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Montag oea 2. Januar 1928

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Seite 2_________________________________ d igung als gleichberechtigtes ©iUb in den Rat der'ker geführt haben. Aber 1928 ist zugleich an Großwahljahr für ganj E:^pa, für üte A'le und auch für die Neue Welt! Ob die politische Be- riedung Europas, die wirtschafüiche Verständigung - ner Volker, sich in einem fchue l.rn oder lang- amern Tempo vollzieht, wird der Ausfall der Wah­len des Jahres 1928 die gewollt oder ungewollt d:e Annäherung der Völker beichleun^m oder hemmen werden, in entscheidender Well« mitbestimmen. Die Deutsche Volkspartei, die tm verlogenen Jahr das 60jährige Jubiläum der Nationalliberalen Partei feiern konnte, wird den großen nationalen, liberalen und sozialen Traditionen ihrer Vergangenheit treu bleiben.

Die Deulschnationalen.

Der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Graf Westarp, sagt unter dem Titel: Weg und Ziel u. a.:Wo steht mein Bataillon?"' So fragen beim Abschied des Jahres, die für die Freiheit der Nation gefallen sind. Wir haben Rechenschaft zu geben und scheuen sie nicht. Trotz des sichtbaren Druckes der äußern Fesseln ist es volksfremdem Geist gelungen, die Befreiungssehnsucht weiter Schichten abzulenken auf verbissenen Bruderkamps aller gegen alle. In der Jagd nach materiellem Er­werb drohen lebensbejahende Kräfte mehr und mehr zu versinken. Damit wird unser Volk vollends Opfer seiner offenen und versteckten Feind«. Wir begnü­gen uns darum nicht mit einem Notprogramm zur Reichs- und Verwaltungsreform, sondern rufen auf zum Einbau unsrer Gedanken in die Verfassung, die lebendigem Fortschreiten Raum geben muß. Wir müssen uns gegen den Marxismus stellen. Gottesleugnung steht auf seinem Gesicht. Uns treibt zur Abwehr die Erkenntnis, daß vor dem Versinken in das Nichts nur das Gebundenfein an göttliches Gebot und der sieghafte Glaube an gött- liche Fügung retten kann. Darum fordern wir für unsre Kinder die Betreuung durch die christlichen Hcilslchren. Wir haben uns zu lange daraus be­schränkt, Verteidiger des Christentums zu sein. Wir müssen im Sa mpf um den lebendigen Glauben zum Angriff schreiten. Der Wettstreit der Konfessionen stärkt unsre Kraft, wenn er von kleinlichem Hader freibleckt.

Das Zentrum.

Reichskanzler Dr. Marx gibt für die Zentrums- Partei eine Nujahrsparole aus, in der es heißt:

Das verflossene Jahr hat uns auf dem Weg des Wiederaufbaus unverkennbar ein gutes Stück weitergebracht. Wir wollen hoffen und wünschen. Laß am 1. Januar 1929 das gleiche gesagt werden kann. Das kommende Jahr ist ein schicksal- schweres! Es ist ein Jahr der Wahlen. In Deutschland, Frankreich und Amerika finben Neu- wählen der Parlamente statt. Alle sind von größ­ter Bedeutung für Deuffchlands Zukunft. Das deutsche Volk wird sich entscheiden müssen, ob die Mehrheit des künftigen Reichstages aus Männern und Frauen besteht, die, von ernstem Beranrwort- lichkeitsgefühl getragen, nur das beschließen, was notwendig ist zur Förderung des Allgemeinwohls, dies beschließen ohne Rücksicht auf engherzige In- teresfen von Stand oder Beruf, unbekümmert um Lob oder Tadel kurzsichtiger und selbstsichtiger Volkskeife, nur beseelt von dem Entschluß, unserm armen deutschen Volk voranzuhelfen, bereit, ollen Parteihader und Snfereffen rümpfe beffeitezustellen, entschlossen, die republikanische, Lurch die Verfass sung von Weimar geschaffene Staatsform zu ehren und zu schützen.

Die Demokraten.

In der Neujahrenummer Les Demokratischen Zeitungsdienstes veröffentlicht der Vorsitzende der Deutschen Demokratischen Partei, Erich Koch- Weser, einen Aufsatz, betitelt Die Deutsche Schick­salsfrage. Er führt darin unter anderm aus:

Drei Richtungen suchen sich im staatlichen Leben durchzusetzen: Reaktion, Revolution, Evolution. Wird es Deutschland gelingen, zwischen der Szylla der Revolution und der Charybdis der Reaktion Len Weg zur Evolution zu finden? Das ist die große Schicksalsfrage, die an das deutsche Volk im neuen Jahr gestellt werden wird. Im kommenden Jahr bei der Reichstagswahlen wird es sich fragen, ob das deutsche Voll den reaktio­nären Mächten sein Vertrauen schenken oder sich Ler Evolution anvertrauen will. Nur eins ist in dieser Zeit des Rückschritts jedermann klar ge­worden, der sehen kann. Je mehr man die So- zialdemo kratie bekämpft, umso stärker wird sie und um so unmöglicher wird es, ohne sie zu regieren, aber zugleich: je mehr man sie bekämpft, um so radikaler wird sie, und um so schwieriger wird es, mit chr zu regieren. Das ist das Unheil- volle Ergebnis des letzten Jahres.

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An die Reichswehr.

Berlin, 31. Dez. Der Recks Präsident hat an die Wehrmacht folgende Neujahrswünsche gerichtet:

An die Wehrmacht!

Der deutschen Wehrmacht rufe ich zum Jahres­wechsel meine herzlichsten Grüße und Wünsche zu. Der feste Wille zur treuen Pflichterfüllung für das Vaterland wird uns wie bisher, auch im neuen Jahrs unseren Weg vorzeichnen.

Der Reichspräsident. gez. v. Hindenburg.

Berlin, 31. Dez. An die Reichswehr sind fol­gende Neujahrsgrüße ergangen:

An die Reichswehr!

Die Reichswehr wird weiter ihre Pflicht tun wie bisher und den Glauben an Deutschlands Aufstieg stärken helfen. Dank und herzlichen Neujahrswunsch jedem Angehörigen der Reichswehr!

gez. Dr. Gehler, Reichswehrminister.

An das Reichsheer!

Allen Angehörigen des Reichsheeres spreche ich für die treue Pflichterfüllung im vergangenen Jahre Dank und Anerkennung aus und rufe ihnen zum Jahreswechsel ein herzliches Glückauf zu.

gez. Heye, General der Infanterie und Chef der Heeresleitung.

An die Reichsmarine!

Dank und Anerkennung für die im verflossenen Jahre geleistete pflichttreue Arbeit.

Beste Wünsche für eine kräftige gesunde Weiter­entwicklung auch im kommenden Jahre zum Wohle unseres Vaterlandes.

gez. Zenker, Admiral und Chef der Marineleitung.

VavSev Gilbest Ms Festsetzung des Endsumme

London, 1. Jan. Wie aus Washington gemeldet wird. Katte der Generalagent für Reparationen,

Vviand über die eueopSi-Ee

VoSLiis

Das rtheknlandvvoblem ist im Augenblick nicht aktuell."

Berlin, 31. Dez. Aus Anlaß des Jahreswechsels hat der französische Minister des Auswärtigen, Briand, dem Pariser Berichterstatter derVoss. Zeitung" ein Interview gewährt, in dem er sich zu den wichtigsten Problemen der euröpäischen Politik äußerte.

Er bezeichnete es als seinen sehnlichsten Wunsch für das neue Jahr, daß das große Werk der Wie- oerannäherung der Völker unter der Aegide des Völkerbundes mehr und mehr seiner Vollendung entgegenreift. Das gilt, führte der Minister u. a. aus, insbesondere von der Politik der deutsch-fran­zösischen Wiederannäherung, die ich zusammen mit Herrn Stresemann inauguriert habe und von der ich hoffe, daß sie im Jahve 1928 eine konsequente Weiterentwicklung erfahren wird.

Im Anschluß daran wandte sich der Minister in eingehenden Ausführungen gegen die Kritik, die von französischer Seite an seiner Politik geübt wor­den sei. Deutschland sei ein großes Land. Man könne ein Volk von mehr als 60 Millionen Men­schen nicht einfach übergehen. Mit dem Besiegten zu verhandeln, zu versuchen, ihn zum Freunde zu gewinnen, sei für Len Sieger die einzig mögliche, die einzig gute Politik.

Die Frage der Eventualität einer vorzeiti- g e n Räumung der Rheinlande war Briand sichtlich unerwünscht.Das Rheinland­problem", erklärt er,ist im Augenblick nicht attuen (!!?) Es dürfte sich deshalb er übrigen, darauf heute zurückzukom­men."

Aus ein anderes Thema überspringend gab Briand dann der Hoffnung Ausdruck, daß der zwi­schen Frankreich und Amerika in Aussicht genom­mene Vertrag, der den Krieg für ungesetzlich er­klärt, 1928 zustande kommt und durch den Beitritt anderer Länder beträchtlich erweitert wird.

Der Berichterstatter wies dann auf Litwinows raidkalen Entwaffnungsoorschlab in Genf hin^ woraus Briand erklärte:Mit dem gleichen Recht könnte man behaupten, daß man nur die Gefängnisse schließen müsse, um die Verbrechen auszurotten. Damit will ich jedoch keineswegs sagen, daß ich der Idee einer allgemeinen Abrüstung ab­lehnend gegenüberstehe. Im Gegenteil, der Artikel 8 der Dölkerbundssatzung hat eine internationale Forderung daraus gemacht, die unbedingt verwirk- lichr werden muß. Frankreich hat sein Möglichstes getan, um auf dem Gebiete der Abrüstung mit gutem Beispiel voranzugehen. Weiter erklärte Briand, der Verzicht auf jede Rüstung wäre Un» sinn. Weitere Beschränkungen würden möglich sein in dem Maße, in dem die Sicherheit der einzelnen Länder und die Garantien für die Durchführung der vom Völkerbund gefaßten Beschlüsse Fortschritte machten. Es genüge nun einmal nicht, daß ein Ge­richtshof ein Urteil fällt; es bedürfe daneben noch der GendarNien,"üm 'd'e Vollstreckung dieses Urteils sicherzustellen.

Im Zusammenhang mit dem Abschluß des fran« zösisch-sudslawischen Vertrages gab Briand der

Parker Gilbert, am Samstag eine Aussprache mit Schatzsekretär Mellon. Die Unterhaltung bezog sich auf die Durchführbarkeit des Dawesplanes im Zusammenhang mit dem letzten Bericht des Repa­rationsagenten. Parker Gilbert vertrat die Ansicht, daß eine Lösung des Reparationsproblems nicht zu erreichen sein werde, bis eine feste Summe der von Deutschland zu leistenden Reparationszahlungen vereinbart worden sei und Deutschland seine Bereit­willigkeit zur freiwilligen Tilgung dieser Schuld er­klärt habe, di« ausländische Ueberwachung Deutsch­lands hätte dann aber wegzufallen. Parker Gilbert lehnte es ab, über seine Besprechung irgendwelche weiteren Erklärungen abzugeben und verwies nur darauf, daß er seine Ansicht in dem letzten Bericht bargelegt habe.

RekchstassvEdent Löbe ru den ^vkseugevüchten

Berlin, 31. Dez. Das VDZ-Büro meldet: Ein Berliner Abendblatt veröffentlicht eine Aufsehen erregende Nachricht über einparlamen­tarisches Komplott" gegen den Reichskanz­ler Marx, zu dem sich prominente Führer der Sozialdemokratie, der Demokraten und des Zen­trums zujammengefunden haben sollen, mit dem Ziele, die gegenwärtige Reichsregierung zu stürzen und noch vor den Wahlen eine Regierung der Großen Koalition eventuell sogar mit Einschluß der Wirtschaftspartei, zustande zu bringen. Da in der Festwoche di« Mehrzahl der maßgebenden Parla­mentarier von Berlin abwesend ist, lassen sich er« fahrungsgemäh derartige Gerüchte dann nur schwer nachprüfen. Das Nachrichtenbüro Les VDZ hatte jedoch Gelegenheit, den Reichstaaspräsidenten Paul Löbe, der alsBeteiligter" für die stärkste Reichs­tagsfraktion, di« Sozialdemokratie genannt worden war, hierüber zu befragen. Präsident Löbe erklärte, er habe von der ganzen Sache überhaupt keine Ahnung und fei seit dem Auseinandergeyen des Reichstages weder mit Herrn v. Guèrard, der für das Zentrum genannt war, noch mit demokratischen Führern zusammengetroffen und habe auch mit keinem Menschen irgendetwas über eine solche Angelegenheit gesprochen. Er sei auch von nieman- den deswegen angegangen worden und müsse daher diese Nachricht als reine Erfindung bezeichnen. Ueberdies krankt bie erwähnte Zeitungsnachricht schon an einer grundsätzlichen Unwahrscheinlichkeit, da es in der Sozialdemokratie keinen Menschen gibt, der bereit wäre, noch vor den Wahlen eine Regie­rungskoalition einzugehen.

Angebliche Enthüllungen über ein âovvesNondenruutevnehme«

des RskEswehvmkukftevs

DerMontag Morgen" bringt in großer Auf­machung einen Bericht seines Nürnberger Bericht­erstatters, wonach Reichswehrminister Dr. Geßler seit vielen Jahren in München ein Korrespondenz­büro unterhalten soll, das Unsummen verschlungen habe. Nach dieser Darstellung sollen die Anfänge

des Unternehmens bis in die ersten Inflationsjahre fahrens gebeten.

Ueberzeugung Ausdruck, daß es möglich sein müsse, für die Sicherung der Grenzen auf de in Balkan eine ähnliche Lösung zu finden, wie sie im Vertrage von Locarno für andre Grenzen ae- Knden worden sei. Dieses Balkan-Locarno würde, m Nichtangriffspakt, den die Sowjetregierung so erklärte Briand, in enger Verbindung stehen mit vorgeschlagen habe und über den die Verhandlungen beginnen würden, sobald der neue russische Bot- schaster seinen Posten angetreten habe.

Schließlich fragte der Berichterstatter noch nach dem Anschluß.Dazu", schloß Briand die Unter­haltung,muß ich mich für den Augenblick auf die Feststellung beschränken, daß die Erklärungen, die Herr Stresemann gelegentlich seines jüngsten Aufenthaltes in Wien abgegeben hat, für uns in jedem Maße beruhigend waren."

Antzenvoltttttbes Snterrvketv VskandS

London, 1. Ian. In einem Interview mit dem Pariser Korrespondenten derS u n d a y Times" sagte der Minister des Aeußeren Briand unter an­derem: Es besteht aller Grund zu der Hoffnung, daß Italien und Frankreich zu einer Vereinbarung kommen werden. Bezüglich der Balkangrenzen kann meines Erachtens erreicht werden, was be­züglich anderer Grenzen durch den Locarnopakt zu­stande gebracht wurde. Dieses Balkan- Locarno würde im Zusammenhang stehen mit dem Nichtangriffpakt, den die Sowjetregierung vor­geschlagen hat und über den Verhandlungen be­ginnen werde, sobald der neue russische Botschafter in Paris eintrifft. Diese Verträge rufen keinerlei Feindschaft oder Mißtrauen hervor, wenn sie nur der vom Völkerbund empfohlenen Art von Der- trägen entsprechen. Eines der Dinge, die ich für 1928 erhoffe, ist der Abschluß eines fran­zösisch-amerikanischen Paktes über Aechtuna des Krieges, der, beiläufig be­merkt, auf andere Länder ausgedehnt werden könnte. Sobald der amerikanische Botschafter nach Paris zurückkehrt, werden die Be­sprechungen über die Frage des Paktes eine greif-

' Form annehmen. Briand betonte weiter die Verminderung, die die französische Heeresstärke gegenüber der Zeit vor dem Kriege erfahren habe, und sprach die Hoffnung aus, daß 1928 die materielle Abrüstung überall fortschreiten werde. Zum Schluß sagte er:Besonders wünsche ich für das neue Jahr dieEntwicklungderPolitlkfranzösisch. d e u t s ch e r Annäherung, die ich auf fran- zösischer Seite und Dr. Stresemann auf deutscher Seite begonnen hat. Eine Politik der Isolierung und der Rüstungen ist überhaupt keine Politik. Sollen Frankreich und Deutschland nach einem Kampf, der beide fürchterlich geschwächt hat, auf einem Wege vorwärts gehen, der sie schließlich un­vermeidlich zu einem neuen Kriege führt? Nein! Die Politik, die ich jetzt betreibe, habe ich im Jahre 1921 geplant.

zurückreichen. Es sei von dem damals Dr. Geßler nahestehenden ehemaligen demokratischen General­sekretär Osterkorn aufgezogen worden. Neben der Herausgabe von Druckschriften habe sich Osterkorn hauptsächlich mit der Redigierung und Einführung einer Zeitungskorrespondenz beschäftigt, die als Süddeutscher Zeitungsdienst" bald eine Reihe von Abnehmern in der bayerischen Provinz, aber auch in Baden und Württemberg gefunden habe. Haupt­sächlich Blätter der Bayerischen Volkspartei hätten diesen Dienst bezogen. Dieses Unternehmen habe Dr. Geßler beträchtliche Ausgaben verursacht. In der Inflationszeit feien die Geschäfte vermöge eines komplizierten Jnsertionsabkommens mit den Ab­nehmern noch leidlich gegangen. Auch die Hapag hätte zahlreiche Anzeigenaufträge erteilt. Bei An- bruch der Deflationszeit aber seien diese Zuschuß- quellen rasch versiegt. Am Quartalsschluß habe regelmäßig Osterkorn von Dr. Geßler erhebliche Zu­schüsse erbitten müssen. Als sich dieses häufig wiederholte, sei es im Sommer 1926 zum Bruch zwischen Osterkorn und Dr. Geßler gekommen, und derSüddeutsche Zeitungsdi«nst" sei nahe daran gewesen, einzugehen. Nunmehr hätten sich die Re­dakteure der Sache angenommen, und einer von ihnen habe Dr. Geßler für den Plan gewonnen, den Süddeutschen Zeitungsdienst" aus dem Osterkorn- schen Verlagsbetrieb herauszunehmen. Dr. Geßler habe gegen die Verpflichtung der neuen Heraus­geber, alle Monate den Betrieb kontrollieren zu lassen, die Garantie für weitere Defizite übernom­men. Schon zwei Monate nach der erfolgten Um­stellung habe Dr. Geßler neuerdings einen be­trächtlichen Zuschuß leisten müssen. Die Darstellung des Nürnberger Berichterstatters desMontag Morgen" beziffert die für das genannte Unterneh­men bezahlte Summe auf etwa 200 000 Mark, die zum Teil über ein Darlehenskonto Osterkorn ge­gangen sei.

Die Richtigkeit dieser Darstellung muß voll­kommen dem genannten Blatte überlassen werden.

Dke GebattSverbandlungett mit den Reiths- und Staatsanse- fteUteu abgebvdthe«

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Berlin, 31. Dez. Die im Reichsfinanzministerium geführten Verhandlungen über die Bezüge der Reichs- und preußischen Angestellten haben, wie das VDZ-Büro erfährt, zu keinem Ergebnis ge­führt. Die Angestelltenorganisationen haben des- halb heute nachmittag die Verhandlungen abge­brochen und der Reichs- und der preußischen Staat, regierung eine längere, formulierte Erklärung über­mittelt, in der sie darauf hinweisen, daß in vielen Fällen die den vergleichbaren Beamten gesetzlich zustehenden Ansprüche nicht gewährt werden. Der Reichsarbeitsminister wird von den Angestellten- Organisationen um Einleitung des Schlichtungsver-

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Der päpstliche Nuntius Pacelli, der als alten« Diplomat das diplomatische Korps führt, darf am Neujahrstage, alter Tradition gemäß, dem Reichspräsidenten geschlossen die Neuzahr,-1 wünsche überbrachte.

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Paris, 1. Jan. Im Elyfee fand heute mii der Neujahrsempfang Les diplomatischen Kog statt, an dem in diesem Jahre MimsterpräM W Poincarë wegen Unpäßlichkeit nicht teilnehM - konnte. Er wurde durch Justizminister B a r t h oi vertreten. Bei dem Empfang hielt der Doyr Magliane eine Ansprache im Namen des dich malischen Korps. Er sagt unter anderem:I tu Völker, die bie schrecklichen Leiden des Kr eges m | nicht vergessen haben, verlangen, diß der Frili durch Gerechtigkeit und Zuasmmenarbeil gefestz M und g-sichert werde. Wir kennen die edelmülA yv

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Gefühle Frankreichs und seinen Wunsch, seine L teresfen mit der Aufrechterhaltung der Eintracht »WM ter den Völkern zu verbinden". Der Präsidenttt 5 Republik Doumergue erwiderte, er könne ohne Befriedigung feftftellen, daß die Periode, jetzt zu Ende gehe, eine neue und glückliche Anstirv ® gung der Regierungen zur Befestigung des Frieda / bedeute. Das sei ein Unterpfand für das Bsdiich' nach Ordnung und ' ritt, das allen Mlls

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fallende Entwicklung der allgmeinen Auffassung v»M internationaler Gerechtigkeit und des Schiâüsg^ richtsverfahrens anführen. Beides stellten grch Eroberungen bes modernen Volksrechtes dar uiü

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feien wohltuende Symptome für die Zukunft. Mi einmütige Zustimmung der Geister zu einer neues Auffassung der internationalen Beziehungen, bei bei die Idee des Verstehens sich vereinigt mit oen Pslch ten, die jedem Staat in der großen Famili« der W ker zugewiesen ist, sei ebenfalls anzuführen. Die Be E, mühungen der Völker um eine freundschaftliche uni vertrauensvolle Zusammenarbeit seien noch weit vor ihrem Ziele entfernt, aber sie übersteigen weder.d« Möglichkeit, noch den Willen der Regierungen, bis èr habe die feste Hoffnung ohne Zweifel bis hohe Mission, die ihnen zugefallen sei, zu einem guten Ende führen könnten.

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Reue Vevbafiuuseu km GlkaS j

Paris, 1. Jan. Dem Petit Parisien wird Straßburg gemeldet, daß die Polizei gestern abe^U" auf der Straße zwei Mitglieder des Heimatbunde-M den ehemaligen Lehrer Würtz und den KunstmalM Solveen, der an derZukunft" mitarbeitet, veiM haftet hat. Im übrigen teilt das Blatt mit, der letztere die Absicht gehabt habe, in den nächstM Tagen eine neue autonomistische Zeitschrift Heram zugeben. 8

Pacis, 2. Jan. DemPetite Journal" wird am 1 Straßburg gemeldet, daß gegen einen pro test«» | tischen Pastor Haftbefehl erlassen worden Ä weil durch dessen Vermittlung die autonomistische» e Zeitungen Geldmittel, erhalten haben sollen t Die Polizei hat noch feine Spur von 8 Pastor gefuttben.

Dev vsvauskkchtNGs JeWmB des -vaur. âammevwaVSsu >

Paris, 1. Jan. Nach dem Petit Parisien m^! 5 man in offiziellen Kreisen allgemein an, daß französischen Kammerwahlen am 22. April stau' Us finden werden und der zweite Wahlgang am Son»' ; tag den 29. April.

Aus MSB WM. I

Ein eigenartiger Unfall.

Kassel, 2. Jan. Ein eigenartiger Unfall ereign^ M sich in der Kasseler Altstadt. Der Stuckateur mann begab sich auf den Abort, der am Ende einl' , Flügels liegt, der das Haus abschließt. Er Mu ­fich an die Außenwand. Die Wand gab nach und<'M stürztè mit den ausbrechenden Ziegelsteinen Ob­oern dritten Stockwerk in die Tiefe, wo er sch^s verletzt liegen blieb. Er wurde ins Krankenha"' || gebracht.

Typhus in Schlesien.

Neustadt (Schlesien), 2. Jan. Fünfzehn W fönen sind an Typhus erkrankt und wurden stöbt. Krankenhaus eingeliefert. Es wurden kehrung«n getroffen die Seuche zu bekämpfen.

Blutiger Kampf in Nicaragua.

Managua, 1. Jan. Bei Quilali kam es zu ei^ ernsten Kampfe zwischen amerikanischen Mars» soldaten und AufstänLischen. Auf Seiten der vinesoldaten wurden 5 Mann getötet und verletzt. Die Aufständischen hatten sehnte re Verlud deren Zahl jedoch nicht genau bekannt ist