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Irschsint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.1.-/ für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite I R-Pfg., im Retlametell von 68 mm Breite 25 R-Pfg. ^ Osfertengebühr 50 R-Pfg.

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Das RelMsLablnett I mH gutem Neisviel voean.

Das Reichskabinett hat beschlossen, die fest- hen Veranstaltungen des Reiches und die Ve- iligung des Kabinetts an Jubiläen, Ein­eihungsfeiern und ähnlichen Festen auf das itwendigfte Maß einzuschränken. Es wendet h gleichzeitig an die Oeffentlichkeit mit der lahnung, die gleichen Grundsätze zu befolgen. Ian wird erwarten können, daß das Vorbild s Reichskabinetts mehr wirkt, als dieser ppell allein es tun könnte und daß sich in der rutschen Oeffentlichkeit endlich etwas mehr erständnis für die Voraussetzungen geltend acht, unter denen in dem Deutschland von rute überhaupt noch Feste gefeiert werden irfen. In der allgemeinen Zügellosigkeit, die rr Revolution folgte, setzte im schreienden egensatz zu unserer Not und unserem Elend n Festestrubel ein, der jeden national empfin- mden Menschen anwidern mußte und der is heute noch nicht vollständig abgeebbt ist. iese Zustande beweisen, daß man sich in eutschland immer noch nicht genügend bewußt t, wie sehr das Gefühl der sozialen Not und je sozialen Gegensätze verschärft werden, ienn ein Teil des Volkes schwelgt, während er andere Entbehrung leidet. Man scheint och viel weniger überall die richtige Vor- ellung davon zu haben, daß man im Aus- mde nichts mit größerer Liebe und mit räßerem Eifer ausbeutet, als die Ausartun- en auf dem Gebiete des Gesellschaftslebens nd des Festefeierns. In den ausländischen Ktungen lebte die Deutschenhetze von ehemals

vor-in ihrer gehässigsten Form auf, als bei em letzten Jahreswechsel die großen Hotels 1 Berlin und anderen deutschen Großstädten ir das trockene Silvestergedeck 30 Mark und rehr forderten und dabei ausverkaufte Häu- »r erzielten.-Die ausländischen Zeitungskom- rentare, die das prassende Deutschland den 'chleidigen Bittstellern gegenüberstellten, oben einen erschreckenden Begriff davon, wie erartige Exzesse einzelner Kreise das Bild des eutschen Volkes im Spiegel der Auslands- reinung verzerren.

Das Reichskabinett erwirbt sich ein Ver- ienst, wenn es vor Beginn der Wintersaison ie Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf die- m wunden Punkt lenkt und selbst durch gutes Beispiel vorangeht. In dem öffentlichen Leben Deutschlands macht sich ein gewisser verschwen- erischer Zug bemerkbar, der unserer Außen- 'olitik außerordentlich schädlich ist. Die Ver- chwendung, die sich einzelne Städte erlauben, verden ebenso wie die verschwenderischen Feste nancher gesellschaftlichen Kreise dem gesamten »eutschen Volke auf das Schuldkonto geschrie­ben und fallen schwer zu unseren Ungunsten ns Gewicht, wenn wir eine Erleichterung un­srer Schuldenlasten anstreben. Man wird des­ialb der Mahnung des Reichskabinetts nur die nachhaltigste Wirkung wünschen können.

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In dem bereits am Samstag kurz angedeuteten Kommunique, das über die Feiertags-Kabinetts- itjung herausgegeben wurde, heißt es:

Das Reichskabinett kam zu der einmütigen Auf­lassung, daß die gesellschaftlichen Verpflichtungen in ler Reichshauptstadt und in vielen Teilen des Rei­ches ein Ausmaß angenommen haben, das mit der wirtschaftlichen und politischen Lage Deutschlands nicht vereinbar ist. Sämtliche Reichsminister stim­men mit dem Reichskanzler darüber überein, daß )ie der Gegenwart und der nächsten Zukunft noch harrenden Wirtschafts- und sozialpolitischen Pro­blemen nicht der Anlaß zur Veranstaltung unnötiger Feierlichkeiten, Gedenkfeiern und Kongresse aller Art sein sollten. In diesem Gedanken der inneren Einkehr und des Gedenkens der Rot vieler Brüder und Schwestern weiß sich die Regierung eins mit dem Reichspräsidenten sowie auch mit vielen anderen prominenten offiziellen und privaten Persönlich­keiten und Gremien innerhalb des Deutschen Reiches. /

Die Regierung kam daher zu der Entschließung, tn ihren eigenen Veranstaltungen, ohne im übrigen eine würdige Repräsentation des Deutschen Reiches zu vernachlässigen, mehr noch als bisher die größt­möglichste Einschränkung und Einfachheit anzu- skreben und ihre Teilnahme an feierlichen Veran­staltungen von anderer Seite aus das äußerste Min­destmaß zu beschränken. Der Reichsaußenminister wird auf dieser Grundlage mit dem Doyen des Dip­lomatischen Korps entsprechende Vereinbarungen treffen.

3m übrigen wurden seitens des Reichskanzlers die aus früherer Zeit bereits bestehenden Richt­linien über die Beteiligung von Mitgliedern der Reichsregierung an Kongressen, Tagungen, Jubiläen, Einweihungsfeiern, Gedenktagen und ähnlichen ge­sellschaftlichen Veranstaltungen in Erinnerung zu- rückgerusen, die das Ziel haben, die Beteiligung des Kabinetts falls eine solche überhaupt erkorder-

Zwei Rede« Gteefemanns.

Stveseman« übev die rwtttHche Lase.

Llegnitz, 22. Okt. Bei einer Parteikundgebung in Liegnitz sprach Reichsaußenminister Dr. Strese­mann über die allgemeine politische Lage. In aus­führlicher Darlegung der wirtschaftlichen Verhält­nisse betonte der Reichsminister, daß vom Stand­punkt der gegenwärtigen Lage ohne Zweifel posi­tive Ergebnisse zu buchen sind: Rückgang der Ar­beitslosigkeit und Zunahme der inneren Kaufkraft. Das dürfe aber keineswegs dazu führen, die wirt­schaftliche Gesamtlage als gesichert anzusehen. Wir können angesichts der gesamtdeutschen Produktiv­kraft ausländische Anleihen noch weiterhin auf­nehmen, aber zweifellos kann dies nicht eine Dauereinrichtung sein. Hand in Hand mit der Be­soldungsvorlage muß eine weitgehende Verwal­tungsreform gehen. Nach den notwendigen Aus­gaben für Besoldungsreform und für das Liqui- dationsschädengesetz kann daher die Uebernahme weiterer Lasten durch das Reich bei dem Schul­gesetz in Betracht kommen. In Bezug auf das Reichsschulgesetz

unterstrich der Reichsminister die von Dr. Runkel im Auftrage der Gesamlfraklion im Plenum des Reichstages gemachten Aus­führungen.

Die Deutsche Volkspartei wünscht die freie Entwick­lung aller Schularten sicherzustellen. Aber sie wird nicht die Hand dazu bieten, durch Fortfall der fi­nanziellen Verantwortlichkeit einen Anreiz zur Bil­dung neuer Schulen zu geben. Sie ist der Meinung daß die Umbildung von Schulen nur dann zu er­folgen hat, wenn sie unter voller finanzieller Ver­antwortlichkeit der beteiligten Länder und Gemein­den erfolgt.

3m Zusammenhang mit bat wirtschaft­lichen Fragen betonte Dr. Stresemann die Fort­führung der Handelsvertragspolitik und wies da­bei auf die Bedeutsamkeit des Handelsvertragsab­kommens mit Frankreich hin. Auch die Verhält­nisse mit Polen bedürften nach mehr als zweijähri­gen Verhandlungen nunmehr der Regelung, die bei gutem Willen auf beiden Seiten möglich sei. Nach Kennzeichnung der Grundlinien der deutschen Außenpolitik umriß Dr. Stresemann in seinen Schlußworten

die Stellung der Deutschen Volksparlei zur politischen Entwicklung

und kennzeichnete ihre Politik als eine zielbewußte verantwortliche, nüchterne Mitarbeit am Staat. Diejenige Partei habe dem Vaterlande am meisten gedient, die ihm die größten Opfer durch verant­wortliche Mitarbeit gebracht habe. Für die künftige Entwicklung in Deutschland werde nicht, wie Graf Westarp meinte, der Kampf ausgefochten zwischen Deutschnationalen und Sozialdemokraten. In dem neuen Deutschland sei die Entwicklung der Verhält­nisse im wesentlichen um Jahre hindurch durch die Parteien der Mitte bestimmt gewesen. Wer eine ruhige, stetige, von Experimenten freie Entwick­lung wolle, müsse daher vor allem darauf bedacht sein, die Wille zu stärken, ohne die in Deutschland nicht regiert werden könne. Die Deutsche Volks- partei werde dabei auch innerhalb der Koalition frei unb ungebunden für ihre Grundsätze eintreten, wie sie das auch bei den Beratungen über das Schulgesetz zum Ausdruck gebracht' habe, für das sie positiv eintrete, wenn es in den entscheidenden Fragen die liberale Grundauffassung der Deut chen Volkspartei mit berücksichtige.

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Berlin, 23. Okt. Im Rahmen seiner Berliner Tagung gab der Verein Deutscher Eisenhüttenleute

lich nur auf den in erster Linie zuständigen Reichsminister zu beschränken.

Die Reichsregierung würde es lebhaft begrüßen wenn sich möglichst zahlreiche Veranstalter öffent­licher und privater Festlichkeiten in Deutschland die gleichen Gedankengänge zu eigen machen wollten Insbesondere möchten wir einen guten alten Brauch in Erinnerung zurückrufen, wenn die Winter- saison mit dem Faslnachlsdien skag ihr Ende erreichen soll. Jedenfalls wird die Reichsregierung von diesem Tage ab eine Be­teiligung ihrerseits an gesellschaftlichen Veranstal­tungen grundsätzlich ablehnen.

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ÄsssssSettunsen mm& MeMw.

Paris, 23. Okt. Gelegentlich einer Besprechung über die internationalen Ausstellungen und Messen unter dem Vorsitz des Präsidenten der Internatio­nalen Handelskammer, Pirelli, an der als Ver­treter Deutschlands der Vorsitzende und ehemalige Leiter des deutschen Ausstellungs- und Messeamtes, Krämer, und Dr. Hörle teilnehmen, wurde ein­stimmig beschlossen, der Internationalen Handels­kammer dringend zu empfehlen, die Arbeiten des in Stockholm gebildten Unterausschusses für Aus­stellungs- und Messefragen mit größter Beschleu­nigung aufzunehmen. Die Vertreter sämtlicher Länder stimmten banin überein, daß das Ue b e r=

heute nachmittag im Marmorsaal des Zoo ein Essen, bei dem außer den Teilnehmern der Tagung zahl­reiche führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens anwesend waren. Man sah u. a. den Reichs­minister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, Reichs- wehrminister Dr. Geßler, den Chef der Marine­leitung, Admiral Zenker, zahlreiche Abgeordnete der Parlamente, Vertreter der Wissenschaft und be­freundeter Wirtschaftsverbände. Im Namen des Vorstandes begrüßte Generaldirektor Dr. Vögler die Gäste.W i r kennen", sagte Dr. Vogler, seinen bäuerischen, preußischen, württembergischen oder badischen, sondern nur einen deutschen Stahl. Hoffentlich wirkt dieses Beispiel vor­bildlich aus anderen Gebieten. Wer sage, die Technik töte die Seele im Menschen? Er muß ein­mal miterleben, wenn ein Schiff vom Stapel läuft oder eine neue Maschine in Betrieb gesetzt wird; der müsse die Freude sehen, die darin liegt, daß man das Werk in seinem Entstehen miterlebt. Der Vögler zitierte ein in diesen Tagen erschienenes Buch, in dem zahlreiche, auch sozialistische Arbeiter lebendiges Zeugnis der Arbeitsfteude oblegen. Wenn die Eisenhüttenleute von dieser Tagung zu ihrer Arbeit zurückkehren, müsse es umso mehr ihre Aufgabe sein, die Freude ihrer Kameraden und Mitarbeiter an der Arbeit zu erhöhen. Dr. Bögler schloß seine Begrüßungsworte mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das Vaterland.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann betonte, auf die Rede Dr. Voglers eingehend, daß er die Hemmungen verstehe, welche die Industrie so viel­fach beklage, daß aber in dem

Verhältnis zwischen Industrie und Reichsregierung von der Industrie auch auf die Schwierigkeiten Rücksicht genommen werden solle, unter denen heute Politik geführt wird. Es sei eine vollkommen irrige Auffassung, daß die Welt die Verhältnisse bereits überwunden habe, die sich aus Krieg und Nach­kriegszeit ergeben haben. Die Philosophie der Arbeitsfreude, zu der sich Dr. Vögler bekannt habe, sei notwendig, um das auf engem Raum an Zah größere Volk zu ernähren und vorwärts zu bringen Umso erfreulicher sei es, daß Dr. Vögler heute Be­richte bekanntgegeben habe, von sozialistisch-gewerk­schaftlichen Arbeitern, die in ihrer ganzen über- wiegendne Mehrheit ebenfalls dieser Idee, daß die Arbeit von ihnen nicht als Last, sondern als Lebensinhalt empfunden wird, Ausdruck gegeben haben. Es sei ein theoretischer Streit, ob die Wirt­schaft erst die Politik oder die Politik die Wirt­schaft beeinflusse. Jedenfalls seien beide auf einander angewiesen. Drei Kraftquellen ständen der Außenpolitik jedes Landes zur Verfügung: einma die materielle Macht einer Armee, zweitens die ideelle Einheitsfront eines Volkes und drittens die wirtschaftlichen Beziehungen der Völker zueinander, das Interesse der anderen an der steigenden Kauf­kraft eins 60-Millionen-Volkes. Die materielle Kraft der Armee besitze Deutschland nicht mehr. Die Einheitsfront nach außen habe sich zwar bei großen nationalen Gelegnheiten, wie bei den Volks­abstimmungen, in anerkennenswerter Weise gezeigt, treten aber sonst gegenüber dem individualistischen Trieb des deuffchen Volkes in der Politik oft zurück. So bliebe für die Großmachtstellung des deutschen Volkes vor allem seine Stellung in den wirtschaft- uch-n Beziehungen zu anderen Ländern. Was hier angesichts der verlorenen Rohstoffquellen unter er­schwerenden Bedingungen geleistet worden fei, zeige Den unbeugsamen Lebenswillen des deutschen Volkes. Dem Zusammenwirken von Reich und Wirtschaft galt der Trinkspruch des Ministers o Schluß gedachte Oberbürgermeister Dr. Lehr-Dußeldorf mit herzlichen Worten der engen Beziehungen die seine Stadt von jeher mit dem Verein Deutscher Eisenhüttenleute verbunden habe.

mag an Ausstelungen und Messen eine einheitliche Regelung und Ord­nung auf internationaler Basis zur dringenden Notwendigkeit m ach e. Die Ausstellungs- und Messepolitik der einzelnen Län- gegeneinander abgestimmt werden, wenn an$e auf dem Gebiete des internationaln Ausstellungs- und Messewesens beigelegt werden sollten. Die erste Aufgabe des bei der Jnternatio- ? Handlskarmner gebildeten internationalen ^usfteüungs-; und Messeausschusses müsse daher die Aufstellung eines internationalen Arbeitsprogram- mes sein. Erst ein solches einheitliches inter­nationales Ausstellungs- und Messeprogramm werde ein erfolgreiches Arbeiten gegen das Uebsr- handnehmen von Ausstellungen u. Messen gewähr- leisten. Ohne eine internationale Arbeitsteilung auf dem Gebiete des Ausstellungs- und Messewesens werde es nicht möglich sein, zu einer planmäßigen Strafte und Zeit ersparenden Rationalisierung zu kommen. Die Einzelheiten dieses Programms konnten naturgemäß noch nicht festgesetzt werden. Es kann aber schon festgestellt werden, daß in allen grundlegenden Fragen Uebereinstimmung erzielt worden ist.

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Zittau, 23. Okt. Der Wahlkreisverband Ost- fachfen der Deutschnationalen Volkspartei hielt

gestern und heute hier seinen Parteitag ab, cm dem außer dem sächsischen Wirtschaftsminister Dr. Krug v. Nidda, zahlreiche Deutsch nationale Reichs- und Landtagsabgeordnete teilnahmen. Im Mittel­punkt der Tagung am Sonntag nachmittag stand eine Rede des Reichseruährungsministers Schiele. Er forderte, das deutsche Volk möge sich wieder auf seine Helden und Führer besinnen. Man müsse Den Massestaat überwinden und wieder zum Persönlichkeitsstaat zurückkehren. In diesem Zusammenhang gedachte der Redner Des größten deutschen Führers der Gegenwart, des Reichspräsidenten v. Hindenburg. D^r Minister machte weiter Ausführungen über die Entwicklung der Deutschnationalen Volkspartei, die jetzt 6 Millionen Frauen und Männer umfassest und betonte, daß das deutsche Volk die natürlichen Grundlagen seiner Daseinsbedingungen vergessen habe. In der auf geborgter Grundlage stchendeo Nahrungsmitteloinfuhr und der Abhängigkeit von den Börsen des Auslandes erblicke er eine ständige Gefahr für Deutschlands Dasein und Freihett« Deutschland brauch eine starke Landwirffchaft und ein kräftiges Bauerntum. Auch die Außenpolittt stehe vor einem Wendepunkt. Man müsse sich klar, darüber fein, daß in Volk tn der Welt nur immer so o»et Recht ha-be, als es MaichE besitze^ /-

KekdSpavSÄ fSv OoSSsvecht Mrd ÄttftvsVtmrs.

Stuttgart, 23. Okt. Am 22. und 23. Oktober hie« die im August 1926 in Erfurt gegründete Dolks- rechtpartei (Reichspartei für Volksrecht und Auf­wertung ihren ersten Rerchsparteitag ab. In der Versammlung am Samstag sprachen die Referenten Justizminister Fumetti-Dresden, Ministerialdirektor Spindler-Stuttgart, Prvf. Bausr-Nagold, o. Co- lomb, Landesvorsitzender des Rentnerbundes in Kassel, Ob erre gieru n asrat Krauß-Stuttgart und Dipl.-Jng. Steinheil-Heidenheim über die Aufwer­tungsfrage, Hauszinssteuer, Dame stets hingen, Rent­nerversorgung und Angestellten- und Mieterfragen. Am Sonntag vormittag fand im großen Saale des Sisgelhauses eine große öffentliche Kundgebung statt unter Dem Motto:Der Kampf um das Recht." Der Hauptredner war der frühere Staatssekretär Graf o. Posadowski, der die Auftvertungsge- setze grausam, ungerecht und mirtschafitlich verfehü bezeichnete. Die Aufwertungsftage sei keine wirt­schaftliche, sondern eine moralische und Rechts-An­gelegenheit. Das Reich solle froh sein, daß die Arff- wertungspartei sich gegründet habe, denn sonst wür­den Zehntausende von Sparern für die Kommu­nisten stimmen. Mit der Polittk, die 'die Deutsch- nationalen trieben, habe er nichts mehr zu tun. Als zweiter Redner sprach der Senatspräsident beim Reichsgericht, Dr. Lob e-Leipzig, der die Aufwer- tungsaesetze als verfassungswidrig bezeichnete. Zum Schluß wurde einstimmig eine Entschließung ange­nommen, in der von den deuffchen Regierungen> Parlamenten verlangt wird, daß sie endlich den Willen zur Wiedergutmachung des dem deuffchen Volke durch die Jnflationspolitik zugefügten Un­rechts ^aufbringen. Wetter wurde gefordert, eine grundsätzliche und grundlegende Neuregelung der gesamten Aufwertungsfrage, ferner der offizielle Widerruf der Regierung, daß Deuffchland durch Die Inflation im Inneren entschuldet sei und von dieser Grundlage aus, die unverzügliche Revision des Dawesgutachtens.

BefvveGuttgen des KeMMnam- minèftevs mit dem Revavations- asensen.

Berlin, 22. Ost. Zu den verschiedenen Presse­meldungen über einen angeblichen Schrill des Generalagenten für die Reparationen aus Anlaß der zur Zeit dem Reichstag unterbreiteten Geje^es- vorlagen erfahren wir folgendes:

3m Verlaufe der zwischen dem Reichsfinanz- mlmster und dem Generalagenten seit längerem ge­pflogenen Erörterungen über die Finanz-, Kredit- und Wirtschaftslage in Deutschland in ihren Aus­wirkungen auf den Dawesplan Hal der General­agent dem Reichsfinanzminister eine Darlegung sei­ner Auffassung über das öffentliche Finanzwesen und über die Kreditpolitik in Deutschland übersandt. Diese Darlegung liegt den weiteren Besprechungen zwischen dem Finanzminisker und dem General­agenten zugrunde, die bereits begonnen haben.

Ms NÄvèfsv Vvsffs ZW dsm KKseh- ttchen GrdvM des KeVaVaSßSNs- assnSsss.

Paris, 23. Okt. Auch die Morgenpresse beschäf­tigt sich mit dem angeblichen Schritt Parker Gil­berts. Die rechtsstehende und die linksstehende Presse verhalten sich zustimmend. Der radikale O u o t i d i e n" schreibt: Seitdem ein reaktio­näres Ministerium am Ruder ist, hat sich die von Gilbert gekennzeichnete Finanzpolitik ver chärft Die deutsche Regierung setzt also ihr Land nochmals ernsten Verwicklungen aus. Werden sich denn die radikaleVolonte" erklärt: Die internationale Aufmerksamkeit ist also nunmehr nicht nur am die deutsche Finanzpolitik, sondern auch auf den Da­wesplan selbst gelenkt worden. Das Werk der Sach­verständigen ist nicht vollkommen und muß in Be­zug aus einige wenige Punkte vollendet werden. Nur mit dieser Einschränkung ist die deutsche These einer neuen Verhandlung über die Reparationen zu unterstützen. Das »Echo d e Paris" iaatr