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Kon tag den 2. Jomvar 1928
Kurz
ißt-, Mß Land des gsStzte« Lettunsen ieoen ' Die amerikanische presse als Dienerin der ich- ' Oeffenllichkeil.
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man unserem amerikanischen Korrespondenten Felix Schmidt.
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Bemerkenswert für die amerikanische Treffe ist ie große Zahl verschiedener Ausgaben an einem wißen Tag. Während in Europa Tageszeitungen KioWaffeus dreimal erscheinen — morgens, mittags en. Md abends — sammt eine amerikanische Tages- r niÄeitiing in den Großstädten mindestens sechsmal, hânche sogar siebenmal, und beim Einlauf wichtiger Depeschen außerdem noch mit Conderaus- '«oben heraus. Die ständige Reihenfolge solcher Ausgaben ist folgende: Morning-Edition (Morgen- Ausgabe), Metropolitan-Edition (Stadt-Ausgabe)» i t>„Moon-Edikion (Mittags-Ausgabe), Stock-Edition iV (Sorfenausgabe), Sport-Edition (Sport-Ausgabe), ss Last-Edition (Letzte Ausgabe) und Home-Edition «.(Heim-Ausgabe). Verschiedene, seit langem be- gz, lchende Blätter erscheinen freilich nur einmal am mi &g. Meistens sind das ausgesprochene Morgen- )On Natter, z. B. der „Plain Dealer" in Cleveland. Die b erste Morgen-Ausgabe einer solchen Zeitung wird bllk aber schon am Abend vorher, etwa von 10 Uhr ab, ubmiÄ den Straßen ausgetreten. Die ^zeim- "tiüWgabe", auf die alein abonniert wird, kommt ge- ^id-M 4 Uhr morgens heraus; sie ist am umfang- i jeMsten.
Der Amerikaner kaust sich — auch wenn er zu dufe auf eine Zeitung abonniert ist — noch eine )er zwei Zeitungen, wenn er von der Arbeit immt. Infolgedessen ist der Zeitungsumsatz durch in Straßenoerkauf bei den amerikanischen Reisigen sehr groß. Zeitungsstände oder Kioske gibt allzu viele. Der Verkauf erfolgt meist durch
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eintt$ nidjt allzu viele. Der Verkauf erfolgt meist durch Fr« sie Newspaper-Boys (Zeitungsjungen), von denen zliâ rèilich manch» reiferen Alters sind. Sobald eine : 6b eue Ausgabe erscheint, werden die Zeitungsjungen aller Stadt-Distrikte — jeder Zeitungsjunge hat ___feine Ecke oder fein Revier — mit den neuen Blättern versorgt. Nach den entfernteren Distrikten er« oigt der Versand in kleinen Lastautos, die an den den neuesten Roman oder die sen- ibrifen Reklame machen. Merkwür-
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5E Wonellsten Ruhr . _________ _____ _________ igerweise werden die Zeitungen in nahegelegenen stritten durch zweirädrige, von Pferden gezogene Wagen gebracht, die wie altertümliche Streitwagen Msehen. Der Kutscher steht und hat vor sich die Zeitungsbündel, die er beim Borbeifahren den Mitiingsjungen zuwirft.
»Sie Zeitungs-Offices sind je nach Größe und Bedeutung der Zeitungen verschieden eingerichtet. Oft tslldie Zeitung in einem Wolkenkratzer unterge- brßcht, und das Gebäude wird dann nach der Zei- iW genannt, z. B. „Times-Building" in Newyork. W in einem einzigen Falle erhielt ein Wolkenkratzer den Namen einer deutschen Zeitung, näm» bb) das „Westliche Post-Building" in St. Louis. Vor dem Krieg gab die erwähnte deutsche Zeitung ein englisches Blatt heraus, die „St. Louis- Siinies", die aber nach dem Tod des Herausgebers Ätorius in amerikanische Hände überging. Im ■Btsen und Ganzen unterscheiden sich die Offices ■gber «merikanischen Blätter nicht von denen der “ Minopäischen Zeitungen von Bedeutung. Man sieht ^Mvrt Master '"r die Anzeigen- und Abonnenten-
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Atappen der Leitungen, nie entsonnen. Besucht man die Redak- n selbst, so ist man als Europäer ungemein ascht über die primitive Einrichtung. Der Stab Berichterstatter bis zum City-Editor sind meist
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inem einzigen großen Saal untergebracht. Nur Spezial-RÄakteurs für Kirchen-, Gesellschafts-, ater-, Musik-, Börsenwesen und Leitartikel ihr besonderes Zimmer. Jede größere Zeitung die großen Pressen so ausgestellt, daß man von en durch die Schaufenster das Drucken versol- kann. Ueberhaupt ist die Verteilung der cinzel- '-Men Zweige eines Zeitungsbetriedes, wenn die SgMltung in einem Wolkenkratzer untergebracht ist. '-»ütrecht merkwürdig."Die Büroräume befinden sich EErdgeschoß, die Redaktionen in irgendeinem »biren Stockwerk. Ein Stockwerk darüber ist die Druckerei mit den Setzmaschinen. Unten im Erdge- finb Stereotypie untergebracht. Zwischen Bastion und Office ist meist eine Art Rohrpost- irbindung, zwischen Setzerei und Presseraum ein Krstublbetrieb eingerichiet. Es gibt Städet, z. B. Kpyor!, St. Louis und Chicago, wo sich die Sei» ”™§ßsgebäube auf einem kleinen Raum zusammen- WMngen, an anderen Orten liegen aber die einen Zeitungen weit voneinander getrennt. Je- falls befinden sie sich etwas „downtown" oder erhalb oes „Loop", d. h. innerhalb des Ge- sts-Distriktes, von dem die Wohnbezirke in jeder erikanischen Stadt strahlenförmig auseinander- ' lausen.
■ B Den Kontakt mit der Öffentlichkeit sucht und muet -die amerikanische Zeitung durch Preisaus-
I Beiben, Vortrüge und Konzerte, die sie veran» I lastet. Wichtig sind auch die besonderen Rubriken Mes Blattes. Jede Zeitung hat ihre Serie von
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^^Dartoons" — die bekannten Scherzfiguren, die IMwrer wieder etwas anderes erleben — ihre bild- WW dargestellte Geschichte der Vereinigten Staaten »WWer der Weltgeschichte, ihre Beratungsrubrik in M^Wuenangelegenheiten (Marth Ler-Club) und ihre ASMoffentllchuno von täglichen Horoskopen. Da- ^H®en gibt es keine amerikanische Zeitung, die eine WMttertarte veröffentlicht. Die Wetterkarten werden nur Dom Wetterbüro selbst gegen Abonnement vrr- AMsaiwi. Lediglich Wetterbeâchtungen und Progno- W W uoerden veröffentlicht
W ME Großen und Ganzen — abgesehen von dem W ^rmat und dem Riefenumfong der Sonntags- ha906!1? ~ stellt die amerikanische Presse nicht so , hohe Ansprüche an ihre Leser wie die ^d°. p^e Der Zeitungsstil ist salopp. Außer Breittreten von Sensationsmeldungen macht ' ^ Durchgangspresse, vom euro- ^ !chen Standpunkt aus betrachtet, einen fast ..'"/".Eindruck. Den besten Auslandskoresponden- M stylt nur zu oft der Ernst und die Gediegenheit, m andere Verhältnisse und in den Geist des ^ in dem sie sich befinden, einzuarbeiten, kan k^^'^n alles viel zu sehr durch die ameri- S° ^nlle wahr, im stolzen Bewußtsein, daß I qr'^v1 doch niemand heranreichen könne. «Mirkâ^ İ „'" Europa ist dagegen die süd- n^ ^lch-.Presse eingestellt. Auch sie hat das BJ“W Format und die Nordamerika- kv ;* "Eartoons^ Übernomemn, doch ist sie ent» InKaN. Wegener und bester redigiert. Auch tbie W-rL^"'k^"r' erinnert sehr an europäische — Jsirbéife,' c' ^eder Redakteur hat sein besonderes SepÄü'nmrr. Man hat Empfangsräume für ^Roi> , ^?^".""i dem Publikum — was man in K fnitntm durchaus nicht überall findet — und °uch wehr auf beUei ----- ------- man besondere ßdei
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Kurz, die südamerikanische Preste entspricht mehr dem förmlichen, konventionellen spanischen Geist, die nordamerikanische ist das Spiegelbild des Schnellen, Flüchtigen, Massenhaften.
Wie Vsvsnokk das Leben evobevt.
3m Caboraloirum des Derjüngers.
Ein Besuch bei Doronoff, Direktor des Laboratoriums für experimentelle Chirurgie im College de France. Die Versuchsanstalt des alten „College", das an wissenschaftlicher Bedeutung etwa mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin verglichen werden kann, befindet sich im Parc des Princes, und dicht daneben hat Dr. Voronoff, der berühmte ^Ler- jünger", seine Beobachtungshallen angelegt.
Als Erster tritt uns darin ein Widder entgegen, der gleichsam als Veteran und Pionier der neuen chirurgischen Praxis angesehen werden kann. Er wurde vor zehn Jahren operiert und hat längst ein Alter erreicht, das ihn normalerweise zu einem ehrwürdigen Patriarchen machen müßte. Er aber ist von staunenswerter Lebhaftigkeit und jugend- ucher Angrifslust: man tut wohl daran, aus dem Bereich seiner mächtigen Hörner zu bleiben! Welche Möglichkesten sich mit der Verjüngungsmethode eröffnen, zeigt ein im Dezember des vorigen Jahres verendeter Widder, der vor acht Jahren operiert worden war: damals schon ein „Greis", lebte er wieder auf und erreichte in voller Kraft sein zwanzigstes Lebensjahr Das Durchschnittsalter lerne-" Gattung ist 12 bis 15 Jahre: die Verlängerung be» trag* also ein gutes Drstell des normalen Lebens, das demnach sei den Menschen auf hundert Jayre angesetzt werden muß.
Allerdings besitzen mir darüber bei der Kürze der Zeit noch keine bestimmten Angaben; immerhin läßt sich die eine Tatsache feststellen, daß bisher von mehr als tausend operierten Personen, in der großen Mehrzahl natürlich Männer, noch keine einzige gestorben ist, obwohl mehrere sich dem 90. Lebensjahre nähern! Aus leicht verständlichen Gründen lassen sich wenigstens bis heute noch keine Namen nennen. Dr. Doronoff aber zweifelt nicht daran, daß die Scheu vor der Oeffentlichkeit bald weichen wird, und zwar mit einer richtigen Ein- sicht in das Wesen und den Zweck der Operation. In seinem eben erschienenen Werke: „Die Eroberung des Lebens" wendet sich der Gelchrte gegen die Spötter und Spaßvögel, die da meinen, es seien mir Lebegreise, die sich um eines bestimmtes Zieles wegen verjüngen lassen. Aus einer genauen Statistik, die von Professor Voronoff im Verein mit den Professoren Marro, Thoreck, Dortigstes, Daudet und Georg Voronoff ausgestellt wurde, geht hervor, daß unter tausend operierten Personen nur sechzig einen vorwiegend erotischen Zweck angaben; alle anderen standen mitten im Lebenskampse, fühlten ihre Kräfte erlahmen und verfolgten kein anderes Ziel als das, ihre tägliche Arbeit fortsetzen zu können.
Unter denen, die bei Voronoff Hilfe suchten, befinden sich auffallend viele Aerzte und Professoren, Literaten und Männer der Wissenschaft aller Berufe, die hohe geistige Anforderungen stellen und die kostbare Nervensubstanz vorzeitig aufreiben. Da durch die Drüsenoperation gerade die feineren Zellen, die des Großhirns also, am schnellsten neu belebt werden, erweist sich die chirurgische Methode der Drüfenverpflanzung besonders für die geistig stark Tätiges als eine Errungenschaft von unschätzbarem Preis. Doroneff erzählt in seinem Werk: Der erste von ihm Operierte, sei ein Ingenieur, der zweite ein katbolischer Priester • gewesen, und zwar ein berühmter Kan^elredner, der plötzlich seine geistigen Fähigkeiten in einem Maße • schwinden mH, daß er nicht mehr imstande war, eine zusammenhängende Predigt zu basten: er ist heute noch eine Berühmtheit der Kanzel. Einer der ersten ,,Sei jungten" war auch der Dekan einer ' e u t s ch e n nied ziiisicken Fakultät, der int Alter von 62 Jairen bereits seine geistigen KrS te schwinden sah. Er hat heute „seine ganze schöne Energie der jungen Jahre' wledergcfunscn.
„Eine bclmndclte Person kann sofort die Untergrundbahn nehmen und heimfahren', sagt Pro»essoi Boronoff. Die Schwierigkeit besteht nur darin, die erforeerten Regenerat onsdrüsen in genüaender Zahl aufzutreiben. Es kommen natürlich nur Lebewesen in Bet, acht, deren Blutzummnienictzung mit der menschlichen üb.reinstimmt; fast die gesamte Tierwelt, ist somit ausgeschlossen. ES bleiben nur noch die menscheiiäunlichen Affen, Schimpansen in erster Linie. Aber die Zahl dieser Tiere ist beschränkt, und unsinnige Jagdmethoden — die Jäger töten mit Vorliebe die Mutter, um sich der Jungen zu bemächtigen — lassen den Zeitpunkt ihrer gänzlichen .iusrottung in nicht allzuweiter Ferne erscheinen. Es handelt sich also vor allem darum, diese Titre zu .schützen und mehrere Regierungen haben bereits bestimmte Vorschristen erlassen; aber dies alles genügt nicht, und Professor Voronoff fordert die Züchtung der Schimpansen wie de der Schafe und Pferde: denn liefern uns oiefe ihr Fleisch und ihre Arbeit, so sind jene in Zukunft berufen, das Leben selber zu verlängern und es von den tausend Mühseligkeiten des ©reifen- alters zu befreien. Affenrüchtcreien sind nach Vor0i.oß in ganz SLdeurvpa mögliy, und sie werden ieiner Ansicht zufolge bald eine der ergiebigsten Erwerbsquellen darstellen. Er selber Hai dicht an der italienischen Grenze bei Mentone im Schloff« Grimaldi eine solche »Affenzüchterei' angelegt; sie ist aufs modernste ausgejtattet und beherbergt Affen aus allen Weltteiles die ganz vorzüglich gedeihen.
In 5 Atonale« 16 mal geheiratet.
Rewyork, 1. Jan. In Bridgeport im Staate Connecticut hat die Polizei einen gewissen Frank Wells wegen Bigamie verhaftet. Der Verhaftete hat innerhalb von fünf Monaten nicht weniger als 16 Frauen geheiratet. Er erklärte, daß er die Bekanntschaften feweils auf dem Annoncenwege angeknüpft habe. Er habe zu Haufe noch 82 Ant- Worten von Frauen, die bereit feien, mit ihm die Ehe einzugehen. Seit feiner Verhaftung haben mehrere feiner früheren Frauen den Wunsch geäußert, ihren Mann im Gefängnis zu besuchen.
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