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Freitag der, 27. Januar 1928

Nr. 23

gearbeitet und Verhandlungen mit den interessier­ten Städten ausgenommen.

Groß-Gerau, 26. Jan. Ein« für Jäger wichtige Entscheidung traf das hiesige Amtsgericht (Abtei- lung Strafsachen). Zwei Jäger hatten in ihrem Jagdgebiet (Dornheim) einen Hund, der Hasen hetzte, durch Schüsse getötet. Der Geschädigte erhob Strafanzeige, die zur Folge hatte, daß die Jäger zu Geldstrafen von je 30 DIL verurteilt wurden. In der Urteilsbegründung wird gesagt, daß die Jäger, bevor sie zu dem letzten Mittel des Erschießens griffen, die Pflicht gehabt hätten, zu versuchen, das Tier einzufangen, um seinen strafbaren Besitzer fest- zustellen. Das sei nicht geschehen. Da die Angelegen­heit für Jäger prinzipielle Bedeutung hat und das Strafurteil zivilrechtliche Schadenersatzforderungen nach sich ziehen wird, haben die Verurteilten, um eine generelle höchstinstanzliche Entscheidung her- beizusühren, Berufung an die Strafkammer in Darmstadt eingereicht.

Wallerstädken (Kreis Groß-Gerau), 26. Jan. Bei Ausgrabungen durch archäologische Sachver­ständige wurden in unserer Gemarkung Mauerreste eines römischen Meierhofes gefunden.

Darmstadt, 26. Jan. In einer Reihe von hessischen Landgemeinden hatten die Gemeinderats­versammlungen mit sozialdemokratisch-kommu­nistischen Mehrheiten den Beschluß gefaßt, die Be­erdigungskosten auf Antrag der Hinterbliebenen auf die Gemeindekasie zu übernehmen. Auf Anordnung des Ministeriums des Innern haben die uhtanbrgen Kreisämter diese Beschlüsse beanstandet. Da die Ge- meinderatsversammlunge n auf ihren Beschlüssen beharren, kommt die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Provinzialausschusses für die Provinz Starkenburg zur generellen Entscheidung.

Trier, 25. Jan. Zwischen Ehrang und Quint,..a.ö.... ,. ... ------------ -..... -......-

lösten sich dieser Tage von einem- steilen Abhange i gekommen, so wurde der Angeklagte Kaufmann infolge der feuchten' Witterung beträchtliche Erd- ---- ^'""" K"

massen und stürzten mit gewaltigem Getöse in die Tiefe. Ein Felsblock fiel auf den Bahnkörper der Koblenz-Trierer Strecke und blieb zwischen den Schienen liegen. Durch die Aufmerksamkeit eines Streckenwärters wurde ein größeres Unglück ver­hütet. Der Verkehr zwischen den beiden Stattonen wurde einen Tag lang eingleisig aufrechterhalten.

Saarbrücken, 25. Jan. Wie dasSaarbrücker Abendblatt" berichtet, wurden bei der Bäcker-Ein- kaufs-Genostenschaft in Homburg (Saar) eine Ric- senunterschlagung aufgedeckt. Der langjährige Rech­nungsführer der Genostenschaft, Bäckermeister Ed. Biehl, hot nach und nach annähernd 300 000 Fran- ken unterschlagen. Da Bichl selbst vermögend ist, steht man vor einem Rätsel. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

Aus aAev Welt.

Das tlcieil sät? einen Laien

Fertigstellung des Kutlsker-Urkeils.

Berlin, 26. Jan. Das mit der Durchführung des zweiten Kutisker-Urteils betraute Gericht hat jetzt, nachdem der vielgenannte Angeklagte Iwan Kutisker im Herbst vorigen Jahres während des Prozesses verstorben ist, das Urteil gegen ihn fertiggestellt, das .nicht weniger als 500 Druckseiten umfaßt. Das Ge­richt würdigt in diesem Urteil sehr ausführlich die zweite Beweisaufnahme und kommt zu dem Schluß, daß Kutisker wesentlich milder bestraft worden wäre, und daß das Gericht nur auf Gefängnisstrafe er­kannt hätte, wenn der Houptangeklagte dar Urteil erlebt haben würde. Dos Gericht erblickt einen sehr erheblichen Milderungsgrund in dem Verhalten der früheren Stoatsbonkdirektoren Rühe und Hellwig, die es Kutisker nur allzuleicht gemacht hätten, seine Schwindeleien auszuführen. Beide Beamte der Staatsbank hätten es jedoch an der in ihrem Amte unerläßlichen Sorgfalt fehlen lasten, und so sei auch durch ihr Verschulden die Schuld des Hauptange- klagten immer größer geworden. Auch die übrigen Angeklagten sind in dem zweiten Urteil besser fort-

Grieger, der frühere Direktor der mechanischen TreibriemenfaLrik , in Tempelhof, freigesprochen, während der älteste Sohn Kutiskers, Alexander Ku. tisker, anstatt sechs Monate drei Monate Gefängnis erhielt. Gegen dieses Urteil hat Alexander Ku tisker Revision eingelegt, so daß nunmehr auch das Reichs­gericht als dritte Instanz sich mit dem Fall des verstorbenen Kutisker wird befassen müssen.

Dev sci-MMtonett-Sehlbeivas im VevUnev Haushalt

Berlin, 26. Jan. In seiner Haushaltsrede in der aen Stadtverordneten-Versammlung führte der kämmerer Dr. Lange u. a. aus, daß der große Fehlbetrag von SO-Millionen Reichsmark nicht, wie gelegentlich ausgesprochen wurde, künstlich herbeige- siihrt ist, um als Druckmittel beim Finanzausgleich zu dienen. Die Vermögenslage der Stadt ist gesund. Die Höhe der Schulden entspricht ungefähr der Hälfte des werbenden Vermögens. Dagegen ist die Finanzlage für den laufenden Haushalt schwierig und ernst, nicht zuletzt durch die ungeheuren Kür- zungen der städtischen Steueremahmen durch den ungünstigen Finanzausgleich. Es ist trotz weitestge­hender Abstriche und Einschränkungen nicht gelun­gen. das Gleichgewicht herzustellen. Trotzdem war eine Steigerung der Gesamtausgaben gegenüber dem Vorjahre nicht zu vermeiden. Sie beruht zum erheblichen Teil darauf, daß bei den früheren Haus- halten zwangsläufige oder unauswendbare Aus­gaben zu niedrig angesetzt waren. Hierüber machte der Stadtkämmerer nähere Angaben und fuhr dann fort: Angesichts der erhöhten Kosten der Beamten- besoldung ist Vereinfachung der Verwaltung not­wendig. Das Zahlenmaterial des vorliegenden Haus­halts zeigt, daß zur Verbilligung der Verwaltung eine Vergrößerung der Bezirke notwendig ist.

Typhuserkrankungeu in Hagen L W.

Hagen, i. 2D., 26. Ian. In Hagen sind in den letzten Tagen insgesamt 20 Personen an Typhus erkrankt. Wie verlautet, handelt es sich um ziemlich schwere Fälle. Die Ursache konnte noch nicht fest­gestellt werden. Die städtische Gesundheitsbehörde hat sofort alle notwendigen Maßnahmen getroffen. Von den Erkrankten sind inzwischen drei verstorben.

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5. Anträge. Anträge schriftlich bis 1. 2. 28 beim Vorstand einreichen.

Katholisches KasinoEintracht" Hanau. Sams­tag, 28. Januar, abends 8 Uhr Monatsversammlung mit Vortrag des Hochw. Herrn Dechant Braun. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen.

Kriegerverein Kesselsladl. Morgen Samstag, aberrds 8^ Uhr Monatsversammlung im Schwan. Zahlreiches Erscheinen erwünscht.

Hess. Klelnkaliber-Schühenverein. Sonntag, den 29. Januar von 1012 Uhr Schießen in Wichelms­bad.

Feuerbestaklungsvere'in Hanau und Umgebung. Am 29. Januar, nachmittags 2^ Uhr Jahres­versammlung im Gewerkschaftshause.

Von dsv ârnobiWne.

Modernes Theater. Anläßlich des 70. Geburts­tages von Pros. Heinrich Zille läuft ab heute der Zille-FilmSchwere Jungen leichte Mäd» chen". Der Film ist besonders originell. Ein Besuch des Theaters ist deshalb besonders empfehlenswert-

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Bei der Anmeldung sind Geburtsurkunde und Schulentlasiungszeugnis vorzulegen.

Hanau, 23. Januar 1928. 18

Der Magistrat: Dr. Berensmann.

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