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1922
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—Im Reichstag wurden gestern die sozialdemo- itischen und kommunistischen Mißtrauensanträge gelehnt.
— Der Reichskanzler hat das Schreiben des sußischen Ministerpräsidenten zum Zwischenfall udell— Becker beantwortet.
M— Das Reichskabinett hielt gestern eine Sitzung , in der die noch offenen Punkte des Besoldungs- setzes erledigt wurden.
— Im amerikanischen Kongreß wurde gestern ' Iahresbotschaft des Präsidenten Coolidge ver- . en.
—In Genf fand eine Konferenz der fünf Rats- tchte über den Wilnakonflikt statt. Es heißt, daß re neue Verzögerung in der Beilegung dieses Kon- 1 ktes zu erwarten ist.
Des -Kanzlers Antwort an VvKNW»
Berlin, 6. Dez. Reichskanzler Dr. Marx sandte dem preußischen Minis Präsidenten auf sein Schreiben vom 30. Nov. r chstehende Antwort:
„Sehr geehrter Herr MinisterpräsidentI Ich bestätige den Eingang Ihres Schreibens vom 30. Nov. bezüglich des Telegramms des Herrn Reichsmi» nisters des Innern Dr. v. Ke u d e l l an den Borstand der Deutschen Studentenschaft.
Zunächst weise ich gegenüber Ihrer Behauptung,
Ws DevMttdkKttNS ist dsv BKfoSdttttSsvoVZSgö.
Zunächst weise ich gegen: daß es sich um eine „st a: und einen ostentativen Angriff gehandelt habe, darauf hin, daß die Wortfassung des Telegramms in keiner Weise als aggressiv bezeichnet werden kann und auch keinerlei amtlichen Zusatz und
rke Brüskierung
Fällen, die ohne Zweifel viel schwerwiegender lagen, stets vermieden. Aus den gleichen Motiven heraus sehe ich mich auch a u ß e r st a n d e, auf den nach Form und Inhalt ungewöhnlichen Schlußsatz Ihres Briefes ein - z u g e h e n.
Angesichts der Veröffentlichung Ihres Briefes sehe ich mich selbstredend im vorliegenden Falle genötigt, auch das Schreiben der Reichsregierung der
achtung
usüruck meiner vorzüglichen Hoch- gez. Dr. Marx."
Berlin, 6. Dez. Im Laufe des heutigen Tages auch in den Fragen, die noch offen standen, eine -reinbarung erzielt worden. Es handelt sich dabei a erster Linie um die Forderung des Zentrums, die walibenrenten im Zusammenhang mit der Be- ldungsvorlage ebenfalls zu erhöhen und zwar lrch einen besonderen Paragraphen, der in den esetzentwurf eingefügt werden sollte.
Die übrigen Koalitionsparteien
Charakter getragen hat. Außerdem liegt mir baran, namens der Reichsregierung festzustellen, daß Herrn Minister v. Keudell ein Angriff gegen die Person des Herrn Staatsministers Dr. Becker oder gar eine Kränkung völlig ferngelegen hat.
Die Reichsregierung glaubt sich im übrigen mit Ihnen, Herr Ministerpräsident, darin einig zu wissen, daß Abgeordneten lediglich deshalb, weil sie gleichzeiti
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orschlag ab, da die Erfüllung der Zentrumssorde-
jung
j einen Mehraufwand von 150 Millionen Mark erforderlich
achen würde. Ueber die Möglichkeit einer solchen Mehrbelastung müßte zunächst der Reichsfinanz- inister und er Reichskanzler befragt werden. In- Igebeffen nahm das Zentrum zunächst mit dem ab inest Fühlung. Wie es scheint, hat sich bei ekr Besprechung
ÜU leâUoWchkèil ..jebkil, den Ds»iM-iz» durchzuführen.
Infolgedessen ist das Zentrum bereit, auf seine 'sprüngliche Forderung zu verzichten und die rage, ob die Invalidenrenten erhöht werden llen, bis z u den Etatsberatungen zu vertagen, wie . auch mit der Frage der Besserstellung der Klein- ntner geschehen ist.
In Verbindung mit dem Besoldungsgesetz soll diglich eine Entschließung von feiten des Zentrums ngebracht werden, die die
Erhöhung der Invalidenrenten der Regierung zur Erwägung gibt.
amit würde diese Frage zunächst beglichen sein.
Was die Sonderzulagen angeht, so wird man ach hier die Entscheidung, ob die Zulagen aufrecht h falten werden sollten oder nicht, bis zur Etat- eratung vertagen.
Das Reichskabinett hielt am Nachmittag eine ützung ab, in der es die noch ausstehenden Fragen er Besoldungsvorlage erledigte. Damit ist die Verabschiedung der Vorlage als ge- ichert anzusehen.
MvttOa-isÄÄVtsr mt& Veamten- dSiMbtLNK.
Berlin, 6. Dez. Der Reichsausschuß der Wirt- Haftspartei beschäftigte sich in seiner Tagung am Menstag mit Fragen der Beamtenbesoldung, der ' tentnerfürsorge und dem Liquidationsschädengesetz. für Beamtenbesoldungsfrage wurde beschlossen, daß ie Partei der Besoldungsvorlage nur zustimme, renn die Mittel zur Deckung ohne neue Steuern u. hne Steuererhöhung einwandfrei nachgewiesen mrden. Demgemäß werden die Vertreter der Zartei im Reichstag und im Preußischen Landtag en Antrag einbringen, daß vom Reichsetat und Zreußenetat 10 Prozent der gesamten Ausgaben egenüber 1927 gestrichen werden sollen. Die dadurch freiwerdenden Mittel sollen in erster Linie ur Durchführung der Rentnerfürsorge und des Ziquidationsschädengesetzes verwendet und die Be- oldunqsvorlage erst durchgeführt werden, wenn rach Lösung dieser Aufgaben weitere Mittel zur Verfügung ständen. Ferner billigte der Reichsaus- chuß die bisherige Haltung der Reichstagsfraktion ,um Reichsschulgesetz.
Dsv ArOMMSan dss KsZGstass.
Berlin, 6. Dez. Der A e l t e st e n r a t des Reichstags beschloß heute mittag, daß außer den Anfragen über die Wirtschaftslage und der Abstimmung über die dazu vorliegenden Mißtrauensan- ß rüge, des Krankenoerficherungsgefetzes für Seeleute und der Aussprache über die Ruhrentschädigungen also Gegenstände, die bereits auf der heutigen Tagesordnung stehen, in dieser Woche auch der lüdslawische Handelsvertrag, kleinere Vorlagen und eventuell noch das Spiritusmonopolgesetz in erster Lesung erledigt werden sollen. In der n ä ch st e n Woche will der Reichstag die Beratung der Besoldungsvorlage u. der bamit in Verbindung stehenden Aenderung des Reichsversor- gungsgesetzes für die Kriegsbeschädigten m Angriff nehmen, sowie die Verlängerung der Mieter- fchutzgesetzgebung beschließen. Dei. 19. und 20. Dezember sind für die erste Lesung des R e l ch s- Haushalts für 1928 in Aussicht genommen. Danach soll die Weihnachtspause eintreten. Für den
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» Aas Ergebnis der Dezembertagung des Vorbereitungsausschusses für die Abrüstungs- ionserenz kommt am besten in den Worten zum Ausdruck: Abermals überlegener Sieg der Franzosen und ihres Anhanges in Genf! Und dieser Sieg ist gleichbedeutend mit der Sabotage der Äbrüstungsidee.
Der Deutsche kann nur mit Bedauern feststellen, daß auf feiten der offenen wie der versteckten Abrüstungsgegner die befähigteren Diplomaten waren. Wie glänzend überwand Frankreichs Vertreter, Paul-Boncour, den russischen Antrag auf Totalabrüstung! Wie gerissen operierte Benesch und P o l i t i s! Die Kunst dieser Diplomaten brachte schließlich die Groteske zustande, daß die Staaten, die für Abrüstung sich einsetzen, als Störenfriede betrachtet werden. Als solche kamen natürlich nur das Deutsche Reich und Rußland in Betracht. Das russische Vorgehen in Genf war nicht klug, die Taktik des deutschen Vertreter- Graf Bernstorff nicht glücklich. So endet die Genfer Abrüsrungstagung mit einem Mißerfolg für die, die sich für Rüstungsverminderung wirklich oder dem Anschein nach einsetzen.
Das Abrüstungsproblem, wie es feit Jahren Genf beschäftigt, hat zum Inhalt die Trilogie: Sicherheit, Schiedsgericht, Abrüstung. Die Franzosen verfechten die These: Erst muß völlige Sicherheit gewährleistet sein, ehe sich Frankreich der obligatorischen Schiedsgerichtsidee und dem Abrüstungsgedanken unterwerfen kann. Die deutsche These lautet: Auf Grund der vorhandenen Sicherheiten muß unter Aufgebot des obligatorischen Schiedsgerichts die baldige Abrüstung in dis Wege geleitet werden. Auch das praktische Ergebnis von Genf zeigt den Sieg dei. Abrüstungsgegner. Man bildete einen Sicher- Heitsausschuß, dessen Vorsitzender Benesch wurde. In diesem Ausschuß ist die Ansicht dominierend, daß eine völlige Lösung der Sicherheitsfrage zurzeit nicht denkbar sei. Der Sicherheitsausschuß soll am 20. Februar zusammentreten, der Vorbereitungsausschuß dagegen am 15. März. Auch diese Aufstellung des Termins gibt kund, daß der Aussprache über evtl. Abrüstungen die Diskussion „über Sicherheit vorausgehen muh. Die französische These gibt also weiterhin den Beratungen der Abrüstungssitzungen die Signatur. Das alles sagte bereits Lloyd George, der jetzt auf feiten der Abrüstungsfreunds steht, voraus, denn er schrieb vor dem Beginn der Genfer Tagung: „Die Mittelmächte werden sich wohl in ihre Zitadelle „Erst Sicherheit" zurückziehen. Das heißt, sie werden als Vorbedingung für die Abrüstung vom Völkerbund die Garantie verlangen, daß die bestehenden Grenzen unter dem Schutz der vereinten Streitkräfte aller Mitgliederstaaten stehen. Eine solche Zusicherung können sie nicht erhalten, und die Konferenz wird in bedeutungslosen Phrasen ausklingen, die die Dinge genau da lassen werden, wo sie jetzt sind." Lloyd George hat auch den Mut, zu sagen, wer an der gegenwärtigen Unsicherheit in der Welt schuld ist. Er weist ohne Scheu auf Frankreich und sagt mit Recht:. „Ehe Frankreich nicht sein volles Gewicht für Abrüstung in die Wagschals wirft, kann nichts erreicht werden." Und Frankreich denkt nicht daran, abzurüsten. Im Gegenteil, es hat das Bestreben, unentwegt aufzurüsten, obwohl es über das stärkste Heer der Welt verfügt. Die französische Regierung verlangt von der Kammer für neue Rüstungen im Jahre 1928 die Genehmigung einer Summe, die fast um zwei Milliarden Franken höher ist als der Bedarf des Heeres und der Marine im Jahre 1927. Und diese Politik wird nur noch von der schändlichen Hetze übertroffen, die die Franzosen dadurch betreiben, daß sie ihre neuen gewaltigen Rüstungen durch Hinweise auf die 2(usgaben Deutschlands für seine Reichswehr begründen. Das deutsche Kaderheer läßt mit einem Male den Franzosen keine Ruhe. Dabei wissen die Franzosen ganz genau, daß die Kosten für die Reichswehr, die in der Tat in keinem Verhältnis zu der Kleinheit dieses Heeres stehen, durch den Zwang der törichten Bestimmungen des Versailler Diktats verursacht werden. Wie man n Wahrheit in Frankreich über das kleine leutsche Heer und über das Abrüstungsproblem denkt, gibt P e r t i n a x im „Echo de Paris" vom 1. Dezember kund: „Die Rationen", so schreibt er, „müssen hinreichend gerüstet bleiben, damit sie die Verpflichtungen erfüllen können, die sie im Völkerbundpakt (0
Berlin, 6. Dez. Die Deutschnationale Presse stimmt der Antwort des Reichskanzlers Dr. Marx an den preußischen Ministerpräsidenten Braun in der Angelegenheit des Keudelltelegramms zu unter Hervorhebung der fachlichen Form, die sich vorteilhaft von der des Braunschen Briefes unterscheide. — Die „Tägl. Rundschau" erklärt, daß die Antwort des Reichskanzlers durchaus dem politischen und verfassungsmäßigen Zustande gerecht werde. Die Zurückweisung der Art, wie die preußische Regierung es wieder einmal gegen die Reichsregierung vorzugehen für nötig befunden habe, sei durchaus berechtigt und zu billigen. — Die „Ger - mani a" lieft aus der Reichskanzlerantwort eine leichte Mißbilligung des Verhaltens des Reichsinnenministers heraus, wenn diese auch nicht offen ausgesprochen werde. Damit sei allerdings eine nur sehr milde Form der Kritik gewählt worden. Einer Handlung gegenüber, die nach Auffassung des Blattes nicht gerechtfertigt werden kann. Daß die Rk'chLreaierung gegenüber der Boykottandrohung sich ,u zurückhaltend benimmt, sei ein Zeichen für ihren Derständigungswillen, dem Herr Braun zweifellos Rechnung tragen werde, weil er ein kluger Politiker sei. Zum Schluß appelliert das Blatt an den Reichsinnenminister, daß auch er sich künftig Mühe gebe, politische Zwischenfälle zu vermeiden. — Die „Voss. Ztg.", die wissen will, daß vor dem Zustandekommen der Antwort des Reichskanzlers Dutzende von Entwürfen ausgearbeitet, verworfen umredigiert und geteilt worden feien, sagt, daß mit dem Schreiben die Reichsregierung bekunde, daß sie die deutschnationale Stellungnahme zu der Frage des Studentenrechtes nicht zu der ihren mache, sondern sie ablehne. — Anders urteilt der „Vorwärts": Man könnte von Herrn Marx nichts
i g ein hohes Staatsamt ch der Verfassung jedermann ende politische M einungsäuße» sofern sie sachlich gehalten ist, nicht v e r - werden könne. Hinzu kommt, daß es sich bei
bekleiden, eine na
z u st e h r un g, wehrt
it werde.
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! Meinungsäuße- ndelt, die von der preu-
dem Telegramm um eine r u n g zu einer Frage bm WW
ßischen Staatsregierung selber nicht im Wege einer Entscheidung gelöst, sondern der Abstimmung und damit der Oeffentlichkeit unterbreitet war.
Selbstverständlich kann in solchen Fällen die Entscheidung, ob ein persönlicher oder politischer Akt beabsichtigt ist, oft schwierig sein. Die Reichsregie, rung erklärt deshalb, daß das Telearamm keinen Schluß auf die An sichtender Reichste- g i e r u n g zuläßt, die ihrerseits zu den in Frage stehenden studentischen Problemen überhaupt nicht
Stellung genommen hat.
Sie können, Herr Ministerpräsident, davon über- S: sein, daß ich wie bisher alles daran setzen e, ein möglich st reibungsloses und vertrauensvolles Zusammmenarbei- ten zwischen Reich und Preußen zu ermöglichen. Gerade aus diesem Grunde b e d a u r e ich aber die Veröffentlichung Ihres Briefes, die kaum eine Stunde nach feiner Abgabe bei mir seitens der preußischen Staatsregierung erfolgt i ft, so daß z. B. die übrigen Mitglieder des Reichs- kabinetts von ihm zunächst aus den Tageszeitungen Kenntnis bekamen. Eine solche Veröffentlichung hat die Reichsregierung in
anderes erwarten. • Er ist so gut wie seine eigene Partei der Gefangene des Bürgerblocks und der den Bürgerblock führenden Partei, der Deutschnationalen.
Ablehnung der Mißtrauens anteäge.
Berlin. 6. Dez. Die Beratung der Interpellation über die Notlage in den östlichen und westlichen Grenzgebieten wird in der heutigen Reichstagssitzung fortgesetzt.
Abg. Knoll (Ztr.) geht auf die Notlage im rheinhessischen Wirtschaftsgebiet ein. Unter dem übermäßigen Druck der Besetzung habe ganz Helsen am allerschwersten zu leiden, denn in Hessen betrage die Besatzungsstärke nicht weniger als 420 auf je 10 000 Einwohner. Don der Bssetzungsoer- minhernng habe Hessen kaum etwas gespürt. Die Bevölkerung werde trotz aller Besetzungsnöte treu und fest zum Reiche stehen.
hessische
Oberregierungsrat Dr. Edward erklärt als Vertreter der hessischen Staatsregierung, Hessen sei enttäuscht darüber, daß die Verminderung der Besatzung für das hessische Land kaum irgendwie fühl- bar geworden sei. Trotz der schweren Wohnungsnot habe sich die Zahl der beschlagnahmten Wohnungen nicht verringert. In Mainz sei beinahe jeder siebente Mensch ein französischer Soldat. Die hes- fische Regierung bitte die Reichsregierung, durch vermehrte Zuweisung von Aufträgen der hessischen Wirtschaft Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben. Auch in kultureller Beziehung bedürfe Hessen bet Förderung des Reiches.
Abg. Schulte-Breslau (Ztr.) fordert ein Ostverkehrsprogramm auf lange Sicht. Die wirtschaftliche und kulturelle Gefährdung des deutschen Ostens
Wiederbeginn der Vollsitzungen ist die dritte Januarwoche voxgeschen.
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Berlin, 6. Dez. Wie die „Boff. Zkg." zu wissen glaubt, wird innerhalb der Parteien der preußischen Regierungskoalition erwogen, die Frage der Be-
erheische schnelle und umfass enbe Hilfe durch das Reich. ,
Abg. Frick (Nat.-Soz.) bezeichnet alle Reden im Reichstag als zwecklos, solange die Dawespolitik nicht aufgegeben fei. Die Nationalsozialisten würden dem Mißtrauensantrag gegen die Regierung zustimmen. Damit schließt die Aussprache.
Abg. Gräfe (Völk.) erklärt, seine Freunde brächten dem Kabinett, in dem Dr. Stresemann als Außenminister sitzt, das schärfste Mißtrauen entgegen. In dem vorliegenden Mißtrauensantrag liege aber eine parteipolitische Demonstration gegen das bekannte Keudell-Telegramm, darum würden die Völkischen nicht für den Antrag stimmen.
In der folgenden namentlichen Abstimmung über den von Kommunisten und Sozialdemokraten gleichlautend eingebrachten Mißtrauensantrag gegen die Regierung wird dieser Antrag mit 229 gegen 192 Stimmen bei 14 Stimmenenthaltungen abgelehnt. Für den Mißtrauensantrag haben außer Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten auch die Nationalsozialisten und der Zentrumsabgeordnete Dr. Wirth gestimmt. Stimmenthalllunq haben die völkischen und einige Mitglieder der Wirtschaftspartei geübt.
Mit großer Mehrheit wird bann der sozialdemokratische Antrag angenommen, der die Beschleunigung der Verkehrsreformen im linksrheinischen Gebiet fordert.— Das Haus vertagt sich auf Mittivoch: Ausschußbericht über die Ruhrentschädigung.
»ng öffentlicher Gebäude Straßen und Plätze Jnitiativgefeh endgültig zu regeln. 3n dem neuen Gesetz soll bestimmt werden, daß Beflaggung öffentlicher Gebäude eine Angelegenheit der Landeshoheit ist und somit nur von der allgemeinen Landesverwaltung geregelt wird. Eine Beflaggung von Gebäuden mit öffentlich- rechtlichen Charakter soll das Staatsministerium bestimmen.