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Das MWKZre.
— Für morgen ist eine wichtige Neujahrsrede des Reichspräsidenten zu erwarten.
— Dem Reichstag ist jetzt eine Uebersicht zugegangen, die die Antworten der Reichsregierung auf Entschließungen des Reichstags bringt. Es . handelt' sich dabei u. a. um Reichstagsbeschlüsse, die nahezu schon zwei Jahre zurückliegen.
— Die Berliner „Nachtausgabe" verzeichnete gestern in großer Aufmachung angebliche Partei- verhandlungen über die große Koaltion. Diese Mitteilungen, werden in parlamentarischen Kreisen der Regierungsparteien nicht ernst genommen.
— In den beiden letzten Jahren hat sich eine norwegische Kommission von Gelehrten des Völkerrechts eingehend mit dem Kriegsschuldproblem befaßt, und zwar in Form einer Rundfrage an Professoren des Völkerrechts in fünf neutralen Ländern. Das Resultat dieser neuen Art der Kriegsschuldforschung wird jetzt bekannt.
— In dem großen Berliner Spritschstbungs- prozeß ist gestern das Urteil gefällt worden, das uns empfindliche Gefängnis- und Geldstrafen lautet.
— Eine weithin sichtbare Feuersbrunst in Haboken verwandelte zwei Straßengevierte am Ufer des Hudson in ein Flammenmeeer und richtete großen Schaden an.
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Dor einer wichtigen Rede Hindenburgs.
Berlin, 31. Dez. Wenn wir auch seit dem Zusammenbruch nach dem Kriege in Berlin den alten höfischen Glanz nicht mehr haben, der den Neujahrs- tag stets zu einem Fest großen Stiles werden ließ, je hat er auch die Republik verstanden, allmählich durch Steigerung des Zeremoniells und durch Erhöhung der Feierlichkeit die Besuchs» und Gratu- lationskur beim Reichspräsidenten am 1. Januar zu einem Ereignis zu gestalten. Auch pflegt die Feier Anlaß zu sein zu politischen Kundgebungen mannig- faltigster Art. Man braucht nur an die Rede des Doyens des diplomatischen Korps, des Nuntius Paccelli vom vergangenen Jahre zu denken, der Deutschland und dem Reichspräsidenten zum Eintritt des Reiches in den Völkerbund Glück wünschte, um zu ersehen, daß es sich bei den Empfängen am Neu- zahrstag nicht nur um leere Form handelt.
Was die Silvesternacht anbelangt, so wird der Herr Reichspräsident sie im engsten Familienkreise verleben. Von irgendwelchen lauten Festlichkeiten kann bei dem vorgeschrittenen Alter des Reichspräsidenten und im Hinblick auf die Strapazen, die der Neujahrstag mit sich bringt, naturgemäß keine Rede sein.
Der in früheren Jahren übliche Erlaß des Reichspräsidenten an das deutsche Volk wird in diesem Jahre nicht erfolgen. Der Verlauf der Gratulationscour widr folgender fein: Der Reichspräsident empfängt am " Neujahrstage um 12 Uhr mittags das Diplomatische Korps und zwar in Anwesenheit des Rsichsaußenministers Dr. Stresemann, falls dieser bis dahin gesundheitlich wieder hergestellt ist. Außerdem werden die Staatssekretäre v. Schubert und Dr. Meißner teilnehmen. Um 1 Uhr nachmittags erfolgt der Empfang der Reichsregierung. Der Reichskanzler wird die Glückwünsche der Reichsregierung überbringen, worauf der Reichspräsident mit einer Rede antworten wird, die innerpolitisch von großer Bedeutung sein dürfte. Man nimmt an, daß er in dieser Rede daraus Hinweisen wird, daß vor der Auflösung des Reichstages die großen schwebenden Fragen, wie Reicbsschulgesetz und Strafrechtsreform erledigt sein sollen. Das würde namentlich angesichts der Debatte über den Wahl- iermin Bedeutung haben. Schließlich fo'oen der Empfang des Reichsbankpräsidenten, der Vertreter des Reichstages, der Reichsbahngesellfcl<ft, der Reichsvost, dèr Wehrmacht und ein (Empfang des vreußischen Ministerpräsidenten.
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des Deutschen Reichs-Kriegerbundes „Kyffhäuser".
Die soeben erschienene Nummer 52 des „Kyffhäuser" enthält in ihrem amtlichen Teil folgende Neujahrskundgebung des Präsidenten des Kyff- häuierbundes, General d. Art. a. D. von Horn:
An der Schwelle des Jahres ist es mir herzliches Bedürfnis, allen Kameraden der deutschen Kriegervereins und den Mitgliedern unserer Frauen- und Jugendgruppen den Dank des Bundesvorstandes für die in Treue zum Vaterlande geleistete Arbeit zum Ausdruck zu bringen.
Das vergangene Jahr stand im Zeichen weiteren Aufblühens des Kyffhäuserbundes. Der nationale Geist, getragen von denen, die sich in den Kämpfen um Deutschlands Einigung und in den vier Welt- kriegsjahren durch gemeinsame Opfer zu treuer Kameradschaft zusammenschlossen und diese Kameradschaft als ein heiliges Vermächtnis mit hinübernehmen in die Rot- und Friedenszeit des deutschen Volkes, muß immer mehr und mehr erstarken.
Wir wollen weiter in Treue und Zuversicht arbeiten am Aufbau des deutschen Vaterlandes; wir
Unwahrscheinliche Ortfen- seeätOte
Berlin, 30. Dez. Die „Nachtausgabe des Berliner Lokalanzeigers" verzeichnet Gerüchte, die in parla- mentarijchen Kreisen umgeben sollen und die von Vorverhandlungen zwischen Reichstagsabgeordneten des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten über die Bildung der Großen Koalition im Reich zu berichten wissen. Der Abg. o. Guèrard, soll nach dem zitierten Blatt in unverbindlicher Form mit den Sozialdemokraten und den Demokraten Fühlung über die Bildung eines Kabinetts der Großen Koalition unter seiner Kanzlerschaft genommen haben und zwar ohne vorherige Beschlußfassung der Zentrumsfraktion. Als weitere Mitglieder eines solchen Kabinetts nennt das Blatt den früheren Reichsfinanzminister Hermes als Ernäh- rungsminister und den sozialdemokratischen Abgeordneten und früheren württembergischen Finanzminister Keil als Reichsfinanzminister. Ferner soll die Sozialdemokratie das Reichsinnenministe- rium und das Reichsarbeitsministermm besetzen, während das Reichsverkehrsministerium, das Reichswehrministsrium und das Reichsjustizministerium zwischen Demokraten, Bayrischer Volks- Partei und Wirtschaftspariei aufgeteilt werden sollen, falls die letztere sich anschließen sollte. Obwohl die Kreise, die ein derartiges Kabinett vielleicht im Januar in den Sattel zu heben hoffen, so heißt es in dem Blatt weiter, ohne weiteres mit der Teilnahme des Reichsaußsnministers Dr. Stresemann und des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius als Vertreter der Deutschen Dolkspartei rechnen, ist vorläufig nichts davon bekannt, daß Dr. Stresemann oder Dr. Curtius etwas von diesen Plänen wissen Don den unverbindlichen Verhandlungen, die aus sozialdemokratischer Seite von dem Reichstagspräsideftten Löbe geführt würden, sollen, immer nach dem genannten Blatt, weder Reichskanzler Dr. Marx noch der Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Pünder unterichtet worden sein.
Diese Meldung trägt den Stempel der Unwahrscheinlichkeit auf der Stirn. Wenn man nicht an- nehmen will, daß es sich um einen durch ein tech
Die LlnhalihavSeit bet âiedensuevtväse
Berlin, 30. Dez. In den beiden letzten Jahren hat sich eine norwegische Kommission von Gelehrten des Völkerrechts eingehend mit dem Kriegsschuldproblem befaßt und zwar in Form einer Rundfrage an Professoren des Völkerrechts in fünf neutralen Ländern. Das Resultat dieser neuen Art der Kricgsschuldforschung wird jetzt bekannt. Es wird in diesen Tagen in Oslo in Form eines über 400 Seiten starken Werkes erscheinen. Das Werk nennt sich „Neutrale Komitees und Gelehrte über die Kriegsschuld. Antworten auf zwei Fragen des Senators Robert L. Owen, U. S. A., herausgegeben von der Neutralen Kommission Norwegens zur Untersuchung der Kriegsschuld. Oslo 1927." Senator Robert L. Owen, der bekannte amerikanische Friedensfreund, sandte am 4. Dezember 1925 an den Sekretär der Kommission ein Schreiben, in dem er um Beantwortung folgender Fragen bat:
1. Gründen sich die Friedensverträge, die den Weltkrieg abschlossen, in ihren wichtigen Punkten
wollen als die Träger der Tradition das Große und Gute der Vergangenheit im Mitschaffen an der Gegenwart hinüberleiten in eine große deutsche Zukunft: wir wollen den Kyffhäusergeist der Pflichterfüllung am Vaterland und der Treue zum Volke immer wieder herausleuchten lassen aus allem, was wir als Bund, Verband, Verein und als Einzelner tun.
Groß ist das Feld unserer Arbeit. Sie gilt in weitem Umfang der Linderung der wirtschaftlichen Nöte, sie gilt aber auch — insbesondere — dem Kampf gegen Unmoral und innere Zersetzung, die nun schon seit neun Jahren den nationalen Ausstieg unseres Volkes hemmen.
Die FarbenSchwarz-Weiß-Rotsind fürdenKyffhäuserbundnichtnurVer- gangenheit und Gegenwart, sondern vor allem auch Zukunft. Beginnen wir das neue Jahr fest geeint in der Organisation und fest geeint in dem Willen, dgs Vaterland über alles zu stellen! — Doran mit Gottes Hilfe!
Aniwovien dsv rrekchSvesrevtms
Berlin, 30. Dez. Dem Reichstag ist jetzt eine Uebersicht zugegangen, die die Antworten der Reichsreglerung auf die Entschließungen des Reichs
nisches Versehen einen Tag zu früh herausgebrachten Silvesterscherz handelt, so ist man geradezu erschreckt über das Maß von Harmlosigkeit, das mit derartigen politischen Sen|ationsmad>ereien der Öffentlichkeit zugemutet wird.
Unter der Ueberschrist: „Ein Silvesterscherz . . . aber ein schlechter" schreibt die „Germania" u. a.: Die „Nachtausgabe" brachte in ihrer gestrigen Aus- gäbe unter der Aufsehen eregenden, groß aufgemachten Ueberschrist „Marx soll durch Intrige gestürzt werden" eine „parlamentarische Information". Man möchte das ganze für einen Siloesterulk und für einen sehr schlechten Hallen, wenn diese Mitteilung am 31. Dezember erfolgt wäre. So wird man sich aber damit begnügen müssen, diese ganz mysteriöse Geschichte für einen Aprilscherz im Dezember zu erklären. Mehr ist darüber wirklich nicht zu sagen. An dieser Geschichte ist nichts wahr.
Auch das „Berl. la gebt" spricht von einem verfrühten Silvesterscherz und sagt: Es lohnt taum, ausdrücklich zu sagen. daß die Geschichte frei (und nicht einmal witzig) erfunden ist.
Der „Vorwärts" äußert sich in noch drastischerer Weise zu den „von A bis erfundenen Geschichten" und spricht von einer der Sozialdemokratie angedichteten Rolle.
Von anderen Blättern nehmen nur die „Deutsche Allgem. Ztg." und die „Bärsenzeitung" zu der Angelegenheit Stellung. Das erstere Blatt nimmt eine abwartende Haltung ein und erklärt: Das den Deutsch-Nationalen nahestehende Blatt macht unter Nennung verschiedener Namen so präzise Angaben, dab die Information doch ein gewisses Aufsehen en. muh Es wird interessant sein festzustellen, was die beteiligten Stellen, insbesondere auch die Deutsch-Nationalen, zu dieser Silvesterüberraschung zu sagen haben. Auch die „Börsenzeitung" erwartet Aeußerungen der an dieser Angelegenheit Beteiligten und schreibt: Aus parlamentarischen Freisein wird uns bestätigt, daß in der Tat über derartige Gerüchte gesprochen worden ist
auf die Voraussetzung, daß eine Machtgruppe die alleinige Verantwortung für den Krieg trägt, während die andere Gruppe gar keine solche Verantwortung hat?
2. Wenn das der Fall ist, stimmt diese Voraussetzung mit den jetzt vorliegenden Tatsachen derart überein, daß das Gewissen der Menschheit die Friedensoerträge ruhig hinnehmen darf, als eine gerechte Bestrafung der für den Krieg einzig Verantwortlichen?
Auf die beiden Fragen haben holländische, schweizer, schwedische, finnländische und die bereits erwähnten norwegischen Gelehrten geantwortet:
Frage 1 wird von sämtlichen Gelehrten bejaht.
Bei Frage 2 vertreten alle in mehr oder minder ausführlicher Form im wesentlichen den Standpunkt, daß die durch die Friedensverträge erzwungene Entscheidung im Widerspruch zu allen Rechtsprinzipien steht, die in der zivilisierten Welt anerkannt sind.
tages bringt. Auf die Forderung des Reichstages, baldigst eine Denkschrift über das Schicksal der deutschen Kolonien unter der Mandatsver- waltung vorzulegen, wird erklärt, daß die Reichsregierung sich ihre Stellungnahme weiter vorbehalten müsse. We'ter wird mitgeteilt, daß die den bedürftigen, über 65 Jahre alten ehemaligen Rhein- und Ruhcausgewiesenen aus Reichsmitteln gewährten Beschaffungs-Darlehen bereits sämtlich niedergeschlagen sind. Auf die Forderung des Reichstages, sechs Stellen für landwirtschaft- liche Sachverständige im Auslande baldigst zu besetzen, wird erwidert, daß wiche Sachverständige für Rußland, Italien, Polen und die südosteuropäischen Staaten, Finnland und die nordischen Staaten be« stellt worden finb.
Ferner wird zur Kenntnis gegeben, daß eine Vorlage zur Abänderung des Reichs - und Staatsangehörigkeitsgesetzes aufge- tellt ist. Die Verhandlungen sind noch nicht adge- chlossen. Das gleiche gilt von Verhandlungen über )ie Forderung eines Gesetzentwurfes, der für alle Deutschen an Stelle der Staatsangehörigkeiten eine deutsche Re.chsangehörigkeit setzt. Aus eine Reichs- tagsentschließung wird erklärt, daß es zutreffend ist, daß die • alliierten Hauptmächte von der Befuanis.
eine Beschränkung der Zahl der für die Herstellung des Bedarfs bet6 Reichswehr an Kriegsgerät zugc- lassenen Fabriken zu fordern, in einer Weise Gebrauch gemacht haben, die zu einem Monopol zugunsten einiger weniger Fabriken geführt hat. Die Reichsregierung teilt die Bedenken gegen dieses System, das eine erhebliche Verteuerung der Pro duktion zur Folge hat. Weiter wird zur Kenntnis gebracht, daß dem Wunsche des Reichstages, bei der Ausgestaltung des Luftoerkehrsprogramms den Verkehr in großen Verkehrslinien zusammenzufasfen, im Jahre 1927 weiter Rechnung getragen worden ist. Eine weitergehende Einstellung von Großflugzeugen und eine Verdichtung des Verkehrs stößt zurzeit noch aus Schwierigkeiten. Die Vorlage über den weiteren Ausbau des Mittellandkanals, des Jhle- unib Plauer-Kanals, der Oder-Spree-Kanals, der Nidda-Regulierung und der Main-Donau-Wasier- strafte seien in Arbe t und werden dem Reichstag mit möglichster Beschleunigung zugehen. Die Frage einer reichsgesetzlichen Regelung des Berufsschulwesens sei noch nicht reif zu erneuter Behandlung mit den Ländern.
Die BesetzsmssSssiim Ws IMS
Berlin, 30. Dez. Im Re'chshuushalt der Kriegslasten werden 1,2. Millionen Mk. für unmittelbare Leistungen des Reichs ar.geforbert. Es handelt sich hier um Leistungen, die nus Reich gegenüber den Besetzungsmächten durch seine Behörden ausführt, für die aber eine Erstattung aus der deutschen Jahresleistung nicht in Bettoch! kommt. Weiter werden 9,3 Millionen Mk. gefordert für Entschädigungen des Reichs für Leistungen, die von Ländern, Gemeinden und Privaten den Besetzungsmächten erbracht werden, und für die eine Erstattung aus der deutschen Jahresleistung ebenfalls nicht in Frage kommt. Schließlich werden noch 700 000 Mark zur Durchführung des Befetzungsper- sonenschädengesetzes gefordert. Neu eingestellt in den Haushalt ist ein Betrag von 28 Millionen Mark für ungedeckte Besetzungskosten aus den Jahren 1925 bis 1927 Dieser Betrag stellt einen Teil der Besetzungskosten dar, die im "Gesamtbetrag von 55,3 Millionen Mark für un< mittelbare Leistungen des Reichs und bei der Durchführung des Besetzungsleistungsgesetzes sowie des Besetzunaspersonenschädengesstzes in den Rechnungsjahren 1925 bis 1927 angefallen sind Es handelt sich um Kosten, die weder durch Vorschußzahlungen des Entschädigungsagenten, noch durch Abkommen mit der Gegenseite gedeckt und bisher nicht in den Haushalt eingestellt sind, weil ihre Nichtanrechenbarkeft auf die deutschen Jahresleistungen zweifelhaft war, ober weil die Kosten erst nachträglich aufgetreten sind. Hauptsächlich kommen in Betracht Leistungen aus Anlaß der Räumung der Ruhr und der ersten Besetzungszone, weiter Leistungen gemäß Artikel 6 des Rheinlandabkommens.
Zur Erzielung eines klaren Haushaltbildes hält es die Reichsregierung für notwendig, die bisher bei den allgemeinen Vorschüssen (Besetzungskonto) nachgewiesenen Ausgaben auf den Haushalt zu übertragen, zumal da neuerdings durch eine Schiedsrichterentscheidung für einen erheblichen Teil der Ausgaben die Anrechnung auf die Jahresleistungen abgelehnt oder aussichtlos geworden ist
Des OiWdtö&etW des NdSSSVdSSNd^s
vom 1. Oktober 1926 bis 1. Oktober 1927.
Genf, 30. Dez. Der Tätigkeitsbericht des Völkerbundes zeigt, daß zwilchen dem 1. Oktober 1926 und dem 1. Oktober 1927 fünf internationale Konferenzen abgehalten wurden, ohne die Vollversammlung mitzuzählen, ferner vier Sessionen des Völkerbundsrats in seiner neuen Zusammensetzung und weiterhin zahlreiche Sitzungen von Kommissionen, Unterkommissionen und Komitees.
Eine große Zahl von Staaten hat an den Arbeiten des Völkerbundes teilgenommen und es ist festruhalten, daß Staaten, die dem Bunde nicht angehören, wie die Vereinigten Staaten von Amerika, die Sowjetunion, die Türkei, Aegypten, Ecuator, Argentinien und Mexiko im Laufe des Berichtsjahres mit dem Völkerbünde zusammen gearbeitet haben. Weiterhin ist bemerkenswert, die tätige und immerwährende Mitarbeit der Außenminister der Bundesstaaten.
Der Völkerbund widmete sich im Laufe dieser Tätigkeitsjahres speziell der
Verbesserung der Handelsbezlehungm zwischen den Völkern,
die als ein wesentliches Element für die Aufrechterhaltung des Friedens und die Lösung des Problems der Abrüstung betrachtet wird, denn sie ist mit den Problemen der Schiedsgerichtsbarkeit und der Sicherheit eng verbunden.
Die inLcnaÜonale Virtfchaflskonferenz, welche in Genf vom 4. bis 23. Mai 1927 tagte, war eine der repräsentativsten Konferenzen, welche je organisiert worden sind, denn sie zählte 194 Mitglieder und 157 Experten, die 50 Länder und ver- :d)tebene Organisationen vertraten. Die Konferenz gelangte einstimmig zu Empfehlungen, die im wesentlichen dahin gehen, den internationalen Handel von den Hindernissen zu befreien, die von der Kriegszeit übriggeblieben sind, eine bessere Mechode in die internationale Organisation einzuführen, die Entwickluna der internationalen Kartelle aenau iu