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Dienstag den 17. Januar 1928

Seite 9

Des GtbavfvMtLv

Von Franz Stüber.

Die Nachricht von der Hinrichtung des Doppel- mörders Böttcher in Berlin hat mehr als gewöhn- liches Aufsehen erregt; ist sie doch die erste Exe­kution seit Jahren gewesen, die das preußische Staatsministerium durch Verweigerung der Be- gnadigung zugelassen hat. Der Iustizminister hatte aus diesem Anlaß eine größere Menge von Per­sönlichkeiten zugezogen, als dies sonst üblich ist, Gegner und Anhänger der so leidenschaftlich um­strittenen Todesstrafe, die als Augenzeugen Ge­legenheit haben sollten, ihren Standpunkt zu biefem Problem zu überprüfen. Nur mit Grauen liest man den Bericht über die letzten Stunden des dem Scharfrichter verfallenen Mörders und feinen Gang zum Richtblock, erschauert in der Vorstellung, daß noch heute bas Handbcll in Aktion treten muß um der Gerechtigkeu Genüge zu tun und einen schuldig Gewordenen vom Leben zum Tode zu bringen. Bei den Hinrichtungsarten wie der Guillotine, dem elek­trischen Stuhl und dem im amerikanischen Staat Nevada üblichen todbringenden Gas, das in die Zelle des Verurteilten geblasen wird, hat b^ Nach­richter wenigstens eine unpersönliche, maschinelle Kraft mit der Verrichtung des fürchterlichsten Ge­schäftes betraut und seine unmittelbare Einwirkung überflüssig gemacht; bei einer Exekution durch das Handbeil, das man in Preußen übrigens erst seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts kennt, emp­findet man mit eindringlicher Deutlichreit, daß das Problem der Todesstrafe nicht zuletzt ein Problem des Scharfrichters ist, das sich in dem Augenblick lösen würde, da sich der Mensch dieser Aufgabe ver­sagt. Einer der merkwürdigsten Widersprüche ist ja, daß der Scharfrichter, der nichts wetter als den Spruch des Gerichts auszuführen hat, der also im System des Strafvollzugs eine unentbehrliche Per­son ist, in der Anschauung des Volkes ein diffamie­rendes Gewerbe ausübt. Dabei wurde der Nach-

(Sitte bittovikebe «Stätte

Die Reichskonferenz der deutschen Länder und der Reichsregierung findet im Kongreß-Saal der Reichskanzlei statt, der schon zweimal historische Konferenzen beherbergthat, und zwar 1878 den bekannten Berliner Kongreß, 1918 die weniger bekannt gewordene Revolutionskonferenz, wenn man sie so nennen will. Für die jetzige Tagung der 18 Ministerpräsidenten und 15 Innenminister, sowie die begleiten­den Referenten und Ressortchefs der Reichsregierung mußte der Saal besonders her- gerichtet werden, da Raum für über 100 Teilnehmer geschaffen werden muß.

rechter keineswegs zu allen Zeiten mißachtet. Im Altertum vollzog das. Volk selbst die Todesstrafe, nach der Einführung des Christentums versahen nicht selten Mönche das Amt des Scharfrichters; im mittelalterlichen Deutschland gab es Städte, in de­nen jeweils der jüngste Ratsherr den Deliquenten hinzurichten hatte. Fürsten, wie der Pfalzgraf Otto von Wittelsbach oder der Herzog Heinrich von Mecklenburg, haben stets Stricke mit sich geführt und persönliche Todesurteile vollstreckt. Damals saß der Scharsrichter selbst auf der Richterbank; zur Zeit der Femegerichte mußte der Femeschöffe das Urteil des Gerichts selbst vollstrecken.

Der Beruf des Scharfrichters begann erst in dem Augenblick für den, der ibn ausübte, entehrend zu werden, als die Todesurteile immer zahlreicher, und die Folter in den Strafprozeß eingeführt wurde. Nunmehr konnte den Anforderungen des Amtes nur einFachmann" genügen, und so wurde der Nachrichter vom Volke gemieden, das Len Opfern Ler Tortur, den schuldigen sowohl wie den unschuldigen, Mitleid und chren Quälern Verachtung entgegenbrachte. Hinzu kam, daß gleichzeitig auch die Todesstrafe qualifizert" wurde, und daß das Rädern, Vier­tellen, Sieden und wie die von unmenschlichster Grausamkeit eingegebenen Todesarten alle hießen, s eine Roheit des Henkers erforderten, deren die bis­herigen Vollstrecker keineswegs fähig waren. Ein f freier Mann wollte mit diesem Geschäft nichts mehr , zu .tM -haben, das hinfort aus unfreie, mißachtete L ! Personen überging. Die Verbindung des Scharf- ff ri-btefamtes mit dem Gewerbe des Abdeckers und anderen ekelerregenden Arbeiten brachte es mit sich, » daß der Henker verachtet und gemieden, daß er und [ seine Nachkommenunehrlich"' wurden. Er mußte abseits der Menschen wohnen, die Berührung mit ihm machte einen Menschen ebenfalls unehrlich, d. I h., unfähig, mit den anderen zu verkehren. Heiraten durfte er nur seinesgleichen, und wenn er starb, wollte niemand mithelfen, den Sarg unter die Erde I zu bringen. Wie wenig angesehen dieser Beruf war, geht daraus hervor, daß es als eine ganz besondere j Gnade des Papstes galt, als er im Jahre 1517 dem Scharfrichter zu Worms gestattete, jährlich einmal ganz ,m Stillen das Abendmahl zu empfangen.

Wer sich freilief) über die Verachtung seiner Mit­menschen hinwegsetzen konnte, fand bei dieser Tatig- f fett' sein reichliches Auskommen. Der Scharfrichter erhielt neben festem Gehalt Gebühren

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Zum 60. Geburlslag des rheinischen Dichters am 20. Januar.

Wilhelm Schäfer, der Philosoph unter den rheinischen Dichtern, ist erst auf Umwegen zur Ent­deckung seiner dichterischen Begabung gekommen. Ursprünglich von seinem Vater für die theologische Laufbahn bestimmt, besuchte er die Schule in Dussel- Lors, bis ein körperliches Leiden dem schwächlichen f Knaben unmöglich machte, täglich den langen Weg von seinem Wohnort Gerresheim nach Düsseldorf zurückzulegen. Obwohl der Knabe schon frühzeitig Iein auffallendes Zeichentalent besaß, schlug ihm sein Vater rundweg seine Bitte ab, Maler werden zu dürfen. Kurzerhand beschloß der Vater,« daß sein Sohn sich dem Lehrerberuf widmen sollte, und so wurde denn der Jüngling zunächst für fünf Jahre in eine Präparandenanstalt gesteckt, um dann auf dem Seminar zu Mettmann seine Ausbildung Gu beenden. Wie der Dichter selbst erzählt, hat er seine Lehrer durch Unbotmäßigkeit und Faulheit stets gereizt und oft genug bestand für ihn die Gefahr, von der Anstalt verwiesen zu werden. Endlich war die schwere Zeit der Ausbildung überstanden, und der neugebackene Lehrer wurde zunächst in Voh­winkel, später in Elberfeld angestellt, wo er fast sieben Jahre verblieb. Hier fand er in einem Kollegen einen Gesinnungsverwandten, und ge- meinfam mit diesem beschäftigte er sich mit der Modernen Literatur, wobei er sich für den jungen Gerhart Hauptmann, besonders aber für Björnson [begeisterte. Durch dessenBauerngeschichten" an­geregt, beschloß Schäfer, sich schriftstellerisch zu be- tâttgen, und bald hatte er ein kleines Bändchen Bauerngeschichten geschrieben, das erMannsleut" nannte. Einige dieser Geschichten wurden in einer [Hamburger Zeitschrift veröffentlicht, was dem An­fänger den Mut gab, ein Theaterstück zu schreiben, das in Elberfeld aufgeführt, aber gleich darauf ver­boten wurde. Durch einen Beitrag in der Berliner ZeitschriftPan" wurde Richard Dehmel auf Schäfer aufmerksam und nahm sich des aufstrebenden Ta- ients an. Im Jahre 1896 erbot sich ein Verlag, der in den jungen Lehrer große Hoffnungen setzte, Schäfer ein beträchtliches Jahresgehalt zu zahlen; dafür erhielt dieser Verlag das Recht, alle künftigen Werke Schäfers zu drucken.

Nun gab es für den jungen Dichter kein Halten

für die einzelnen Verrichtungen des . grausamen Handwerks; es gab richtige Tarife für das Staupen, das Sieden, das Hängen, das Foltern usw. Dazu kamen die Nebeneinnahmen aus dem Abdecker­betrieb und aus dem Handel mit Leichen. Die Kör­per der Hingerichteten gehörten ihm, und die Ana­tomen mußten ihn in Anspruch nehmen, um zu dem erforderlichen Studienmaterial zu kaminen. Außerdem trug ihm der Aberglaube des Volkes, das sich um das Blut von Hingerichteten und um Teile des Stückes riß, reichliche Einkünfte. Schließlich übte er häufig eine ärztliche Praxis aus; denn man glaubte im Volke, daß der Mann, der auf der Folter Schmerzen zufugte und auf dem Blutgerüst tötete, auch Leiden mindern und heilen könne. Uebrigens mußte der Scharfrichter noch unter Friedrich dem Großen eine Prüfung in der Chirurgie ablegen, und in Baden stand ihm noch bis 1807 die Ausübung oder ärztlichen Praxis frei.

Unsere Zeit lebt nicht mehr in Symbolen, und wenn der Scharfrichter von heute auch nicht gerade als gesellschaftsfähig angesehen ist, so wird er doch nicht mehr gemieden, und seine gelegentlichen Rei­sen, deren Ziel ein abgelegener Gefängnishof dar­stellt, hindern ihn nicht, während der übrigen Zeit eurem ehrsamen bürgerlichen Gewerbe nachzugehen. Der Scharfrichter Gröpler, der im Fall Böttcher in Aktion getreten ist, besitzt eine Waschanstalt in Magdeburg, einer seiner Kollegen, der vor drei Jah­ren durch Selbstmord geschiedene Breslauer Scharf­richter Spaethe besaß eine Gastwirtschaft und eine Fleischerei. Der ebnfalls vor drei Jahren gestorbene badische Scharfrichter Widder, der während des Krieges als. Nachrichter bei der Arnieeabtâug Ober-Ost, die mit vielem Raubgesindel zu schaffen hatte, gewirkt hat, war von Beruf Bäcker. Der Scharfrichter erhält neben einem monatlichen Fixum für jede Hinrichtung eine Gebühr von 600 Mark und seine Spesen. Auch seine Gehilfen erhalten eine Zubuße. Ideell wesentlich günstiger, wenn auch infolge der Valutaverhältnisse materiell schlechter als die Scharfrichter in Deutschland steht ihr fran­zösischer Kollege, Herr Deibler, der festangestellter und festbesolderer Staatsbeamter ist und den Rang eines Unterpräfetten hat. Erst dieser Tage ist Deib­lers Name häufig genannt worden, da er bei der Regierung um eine Neuregelung seiner Gehalts­bezüge eingekommen ist: er erhält nämlich noch immer seinen Friedenssold in Papierfrancs.

Wie ein Usberbleibsel aus einer längst ver­gangenen, längst überwundenen Zeit tritt der Scharfrichter in solchen furchtbaren Stunden aus dem Dunkel des Unbekannten in das helle Licht der

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mehr; er gab den verhaßten Beruf auf und ging zunächst nach der Schweiz und späterhin auf einige Monate nach Paris. Als aber der Verlag, der plötzlich an der dichterischen Zukunft seines Schütz­lings zweifellc, seine Zahlungen einstsllte, siedelte Schäfer nach Berlin über, um sein Brot als freier Schriftsteller zu verdienen. Aber auch hier hielt es ihn nicht lange, er sehnte sich nach feiner rheini­schen Heimat, denn er sah seine Lebensaufgabe in der Zusammenfassung der geistigen und künstle­rischen Kräfte der Rheinlairde. Als in Düsieldorf eine neue KunstzeitschriftDie Rheinlands" ge­gründet wurde, übernahm er die Leitung und bald darauf gründete er denVerband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein". All diese Dinge nahmen ihn so stark in Anspruch, daß er eine vieljährige Pause in seinem künstlerischen Schaffen ein treten mußte. Erst im Jahre 1908 brachte er ein kleines Aneküotenbäiidchen heraus und sein BuchDrci- unddreißig Slnekdoten" brachte ihm einen weiteren Leserkreis. Im Jahre 1912 schrieb er dasStauffer- buch", Aufsehen erregte aber erst sein Buch über Pestalozzi, das 1915 erschien und den TitelLebens­tag eines Menschenfreundes" trug. Der Verlauf des Krieges, den Schäfer von Anfang an als gren­zenloses Unglück betrachtet hatte, wirtte so lähmend auf den Dichter, daß er lange Zeit nichts zu schaffen vermochte. Als er dann aber mit einem neuen Werk an die Oeffentlichkeit trat, versuchte er durch seineDreizehn Bücher der deutschen Seele", dem besiegten Volk Trotz und Hoffnungen zuzusprechen, ohne diesem aber feine Mitschuld am Zusammen­bruch zu verhehlen.Schuldbuch der Götter" nennt er den ersten Teil feines Werkes, und mit dem Schuldbuch der Menschen beschließt er es. Anklage des Abfalls der Deutschen von sich selbst erhebt er, aber auch die geistige Erneuerung des deuffchen Volkes durch seine Dichter und Denker sagt er vor­aus. Dieses sein bedeutendstes Werk wird beherrscht von seinem starten Willen zur Wahrheit und Ge­rechtigkeit, und tod)äfer scheut sich nicht, auch dem eigenen Volk unbequeme Wahrheiten zu sagen. Auch in den kommenden Lebensjahren will der Dichter, wie er immer wieder betont, in seinen Werken ein Ziel zu erreichen suchen, beffen Verwirklichung ihm als schönster Abschluß vorschwebt: die Erziehung des deutschen Volkes zur wahren Volksgemeinschaft, die viel Liebe und Opferbereitschaft aber auch Ver­ständnis für den politischen Gegner fordert.

Oeffentlichkeit und empfängt aus den Härchen des Richters den ihm Verfallenen. Wer vermöchte zu sagen, was in diesem Manne vorgeht, der mit eigener Hand den Schuldigen zum Tode bringen muß? Nicht wenige Scharfrichter, wie der bereits genannte Spaethe, und, vor drei Jahren, der Lon­doner Henker Ellis, hcchen schließlich Hand an ihr eigenes Leben gelegt. Die meisten mögen chr Amt als einen Fluch empfinden, alle aber tragen schwer an einer Last, die mit den Jahren unerträglich wird. __________

GifinwvdauMIas eines Maha­radschas auf den eigenen Sohn

Die Affäre des Maharadscha von Indore, der eine Tänzerin durch seine Gavdeoffiziere hat ermor­den lassen und dann gezwungenermaßen auf den Thron verzichten mußte, ist noch unvergessen und schon beschäftigt ein zweiter Fall ähnlicher Art den englischen Residenten in Bombay und das Außen- minifterium in der Londoner Downingstreet. Der Schauplatz ist diesmal der luxuriöse Palast des Fürsten von Dewas, eines Staates in Zentral- indien. Dewas gehört zwar zu den kleinsten in- dischen Staaten (die Zahl der Einwohner erreicht etwa hundertfünfzigtausend) aber der Maharadscha, der sein Zepter über das Land schwingt, zählt zu den reichsten Fürsten Indiens. Zwischen dem Fürsten und feinem Sohn, dem Thronerben von Dewas, dem jungen Wikram Sing, war bereits vor längerer Zett ein Streit ausgebrochen, in dessen Verlauf, wie sich nun herausstellt, der Maharadscha sich nicht scheute, einen Giftmordanschlag auf den eigenen Sohn. verüben zu Igfjen.

Der junge Prinz von Dewas steht im zwanzigsten Lebensjahr. Er hat seine Studien an der Universität in Indore absolviert und erfreut sich in dem Land einer «viel größeren Beliebtheit als sein Vater, der regierende Fürst. Der Bevölkerung war es schon lange nicht verborgen geblieben, daß der Maha­radscha seinen ältesten Sohn mit seinem Zorn ver­folge. An diesem Familienzwist war die einstige Äièblingstänzerin des Fürsten schuld, die auf die legitime Gattin des Maharadschas, die Mutter des jungen Prinzen Wikram Sing, . eifersüchtig alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um deren Verban­nung aus dem Hofstaat durchzusetzen. Ihren Ränken ist es dann tatsächlich gelungen, dieses Ziel zu er­reichen. AIs Wikram Sing sechs Jahre alt gewor­den war, wurde er der Obhut feiner Mutter ent­zogen und einem Erzieher übergeben. Diese mußte dann wenige Tage nachher den Palast verlassen. Mchdein einige Monate verstrichen waren, hat der

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Wie man immun gegen Erkältung wird.

In London lebt ein Mann, der sich rühmen darf, seit fünzehn Jahren nicht den kleinsten Schnupfen gehabt zu haben. Es ist Mr. Mark Clement, der im Physiologischen Laboratorium des Middlesex Krankenhauses tätig ist und seine Immu­nität gegen Erkättungen dem Umftanb zuschreibt, daß er keine Unterwäsche trägt. Um die Art dieser Immunität wissenschaftlich zu erforschen, hat er sich in den vergangenen Jahren oft bemüht, sich eine Erkältung zuzuziehen, aber es ist ihm nicht ge­lungen.Die meisten Menschen," schreibt er in der englischen ZeitschriftLancet",bepacken sich mit 'Sachen, die in offenkundigem Mißverhältnis zu dem natürlichen Bedürfnis stehen. Kaum hat ein Säugling das Licht der Welt erblickt, so wird er in eine Unmenge Wolle gesteckt, und wenn der Mechanismus der Wärmeregulierung bei dem Kinde im zarten Alter noch schlecht entwickelt ist, so darf man mit diesem Wickelversahren doch nicht fort­fahren, wenn der Organismus an die Umwelt ge­wöhnt ist. In Wahrheit aber wird die Mechode, das Baby als Mumienbündel zu bsl)andeln, durch die ganze Kindheit und das Jünglingsalter fort­gesetzt. So genügt ein plötzlicher Witterungswechsel, um Menschen, deren wärmeregulierender Mecha­nismus durch eine falsche Emährung gestört ist, der Gefahr der Erkältung auszusetzen. Man sollte des­halb den ganzen Körper im Sommer und im Winter einige Zeit der Einwirkung des Tageslichtes aussetzen. Außerdem aber sollten gesunde, normal veranlagte Menschen überhaupt kein Unterzeug tragen. Die Befolgung dieser Mechode wird den gari^n Organismus stärken und jede körperliche Funktion beleben. Ich bin dadurch gegen jede Art von Erkältungskrankheit immun geworden. Dabei habe ich keine Gelegenheit versäumt, der Gefahr zu trotzen; aber es war alles plötzlich anzuwenden, da man^ die Immunität gegen Erkâlttmg nicht von einem Tag auf den anberen erzielen kann.

Aller Münchner Vierspruch.

Nach einem Original, das ein Münchener Anti­quar besitzt, geben mir in etwas gekürzter Form einen allen Münchener Bierspruch wieder:Biedere brauchbare braune Bierbrauerburschen bereiten be­ständig bitteres, brauchbares, braunes, bayrisches Bier, bekanntes, beliebtes bedürfnis brüderlich bei- sammonbleibender bürgerlicher Biertrinker. Bier­

Maharadscha unter ben üblichen Formalitäten die ehemalige Tänzerin Heer-Abai zur Maharani aus- rufen lassen. Seit dieser Zett ist nun die einstige Favoritin die Königin von Dewas. Es gelang ihr, ihren Einfluß auf den Herrscher dahin geltend zu machen, dem ältesten Sohn, der nach der Absolvie­rung seiner Studien in der Armee den Rana eines Generals bekleidet hat, diese militärische Wurde zu entziehen und chn von jeglichen Staatsaffären fern- zuhalten. Der Haß der Königin gegen den Sohn der einstigen Rivalin wuchs noch, als dieser die schöne Tochter des Maharadscha von 6atb heiratete. Das Leben der jungen Frau wurde in dem Palast zu Dewas zur Qual. Winkram Sing sah sich schließlich veranlaßt, seine Frau im Hause seiner Schwieger­eltern in Sicherheit zu bringen. Bei Nacht und Nebel hatte sie das Palais des Maharadscha von Dewas verlassen müssen. Als der Fürst von der Flucht seiner Schwiegertochter erfuhr, geriet er in furchtbaren Zorn und befahl seinem Sohn, diese so­fort wieder nach Dewas zurückzurufen. Als der Prinz sich diesem Befehl zu fügen weigerte, wurde er im väterlichen Palast gefangen genommen.

Wenige Tage später verbreitete sich in Dewas das Gerücht, daß auf den Prinzen ein Giftmord- anschlag verübt worden sei. Nur einem Zufall hatte es dieser zu verdanken, daß es ihm gelungen Mr, dem sicheren Tode zu entrinnen. Durch die Mithilfe eines bestochenen Gardeoffiziers glückte es bem Kronprinzen, aus seinem Gefängnis zu ent­kommen. Er flüchtete zu dem britischen Gouver­neur nach Bombay und forderte diesen auf, chn gegen die Rachepläne seines Vaters zu schützen. Der Gouverneur bat den Maharadscha zu sich und machte den Versuch, Vater und sohn zu versöhnen. Seine Bemühungen wurden jedoch nicht von Er- folg gekrönt. Der Maharadscha verließ mit Groll im Herzen das Amt des englischen Gouverneurs und erklärte seinem Sohn, ihm erst dann zu verzeihen, wenn er seine Frau wieder nach Dowas zurückge- brocht haben wird.

Der junge Prinz wandte sich nun an den Dize- könig von Indien um Hilse. Dieser stellte, ihm zu­nächst britische Soldaten zu seinem Schutz zur Ver­fügung. Zu gleicher Zett hat der Vizeköniq verfügt, daß die junge Frau des Maharadscha im Palais ihrer Ellern Iath verbleibe. Der weiteren Entwick luna der Angelegenheit sieht man in London mit großem Interesse entgegen.

Der tollwütige Fuchs im Eilzug.

Auf der Tollwutstation des Pasteurinstituts von Lyon befinden sich gegenwärtig dreiuâreißig Personen in Behandlung. Die Patienten sind von einem kleinen jungen Fuchs gebissen worden, der am 30. Dezember des vorigen Jahres im Eitzug ParisLyon herrenlos angetroffen wurde. Das Tier wurde von dem Effenbahnbeamten nach dem Stationsgebäude gebracht, entfloh aber tags darauf und biß eine Anzahl von Personen und Tieren. Nachdem er endlich wieder eingefangen war, wurde er nach der tierärztlichen Hochschule gebracht, wo er bald darauf unter allen Anzeichen der Tollwut verendete. Es wurden alle Maßnahmen ergriffen, um einer Weiterverbreitung der Seuche vorzu- beugen.

ReumMis rmrüB.

Ich möchte nicht verfehlen, Anen gleichzeitig meine volle ZüfriÄielcheit mitHelipon auszu- sprechen. Ich habe die verschiedensten Hoorwaschmtttel probiert, bin aber immer reumütig zum ^.Helipon zurückgekehrt, weil es nicht die geringste Schärfe be- sitzt, das Haar^fehr schön weich und locker macht und durch größte Sparsarnkeit im Gebrauch äußerst billig ist. Ich empfehleHelipon, wo ich nur Gelegenheit dazu habe. So schrieb Frau Dr. A. S. in K.

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feindliche, betörte Bacchusbrüder behaupten bis­weilen, Bier bereite Bäuche, bringe böses Blut, be­fördere blinden Blödsinn, breche bedauerlichen Be­gierden bodenlose Bahn. Bevor Beweise besseres be­wahren, bleibt beigesellt bei Bacchusbecherblinken bayrisch Blut bei bayerisch Bier!"

Httmov des Äuslaudes.

Warum sitzt Ihr denn so gelangweilt da, Kin­der? Spielt doch ein bißchen!"

Machen wir ja, Mama. Wir spielen, daß mir Erwachsene sind". (Berlingske Tiüende").

Schwedischer Humor.

Oißcn trifft Person.Willst Du mitkommen und segeln?"Wie weit wirst du fahren?" Ila, jo ein bis zwei Whisky, fünf Flaschen Punsch, ein Liter Aquavit und fünfunb^mantig Flaschen Bier." Nicht weiter? Dann komme ich nicht mit. Das ren­tiert sich nicht!"