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ckkonkag den 30. Januar 1928

Nr. 25

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M das Vergleichsverfahren, fei es vor dem Dolkerbundsrate, fei es vor besonderen, mit hinreichender Autorität ausgestatteten Instan­zen weiter ausgebaut würde. Hierbei käme es vor allen Dingen darauf an, daß die betreffen-

Distanzen auch das nötige Ansehen hätten, und daß die Staaten sich auch ihrer Verpflich- tung, den Entscheidungen unter allen Umstän­den stattzugeben, bei jeder Gelegenheit und für alle Zeiten bewußt wären.

Nach Ansicht der deutschen Regierung wur­den derartige Sicherungen besonders wirksam werden, wenn esendlich dazu käme, die allgemeine Abrüstung durchzuführen, die in Pch bereits eines der wesentlichsten Elemente der Sicherheit enthalte." Den schon oft gemachten Vorschlägen, daß sich innerhalb des Völker­bundes regionale Bündnisgruppen bilden soll­ten. die den Schutz der ihnen angeschlosienen etaaten gegen andere Bundesmitglieder im Auge hätten, tritt die deutsche Regierung nicht bei, da sie leicht zu einer Spaltung des Bundes fuhren und namentlich in Krisenzeiten jede ge­meinsame Tätigkeit des Bundes lähmen könn­ten. Auch müßte unter derartigen Gruppen­bildungen das Ansehen des Völkerbundes auf der ganzen Well sehr leiden.

Zum Schluß der sehr interessanten Aus­führungen weist die deutsche Regierung noch einmal darauf hin, daß es für das Sicherheits- komitee darauf ankäme, das wichtige Problem in seinem Kernpunkte, d. h. in der friedlichen Behandlung aller Arten von Staatenkonflikten anzufassen. Es müßte einedauernde Frie- densordnung" geschaffen werden, welche Lie Beseitigung aller den Weltfrieden gefährden- den internationalen Verhältniße gewährleistet. Das Memorandum schließt mit den bemerkens- werten, aber so vollauf berechtigten Worten der Krieg läßt sich nicht dadurch verhüten. Laß man den Krieg gegen den Krieg vor­bereitet, sondern nur dadurch, daß man seine Ursachen beseitigt."

Wahrlich, deutlicher konnte die deutsche Re­gierung ihre Friedensabsichten nicht zum Aus­druck bringen. Gerade dieses Memorandum beweist, wie unberechtigt die Vorwürfe sind, die dem deutschen Reiche in den letzten Jahren von seinen früheren Gegnern so oft gemacht worden sind, daß es nach wie vor die Absicht habe, sich durch einen Angriff wieder in den Besitz der entrissenen Lande zu setzen und seine frühere Stellung wieder einzunehmen. Das Memorandum wird sicherlich in der ganzen Welt die höchste Beachtung finden, trotzdem werden sich gegen eine Lülsführungen viele Stimmen erheben, da sie besonders in Paris, Rom und Warschau nicht genehm sind. Zweifel­haft ist auch heute noch, wie der Ausschuß in Prag sich zu dem Memorandum stellen wird, denn der tschechoslowakische Außenminister Be­nesch steht ganz unter dem Einfluß der Macht­haber in Paris und war noch stets der treueste Geschäftsträger der ehemaligen Entente. Im­merhin wird der Ausschuß nicht darum kom­men können, das Memorandum in seine Be­sprechung hineinzuziehen und die deutschen Vertreter werden in Genf Ende Februar 1928 sicherlich Gelegenheit finden, die Ansichten ihrer Regierungen mit aller Macht zu vertreten.

Dev deutsch - Manische Schieds- sevichtsvevieas untevzerchnet.

Berlin, 29. Jan. Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann und dem litauischen Mnisierpräjideutev Voldemaras über den deutsch- litauischen Schiedsgerichtsvertrag heute zum Ab­schluß gebracht worden. Reichsau ßenmimsker Dr. Stresemann wird morgen im Reichstag eine große llußeapollt'.sche Rede halten, in der er auch über die Verhandlungen mit dem litauischen Muistervräji. dealen und den Schiedsgerichtsvertrag berichte« wird.

Berlin. 29. San. Der litauische Ministerpräsident, Prof. Woldemaras, ist heute abend 6.40 Uhr, begleitet non seiner Gattin und dem Ministerial­direktor im litauischen Außenministerium, Dr. Zaunius, vom Bahnhof Friedrichstraße wieder nach Kowno abgereift Zum Abschied hatten sich der hiesige litauische Gesandte Sidzikauskas mit dem ge­samten Personal der Gefandtichaft, der litauische Generalkonsul Fischer mit Gattin und zahlreiche Mitglieder der hiesigen litauischen Kolonie, sowie deutscherseits der deutsche Gesandte in Kowno, Mo- raht, der Chef des Protokolls, Gesandter Köster und Graf v. Dassewitz vom Auswärtigen Amt auf dem Bahnsteig eingefunden.

Daittleoé über die Vovbeveitnns der -Susend auf die MUttüe- dieuftreit

Parls, 29. Jan. Jn der Sorbonne fand Heuke unter dem Vorsitz von Kriegsminister PainlcvL in Anwesenheit des Präsidenten der Republik Mini­sterpräsident Poincars hatte sich durch den Abgeord­neten Maginot vertreten lassen eine Kund­gebung des Verbandes für körperliche Ertüchti­gung und Vorbereitung der Jugend auf die Militärzeil statt, painlené ging in einer längeren Rede auf die Aufgaben und Ziele dieser Vorbereitung ein. Sie müsse, so führte er aus, in drei Etappen erfolgen, erstens körperliche Ertüchtigung in der Schule, zweitens sport­liche Durchbildung (unter Heranziehung der Lportverbände), und drittens eigentliche militärische Vorbereitungszeit. Diese Vorbereitung sei für den Erfolg der einjährigen Dienstzeit, die die erste Verwirklichung derRation in Was- sen bilden werde, so notwendig, daß ein besonderes G^etz hierfür vorbereitet worden sei und sofort nach endgültiger Verabschiedung der Militärgesetze in der Kammer eingebracht werden würde.

Solksvavtei gegen tVirtschafiS- varie>

Koblenz, 29. Jan. Der Vorstand der Deutschen Volkspartei im Wahlkreise Koblenz-Tr'er-Mrkenfeid hat gestern einstimmig eine Entschließung gefaßt, nach der die Ortsgruppen und Kreisveneinbaungen

AachSlanse der ^lanbal- -renen im Reichsias ÄachteSsIiche SvdnungSrufe

Berlin, 28. Jan. Vor Eintritt in die Tagesord­nung des Reichstages erklärte Präsident Löbe: In der gestrigen Rede des Aba. Dr. Frick, während deren sich des Hauses große Unruhe bemächtigt hatte, waren eine Anzahl grober Verstöße gegen die parlamentarische Ordnung enthalten, die den Mitierenden Präsidenten zu Rügen und weiteren Maßnahmen veranlaßt hätten, wenn dieser genaue Wortlaut zu verstehen gewesen wäre. (Gelächter links und Rufe: Er ist nur nach rechts taub.) Sie sind aber weder von ihm noch von den Schrift- stihrern so genau gehört worden, daß ein sofortiges Einschreiten möglich war. Der Vizepräsident hätte auch sofort erklärt, daß er sich nach Einsichtnahme in das Protokoll weitere Maßnahmen vorbehalte,

^nuerneiimen mit ihm verkünde ich, der Abg. Dr F r i ck wird wegen Beschimpfungen, die er gegen die verstorbenen Minister und Abg. Erz- berg er und Rathenau auch noch dem 1. Ord- nungsruf noch fortgesetzt hat und die ich aus begreif-

®Lun^en H^r nicht wiederholen möchte, und für die Ausführungen am Schluß feiner Rede, die

Staat, die Republik Deutschland, in gröblichster Weife beschimpften, zur Ordnung

rufen. Die werteren Maßnahmen, die zweifellos gestern sofort dem ersten Ordnungsruf gefolgt waren, wenn diese Ausführungen verstanden wor­den waren, können heute natürlich nicht mehr ein- Keten. Ich rufe weiter, den Abg. Jadasch zur Ordnung wegen der Drohung, die er gegen den Vizepräsidenten ausgerufen hot. (Unruhe bet den Kommunisten.)

Abg. torgier (Komm.): Die Gehörstörungen des Vizepräsidenten Gräf treten immer nur auf, wenn dfe Beschimpfungen von rechts kommen. (Sehr wahr links.) Bei Zwischenrufen von Kommunisten ist er sehr hellhörig. Ich erinnere nur an sein Der- Mten in der Zolldebatte. Wir sind mit der Rege- Uing dieser Angelegenheit nicht einverstanden, son- dern verlangen die Aufhebung der Ausweisung der

Florin und Bertz. Wir verlangen weiter, daß ber Vizeprasient Gräf von seinem Posten v e r - schwindet.

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Präsident Löbe: Ueber den Einspruch gegen die Ausweisung der beiden Abg. kann erst entschie­den werden, wenn das stenographische Protokoll der gestrigen Sitzung vorliegt.

Auf Vorschlag des Präsidenten wird die Ange­legenheit dem Ältestenrat zur weiteren Behandlunq überwiesen.

fortgesetzt^ ^ 3eite Seratun9 des Justizetats ^ p 1 e m (Links-Komm.): Die Vorlesung de. Hitlerbriefes von Frick war gestern nur möglich, weil einer der schlimmsten und brutalsten Reaktiv- ^^r V,zeproiident amtierte. (Präsident Löbe ruft den Redner zur Ordnung.) Den zweiten Ord- nungsrus erhält Abgeordneten Scholem, als er von derschamlosen Justiz" spricht, dann den Senatsprästdenten Niedner einen Henkersknecht" nennt, erteilt Präsident Löbe bem Reimer ben dritten Ordnungsruf und droht ihm WmrentAichung für elften wnterenDerstoß an . schalem richtet heftige Angriffe gegen die Regierung und nennt im Schlußsatz feiner Rede ®en Bt^eprafuenien Gräf einen dummen und bru­talen Hausknecht.

Löbe erteilt nun den vierten Ord- Worlentzichung nicht mehr möglich ist. drodauf (Dem.): Auf die Reibe des Än r E .ihren enrehrenden Gemein- 34 spreche nur das und Mißfallen meiner Freunde darüber aus, daß dies« Gemeinheiten nicht sofort durch den Vizepräsidenten Graf entschieden zu- (Beifall links, PräsidÄit buttes, diese Kritik der Amtsführung des Bim« prassten zu unterlassen). Der Redner richtet an den Rechsiuftizminifter die Frage, was er feiner* feüoek^s^ E^^' um den vom Staatsgerichtshof Anspruch Preußens auf den Sitz im ?,?Är^ton05-rat âu erfüllen. Die Anfoort ^s Reichskanzlers auf die Frage des Abg. von Guèmvd könne nicht befriedigen/ Dr. Luther habe mindesten«'T ^.f^udung verspürt, daß es für ihn m.nbeftens ein officium nobile wäre burcb sreiwil- den Platz für die Erfüllung des prâ. ßrfchsn Anspruchs freizumachen.

Es mußten endlich die Ansprüche der we^de"m "Herren aus der Welt geschafft trautes ^^^ ^ h^un mit der Ver- trauenskrrfe der Justiz, die keineswegs behoben sei.

unter kernen Umständen und in keiner Weise bei den kc-mmenden Wahlen mit der Reichspartei des deut- ichen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) zufammen- auf3 schärfste bekämpfen sollen.

Der Vorstand verlangt, daß kein Mitglied der Deut- !chen Dockspartei aus einer Liste kandidiert, auf der drkichzsitrg Mitglieder der Wirtschaftspartei aufae- slnd.Diâ Stellungnahme wird damit begrun- det, daß die Wirtschaftspartei mit notorischen Sepa, ?^ Lunboura zusammengearbeitet und ^ Mut gefunden hat, öffentlich klar und unzweideutig von diesen Elementen abzurücken.

Sum LS. Gebuvtstase des bett.

StaaispvMventen chtivich

Darmstadt, 28. San. Aus Anlaß '-des 75. Ge- burtstages des hessischen Staatspräsidenten Ulrich fand heute vomittag im Palais des Staatspräsiden­ten großer Empfang statt. Die offiziellen Gratula- tionen eröffnete der älteste Kanzleirat Winkler, der im Namen der Beamtenschaft des Staatsministe­riums die herzlichsten Glückwünsche aussprach. Als oberster Beamter des Landesamts für das Dil- dungswesen sprach Ministerialdirektor Dr. Urstadt, der an der Spitze feiner Vamtenschaft erschienen war und in längerer Ansprachen deren Glück­wünsche zum Ausdruck brachte. Als Vertreter des Gesamtministeriums erschienen die Minister Raab und Dr. Kirnberger und die Ministerialdirektoren Dr. Schwarz und Schäfer, letzterer in Vertretung des erkrankten Finanzministers. Minister Raab hielt die Glückwunschansprache im Auftrag seiner Ministerkollegen. Zum Angebinde ließen die Mi­nister dem Staatspräsidenten 100 Flaschen Domä­nenwein und ein Album mit ihren Bildnissen über* reichen. Die Rektoren der Universität Gießen und

Gegen Links werde schärfer vorgegangen als, gegen Rechts. Die Vertrauenskrise werde erst schwinden, wenn die gesamte Richterfchaft von der Erkenntnis durchdrungen ist, das Deutsche Reich und die deutsche Republik sind unzertrennliche B e g r i f f e. (Beifall links.)

Abg. Dr. Wi« nbeck (Dtnl.) klagt über die Konkurrenz, die dem selbständigen Handwerk und Gewerbe durch die Arbeit in Gefängnisse» und Strafanstalten gemacht werde. Die Ablegung von Gesellenprüfungen in Gefängnissen sollte unterbiet* ben. Das Handwerk habe manche Beschwerden gegen die Praxis der Arbeitsgerichte vorzubringen. Das Reichsjustizministerium sollte eine Echebung darüber veranstalten, welche Erfahrungen bisher mit den Arbeitsgerichten gemacht worden sind.

Reichsminister Hergt:

In der vom Abg. Brodauf gestellten Frage wegen Preussens Anspruch auf den Posten i m Reichsbahnverwaltung s- rat bin ich mHt zuständig, sondern der Reichs­innenminister. Die Angelegenheit scheint mir au 4 durch die ausführliche Erklärung des Reichskanzlers erledigt zu sein. Was die Arbeite* geruhte betrifft, so muß mit hoher Genugtuung fest- gestellt werden, wie sich das Berufsrichtertum den Arbeitgerichten. gegenüber verhalten hat. Unsere Richter haben zwar starke Bedenken gegen die Sondergerichtsbarkeit geäußert; sie haben sich dann aber sogar bei der Durchführung des Gesetzes zur Verfügung gestellt. Die Laien-Beisitzer bei diesen Gerichten haben sich gut eingearbeitet. Sie arbeiten mit den Berufsrichtern gut^ufammen, und die Ent- Scheidungen der Arbeitsgerichte zeigen ein beach- tensmerfes hohes Niveau. Das Reichsarbeitsgericht hat seit einiger Zeit feine Praxis ausgenommen. Die Sondergerichtsbarkeit betrachten wir aber als eine Ausnahme, mit der wir nun keineswegs fort, fahren wollen.

Die Frage der Gefangenenarbeit werde Reichs­tag und Reichsregierung noch eingehend befchäf- tigen bet der Reform des Strafvollzuges. Keines- wegs sei eine weitere Schädigung des selbständigen Handwerkes geplant Der Regierungsentwurf dazu verlange ausdrücklich die nötige Rücksichtnahme auf Handwerk und freie Arbeit '

Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) fordert eine ft-eunige Reform des Rechtes der unehelichen Mutter und Kinder. Der schon seit Jahren ange- lundlgte Gesetzentwurf müsse nun endlich kommen, sehr dringlich sei vor allem eine Anpassung des veralteten Eherechts und Ehescheidungsrechts an die moderne Entwicklung. Dazu gehöre auch bie gleichmäßige Verteilung der ellerlichen Gewalt auf Mann und Frau. 1

ReichsrustizminIster Hergt erwidert, er könne noch keinen Termin angeben, werde aber die Erle­digung der von den Vorrednern erwähnten dring, üchen gesetzgeberischen Aufgaben nach Möglichkeit deichleumgen.

Abg. Hollein (Komm) IWMP

MstiZMrniM, ob es zutrifft, daß an einer Kund­gebung zugunsten der verurteilten Fememörder sich auch hohe Beamte seines Ministeriums beteiligt

Enadenakte anläßlich des Geburtstages des Reichspräsidenten seien in kleinlicher und ein- Zeitiger Weise durchgeführt worden.

gebuno di auch Hoh haben. Di

M.r?amÜ fließt die allgemeine Aussprache. Die Abstimmungen sollen am Schluß der Montag- sitzung stattfinden. °

3« der Einzelberatung führt Abg. Lohmann (Dntl.) aus, der sozialdemokratische Reichsiustiz- minifter Dr. Radbruch habe bei der Einbrin- 3 des Gesetzentwurfes zum Schutze der Re- k errlart unbegründet sei die Befürchtung, daß oas Gesetz seine Spitze gegen die Arbeiterschaft richten konnte. Wenn trotzdem die meisten Ent­scheidungen sich gegen links richteten, so sei das nur ein Beweis dafür, daß die Republik mehr von links a.s von rechts gefordert worden sei.

Zu dem dann folgenden Etat der Reichsschuld uegen keine Wortmeldungen vor.

Beim Etat des Rechnungshofes bedauert Abq. Simon - Schwaben (Soz.), daß der Präsident des Rechnungshofes durch die Bearbeitung von ande- ^.^"Ä-genheiten, die Ruhrentschädigungen und Phöbus-Angelegenheit, überlastet werde. Darunter yÄE °sfenbar die Erledigung der laufenden

Sie Abstimmungen auch über diesen Etat werden auf Montag nerb-gr.

der Technischen Hochschule Darmstadt, Dr. Rosen- berg und Sr. Kammer, überbrachten die Glück- wünsche der Hoch,chulen und dankten dem Staats­präsidenten für die Pflege des qeistioen und fuf- ? L-b°n-. to. Bertot« Ä

tnr/^ des Landesfinanzamts

Dr. Glaesimg, Oberregierungsrat Dr. Schneider ^°u der Reichsbahndirektion Mainz und Vizepräü- dent Martin als Vertreter der Oberpostdirektion itur die hessischen Ministerialdirektoren und Staats­räte sprach Ministerialdirektor Dr. Schwarz, für die hessische Richterschaft gratulierten die Herren Ober­landesgerichtspräsident Dr. Stein, Eeneralstaats- anwalt Hofmann und Landesgerichtsdirektor Hartner, für die Evangelische Landeskirche Prälat D. Dr. Diehl, für die Oberrechnungskammer Prä­sident Sueffert, für die landwirtschaftliche Versuchs- anstatt Geheimrat Dr. Wagner, für das Staats- archiv Direktor Dietrich, für das Landesverfiche- rungsamt Präsident Dr. Neumann, für die Schutz­polizei Oberst Carraciola, für die Landespolizei, schule Oberregierungsrat Lautenschläger, für die Landesstatistik Dr. Möller, für das Landestheater Generalintendant Ebert, für die Landwirtschafts- kammer Präsident Hensel, für die Stadt Darmstadt Oberbürgermeister Dr. Glaessing und Bürger- meister Mueller, letzterer gleichzeitig "

eichen Flugbetricbs-A.-G. Die G

im Namen der

. . __ Glückwünsche des

Landtags überbrachte Landtagspräsident Adelung im Namen aller Parteien und überreichte als Ge­schenk eine Odenwälder Landschaft, gemalt von Professor Lippmann. Die Zentrumsfraktion und die demokratische Fraktion ließen besonders gratu­lieren, ebenso verschiedene politische Organisationen, das Reichsbanner und viele andere. Die Provinzen und Kreise ließen Glückwünsche aussprechen durch die Drovitudirektoren Dr. Kxanzbühler, Dr. Usin-

ger und Dr. Gräf, ferner Kreisdirektor Meck, Ober­regierungsrat Dr. Strecker Mainz. Unter den wei­teren Gratulanten find zu nennen Abordnungen der Darmstädter Polizei, einige Bürgermeister her Umgegend, u. a. Bürgermeister Ritzel für den

Landgemcindctag und die Polizeibeamten­organisation. ferner eine große Anzahl Verbände, Vereine und Vereinigungen.

Ab 11% Uhr folgte eine große Anzahl privater Gratulanten. Der Empfang dauerte bis gegen 2 Uhr.

Außerdem ist eine große Anzahl offizieller und inoffizieller Glückwunschtelegramme und Schreibeir eingegangen. 11. a. gratulierte telegraphisch Reichs­kanzler Dr. Marx in seinem und im Namen der Re.ch-.r. gierung und gb ichzeiUg n. kein r Emen- schaff als Reichsminister für die besetzten Gebiete. Ein sehr herzliches Schreiben ist namens der preu- ßischen Staatsregierung vom Ministerpräsidenten Dr. Braun eingegangen, ferner ein solches vom preußischen Innenminister Grzesinski, vom Ministerpräsidenten Remmele im Ramen der ba* bischen Regierung, vom braunschweigischen Mi­nisterpräsidenten Dr. Jasper, von der sozialdemo­kratischen Fraktion des braunschweigischen Land' tages, unterzeichnet Riehe, vom Reichsminister a. D. Dr. David, vom Staatsminilter Pünder, vom Oberpräfidenren Schwander-Kasiel, vom hessischen Minister a. D. Ewald und anderen.

Auch Reichspräsident v. Hindenburg hat dem hesiischen Staatspräsidenten Ulrich zu seinem 75. Geburtstag telegraphisch feine Glückwünsche übermittelt.

Aus aller Welt.

GGweves Gienbab«- URgltttL

52 Tote

Batngoon, 28. Jan. Rach einer hier dn« getroffenen Rachrlchl sind die Lokomotive, zwei Ge. Packwagen und drei Personenwagen dritter Klasse des Zuges MandalayRangoon ungefähr 170 km. von letzterer Stadt entfernt von einer Drücke herab- gestürzt. Zahlreiche Personen, darunter der Loko­motivführer und der Heizer, wurden getötet

Rangoon, 28. Jan. Die Wagen des Zuges Mandalay.-Rangoon, die ungefähr 170 Kilometer von Rangoon von einer Drücke herabstürzten, wur­den vollkommen zerstört. Da die Trümmer noch nicht vollkommen aufgeräumt werden konnten, ist es nicht möglich, die genaue Anzahl der Derun- Glückten anzugeben. Insgesamt wurden bisher 40 lote geborgen.

London, 28. Jan. Rach einer Meldung aus Rangoon ist das Eisenbahnunglück, das sich IM Km. von Rangoon entfernt ereignet hat, auf ein Attentat zurückzuführen. Die Untersuchung hat nämlich ergeben, daß die Bolzen der Schienen auf einer längeren Strecke gelockert waren. Eine Unter­suchung ist eingeleiket worden, um den Urheber der Anschlages ausfindig zu machen.

Rangoon, 29. Jan. Zwölf weitere Personen, di« bei dem gestern gemeldeten schweren Eisenbah»- unglück bei Rangoon verwundet wurden, sind ihr>w

Lum GskvSoKonsunslüM in I

Mc. Camry (Texas), 28. Jan. Nach neueren Fest­stellungen ist bei der Explosion in den Anlagen b« Humber Oil Rafining Company der Verlust an Menschen erfreulicherweise nicht so groß, wie an­fänglich angenommen wurde. TatsäcUich wurde ein

Mann getötet

Zwei Todesstürze mit dem Motorrad.

Leipzig, 29. Jan. Zwei schwere Motorradunfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich am Sonntag in der Nähe von Leipzig. Bei Crostowitz fuhr «n Leipziger Gastwirt, der eine Kurve zu kunz nahm, mit fernem Motorrad nebst Beiwagen gegen einen Baum. Der Gastwirt wurde durch die Wucht des Anpralls vom Sitz geschleudert und erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport zum Krankenhaus starb. Don zwei Mitfahrern trug der eine ebenfalls sehr schwere Verletzungen davon, während der andere mit leichten Fleischwunden davonkam. Auf der Straße WurzenLeipzg stieß ein Motorradfahrer in voller Fahrt mit einem Kraftwagen zusammen. Der Motorradfahrer trug so schwere Verletzungen davon, daß er kurze Z«' darauf verschied.

Bluttat eines Reichswehrsoldaten.

Siegen, 29. Jan. Vor dem hiesigen Bahnhof stach heute morgen ein Reichswehrjotdat einen junge» Mann, der ihn angerempelt hatte, mit dem Seiten­gewehr nieder. Die Verletzungen waren so schwer, daß an dem Aufkommen des jungen Mannes g* zweifelt wird. Der Soldat wurde verhaftet.

Mord an der Stieftochter.

Der in der Brenzlauerstraße 38 wohnende 32fährige Arbeiter Karl Kurasch geriet, wie der Montag" meldet, heute nachmittag mit seiner 14jährigen Stieftochter Erika Treske in Streit, dessen Verlauf er dem Mädchen mit einem B«> einen so heftigen Schlag auf den Kopf versetzte, daß das Stiirvb sofort starb. Kurasch wurde verhaftet.

Hundert Mark Geldstrafe wegen Beleidigung der

Therese Reumann.

Gleiwih, 28. Jan. Der Herausgeber und ver­antwortliche Redakteur der hier erscheinenden WochenzeitschriftDer Blick im Osten", Hans Pilot wurde vom hiesigen Amtsgericht zu hundert Mark Geldstrafe wegen Beleidigung verurteilt, weil er aus der Breslauer ZeitschriftDie Tribüne" einen Artikel übernommen hatte, in dem behauptet wor­den war, daß Therese Neumann von Konnersreuth vor einigen Jahren mit einem als Fakir austreten­den Artisten eines Wanderzirkus in die Welt ge­gangen sei und daß diese Beziehungen nicht ohn« Folgen geblieben seien. Das Kind namens Anna- maria lebe noch heute bei den Ursulinerinnen 'n Bamberg. Das Urteil gründet sich darauf, daß bet Angeklagte nicht erweisliche und unwahre Tatsachen weiterverbreitet habe, die geignet waren, die Klä­gerin Therese Neumann zu kränken. Der Prozeß fand unter großem Andrang des Pulikums statt.

Der Erfinder des Viomalz gestorben.

Berlin, 27. Jan. Heute früh starb nach kurzem schweren Leiden der in der ganzen deutschen Apochekerwelt bekannt« Schöneberger Apotheken­besitzer Eduard Patermann. Zu seinen vielen sindungen gehört bas weltbekannte BiomaU.