General Anzeiger Mr
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1922
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1 Dos MrsZste.
— In Washington wird die Nachricht von einer veränderten Haltung der amerikanischen Regierung :tn der Reparations- und Kriegsschuldenfrage als ein französischer Versuchsballon bezeichnet.
— Pariser Stimmen stellen erneut fest, daß Frankreich einer Revision der deutschen Schuld nur bei Ermäßigung der französischen Schulden zustimmen werde.
— Der Reichshaushaltplan ist gestern dem Reichstag zugegangen.
— Die Geltungsdauer des deutsch-mexikanischen Handelsvertrages ist um ein Jahr verlängert worden.
— Von den Zeugenaussagen Keudells in der Peru fu n M v er handl un g im Prozeß Treskow erwartet man interessante Aufschlüsse.
— Der Postdampfer „Rochampeau" der vorgestern New Port verlassen hat, soll 10 Millionen Dollar in Gold für die Bank von Frankreich an Bord führen.
See Xei«#6aw»bAMSt>law 1928 Sem RetktzStage »«srgange«
Dem Reichstag ist am Donnerstag der Entwurf des Haushaltsplanes für 1928 zugegangen. Es werden zunächst die Beschlüsse des Reichsrats mit* geteilt, die an Mehraufwendungen gegenüber dem Voranschlag der Reichregierung 31 2U0 000 Mark bringen. Davon entfallen 20 Millionen auf eine einmalige Beihilfe für die wirtschaftlich und kulmrell besonders bedrängten Grenzgebiete i m Oste n und S ü d o st e n, weitere 6 Millionen Mark für die bedrängten westlichen Grenz- i gebiete, eine MilUon für kulturelle Fürsorgen im besetzten Gebiet, 800 000 Mark zur Förderung von Wirtschaft und Arbeit im besetzten Gebiet, zwei Millionen zur
Förderung des Exports durch Wessen
von reichswichtiger Bedeutung, eine Million für Wohlfahrtspflege und 400 Ö00 Mark zur Bekämpfung des Alkoholismus. Diese Mehrkosten sollen aufgebracht werden durch Abstriche am Wehretat, vor allem durch Zurückstellung des Baues des Panzerschiffes A (93 Millionen) und durch Verzicht auf eine Reihe von Neubauten für Finanzämter.
Der Reichsfinanzminister bemerkt dazu: Die Begründung des Reichsrats zu den von ihm beschlossenen Aenderungen sowie die Stellungnahme der Reichsregierung hierzu wird für jeden der in Betracht kommenden Haushalte nachgereicht werden. Es ist bereits angekündigt worden, daß die Reichsregierung
an dem Lau des Panzerschiffes festhallen
wolle. Die Entscheidung liegt dann beim Reichstag, dessen Beschlüsse in den Etâtsfragen endgültig sind, es sei denn, daß der Reichsrat den ganzen Etat ablehnte, was natürlich nicht zu erwarten ist.
Dieser Einleitung folgt der Entwurf eines Gesetzes über die Festsetzung des Reichshaushaltsplans für das Rechnungsjahr 1928, der auf 36 Seiten eine Uebersicht gibt. Die Abschlußziffern (in Berücksichtigung der Reichratsbeschlüsse) sind folgende:
Der ordentliche haushalt
balanciert mit 9 356 471 700 Mark. Von den Ausgaben sind 435 758 700 Mark einmalig. Von den
•il dauernden Ausgaben entfallen auf Steuerüberweisungen an Länder und Gemeinden 3 217 817 660 Mark, äußere Kriegslasten (Reparationszahlungen) 1 227 500 000 Mark.
Der außerordentliche Haushalt gleicht sich mit 146 295 410 Mark aus. Die 20 Anlagen bringen die Einzelhaushalte Don besonderem Interesse ist der Etat des Auswärtigen Amtes, dessen Ausgaben von 62^ auf 64% Millionen gestiegen sind. Eine beträchtliche Erhöhung ist bei den Reisekosten eingetreten, die mit 530 000 Mark eingesetzt sind (bisher 409 000 Mark). Dazu kommen 350 000 Mark für Reisekosten der Beamten im Auslande. Unverändert ist der Ansatz von 6 Millionen zur Pflege kultureller, humanitärer und wissenschaftlicher Beziehungen zum Auslande.
Die Kesierungs- u. öaeln^eniS- ar&eit
Eine Winisterbefprechung über die Lerwaltungs- reform wird, laut „Lokalanzeiger" am 31. Dezember stattfinden. Dann werde das Kabinett eine längere Pause eintreten lassen. Eine Kabinetts- sitzung fei jedenfalls nicht vor dem 10. Januar zu erwarten. Am 9. Januar werden voraussichtlich die interfraktionellen Besprechungen über die Schulfragen beginnen. Anschließend wird man sich über die Standesherrenfrage auseinandersehen. Am 11. Januar treten dann die wichtigsten Ausschüsse des Reichstages zusammen, um mit der Arbeit zu beginnen.
Vmovsanisation der Technischen
Die zuständigen Reichsstellen beabsichtigen, laut tLal. Rundlcbau. die Richtlinien der Technischen Not-
Washington dementiert
Leiste KsvMsn der rnteraNrrsvten Schttidenav^mwen
Newyork, 29. Dez. In Washington wird die Rachricht von einer veränderten Haltung der amerikanischen Regierung in der Reparation»- und firiegs- schuldenfrage als ein französischer Versuchsballon bezeichnet. Es wird darauf hingewiesen, daß die amerikanische Regierung schon im Hinblick aus die Wahlen keinesfalls ihre bisherige Politik ändern könne. Rach wie vor feien die Fragen der Kriegsschulden und der Reparationen für Amerika von einander unabhängige Probleme. Parker Gilbert, der bisher bei verwandten weilte, dürfte in den kommenden Tagen Besprechungen mit den höchsten Stellen in Washington führen. In den ersten Tagen der nächsten Woche wird Parker Gilbert mit den führenden Finanzleuten Rewyorks verhandeln. Am 6. Januar wird er direkt noch Berlin abreisen.
Die „Newyorker Staatszeitung" meldet zu den Plänen deutscher Versicherungsgesellschaften, ihre Geschäftstätigkeit in Amerika wieder aufzunehmen, der Verwalter des feindlichen Eigentums erkläre, es bestehe keinerlei Gefahr, daß die Vereinigten Staaten sich jemals an dem in Amerika befindlichen deutschen Privatbesitz schadlos halten könnten, falls Deutschland seine aus dem Dawes-Plan sich ergebenden Verpflichtungen nicht einhalten sollte.
Eine weitere Meldung besagt:
Newyork, 29 Dez. Entgegen anders lautenden, wahrscheinlich als Versuchsballon lancierten Meldungen, daß man in Washington heute einer Revision der interalliierten Schuldenabkommen freundlicher gegenüberstehe, als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist, wird in Washingtoner Berichten nochmals ausdrücklich fesigestellt, daß nichts zu einer derartigen Annahme berechtigt, und daß die Haltung Mellons unverändert ist.
NavNes Glimmen rum AevavatisnSvvoieSi
Paris, 29. Dez. Der „I n t r a n s i g e a n t" hat auf Grund der heute vom „Newyork Herold" verbreiteten Nachricht aus Washington über die Frage einer eventuellen Revision der Schulden- und Reparationsabkommen eine vorläufige Enquete angestellt und glaubt mitteilen zu können, in welcher Weise die politischen und diplomatischen Kreise in Frankreich reagieren würden, wenn diese zum mindesten verfrühte Nachricht sich bestätigen sollte. Das Blatt glaubt mitteilen zu können, daß Frankreich einwilligen würde, wenn diese Revision nach der protokollarischen Formel und unter der Vorbedingung vorgenommen würde, daß die Revision der Frage der interalliierten Schulden zu gleicher Zeit diskutiert werden würde. Frankreich würde dagegen seine Einwilligung verweigern, wenn man zuerst die Ziffern der deutschen Schulden revidieren würde, sowie die durch den Dawesplan festgesetzten Annuitäten und lediglich eine spätere Revision der interalliierten Schulden versprechen würde. Wenn diese Revision Platz greifen sollte, so würde Frankreich darauf bestehen, daß diese Streitfragen zu gleicher Zeit diskutiert werden würden. Wahrscheinlich würde Frankreich eine Herabsetzung zulassen. Es würde jedoch fordern, daß nach endgültiger Abrechnung ihm ein Betrag zur Verfügung bleibe, um einen Teil der Reparationen zu zahlen. Alle diese Ausführungen, so schließt das Blatt seine Betrachtungen, bewegen sich lediglich auf dem Gebiet der Hypothesen.
Paris, 30. Dez. Der Außenpolitiker des „Journal" beschäftigt sich unter Bezugnahme auf die gestrige Nachricht des „Newyork- Herold" über die Möglichkeit einer gleichzeitigen Prü^u« g der -ne* vision der Reparationszahlungen und der interalliierten Schulden, mit beiden Problemen. Er schreibt, wenn man von rein rechtlichem Standpunkt in beiden Fällen absieht, dann komme man zu der Feststellung, daß der Betrag der deutschen Entschädigung sich nicht mehr aus 132 Milliarden beläuft; denn dieser Betrag ist eine absolute Unmög
Hilfe einer grundlegenden Umarbeitung zu unterziehen. Der Begriff „öffentlicher Notstand" soll in einschränkenderer Weise als bisher feftgelegt werden. Die Technische Nothilfe soll in Zukunft nur noch in Tätigkeit treten, wenn eine augenscheinliche Gefahr für die All- gemeinheit vorliegt.
Die Neufassung der Richtlinien gibt der Technischen Nothilfe gleichzeitig die Möglichkeit, ihre Organisation wesentlich zu konzentrieren und zu vereinfachen, und damit die laufenden Kosten herabzusetzen. Diese Umorganisierung soll noch im Laufe des jetzigen Haushaltsjahres zum Abschluß gelangen.
Die Attssftelltensehültev bei den Reichsbebdvden
Berlin, 29 Dez. Nachdem heute vormittag Besprechungen mit den zuständigen Sachbearbeitern vorausgeggangen waren, fanden nachmittags im Reichsfinanzministerium die angekündigten Verhandlungen mit den Organisationen über die Ge
lichkeit geworden. Eine Entschädigung von 132 werde lediglich schon für die Bezahlung der Zmsel. Annuitäten von 6,5 Milliarden verursachen. Die normale Entschädigung nach dem Dawesplan beträgt aber nur 2,5 Milliarden Goldmark. Den Betrag von 132 Milliarden würde Deutschland niemals bezahlen können, sondern seine Schuld würde beständig wachsen. Der Widerspruch zwischen der Tatsache und der rechtlichen Lage ist nicht weniger auffallend, für die Frage der interalliierten Schulden. Wenn diese Schulden unabhängig sind von den Reparationen, so sind die Schuldenzahlungen tatsächlich doch abhängig von der Zahlungsfähigkeit des Schuldners und diese Zahlungsfähigkeit wechselt je nach dem, was Deutschland bezahlen werde. Es bestehe also doch unleugbar eine Solidarität zwischen beiden Regelungen Eine Revision sei daher unvermeidlich, umsomehr, als das von den Vereinigten Staaten angenommene System für die Regel-ung der Zahlungen ein wirtschaftliches sei. Zur gegenwärtigen Stunde habe Amerika Geld im Uebersluß und es brauche Abnehmer für seine Waren. Zur Regelung der Schulden können die Schuldner Amerika aber auch nur Gold anbieten, oder Waren, die den amerikanischen Erzeugnissen Konkurrenz machen müssen. Alles dies fei also nicht aufrecht zu erhalten. Es scheine, daß man zur ruhigen Beurteilung des ganzen Fragenkomplexes zurückkommen müsse. Die vernünftigen Kreise der Vereinigten Staaten begreifen dies sehr wohl und versuchen daher auch einen Druck auf die Regierung auszuüben. So sei die Nachricht des Newyork Herold zu erklären.
Kkehis gelernt und nW^ vev- seffen
London, 29. Dez. Die „Westminster Gazette" schreibt in einem Leitaufsatz, Böranger, Dubois und PoincarL hätten anläßlich des Gilbertschen Berichtes über die Frage der Reparationen Aeußerungen getan, die zeigen, daß sie nichts gelernt und nichts vergessen hätten und daß sie in dieser Frage noch genau auf demselben Standpunkte stehen, wie 1921. In Frankreich allein sei der alte Glaube noch am Leben, daß alles möglich sei, was man heiß wünsche. Noch naiver sei der französische Vorschlag, daß Frankreich einwilligen würde, daß die alliierten Schulden von den 132 Milliarden Goldmark, die Deutschland schulde, abgezogen werden sollten und daß sich Frankreich mit seinem Anteil an dem Betrage begnügen würde, der dann von den 132 Milliarden Goldmark noch übrig bleibe. Es sei seltsam, daß das französische Volk, das als realistisch gelte, sich immer noch damit zufrieden gebe, in einer Atmosphäre der Illusion zu leben.
Me Verseilung der deutschen Iahinngen
Im Zusamenhang mit der Diskussion über die Abänderung des Dawesplanes wird es interessieren, wie im laufenden Dawesjahr sich die Zahlungen verteilen. Im vierten Reparationsjahr (1. September 192-7 bis 31 August 1928) sollen nach dem Verteilungsplan der Reparationskommission die deutschen Zahlungen in folgender Weise verteilt werden: Frankreich .... 882,5 Millionen Goldmark England ..... 370,1 „ „ Italien......117,4 „ Belgien..... 87,4 Südslawien .... 58,8 „ „ Amerika (USA) ... 85 „ „ * Rumänien^ . . , , . 14,8 „ „ Japan ..,.,. 10 Portugal . « , , . 9,9 „ „
Griechenland ... ; 5,2 „ „
Polen...... 0,3
Dazu kommen noch der Zinsen- und Ämor- ti'ationsdienst der Dawesanleihe (91 Millioneen Goldmark) und die Kosten der fremden Kommisio- nen (10,8 Millionen Goldmark), ferner einige kleinere Posten.
haltsregelung der Ange st eilten bei den Behörden statt. Wie wir erfahren, handelte es sich dabei vor allem um die Ausgleichung der Gehälter der Ange st eilten an die der Beamten und um den Zahlungsmodus. Die Regierung legte den Organisalionsvertretern die von ihr in Aussicht genommene Regelung vor. In der Frage des Zahlungsmodus tritt insofern eine Verbesserung ein, als die Angestellten in Zukunft am 15. jedes Mo- nats ein volles Monatsgehalt bekommen sollen, während bisher am 1. und 15. je ein halbes Mo- natsgehait gezahlt wurden. Die Vertreter der Spitzenorganisationen nahmen die Mitteilungen der Regierung zur Kenntnis und stellten in Aussicht, daß sie am Samstag den 31. Dezember der Regierung zu gewissen Punkten noch eine schriftliche Formulierung ihres Standpunktes -überreichen würden.
Die ÄenSauten dev Keichs MÄSiWS
Von Rcichstagsabg. Admiral Lrüninghaus.
Der Schiffsbestand der deutschen Reichs- marine ist im Frievensdiktat von Versailles festgesetzt aus
6 Linienschiffe zu je 10 000 Tonnen
6 Kreuzer von je 60uü Tonnen
24 Torpedobootszerstörer und Torpedoboote von je 800 bzw. 200 Tonnen.
Hierzu tritt eine Materialrsserve von 25 Prozent. Die Lebensdauer der Schiffe ist auf 20, die der Torpedofahrzeuge auf 15 Jahre bemessen. Der Bau von Unterseebooten und Flugzeugen ist verboten. Wie man ohne weiteres zugeben wird, eine äußerst bescheidene Seerüstung, die nur dann den an sie zu stellenden Anforderungen gerecht werden kann, wenn sie wenigstens qualitativ auf der Höhe ist. Die Ablehnung des für 1928 geforderten Neubaus von 10 000 ts. durch den Reichsrat, und zwar durch eine Zufallsmehrheit unter Führung der preußischen Regierung, die scharfe Kritik, die die beabsichtigte Schiffsbaupolitik der Regierung in der Linkspresse erfahren hat, lassen es angezeigt erscheinen, den Dingen auf den Grund zu gehen und zu untersuchen, ob nicht etwa durch militärisch und politisch unkluge Maßnahmen sowie durch Sparsamkeit am falschen Fleck, nie wieder gutzumachende Schädigungen staatspolitischer Natur emtreten werden. Unsere ehemaligen Gegner haben sich, als sie unsere maritime Stärke, oder, besser gesagt, Schwäche vorschrieben, offenbar von den in der ganzen Welt geltenden fachmännischen Ansichten über den Aufbau einer Flotte leiten lassen. Man braucht stärkere Schiffe als Rückhalt für die Seeverteidigung und den Küstenschutz, man braucht Kreuzer und Torpedofahrzeuge für den Aufklärungsdienst und den Schutz gegen Unterseebootsangriffe. Von den vielfachen, sehr wichtigen, zumeist auf Jmpon- terabilien beruhenden Frieden-aufgaben unserer Flotte abgesehen, mutz letztere im Kriege zum mindesten so stark sein, daß sie mit einiger Aussicht auf Erfolg, wenigstens an unseren eigenen Küsten, unseren deutschen Seehandel gegen Vernichtung und Zerstörung schützen kann, sie muß vor allem die Bewegungsfreiheit in der Ostsee garantieren, da sonst die „Kolonie" Ostpreußen automatisch verloren geht. Sie muß über soviel Kampfkraft verfügen, daß sie, nachdem durch Versailles auch unsere Ostseeküste von Schleswig- Holstein bis zur Odermündung vollständig desarmiert ist, die hier entstandenen Lücken unserer Landesverteidigung schließen kann. Im übrigen muß Deutschland auch über eine gewisse Stärke zur See verfügen, weil es sonst nicht in der Lage wäre, den internationalen Bestimmungen über Aufrechterhaltung der Neutralität nachzukommen.
Es ist meines Erachtens durchaus abwegig, wenn man, wie das leider oft geschieht, davon spricht, es wäre überflüssig und daher schädlich, „Linienschiffe" von 10 000 ts. zu bauen, da sie doch als „Linienschiffe" nur minderwertig sein und bleiben würden. Das heißt doch über Zwirnsfäden einer unzutreffenden Bezeichnung stolpern. Es ist selbstverständlich, daß man mit einem Schiff von 10 000 ts. keinem Ueber-Dreaudnought von 35 000 ts. die Stirn bieten kann. Ich habe mich beim Lesen der vielen in letzter Zeit erschienenen Artikel nicht des Eindrucks erwehren können, als ob durch die verfehlte Bezeichnung „Linienschiff" viel Verwirrung und Unklarheit entstanden ist. Will man die Absicht der Reichsregierung, unsere seit Jahren vollkommen überalterten unmodernen, sogenannten Linienschiffe der Braunschweig- und Deutschland-Klasse allmählich durch Neubauten von je 10 000 ts. zu ersetzen, richtig würdigen, so muß man sich auch einen Einblick verschaffen über den Weg, den andere Nationen in letzter Zeit mit Bezug auf Kriegsschiffneubauten eingeschlagen haben. Wir finden da, abgesehen von den Seemächten ersten Ranges, durchweg die Neigung, in einem Schissstyp von etwa 10 000 ts. eine Einheit zu schaffen, der wir bisher nichts Gleichwertiges entgegenzustellen haben. Wenn man die Gedankengänge, die anscheinend die preußische Regierung zu ihrer ablehnenden Stellungnahme veranlaßt haben, durchdenkt, so müßte man logischerweise zu dem Schluß kommen, daß es überhaupt keinen Zweck hat, irgendwie für seine Landesverteidigung zu sorgen, sofern man nicht sowohl zu Lande