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HanaueMzeiger

WVVeneral SSnzeLser fiig^rWmKm Stadt und Land

Gilchrin« logiich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Mona, RA!^ 1.-, lür den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag IS, Hamsraa 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise- Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R.pfg im RrNaineteil von 68 mm Breite 23 R-Pfg. / Osf«rt e nge b ühr so R-Psg.

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ErsüNungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 3937,3958

5. Oanuar

1928

Vas Kenefte.

In Berlin ereignete sich in der letzten Nacht gegen %1 Uhr eine schwere Explosion, durch die mehrere Personen getötet bzw. verletzt wurden.

Das VDZ.-Büro meldet, daß am 1. April 1928 eine Mietzinsverteuerung nicht eintritt.

Botschafter Schurmann hat in Amerika eine Sammlung für die Universität Heidelberg in die Wege geleitet. Er hofft 400 000 Dollar aufzu­bringen.

Staatspräsident Niedner hat sein Abschieds­gesuch eingereicht, das genehmigt worden ist.

Kelloggs Antwort an Briand in der Frage der Aechtung des Krieges wird von der französi­schen Presse ablehnend kommentiert.

Schwere GswtoironsSatafteopbe in Vertin

Ms Setzt £ Tote und 12 Verletzte feftsefteUt

Dev ^ewise Fviede" Bviands und EooUdses

Die Vereinigten Staaten haben der fran­zösischen Republik einenewigen Frieden" vorgeschlagen. Der Krieg soll für ungesetzlich erklärt werden. Sämtliche Streitpunkte wür­den vor einem internationalen Schiedsgerichts-

Dev Sivett übev die LVahl- tevmkre

Reichslagswahlen Einfang November. Landtags­wahlen im Dezember.

Berlin, 4. Jan. Das VDZ-Büro teilt mit:

Zu der lebhaften Dis^Ur m in der Oeffennich seit über die Frage, ob die Wahlen zum Reichstag und zum Preußischen Landtag früher als bestim­mungsgemäß durchgeführt werden, wird dem Nach­richtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger aus parlamentarischen Kreisen erklärt, daß allein die Sozialdemokraten und Kommunisten für vor­zeitige Auflösung eintreten, während sämtliche bür­gerlichen Parteien im Reich sowohl wie in Preußen gewillt sind, die Parlamente eines natürlichen Todes sterben zu lassen. Das würde bedeuten, daß Ende Oktober oder Anfang November zum Reichstag und im Dezember zum Preußischen Landtag gewählt werden muß.

3:: Preußen wollen die bürgerlichen Parteien, wie das VDZ-Büro weiter erfährt, che im Mai. spätestens im Juni durchzuführenden Kommunal- i und Kreistagswahlen nicht mit den politischen Wah- ' len verquicken, weil bei den ersteren die Gegensätze im bürgerlichen Lager weniger scharf sind, und so durch Listenverbindungen der Stimmeuzersplilterung wirksam begegnet werden könnte.

Uebrigens wollen die preußischen Regierungs­parteien im Einverständnis mit der Regierung noch vor den Kommunalwahlen den Landtagsbe- schlutz aus Aufhebung der Gutsbezirke in die Tat umsehen, damit die Einwohner der Gutsbezirke be­reits bei dief-en Kommunalwahlen mitstimmen können.

KekchsfGulsesetz und Kekchs- tusswabken

Berlin, 4. Jan. Wie dem WTB. aus gut unter­richteten volksparteilichen Kreisen mitgeteilt wird, > ist die Meldung derVoss. Ztg.", Abendblatt von heute, über die Bildung und die Tätigkeit einer so­genannten kleinen Rettungskommission für das Reichsschulgesetz völlig frei erfunden, wenigstens so- wett die Volkspartei in Frage kommt. Damit ent- fallen auch alle Kombinationen des Blattes über

Berlin, 5. Jan. Gegen %1 Uhr morgens er­folgte in den unteren Räumen des Hauses Lands­bergerstratze 116 eine heftige Explosion, durch die der rechte Anbau des vierstöckigen Wohnhauses voll­kommen weggerissen und in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. 3m Anschluß an die Explosion entstand ein Brand, der von 5 Feuerwehrzügen be­kämpft wurde. Bis 3 Uhr morgens waren 3 Tote und 15 Schwerverletzte geborgen. Es muß jedoch an­genommen werden, daß sich unter den Trümmer noch eine Anzahl von Toten befindet.

Alle Fensterscheiben der Zimmer und Flur- türen sind in Trümmer gegangen.

die bis aus die gegenüberliegende Straßenecke ge­schleudert sind. Die Bewohner mußten sämtlich das Haus verlassen. Anscheinend ist

die Explosion durch große Mengen von Am­moniak und Gas hervorgerufen worden, die sich in den Kühlräumen einer Fleischwaren­fabrik im Hause angesammelt hatten.

Das gleiche Bild der Verwüstung zeigen der Hof, der wie ein Krater aussieht und die hinteren

Hof geregelt werden... falls Amerika se'... Einwilligung dazu gibt. Derewige Frieden

'eine

kommt dann nicht in Betracht, wenn es sich um eine dritte Macht handelt oder wenn die Doktrine Monroe dadurch berührt wird. So lautete eine Meldung desNew-Pork Herald". Es wurde noch hinzugefügt, daß diesem offi­ziellen Vorschlag Amerikas ein persönlicher Brief des amerikanischen Staatssekretärs für

Außenangelegenheiten Kellogg an den fn Washington P

an- laul

einen angeblichen Kuhhandel volksparteilich- ; Kreise (Dr. Stresemann) mit dem Zentrum üb

die Bewilliming eines vorzeitigen Wahltermins durch das Zentrum für ein Entgegenkommen der Volkspartei im Schulausschuß an die Forderungen des Zentrums.

ier er

Zu der bereits von volksparteilicher Seite de­mentierten Zeitungsnachricht über die Tätigkeit einer sogenannten kleinen Rettungskommission für bas Reichsschulgesetz bemerkt dieGermania": So­weit wir unterichtet sind, wird der interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien eine Beratung am 10. Januar abhalten und zwar in der Art, wie das auch sonst üblich war. Gegenwärtig befindet sich jedenfalls von Zentrumsseite keine für solche Besprechungen in Frage kommende Persönlichkeit in Berlin, so daß sich alle weitergehenden Kombi­nationen erübrigen.

Der Deutsche Zeitungsdienst schreibt: In der parlamLutsfreien Zeit, in der der parlamentarische Stoff etwas mager wird, treibt die politische Phantasie oft sonderbare Blüten. Ein neues Bei­spiel dieser Art bietet dieVossische Zeitung" in ihrer Abend-Ausgabe vom Mittwoch die Re.--^- tagswahlen und das Reichsschulgesetz in Verbin- diing bringt und allen Ernstes behauptet, Dr. Stresemann ier seit mehreren Tagen wegen einer Erkaltung das Bett hüten muß arbeite auf Zugeständnisse im Rahmen des Reichsschul- I Gesetzes hin, um dadurch die Zustimmung des Zen-

. die

IS»

trums für Reichstagsneuwahlen im Juli zu^ge- winnen. In diesem Sinne, so wird weiter behuup- et, sei ein kleiner Ausschuß der Regierungskoali- ; tum am Werke, um möglichst schon vor dem Wie- , derzusammentritt des Bildungsausschusses eine Ver­

ständigung über die geistliche Religionsaussicht, eines der schwierigsten Kapitel des ganzen Reichs- Ichulgeietzes, zustande zu bringen. Zum Schlüsse I sehn natürlich nicht die Andeutung, die Deutscye

Volksporlei wexde wohl bereit sein, ihre bisherigen Forderungen dem Zentrum preiszugeben.

Die Kombination des demokratischen Berliner Mans ist eine reine Tendenzarbeit und kann schon : deshalb auf Glaubwürdigkeit keinen Anspruch er­heben. Wenn sie im übrigen den Eindruck erweckt.

Ueber das Explosionsunglück liefen im Laufe des heutigen Vormittags noch folgende Meldungen ein:

Berlin, 5. Dez. Das Grundstück Landsberger Allee 116 bietet ein grauenvolles Bild der Ver­wüstung. Eine etwa 6 Meter breite Seite des Ge­bäudes ist vollständig abgerissen und auf das da­neben liegende unbebaute Gelände abgestürzt. Zehn Meter hoch liegt der Schutt von Balken, Mauerresten und Möbelstücken. Zahlreiche Feuer­wehrmänner sind beim Schein von Fackeln bamn beschäftigt, den Schutt wegzuschaffen. Man rechnet mit weiteren Todesopfern, da

in dem eingestürzten Flügel sich die Schlaf­zimmer befunden habe«.

â Ä eine Gast­

wirtschaft und ein Kolonialwarengeschäft, sind völlig zerstört. Bei einem Gang durch das Haus, dessen Treppen merkwürdigerweise fast unversehrt geblieben sind, sieht man welche Kraft die Explo­sion entwickelt hat. Bis zum vierten Stockwerk sind einige der Wände eingedrückt, andere zeigen starke Risse und mußten abgesteift werden. In der Luft hängende Mauerreste mußten von in Seilen hän­genden Feuerwehrleuten mit Aexten abgeschlagen werden, da die Gefahren des Einsturzes drohte.

Baulichkeiten der räumungsarbeiten setzt. Doch dürfte keine Hoffnung

Fleischwarenfobrik. Die Aus- werden ununterbrochen fortge-

bestehen, noch Lebende zu bergen.

Berlin, 5. Jan. Trotz der von allen beteiligten Feuerwehren und Rettungsmannschaften unter Einsatz aller Kräfte und Mißachtung der eigenen Lebensgefahr fortgesetzten Aufräumungsarbeilen an der Explosionsstclle konnten bis 8.30 Uhr mor­gens noch keine weiteren genauen Feststellungen über die Zahl der bei dem Explosionsunglück ver­letzten bzw. getöteten Hausbewohner gemacht wer­den. Bon den Toten konnten bisher nur eine 48jährige und eine 67jährige Frau mbentiftjfert werden. Die ärztliche Untersuchung der 15 Ver­letzten hat glücklicherweise ergeben, daß die Ver­wundungen es handelt sich im wesentlichen um. Gesichts- und Brandverletzungen nicht allzu schwer zu sein scheinen.

Mshev £ Tote sebovsen

Berlin, 5. Jan. Es ist bisher gelungen, vier Tote und 17 Verletzte zu bergen. Um 8 Uhr morgens wurde ein Kind lebend unter den Trümmern her. vorgezogen. Bei den Aufräumungsarbeilen wurden durch herabstürzende Mauersteine ein Bademeister und zwei Feuerwehrleute verletzt.

zösischen Botschafter in

Claudel beigesügt war, in dem die Hoffnung ausgesprochen sein soll, daß diesem Pakt auch andere Länder, vor allen Dingen Deutschland,

als fei das Blatt über die Absichten und den Stand der Dinge innerhalb der Koalition besonders un­terrichtet, so ist das ein Schein, der in höchstem Maße trügt. Es finden zur Zeit weder Koalitions­besprechungen über das Reichsschulgesetz statt, noch besteht bei dem Reichsaußenminister die geringste Absicht, die Frage der Neuwahlen mit dieser An­gelegenheit in Verbindung zu bringen. Richtig ist nur, daß das Zentrum vor den Neuwahlen das

nur, daß das Zentrum vor

Reichsschulgesetz noch unter Dach und Fach bringen will. Ueber diesen Punkt herrscht aber in der Koali­tion vollkommene 'Uebereinstimmung. Richtig ist ferner, daß der Erfüllung des Wunsches zur Zeit noch erhebliche Hindernisse im Wege stehen und daß die Frage der kirchlichen Einsichtnahme in den Religionsunterricht neben der Frage der Simul­tanschule noch am meisten umstritten ist. Die Deutsche Volkspartei will das Recht der Einsicht­nahme nur den obersten Vertretern der Kirchen­behörde, d. h. also den Bischöfen und den General­superintendenten zugestehen, nicht aber eine Ueber­tragung des Rechtes auf Stellvertreter, d. h. also auf Ortsgeistliche zuzulassen. Die ständige Aufsicht soll lediglich durch Aufsichtsbeamte des Staates ausgeübt werden. Vor der Weihnachtspause konnte über diese Streitfrage keine Einigung erzielt wer­den. Wie das Ergebnis der bevorstehenden Ver­handlungen sein wird, muß man abwarten. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei haben aber stets betont, daß sie mit ihrem Anträge der geist­lichen Schulaufsicht auch in ihren kleinsten Anfän­gen Widerstand leisten wollen und darin keine Zu­geständnisse machen können.

fetzes zur Abänderung des Tabaksteuergssetzes vor. Es wurde in der Sitzung der beiden Haupmusschüsis am 14. Dezember 1927 einem Arbeitsausschuß zur Vorberatung überwiesen. Es ist beabsichtigt, die Be­ratungen so zu beschleunigen, daß noch im Laufe des Monats Januar das Gutachten über den Gesetzent­wurf den Hcmptausschüssen vorgelegt werden kann.

Thüvktrsens neue Gterrevvevwal- imi6 gebt auf das Keich übev

Berlin, 4. Jan. Nach einer Meldung derDeut­schen Tageszeitung" aus Weimar teilt die Staatl.

Pressestelle mit: Die Verhandlungen thüringischen Regierung und dem Ministerium über die Uebertragung steuerverwaltung auf das Reich sind

zwischen der Reichsfinanz- der Landes- joweit geför-

SorZarvottMche Avbette« im ReiGswivilchaftsvat

Berlin, 4. Jan. Das Nachrichtenbüro des Ver­eins Deutscher Zeitungsverleger teilt mit: Dem Sozialpolitischen Ausschuß des vorläufigen Reichs­wirtschaftsrates liegen zur Zeit zur Begutachtung vor: 1. der Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes, 2. die vom Reichsarbcitsminister zur Erörterung ge­stellte Frage betreffend die Festsetzung von Lehr­lingshöchstzahlen im Handelsgewerbe, 3. der Ent­wurf eines Verzeichnisses der Paragraphen 7 der Arbeitszeitverordnung zu unterstellenden Gewerbe­zweige, 4. Anträge auf Einbeziehung weiterer ge­werblicher Krankheiten als Berufskrankheiten in

ifigen Reichs- Begutachtung

eziehung weiterer ge- ... ___ Berufskrankheiten in die Verordnung über Ausdehnung der Unfallver­sicherung auf gewerbliche Berufskrankheiten und 5. der Entwurf eines Berufsausbildungsgesetzes.

Die Aenderung des Tabak- tteuevgeiebes

Berlin, 4. Jan. Das VDZ.-Büro teilt mit: Dem Reichswirtschaftsrat liegt zurzeit der vom Reichs- sinanzministerrum singegangene Enwurf eines Ge-

dert worden, daß man nunmehr damit rechnen kann, daß die Reichssteuerbehörden die VerwalMng der Thüringer Steuern vom 1. April d. Is. zu Bedin­gungen übernehmen, die den Interessen des Landes in angemessener Weise Rechnung tragen. In biete Maßnahme liegt der erste entscheidende Schritt der Thüringer Verwaltungsoeremfachung.

Ghvhavdt löst den LVMns kn Thüringen auf

Berlin, 4. Jan. Wie eine hiesige Korrespondenz aus München meldet, hat Kapitän Ehrhardt von München aus, wo er sich zur Zeit aufhält, Anwei­sung für die Auflösung desWikingbundes" in Thüringen, wo er bisher nicht verboten war, ge­geben. Diese Auflösung soll schon vor der vor mehr als 14 Tagen erfolgten Haussuchung im Büro Erhardts beschlossen und lediglich durch diese Aktion verhindert worden sein. Gleichzeitig mit dem Auf­lösungsbefehl hat Ehrhardt an das thüringische Innenministerium ein Schreiben gerichtet, in dem er von dieser seiner Maßnahme Kenntnis gibt.

Genf und dee SwkfchenfaU in Grent Gottbavo

Genf, 4. Jan. Bisher ist beim Völkerbund noch kein Protest wegen der Entdeckung einer Sendung Maschinengewehre im Bahnhof Szent Gotthard ein» gtroffen. In den diplomatischen Kreisen Genfs ist man der Meinung, daß keine der interessierten Re­gierungen einen Schritt unternehmen wird, bevor das Ergebnis der Untersuchung, die voraussichtlich ange- ordnet wird, bekannt ist. Es ist daher verfrüht, von der Ingangsetzung eines internationalen Apparates zu sprechen.

England, Italien und Japan beitreten werden.

Kaum tuurite diese Nachricht in Europa verbreitet, als schon ein Dementi eintraf, Amerika sei nicht bereit, einen solchen Vertrag, der denewigen Frieden" garantiert, zum Gegenstand persönlicher Verhandlungen zwi­schen nur zwei Nationen zu machen. Vielmehr möchten die Vereinigten Staaten, auf den Vorschlag des Senators Borah hin, die Anti­kriegsformel auf sämtliche Staaten ausgedehnt wissen.

Welche von den beiden Versionen ist nun die echte? Will Amerika denewigen Frieden" ausschließlich mit Frankreich schließen oder mit der gesamten Welt? Im ersten Fall würde es sich um nichu anderes handeln, als um Verlän­gerung des sogenannten Root-Vertrags, der im Jahre 1908 zwischen Frankreich und Ame­rika geschlossen wurde, und der einen Verzicht auf einen Krieg zwischen den beiden Na­tionen auf die Dauer von 20 Jahren prokla­mierte. Der Root-Vertrag läuft im Februar dieses Jahres ab, und der neue Vertrag würde kein Novum bedeuten, sondern eine nahe­liegende Erneuerung eines alten, übrigens zu nichts verpflichtenden Dokumentes.

Aber auch diese rein formelle Erneuerung des alten Root-Vertrages ist keineswegs ge­sichert. Die heutige Situation, vor allen Din­gen die heutigen Beziehungen zwischen Amerika und Frankreich haben sich im Laufe der 20 Jahre erheblich verändert. Frankreich ist infolge des Krieges zum Schuldner geworden und bewirbt sich erfolglos um die Verminde­rung der Summe, die es dem amerikanischen Staate für seine Hilfe während des Krieges nunmehr bezahlen muß. Und manche amerika­nischen Senatoren fühlen sich beängstigt, wenn sie an die Erneuerung des Vertrages mit Frankreich denken. Sie sehen darin eine Falle, einen ersten Schritt Frankreichs zur Neuauf­rollung der Schuldenfrage. So werden Stim­men laut, die der Möglichkeit eines solchen amerikanisch-französischen Vertrages mit un­verhülltem Pessimismus gegenüber stehen, so z. B. ein Teil der englik1 n Presse unter Füh­rung derMorning-Posl".

imismus erscheint uns wohl be- chen Amerika und Frankreich ist

rechttgt. _ .

keine effektive Verständigung möglich, solange die Schuldenfrage ungeregelt bleibt (und sie ist vom Standpunkt Frankreichs ungeregelt!) Und umgekehrt: jede Verständigung auf politi- chem Gebiet würde notgedrungen zur Auf­rollung der französischen Schuldenfrage führen. Gerade diese Möglichkeit will Amerika in diesem Augenblick durchaus vermeiden.

Die französische Schuldenthese ist bekanntlich äußerst klar und einfach:vermindert unsere Schuld und wir werden dem Deutsche Reiche einen Teil der Reparationszahlungen erlassen". Frankreich weist darauf hin, daß es bei diesem Vorschlag äußerst generös verfährt, und ein größeres Opfer vollbringt als das reiche Ame­rika, das über ungeheure Einnahmequellen

verfügt und im Golde erstickt. Aber letzten Endes handelt es sich nicht um Generösttät, son­dern um eine rein geschäftliche Kalkulation. Frankreich vermengt das Reparationsproblem mit der Frage seiner eigenen Schulden, weil es anzünehmen glaubt, die Vereinigten Staaten seien an Verminderung der deutschen Repara- ionszahlungen lebhaft interessiert, erstens weil )ie Besserung der Finanzlage in Mitteleuropa die Exportmöglichkeiten nach Europa ver- zrößert und zweitens, weil durch die Vermin- >erung der deutschen Reparationszahlungen, die bekanntlich das Prioritätsrecht besitzen, die