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Montag den 2. Januar 1928

Seite 3

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I

Lokales.

Großauheim, 2. Januar.

Ms das neue Labv besann

Jedesmal, wenn der erste Glockenschlag des .non Jahres über die Stadt brummt, bricht alles in unbändigen Jubel aus. Man begrüßt das Kom- mende wie ein Wunder. Mit Kanonenschüssen, Feuerwerk, Hochrufen, Umarmen so wird das oroste Fest begonnen. Warum das eigentlich alles? Erwarten wir so viel vom neuen Jahr? Kaum denn wir wissen ja alle, daß es uns genau so viel Sarqen und Mühe bringen wird, wie sein Vor- aänqer, auch darüber, daß einem zum Bewußtsein komint daß man wieder ein Jahr älter geworden :a mU ja im allgemeinen keine uneingeschränkte sircuoe herrschen. Und doch in der Silvesternacht reine Freude. Es ist das Vergessen, das sich iußerhalb der Zeit stellen, das noch nicht in Das Jahr eingespannte Leben, das uns diese Nacht Dom neuen zum alten Jahr so bedeutungsvoll macht. Und io ist man ausgelassen und toll wie sonst an keinem Tag des Jahres.

Man war es auch diesmal wieder. Schon am Nachmittag knatterte hier und da Feuerwerk in den Straßen, das zu früh losgegangen war, und am Abend begannen dann die Feiern. Zum größten Teil wurde in den E a f é s und Wirtschaften gefeiert. Dort sah man überall frohe Menschen b-im naditionellen Glas Neujahrsnunich. Musik erklang und wo es anging, wurde getanzt. Mancher Wirt hatte auch für Ueberraschungen gesorgt, sr daß b:e Neujahrsglocken läuteten, ehe man über« hau; daran dachte, daß es schon io spät !ei. Auer fcbüii beim ersten Glockenschlag begann d a s L e b e n in der Stadt. Aus allen Häusern kamen Plötz- lidi Menschen, die Häuserfronten leuchteten rot und . J grill auf, Raketen zischten in die sternklare Nacht, tim mit einem Fauchen zu zerplatzen und bunte è Kuaeln herabzuregnen.» -den nötigen Lärm sorgten Kanonenschläge, Fr ,che und Schwärmer. Lurz, es war eine ausgelassene Nacht.

pv mancher Familienvater'hatte je ne eigene Neujuhrsseier arrangiert, da gab es erst einen Neujahrskarpfen, dann wurde das Schicksal

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gefragt, das aus dem gegossenen Blei sich undtun Mte'und was dergleichen Scherze mehr sind.

s Auch im Theater gab es eine Neujahrsseier.

Ein sehr luftiges Kabarettprogramm war aufze'tellt Mrd k'c Hanauer Künstler bemühten sich, die immer thtWtwas fatalen Stunden vor Mitternacht so ange-

oynl vchm w,e möglich zu vertreiben. Das volle Haus diâ le hre viel über die ausgelassenen Vorträcg

und

»H.duekre durch viel Beifall.

'S seier.e jeder sein Fest nach seinem Geschmack.

FriHMm Sonntag früh waren Hanaus Straßen nvsge- efejtiff' starben. Man schl-ef. Nur ein schwarzer Kater nhif faU >rd; du Stadt gesvrungen fein Ist Wahrheit ae & oder Halluzination? Wer kanns wissen. Erst das

â)t bi schöne Wetter am Nachmittag lockte die Menschen >m MMinaus und die Frische verscheuchte bald die» ersten e M Sorgen des neuen Jahres. Viel erwarten wir alle ^l von ihm, was wird es bringen? nsti riebt littst

weniger, in jedem Warenhause bekommt, deren mißtöniges Ticken einem die Nachtruhe verscheucht, und deren Wecksignale ein heiseres Gebell sind. Es gibt zwar freilich Menschen, deren Nerven robust genug sind, um das Zusammensein mit solchen un« lymphatischen Gesellen zu ertragen. Sie schlum­mern süß und unbekümmert, wenn er noch so viel Lärm verursacht. Ja, sie stellen ihn auf einen Porzellanteller und diesen Porzrllanteller auf die Märmorplatte des Nachttisches, und wenn er dann weckt und einen wahren Höllenspektakel entfesselt, so drehen sie sich freudig lächelnd auf die artbere Seite, als sei das eine süß harmonisch Morgen- musik! Wir beiden sind zarter besaitet, mein Wecker und ich. Er klingelt zwar anhaltend und nachdrücklich, aber immerhin mezzoforte und nicht unmelodisch und ich bin längst wach, noch ehe er sein Gesetzlein auch nur halb beendet hat. Ein Griff und er verschwindet unter dem Kopfkissen dort schimpf er halberstickt weiter und verstummt endlich resigniert. Insofern bin ich ja Siegerin ge­blieben, aber mit der Morgenruhe ist es leider auch vorbei, denn ich gehöre zu den Menschen, die nicht wieder einschlafen können, wenn sie einmal auf­gewacht sind. Und so hat er doch seinen Willen bekommen!

Es ginge ja alles noch, wenn er mich zu einer Zeit weckte, zu der ich ohnehin ausgeschlafen habe! Auf eine Viertelstunde mehr oder weniger sollte es mir ja nicht ankommen. Aber warum müssen Wecker immer verlangen, daß man aufstehr, wenn es draußen noch stockfinstere Nacht und kalt un- unfreundlich ist? Das ist eine Extra-Bosheit tfon ihm! Sucht man diese zu umgehen, indem man den Wecker auf die letztmögliche Minute stellt, dann rächt er sich dadurch, daß er, statt wie sonst eine Vierielstunde zu früh, diesmal 5 Minuten zu spät weckt. Die Folge davon ist eine atemlose Hetz­jagd; natürlich reifet wie immer bei solchen Ge­legenheiten, das Schuhband, selbverständlich muß man an der Straßenecke umkehren, weil man etwas vergessen hatte, und mit positiver Sicherheit sieht manseine" Bahn gerade noch um die Ecke ver­schwinden! Alles dies hat das boshafte kleine Un» geheuer verschuldet, und wenn er am anderen Morgen seins Stimme erhebt und sich dabei förm­lich schüttelt vor Wut und Eifer, dann hat er ein geradezu menschliches, boshaftes Gesicht.Rrrrrr!" sagt er.Siehst Du wohl, mein Kind? Ich werde Dich Pünktlichkeit lehren! Bei mir gibt es kein Mogeln!"

Der einzige Morgen in der Woche, an dem ich den Wecker mit einem wahren Genuß höre, ist der Sonntag! Und zwar aus zweierlei Gründen: Erstens, ich stehe nicht auf, ich denke garnicht daran, es fällt mir ja nicht im Traume ein, mag der Wecker sich schwarz und scheckig klingeln, und das ist wirklich ein wundervolles Gefühl! Oder aber mein Feind, der in diesem Falle mein Freund ist, weckt mich vielleicht sogar noch eine Stunde früher als gewöhnlich, weil ich etwas Angenehmes vor­habe. Eine 2Banberung einen Ausflug, eine Ski- partie . . Und dann ist mir feine Stimme einmal wirklich eine hochwillkommene Mahnung!---

Einwohnern starben 11,85 (13,63). Die verhältnis­mäßig meisten Betten hatte der Regierungsbezirk Münster mit 89,66 (Köln mit 93,34), die wenig­sten die Grenzmark Posen-Westpreußen mit 21,06 (19,54, die meisten Verpflegten Regierungsbezirk Köln mit 734,33 (ebenfalls: 717,19), die wenigsten die Grenzmark Posen-Westpreußen mit 193,27, (Hohenzollern mit 147,18) auf je 10 000 Einwohner. Die geringste Sterblichkeit wies auf Regierungs­bezirk Stade mit 10,06 (ebenfalls mit li,17), die größte Regierungsbezirk Stralsund mit 15,00, (Ol erschießen mit 19,41) von je 1000 Einwohnern.

Der Regierungsbezirk Kassel hatte 47 (47) Heilanstalten mit zusammen 4433 (4454) Betten. Darin wurden 40 422 (38 745) Kranke verpflegt. Aus je 10 000 Einwohner kamen 40,63 (41,84) Betten und 370,52 (363,93) verpflegte Kranke. Von je 1000 Einwohnern starben 10,99 (12,38).

Der Regierungsbezirk Wiesbaden hatte 93 (97) Heilanstalten mit zusammen 8699 (8236) Betten. Darin wurden 79 326 (70 392) Kranke verpflegt. Auf je 10 000 Einwohner kamen 67,03 (64,29) Betten und 611,^2 (549,27) verpflegte Kranke. Von je 1000 Einwohnern starben 11,31 (12,38).

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inem Seife steht und allmorgendlich mit seiner nnen aber durchdringenden Stimme meine feesten Träume zerreißt! Ich möchte wissen, eicher von geradezu teuflischer Grausamkeit be­eile Uhrmacher den ersten Wecker erfunden hat? nd ich hätte Lust, ihm noch nachträglich etwas asur anzutun! Wer keinen Wecker hat, oder wer, as noch besser ist, sich nicht wecken zu lassen raucht, weil ihm nicht die Pflicht, jeden Morgen u bestimmter Stunde aus den Federn holt, der anu sich das garnicht vorstellen, welchen Kampf an täglich mit diesem unerbittlichen Warner aus-

xMufechten hat. Und wenn eine gütige Fee käme, Vj Jie mir drei Wünsche freistellte, so würde mein .-...M^r dieser drei Wünsche sein, meinen Wecker für

mer in den nächsten Fluß versenken zu dürfen . . E £abei ist mein Wecker noch gar nicht einmal

saß ? ößlich Er gehört nicht zu den Fixkötern unter b ,A^ Weckern, die man* für drei Mark oder noch

Jn der Zeit von 21 bis 1925 (für 1926 und 1927 liegen noch keine Zahlen vor) haben sich die in den preußischen Heilanstalten vorhandenen Betten um rund 10 000 vermehrt. Die Zahl der in den Heilanstalten verpflegten Personen ist um rund 140 000 gestiegen. Gleichzeitig ist die Sterb­lichkeit nicht unbedeutend zurückgegangen. Wenn sich nun auch ein Zusammenhang der Vermehrung der Betten und der Verpflegten mit dem Rück­gang der Sterblichkeit statistisch nicht einwandfrei nachweisen läßt, so scheint ein gewisser Einfluß doch zu bestehen. Die nachstehenden Zahlen be­ziehen sich auf das Jahr 1925, während die ent­sprechenden Zahlen für 1921 in Klammern bei« gefügt wurden. In ganz Preußen gab es 2210 Heilanstalten (2218). Darin befanden' sich 214127 Betten (204 473). Es wurden an Kranken ver­pflegt: 1 884 417 (1745 682). Auf je 1000 Ein­wohner . kamen an Betten: 56,27 (54,04) und an verpflegten Kranken: 495,18 (461,36). Von je 1000

* Daten für Dienstag, 3. Januar. Sonnen­aufgang 8,5, Sonnenuntergang 16,4; Mondaufgang 13,11, 'Monduntergang 3,23. 106 v. Ch. Marcus Tullius Cicero in Arpium geb. (gest. 43 v. Ch.). 1803: die Sängerin Henriette Sonntag in Koblenz geb. (gest. 1854). 1829: der Philologe Konrad Duden auf Gut Bosfigt bei München geb. (gest. 1911). 1912: der Geschichtsforscher und Dichter Felix Dahn in Breslau gest.

* Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungs­kosten im Dezember 1927. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung undsonstiger Bedarf" beläuft sich nach den Feststellungen ^des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats Dezember auf 151,3 gegen 150,6 im Vor­monat. Sie ist demnach um 0,5 v. H. gestiegen. Bei den Ernährungsausgaben werden Steigerungen der Preise für Eier, Gemüse und Kartoffeln durch Nachgeben der Preise für Fleisch nur zum Teil aus­geglichen. Die Bekleidungsausgaben haben ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen: (1913 bis 1914 gleich 100) für Ernährung 152,8, für Wohnung 125,4, für Heizung und Beleuchtung 146,4, für Be­kleidung 155,7, für densonstigen Bedarf" ein­schließlich Verkehr 185,8.

*Durchdruck"-Telegramme. Vom 1. Januar 1928 an wird zunächst versuchsweise unter den nachstehenden Bedingungen zugelassen, daß der Absender eines Telegramms bet Aufgabe durch Fernschrecher gegen eine besondere Gebühr von seinem Telegramm einen Durchdruck verlangen kann: 1. Das Verlangen nach einem Durchdruck kann sowohl auf Zeit als auch im Einzelfall ge­stellt werden: in solchem ist es unmittelbar vor Beginn der Telegrammaufgabe auszusprechen, also schon auf die Meldung des Amts:Hier Tels- gramm-Aufnahmestelle" mit dem Worte:Durch­druck". 2. Der verlangte Durchdruck wird dem Tele­grammabsender unter Briesumschlag als Postsache in der Regel im Wege des nächsten benutzbaren planmäßigen BriefzupelMngL übersandt. Wünjcht der Absender die Zuführung auf andere bei Post­sendungen zulässige Weise, so muß dies beim Ver­langen des Durchdrucks besonders angegeben werden, z. V.Durchdruck telegraphenlagernd", Durchdruck Bote",Durchdruck Schließfach 2,33" usw. 3. Als Sondergebühr wird für jeden ein­zelnen Durchdruck ohne Rücksicht auf die Länge des Telegramms eine Gebühr von 20 Rpf. erhoben, womit auch die Zustellung durch die Post abge­golten ist. Wird die Zustellung durch besonderen Boten verlangt, so sind im Ortszustellbezirk weitere 30 Rpf. im ganzen also 50 Rvf. zu zahlen; hat die Zustellung nach dem Landzustellbezirk zu erfolgen, jo ist außer der Gebühr von 20 Rpf. der ent­stehende Eilbotenlohn, mindestens die TP.-Gebühr, zu entrichten. 4. Wird ein Durchdruck erst ver­langt, wenn die Aufname des Telegramms bereits begonnen hat, oder nachträglich, so handelt es sich um eine Telegrammabschrist im Sinne des § 23 der Telegraphenordnung, für die die Sonder-

gebühr mindestens 1.20 RM beträgt. Die Be­stimmung im § 24 der Telegraphenordnung, wonach die DRP. für Versehen bei der Aufnahme durch Fernsprecher nicht haftet, bleibt unberührt; Berichtigungen kann der Absender nach wie vor nur durch eine gebührenpflichtige Dienstnotiz (St- Telegramm) verlangen. *

* Die Silvesternacht vierlief hierorts allenthalben in schönster Harmonie. Wer es nicht vorgezogen hatte, den Eintritt des neue. Jahres im trauten Familienkreise am heimischen Herde gebührend zu begrüßen, kam in den zahlreichen Gaststätten und Sälen auf seine Rechnung. Im weiteren Freundes­und Bekanntenkreise wurde dort bei Sattenspiel und Becherklang das neue Jahr feucht-fröhlich zur Taufe gehoben und munteren Schrittes hineingetanzt in as große Ungewisse. Ueber Mangel an Stimmung konnte man sich nirgends beklagen, es fühlte sich alles als eine große Familie und ließ harmlosem Frohsinn die Zügel schießen. In den Sälen die Jugend, in den Gaststätten das gereifte Alter, bei e feierten auf ihre Art Silvester. Freudig erregte Ole« sfchter waren auf der Tagesordnung. Als dann die Mitternachtsstunde die Ankunft des Jährlings 1923 kündete, setzte eine kleine Wanderung zum Kirchplatz an, in dieProsit Neujahrs" mischten sich ernste Glockenklänge, Posaunenchöre erschollen vom hohen Kirchturm herab, mahnten zur stillen Einkehr. Mit den letzten Klängen fluteten die Scharen zurück in die gastlichen Stätten, in denen bald der Höhepunkt freudiger Begeisterung erreicht war. Noch wenige kurze Stunden, dann trennte man sich in dem Bewußtsein, es an nichts fehlen ge­lassen zu haben, das Neue Jahr gebührend zu begrüßen. Der Neujahrsiporgen sah denn auch viel­fach reichlich mitgenommene Gesichter, denn allzu­schwer waren mitunter die Strapazen, denen man sich freudigen Herzens am Vorabend unterzogen hatte. Die üblichen Gratulationsbesuche wurden erledigt, dann traf man sich an liebgewohnten Stät­ten, um nochmals der schönen Stunden der Sil­vesternacht zu gedenken und gemeinsam fröhlich zu sein am ersten Tage des neuen Jahres, nachdem man bereits am Vormittag gleich am Vorabend dem Lenker der Welten im dichtbesetzten Gottes­haus feinen Dank abgestottet hatte. Schnell flossen die Stunden dahin und früher als gewäl;nlich trennte man sich am Abend, Gott Morpheus er­heischte sein Opfer und ein in den letzten 24 Stun­den über Gebühr geschontes Möbelstück machte ge­bieterisch seine Rechte geltend. Jetzt liegt es nur noch an1928" sich für den ihm zuteil gewordenen freundlichen Empfang erkennttich zu zeigen. Wir alle wollen es hoffen.

Verdingung von Fuhrleiftuugen. Die hiesige Kohlenkasse vergibt das Ausfahren von Kohlen und Briketts für das Jahr 1928. Geschlossene Offerten sind an Herrn I. Häfner, Iägergasse, der nähere Auskunft erteilt, bis zum Mittwoch, 4. Januar, zu richten.

* SegelklubGuk Holz". Die Jahreshauptver­sammlung findet am Samstag, 14. Januar, im Ver­einslokal, statt. Die Tagesordnung wird in der Ver­sammlung bekanntgsgeben. Schriftliche Einladungen ergehen noch. Der Jahresversammlung voraus geht am Mittwoch, 11. Januar, eine Vovstandssitzung.

* GeflügelzuchlvereinGermania". Die General­versammlung findet am kommenden Samstag, 7. Januar, abends 8 Uhr, im Vereinslokal statt. Tagesordnung wird in der Versammlung besannt gegeben. EvtL Anträge müssen bis spätestens Mitt­woch, 4. Januar, beim Vorsitzenden eingereicht werden.

* 81. Geburtstag. Arn vergangenen Samstag feierte Frau Maria D r e u t h, Hanauersttaße 69, in körperlicher Frische ihren 81. Geburtstag.

* Aamilienabend derSängerlust". Der GV. Sängerlust" beabsichtigt in Kürze einen seiner be­liebten Familienabende zu veranstalten. Die Vor­bereitungen sind bereits in vollem Gange. Nähere Einzelheiten folgen an dieser Stelle.

* Theaterabend derEintracht". ~ 2tuf den am kommenden Sonntag, 8. Januar im Saale des Gast­hausesZur deutschen Einigkeit" (Ruppert) statt« findenden Theaterabend des GesangvereinsEin« tracht" sei nochmals hingewiesen. Das Programm wurde an dieser Stelle bereits veröffentlicht, doch wird in den nächsten Tagen noch einmal auf nähere Einzelheiten eingegangen werden.

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Roman von 3. Schneider-Foecstl. rheberiechisschutz durch Verlag Osh. Meister, Werdau.

rb aHW7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

-Er wirft ihn ab, Pater!" schrie sie entsetzt. Im itilckci^è n^u Augenblick hatte der Wagen die Anhöhe An ihnen vorbei raste das Pferd heim- âwcirtt-, ohne Reiter im Sattel.

»Fahren Sic, was Sie können!" rief der Störn« Werzienrat dem Führer zu.

- Der Wagen schoß in langen Sprüngen vorwärts. Dort!" schrie Petersen. Auch der Chauffeur

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i bereits gesehen, daß ein Körper auf dem u>^ M indamm nahe dem Flusse lag. Mit einem mäch-

» veni ^tUsse iuy. einem >huu/

Ruck hielt der Wagen. In langen Sprüngen I*- M°e Petersen nach der Stelle.Holen Sie Dr. So""' Morsten," rief Sona dem Chauffeur zu und lief Wann ihrem Vater nach.

®en Kopf nach abwärts lag Helbing in dem Aus einer klaffenden Wunde, nahe Ken «chläfen, schoß das Blut und tränkte den Bo- ringsum. Mit einem Iammerlaut sank Lona s ihm nieder. Petersen hob Helbings Haupt elg^Kr eÄe es in ihren Schoß. Sein Blut rann auf - Ne«: ihre Hände und rötete die Steine neben»

e ei^ ^: ^rr Kommerzienrat war an den Fluß hinab- leh^kâstfungen und brachte sein mit Wasser getränktes und" uns -^' um das Blut zu stillen, aber es rann n flirt ° rieselte unheimlich weiter. Helbings Augen ich""' Kn geschlossen, das Gesicht schneebleich bis in die enh"V R,uu^' Regungslos lagen die Arme zur Seite. zeigte, ob noch Leben in seinem Körper war. â,"Dein Taschentuch," bat Petersen und eilte bann Spitzentüchlein wieder Hinab an den Reih- ^ö^^d Lona das ihres Vaters gegen en * n-ngs Wunde preßte.

1 ,fi[,?7rü^ preßte der Kommerzienrat sein

n, K an die Stelle, wo Helbings-Herz lag.

stöhnte er wimmernd auf.

Helk!n r! schrie Sona entsetzt und beugte sich zu Ä N L ^' herab. »Lieber! - Liebster! - 0 Gott, so grausam kannst du N nicht strafen wollen. 1 Nimm mein Leben leine! Sühnen will ichi Auf nacktem

tr ^ nuch, nd 'iir das .crluff1®

tsetzt und beugte sich zu Lieber! Liebster! O Gott, so grausam kannst du timm mein Leben

Boden will ich schlafen, hungern und frieren will ich, nur laß ihn leben!"

Lona!" bat Petersen verzweifelt.

O, Vater, was ist all' meine Reue! Mit meinen Händen würde ich ihn aus der Erde scharren, wenn er verschüttet wäre. Auf den Knien wollte ich ihm dienen, wenn er lebte!"

Dann kam der Wagen, der Karsten brachte. In großen Sätzen mit keuchendem Atem kam der Dok­tor den Hang herab. Er kniete, ohne auf seine Um­gebung zu achten, nieder und riß Helbings Rock auf. Er horchte mit allen Sinnen gespannt.

Das Herz schlägt noch!" sagte er erschüttert. San Sonas Sippen kam ein leiser Ruf! Petersen wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und schluchzte unterdrückt auf.

Lassen Sie mich Hans mehr in ihren Schoß legen, gnädiges Fräulein. Ganz vorsichtig, Herr Kommerzienrat," bat er, als Petersen ihm dabei behilflich war.Wenn er nur erst den Transport überstanden hätte." Mit weichen, behutsamen Hän­den legte er Helbings Kopf etwas zur Seite und machte einen Notverband.

Ist die Wunde lebensgefährlich?" frug der Kom­merzienrat angstvoll.

Ja! Es scheint, daß er auch noch schwere innere Verletzungen davongetragen hat." sagte Karsten mit merklich schwankender Stimme.Vorläufig habe ich gar keine Hoffnung auf Rettung. Es kann noch einige Stunden dauern! Vielleicht kommt das Ende heute Nacht!" Er fuhr schwer atmend über die Stirne, auf der dichter Schweiß stand

Lona starrte ihn entgeistert an und hob wie ab­wehrend die Hände.

Verhalten Sie sich ganz ruhig, Fräulein Peter­sen", mahnte KarstenAuch die kleinste Bewegung kann von Unheil sein. Lene sagte mir, daß Hans mich sprechen wollte, aber ich war unglücklicher­weise nicht zu Hause. Hat es irgendwie etwas gegeben, Herr Kommerzienrat?" fragte er und sah Petersen scharf ins Auge.

Petersen nickte und erzählte kurz.Ich bin ihm nachgefahren, um ihm den Schimpf, den ich ihm angetan habe, abzubitten," sprach er anfügend,und habe dadurch das Unglück.verschuldet."

Erst jetzt sah Karsten, daß der Kommerzienrat in Frack und Weste war.

Wir bereuen immer erst, wenn es zu spät ist!" sagte der Doktor.Ich auch! Ich habe von der Sache

gewußt und schwieg, weil er mich darum bat. Wenn ich zur rechten Zeit gesprochen hätte, wäre das alles ungeschehen geblieben."

lieber Sonas Mund stahl sich kein Laut. Ihr Gesicht war so weiß wie das Helbings, in welches sie unverwandt blickte. Keine Muskel ihres Körpers regte sich.

Dann kamen die Träger, die Sarftenjn der^Cile bestellt hatre. Simmen war dabei und Ferdl. Sim­men entblößte das Haupt und meinte haltlos, wie ein Kind, in seine Hände. Der Ferdl aber muhte seinem Unmut Luft machen.

So viel Spitzbub'n lauf'n umanand'" sagte- er zornig,und koan passiert was! Bloß die Guat'n müss'n alleweil d'ran glauben, daß ja nöt zuviel brave Leut' gibt auf der Welt."

Behutsam^nahmen sie Helbings Körper aus. Schritt für Schritt, um auf dem steinigen Boden jede Erschütterung zu vermeiden, stiegen sie den Hang hinauf. Erleichtert atmete Karstèn auf, als sie die Straße erreicht hatten und Helbing auf dem federnden Krankenwagen lag. Der Chauffeur wartete unweit davon mit dem Wagen. Karsten erklärte, er werde mit den Trägern gehen, falls seine Anwesenheit unterwegs nötig sein sollte. Als Petersen schweigend in sein Auto stieg, bat der Doktor:Bitte tcle^onb-CH sie sofort um eine Schwester, Herr Kommerzienrat!" Dann näher an On berantretend.- nn Sie Pfarrer Schmitt oer- ständiMt wollten, wäre ich Ihnen sehr dankbar!"

Sona hatte die Worte ausg.-sanfte ' uf chluch- 3 :d legte sie den Kopf gegen . n Wagenschlag. Petersen hob sie hinein. Fast lautlos glitt dieser in den Sommertag hinein. Von ' n Feldern feer» über klang das Lachen der Erntearbeiter und schnitt Sona ins Herz. Sie saß auf dem Rücksitz

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- auf der

Landstraße die immer kleiner wurde und dann bei einer Biegung ganz verschwand. Ihr war, als läge tiefdunkle Nacht über der Erde, als würde es niemals mehr Licht und Sonne für sie geben, -ie hörte i . was Pet 'ien k- - > sah nur

imu. r zwei geschlossene Augen in einem blassen,

tuküberströmten i ^sts und klangen Ka.''ens Worts,wir

- 'chen bereuen

hinein tmm : Wag^n,

erft wenn es zu spät ist". Tam. hielt der

" ersen sprang^ heraus und sagte hastig:Ich will um eine Schwester .telephonieren und Beh­rens verständigen, daß er sein Zimmer bereit hält,

wenn du zu ^arrer Schmitt fahren wolltest, Lona wir dürfen keine Zeit verlieren!"

Sie nickte. Während der Kommerzienrat in die Villa eilte, schoß das Auto von neuem dahin, seinen Weg nach dem Pfarrhof nehmend.

In seinem großen, kühlen Studierzimmer mit den mächtigen Bücherregalen an den Wänden und dem großen, runden Eichentisch in der Mitte, stand Pfar­rer Schmitt mit Kooperator Ellermann. Schmitt schlug eben ein ledergebundenes Buch auf und drückte Ellermann mit der einen freien Hand in einen bequemen Lehrstuhl.

Tu' dich setzen, Ludwigs, und ich diktiere dir nachher, strengt's dich nicht so an und ich mein halt immer, es wär' besser, wenn i^ Amt und Predigt halten würde, und du tust die Frühmess' lesen.

Der Kooperator sah ihn bittend an.

Es ist ein Kreuz! Ich kann halt nicht nein sagen, wenn du mich so anschaust, Ludwigl. Pro­bierst es halt in Gottes Namen! Wie willst denn die Predigt einleiten?"

Mit Christi Worten: «... denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde!" erwiderte Eller­mann. Ein trockenes Hüsteln kam aus feinem Munde und seine Stimme hatte einen ungewohnten heiseren Klang. Besorgt sah ihn Schmitt an.

Im gleichen Augenblick hielt vor dem Hause Petersens Straftmagen. Lona sprang heraus und eilte ins Innere. Sie hörte im Studierzimmer sprechen und trat hastig ein. Hatte sie geklopft? Sie wußte es nicht. Schmitt sah erschrocken auf, ' das Wort erstarb ihm auf den Lippen, als er in Sonas bleiches, verstörtes Gesicht sah Ellermann entfernte sich schweigend.Was mochte es da ge­geben haben? War der Kommerzienrat plötzlich erkrankt? Hatte sich in der Fabrik ein Unglücksfall errechnet?"

Lona, was ist denn passiert?" frug Schmitt be­stürzt, als sie nicht Anstalt machte, zu sprechen. Komm, tu dich setzen," sagte er liebevoll.

Sie schüttelte den Kopf.Herr Pfarrer, der He Direktor ist tödlich verunglückt! Sie möchten kommen!" entrang es sich mühsam ihren Lippen.

O, du lieber Gott! Du lieber Gott! Lona, ist denn das möglich? Ich tug le'ch kommen, gelt gleich!" Und als sie noch immer starr und regungslos stehen blieb, sagte er mit, herzlicher Teilnahme:Gelt, tust dich recht grämen um den Herrn Helbing, du arin's Kind'l?"

(Fortsetzung iolat).