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S. 222
Montag de«
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21. Novembe«
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Nss KsASkte.
- Der Reichsminister des Aeußeren, Dr. i emann, und der Reichswirtschaftsminister Dr.
us, sind zur Teilnahme an der heute in nschweig stattfindenden Zentralvorstandssitzung
ü Deutschen Volkspartei eingetroffen.x
- In Berliner politischen Kreisen weist man jf hin, daß die Abrüstungskonferenz sich nicht einer Behandlung der Sicherheitsfrage begnü- darf.
- In Belgien droht eine Kabinettskrise, weil Sozialisten auf der Herabsetzung der Militär- Ji^ bestehen.
iS ■- Am Grabe Ioffe's sprach Trotzki, dem von Bersammellen eine Ovation bereitet wurde.
Nie Starke der europäischen Armeen.
London, 19. Nov. Der Sekretär des Kriegs-
amtes, Worthington-Evans, hat heute eine Erklärung abgegeben, in der er sich gegen die „sensationelle und irrtümliche Darstellung" wendet, die in der letzten Zeit von Lloyd George, Lord Rothermere und dem Arbeiterführer Thomas be- zöüglich der Stärke der europäischen Armeen abgegeben worden seien. Er sagte: „Lloyd Georges Behauptung, die siegreichen Rationen hätten gegenwärtig über 10 Millionen Mann unter den Waffen, if falsche Informationen. Tatsächlich stehen Europa 3 552 000 Mann unter den Waf-
eine bemerkenswerte Steigerung von 43 Millionen Pfund im Jahre 1924/25 auf 67 Millionen Pfund im Jahre 1926/27.
London, 21. Nov. Lord Rothermere
erwiderte heute auf die gestrigen ErNäruk „ britischen Kriegsamtes über die Zahl der bewaffneten Streitkräfte der europäischen Mächte. Er
Erklärungen des
beruht au heute in <
Gitbevbettskomttee und Äb- vüftunsSdebatie.
Ein deutscher Hinweis.
Serlin, 20. Nov. In politischen Kreisen Berlins man im Hinblick auf die bevorstehende Tagung Abrüstungskommission der Befürchtung Aus- - f, daß die eigentliche Abrüstungsdebatte wäh-
) dieser Tagung zugunsten der Verhandlungen r das während der Herbsttagung beschlossene üstungskomitee in den Hintergrund gedrängt den könnte. Es bestehen Anzeichen dafür, daß ' : solche Praxis ’m Interesse der französischen zenpoltik liegt, die darauf hinarbeitet, die bevor- . ende Tagung so kurz zu halten, daß lediglich das herheitskomitee eingesetzt und eine sachliche Ab- iungsdebatte kaum noch zustande kommen würde. Demgegenüber verweist man hier auf den wäh- d der Herbsttagung in Genf von deutscher Seite r zum Ausdruck gekommenen Standpunkt, daß H nach deutscher Ansicht gegen die Behandlung
Sicherheitsfrage nichts einzuwenden sei, daß ;r die Abrüstungsfrage bas 2t und das O aller rb.mhlungen zur Sicherheit des Friedens fein ffe. Aus diesem Grunde hat dann auch, wie von unterrichteter Seite verlautet, der deutsche Dele- ionsführer für die Abrüstungsverhandlungen, af Bernstorff, an den Präsidenten der vorberei- den Abrüstungskommission, Loudon, einen Brief ichtet, in dem darauf hingewiesen wird, daß aus bevorstehenden Tagung der Kommission genü- .. id Zeit zu einer sachlichen Diskussion der ersten sung des Konoentionsentwurfes garantiert wer- 1 müsse.
Mart muß die LNavrsusssött bSven,
Paris, 21. Nov. Zur Beteiligung Rußlands der vorbereitenden Abrüstungskonferenz schreibt s „Oeuvre": Es ist nicht schlecht, daß Deutsch- nd und gelegentlich Rußland die Nationen, die n Krieg gewonnen haben, daran erinnern, daß 1 sich zur Abrüstung verpflichtet haben. Ohne esen notwendigen Antrieb würde zum Unglück r Völker die Abrüstung bereits beendigt sein, urch die Fehler der britischen Admiralität und m amerikanischen Imperialismus droht der neue üsiungswettkampf wieder anzuheben. Coolidge whehlt es nicht und Robert Cecil hat recht, sich irüber zu erregen. Ob sie über Berlin oder Mos- iu kommen, man muh die Warnungen zu hören 'rstehen, weil es nicht angeht, einfach 200 Millio- en Menschen von der Landkarte zu streichen. Zwei tinifter haben sie zu vertreten, das ist nicht allzu iel.
-ev NseM. MstarrrmSnMev übev öèe WeßoMrmssvefSVM.
Dortmund, 20. Nov. In einer vom Deutschen ■ieamtenbunb einberufenen großen Beamten- und ehrerversammlung ergriff der preußische Finanz- ünister, Dr. Hoepker-Aschoff das Wort zu einem iortrag über die Besoldungsregelung in Preußen nd im Reich. Er wies darauf hin, daß die Neu- egelung als preußisches Gesetz bereits in den ersten Dagen des Dezember verkündet werden könne. Das siel der neuen Befoldungsordnung sei zunächst einmal gewesen, dem Gros der Beamten eine fühl- >are Aufbesserung zu bringen und innerhalb der inzelnen Beamtenkategorien einen vernünftigen Aufstieg nach dem Dienstalter zu schaffen. Die frage, ob die Besoldungsordnung beschränkt werden solle auf die Staatsbeamten und Lehrer, sei >ei der Regierung eingehend erörtert worden, und man sei zu dem Entschluß gekommen, dem Landtage eine Formulierung vorzuschlagen, die dahin zeche, Gemeinden und Gemeindeverbände im Sinne des kommenden Beamtengesetzes zu verpflichten, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse die Dienstbezüge ihrer Beamten so zu regeln, daß deren Bezüge den Grundsätzen dieses Gesetzes entsprechen. Eine Verwaltungsreform mit einer Verminderung des Personals durchzuführen, hänge zum größten TeU ab von einer vernünftigen Neugliederung des Reiches, bei der starke Ersparungen gemacht werden könnten. Auf die Frage der Sonderzuschläge eingehend, sagte der Minister, die Reichsregierung plane einen gewissen Abbau dieser Zuschläge, der aber vorsichtig und behutsam vor sich pehen müsse. Die preußische Staatsregierung habe sich von dem großen Ziele leiten lassen, daß die Besoldungsneu- »rdnung eine staatspolmsche Notwendigkeit sei, die sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten be= Megen müsse-
fen, davon entfallen aber 1124 000 Mann auf die Rote Armee in Rußland, so daß es ohne die Sowjetstreitkräfte insgesamt nur 2 428 000 Mann gibt, gegenüber 5 318 000 Mann im Jahre 1914. Der Minister betonte weiter, daß die britische Regierung alles Mögliche getan habe, um den Weg für die allegemine Einschränkung der Rüstungen zu ebnen und sagte: „Wenn man dm verminderten Wert des Geldes berücksichtigt, so sind die Ausgaben für das britische Heer viel geringer als vor dem Kriege. Von den 41% Millionen Pfund für das Heeresbudget entfallen ungefähr 8 Mill, Pfund auf Pensionen und dergleichen, sodaß für das eigentliche Heer nur 33% Millionen Pfund übrig bleiben. Demgegenüber zeigt der Etat der Roten Armee
sagte: Ich verstehe nicht, was Worthington Evans mit feiner Erklärung meint. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß im Falle einer Kriegsdrohung innerhalb von zehn Tagen Frankreich vier Mill. Mann unter den Waffen haben würde. Italien dreieinhalb Millionen und die drei Staaten der Kleinen Entente zweieinhalb Millionen Mann, was insgesamt zehn Millionen Manu ergeben würde. In meinem Atikel habe ich die von Lloyd George genannten Zahlen benutzt, weil ich nicht den Wunsch hatte, den Eindruck zu erwecken, als ob ich übertreibe. Tatsächlich aber hat Lloyd- George die bewaffneten Streitkräfte, die im Falle eines allgemeinen Krieges sofort mobil gemacht werden könnten, ganz erheblich unterschätzt. Das übrige Europa kann ohne Schwierigkeit weitere zehn Millionen ausgebildeter Soldaten aufstellen, was eine Gesamtsumme von zwanzig Millionen Bewaffneter ergeben würde.
VoßeuB M<m:2f essen die deutsche Schule in Sbevschle^ r.
In dem schweren Kampfe, den trotz aller Beschlüsse des Völkerbundes die nationalen Minderheiten nach wie vor zu bestehen haben, hat von jeher die Schule eine bedeutende Rolle gespielt. Mit aller Gewalt suchen die feindlich gesinnten Regierungen, die den Minderheiten auf diesem Gebiete eingeräumten Rechte zu unterdrücken. Vielfach hat man sich, wie z. B. Italien in Südtirol, nicht gescheut, die anderssprachigen Schulen einfach zu schließen, widerspenstige Lehrer auszuweisen und die gegen die scharfen Bestimmungen verstoßenden Eltern zu bestrafen. In ihrem fanatischen Hasse gegen die Fremdstämmigen ist es den Regierungen gleichgültig, ob auf diese Weise die Volksbildung nachläßt und die Zahl der Analphabeten
bedenklich steigt.
Bei der den Polen eigenen Gehässigkeit gegen alles Deutsche waren ähnliche Vorstöße auch in dem widerrechtlich an den neuen Staal gefallenen Gebieten, besonders in Ostoberschlesien zu erwarten. Um von vornherein die Lage zu klären, trafen daher das Deutsche Reich und Polen im Mai 1922 ein Abkommen, das alle Einzelheiten in der Schulfrage regeln ....... ' t, unter
Neutschiauds Sachlieserungen au Kvauteeich.
^avbke« SVev Die wivtssbaftttebe Vedsuiurrs des Garbitefsvungen.
Paris, 19. Nov. Im Laufe der Diskussion über das Budget der befreiten Gebiete hat der Minister für öffentliche Arbeiten, Tardieu, weitere Ein-
zelheiten über die deutschen Sachlieferungen angegeben. Minister Tardieu wies daraufhin, daß " " " statt 600
im Jahre 1927 die zerstörten Gebiete ftat
Millionen Franken Sachlieferungen nur 530 lionen ausgenommen haben. Davon entfallen auf
Mil-
künstlichen Dünger 60 Millionen, auf Zucker 28 Millionen, Vieh 150 Millionen, industrielle Stoffe 130 Millionen und Baukonstruktionsmaterial 162 Millionen Franken.
Bei den Sachlieferungen seien besonders zwei Punkte zu beachten, ihre Verwendung als Wiederaufbaumaterial und die Preis-
frage. Was den ersteren Punkt anbelange, so verringere^ sich die Aufnahmefähigkeit für die deutschen Sachlieferungen in dem
Aufnahmefähigkeit für die „en in dem Maße, wie der Wiederaufbau fortschreite. Hinsichtlich der Preisfrage sei zu berücksichtigen daß durch die Preissteigerung in Deutschland die Sachlieferungen oft für den französischen Verbraucher sich sehr günstig gestalten. Außerdem ergäben sich erhebliche Verluste beim Wiederverkauf derjenigen Produkte,
oft für den günstig gest«!
sehr un-
für die im Wiederaufbau keine Verwendung sei und deren Wiederverkauf den französischen Firmen gestattet sei.
Während in den Jahren 1924 und 1925 die
Sie GeschSrislase dev ReèOsvE
Berlin, 20. Nov. In der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost über die Finanzlage der Deutschen Reichspost erstattete Gesandter Boden Bericht. Danach wird die Einnahme aus der Gebührenordnung und der von der Verwaltung geschätzten Verkehrssteigerung 186 Millionen RMk. betragen; dem steht ein Aufwand von 302 Millionen RMk. gegenüber, der durch die bevorstehende Verbesserung der Besoldungen für Beamte, die bereits laufende Erhöhung der Wohnungsgelder und der Tariflöhne durch notwendige Betriebsverbesserungen und laufende Ausgaben verursacht wird. Der hiernach ungedeckte Betrag von 116 Millionen RMk. soll durch weitgehende Rationalisierung und durch äußerste Beschneidung der Ausgaben, namentlich im Telegraphen- und Fernsprechausbau, in der Zurückstellung von Bauvorhaben und in der Beschränkung von sonstigen Beschaffungen aufgebracht werden.
Auf diese Weise soll der Etat ins Gleichgewicht gebracht werden, ohne daß die bereits in Angriff genommenen Verbesserungsmaßnahmen einge- schränkt zu werden brauchen. Nach Verabschiedung der Besoldungsordnung soll die Verwaltung einen entsprechenden Nachtragsetat aufstellen, der dem Verwaltungsrat vorzulegen ist. Die Aufnahme der noch nicht begebenen Anleihe von 174 Millionen RMk. wird weiter verfolgt; empfohlen wird der Versuch, zunächst je nach Bedarf Teilbeträge im Inland auszubringen.
Der Verwaltungsrat erklärte sich mit der Behandlung der Finanzen durch das Reichspost- Ministerium einverstanden. Er erklärte ferner seine Zustimmung zu den Richtlinien für die Durchprüfung der Deutschen Reichspost durch den Reichsspar- kommissar. Einigen geringfügigen Aende- jungen der Postscheckordoung und der
französischen Firmne im zerstörten Gebiet noch 85—90 Prozent der Eknckäufspreise der deutschen Sachlieferungen erhielten, ist dieser Prozentsatz jetzt auf 80 Prozent herabgesunken.
Der Minister betonte weiter, daß infolge der ‘ chlindustrie
Kartellbildung in der Eisen- und Stahli jeder Wiederverkauf deutscher auf Repai
auf Reparationskonto gelieferter Eisen- und Stahlmaterialien un=
möglich sei. Andererseits weigerten sich die deutschen Stahlindustriellen, Bestellungen für das zerstörte Gebiet entgegenzunehmen, indem sie sich hinter der Rohstahlgemeinschaft verschanzten.
Zum Schlüsse seiner Ausführungen kündigte Tardieu einige Maßnahmen an, die er sofort dem Finanz- und Handelsminister unterbreiten werde. Diese Maßnahmen gipfeln in folgenden Punkten:
1. Erweiterung derjenigen Sachlieferungon, für die der Wiederverkauf erlaubt ist;
2. Erhöhung der Rabatte, die den französischen Firmen für deutsche Sachlieferungen gewährt werden;
3. Steuererleichterungen und Vermehrung der Kontingente gewisser Warenkategorien, die sich für die zerstörten Gebiete besonders eignen. Hinsichtlich der Stahl- und Eisenerzeugnisse kündigte Minister Tardieu an, er werde demnächst die Vollmacht verlangen, mit einzelnen saarländischen Firmen, die außerhalb des Stahlkartells ständen, günstige Lieferungsoerträge für die zerstörten Gebiete anzuschließen.
Po st Ordnung, welche letztere sich auf Ermäßigung der Nachgebühren bei nicht oder unzureichend freigemachten Briefsendungen und einige Erleichterungen bei der Aushändigung von Postsendungen beziehen, wurde zugestimmt, ebenso der Einbeziehung von Mainz und Wiesbaden sowie von Hamburg und Harburg-Wilhelmsburg, Harburg-Wilhelmsburg und Moorburg, Bezirk Hamburg in den gegen- seitigen Ortsverkehr.
Den Beschwerden der Landbevölkerung über die jetzige Handhabung des Lanözustelldienstes will die Deutsche Reichspost durch eine aus volkswirtschaftlichen und verkehrspolitischen Gründen notwendige Neuregelung des Landpoft"',..'-_____i gegenkommen, deren Grundzüge sind: Ersatz der Marschleistung des Landzustellers, soweit die Wege es gestatten, durch Kraftwagenfahrten, zweimalige Fahrten täglich, Anpassung der vorhandenen Postanstalten an die veränderten Verhältnisse, Einrich- tung von kleinen Poststellen mit voller Annahmebefugnis, Ausführung der Zustellung im Anschluß an die Hauptfahrt, Gelegenheit zur Abholung der Sendungen im Anschluß an die andere Fahrt. Die Versuche sollen Anfang 1928 in 23 Oberpost- direktionsbezirken bei etwa 60 Postämtern oorge- nommen werden; von ihrem Ergebnis hängt die allgemeine Durchführung des Plans ab, die für die nächsten 5—6 Jahre gedacht ist. Der Verwaltungsrat stimmte dem geplanten versuchsweisen Vorgehen zu.
Der Geschäftsbericht der Dersorgungsanstalt der Deutschen Reichspost nebst einigen Satzungsänderungen wurde zur Kenntnis genommen und gebilligt.
Auf Grund der vom Rechnungshof des Deutschen Reichs geprüften, mit Denkschrift und Bemerkungen versehenen Iahresrechnung der Deutschen Reichspost für 1924 erteilte der Derwaltungsrat Entlastung für Safir esreebnu na»
tdienstesent
nd: Ersah der
sollte. Es wurde ausdrücklich feftgeiegt, welchen Bedingungen deutsche Schulen e werden konnten und mußten, welches ihrs Rechte waren und wie sich die Eltern zu dem Sprachunterricht zu stellen hatten. Der Absatz 131 dieses Vertrages setzt ausdrücklich fest, daß für die Einschulung der Kinder in die deutschen oder polnischen Schulen nur der Wille der Eltern maßgebend sein sollte und daß die Zugehörigkeit der Erziehungsberechtigten zur Minderheit weder angezweifelt, noch nachgeprüft werden dürfe. Fürwahr, diese Bestimmung läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig, trotzdem wurde sie von den Polen, die auf diesem Gebiete ganz besondere Meister
errichtet
finb, zu ihren Gunsten gedeutet.
Dauernd wurden die deutschen Lehrer in
jeder nur denkbaren Weise schikaniert, gegen den Willen der Eltern mußten zahlreiche Kinder die polnische Schule besuchen. Im Jahre 1926 wurden über 8000 Anträge deutscher Erziehungsberechtigter auf Errichtung deutscher Minderheitsschulen ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Man teilte den deutschen Eltern diese Entscheidung erst zu Beginn des neuen Schuljahres mit und zwang sie, auf diese Weise ihre Kinder den polnischen Schulen zuzuführen, ebenso trat man in eine Prüfung der Staatsangehörigkeit der Eltern ein. Endlich hatten die Beschwerden des Deutsch Volksbundes bei der gemischten Kommission Erfolg, im Oktober 1926 entschied Präsident Calonder dahin, daß die polnischen Behörden nicht berechtigt waren, die Anmeldungserklärungen der deutschen Eltern anzufechten, doch kehrten sich wie gewöhnlich die polnischen Behörden nicht an diese Entscheidung und setzten unter dem Vorwand der Beschwerde an den seitherige Verhalten fort. Da- Präsident Calonder die Ange
Völkerbund das
ien
raufhin brachte Präsident Calonder die Angelegenheit vor die Ratstagung im März 1927.
Wie immer bei oberschlesischen Angelegenheiten, kam es zu langwierigen und sehr heftigen Auseinandersetzungen, in die damals auch der deutsche Reichsaußenminister Dr. Stresemann eingriff. Man einigte sich schließlich dahin, daß für dieses Jahr ausnahmsweise durch einen Schweizer Schulmann Dr. Maurer fest- gestellt werden sollte, ob auch die zur deutschen Schule angemeldeten Kinder tatsächlich deutsch verstehen. Lange hat es gedauert, bis der Beauftragte des Völkerbundsrates feine eigentliche Tätigkeit aufnahm, monatelang hat er Erkundigungen aber nur bei den polnischen Behörden eingezogen, schon hoffte Polen wieder einmal einen vollen Sieg errungen zu haben. Um die Sache nicht vor den Völkerbundsrat kommen zu lassen, bat die Regierung in Warschau den Generalsekretär des Völkerbundes durch den Berichterstatter, der im März d. Js. das Referat erstattete — den colum- bischen Vertreter Urrutia — eine vorläufige Entscheidung darüber zu treffen, ob der Ratsbeschluß vom März auch auf die schulpflichtigen Kinder des nächsten Jahrganges anwendbar
sei. Man hatte dabei die stille Hoffnung, die Polen sehr genehme Entscheidung zu einet dauernden zu machen.
Die Kommission, welche außer Urrutia aus einem Italiener und einem Holländer besteht,