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General Anzeig« für

Aanaa Stadt und Land

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22. Dezember

1922

hu 392

scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Senat NM.1.-, für den ganzenMonat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1L, SamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm breite , R-Psg., Im Reklameteil von 68 mm Breite 23 R-Pfg. / Ofsertengebühr 50 R-Psg.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Telle ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung deS Bezugspreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet, x Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3952,3958

D Dss NKWsRs.

— In Nizza ist der ehemalige Außenminister des ssischen Kaiserreiches, Sasonow, gestorben. h — Kammer und Senat haben das französische läget für 1928 endgültig verabschiedet.

— Die Ozeanfliegerin Frau Grayson gilt als rforen.

— In Rom wurde gestern ein starker Erdstoß rspürt. Das Zentrum des Bebens lag in der igellandschaft des vulkanischen Albaner-Gebirges.

— Die spanische Provinz Burgos wurde von rem gewaltigen Wirbelsturnr heimgesucht.

— Auf zwei Banken in Buenos Aires wurden ombenanschläge verübt. Verschiedene Personen urden schwer verletzt.

Hebt uns die DsutWe« wieder!

Der Ruf unserer ehemaligen Kolonien.

Die in Lagos, Nigerien, erscheinende afrikanische eitung „The Nigeria» News" brachte vor einiger eit einen Artikel gegen Deutschland. Veranlassung ar der Eintritt Deutschlands in die Mandatskom- ission. Diese Kommission wurde seinerzeit vom ölkerbund eingesetzt und mit der Verwaltung der genannten Mandatsgebiete betraut.

Das sind die Deutschland geraubten Kolonien.

Als die Pariser Friedenskonferenz daran ging, :efen Raub zu verteilen, befand sie sich in nicht I trabe beneidenswerter Lage. Präsident Wilson atte sich in seinen 14 Punkten gegen jede Berau- I ung Deutschlands ausgesprochen, Elsaß-Lothringen usgenommen. Das sollte Frankreich erhalten. Weil 3 ihm durch den Frankfurter Frieden im Jahre 871 angeblich widerrechtlich genommen worden Dar.

Wilson hätte das besser wissen können. Wahr- beintich hat er es auch besser gewußt. Die Ge­richte muß ihm gesagt haben,

das Elfaß-Lolhringen uraltes deutsches Land war;

aß es Deutschland von einem französischen König e r a u b t wurde. Aber mit Elsaß-Lothringen

1 oollte Wilson eine Ausnahme gemacht haben. Sonst oUte Deutschland sein Gebiet behalten. Auch seine Kolonien. Auf dieses Programm hasten sich die Alliierten verpflichtet, und wenn sie das auch nur <etan hatten, um das deutsche Volk zu täuschen inb für den Waffenstillstand zu gewinnen — jeden- alls sahen sie sich der Pariser Konferenz dieser Zerpflichtung gegenübergestellt. Um sie zu umgehen, verfielen sie auf das Mandatssystem. Die deutschen Kolonien wurden dem Völkerbund übergeben, und Der beauftragte die Siegermächte mit ihrer Verwal- ung.

Dadurch wollte man Zeit gewinnen. Es dauerte nicht allzu lange, bis eine Macht nach der anderen nit ihren wahren Absichten hervortrat und daran ging, die Verwaltung der ihr überwiesenen Kolo­nien so einzurichten, als ob sie ihr schon ganz und gar gehörten. Die Wünsche der Eingeborenen, die gar zu gern wieder unter deutscher Herrschaft ge­wesen wären, fanden keine Berücksichtigung. Noch weniger die Wünsche Deutschlands, das immer wie­der betont hat, es brauche auch feine ehemaligen Kolonien dringend, wenn es den ihm in Versailles auferlegten Verpflichtungen nachkommen solle.

An diesem Stande der Dinge hat bis jetzt auch die Zulassung Deutschlands zur 7Nan- datskommission nichts geändert, und wenn die ganz unter englischem Einfluß stehende „Nigerian Daily Times" ihrem Unwillen Ausdruck gab über die Zulassung Deutschland zur ' Mandatskommission, dann sprach sie damit nur aus, was in Kreisen der alliierten Beutepolitiker die all­gemeine Stimmung ist. Das Blatt leistete sich bei dieser Gelegenheit so viel Verdrehungen und Un= Wahrheiten, daß es einem in Lagos lebenden Ein­geborenen aus Kamerun zuviel wurde. Er richtete -olgende Zuschrift an die Schriftleitung des Blattes: „Im Hnblick auf Ihren Leitartikel zur Frage Der Rückgabe der deutschen Kolonien an Deutsch­land bin ich betrübt, daß Ihr aufgeklärtes Blatt seine Spalten öffnet für den Pressefeldzug gegen deutsche Kolonialmethoden, für Artikel, von denen die meisten auf Unwissenheit und Vorurteil auf- zebaut sind.

In den deutschen Kolonien gibt es keinen Ein­geborenen, der nicht glücklich wäre, wenn er die Deutschen wieder im Lande wüßte.

Lon dem, was Deutschland für Kamerun und Togo geleistet hat, hat kein anderes Gouvernement auch nur einen Bruchteil getan. Die Eingeborenen der deutschen Kolonien sind heute, wie ehedem die Israeliten, über alle Länder versprengt, um sich der französischen Bedrückung zu entziehen. Als Ein­geborener einer deutschen Kolonie kann ich bekun­den,

daß die Franzosen wie ein Gifthauch gewirkt haben.

All die ausgezeichneten Einrichtungen, die die Deutschen pflegten, sind vernachlässigt worden, der Handel ist zerstört und die Bevölkerung bis auf die Knochen besteuert. Wir haben nun genug gehört von der angeblichen Gottlosigkeit der Deutschen; wenn aber die Wahl besteht zwischen ihnen und den Franzosen,

dann gebt uns die Deutschen. Gott möge geben, daß sie bald zurückkehrem

Sin Hüte- und Slusbii« des ReichsKnanrminiftevs

Verlia, 24. Dez. In einem Artikel „Rückblick und Ausblick" im Berliner Börsen-Courier" wirft Rsichssinanzminister Dr. Köhler zunächst einen Rückblick aus das Jahr 1927, das eine weitere Ver­einheitlichung und Vereinfachung des deutschen Steuerwesens gebracht habe, und vor allem zu be­trachten sei als ein Jahr des Aufräumens, um den Weg freizumachen zu weiterer Entwicklung. Wenn auch die politische Lage in Deutschland starke Span­nungen zeige und der soziale Ausgleich erschwert durch die Verwüstungen der Inflation, nur wenig weiter gediehen sei, so habe sich die zunächst recht schwierige finanzpolitische Lage doch etwas freund­licher gestaltet. Freilich befinde sich die deutsche Volks­wirtschaft, die Trägerin der deutschen Finanzpolitik, noch im Fluß und fester Grund sei noch nicht über­all vorhanden. Ihre Belastungen erreichten immer noch eine Höhe, die auf die Dauer Besorgnis er­regen müsse. Der Minister wies in diesem Zu­sammenhang auf die Mißernte und Naturkata­strophen, sowie auf die großen sozialen Kämpfe, unter anderem auf den Konflikt in der Eisenhütten­industrie hin und betonte, daß die Reichsregierung für die Erhaltung der Wirtschaft wie des sozialen Friedens eine Aufgabe von höchster Wichtigkeit ge­stellt sei. In der Reparationspolitik, in der wir uns vor dem normalen Jahr des Dawes-Planes

Fransreich und die europäische

FvßedsnsMMM MerhuaGtsseivsSch mit Bvia«d

Berlin, 24. Dez. Die „Voss. Ztg." veröffentlicht ein Interview, das Jules Sauerwein mit dem französischen Außenminister Briand hatte. Auf die Frage nach dem Fortschritt, den die inter­nationale Zusammenarbeit im Laufe des letzten Jahres gemacht hat, antwortete Briand, sie seien umso ermutigender, als man große Gefahren fast mit bem Aermel gestreift hat. Es ist, fuhr Briand fort, eine gewaltige, auf weite Sicht gestellte Auf­gabe, auf einem Kontinent, der von solchen Kon­vulsion geschüttelt wurde wie Europa, einen wirklichen Frieden wieder herzustellen. Es gibt Wunden, die noch immer bluten. Der Ausgleich aller noch schwebenden und z. T. recht gefährlichen Faktoren erfordert nicht nur eine keinen Augenblick nachlassende Aufmerksamkeit sondern auch einen möglichst häufigen persönlichen Meinungsaustausch zwischen den verantwortlichen Ministern der ver­schiedenen Sänber. Briand erinnert an den pol­nisch-litauischen Konflikt: „Zwischen Polen und Li­tauen konnte von einem Augenblick zum andern einer jener Zwischenfälle sich reignen, bei dem die Gewehre von selbst losgehen. Es wäre verwegen zu glauben, daß Feindseligkeiten dieser Art, wenn sie einmal ausgebrochen sind zu lokalisieren und auf die beiden ursprünglichen Gegner beschränkt werden können. Im Osten Europas, wo gewisse Grenzen von den nächstb-eteiligten Staaten selbst nicht aner­kannt werden, würde ähnlich wie auf dem Balkan und in anderen Gegenden Europas ein Krieg sehr rasch von Land zu Land um sich gegriffen und in dem unglücklichen Europa erneut einen Riesen-

Der Raub der deutschen Kolonien ist von den 21ttiierten damit begründet worden, daß Deutsch­land als Kolonisator vollständig versagt habe, die Eingeborenen geknechtet und sich in jeder Weise unfähig erwiesen habe, aus den Kolonien etwas Brauchbares zu machen. Auch Woodrow Wilson hat sich von dieser dreisten Lüge betören lassen. In­zwischen hat man aber schon sehr häufig gehört, daß die Eingeborenen herzlich froh wären, wenn sie zu

zwischen hat man

chren angeblichen Bedrückern zurück könnten. Auch von anständigen Engländern ist zugegeben worden, daß die Deutschen in ihren Kolonien in jeder Be­ziehung Vorbildliches geleistet haben, und daß Aehnliches bis jetzt von keiner der in Frage kom­menden Mächte habe geleistet werden können. Es ist auch angeregt worden, die Eingeborenen selbst darüber ab stimmen zu lassen, wie sie ihre Zu­kunft gestaltet haben wollen, und Sache der Man­datskommission hätte es längst sein müssen, diese Anregung wenigstens in Erwägung zu ziehen. Das hat sie natürlich nicht getan, die beiden großen Landräuber, England und Frankreich, haben es nicht gestattet. Soweit geht ihr Enthusiasmus für Freiheit und Selbstbestimmung der Völker eben doch noch lange nicht. Das war auch nur Gerede; ehrlich gemeint ist es niemals gewesen.

Mewnacktssstttze aus Ansevika

Washington, 24. Dez. Der demokratische Senator von Newyork Robert Wagner, der der erste aus Deutschland eingewanderte Amerikaner ist, dem die Wähler den höMt^r verfassungsmäßig für ihn

befinden, sei Dsuischlanid seinen Verpflichtungen ge­recht gemonben, was Parker Gilbert in seinem erst­malig, auch mit Lestgödanten für die Zukunft aus- gestaiteten Jahresbericht anerkannt habe. Das Jahr 1928 fei ein Jahr der Wahlentschâdungen in der Welt. Der Deutsche hoffe für sich, daß die Wahl nicht aus nur parteipolitischen Motiven geführt und nicht mit nur partei-egmfstschen Mechoden ausgefochten werde, denn auf die neue politische Grundlage wür- den sich Entschlüße von größter politischer Tragweite aufzubauen haben.

Ein großes Problem beherrsche das Jahr 1928, nämlich die Vereinfachung der deutschen Verwaltung unter Angleichung der staatlichen Struktur Deutsch­lands an die durch den Verlust des Krieges ge­schaffene neue Lebensbasis des deutschen Volkes mit dem Ziel einer größeren Kostenersparnis. An dieses Ziel sollte ohne Mißachtung des historisch Geworde­nen und ohne Verkennung des gegenwärtig Not­wendigen, aber auch ohne Verquickung mit nicht aus- gesprochenem, aber da und dort sehnlich gewünschten Zwecken herangegongen. werden. Zum Schluß wünschte der Minister, daß das kommende Jahr für Deutschland die Sammlung und Ordnung der wahr­haft politischen Kräfte zur Erhaltung und Festigung der deutschen Republik bringe.

brand entfacht haben. Wenn auch noch Schwierig­keiten zu überwinden sind, so ist es doch aus­geschlossen, daß Polen und Litauen noch hand­gemein werden."

Briand betonte daß dieser Erfolg nicht zuletzt neben der Haltung von Polen und Litauen sehr wesentlich der Mitarbeit Deutschlands und Sowjetrußlands zu danken sei, die sicher ein Wort bei der Beilegung der Streitfrage mitzu­sprechen hatten. Nichts sei leichter, sagte Briand, als Herrn Stresemann zu der dafür erforderlichen Aussprache zu gewinnen und uns seine Mitwirkung zu sichern, die nach den mannigfachen Beweisen, die dieser außerordentliche Staatsmann von seiner Klugheit und seinem Weitblick bereits früher ge­geben hat, für uns von Anfang an außer Zweifel stand. Auch die Unterredungen, die ich und mehrere meiner Kollegen mit Herrn Litwin 0 ff hatten, haben sehr wesentlich dazu beigetragen, die Bei­legung des Konfliktes zu erleichtern.

Nachdem er die Hoffnung ausgesprochen hatte, daß durch eine freimütige, freundliche Auseinander­setzung auch die zwischen Frankreich und Italien be­stehenden Mißverständnisse aus der Welt geschafft werden, schloß er mit bep Worten: „Die Einsicht, daß der Krieg sich nicht bezahlt macht, ist heute glücklicherweise Gemeingut geworden. Man hat sich entschlossen, sich anderen Methoden zuzuwenden. Auf diesem Wege wird man mit Geduld weiter­schreiten müssen, das ist, was heute die Völker ver- langen."

die!

erreichbaren Vertrauensposten in Washington ge­geben haben, übermittelte Wolffs Telegraphischem Büro folgenden Weihnachtsgruß zur Weitergabe an die deutsche Oeffentlichkeit: Ich bin glücklich, auf diesem Wege Ihnen und Ihren Lesern meine besten Wünsche, ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im neuen Jahr übermitteln zu können. Ich hoffe, daß diese Festzost der Nächstenliebe eine Aera regen Austausches sowohl materieller Güter wie von Ideen und Idealen zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volke einleite und daß das neue Jahr beide Nationen vereint finde in den Be­mühungen zur Verewigung des Friedens und zur Befestigung freundschaftlicher Beziehungen mit allen übrigen Völkern.

Lewis Pearson, der Präsident des Zen­tralverbandes amerikanischer Handelskammern in Washington, dem 1550 Handelskammern in den Vereinigten Staaten und etwa 800 000 Industrielle, Bankiers und Geschäftsleute angehören, welcher gleichzeitig Generaldirektor der American Ex­

change Irving Trust Cy. ist, übersandte Wolffs- Telegraphischem Büro folgenden Gruß der ameri­kanischen Geschäftswelt zum Weihnachtsfeste: Die amerikanischen Geschäftsleute stellen mit Freude und Genugtuung dm allmählichen stetigen Aufstieg Deutschlands auf dem wirtschaftlichen Wiederauf­baus fest. Die Erkenntnis, daß die Märkte der Welt aufeinander angewiesen sind und sich gegen­seitig beeinflußen, wird jetzt immer mehr aner­kannt. Der Internationale Handel spielt eine wich-

tige Rolle bei der Lösung der Probleme der Ar-nassfest m Fr schert verbringen tÄrnsn.

beitslosigkeit und der wirtschaftlichen Gefuichheit der einzelnen Nationen. Die internationalen Wirt­schaftsbeziehungen sollten daher mit aller Energie gefördert werden.

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Paris, 26. Dez. Der ehemalige russische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Sergej Dimitrie - witsch Sassonow, ist in der vergangenen Nacht in Nizza, wo er sich seit einigen Tagen aufhielt, einem Herzschlag erlegen. Sassonow, der ein Alter von 67 Jahren erreicht hat, war als Nachfolger Iswolskis von 1910 bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1916 Leiter des russischen Ministeriums des Aeuhern. Seit der russischen Revolution lebte er hauptsächlich in Frankreich.

*

Sergej Dimitrijewitsch Sassanow wurde am 27. Juli 1860 im Gouvernement Rjasan geboren. 1910 zum Nachfolger Iswolskis als Minister des Auswärtigen berufen, gelang es Sassanow iw Gegensatz zu starken Strömungen nicht unfreund­liche Beziehungen zu Deutschland und sogar eine gewisse Annäherung an Oesterreich herzustellen Seine Politik der Verständigung führte 1912 zm Erneuerung der auf sein Betreiben 1910 abge­schlossenen Potsdamer Vereinbarungen zwischen Wil Helm II. und Zar Nikolaus. 'Trotz Drängens einet starken Kriegspartei am Zarenhofe wahrte Sasso nows Politik auch als der Balkankrieg ausbrach mit den übrigen Mächten Europas strenge Neutralität, konnte jedoch nicht verhindern, daß sich das Verhält­nis zu Oesterreich, namentlich infolge der öfter* reichisch-ferbischen Unstimmigkeiten, verschlechterte Während des zweiten Balkankrieges erlitt Sasso- nows Politik durch die Ablehnung seiner Vermitt­lungsvorschläge durch Serbien und Griechenland eine Schlappe, ebenso dadurch, daß Bulgarien im Vertrauen auf Rußlands Hilfe sich auf den Kampf sinließ und unterlag. Seitdem herrscht dort Miß­trauen gegen Rußland, das zu gleicher Zeit sich Rumänien gegenüber sehr entgegenkommend zeigte.

So war die Lage, als im August 1914 der Welt­krieg ausbrach, was S. vielleicht gern verhindert hätte, aber nicht verhindern konnte. Seine Rolle in diesen Tagen ist noch nicht genügend geklärt. In- folge einer der zahlreichen Schwankungen im Schoß der russischen Regierung trat S. im Herbst 1916 zu­rück. Nach der Bolschewistenrevolution floh er nach Deutschland und später nach Frankreich.

Berlin, 27. Dez. Alle heute erschienenen Ber­liner Morgenblätter beschäftigen sich mit dem Hin- scheiden Sosonows und mit der Rolle, die der russische Außenminister namentlich während der Krieges gespielt hat.

Der „Lokalanzeiger" schreibt: _ Nächst Iswolsky und Poincars ist es die Politik Sasonows gewesen, die am meisten zum Ausbruch des Weltkrieges bei getragen hat.

Die „Vossische Zeitung" schreibt, daß Sasonow kein Mann von der skrupellosen Art seines Vorgän­gers Iswolsky gewesen ist. Es ist zweifellos, er sah das Unheil tommen, wünschte es zu vermeiden, fand aber weder den Weg noch die Kraft dazu, irgend einen entscheidenden Schritt zu tun. Er ließ sich ebenso treiben wie alle die Staatsmänner die damals am Ruder waren. Von ihnen allen gilt das Wort des Fürsten Lichnowjky: Ein für einen bestimmten Zweck gewollter und geführter Krieg braucht kein Verbrechen zu fein, ihn aber verursachen, ohne ihn gewollt zu haben, ist das schlimmste, was man einem Staatsmann vorwerfen kann.

Das „B. T." weift darauf hin, daß während .des Krieges Safonow ein entschiedener Gegner einer jeden Verständigung mit Deutschland gewesen sei.

Im „Vorwärts" heißt es, er mar kein ausge­sprochener Kriegshetzer wie Jswolskiy, aber der Situation von 1914 stand er hilflos gegenüber. Die zum Krieg treibende Militärpartei war stärker als er.

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Berlin, 24. Dez. Das Ergebnis der Wahlen zur Angestelltenversicherung aus 1172 Bezirken (wobei nur noch drei Bezirke fehlen) ist folgendes: Deutsch- nationaler Handlungsgehilfenverband (DHV) Ver­trauensmänner 1631, Ersatzmänner 2499, Stimmen 273111. Sonstige Verbände des Gefamtverbandes Deutscher Angestelltengewerkschaften (Gedag-Ver- bände) 294 bzw. 711 bzw. 144 225. Gewerkschafts­bund der Angestellten (GDA) Vertrauensmänner 917, Ersatzmänner 1851, Stimmen 241161. Son­stige Hauptausschußverbände: 128 bzw. 306 bzw. 42 643. Hauptausschuß zusammen: 2970 bzw. 5368 63m 701140. Allgemeiner Freier Angestelltenbund (Afa)- Vertrauensmänner 555, Ersatzmänner 1605 Stimmen 270 075. Wilde 91 bzw. 238 bzw. 5830.

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Berlin, 24. Dez. Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist die Zahl der Gnadsnerweise in Preußen anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten auf 120 000 gestiegen. Dabei ist in zahlreichen Fällen der Entlassungstermin so be- stiinnrt worden, daß die Begnadigten das Weih