KanaueArmiger
MvGEval Anzeiger fät^kWatum Giadi und Land
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2. Zarrrrae
1628
Neujahrsempfänge -es Reichs- vvSkkdenteu
«»Der LKsvzenswunsG des seimnien dsntschen DoWeS, die Nssreinns des beseWen Gebietes, noG nicht in Grküttung gegangen.^
Berlin, 31. Dez. Reichsprä sident von inbenburg empfing am Neujahrstage um 12 MÜhr mittags die Chefs der hiesigen fremden diplo- Mrnatischen Vertretungen, denen im Ehrenhof des MReichsprästdiums von einer Abteilung Reichswehr Bbte änlichen militärischen Ehrenbezeugungen er- |||tDiefen wurden.
LDts GlüMvüKWö des Divlo- MGiiMe« âdvvS
Wbrachteder Apostolische Nuntius Monsignore MPacelli als Doyen zum Ausdruck. Seine Ansprache lautet in Ueberfetzung:
M „Das abgelaufene Jahr hat trotz immer neu Winiftauchender Schwierigkeiten und vielfacher Hem- Wmungen neue Fortschritte auf dem schweren Wege U der Befriedigung und Zusammenschließung der «Bölter gebracht. Unsere Bewunderung und Hoch- Wichtung gilt den hochherzigen Männern, die, ob- Mvwhl sie die Flamme der Vaterlandsliebe nicht ^Mlöschen lassen und in der ständigen Pflege und
Wahrung der berechtigten Interessen ihres Landes Vce höchste Aufgabe sehen, es dennoch verstehen, zr Trachten und Bemühen auf das hohe Meol er Brüderlichkeit unter den Menschen zu richten.
Das Gefühl des Vertrauens, das s "®^®n b66 Friedens und die in^n^^^ m Völkern
LreurahvsbetvaGtttttsett
Auch diesmal gab der Jahreswechsel den Blättern Anlaß zu Rückblick und Ausschau. Bemerkenswert ist, daß auch in diese Betrachtungen d i e Frage des Wahltermins stark in den Vordergrund gerückt ist Die deutschnationale Presse hält, nachdem das Zentrum sich zu dem gleichen Standpunkt bekannt hat, die Konsolidierung der Regierung bis auf ein weiteres halbes Jahr für gesichert. Das kommt vor allem in einem Neujahrs- Artikel des Grafen Westarp in der „Kreuz- Zeitung" zum Ausdruck. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" kommt in ihrer Bilanz über die Leistungen der gegenwärtigen Regierung zu dem Schluß, daß diese zwar gute Arbeit, aber einen schlechten Eindruck mache und daß dies ganz besonders vom Reichsinnenministerium gelte. In einem modernen Parlamentsstaat komme es aber nicht nur auf die Leistung an. „Die gegenwärtige Reichsregierung wird sich, wenn der Wahltermin näher rückt, nicht mehr so stark wie bisher in ihre Amtsstuben vergraben dürfen".
Im „Vorwärts" läßt sich der preußische Ministerpräsident Braun über die Rolle Preußens im kommenden Wahlkampf aus. Die preußische Regierung habe sich, konstatiert er mit Befriedigung, der Bürgerb lockpolitik im Rahmen ihrer geringen verfassungsrechtlichen Kompetenzen oft hindernd in den Weg gestellt und werde es auch in Zukunft tun. Sie werde auch nach wie vor für die weitere Festigung des republikanischen Staatswesens wirken und auch den republikanischen Reichsfarben in ihrem Machtbereich die gebührende Achtung verschaffen, worin sie sich auch durch die Angriffe rechtsgerichteter Regierungspolitik im Reich nicht stören lassen werde.
Gutes, der Freiheit, begründet. So sehr das deutsche Bolt noch von eigenen Sorgen bedrückt ist, die es weder vergessen noch zurückstellen kann, wird es sich doch an allen Bemühungen um einen echten Frieden entschlossen und ausrichng beteiligen, in der Erwartung, daß so die Erreichung jenes Menschhcitsideals der Gerechtigkeit in den Beziehungen der Völker untereinander am besten gefördert wird.
Herr Nuntius I Möge das neue Jahr, dessen Pforte sich heute öffnet, unserem gemeinsamen Wunsche, daß das göttliche Gebot der Liebe und des Friedens in immer sich steigerndem Maße auch für die Staaten und Nationen Geltung gewinne, Erfüllung gewähren, möge es aus der Saat die Ernte, die wir erhoffen, hervorsprießen lassen. In dieser Erwartung spreche ich Ihnen, Herr Nuntius, und Ihnen, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker, im Namen des Deutschen Volkes und im eigenen Namen meine aufrichtigsten und herzlichsten Neujahrswünsche aus.
Hierauf begrüßte der Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger und wechselte mit ihnen Neujahrswünsche. Bei dem Empfang waren außer Staatssekretär Dr. Meitzner und den anderen Herren der Umgebung des “^*1^^^^^- Mar^, der
eiaatsjerreiär des Auswärtigen Amts Dr. von Schubert, sowie der Chef des Protokolls, Gesandter Köster, zugegen.
getrogen. in den verschiedenen Staaten dâs s ß e Werk des
n Trümmerfeld, das die furchtbare Geißel
iederaufbaus auf
der Krieges hinterlassen hat, zu fördern. Unter beten Staaten nimmt einen wich igen Platz die ■Ration ein, deren oberstes Amt Sie, Herr Reichspräsident. innehaben. Wer hinuntersteigt in das Innere Der Erde, die mühevolle und ohrenbetäu- Benbe Arbeit der Bergwerke sieht oder wer die rast- Bofe Arbeit der gewaltigen Werke mit rauchenden Schornsteinen und glühenden Hochofen beobachtet Wer wer hoch in den Lüften die kühnen Unterneh- Mungen der modernen Luftschiffahrt überschaut, der st st von Bewunderung für diesen erneuten Aufwand an Geist u n d Le b e n s- traft ergriffen. Mögen diese ungeheuren Triumphe der Technik überall von einem klaren Erkennen und einer gerechten und friedlichen Lo
Im Anschluß hieran empfing der Herr Reichspräsident den Reichskanzler sowie die hier anwesenden Reichsminister und Staatssekretäre der Reichsregierung.
Präsident
nen Einigung nicht verloren gehen möge, unserer Einigkeit, die nicht nur ein Unterpfind des Glückes, sondern im erfolgreichen Ringen für Recht und Freiheit die unerläßliche Borbedingung ist.
Mit solcher Zuverscht treten mir in das neue Jahr ein, das für Sie, verehrter Herr Reichspräsident, und unser deutsches Volk ein glückliches und gesegnetes sein möge!"
Nev KeèGssvÄKdsni
jung der großen sozialen Fragen, die sich aus den 1 wirtschaftlichen Umwälzungen der letzten Zeiten er« Wben, begleitet sein! Möge das gewaltige Wiederaufleben des menschlichen Fortschrittes von dem er« Dabenen Lichte der Wahrheit erleuchtet und ge« Wragen werden von g e i st i g e n und sittlichen
® m p o r ft r e b e n der Seelen, von dem ~ MN der Gerechtigkeit und Liebe; denn dieses ; «’s Band der Einigkeit, aus der Wohlstand Ordnung fließen
8 In der Morgenstunde des neuen Jahres, wir wünschen, daß es reich cm Frieden
»Wohlergehen fei, ist es mir eine besondere Freude, Ihnen Herr Reichspräsident, im Namen der hochgeschätzten Kollegen des Diplomatischen Korps, bef«
Dolmetsch zu sein ich die Ehre habe, die ver- Mhrun^vollsten und heißesten Glückwünsche für ^Mre Person zu überbringen, für Ihre Familie Mvwie für die gesamte große deutsche Nation.
,^2ge Derjenige, von dem alles Gute kommt, ien Wünschen Erfüllung bringen und der Welt Wrieden geben, der der schönste Lohn ist für Mienschen voll guten und reinen Wollens."
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erwiderte mit folgneden Worten:
[ Herr Nuntius!
fe ®it wamsten Danke nehme ich dis Glückwünsche "»gegen, die Sie im Namen des Diplomatischen «orps dem deutschen Volke und mir als seinem ^tertreter in so herzlichen Worten dargebracht ha- W äie haben daran erinnert, daß in dem nun« Abgeschlossenen Jahre trotz der immer wieder elnstellenden Schwierigkeiten und Hemmungen x rtfDritte auf dem Wege der Befriedung brr Annäherung der Nationen erzielt würden L^ hoffe und wünsche, daß die harten Prü- 8 der Vergangenheit unö die wirtschaftlichen, ^iaien und geistigen Nöte der Gegenwart in den "°" denen jedes einzelne im Zusammen- bferne n-.m gen mb urerb , /. "stru Aufgaben zu erfüllen hat, den Willen Zusammenarbeit und das Der- »„ist. lo für die Lebensnotwendig- cen i-des einzelnen Bolkes oer« eC," " " d verstärken werden.
dei? "'ülge Hingabe an das Vaterland schließt ker m,-?^ av der Mewchheit nicht aus. Die Völ- tuahron ^eden 'ich um d'e herbcijührung einer freudlos ^icoensgeme.nichast der Tlationen umso «rfüll»b^,„ mühen, wenn sie von der Ueberzeugung Lecrcknks sonnen, daß dieser Friede zugleich die der Gerechtigkeit und ihre» böckttea
srekGssanzlev Dv. LNav«
richtete an den Herrn Reichspräsidenten folgende Ansprache:
„Es ist mir wiederum die Ehre vergönnt, Ihnen Herr Reichspräsident, die ehrfurchtsvollen, von den Gefühlen inniger Verehrung getragenen Glückwünsche der Reichsregierung zu überbringen. Wenn ich in diesem feierlichen Augenblicke die Erinnerung an den Tag vor einem Jahr zurückrufen darf, so will es mir nicht als überheblich erscheinen, auf das abgelaufene Jahr mit dem Gefühl dankbarer Befriedigung zurückzublicken.
Nicht als ob irgendwie besondere Geschehnisse die Lage unseres Reiches oder Volkes entscheidend geändert hätten. Wir erwarten sie nicht und wissen, daß der Wiederausstiea unseres Volkes nur schrittweise und in unablässiger Arbeit zu erringen ist.
Zwar ist der Herzenswunsch des gesamten deutschen Volkes, die Befreiung des besetz- ten Gebietes, noch nicht in Erfüllung
gegangen, .
erwiderte hierauf mit folgenden Worten:
„Ich danke Ihnen herzlichst, Herr Reichskanzler, für die Glückwünsche, die Sie mir namens der Reichsvegierung in so freundlicher Weise ausgesprochen haben. Ich erwidere sie mit meinen aufrichtigsten Wünschen für Ihr aller persönliches Wohl- ergohen und den Erfolg Ihres Wirkens; zugleich danke ich Ihnen allen für die hingehende und unermüdliche Arbeit, die Sie im letzten Jahre im Dienste des Vaterlandes geleistet haben.
Gerne erkenne ich rückblickend an, daß das nun abgelaufene Jahr in mancher Beziehung eine Besserung unserer Lage gebracht hat.
Aber die Hoffnung, mit der das gesamte deutsche Volk das nun zuende gegangene Jahr begrüßte, daß es unseren Brüdern am Rhein die Freiheit bringen möge, ist leider noch nicht erfüllt worden. Wir gedenken daher heute wiederum in schmerz- j^r Anteilnahme der Volksgenossen im besetzten (itei ’ und geben im Bewußtsein, in diesem Wunsche mit dem ganzen deutschen Volke eins zu sein, auch heute der Erwartung Ausdruck, daß ihnen bald Befreiung werde. Fremde Mlikärgewalk und Besatzung im Land ist unvereinbar mit einer end gültigen Befriedung. Nur auf freiem Boden und zwischen freien Völkern können die Gedanken der Verständigung und des Ausgleichs voll zur Auswirkung gelangen.
Mit lebhafter Genugtuung stelle ich dagegen fest, daß es durch opferwillige Entschließungen der Reichs- und der Preußischen Staatsregierung in
Mit dem Verhätlnis zwischen Preußen und dem Reich beschäftigt sich auch der Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. P ü n d e r, in der „G e r m a n i a". Er tut das im Zusammenhang mit der Länderkon- ferenz im Januar, von der er hofft, daß sie 3« positiven Ergebnissen führen wird. Eine durchgreifende Änderung der staatliche Struktur aller dings wolle man von ihr. nicht erwarten. Sie müsse „ber organischen Entwicklung" überlassen bleiben, wenn dieses Problem durch die Diskussion
auch einem „starken Impuls" erfahren werde. „Praktischer und unter allen Umständen der Lösung bedürftig erscheint aber die Fratze, was denn mir oen lei"
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wache»
aber dennoch ist eine Besserung und Festigung
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serer auswärtigen Lage unverkennbar. Auch das abgelaufene Jahr hat mehr und mehr die Schranken niedergelegt, die noch immer die Völker trennen. Deutschands Stellung unter den Völkern wird sich auch in Zukunft weiter heben, wenn unser tiefer und ehricher Wille an den großen Völker- fragen tatkräftig mitzuwirken die gemeinsame Arbeit zur Sicherung des Friedens gefördert hat.
Mit großer Freude darf ich feststellen, daß die ernste Sorge der uns im Vorjahr drückenden Arbeitslosigkeit mit allen ihren schweren Schädigungen seelischer und materieller Not zu ei- nem großen Teile von uns genommen ist; auch daß wir von schweren Wirtschastskämpfen verschont blieben, zeugt von der immer mehr sich durchsetzenden Erkenntnis, dah Arbeitgeber und Arbeit- nehmer gemeinsam an der Meisterung der schweren Wirtschaftsprobleme arbeiten müssen, die uns die Nackkriegszeit zurückgelassen hat. Meine Hoffnung ist, daß dieser Gedanke auch im kommenden Jahre sich immer tiefer festsetzen möge. Daß es gelungen ist, unserer treuen und bewährten Beamtenschaft zum Schlüsse des Jahres das zu geben, was nach der Lage unserer Staatsfinanzen und unter Berücksichtigung der Wirtschaftsverhältnisse möglich war, erfüllt uns mit besonderer Genugtuung.
Schwere Aufgaben sind auch im kommenden Jahre zu losen. Eine Fülle dringender Probleme, die sich aus der historischen Gliederung des Deut- schen Reiches ergeben, müssen ihrer Lösung entgegengeführt werden. Aber wenn wir dabei hoffnungsfreudig ans Werk gehen, so beseelt uns der Gedanke an die Feier, die wir dank der göttlichen Vorsehung vor kurzem begehen konnten. Zur Vollen- dung Ihres 80. Geburtstages fand sich das deutsche Volk zusammen lind scharte sich um Sie, hochverehrter Herr Reichspräsident, als seinen bewährten Führer, in erhebender Einmütigkeit. Wir vertrauen, daß auch in den politischen Kämpfen des kommenden Jahres dieses Gefühl der neuempfunde-
den letzen Tagen gelungen ist, dem anderen bedrängten Grenzgebiete unseres Vaterlandes, Ostpreußen, durchgreifende Hilfe Zusagen zu können. Ich hoffe, daß diesem Versprechen bald die Verwirklichung folgt, und daß die schweren Sorgen, die über diesem von der Heimat getrennten Landesteile und seiner arbeitsfreudigen Bevölkerung seit Jahren lasten, in Kürze behoben werden.
Mit Ihnen, Herr Reichskanzler, begrüße ich es herzlichst, daß die wirtschaftliche Lage Deutschlands, die uns alle noch zu Beginn des vergangenen Jah-
lasten, in
res mit großer Sorge erfüllte, eine wesentliche Besserung erfahren hat. Möge das neue Jahr hier weiteren Fortschritt bringen, und möge der Gedanke des sozialen Friedens und Ausgleichs sich stärken und vertiefen!
Das Jahr 1928 wird im Zeichen der Wahlen stehen. Mein dringender Wunsch an diesem Reujahrslag an alle Deutschen, besonders aber an die führenden Männer im Bartelleben, in der Presse und in den Volksvertretungen, ist der, daß d i e Wahlbewegung nicht zur Verkiesung des Zwiespaltes und der Gegensätze führen und nicht zu persönlicher Bekämpfung und Verhetzung ausarten möge. Auch un Wahlkampf soll der Gedanke an das Vaterland und die Gemeinschaft des deutschen Volkes vor dem Streben nach parteipolitischem Vorteil skehent Denn nur in diesem Gedanken und im festen vertrauenden Zusammenhalt aller Deutschen können wir die so schwierigen Probleme und Aufgaben lösen, die noch vor uns liegen. Daß Gott uns hierfür Kraft und Stärke gebe, daß unserem schwer geprüften Volke weitere Gesundung und friedlicher Fortschritt beschieden seien, ist der Reujahrsmunsch, mit dem ich Sie, meine Herren, und das deutsche Volk von Herzen grüße!"
Später übermittelten der Reichstagspräsident Löbe und die Vizepräsidenten Dr. Rießer und Graef die Wünsche des Reichstages, der Staatssekretär im Preußischen Staatsministerium Dr, Weismann, der Bayerische Reichsratsbevollmächtigte Gesandter Dr. D. Preger und der Braunschweigische Reichsratsbevollmächtigte Gesandter Boden die Glückwünsche des Reichsrats und der Preußische Ministerpräsident Dr. h. c. Braun die Glückwünsche der preußischen Staatsregierung.
Die Glückwünsche der Wehrmacht prachen der Chef der Heeresleitung General der Infanterie Heye und der Chef der Marineleituno Admiral Zenker aus.
Generaldirektor Dr. Dorpmüller sowie dir Direktoren Dr. Weyrauch und Vogt brachten sodann die Mückwünsche der Hauptverwaltung und des Personals der Deutschen Reichsbahn-Gescllschafl' und Reichsbankpräfident Dr. Schacht mit dem Vizepräsidenten Dreyse und dem Direktor Dr. v. Grimm die Glückwünsche der Reichsbank dar.
Der Herr Reichspräsident dankte all diesen Abordnungen mit herzlichen Worten für ihre guten Wünsche.
Ländern geschehen soll, die vielleicht einmal — und wer weiß, ob nicht schon bald — den Wunsch äußern werden, ihre Eigenstaatlichkeit aufzugeben. Dieser Fall würde eine Menge von Fragen aus« lösen zunächst, ob der einschlägige Artikel 18 der Reichsverfassung dazu schon die nötige Handhabe bietet. Auch würde zu entscheiden sein, ob einem solchen Lande des Charakter eines Reichslandes, einer Reichsprovinz oder was sonst für ein Charakter zu verleihen ist Das löst wiederum die yrage aus, ob die Schaffung von Reichsländern überhaupt als eine befriedigende Lösung anzusehen ist oder ob hierdurch nicht der voraussichtlichen Gesamtent- wicklung in ungünstiger Weise vorgegriffen wird."
Wie üblich haben die großen Blätter in ihren Neujahrsnummern ihre Fragen an führende Per- sönlichkeiten in Politik und Wirtschaft über bestimmte Themata gestellt. So kündigt in dein Zcntrums- organ der Reichsfinanzminister Dr. KS y l e r an, die Rcichsregierung werde bei der am 19. Januar beginnenden großen Aussprache zum Etat zu den in mehrfacher Beziehung wichtigen Jahresbericht des Generalagenten Parker Gilbert Stellung nehmen. Die „B ö r s e n z e i t u n g" läßt führende Männer unserer Ostmark zu Worte kommen, die sich über die Not der östlichen Grenzländer und die Wege äußern, auf denen Abhilfe geschafft werden kann.
Die „Rote Fahne" charakterisiert 1928 als ein Kampfjahr, das auf der einen Seite die vermehrten Vorstöße der Bourgeoisie, auf der anderen die Waffenaktivität der Arbeiterklasse bringen werde. Im „Deutschen Tageblatt" wird gleichfalls der „innere Kampf" proklamiert.
Me wüniGe dev Pariere«
Die Nationalliberale Korrespondenz oeröffent- icht den diesmal vom Vorsitzenden des Geschäfts- ührenden Ausschusses der Deutschen Volkspartei, Staatssekretär z. D. Abg. Kempkes, unterzeichneten nachstehenden Neujahrdwunsch, in dem
es heißt:
Trotzdem das kommende Jahr ein Jahrzehnt vollendet, seitdem der Weltkrieg zu Ende gegangen ist, sind unsre politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse noch immer so in Fluß, daß auch eine nur einigermaßen sichere Feststellung a u s g e s ch l o >- s e n erscheint. Wenn aber die Lebensweisheit, daß eder Mensch, und entsprechend jede Nation, sich elbst ihr Schicksal schaffe, auf Güll.gkeit Anspruch machen kann, dann wird das deutsche Volk in ganz besonderem Maße die Bedeutung bices Spruchs zu würdigen haben. 1928 ist für uns das Jahr der Wahlen! In Anwendung der bittern Lehren, die uns die letzten zehn Jahre gebracht haben, möchte ich dem Wunsch Ausüriik geben, daß die Neuwahlen nirgendwo zu einer Stärkung der zersetzenden und niederreißenden polii ‘dien Radikalismus tn irgendwelcher Form, auch nicht zu einer weiteren Zersplitterung des Bürgertums in kleine bedeutungslose Parteien, sondern zu einer Stärkung jener Politik führen möge, die Deutschland aus dem Elend der Jnslatoin und eines übermächtigen außenpolitischen Drucks auf den Weg des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs, der inneren Beruhigung und der außenpolitischen B e r st ä &