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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. - Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt. Streik usw. hat der Beziehn keinen Anspmch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. ErscheinungStage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956, 3957,3958
3. Sarmas
1628
DaS KmEs.
— Reichsarbeitsminister Dr. Brauns begeht heute seinen 60. Geburtstag. Der Reichspräsident sprach ihm seine Glückwünsche aus.
— Der litauische Ministerpräsident Woldemaras hat erneut den Wunsch zu einer persönlichen Aussprache mit dem deutschen Außenminister zu erkennen gegeben und wird vermutlich in der zweiten Hälfte des' Januar nach Berlin kommen.
— Die Zusammenkunft zwischen Mussolini und Briand soll zwischen dem 18. und 22. Januar stattfinden.
— In Szent Gotthard, der Zollstation an der steiermärkisch-ungarischen Grenze, ereignete sich ein aufsehenerregender Zwischenfall. Ungarisches Militär erzwang die Freigabe einer für Budapest bestimmten italienischen Waffensendung.
— Das Präsidium des Zentralexecutivkomitees »er Sowjetunion hat beschlossen, die aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossenen ehemaligen Mitglieder auch aus dem Zentralexecutivkomitee der Sowjetunion auszuschließen.
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Berlin, 2. Ian. Das BDZ.-Büro meldet: Der Reichstag und der Preußische Landtag nehmen nach der Weihnachtspause in der nächsten Woche ihre Arbeiten wieder auf. Zunächst treten die großen Parlamente zusammen. Am
Wien, 2. Jan. Der „Morgen" meldet aus Graz, daß in Szent-Gotthard, der auf ungarischem Gebiet gelegenen Zollitation an der steirisch-ungarischen Grenze, am Sonntag sich ein Zwischenfall ereignete, der großes Aussehen hervorgerufen hat. Es trafen mit einem Güterzuge aus Verona fünf Waggons, deren Ladung als „Maschinenbestaudteile" deklariert war, in Szent-Gotthard ein. Die Waggons enthielten aber, wie sich Herausstellle, zerlegte Maschinengewehre. Die österreichischen Zollbehörden verlangten nun, daß die Waggons nicht weitergeschoben würden. Trotzdem schoben die ungarischen Bahnbehörden unter militärischer Bewachung die fünf Waggons mit den Maschinengewehren weiter und traten den österreichischen Zollbeamten, die sie daran hindern wollten, mit Waffengewalt entgegen. Die österreichische Zollbehörde hat nach dem Vorfall Szenl-Golthard verlassen, so daß die Züge seitdem gefertigt wurden. Weitere Nachricht
schein fehlte, wurde der Dundesbahnvertreter von den österreichischen Zollbeamten ersucht, den Rücktransport des Waggons auf österreichisches Gebiet zu veranlassen. Ein in dieser Richtung unternommener Schritt des österreichischen Bundesbahn- Vertreters beim ungarischen Dahnhossoorstand blieb ergebnislos. Die ungarischen Behörden vertraten hierbei den Standpunkt, daß den österreichischen Zollorganen das Recht auf Zurückhaltung der Ware nicht mehr zustehe, da sie sich bereits auf ungarischem Boden befinde. Es ist festzustellen, daß die zollamtliche Beschau in Szent-Gotthard durch das österreichische Zollamt ordnungsmäßig erfolgte. Sie Mitteilung, daß das Zollamt Szent-Gotthird infolge des Zwischenfalles den Betrieb eingestellt habe, entspricht nicht den Tatsachen.
*
Der Uebereifer der Ungarn, die sogar nist Sol-
erhalten, da das Telephon gestört ist
)t ab- chl Zu
Ausschüsse dieser „ .
11. Januar versammelt sich der Haushaltungsausschuß des Reichstags, um die Beratung des Reichhaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1928 in Angriff zu nehmen. Auf der Tagesordnung dieser AusschußsitzunZ stehen zunächst die -Haushalte der Nelchsschufti, füb WWrgungs- und Ruhe- und des RrichAKizmististeriums. Dann UMMjiiMf ' " —intsteriums
: uno oes Auswärtigen Laues. Ser L.eich-Sw ausschuß für Has Bildungswesen, der das Rei fchuig^fetz zu behandeln hat, ist zum 12. Januar rinberufen worden, der Ausschuß für das Reichs- ftiäfgefegbud) zum gleichen Lage. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags wird am 24. Januar zufanimentreten und die Einzelberatung des Schankstättengesetzes in Angriff nehmen. Das R e i ch s t a g s p le n u m nimmt feine Arbeiten am 19. Januar wieder auf. Auf der Tagesordnung dieser ersten Sitzung nach den Ferien steht die erste Lesung des neuen Reichshaushaltsplanes.
Der Haushaltsausschuß des Preußischen Landtags versammelt sich bereits am 9. Januar, um ebenfalls in die Haushaltsberatung einzutreten. Er wird sich zunächst mit dem Landwirtschaftshaushalt und den Haushalten der Forst-, Gestüt- und Domänenverwaltung beschäftigen. Auch ' bauausschuß wird in diesen Tagen die Bi des neuen Städtebâugesetzes fortsetzen. Die erste Vollsitzung des Preußischen Landtages findet am 17. Januar statt.
Amtliche Dseftelluns des Sw^chettLÄlls
Wien, 2. Jan. Amtlich wird mitgeteilt: Gestern wurden der österreichischen Zollzweigstelle am Bahnhof Szent-Gotthard seitens der österrsicl-ischen Bundesvertretung die Frachtpapiere zu dem Zug Nr. 5873 (Ausfuhr) übergeben. Unter diesen befanden sich fünf Frachtbriefe lautend auf Maschinenteil« und w 591 Kisten. Als AusgabcitalWn er« ^.^^x ^^y iiA / ...
mu 's Novewesto. Na- Ankunft
des Zuges wurde von den österreichischen Zollorganen eine Stichprobe in der Weise unternommen, daß der Waggon Nr. 133 292 im Beisein eines Bundesbahnvertreters geöffnet wurde. Man fand darin Kisten verschiedener Größe mit Wa- fchinengewehrbestandteile. Da demnach .die Ware sich als falsch deNariert erwies und der nach den österreichischen Vorschriften für die Durchfuhr von Kriegsmaterial erforderliche Waffenbegleit-
baten anrückten, um ihre „Maschinenteile" zu sichern, muß überraschen. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die Sendung für Ungarn be» timmt war. Ob die Ungarn klug handelten, indem ie mit Gewalt die Wagen mit der fatalen Ladung n ihre Hände brachten und international geltende Zollrechte gröblichst verletzten, das steht wohl außerhalb jeder Debatte. Gesch,' kein großes Geschrei zu machl brüskes Vorgehen haben sie n
außerhalb jeder Debatte. Gescheiter hätten sie getan, kein großes Geschrei zu machen. Denn durch ihr brüskes Vorgehen haben sie nur erreicht, daß alle Welt aufhorfcht, das um so mehr, als es noch nicht
der Städte- orbereitung
LskesvKMMÄ» dèe MrrdSWbrws mâL seeeWe»
Der Reichspräsident hat zu Neujahr einen regen
lange her ist, daß die ententistische Militärkontrolle aufgehoben wurde. Und schon melden sich die, die recht laut schreien: „Wir sind's nichi gewesen!"
_ Prag. 2 Jan. Das tschechoslowakische «Prefle. büro teilt mit • Zu. dem gestrigen Zwischenfall ap der österreichisch-ungarischen Grenz,zolsstcktjon Szent Gotthard wird ergänzend mitgetoilt, daß die zerlegten Teile von Maschinengewehren enthaltenden Waggons aus Verona nach S l'o w a k i s ch - N e u- stadt adressiert waren-und im Trânsitwege über Oesterreich und Ungarn gesandt werden'sollten, tatsächlich folgen aber diese Waffen in Ungarn bleiben.
Die §Vam.-ameMaMchen OsMveshandStmgsn
Varis, 2. Jan. Nach' einer Meldung des „New-
Depeschenwechsel gehabt mit dein Papst, den Küy-i- reich gen von Schweden und Norwegen, dem ReichsvSr-. mach Weser von Ungarn, dem österreichischen Bundes- f Hoff? Präsidenten und dem Schah von Persien. Merk- eines
york Herabü' aus Washington hat Staatssekretär Kellogg dem französischen Botschafter in Washington nunmehr einen ausführlichen Vertragsvorschlag übermittelt, der den Krieg 'zwischen Frank- '^ und den Vereinigten Staaten unmöglich )en soll. In einem Begleitbrief gibt Kellogg der 'Hoffnung Ausdruck, daß nach der Unterzeichnung eines solchen Vertrages auch andere Länder dem Pakt beitreten würden. Er stimme mit Briand darin überein, daß es notwendig sei, jeden möglichen Krieg zwischen beiden Ländern für ungesetzlich zu erklären. Dem „Newyork Herald" zufolge tommentier^n die offiziellen Washingtoner' Kreise den Vorschlag des Staatssekretär Kellogg lebhaft und erklären, der neue Pakt könne eine ebenso große Bedeutung haben wie das Völkerbundsstatut und der Vertrag ' des internationalen Schiedsgerichtshofes. Das Pro-
Weser von Ungarn,
Präsidenten und dem Schah von Persien. , würdigerweise fehlen auch diesmal wieder England und Frankreich. Man hat sich schon beim 80 Geburtstag des Reichspräsidenten darüber gewundert, daß der englische Hof die internationale Höflichkeit nicht achtete und dem Reichspräsidenten keinen Glückwunsch schickte. Damals ist von London die etwas seltsame Entschuldiung laut geworden, derartige Telegramme seien eine reine Listenangelegenheit, die sich automatisch abrolle und es sei ................. ^,.^-ö-— ,-■-
bisher vergessen, den Reichspräsidenten auf diese j jekt sei von Kellogg in Zusammenarbeit mit der Liste zu setzen. Umso eigenartiger berührt es, daß auswärtigen Kommission des Senats ausgearbeitet t-'-een auch nach drei Monaten noch nicht; worden.
1 ....." ' ' ’ 1 Wie ein französischer Korrespondent des „Daily
Telegraph" aus Paris meldet, ist die amerikanische Regierung anscheinend bereit, zwei verschiedene Verträge mit Frankreich abzuschließen.
1. Der Schiedsgerichtsver.trag von 1908, dessen Erneuerung in diesem Jahre fällig wird, würde eine neue Form erhalten durch Linsührüng efner Präambel und durch irgendeine Abänderung des alten Vorbehalts betreffend Fragen, die die Sicherheit und Znlereffett der Unterzeichner berühren. Frankreich und Amerika würden sich nach
diefes BMMf ......M______ .^.^,MMWW..
nachgeholt ist. Wir halten nicht viel vom internationalen Depeschenwechfel. Für die internationale Politik wird dadurch nichts gewonnen oder verloren. Aber die Enthaltsamkeit Englands, macht doch geradezu den Eindruck einer gewollten Unhöflichkeit, die mit der sonst bei jeder Gelegenheit be» tönten Wiederanknüpfung , der alten Bezichungen in einem gewissen Gegensatz steht.
LeiGie GâauKUUtz des Nerchs- ÄsMsnmLnMees
die die
Reichsaüßenminift dem Neujahrsempsi
fter Dr. Stresemann konnte an
. . . ,ang beim Reichspräsidenten
nicht teilnehmen, da er, den Blättern zufolge, wegen einer Erkältung das Bett hüten muß.
Die ÄeveMgttNS dev KerGswedv
Zum neuen Jahre hat laut „Täglicher Rundschau" Reichswehnninister Dr. Geßler über die Vereidigung von Personen, die in die Reichswehr rintreten, eine neue Verordnung herausgebracht. Danach hat für den ganzen Standort bei der Einstellung und Vereidigung von Mannschaften eine gemeinsame Vereidiaungsparade stattzufinden. Die Musik spielt den Präsentiermarsch. Darauf weist 3er leitende Offizier auf die Bedeutung des Eides, sowie auf die Berufspflichten des deutschen Soldaten hin, und hat dann den Mannschaften die folgende Eidesformel vorzulvreche»,
Zeichner be- |L,. _ _____ JHHM— ««W nach
dem neuen Vertrag/verpflichten, alle zwiscksv ihnen entstehenden Differenzen schiedsgerichtlicher Entscheidung zp unterbreiten mit dem Vorbehalt, daß die Fragen ausgenommen bleiben, die sich aus innerpolikischen Entscheidungen ergeben, oder die eine dritte Macht berühren oder, die sich auf die Anwendung der Monroe-Doktrin beziehen.
^haltend eine Erklärung der
2. Einen Vertrag, en Unterzeichner, zur Lösirr zen n i ch t ; u m kri è
ng internationaler Differenzen nicht zum Kriege zu sich reiten. Dieser Vertrag würde aber entsprechend einer jüngst von
Senator Borah abgegebenen Erklärung nicht einen rein französisch-amerikanischen Charakter haben, sondern anderen Staaten, die zur Unterzeichnung bereit sein sollten, würde dies freistehen.
Wie der „Jnkransigèant" -..mitteilt, beaiitwârtet man am Quai d'Orsay die Frage, ob die Nachricht auf Wahrheit beruhe, daß ein Poktvorschlag für den ewigen Frieden dem franzLsiAhen .Botschafter in Washington überreicht worden ist, weder beiah'end noch verneinend. Es wurde nur betont, daß die Ver- Handlungen - tn . Washingtor Kellogg und dem französisch, und die Pariser Besprecht
ton mit «Laatssekretär »en Botschafter Claudel
esprechungèp zwischen Briand und dem.amerikanischen Geschäftsträger Whiteystuse zur beiderseitigen Zufriedenheit verlaufen.
Keitel GusSandS?
London, 3. Jan. Zu den Meldungen, daß die amerikanische Regierung beabsichtige, mit anderen Nationen einen Vertrag von der Art abzuschließen, wie er jetzt zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich erörtert wird, verlautet in hiesigen amtlichen Kreisen, daß die vorgeschlagenen Bedingungen eines solchen Vertrages noch unbekannt seien, daß aber jeder Vorschlag, der gemacht werden sollte, zweifellos eine -günstige Erwägung von Seiten der britischen Regierung erhalten würde. Den Blättern. zufoHe.',haben die britischen amtlichen Stellen heute sehr I-chhaftes.Jnteresse an der »Meldung gezeigt, daß der Entwurf eines Vertrages zur Ver-. fehmung dss Kriges zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich,, der; wir man-hoffe, auch auf andere Mächtè ausgedehnt werde, von der amerikanischen Rogieruna am Qüai d'Orsay überreicht wuxde.- Wenn Großbritannien eingësaden würde, das -Abkommen zu unterzeichnest, so würde allen Seiten des Vertrages. vollste Aufmerksamkeit zu Teil werden. ,Es - sei wahrscheinlich, daß auch andere Mächte, ohne deren Unterstützung ein allgemeines Abkommen solcher Art nicht erzielt werden könnte, ebenfalls eingeladen werden würden, sich entsprechend anzuschkièßen.
Die Freiwilligen haben darauf diè Hand zu er
>rm ttnh hon (Irth’ snitt nnfhiufnroshoti 9Hö; 9sh;
„Ich schwöre Treue der Reichsverfassung und Die Freiwilligen haben darauf die Hand zu er gelobe, daß ich als tapferer Soldat dâs Deutsche heben und den Eid^ laut nachzusprechen. Als Ab- Reich und seine gesetzmäßigen Einrichtungen jeder- , ' ” " - zeit schützen, dem Reichspräsidenten und meinen Vorgesetzten Gehorsam leisten will." ..
, soll der kommandierende Offizier ein Hoch
meinen auf das Deutsche Reich ausbringen und die Musik spielt das Deutschlandlied,
wrElrms Ä- Lr^sastta
Die blutigen Kämpfe des amerikanischen Expeditionskorps in Nikaragua, di» eine Weile geruht haben, sind neuerdings wieder aufgeflammt. Die Amerikaner haben im Kampfe gegen den General Sandino, den Parteigänger des liberalen Präsidentschaftskandidaten Sa» caza, ansehnliche Verluste an Toten und Verwundeten gehabt, nach ihrem Bericht aber schließlich ihren Angriff auf das Hauptquartier des Generals erfolgreich Durchfuhren können. Nach anderen Meldungen ist der Kampf noch nicht entschieden, sondern weiter im Gange. Die Vereinigten Staaten werden selbstverständlich alles Nötige tun, um sich in Nicaragua militärisch durchzusetzen. Die E^^sendung einer Verstärkung von 150 Marinesoldaten ist bereits in Angriff genommen. Nach außenhin wird das Vorgehen der Vereinigten Staaten damit bemäntelt, daß angeblich die Herrschaft des von den Amreikanern anerkannten konservativen Präsidenten von Nicaragua gegen Um- sturzversuche geschützt werden soll. In Wirklichkeit handelt es sich um nichts weiter, als um die militärische Beherrschung Mittelamerikas und des Panamakanals durch die Vereinigten Staaten. Nur daran ist den Vereinigten Staa- ten gelegen. Alles andere ist reiner Vorwand.
Als die ersten Kämpfe in Nicaragua entbrannten, stellte sich sofort eine Hochspannung zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ein. Der Gegenkandidat des Präsidenten Diaz war der Günstling Mexikos und w stießen die 'Vereinigten Staaten auf dem P -in Nicaraguas bei ihrem Vorgehen gegen ö, Ulitäri« schon Gegner des Präsidenten überall am mexikanische Söldner und Wassen. Aer- an sich" schon , bestehende merikanisch-amerikamsche Gegensatz verschärft sich sehr bedenklich, so daß man eine Zeitlang eine Ausdehnung des militärischen Konfliktes über die Grenzen von Nicaragua hinaus befürchten mußte. Diese Hochspannung, die damals einen außerordentlich, gefährlichen. Hintergrund zu den Vorgängen in Nicaragua schuf, fehlt diesmal vollständig. Denn zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ist inzwischen Friede ge- schlossen worden, wie die begeisterte Aufnahme des amerkkanischen Fliegers Liiürbergh in Mexiko wohl zur Genüge bewiesen hat. Die eigentliche Quelle der mexikanisch-amerikani- .schen Zwistigkeiten mahn die Oel- und Land- aesetze. 'bie ber«Staat Mexiko mit aller Schärfe gegen die Aüsländer, d. h. in der Hauptsache gegen, die Amerikaner, zur Anwendung bringen . wollte. Dabei wären die amerikanischen Eigentumsrechte . auf wichtige Oelkonzessionen in Mexikwi einfach unter den Tisch gefallen.
Der Gegensatz âwischen Mexiko und seinem amerikanischen Nachbarn führte bis nahe an den Ran,d des Krieges. Vor.nicht ganz einem Jahre stellte die amerikanische Regierung fest, daß Mexiko durch seine bolschewistische Politik ben' Frieden der Vereinigten Staaten gefährde. Washington sandte an Präsident 6dfles eine Note, in der die Lage als außerordentlich kritisch bezeichnet wurde. Die Gefahr wurde aber abgewandt. Der amerikanische Senat sprach sich sehr stark zugunsten einer schiedsgerichtlichen Regelling der Streitfrage aus. Coolidge hatte eine Besprechung mit dem mexikanischen Botschafter und gab im Anschluß daran seiner Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß eine friedlich-schiedliche Regelung möglich sei. Präsident Calles gab nach. Er nahm in Uebereinstimmung mit einem Urteil des höchsten. mexikanischen Gerichtshofes eine Ab- schwächüng des Oel- und Landgesetzes vor die von dem mexikanischen Kongreß gut ge heißen worden ist. Der Land- und Oelstreit ist damit beigelegt, nachdem schon seit Wochen klar war, daß Amerika und Mexiko sich auf dem Wege friedlicher Verständigung befände» und-den gegenseitigen guten Willen an den Ta< legten, zu dessen Wortführer sich Lindbergs bei seinem Flug nach Mexiko gemacht hat. Di« 'Folge, ist eine große Entspannung auf dem amerikanischen Kontinent. Mexiko steht den Vereinigten Staaten in Nicaragua nicht mehr im Wege. Es wird zwar behauptet, daß die amerifaniftben Truppen in Nicaragua auch jetzt noch Spuren ausländischer Unterstützung sstgestellt hätten, irgendwelche Komplikationen nit Mexiko werden'sich daraus aber nicht ev geben. Die Stellung der Vereinigten Staates in Mittelamerika ist jetzt nicht mehr um