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HanaueArrzeiger

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scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Msnat RM. 1.-/ für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag iS, âEStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg im Reklametell von 6» mm Breite 25 R-Pfg. , Offerte ngeblihr ro R-pfg.

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Mittwoch de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Rachliefemng oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Für platzvorschrift u.Srschemungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Hammerstr.s / Fernspr. 3956, 3957,3958

11. Sarma«

1928

Das neueste.

1 Der Papst nimmt in einer Enzyklika gegen Die Einigungsbestrebungen der übrigen christlichsn Kirchen Stellung.

I Im Berufungsprozeß v. TresckowBadicke wurde der Beklagte freigesprochen. Der Privatkläger v. Tresckow hat abermals Berufung eingelegt

K __ Gestern war die erste interfraktionelle Be­sprechung über das Schulgesetz nach den Ferien. Zu einer Verständigung ist es nicht gekommen.

Die Tagesordnung für die erste Reichstags­sitzung nach den Weihnachtsferien am Donnerstag, 19. Januar, 15 Uhr, enthält als einzigen Punkt die I erste Beratung des Reichshaushaltsplanes für 1928. M Vor dem Reichsgericht in Leipzig begann I gestern der Spionageprozeß gegen Schreck und Ge­nossen, der auf eine Dauer von drei Wochen be­messen ist.

MIm Elsaß wurde eine Persönlichkeit verhaftet, idie versuchte, deutsche Wertpapiere unterzubringen.

Pesinn -ev Newvechunse« üdev vas RsßchSMttrseretz

Berlin, 10. Jan. Die interfraktionellen Be­sprechungen der Regierungsparteien über das Reichsschulgesetz haben am Dienstag nachmittag 4 Uhr begonnen? Als Vertreter der Deutschnationalen nahmen außer dem Vorsitzenden des inrerfraktio- iteüen Ausschusses, dem Grafen Westarp, die Abg. Schulz und Mumm teil. Von der Deutschen Volks- yartei waren anwesend Dr. Scholz, Dr. Runkel unb Frau Dr. Matz. Das Zentrum war vertreten durch Minen Fraktionsvorsitzenden Dr. Guärard und die Abg. Schreiber und Rheinländer. Die Bayerische Aostspartei hatte die Abg. Leicht und Frau Lang- Brumann entsdndt. Seitens der Rsichsregiernna Rahmen der Reichsinnnenminister v. Ksndell wirb

Es Paragraphen 1420 des

Meichsschulge'eges durchgssprochen und vor allem die Mrage dèr Erteilung des Religionsunterrichtes, die - 'Einsichtnahme in den Religionsunterricht unb die Mchandlung der Simultanschnle erörtert. Die ein- t zUnen Parteien legten ihren Standpunkt zu diesen Drage« dar. Der Reichsinnenminister von Keudell trug ebenfalls seine Ansicht über die Ausgestaltung der bekannten Paragraphen vor und nahm zu den Ansichten der Parteien Stellung. Die Aussprache er- gab ein sachliches Ergebnis vorläufig noch nicht; sie wurde um 7 Uhr abends abgebrochen und auf

WRittwoch zwei Uhr vertagt.

[ Bis morgen sollen die einzelnen Parteien ihre formulierten Vorschläge machen, damit in der mor­gigen Sitzung über die Formulierung der einzelnen Westimmungen des Gesetzes Beschluß gefaßt werden . kann. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei wer­den morgen vormittag um 10 Uhr zusammentreten, ^m die Formulierung zu beschließen.

Am Mittwoch nehmen die Ausschüsse des Reichs- - tages ihre Arbeiten wieder auf. Morgen tritt zu- I "öchst der Haushaltsausschuß des Reichstages und der WohnungswSsschuß zusammen. Der Vildungs- rausschuß des Reichstages wird am Donnerstag seine Tätigkeit beginnen.

! 3m? Lass des Landwirtschaft I in Nveutzsn

Mei-muE im LvesEow

MoZeS

Lvotz« itt Sibivisn ...

Kampf mit der Opposition? Don einem Kampf kann nicht mehr die Rede sein. Dieses Stadium des Parteistreites ist längst vorbei.

K au

3m Beleidigungsprozeß Tresckow gegen Badicke das Berufungsgericht da» U r t e i l d e r e r st e n stanz gegen den Beklagten, Major Badicke, ~r e i f p re-

ch u n g des Beklagten erkannt.

dem Privatkläger v. Tresckow

osteN sind

Vor der Urteilsverkündung hatte das Gericht An­träge des Rechtsanwalts Dr. Kunz auf Vernehmung der Staatssekretäre Dr. Weißmann und Abegg und anderer Zeugen abgelehnt. Da die Beweisaufnahme noch einmal ausgenommen worden war, mußte auch nochmals plädiert werden. Der Angeklagte Major Badicke, dessen Verteidiger nicht mehr anwesend waren, erklärte, daß der Vertrauensbruch des Herrn von Treskow bewiesen sei, denn Tresckow habe die Nachrichten, deren Geheimhaltung er ver­sprochen habe, weitergegeben.

In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus:

Zur Anklage stand ein Artikel des Beklagten, der erschienen ist, nachdem die Presse sich bereits mit dem Fall beschäftigt hatte und nachdem dèr Be­klagte angegriffen worden war. In seinem Dementi hat der Beklagte erklärt, daß nicht aus wirtschaft­lichen Gründen oder aus Standesinteressen heraus der Boykott über Herrn v. Tresckow verhängt wor­den sei, sondern infolge seines Vertrauens- bruches und einer daraus entstandenen Schädi- ;ung der Landesinteressen. Dieser Vorwurf tritt elbstverständlich der Ehre des Klägers zu nahe. Der Angeklagte hafte, um sich zu schützen, den Wahrheitsbeweis anzutreten, und das Gericht hatte diesen zu prüfen, ebenso wie die Frage, ob der 5 193 auf den Beklagten Anwendung finde ober

bruches

,en, den

a

den könnte. Deshalb kann ich auf die beiden llnter- ^ Wn i ch f

redungen des Klägers und des Beklagten näher eingehen. Ich kann nur soviel sagen, daß zwei Unterredungen am 23. und am 26. Januar 1926 stattgefunden haben. Beide Unterhal­tungen hatten vertraulichen Charak-

ter. Ueber ihren Inhalt kann ich hier mich nicht auslassen. Aber daß diesen Unterhaltungen nichts Illegales ober Staatsgefährdendes zugrunde lag, geht daraus hervor, daß der Kläger sich mit den Vorschlägen des Beklagten ein­verstanden erklärt hat.

Nun hat hinterher der Kläger über den Inhalt dieser vertraulichen Unterredungen, zu deren

Geheimhaltung er verpflichtet war. Mitteilungen wettergegeben. Er hat in 3 Fällen den Herren Generalleutnant Salzenberg, Bornemann und Arnold Informationen über biefe Unter­redungen erteilt.

Die gestrige öffentliche Verhandlung hat keinen Anhalt dafür ergeben, daß seitens des Beklagten

ein die

ant war, daß der Beklagte oder

, r an einem solchen Unternehmen teilnehmen wollten. Dieser Vorwurf des Klägers muß als ungerechtfertigt zurückgewiesen werden. Wenn der Beklagte nicht nur aus Grund des § 186 freizusprechen war, da er subjektiv der Meinung fein mußte, daß ein Vertrauensbruch durch Herrn o. Tresckow vorlag, so war auch § 193 zu prüfen. Die inkriminierte Berichtigung des Be­klagten ist nämlich erschienen, nachdem er in der Presse heftig angegriffen war und man ihm öffent­lich Putschabsicht nochgesagt hatte. Das Gericht ver­kennt nicht, daß die Verhängung eines Boykotts in einem so kleinen Kreise etwas sehr Schweres ist,

und man kann menschlich den Kläger bedauern. Airdererseits muß man bedenken, daß der öffentlich angegriffene Beklagte seine Ehre und seine Rechte zu verteidigen bestrebt war. Wenn nun auch der Beklagte freizusprechen war, so bedeutet das, wie hier ausdrücklich festgestellt werden soll, nicht etwa eine moralische Verurteilung des Klägers. Es ist in der fraglichen Zeit viel von Rutschen und ähnlichen Dingen gesprochen worden, aber der Kläger hätte sich besser mit seinen AnfragenundMeldungenhierüberan Stellen wenden sollen, die zur Prü­fung geeignet waren. Das Gericht bedauert, ^ÄWÄM setzen konnte der Angeklagte nicht verurteilt werden, so obern er war fr ei zus p rechen."

Wie verlautet, beabsichtigt Rechtsanwalt Dr. Kunz, für Herrn v. Tresckow gegen dieses Urteil Revision einzulegen, so daß also der ganze Fall noch einmal das Reichsgericht beschäftigen wird. Auch der Iungdeutsche Orden will, wie es weiter heißt, in einem Hauptkapitel zu dem Urteil Stellung

nehmen, und in einer längeren Erklärung zu Verhältnissen Stellung nehmen, so wie sie sich mals noch Ansicht des Iungdo tn Wirklichkeit gespielt haben.

den da- ab-

«Sine GuzyALöa des Vapstes

über die Gknisnns dev âkvchen

L Bersin, 10. Jan. Nach einer Mitteilung aus dem Mndwirtschaftsministerium an den Amtl. Preuß. Miressedienst ergibt sich aufgrund der Berichte der preußischen Landwirtschaftskammern über die age der Landwirtschaft in Preußen jt m e 3 e m b e r 1927 u. a. folgendes:

L ,?ie hohen Lasten der Landwirtschaft zwingen ?Mch zu Eingriffen in die Substanz. Wo die Kre- uinnftitute infolge der Anspannung des Geldmark- ^ ^ Kredite zurückfordern, stößt die Ablösung die größten Schwierigkeiten. Die Aufnahme ^"Euer Darleh-n ist wenn überhaupt nur zu »verhältnismäßig hohen Zinssätzen möglich. Der , rundstücksverkehr war gering. Die Beschaffung ^^tfchastlich geschulter Arbeitskräfte (Knechte und Magde) stößt auf immer größer werdende j^'erigfeiten, da die Abwanderung in die Städte .Industrie immer mehr zunimmt. Die aus- andischen Arbeitskräfte sind in ihre Heimat zurück- I , Zur Erledigung der noch verbliebenen ini^ ^^eiten müssen vielfach ungeschulte Arbeits- I a'® Jeran^ogett werden. Das Jahr 1927 hat der n "e o?^^ viele Enttäuschungen gebracht. Eine K $ 9? Anzahl von Betrieben befindet sich in ver- I iweifelter Lage.

wenn überhaupt nur zu ..... Der

ng

Die deutschen RevavatronS-

Zahlungen

I 10. Jan. Aus der Uebersicht des

I hm,c*rQ Q9.ipten für die Reparationszahlungen, die '<MmJi^ wurde, geht hervor, daß sich der

I «Wer im Monat Dezember 1927 auf f/ Millionen Mark und in der Zeit vom Sep- K bis einschließlich Dezember 1927 auf 521,7

überm^T1 belief. In dieser Summe sind die Bar- mit 28,8 (87,4) und die Sachlieferun- I Mz^, 55,9 (261,0) Millionen enthalten. Von den I lÄnZK Frankreich 70,5 (274,8), Eng-

W (10,6), Italien 7,6 (31) und Belgien 7,8

I Der Kassenbestand betrug am 31.

^emtw 1927 rund 1406 Millionen Mart.

am 31.

Rom, 10. Jam Dèr Papst h»- eine Enzyklika über die Einigung der Kirchen veröffentlicht. Der Papst erkennt in der Enzyklika zunächst die gegen­wärtige allgemeine Tendenz an, die auf eine größere internationale Einigung der Völker hinftrebt, be­dauert jedoch, daß einige Menschen diese Einigungs­bestrebungen von der Politik auch auf die Religion übertragen wollen, indem sie die wahre Religion in dem Glauben, daß alle Religionen gut und lobenswert seien, vereinigen mit den falschen Religionen. In der Enzyklika heißt es weiter:

Viele Leute begünstigen unter der Vorgabe, das Beste zu suchen, die falsche religiöse Einheit der Christen. Es sind dies insbesondere diejenigen, die sich Pan-Christen nennen und die Grundlage der katholischen Religion zu erschüttern bestrebt sind. Auf diese so gefährlichen Machenschaften lenkt der Heilige Vater die Aufmerksamkeit der Bischöfe, damit sie das Volk warnen, und er stellt die Grundsätze der wahren religiösen Einheit, die man loben muß, klar. Gott der Schöpfer ist zugleich der Offenbarer der wahren Relligon, für die er seine Kirche aus Erden gründete. Die menschliche Kreatur soll an die Offenbarung glauben, der Lehre Gottes ge­horchen und der Kirche angehören, aber nicht jener, die aufgerichtet wurde von denjenigen, die im Irr­tum waren, sondern jener Kirche, die von Christus gewollt und begründet wurde, d. h. der katholisch- apostolisch-römischen Kirche.

Diejenigen, die sich getrennt haben, leugnen die Einheit des Glaubens und der Regierung der wahren Kirche Christi. Sie wollen die Einigung auf Grund sehr weniger Punkte der grundlegenden GlaubMspunkte wie sie sagen wobei jeder die Meinungen bewahren soll, deretmegen sie sich einst von der Kirche trennten. Dies hieße die von Gott offenbarte Wahrheit zu menschlichen Verhandlungen und Reglementierungen herabziehen, die dann ver­raten werden würden und denen die römische Kirche stets Widerstand entgegengesetzt hat. Diese Kirche legt die vollständige und für die ganze Welt klare evangelische Lehre vor, denn Gott hat nicht für wenige Menschen, sondern für die ganze Welt ge- iprocyen. Sicherlich ist es ein gutes Werk, d>« Nächstenliebe unter den Christen zu fördern, aber

ohne Schädigung des Glaubens, auf dem die Nächstenliebe aufgebaut ist, können die Jünger Christi nicht über die Wahrheit ihres Glaubens untereinander Meinungsverschiedenheiten haben. Kurz, es ist nicht möglich, sich eine christliche Ge- meinschast unter den Gläubigen vorzustellen, von denen es jedem freisteht, in Glaubensangelegen-

denen es jedem freffteht, in Glcmbensa Herten seine eigene Auffassung zu haben.

Die Enzyklika erläutert dies mit zahlreichen Beispielen betreff eint) die besonders vom Protestan­tismus geleugneten Punkte und erklärt dann: Aus dieser Meinungsverschiedenheit folgt Gleichgültig­keit, d. h. Bernachlässigung der Religion und so­dann der Modernismus, der die dogmatische Wahr­heit nicht als absolute Wahrheit, sondern als rela­tiv und deshalb den veränderlichen Aeitumständeu und verschiedenen Einstellungen der Völker unter­worfen betrachtet. Man kann zwischen Dogmen kei­nen Unterschied machen, als wenn die einen ver­bindlich und die anderen der freien Annahme durch die Gläubigen überlassen wären, denn man muß an alle aus dem gleichen Grund glauben, nämlich auf Grund der Autorität Gottes, der die Offen- baru

n hat. Deshalb kann die Glaubens-

gewißheit bei dem einen und dem anderen der offen­barten Dogmen nicht geringer sein, auch wenn manches in neuerer Zeit ausdrücklich klargestellt und feierlich festgelegt wurde, wie dies beim Pri­mat und bet Unfehlbarkeit des Papstes der Fall war.

Die Enzyklika widerlegt sodann verschiedene von Nichtkatholiken für ihre Vereinigungsbestrebungen geltend gemachter» Argumente. Sie legt ihre Auf­fassung von der wahren Einheit der Kirche dar und betont, diese Einheit könne nur gefördert werden, indem für die Rückkehr der Abtrünnigen zur römi­schen Kirche, der einzigen und wahren Kirche Christi, die sie schmählich verlassen hätten, gesorgt werde, und indem die Richtkath «Ilsen überhaupt dahin ge­bracht würden, sich dem römischen Priester, dem Stellvertreter des Heilands, zu unterwerfen. Zum Schluß wird der Wunfch ausgesprochen, daß oste die in Irrlehren besang n sind, endlich in die Arme des Rachfolger» Petri zurückkehrer».

Die Diskussion hat mit dem Ausschluß der Oppositionsführer aus der Partei ihr Ende ge­funden. Hiermit war dieMission" des all­mächtigen sowjetrussischen Herrschers Stalin, zu Ende und das Wort hat die Tscheka er­halten. Die alte Garde Lenins, die die große Revolution in den vordersten Reihen mit- machte, die erprobten Männer, die dem Sowjetstaate durch Leid und Pein zum Siege verhalfen und deren Namen schon zu der Zeit Legenden umwoben, als Stalin eine noch völlig unbekannte Grö' " ' " den nunmehr in die Verbannung geschickt.

Die Verbannung war in Rußland stets eine alte und gut bewährte Represialie. Schon die alten Moskauer Zaren haben ihre Feinde in weitenlegene Klöster, in den tiefen Walddickicht des Nordens geschickt. Je größer das Mosko­witische Reich wurde, desto entfernter wurden die Verschickungsorte. Der berühmte Mitarbei­ter Peters des Großen, Fürst Menschikow, der russischen Kaiserreichs, hat ), im nahen Sibirien, ver-

ie wer-

Mitbegründer des russischen Kaiserreichs, hat einen trostlosen Tod, im nahen Sibirien, ver­hältnismäßig weit der Uralgrenze gefunden dort, wo der letzte russische Kaiser ermordet wurde! Zu den Zeiten der großen Katharina war schon Mittelsibirien einbeliebter Ver­bannungsort, und 30 Jahre später haben die Dekabristen", die ersten Revolutionäre, die nicht mit Worten, sondern auch mit Taten gegen das Zarentum kämpften, und die am 14. Dezember 1825 bei der Thronbesteigung des Zaren Nikolaus I., des Urgroßvater Niko­laus II., eine offene Rebellion vor dem Win- terxalais in Petersburg veranstalteten, dreißig Zayrs in Den Ml- und MLUjchenv<.rlaffMN Goldgruben des Lenafluffes schmachten - muffen. Und noch später, zu den Zeiten Alexanders III. und des letzten Zaren wurde die greuliche Insel Sachalin oder die noch greulichere Halbinsel Kamtschatka in der nörd­lichen Ecke des Pacifik zum Verdammnisort der lebenden Leichname auserkoren. Die Bol­schewisten haben ihre Herrschaft bamit be­gonnen, daß sie die Verbannten aus Sibirien zurückholten, aber dieses Stadium war schnell zu Ende. Die neuen Herrscher haben sich ziem­lich schnell umgesehen und gleich bemerkt, was für ein herrliches großes Land Sibirien und der Norden des europäischen Rußlands ist, und was für einen Nutzen dieses herrliche Land den bolschewistischen Machthabern bringen kann, wenn sie einige Tausend ihnen besonders unangenehme Menschen dort in aller Stille sterben lassen. Und Sibirien fängt wieder an, sich zu bevölkern. Die Sowjetherrscher haben auch hier einengroßen Fortschritt" zu ver­zeichnen, indem sie die von den Zaren ver­nachlässigten Gebiete ihre besondere Aufmerk- . samkeit zuwandten und Pionierdienst im Sinne der Verbannungspflege dort leisteten. Trotzki u. Co. können zufrieden sein. Sie wer­den in den netten Erdwinkeln, die sie jetzt zu besuchen" haben werden, einen guten und wohlvorbereiteten Empfang vorfinden. Dann werden sie in aller Ruhe Vergleichpunkte zwischen dem jetzigen Zustande der Ver­bannungsorte und ihrem alten Zustande, den sie alle unter der Zarenherrschaft kennen zu lernen ausgiebig Gelegenheit hatten, feststellen

können. . _ ....

Das Umftellungsvermogen der Oppositrons- führer wird durch die neue Wendung des Schicksals auf eine harte Probe gestellt. Chri­stian Rakowski, der noch vor zwei Monaten die glanzvolle Rolle des russischen Botschafters in der Pariser Gesellschaft nicht ohne Wurde und Erfolg spielte, wird bald in dem Dorfe des Wjatkaer Gouvernements manches ent­behren müssen, an das er sich in Paris ge­wöhnt hatte. Die neue Residenz Rakowskrs besitzt weder Post, noch Eisenbahn, noch elek­trisches Licht, noch gepflasterte Wege, noch Menschen, die öfter als an den großen Feier­tagen Seife gebrauchen. Die nächste Eisenbahn­tation ist zu Pferde in 15 Tagen zu erreichen, und das auch nur bei gutem Wetter, d. h. nicht iin Winter, wenn Schneetreiben die Wege bis zu zehn Meter hoch zudeckt, und nicht im Som­mer, wenn die glühende Hitze alles Lebende tn den Schatten der Wälder treibt; auch nicht m Frühjahr, wenn das Tauwetter die Wege zu Schluchten macht, und nicht im Herbst, wenn die Regengüsse die Straßen für Monate in unergründliche Moräste verwan­deln ... In einem solchen Nest wird Rakowski, ebenso wie seine Genossen, beim Glimmen des Holzspans der einzigen Lichtauelle. die es dort