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Montag den 2. Zaunar 1928
Nr. 1
Aus etter Wett.
Die Berufsgliederung in Deutschland.
Nach der neuesten Berufs- und Betriebszählung entfallen im Deutschen Reich auf die Land» und Forstwirtschaft 14 373 256, auf Industrie und Handwerk 25 780 831, auf das Handelsgewerbe 5 172 724, auf das Verkehrswesen 4 162 546. auf das Gastwirtschaftsgewerbe 1004 817, auf die Verwaltung 1544 034, auf das Versicherungswesen 221 889, auf Erziehung und Unterricht 770 694, auf das Gesundheitswesen 964 703, auf Haus- und Gelegenheitsarbeiter 1910 258 Personen. Interessant ist die Feststellung, daß von der Gesamtzahl der Erwerbstätigen (rund 32 Mill.) fast 11,5 Mill, auf weibliche Berufsarbett entfallen. Diese ist vor allen in der Landwirtschaft (rund 4,9 Mill.) und im Hausange» stellten-Dienst (etwa über 1 Mill.) vertreten. Aus der Uebersicht ergibt sich weiterhin, daß beinahe ein Viertel der gesamten Reichsbevölkerung in. der Land- und Forstwirtschaft tätig ist.
Gaskrieg chou im 13. Jahrhundert.
Ben Akibas allzu oft zitiertes Wort, daß alles schon einmal da gewesen ist, soll, wie man jetzt herausgefunden haben will, auch für den modernen Gaskrieg gelten Als die vereinigten Heere der Mongolen und Dartoren über Europa bereinbrachen und im 13. Jahrhundert sengend und brennend von Polen aus Schlesien überschwemmten, bedienten sie sich, wie die Ehr^nisten der Zett zu berichten missen, auch einer Maschine, die m Aprl 1241 in der Schlacht auf der Wahlstatt, neun Kilometer von Liegnitz, dazu brente giftige Gas« gegen die oorbringenbe Reiterei der deutschen Ritter, Polen und Sch.esier zu entsenden. Wenn man den Chronisten Glauben schenken darf, io handelte es sich dabei um Stinkaase, die einen so unerträglichen Geruch verbreiteten, daß die feindlichen Retter zum Ruckzug aus der vergasten Zone genötigt waren.
Sin neuer angeblicher Raubüberfall.
Berlin, 1. Jan. Ein angeblicher Raubüberfall beschäftigte das Raubdezernat der Kriminalpolizei am Neuiahrstage. In dem Hause Christtaniastratze 41 wurde nach seinen Angaben heute abend nach 7 Uhr der 25jährige Kaufmann Leo Schubert, der in Abwesenheit seiner Eltern allein in der Woh. Ming war, überfallen und braubt Schubert wurde aefesielt und mit einer Kopfverletzung in der Küche der elterlichen Wohnung aufgefunben. Er hatte einen jungen Mann, der arbeitslos war, heute zu sich gebeten, um ihm Kleidungsstücke zu über, geben, und ist angeblich von diesem mit einer Dase niedergeschlagen, gefesselt und beraubt worden. Die Kriminalpolizei ist mit der Klärung des Tatbestandes beschäftigt
Schwerer Aukomobilunfall bei Magdeburg — 2 Tote, 3 verletzte.
Auf der Chaussee Berlin-Magdeburg ereignete sich am Reujahrstage in der Frühe ein Autounglück, das zwei Menschenleben forderte. Zwischen den Orten Möser und Gerwisch fuhr ein mit fünf Personen besetzter Vrivatkrastwagen mit solcher MucU gegen einen Baum, daß das Auto umgeworfen und die Jasasien auf die Chausiee geskssieudert wurden Der Grenadier Günther Bernhard vom (Brenabierregiment Nr. 9 in Potsdam und seine
Schwester Bertha Bernhard aus Magdeburg waren sofort tot. Schwer verletzt wurde der Chauffeur und zwei Damen, sämkttch aus Magdeburg. Die drei Verletzten wurden nach einer Privatkttnik in Magdeburg geschafft, die Leichen der Toten nach der Leichenhalle in Cörbelitz. Das Auto ist vollständig zertrümmert. Die auf so tragische Weise ums Leben Gekommenen befanden sich auf der Rückfahrt nach Magdeburg.
Zeitunglesen al» Schulfach.
Nach einem Kopenhagener Telegramm wurde in einem Kopenhagener Gymnasium das Zeitung- lesen als Schulfach eingeführt. In den oberen Klassen werden mehrmals in der Woche die Tageszeitungen durchgegangen. Sirtitel werden be- sprachen und nicht nur zu Auffätzen, sondern auch zu Briefen benutzt, die die Schuler an die Der- fasier der Artikel zu schreiben haben.
Gleichzettig haben die Gemeindeschulen Dänemarks eine Jntelligenzprüfung der Schüler nach amerikanischem Muster vorgenommen und dabei konstatieren können, daß die dänischen und besonders die Kopenhagener Kinder den amerikanischen überlegen f^ien.
Körperbewegung gegen Kurzsichtigkeit.
Durch eine neue Mechode sucht der amerikanische Arzt Dr. Wiener eine Besserung der Kurzsichtigkeit zu erzielen. Es hat sich nämlich im Verlauf seiner vor kurzer Zeit ausgeführten Untersuchungen gezeigt, daß Adrenalin, der von den Nebennieren- brüfen des Menschen erzeugte Stoff, auf das kurzsichtige Auge sehr günstig einwirkt — aber nur dann wenn der Patient sich viel körperliche Bewegung in frischer Lust verschafft. Den guten Einfluß der Körperbewegung auf die Kurzsichtigkeit erklärt der Forscher, wie die Pharmaz. Breffe mit» 'teilt damit, daß vermehrte körperliche Uebungen die Nebenniererchrüsen zu einer Steigerung der Adrenalinerzeugung reizen, wie denn auch vermutet werden kann, daß die niedergebeugte Kör» Verhaftung, die der Kurzsichtige bei der Naharbeit, beim Lesen oder Schreiben einnimmt. die Adre- nasinbildung vermindert. Der deullich wahrnehm- bare günstige Einfluß, den die durch die Körperbewegung erzielte Vermehrung der AdrenalinbU- bung auf die Kurzsichtigkeit ausübt, veranlaßte auch Versuche, bei denen das kurzsichtige Auge
Auch die Hofe aufzubügel« muß gelernt sein.
durch Einträufeln von Adrenalin behandelt wurde, und auch diese 'Versuche ergaben so gute Resultate, daß man den weiteren Fortschritten der neuen Behandlungsweise wohl mit großer Spannung entgegensetzen kann. Jedenfalls stellt die möglichst reichliche Avdenalinbildung im Körper des kurz, sichtigen Menschen einen wichtigen Heilfaktor dar.
Gvvechfaal.
(Unter Veranrwortung des Einsenders.) Die vorstadtschmiede.
Früher hat der Vorstadtschnned entsprechend dem Pmtze der ihm zur Verfügung staub einfach sein Handwerk auf der Straße ausgeübt Der Verkehr war damals noch nicht so entwickelt wie heutzutage. Heute im Verkehrszeichen der Autos dürfte es doch endlich an der Zeit sein, daß di« Stadt Hanau Sorge trägt, so ungern man sich vom Allen trennt, diese Vorstâdtschmiede an einen anderen Platze erstehen zu lassen. Vor der Schmisde steht noch immer der einsame Pflock auf dem Bürger- steig. Wenn die Herrn Stadtväter manchesmal die Anrsmpelungen des Plackes aushallen sollten, denen sich das Pu^'i'um so manchesmal schon aus- setzen mußte zur Nachtzeit, dann wäre vielleicht schon das Ende der Schmiede besiegelt. Um dies« Anrempelungen ftattfiniben zu lassen, braucht man nicht immer im Banne des Alkohlos zu stehen, denn unser Herrgott hat nicht jedem ein so gutes Augenlicht gegeben, um solche einsamen Hindernisse mit» ten auf dem Bürgersteige sogleich erkennen zu las» sen. Wenn Hanau in so großzügigem Zuge der Neu- zett gefolgt und sich immer mehr dem Gebilde der GroßstM nähert, so bürste diese Vorstadtschmisde an einer so verkehrsreichen Straße und noch dazu an einer so gefährlichen Stelle zwischen zwei Stra- ßenkurven, ^iüem da noch dm größten TeU des Tages vor den Gasthöfen zu den „Drei Hasen" und dem „Goldenen Faß", Fuhrwerke hallen, doch so bald wie möglich im Interessen der öffentlichen Sich erhell überflüssig sein. Es ist geradelt lebensgefährlich, wenn man die Fahrbahn der Straße benutzen muß, um die, vor der Schmiede wartenden Pferde sowie Wagen zu umgehen, umsomehr, da diese Straße den ganzen Tag von Fahrzeugen aller
(„Svenska Dagbladet").
Art sowie der Straßenbahn befahren wird. $, 6 Mißstände werden immer in Erscheinung trett I jemehr sich die Stadt Hanau mit dem Gedanken „ ( traut macht, die Aufsttegsmöglichkett der E,, nach dem Westen derselben zu verlegen. Es dii^ die höchste Zeit sein, daß unser Stadtparlament U mit diesen Mißständen einmal besaßt und bei tll gern guten Willen wird wohl eine Lösung zu, streben fein.
Einer für Stele.
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Metamorphose des Lichtes.
Auf der kleinen Straßemufel der Bruchköbz 5 Landstraße, unweit der „Patrontasche", stand q " Laterne, die aus ihren elektrischen Lichtbündein, k abend« und allnächllich ihre Helligkett verbreilj „ Ein großer TeU der Bruchköbeler Landstraße, i Körnerstraße und des Fasaneriewegs wurde r, ihr, gewiß zur Freude Dieter Bewohner bi^ Stadtviertels erleuchtet. K
Nun ist sie durch eine Gaslaterne ersetzt «^ & den. Ich fragte nach dem Grunde dieser Bech F derung und erfuhr, daß man sparen wolle. Der« gi elektrische Lampen bedienende städtische Anges» Sc
sollte ab gebaut werden. $i
Es ist nicht anzunchmen, daß durch diese M^ xt nähme wirklich etwas gespart wird. Und wenn- Bi schon der Fall wäre, so könnte doch wohl das & rn und Ausgehen der elektrischen Lampe durch ö P
uno Lusge^en Der ALrrrlfcyen isampe ourcy eil automatische Vorrichtung vom Elektrizitätswerk g besorgt werden. Die Wisdereinrichtung non G latenten muß als ein Rückschritt angesehen weck?! Die Bruchköbeler Landstraße hat sich immer mP zu einer Autostraße großen Stils ausgewachs« Das Gaslicht mit seinem trüben Schein verweh die Unsicherheit des Verkehrs in beträchtlicher Weh Es mutet seltsam an, wenn in einigen Stadtviertt ° die neuzeitliche Beleuchtung eingführt wird und ®
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der« Stadtteile kümmerlich versorgt werden. Was |i f bewährt hat — und das ist sicherlich die Laterne r der Nähe der „Patrontasche" gewesen — das s, k man nicht wieder aus der Well schaffen. Aber mc richtet sich, scheint's, lieber nach den Beschlüssen M heiligen Bürokratius, vom dem man schließlich au noch die Umwandlung des elektrischen Lichter i f Petroleumfunzeln erwarten kann. CioiL H
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Rundfunk-Programme
Frankfurt (428.6 Meter) und Castel (272.7 MM:
Moalag den 2. Januar.
1.30—2.30 Uhr: Mittagsständchen der Kassels Hauskapelle. — 3.30—4 Uhr: Stunde der Iumü Lehrer Fr. Voigt: »Abenteuer mit Löwen in SÄ
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>igt: „Abenteuer mit Löwen in SÄ Q 4.30—5.45 Uhr: Konzert des RuÄ W 'Ala hat* STQnAö __ R 1__RK
afrita*. — - funkorchesters: Die Oper der Woche". — 5.45—6A Uhr: Die Lesestunde, aus dem Roman „Aus
Einer' von Fr. Th. Vischer. — 6.15—6.30 W Vereinsnachrichten und andere Mitteilungen. 6.40—7.10 Uhr: »Buddha und Mahavira, ÄkU. trag. — 7.15—7.45 Uhr: „Der Sport als MiitUM
zum 7.45-
sweck oder als Rekordjagerei", Vortrag. -ML 1.15 Uhr: Englische Literaturproben. —
Uhr: „Der Feldprediger", Operette in drei MWr- von Karl Millöcker. — Anschließend: Schallplatte^ M Konzert.
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