeuorbeii habe begonnen urb Handelsverträge seien abgeschlossen worden .Schon sehe man Deutschland und Polen zu einem Wirtschaftsabkommen schreiten. Der Locarnorerirag sei für
genügen, um eine
die Sicherheit der Grenzen der Völker im Osten Deutschlands
nicht unwirksam. England habe Frankreich feine Garantie zugestanden, habe aber keineswegs er« klärt, saß es sich an den Ostgrenzen desinteressiere. Es habe sich lediglich Vorbehalten, im Osten ie nach
er Polemik gegen
eg
Es fei auch nicht richtig, daß Polen in dem Locarno, abkommen keine Garantie erhalten habe. Der An-
chen Angriffe des Reichslandbundes gegen ihn, Kinder verloren haben, sind mit Ihnen einig!) Jümiter. Briand erklärt dann, daß er vor etwa zwei Wochen
f In der Aussprache kamen heute nur die Sozialdemokraten und die Deutschr.ationalen zu Wort. Die ersten verlangten das Verschwinden des Großgrundbesitzes zugunsten eines gesunden Mittel- und Kleinbesitzes. Der deutschnationale Redner meinte, daß auch feine Partei nur einen besche'de-
Briand erklärt dann, daß er vor etwa zwei Woch eine Delegation des internationalen Frontkämpfer
nen Gewinn für die Landwirt!
'tschaft wolle. Der ^schwiegen, wie er
Landwirtschaftswinistr habe oei.
der Landwirrck^jt helfen wolle. Seine Partei habe kein Vertrauen zu dem Ministerium, dessen Staatssekretär als Sozialdemokrat ein Gegner der Landwirtschaft sei. Auch der in Aussicht gestellte land-
wirtschaftliche Hüfsplan der Reichsregierung sei ungenügend. Der Redner schloß mit der tm „irmeile langweilig gewordenen Drohung, mm möge sich Hütsn, ein Feuer in der Landwirtschaft zu entfachen, das niemand werde löschen können.
Um 5 Uhr würd die Weiterberatung auf Freitag, 12 Uhr, v-rtagt.
Am das BerESfchttrsefeff
Weherere Blätter wissen von einer Reihe von unverbindsichen Einzelbesprechungen zu berichten,1 die im Laufe des gestrigen Tages über die Frage einer Verständigung über das Reichsschulgefetz statt- gesunden haben. Zu einem Ergebnis kamen diese Besprechungen nicht, da sowohl das Zentrum als auch die Deutsche Volkspartei auf ihrem Standpunkt verharrten. Dem „B. T." zufolge wird es für wahrscheinlich gehalten, daß nunmehr das Reichskabinett von sich aus den Regierungsparteien neue Bor- Möge zur Erzielung eines Kompromisses unterbreiten werde.
Das LèattwatrottSfOSdensefetz
Zu den gestrigen interfraktionellen Verhandlun- Sen her Regierungsparteien mit dem Reichssinanz- tttinifter über die Frage des Liquidationsschäden- L^tzes erfahren mir, daß die Regier rngspaiteien über die fernere Behandlung des Gefetzent- wurfes einig geworden sind. Wie das Blatt hört, das Gesetz nicht als Schlußlösung gedacht sein. ~9® Kabinett werde über diese Fragen noch eine f?wUng abhalten, da starke Bedenken über die Nnanzielle Tragweite bestehen.
Die biStfötbiisen AVsevvdneien
Der Reichstag will sich nicht verjüngen.
bundes empfangen habe. Besonderen Eindruck habe es auf ihn gemacht, als ein blinder Oesterreicher, dem beide Arme fehlten, ihm erklärte: Lassen Sie sich durch nichts abhallen, führen Sie Ihr gutes Werk weiter, Sie werden die Unterstützung von 5 Millionen Kriegsverletzten haben. — Als er das gehört habe, habe er sich stark genug gefunden, in der Folg einer gewissen Anzahl von Angriffen zu widerstehen. Briand erklärt weiter,
man habe die Locarnopolilik kritisiert. Die Kritiker müßten aber sagen, was an ihre Stelle gesetzt werden solle. Er erkenne an, daß die Lage noch viele Schwierigkeiten biete. Seit einigen Jahren seien aber merkliche Fortschritte auf den» Wege zum Frieden gemacht worden.
Aus dem Kriege fei ein prächtiges Instrument hervorgegangen, das sich zur Aufgabe gemacht habe, die Wiederkehr des Krieges zu verhindern. Der Völkerbund habe viel zur Aufrechterhaltung des Friedens beigetragen. Er habe den Frieden im griechisch-bulgarischen Konflikt und in den Streitfällen zwischen Danzig und Polen, sowie zwischen Polen und Litauen erhalten. Besondere Freude habe ihm gemacht, als Stresemann im letzteren Konflikt sich auf die Seite der Mehrheit des Rates gestellt habe.
Die LocarnoverkrSge könne man natürlich nach ihrem Geiste oder Buchstaben verschieden auf- faffen. Stresemann spreche mehr von dem Geiste, als von den Realitiälen des Vertrages.
Er (Briand) sei der Loyalität des deutschen Außenministers gewiß. Stresemann vertrete
aber in erster Linie die Interessen seines L a n d.e s, gerade wie der französische oder englische Außenminister in erster Linie die Interessen seines Landes vertrete. Die Franzosen seien zwar leicht davon überzeugt, daß ihr Außenminister der dümmste fei. Stresemann sei ein positiver Geist. Er habe die Tendenz, wenn er im Olivengang von Locarno spaziern gehe, eher etwas zu fordern, als etwas zu geben. Es fei notwendig, daß Deutschland sich Rechenschaft davon ablege, daß die beiden Länder noch Schwierigkiten zu über- winden hätten. Briand sagte weiter, der Locarnovertrag fei im Rahmen des Versailler Vertrages ae- halten. Man sehe den vertrag oft als eine Art Zauberkasten an, aus dem alles Mögliche Hervorgezaubert werden könne. Man muss bedenken, daß er erst vor anderthalb Jahren untrzeichnet worden sei und daß seither nicht alle Schwierigkeiten aus der Welt geschafft werden konnten.
™» 2. Febr. Ein Unterausschuß des .j..bhenrats des Reichstags beschäftigt sich seit
Seit mit der Frage einer Erhöhung der n“Samten, die zurzeit ein Viertel des Minister- Mya ts, also 9000 Mark im Jahr, betrage. Vor- » ^.Erhöhung auf 1000 Mark im
Der bei diesen Verhandlunc— durtk"i^' eine Derjüngerung des ^ebeizusühren, daß für Abgeordnete, die eine np^e Reihe von Jahren Mitglieder des Reichstags Kakon sind unb außerdem ein hohes Alter erreicht , _ . . _________
^n. eine Art Pension an Stelle der Diäten ein« abkommen habe unterzeichnet werden können. Fran- ?°rden soll, wenn sie auf ihr Mandat ver- zösische Besucher in Deutschland und deutsche Be- ist selbstverständlich bei der Mehrheit der sucher in Frankreich seien überrascht von der Ent- geordneten auf erheblichen Widerspruch gestoßen. Wicklung der öffentlichen Meinung und von der
anns gezweifelt roerben, Stresemann habe
Skre anerkannt, daß im Locarnooertrag hinsichtlich der Rheinlandräumung keine Verpflichtungen enthalten seien. Die Locarnoverträge feien bedingungslos unterzeichnet worden. Eine Stunde später sei allerdings über gewiße Dinge gesprochen worden, ohne daß sich die Regierungen verpflichtei hätten. Stresemann habe gesagt, daß er gewisse Zugeständnisse erhalten habe. Er (Briand) müsse erklären, daß die damals gemachten Zugeständnisse seither vollständig erfüllt worden seien. Im besetzten Gebiet fei der Charakter der Besatzung geändert unb die Besatzung stark verminder» worden.
Er erkenne an, daß die Besetzung für Deutschland peinlich sei, man müsse aber nicht glauben, daß sie für Frankrcich ein Vergnügen sei. Die maßgebenden MBnner hätten die Vorteile der Locarnopolilik anerkannt. Ein deutscher Kanzler habe zugegeben, daß die elsaß-lothringische Frage endgülitg geregelt sei. Die entmilitarisierte Zone sei nach französischer Auffassung notwendig. Es fei ein Irrtum, von Heuchelei zu sprechen: am Rhein habe Frankreich keine Befürchtungen, aber man dürfe die Solidarität nicht verkennen, die1 zwischen allen Teilen Europas bestehe.
Briand kommt nebenbei auf die Affäre von St. Gotthard zu sprechen und erklärt, er kenne die An- gelegenheit nur aus Zeitungsmeldungen und wolle sich vor einem voreiligen Urteil hüten. Der Völkerbund werde.sich damit zu besassen haben. Es sei aber nicht die Ausgabe Frankreichs, jedesmal, wenn irgendwo in der Welt etwas passiere, den Völkerbund anzurufen. Zur
Äbeinloiibtämmme
zurückkommend, stellt Briand fest, daß die Besetzung aus drei Gründen erfolgte: 1. Um die Kriegsschuldigen zu bestrafen, 2. um die A b - r ü ft u n g zu garantieren und 3. um die Reparationen sicher zu stellen. Auf die Bestrafung der Kriegsschuldigen habe man verzichtet. (Zwischenrufe: Bedauerlichchweise!) Als BesetzungSAründe blieben also noch die Garantierung der Abrüstung und die Reparationen bestehen. In Thoiry habe er Stresemann gesagt: Sie wünschen die Räumung des Rheinlandes: Führen Sie die Abrüstung durch und prüfen Sie die Mittel und Wege, damit die Reparationszahlungen beschleunigt werden.
trag, den Polen auf der letzten Völkerbundstagung gegen den Krieg eingebracht habe, habe den An-
gegen den Krieg eingebrach: fchluß von 43 Nationen gefunden.
Er, Briand,
werde niemals eine Gelegenheit versäumen, um ergänzende Garantien zu suchen. Man könne seine Politik kritisieren, müsse aber dann andere Wege vorschlagen. Wenn Locarno nicht vorhanden wäre, so würde die Loge keineswegs gebessert sein. Es kündige sich bereits eine Entspannung unter den Völkern ein.
Dem Vorredner, de Iouvenel, müsse er Hinsicht- lich der
Kriegsschulden und der Reparakionsfrage antworten, daß das Jahr 1928 nicht zu Ende gehen werde, ohne daß mistige Punkte dieser Angelegenheit geregelt und damit die Hoffnung auf eine weitere Befriedung der Well erfüllt würde.
Briand verläßt unter donnerndem Beifall die Rednertribüne. Der Beifall äußerte sich auch spontan mehrmals während der Rede. Sofort brachte Senator Marraud eine Tagesordnung ein, die das Vertrauen des Senats zur Regierung zum Ausdruck bringt. Diese Tagesordnung wurde einstimmig durch Händeaufheben angenommen.
Deoiefi von Sbevlkttinant SAulr und Genoffen
Wilms zum Tode Verurteilten haben jetzt sämtlich das Wiederaufnahmeverfahren beantragt und zwar die drei Mitverurteilten Schulz' mit der Begründung, sie könnten den Nachweis führen, daß sie bei der Ermordung des Feldwebels Wilms überhaupt nicht zugegen gewesen seien. Darüber hinaus haben die vier Verurteilten jetzt die Entscheidung des Gerichts darüber angerufen, ob sie von der Justiz als politische Gefangene zu betrachten seien oder nicht. Im ersteren Falle sei ihnen bis zur Entscheidung über das Wiederaufnahmeverfahren die Unterbringung im Untersuchungsgefängnis zu gewähren.
Bevhaftunsen in einev Keme- movsanseresenhett
Nordhausen, 2. Febr. Auf Ersuchen des Untersuchungsrichters in Stettin wurde der Kaufmann Robert Schultz in Nordhausen verhaftet, der im Verdacht steht, an den Fememorden in Pommern Anteil gehabt zu haben. Schultz war im Krieg Offizier, gehörte dann der Truppe Roßbach an und war zur Zeit der Fememorde mit ihr in Pominern. Die Untersuchungen schweben noch. Gleichzeitig mit Schultz sind im Reich weitere Personen verhaftet worden, die in die gleiche Angelegenheit verwickelt sein sollen.
âeiite Aufhebung d. Bmmuuttüt von Vrek und aWkio
Berlin, 2. Febr. Das VDZ-Büro teilt mit: Der Geschäftsordnungsausschuß des Preußischen Landtages beschäftigte sich mit dem Hochverratsverfahren gegen die Zentrale der kommunistischen Partei Deutschlands, nach welchem die Abg. Piek und Höllein beschuldigt werden, an einem hochverrâttE
Die von Stresemann in Aussicht gestellten Vorschläge für die Reparationszahlungen habe er aber niemals erhalten, offenbar, weil die Lage auf dem internationalen Geldmarkt nicht günstig gewesen sei. Stresemann habe gesagt, er werde nichts für die Räumung anbieten, was über den Versailler Vertrag hinausgehen werde. Das verlange Frankreich auch gar nicht. Es handle sich um eine rein geschäftliche Angelegenheit und Deutschland werde wohl Wittel finden, um zum Ziele zu gelangen. Der Versailler Vertrag biete gewisse Sicherheitsgarantien, aber eine Kontrolle der besetzten Rheilllandzoae werde auch nach 1935 not«
lagt, er
Es sei aber gewiß, daß der Versailler Vertrag durch den Locarno-Vertrag humanisiert worden sei.
Heute werde der Dawesplan ohne Schwierigkeiten erfüllt. Auch auf wirtschaftlichem G e - ^, „.v v.... -biete habe eine Annäherung zwischen Reichstags ^Deutschland und Frankreich stattge- ' t funden und ein deutsch-französisches Handels-
igen aufgetauchte Parlaments da-
wendig fein.
Die Zone fei eingerichtet worden, weil das sowohl im Interesse Frankreichs wie Deutschland» liege. Es