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ZK. 28

Donnerstag den 2. Februar 1928

Sette i

aus«

* Rcgeuwasiersbführung der Privalgrundstücke. Die städtische PoliMverwaUung macht in ber Heuki- «n Bekanntmachung dr« Hausbesitzer bzw. H ... oerwâr oder Mieter darauf aufmerksam, daß die Hauseigentümer zur Un^rhaltung, Reini­gung und Spülung ihrer Haussntwässerunzsanlage i>erpflichtet und für evtl, entstehende S ch a- den haftbar sind. Es sammt beispielsweise öfter vor, daß die Zieg«lfänger durch Laub, Schie­fer- und Ziegefftück«, Sand und bergt verstopft sind, ja daß das Reaenwasser in den Abfallrohrsn stehen bleibt, schließlich an den nicht ober schlecht gelöteten Stellen der Abfallrohre herausir.t: und dann Wnde und Tapeten durchnäßt aber einen anderen Ausweg suchend in das Erdreich bringt und dadurch das Pflaster oder den Plattenb el ,g der Bürgersteige unterspült und zerstört. Es empfiehlt sich daher, für regelmäßige Entleerung der Ziegelfänger, wie der Hof- und Waschküchensinkkästen Sorge zu tragen.

Feuerbestattungsverein. Der Feuerbestattungs- nerein hielt am 29. Januar im Gewerkschaftshause seine diesjährige Jahresversammlung ab. Der Jahresbericht des Vorsitzenden bewies, daß der Ver­ein in erfreulichem Aufschwünge begriffen ist. Mit seiner Mitgliederzahl nähert er sich dem dritten Tau­send (2456 gegen 1892 im Vorjahr) und rückt damit in die Reche der größten Vereine Deutschlands ein.

Die Versammlung. hätte deshalb auch unbedingt einen besseren Besuch verdient gehabt. Auf Kosten des Ver- eins wurden insgesamt 18 Mitglieder eingeäschert, deren Andenken die Anwesenden durch Erheben von ihren Plätzen ehrten. In gemeinsamer Arbeit mit dem Volksfeüerbestaüungsverein ist die Finanzie­rung des geplanten Krematoriums für Hanau sicher- gestellt worden, mit dessen Bau nunmehr allen Ernstes begonnen werden soll. Der Kassenabschlutz ergab einen reinen Kassenbestand von 608.38 Mark. Das Vereinsvermögen ergab folgendes Bild: Krema- toriumbaasonds 8000 Mark, Sparkonto 1674.40 Mk., Kassenbestand 608.38 Mk, Gesamtvermögen 10 282.78 Mark. Das Vereinsvermögen nahm gegen das Vor­jahr um 4867.56 Mark zu. Diese Leistungen bzw. Rücklagen wurden durch eine Umlage von 2.40 Mk. pro Jahr und Mitglied ermöglicht. Eine Reihe von Anträgen fand alsdann noch ihre Erledigung. Uebel vermerkt wurde von einigen Mitgliedern die außer­ordentlich hohe Summe der Beisetzungskosten für eine Urne, die mit ungefähr 36 Mark diejenigen der Stadt Berlin um mehr als das Doppelte übeijteigen. Dem wiedergewühlten Vorstands wurde zum Schlüsse der Dank für seine ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit ausgesprochen.

' Großer Schühenmaskenbass. Der Schützenklub 1926 hält am Samstag, 4. Februar, von 7 Uhr abends ab, in sämtlichen Räumen seines Klublokals Parkrestaurant (früheres Offizierkasino E -R. 3) einen Maskenball ab. Dem MottoJin Wald unir auf der Heide" entsprechend, ist mit großem Auf­

gemM« von

lt

wand eine Naturdekoration errichtet worden, wie sie nicht wieder zu finden sein dürfte. Dazu ist von dem Bildhauer W° Mühlenberg, ein Schüler von Professor Wagner in Magdeburg, ein Kolossalrund- gemälde von über 40 Meter geschaffen worden, das sehenswert ist. Auf das Inserat in der heutigen Ausgabe sei besonders hingewiesen.

LS«AI«W taM

ebr. Autoverbindung. Das Auto der Hanau-Wachenbucher Linie fährt von jetzt ^Mrchsweisr Sonntag abend 2330 Uhr ab Gast-

g als Notbehelf bis zum Zustandekommen der 6piantén Autopsrbindung.

WStiSVÄGViM.

Der Vorübergana eines Ausläufers des starken lefdruckswirbels über Island wird uns zunächst noch 'zeitweise Niederschläge, später vorübergehend BewöMngsahnähme bringen. Bei zeitweise auf­frischenden Winden bleiben die Temperaturen wei­terhin mtlb.

Berhèrfage bis Donnerstag abend: Zunächst bol- k!g bis bedeckt mit Segen füllen, später zeitweise auf« heiternd, dabei jedoch unbeständig, etwas auf« frischende südweMhhe bis westliche Winde, Tempe­raturen wenig verändert.

Wittevungsaussichten bis Freitag: Zurückgehende Bewölkung, Nachlassen der Niederschläge, etwas kühler, westliche Wind«.

Aus GtsiMeèm.

Groß Liemheim, 1. Febr. Ant Montag abend fand imDarmstädter Hof" eine Bürgerversamm- lang statt, um zu der Einführung der Wasserleitung Stellung zu nehmen. Nach Eröffnung der Versamm­lung durch den Bürgermeister erteilte derselbe dem Entwerfer der Anlage, Herrn Oberingenieur An­dorff von der Firma Louis Bernheimer-Augs-

Gür WieArrSârrg nach berühmten

Gvfiemen

es

Art uns Weise 40 bis 60 Prozent zu verdienen. Einer, der sich auf seine Pappenheimer verstand, war 'et Kaufmann Bergmann in Berlin, der wegen anderer Straftaten bereits notbefti a>t ist. Er machte, sobald er wieder frei war, ein Waren- uno Lombard aus auf. nahm Darlehen auf, die er durch seine Warensicher­stellte" und vergütete leinen Geld­gebern zu denen die bestrn Kreise gehörten, wie sich jetzt herausstellt ganz unglaubliche Summen, deren Löhe allein schon jeden ver- «ÜnstigLii Kaufmann hätte stutzig machen müssen. Die Bergmannschcn Beirügereien sollen bis jetzt über 2 »00 Ee dreier in Mitleid nid aft gelogen haben, die sich auf ganz Deu-Mand und Lesterreich verteilen. Unser BUo zeigt den Eingang zu Ber mannsWa en- und Lombardhaus". Wer hier eintrat, kann jetzt jede Hoffnung draußen lassen!

Es gibt immer noch Leute, die für möglich Halten, auf ehrliche

Das Haupt der Betrügerbande Salomon Bergmann

Zwei Vslafiuttsszeugen im Nesgmarm-GLKrssal

Berlin, 1. Febr. In den gestrigen Vernehmun­gen im Bergmann-Skandal machten die beiden Zeugen, Direktor Rösch von der Treuhandgessll- schaft für Handel, Industrie und Gewerbe, und Major a. D. Hintze, Aussagen, die nicht nur Staats- anwalt Jakoby, sondern auch die Beamten des für das Bergmannsche Unternehmen zuständigen Poli­zeireviers belasten. Serbe Zeuge gaben an, daß das Polizeirevier auf Anfrage der Treuhandgesellschaft erklärt habe, daß Bergmann und sein Unternehmen sich des besten Rufes erfreuten. Daraus habe die Treuhandgesellschaft dem Lombardhaus für über 200 000 Mark Einlagen vermittelt. Als bei Auf­treten von Zweifeln an der Solidität des Unter­nehmens Major Hintze den ihm befreundeten Staatsanwall Jakoby befragt habe, wie die Anzeige gegen "Bergmann emzubringen sei, habe Jakoby ausdrücklich erklärt, daß ein solcher Schrillber ^»»L»»è»ttMMWtMiâWsDWDWM^WMDDlM sich werden könnte, und daß man von Schritten bei her Staatsanwaltschaft lieber abfehen sollte. Auf eine spätere erneute Anfrage Hintzes, ob dis Staats­anwaltschaft nicht endlich einzuschreiten gedenke, da Bergmann damals bereits zwei Millionen Mark fremder Gelder ausgenommen hüte, habe Staats- anwalt Jakoby geantwortet, daß es Aufgabe des Staates wäre, sich um derartige Dinge zu kümmern, nicht aber die Aufgabe von Privatleuten. Wie eine

bürg das Wort zum Vortrag über die Gruppen­wasserversorgung aus den Kahlquellen. Aus dem Referat war zu entnehmen, daß die Quellen der Kayl, sowie der Kleinkahl an ihrem Ausgangspunkt erfaßt und in einer 250 Millimeter starken Leitung auf den Bszirksstraßen bis zur Gemeinde Wasser­los geführt werden sollen. Dortselbst ist die Anlage eines Wasserbehälters für zirka 400 cbm. vorge» sehen. Dabei werden die auf diesem Wege anliegen­den bayerischen Gemeinden mitversorgt.. Von hier erfolgt die Weiterführung nach der preußischen Ge­meinde Groß-Krotzenburg, woselbst dann an der Staustufe die Ueberleitung nach Hessen stattfinden soll. Auf hessischer Seite sollen die Gemeinden Mainflingen, Zellhausen, Seligenstadt, Klein-Welz- Heim, Froschhausen, Zellhausen, Klein-Krotzenburg, Hainstadt, Klein-Auheim, Groß-Steinheim, Klein- Steiciheim und evtl. Dietesheim beliefert werden. Die G^.iamtkosten der Anlage belaufen sich auf ca. 2% Millionen Mark und versucht die Firma die Finanzierung selbst vorzunehmen. Interessant waren

W

Hiestge Korrespondenz erfährt, hat das Justiz­ministerium die Untersuchungsbehörden angewiesen, täglich über die Vernehmungen des Staatsanwalts Jakoby Bericht zu erstatten. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jakoby hat heute durch feinen Rechtsanwalt b^n Leitern der Voruntersuchung eine Beschwerde- schrift eingereicht, in der betont wird, daß die An­griffe der Kriminalpolizei unberechtigt seien und bisher nicht der geringste Nachweis für einen straf­bare Handlung erbracht sei.

Auf Ersuchen der Berliner Kriminalpolizei wurde auch die Geschäftstätigkeit der Filiale in Hannover einer Untersuchung unterzogen. In Ver­folg dieser Kontrolle wurden die Geschäftsbücher der Filiale beschlagnahmt und nach Berlin gesandt.

Der verhaftete Münchener Filialleiter Franz Landauer bestreitet jede Mittäterschaft oder Mit­

wisserschaft an den Betrügereien und behauptet, ^von den unlauteren Geschäften der Inhaber der

liner Zentrale nichts gewußt zu haben. Eine tive Belastung hat das in München bisher Mâe MÄÄ

Haftbefehl gegen 5kaaksanwalkfchafksrak Dr. Jacoby.

Ber- posi. fest.

Berlin. 1. Jan. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, hat der Untersuchungsrichter ge­mäß dem Anträge der Staatsanwaltschaft heute in später Abendstunde Haftbefehl gegen den Staats- anwallschaftsrat Dr. Jacoby I erlassen.

die Erklärungen über die Höhe des Wasserpreises für die einzelnen Familien, ausgehend von einer Beteiligung von 80 Prozent. Hierbei stellte der Referent an die Spitze feiner Ausführungen die Gejamtjahreskosten der Anlage mit ca. 260 000 Mk. fest, wovon ein Drittel die beteiligten Gemeinden tragen sollen. Für Groh-Steinheim ca. 10 000 Mk. jährlich. Durch die Teilnehmer soll nunmehr eine allgemeine Grundgebühr von 24 Mark pro Jahr erhoben werden., was bei einer Beteiligung von angenommen 4800 Haushaltungen etwa 115 000

von

Mark ergibt. Der Rest von 50 000 Mark wird durch Wasseranteile ausgeschlagen, ein Anteil würd« pro Jahr 2.60 Mark betragen. So würde u. a. eine lechsköpfige Familie monatlich 3.30 Mark oder 11 Pfg. pro Tag zu bezahlen haben. Die Einführung

Wassermessern ist nur für gewerbliche Betriebe geplant. Die nun anschließende Diskussion war sehr rege und wurden die gestellten Anfragen sowohl von dem Referenten als auch von der Gemeindever­tretung beantwortet. Insbesondere wurde von der

Gemeindevertretung hervorgehoben, aus welchem Grunde diesem Projekt die Zustimmung erteilt wurde und zwar die Schaffung einer Naturleitung ohne Betriebskosten, dann aber auch der Umstand, daß diese Anlage Gemeingut der Beteiligten bleiben soll. Auf die mit der Einführung evtl, nötig wer­dende Kanalisation wurde gestreift und festgestellt, daß die Einführung der Wasserleitung nicht ab­hängig von einer Kanalisation gemacht werden muß. Die äußerst angeregt verlaufene Versammlung wurde gegen 11 Uhr mit Dank an den Referenten geschlossen.

Areis Gelnvauleu.

)( Gelnhausen, 2. Febr. Eine Grünlandtagung, di« erste im Kreisgebiete, veranstaltet am morgigen Freitag der Kurh^sische Grünlandver«i« zusammen mit den bäuerlichen Organisationen des Kreises Gelnhausen in Wachtersbach. In den Rahmen der Veranstaltung fallen vier große Referate folgenden Inhaltes: 1.Bedeutung der Grünlandwirtschaft" ~ 'rig-Hartmuthsachjen); 2. (Ass. Reiser-Kassel): 3.

(Rittergutsbesitzer Dr.

Rentable Weidetechnik . ..

«Düngung und Pflege des Grünlandes" (Land-w.- Rat Dr. Greve-Kassel): 4.Fragen der Futterkon- fervievung" (Dr. Greve-Kassel). Zwischen den ein­zelnen Referaten findet Aussprache über die jewei­ligen Vorträge statt. Der Grünlandtagung schließt sich an gleicher Stelle di« Jahreshauptversammlung der Fleckviehzuchtgenossenschaft des Kreises Geln­hausen an. Der Verbandsgeichaftsführer, Landwirr- fchaftsrat Walter-Kassel, referiert überTagesfra­gen der Fleckviehzucht" und über die Beschlüss« des Verbandes der Kurhesstschsn Fleckviehzüchter.

âveis Büdingen.

Bekanntmachung.

Die am 25. Januar stattgefundene Holzversteige» rung wird mit Ausnahme des ausgebotenen Erchen- Stammholzes genehmigt.

Die Abfuhrscheine können vom 3. Februar lfd. Js. an auf der Stadtkasss in Empfang genommen werden.

Büdingen, den 31. Januar 1928.

Hess. Bürgermeisterei Büdingen: H il d a er.

Bekanntmachung.

Wegen Umzug bleibt die Finanzkafls Büdingen Freitag, ben 3. Februar, ab mittags 1 Uhr, und Samstag, den 4. Februar für jeden Verkehr mit dem Publikum geschlossen.

Zu gleicher Zeit wird bekannt gemacht, daß sich die Finanzkasse ab Montag, den 6. Februar 1928 in den Parte rrerSumen des Finanzamts. HIndenburgftr. = befindet. Die Zahltage bleiben wie bisher bestehen.

Fendt, Regierungsrat.

f Himbach, 2. Febr. Karl Wagner von Himbach wurde als Fleischbeschauer für die Gemeinde Him­bach ernannt und verpflichtet.

AuS Fraukkust a. St

Der frühere Frankfurter PaadgerlchksprSsidenk gestorben.

: Auf der Aurorahütte bei Gladenbach verstarb der Wirkliche Geheime Oberjustizrat und Oberlandes- gerichispräsident a. D. Dr. jur. Heinrich Colnat. Der Heimgegangene wurde 1853 in Altbach im Är. WetzlM aArre» unjLMgdte als Amtsrichter u, M- statten und Biedenkopf, kam als Landgerichtsrat nach Kassel, dann als Landgerichsdirektor nach Frankfurt. Am 17. Januar 1907 wurde er zum Landgericht-präsident hier ernannt, und zwar als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Land- gerichtspräsidenten Dehnhardt. Am 1. Januar 1912 erfolgte die Ernennung Dr. Colnots zum Ober­landesgerichtspräsidenten in Stettin. Vor mehreren Jahren trat Dr. Colnot in den Ruhestand und widmete sich fortan dem Betrieb der ihm gehören­den Ofenfabrik, der Aurorghütte, deren geschästs- führender Gesellschafter er war.

Zur Affäre Müller-Meland.

: Die Gerüchte, daß Müller-Wieland sich nach dem Ausland gewandt hat, wollen nicht verstum­men. Man ist erstaunt darüber, daß die städtischen Behörden seine Abreise nicht verhindert haben, zu­mal es ihnen nicht unbekannt geblieben fein dürfte, daß Müller-Wieland inzwischen sein Haus verkauft hatte. Man wird vielleicht behaupten wollen, es fei sonderbar, daß nicht die Staatsanwaltschaft in die Sache eingegriffen und einen Steckbrief gegen den Flüchtling erlassen hat. Hierzu erfahren wir aber, daß dieser Behörde kein Vorwurf zu machen ist, da sie erst auf Grund des ihr vom Magistrat über­gebenen Materials einschreiten kann, und dieses Material ist bis heute noch nicht vollständig im Be­sitz der Staatsanwaltschaft.

Klein« Frankfurter Rundschau.

: In der Nacht zum 29 Januar wurde in der Rheinstraße ein schwerer Wohnungseinbruch aus-

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