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15, Dssemdee
1922
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage / Bezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag iz, SamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm »reite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm »reite 25 R-Pfg. / Osfertengebühr so R-Psg.
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n.B
General Attzeigrv für
D«s Ne«sfts.
— Der Reichstag hat gestern die Besoldungs- orlage mit 333 gegen 53 Stimmen bei 16 Enthal- ungen angenommen. Des weiteren hat der Reichsag der Gewährung einer Weihnachtsgabe für die Kleinrentner zugestnnmt.
— 5m preußischen Landtag sprach gestern der ftnanzmmistcr zum Haushaltsplan für 1928.
— In Kanton ist die Ordnung wieder hergestellt. Sie Regierungslruppen sind wieder im Besitze der sradt
-- Die Nankinger Regierungspartei hat eine Protestaktion gegen den angeblichen russischen Einlaß in den Angelegenheiten Chinas eingeleitet.
— Der amerikanische Ozeanflieger Lindbergh, )cr vom Präsidenten von Mexiko, Calles, eingela- )en wurde nach Mexiko-City zu fliegen, ist dort rach 27stündigem Flug glatt gelandet.
Die DüffsSvsvkev VevbandStssiseer
Wie der „Vorwärts" meldet, war es bei den Düsseldorfer Schlichtungsverhandlungen bisher nur möglich, in zwei Fragen eine Verständigung zu er- jielen, von der jedoch nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Arbeitern betroffen wird, und zwar:
1. Arbeiter in den Gas-, Kraft- und Gebläse- zentralen, für die eine Arbeitszeitverkürzung zunächst von acht Stunden (57 Stunden ab 1. Januar 1928 und die dreigeleilte Wechselschichl am 1. April 1928) zur Einführung gelangen soll, und
2. für die Arbeiter in den Agglomerat- und Sinteranlagen, für die die dreigeteilte achtstündige wechselschichl ab 1. Januar 1928 eingeführt wird.
In allen anderen Fragen stehen sich die Ansichten der Parteien schroff gegenüber.
Mit der Fällung' eines Schiedsspruches ist im Saul? des heutigen Tages, voraussichtlich am Vormittag. zu rechnen.
• Des wÄvtLembevMche GtaaSS- vvüMent sessn d» EinhsZtsstas-.
. Heilbronn, 14. Dez. Der württembergische Staats- , Präsident Bazille, der heute Heilbronn einen Besuch abstattete, erklärte im Rathaus u. a.: Die schwierigste Frage der Gegenwart sei das Verhältnis zwischen Reich und Ländern. Vermutlich werde in den nächsten Jahren um dieses Problem ein heftiger Kampf entbrennen. Die Annahme, daß durch die Schaffung eines Einheitsstaates Ersparnisse erzielt würden, beruhe auf einer Illusion. Wenn der Einheitsstaat wirklich dem Zug unserer Zeit entsprechen würde, so könnte man sich mit ihm wie mit einem historisch notwendigen Ereignis abfinden. In keinem der großen Föderativstaaten der Welt, weder in Amerika noch in Rußland, noch in der Schweiz, machen sich aber unitarischen Tendenzen geltend. Sie seien lediglich in Deutschland zu verzeichnen. Den Einheitsstaat müsse man deshalb a b l e h n e n.
Aesievuns sese« VavSament.
In der gestrigen Sitzung des Mecklenburg-Stre- liher Landtages wurde der Antrag des Geschäftsordnungsausschusses, zwei Mandate der deutsch- nationalen Volkspartei für ungültig zu erklären und von diesen beiden Mandaten je eins der völkischen Freiheitsbewegung und der Deutschen Volkspartei zuzusprechen, in namentlicher Abstimmung mit 18 gegen 15 Stimmen angenommen. Gegen den Beschluß legte Minister Schwabe namens der Regierung feierlichen Protest ein und kündigte an, daß die Regierung gegen den Landtag wegen versas- sungsbruches beim Staatsgerichthos Klage erheben würde.
^efftfdbet Landtag.
Die Besatzung.
Darmstadt, 14. Dez. Der hessische Landtag hielt yeule eine fast sechsstündige Sitzung ab, in der bei überfüllten Tribünen und zum Teil heftigen Debatten zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten eine Reihe von Anträgen auf Winterbeihiifen zu Gunsten dieser oder jener Gruppe von Hilfsbsdürf- tioten erörtert wurde. Obwohl die Regierung durch Fmanzmimster Henrich und Wirtschaftsrnimfter Raab auf die Unmöglichkeit hinwies, daß der hessische Staat bei feiner Finanzlage weitere Ausgaben bewillige, ohne daß der Lalcktog zugleich neue Einnahmen beschaffe, fand sich doch in einigen Fällen eine Mehrheit, die zum Teil die Bezirksfürsorgever- bände und Gemeinden vom Land aus auffordern will, den bei ihnen Unterstützungsberechtigten eine Winterbeihilfe im Durchschnitt von 40 Mark zu gewähren, wobei die Hälfte dieser Mittel aus Land- tagsmllteln ersetzt werden soll. Ebenso wurde eine Wirtschaftsbeihilfe an alle ständig in Staatsbetrie- den beschäftigten Arbeiter bewilligt. Dagegen wurden Mittel für die ausgesperrten 3igarrenarbeiter abgelehnt, sowie ein Antrag ^r Dolksrechtspartel auf eine Weihnachtsbeihilfe an wkinrentner. Angenommen wurde eine Regierungsvolage. die als rinmalige Ausgabe in dem Entwurf des Staatsvor- inschlages für 1928 109 000 Mk. für bauliche Ausführungen zur Verbesserung verschiedener Anstalten n Bad Nauheim fordert, darunter Schaffung von Badewäsche, Errichtung eines Vestibüls im Konzert - Haus, Vergrößerung eines Teils der Wand«haue.
Die Befoldunssrefovm erledig,.
Dks DovSase im KerGstas mit 333 sessn 53 Stimmen bei 16 Entdatttmaen angenommen.
Berlin, 14. Dez. Der Reichstag fetzte heute vormittag 10 Uhr die Einzelberatung der Besoldungs- vorlaae fort. Zunächst drehte sich die Aussprache um die Uebergangsvorschriften und den Abschnitt „Wartegelder, Ruhegelder usw." Die Abstimmung über die zu den einzelnen Paragraphen vorliegenden Anträge wurden wegen zu schwacher Besetzung des Hauses vorläufig zurückgestellt.
Im Verlaufe der Aussprache über die Pensionsparagraphen kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Roßmann (Soz.) der einen Antrag seiner Partei begründet hatte, wonach die Ruhegehälter ehemaliger Offiziere den Betrag von 12 000 Mark nicht überschreiten dürften, und dem Abg. Schmidt-Hannover ((Dntl.), der jede Pensionskürzung als Derfassungsbruch ablehnte und dem Abg. Roßmann den Vorwurf machte, sich deshalb eifrig für eine Aufbesserung der Direktorengehälter in Gruppe 13 einzusetzen, nachdem er selbst durch die Revolution Direktor eines Versorgungs
amtes in Gruppe 13 geworden sei. Abg. Roßmann stellte entschieden in Abrede, daß er sich für eine
stellte entschieden
Aufbesserung der Direktoren in Gruppe 13 einsetze.
Diese Behauptung sei eine freche und unverschämte Lüge. Die von dem Abg. Schmidt-Hannover vorgebrachten persönlichen Aeußerungen feien eine Gemeinheit. Präsident Loebe rief den Abg. Roßmann wegen dieser Bemerkung zur Ordnung.
Abg. E r s i n g (Z.) bedauerte die von dem Abg. Schmidt-Hannover geübte Art der Auseinander- setzumg. Damit werde den Regierungsparteien kein Dienst geleistet. Abg. Schmidt-Hannover erklärte, er habe mit seinen Ausführungen nicht behauptet, daß Abg. Roßmann selbst sich persönliche Vorteile verschaffen wolle.
Gegen 2 Uhr wurden dann die Abstimmungen über die zu den Pensionsparagraphen vorliegenden Anträge vorgenommen. Die Anträge, durchweg sozialdemokratische, wurden in namentlicher Abstimmung sämtlich abgelehnt. Besonders zu erwähnen ist, daß bei der Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag, die Pensionen auf den Höchstbetrag von 12 000 Mark jährlich zu beschränken, für den Antrag neben den Sozialdemokraten und Kommunisten auch viele Zentrumsabgeordnete und die Wirtschaftliche Vereinigung stimmten. Dagegen stimmten von der Opposition die Demokraten gegen diesen Antrag. Auch dieser Antrag wurde mit 200 gegen 190 Stimmen mit 17 Stimmenenthaltungen abgelehnt.
Dev Antvas dev Kestevunss- pavteien auf Gteveneiufvavuns ausenammen.
Zur Erörterung kam dann der gestern von den Regierungsparteien eingebrachte Antrag, wonach steiwerdende Stellen durch Beamte ferner nicht wieder besetzt werden sollen. Von sozialdemokratischer und demokratischer Seite wurde bezweifelt, ob dieser Antrag nicht eine Verfassungsänderung bedeute. Dies stellte Reichsfinanzminister Köhler in einer kurzen Erklärung in Abrede und betonte ausdrücklich, daß die Regierung mit diesem Antrag der Regierungsparteien einverstanden sei. Er hob ferner yervor, daß der Antrag sich bemühe, die vielen Reden über die Verwaltungsreform endlich in die Tat umzusetzen.
Der Antrag der Regierungsparteien, bezüglich der Stelleneinsparung, wurde schließlich in namentlicher Abstimmung mit 218 gegen 171 Stimmen bei 5 Stimmenenthaltungen, angenommen. Angenommen wurden in einfacher Abstimmung die einzelnen Besoldungsordnungen A, B, C und D, und zwar stimmten nur die Kommunisten und die Wirtschaft!. Vereinigung dagegen. Unter Ablehnung aller sonstigen Änderungsanträge wurden auch die, Schlußvorschriften angenommen.
Nachdem noch die Diätenordnung für die außerplanmäßigen Beamten gleichfalls nach den Aus- ichuhbeschlüssen angenommen worden war, wurde die zweite Lesung der Besoldungsordnung geschlossen. Die dritte Lösung wurde zunächst zurückgestellt, da das Haus sich vorerst noch mit einigen kleineren Vorlagen beschäftigen wollte.
Zunächst wurde der Gesetzentwurf, durch den die Sozialversicherung und die Erwerbslosenfürsorge auf die bei Reparationsarbeiten im Ausland beschäftigten Arbeiter bis zum 31. Dezember 1929
Die Mittel soym, wie seither in derartigen Fällen, aus den Einkünften des laufenden Betriebs bestritten werben. Zum Schluß wurde mit Beifall eine Erklärung der Zentrumspartei angenommen, die ihr äußerstes Befremden über das geringe Maß
Entgegenkommen ans pricht, das dem deutschen dem preußischen Minister lsche ans Herabsetzung der französischen Be- unterstehenden Hochschule ng Rheinhessens zuterl geworden ist. Darauf gelehnt haben, sind die
von
Wunsche
fatzuna Rheinhessens zuterl gewo , . _______, entließ der Präsident den Landtag mit besten Weih
nachts wünsche».
weiter ausgedehnt we^en soll, mit großer Mehrheit angenommen.
Das Haus wai.dte sich dann dem gestern im sozialpolitischen Ausschuß angenommenen Antrag über
die wewnarbiSbewttfe fite die âleinveninev
zu. In der Aussprache darüber richteten die Vertreter der Opposition hauptsächlich gegen die Deutjch- nationalen scharfe Angriffe, denen sie den Vorwurf machten, kein soziales Verständnis für die Kleinrentner zu zeigen. Im Ausschuß sei erst mit Unterstützung anderer Parteien der Zentrumsantrag angenommen worden. Bei der Hauptversammlung des Kleinrentnerverbondes hätten die Vertreter der Regierungsparteien mit ihren Reden den Eindruck erweckt, als wollten sie im Ausschuß den demokratischen Antrag auf schleunige gesetzliche Rentnerfürsorge durchsetzen. Im Ausschuß hätten aber die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartel das verhindert. Nachdem sich die Aussprache über mehrere Stunden hingezogen hatte, wurde der Ausschußantrag schließlich angenommen.
Das Haus trat nunmehr in
die dritte Lesung der Besoldungsvorlage ein. Das Wort nahm zunächst Abg. v. Guerard (Z.), der auf den sozialdemokratischen Antrag bezüglich der Beschränkung der, Pensionen bis zu 12 000 M^r" zurückkam Auch ^s Z e n.tu' u m, erklärte der Lüedner, wünsche eine Beschränkung der Ruhegehälter nach oben. Eine Begrenzung der Zuschläge habe es schon durchgeietzt. Es habe auch die Vorlage eines Pensions- gesetzes für politische Beamte gefordert. Bisher habe es mit seinen Forderungen noch nichts erreicht. Nach Annahme der vorliegenden Bejol- dungsordnung werde es jedoch feine Forderungen nach einer Begrenzung der Pensionen nach osen erneuern. Redner richtete an die Regierung die Frage, ob und wann ein Pmsionsgesetz für die politischen Beamten zu erwarten sei. Der vorliegende sozialdemokratische -Antrag sei allerdings für das Zentrum nicht annehmbar, weil er das Ziel nicht erreiche) das dem Zentrum vorschwebe.
Ein Mittrfisvvsttftonsgesetz in 6iM
Reichsfinanzminister Dr. Köhler erklärte kurz, daß im Reichskabinett schon seit langer Zeit der Entwurf eines Ministerpensionsgejetz vorliege, das nicht nur für die aus dem Beamtenstand hervorgc- gangenen Minister, sondern für alle Minister diese Frage regeln soll. Das Kabinett sei nur wegen Arbeitsfülle noch nicht zur Erledigung dieses Entwurfes gekommen. Er werde aber schon in aller- nächfter Zeit dem Reichstag zugehen.
Abg. Roßmann (Soz.) bezeichnet die Erklärungen des Abg. Guerard als ein Meisterstück der Zentrumstaktik. Grundsätze, die auf dem Papier stehen bleiben, feien- billig wie Brombeeren. Die sozialdemokratische Fraktion sei bereit, den vom Zentrum bemängelten Teil ihres Antrages zurückzu- zichen, so daß nur der Teil bestehen bleibe, daß Pensionen den Betrag von jährlich 12 000 Mark nicht übersteigen dürfen. '
Der sozialdemokratische Antrag wird daraus mit 217:176 Stimmen bei 13 Enthaltungen abgelehnt. Dor der Schlußabstimmung gibt der Abg. Steinkopf (Soz.) eine Erklärung ab, wonach feine Fraktion alles versucht habe, das unsoziale Klassenfystem der Vorlage zu beseitigen. Trotzdem wolle feine Fraktion es nicht verantworten, daß die unteren und mittleren Beomtengruppen auf die ihnen seit Jahren versprochene Gehaltserhöhung noch länger warten müßten, und sie werde daher der Vorlage zustimmen. Der Antrag Eisenberger auf Zurück st ellung der Vorlage wird abgelehnt. An namentlicher Schlußabstimmung wird dann die Vorlage mit 333:53 Stimmen der Kommunisten, des Bayerischen Bauernbundes und der Wirtschaftspartei bei 16 Enthaltungen des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei angenommen. Unter lebhaften Beifall des Hauses dankt dann Prä- Sdent Loebe den Abgeordneten für ihre mühevolle rbeit. Die Entschließungen werden auf Donnerstag vertagt. Das Haus vertagt sich dann auf Donnerstag, 14 Uhr: Versorgungsgefetz, Entschließungen zur Besoldungsvorlage.
Das Ende dee GelbsLvevwaltuns an den ^Kandersbochsthule«.
Berlin, 14. Dez. Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet: Da die Studierenden an oen dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe unterstehenden Hochschule die Selbstverwaltung ab- „7-^-- , - 7 " Studentenschaften ebenso wie an den übrigen preußischen Hochschulen durch besondere Verordnung aufgehoben worben.
Die Se«Km«s der Loh« Muss.
weil die Regierung daß das Gesetz mit d
Aus den gestrigen Verhandlungen des Steuerausschusses ergibt sich, daß die Folgerungen, die die Regierung aus der sogenannten Lex Brüning (Senkung der Lohnsteuer) ziehen will, auf recht erhebliche Schwierigkeiten stoßen. Dabei besteht die Notwendigkeit, daß dieser Gegenstand noch vor dem Ausein- andergehen des Reichstages geregelt wird, weil die Regierung Wert darauf legt, daß das Gesetz mit dem Beginn des neuen Jahres in Kraft treten kann. Die Regierungsvorlage will das steuerfreie Existenzminimum, das gegenwärtig auf 1200 Mark im Jahre bemessen ist, nicht heraufsetzen, sondern nur die Abzüge erhöhen, die für Familienmitglieder gemacht werden dürfen. Sie will ferner den Steuerprozentsatz von 10 auf 9 Prozent herabsetzen, bei den Veranlagten zur Einkommensteuer allerdings nur auf 9^ Prozent. Auf der andern Seite soll nach der Regierungsvorlage das Soll-Aufkommen aus der Lohnsteuer aus 1300 Millionen Mark festgesetzt, d. h. um 100 Millionen erhöht werden. Diese letzte Maßnahme wird damit begründet, daß sich das frühere Verhältnis zwischen dem Ertrag der Lohnsteuer und dem der Körperschafts- und Vermögenssteuer zu Ungunsten der Lohnsteuer
verschoben hat.
Die Vorlage der Regierung ist schon im Reichsrat auf Schwierigkeiten gestoßen. Der Reichsrat hat die Festsetzung des Soll-Ertrages der Lohnsteuer auf 1300 Millionen abgelehnt, da er zugunsten der Länderfinanzen einen höheren Betrag aus der Lohnsteuer zu erhalten hofft. Infolgedessen hat die Regierung dem Reichstag eine Doppelvorlage unterbreitet. Weitere Schwierigkeiten sind dann im Steuerausschuß hervorgetreten, da einem Teil der Parteien die Regierungsvorlage nicht weit genug geht. Dazu gehört auch das Zentrum, das bisher noch nicht Farbe bekannt hat, dessen Vertreter aber doch durchblicken lassen, daß sie ebenso wie die Sozialdemokraten eine Heraufsetzung des Eristenzminimums verlangen. Diese Forderung stößt aber nicht nur bei der Reicksregierung auf Widerstand, sondern sie wird auck dem Reichsrat unannehmbar sein, da die Länder wegen ihrer Finanzschwierigkeiten an einem möglichst hohen Ertrag der Lohnsteuer ein großes Jntereffe haben. Parteipolitisch gesehen, ist dieser Umstand besonders bemerkenswert, weil die preußische Regierung unter Führung der Sozialdemokraten sehr energisch gegen eine Heraufsetzung des steuerfreien Existenzminimums eintritt. Wie sich die Lage klären wird, läßt sich im Augenblick noch nicht voraussehen.
f Widerstand, son üchsrat unannehM
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Berlin, 14. Dez. Der Steuerausschuß des Reichstags beriet heute die Novelle zum Einkommen steuergesetz betreffend Senkung der Lohnsteuei weiter. „ ,
Abg. Neubauer (Kom.) begründet einet Eventualantrag seiner Partei, der das Existenz Minimum auf 1920 Reichsmark festsetzen will. senkt werden müsse diese Steuer mit Rücksicht aw die fortschreitende Entwertung des Geldes.
Damit schließt die allgemeine Aussprache.
Abg. Dr. Brüning (Ztr.) erklärt, daß seine Partei heute noch nicht durch Abstimmung endgültig sich entscheiden könne.
Auf Anfragen erklärte Staatssekretär Dr. Po - p i tz : Unter allen Umständen wünschte die Reichs- regisrung die Senkung der Lohnsteuer vor dem 31. Dezember. Wenn man das erreichen wolle, so müsse man praktische Arbeit leisten. Die vielen Anregungen, die von den einzelnen Parteien bis letzt gegeben seien, schienen ihm nicht die Mehrheit zu finden. Danach werde doch die Regierungsvorlage die geeignetste Grundlage bilden. Die Regierung halte daran fest, daß die Lohnsteuer 1300 Mill. Mk. bringen müsse. Das bedingten einmal die Erfordernisse der Länder und Gemeinden. Außerdem rechtfertigte das die Entstehungsgeschicbte der Lex -oru= ning und die Entwicklung der Verhältnisse, die seitdem eingetreten seien; insbesondere die Steigerung der Gehälter und Löhne und die bevorstehende Verabschiedung der Besoldungsordnung. Es müsse doch auch erstrebt werden, daß der Reichsrat keinen Einspruch einlege, damit das Gesetz tatsächlich am 1 Januar 1928 in Kraft treten könne. Noch komplizierter würde die Situation durch die verschiedenen Anträge mehrerer Parteien, die nicht direkt mit der Lohnsteuer zusammenhingen, z. B. die Anträge auf Aenderung des Tarifs, auf Einführung der Besteuerung nach dem dreijährigen Durchschnitt und auf Aufhebung des Steuerabzuges vom Kapitalertrag bei den festverzinslichen Wertpapieren Jedenfalls seien das alles schwerwiegende Fragen die eine eingehende Erörterung nötig machten. Dakönne nach Weihnachten geschehen. Die gegenwärtigen Verhandlungen dürfen jedenfalls "mit diesen Problemen nicht belastet werden, wenn man schnell