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Nr. 245

SW GLabMiM Dev Svotzen DeuiMen rrevmvse«.

Krieg unb Inflation haben den deutschen Mit- .fianb finanziell vernichtet. Die kleinen und nutl- ^n Vermögen, vor dem Kriege mündelsicher, nach- m in patriotischer Gesinnung in Kriegsanleihen gelegt sind durch die Inflation ebenso verrührt arden wie der Spar- und Notgroschen des kleinen annes. Nur die großen Vermögen, die in Sach- erten angelegt waren, haben sich von wenigen usnahmen abgesehen unverändert erhalten, so daß e wirtschaftliche Neuordnung nur wenige Derjchie- mgen ihrer Rangordnung gebracht hach

Das zeigt sich zum Beispiel in der Relchshaupt- idt Dis zu seinem Tode Ende 1909 war der Lniorchef des Bankhauses Mendelssohn u. Co. seitens Ernst von Mendelssohn-Bartholdy der fehlte Steuerzahler von Berlin. Später teilten sich »wechselnd in diesen Ruhm die beiden großen ohLenkönige, der 1917 verstorbene Geheime Kom- erzienrat Fritz von Friedländer-Fuld, Inhaber ar Firma Emanuel Friedländer u. Co. und der vor vei Jahren verstorbene Geheime Kommerzienrat rnhold, Chef der Firma Cäsar Wollherm. Zur eit soll Dr. Hans Lachmann-Mosse, Gatte der doptivtochter und Meinerbin des verstorbenen udolf Mosse, der höchste Steuerzahler der Reichs- luptstadt sein. ,

Die zwanzig reichsten Privatpersonen tn Deutsch- -nd vor dem Kriege waren nach der Größe ihres «mögens geordnet:

Frau Bertha Krupp von Bohlen und Halbach in Essen, _

Fürst Henckel-Donnersmarck aus Schloß Neudeck, Reg.-Bezirk Oppeln,

Fürst Hohenlohe-Oehringen Herzog von U]eft auf Schloß Slcrwentzitz, Reg.-Bez. Oppeln, Freiherr MarimiKan von Goldschmidt-Rothschild in Frankfurt a. M.,

-. Fürst Pleß aus Schloß Fürstenstein, Reg.-Bezirk Breslau,

Gros Schaffgotsch-Godulla aus Schloß Koppitz, Reg.-Bezirk Oppeln,

Freifrau Mathilde von Rochschild in Frankfurt am Main, _

Kommerzienrat Veit von Speyer in Frankfurt am Main,

Graf Tiele-Winckler auf Schloß Moschen, Reg.- Bezirk Oppeln,

Aug. Thyssen auf Schloß Landsberg bei Kettwig, Geh. Kommerzienrat Karl Hentschel tn Kassel, Geb. Kommerzienrat Ziese in Elbing,

Geh. Kommerzienrat Franz Haniel in Düsseldorf, * Geh. Kommerzienrat Fritz von Friedländer-Fuld H in Berlin, Zeitungsverleger Rudolf Mosse in Berlin, Geh. Kommerzienrat Arnhold in Berlin, Freifrau Ida v. Stumm-chalberg in Saarbrücken, Hugo Stinnes in Mühlheim an der Ruhr, Geh. Reg.-Rat Wilh. v. Siemens in Berlin, Oskar Huldschinsky in Berlin.

Interessant ist, daß über ein Drittel dieser Ver- rögen, nämlich die der Fürsten Henckel-Donners- wrck, Hohenlohe und Pleß, der Grafen Tiele- Sindler und Schaffgotsch, der Herren v. Fried- inder-Fuld und Huldschinsky oberschlesische Kohlen- nd Jndustrievermögen waren. Dagegen stammten ur fünf Vermögen (Krupp, Thyssen, Haniel, Stin­es und Stumm) aus der westlicher Industrie, drei ns dem Bankbetriebe, alle aus Frankfurt a. M. Baronin Rothschild, ihr Schwiegersohn Varon Zoldschmidt-Rothschild, Herr Beit von Speyer, Chef on Lazard Speyer -Ellissen). Die übrigen Vermö- en verteilten sich aus die Lokomotivindustrie Hentschel), den Schiffbau (Ziele), das Zeitungs­wesen (Mosse), den Kohlenhandel (Arnhold) und ie Elektroindustrie (Siemens).

Von den Besitzern dieser zwanzig größten deut- Hen Vorkriegsvermögen leben nur noch fünf, Frau ^rtha Krupp v. Bohlen und Halbach, Frhr. v. loldschmidt-Rochschild, Fürst Pleß und die Herren Seit von Speyer und Huldschinsky. Frau Krupp Bohlen und Halbach wird auch heute noch die eichste deutsche Privatperson sein. Besitzt sie doch as gesamte Aktienkapital der Firma Krupp, das -tzt nach der Zusammenlegung genau so hoch ist, ne bei der Gründung 1903, nämlich 160 Millionen Hart, die man trotz der Dividendenlosigkeit der Ge- Rschaft wegen des hohen Substanzwertes mit Pari insetzen kann. Auch Fürst Pleß wird sich sein rüheres Vermögen zum mindesten erhalten haben, aenn auch sein Hauptbestand an Kohlen, zum gro- ;en Teil freilich noch unerschlossen, in dem zu Polen gehörigen Kreise Pleß liegt. Kommerzienrat Veit >on Speyer, ein Schwager des bekannten New- urrker Bankiers James Speyer, hat sein Vermö- zen, wie man sagt, durch Beteiligungen in den Der- "inigten Staaten nach dem Kriege stark vermehrt. Weniger glücklich operierte sein Frankfurter Kollege, wer jetzt vierundachtigjährige Baron Goldschmidt- ltothschild. Schon lange vor dem Kriege hatte er eder geschäftlichen Tätigkeit entsagt und sein auf 100 Millionen Mark geschätztes Vermögen zum überwiegenden Teil in mündelsicheren Papieren angelegt. Wieviel ihm davon nach der Inflation ge­blieben ist, dürfte kaum bekannt sein. Achtzigjährig ist auch Herr Oskar Huldschinsky, der sich ebenfalls sänge vor dem Kriege zur Ruhe gesetzt und sein m der oberschlesischen Industrie erworbenes Vermö­gen mündelsicher angelegt hatte. Mit 50 Millionen Mark galt er als der reichste Rentier der Reichs- hauptstccht. Wie Herr v. Goldschmidt-Rothschild hat auch er erhebliche Vermögenseinbußen erlitten, so daß er einen Teil seiner schönen Bildergalerie in der Matthäikirchstraße verkauft hat.

Das Vermögen des verstorbenen Fürsten Henckel- Donnersmarck ist zum überwiegenden Teil auf sei­nen ältesten Sohn übergegangen, das des verstor­benen Fürsten Hohenlohe-Oshringen auf seinen jüngeren Bruder. Beide Vermögen liegen jetzt zum Teil in Polen. Dasselbe gilt für die Millionen des 1915 verstorbenen Grafen Schaffgotsch-Godulla, von denen jetzt drei Fünftel seinen Töchtern zwei Fünftel seinem ältesten Enkel Grafen Schaffgotsch-

Mittwoch den 19. Oktober 192?

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Ein Bild aus dem größten Braunkohl enbelriebe, den Sächsischen Werken.

Die Sächsischen Werke, eine vom Freistaat Sach sen 1923 mit 40 Millionen Mark gegründete Aktienoelel schaft befassen sich hauptsächlich mit dem Abbau der Sächsischen Braunkohlenlager, derèn Hauptlager in der Leipziger Bucht, wo das Hauptflöz, 10 bis 12 Meter mächtig, etwa 900 Quadratkilometer deckt. In der Lausitz liegt u. a das wichtige Zittauer Becken, wo sich stellenweise zehn Flöze mit 60 Meter Kohle finden. Der Braunkohlenvorrat links der Elbe wird allein auf über 6 Millionen Tonnen geschätzt. Der Abbau der Braunkohle wird im Tagbau vorgenommen, lange Grubenbahnen führen vom Verarbeitungswerk nach den Kohlefeldern die mit Hilfe besonders konstruierter Bagger erst von der Sandschicht befreit wer­den- dann wird ebenfalls durch Vage rgreifer die Kohle erfaßt und in mehreren Etappen snstematisch abqebaut. Unser Bild zeigt ein Verarbeitungswerk der Sächsischen Werke, wo die Kohlen über die Brücke nach dem Derarbeitungsraum gelangen.

Koppitz gehören. Dagegen hat der 1922 verstorbene Graf Tiele-Winckler nur noch wenig Vermögen in Polen gehabt. Haupterbe seines Reichtums ist sein einziger Sohn Graf Claus-Hubert von Tiele- Winckler.

Das überwiegend mündelsicher angelegte Ver­mögen der vor einigen Jahren verstorbenen Baronin Mathilde Rothschild hat wohl ebenso starke Einbußen erlitten wie das ihres Schwiegersohnes, des Freiherrn Maximilian von Goldschmidt-Roth­schild. Indessen dürsten ihre Enkel und Erben einen Teil des Verlustes durch die enorme Wertftsigung ihres mitten in Frankfurt a. M. belegenen Grund­besitzes, vor allem der sogenannten Grüneburg, sin- geholt haben. Die Vermögen der verstorbenen Herren v. Friedländer-Fuld und Rudolf Mosse, die sicher den Stand der Vorkriegszeit wieder erreicht haben, wenn nicht sogar übersteigen, finb in einer Hand geblieben. Beide hatten nur eine einzige Tochter und Erbin. In zwei Teile ist das Vermö­gen des Geheimrats v. Siemens, der Sohn und Tochter hatte, gegangen. Dasselbe gilt für den Nach­laß des großen Schiffbauers Geheimrat Ziese in Elbing, dessen Werke nach dem Tode der einzigen Tochter seinen beiden Enkelkindern Karin und Fer­dinand Carlson gehören. Das Hugo Stinnessche Vermögen wird heute auf zirka 20 Millionen in­ländischer und 10 Millionen ausländischer Werte geschätzt. Es hat damit seinen Vorkriegsstand er- reiHt. Alleinbesitzerin dieses Vermögens ist die Witwe Hugo Stinnes, die fünf Kinder hat. Auch Geheimrat Arnhold hatte wie Hugo «Stinnes [eine Gattin zur Unioersalerbin seines zum größten Teil erhaltenen Vermögens eingesetzt. Nach ihrem Tode fällt, es an die Enkelkinder, drei Geschwister Kun- heim. Dagegen sind die Vermögen der Herren Aug. Thyssen, Karl Hentschel und Franz Haniel, sowie das der verstorbenen Baronin Stumm, in mehrere Telle gegangen, das Thyssensche und Hanielsche Vermögen dem Stande 1913 gegenüber sicher stark vermehrt. Jedenfalls kann man sagen, daß die größ­ten deutschen Vermögen in der Hand ihrer Vor­kriegsbesitzer bzw. chrer Erben stabil geblieben sind. Erhebliche Einbußen haben nur die drei großen Rentiervermögen (Rotschild, Goldschmidt-Rochschild und Huldschinsky) erlitten.

Und wer ist nach der Inflation in die durch Erbfall oder Substanzverminderung geschaffenen offenen Stellen in der Rangordnung dieser Ver­mögen gerückt? Die richtige Antwort kann nur einer geben, der Reichsfinanzminister. Doch der muß schweigen.

Vewtb beim schèvavren Sklaven- haitev.

Wird die englische Regierung die Sklaverei in Sierra Leone unterdrücken können? was die Interessenten meinen. Die Peitsche im Dienst des Allgemeinwohls. Lachkrämpfe über euro­päische Sitten.

Wie schon gemeldet, hat die englische Regierung kürzlich Maßnahmen getroffen, um die völlige Aus­hebung der Sklaverei in ihren Kolonie!» endlich Tat­sache werden zu lassen. Aus diesem Anlaß hat ein Londoner Blatt einen Mitarbeiter nach der west­afrikanischen Kalorie Sierra Leone entsandt, um an Ort und Stelle ein zuverlässiges Bild über die durch bie Regierungsvordnung geschaffene neue Lage zu gewinnen.Bay Sebero, das Oberhaupt des Be­zirks Makene", so schreibt der Berichterstatter in seinem ersten Reisebrief,begrüßte mich an dem Tor seines Gehöftes, führte mich über den Hof in den großen, dem Palaver dienenden Raum, von dessen Decke zwei große Trommelr herabhingen, mittels deren man wichtige Meldungen auf Ent- fernungen bis über zehn Meilen verbreitet, und setzte sich auf den erhöhten Sitz oder, wenn man so will, eine Art Thron auf der Estrade. In der Rechten hielt er eine schwere, aus dem Schwanz eines Elefanten verfertigte Peitsche als Sinnbild feiner Würde und unbeschränkten Gewalt. Auf sei­ner linken Seite nahm die Hauptfrau Platz. Aus dem Dunkel der Hütte tauchten die halbbekleideten

Gestalten von fünf oder sechs jungen Weibern auf, die neugierig durch den Türspalt lugten und über­mütig kicherten. Vor dem Chef standen die beiden Unterhäuptlinge, die als Dolmetscher fungierten, unb ein Dutzend neugierige Zuschauer des Pala­vers.

Der Oberhäuptling, ein schlanker hochgewachsener Mann mit dunklen, klugen Augen, die aus einem kühn geschnittenen Gesicht blickten, das mehr vom Typ des Arabers als dem des Negers hatte, zeigte sich ganz geneigt, über die Sklavenfrage in eine Diskussion einzutreten. Er habe, wie er sagte, bereits erfahren, daß die britische Regierung eine neue Verordnung erlassen habe, die vom Beginn des neuen Jahres ab die Freilassung aller Sklaven im Schutzgebiet verfüge. Und die Wirkung? Mit vorgeneigtem Oberkörper sprach er kurz und mit energischer Betonung, man werde damit nur er­reichen, daß die Sklaven wie eine Herde erschreckter Elefanten das Weite suchen würden.Wohin sollen sie gehen?"Irgendwohin. Das ist ihre Sache." Wo ist aber das Land, wo sie sich niederlassen können?" Der Häuptling lächelte, und in diesem Lächeln malte sich beutlid) der Triumph seiner Schadenferude.Das ganze Land im Schutzgebiet", antwortete er,ist bereits vergeben und die Eigen­tümer werden nicht dulden, daß sich ein Außenseiter hier festsitzt." Auf meine Frage, wie die befreiten Sklaven ihr Leben fristen sollen, verwandelte sich das Lächeln des Häuptlings zum breiten Grinsen. Das ist Sache der Regierung," meinte er.Die Regierung hat die Befreiung der Sklaven beschlos­sen und muß nun auch dafür sorgen, daß ihre Wünsche nach einer Hütte, nach Kleidern und Le­bensmitteln befriedigt werden." Ein magerer, hohl­wangiger Sklave, der mit einer Meldung in den Hof kam, warf sich vor dem Häuptling auf die Knie wie vor einem Gott: der Gewaltige aber sprach weiter, ohne den Boten auch nur mit einem Blick zu bedenken.Der Arbeitskräfte beraubt," er­klärte er, ^werden die Farmer wie ich selbst samt ihren Frauen zugrunde gehen. Das Stroh auf dem Dach wird verfaulen, der Regen wird unsere Lager­stätten wegschwemmen, die Mauern werden zusam- menfallen und Reis und Manick wird nicht mehr ge­baut werden können. Die Eelefanten werden hier weiden, unsere Felder werden verwahrlosen, ganze Dörfer werden verfallen, und überall wird Not und Elend herschen."

Ich wagte die Frage, ob vielleicht der Mangel an Arbeitskräften dazu führen werde, die Weiber zur Steigerung chrer Tätigkeit zu veranlassen, ein Moment, das immerhin für einen Mann, der, wie der Häuptling, feine achtzehn Frauen besitzt, nicht ohne Wichtigkeit ist. Auf meine Frage lachte die Hauptfrau laut auf. Die Weiber verrichten bereits, wie sie erklärte, die leichten Arbeiten auf der Farm. Ich dachte zwar bei mir, daß hier noch ein übriges geschehen körne, vermied es aber, mich dazu zu äußern, und wandte mich wieder dem Thema der Sklaornbehandlung zu, wobei ich besonders auf die Prügelstrafe einging. Wieder übernahm es die Hauptfrau, an Stelle des Häuptlings zu antwor­ten. Die Sklaven würden, wie sie erklärte, in dem Bezirk gut behandelt. Wie es bei anderen Stämmen sei, wisse sie nicht. Gewiß würden auch hier die Sklaven, mein sie sich etwas zu Schulden kommen ließen, geprügelt; auch jüngere Frauen bekämen zuweilen die Peitsche zu fühlen, aber jedermann sei sich darüber im Klaren, daß das zu ihrem Besten geschehe. Sie habe übrigens gehört, daß auch Engländer mit ihren Frauen sehr streng verführen. Ich konnte es nicht unterlassen, die schlechtunter­richtete schwarze Dame darüber zu belehren, daß in England die Frauen häufig das ganze Hauswesen besorgen. Aber bei dieser Bemerkung lächelte die Frau höchst ungläubig, und ich fügte hinzu, daß, wenn sich ein Mann an feiner Frau vergreifen wollte, diese sich unbedingt sofort von ihm scheiden lassen würde. Kaum hatte ich das gesagt, als die Frau in einen Lachkrampf verfiel. Sie hielt meine Bemerkung offenbar für einen guter Witz und ver­suchte vergebens, die Sprache wiederzufinden. Wäh-

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rend sich die Frau die Seiten hielt, und nur pan­tomimisch auszudrucken vermochte, daß sie mich für einen Lerückien halte, starrten inich auch die andern entgeistert an, als fragten sie sich, weshalb ich die weite Reise gemacht habe, wenn ich ihnen nichts anderes als solchen Blödsinn zu erzählen hätte. Ich hielt es unter diesen Umständen für angezeigt, mich zurückzuziehen. Aber noch draußen hörte ich das Kreischen der Häuptlingsfrau."

Das GGLBiaZ eines altedmisGe« Sunves.

Vor drei Jahren erwarb ein Kölner Kunschänd- ler von einem gutgekleideten Herrn einige römische Vasen und eine handgroße geschnitzte Figur. Es fei altes Familienerbe, erklärte der Verkäufer und begnügte sich mt einem angemessenen Preis. Die zunächst beifeitegefteüte Figur interessierte bald da­rauf einen Sachkenner, der sah, daß sie ein seltenes Fundstück war. Die Sache sprach sich bald hermn, und es kamen Kaufliebhaber, die 12 000 Mk für die Figur boten. Bevor es aber zum Verkauf kam, erschien die Kriminalpolizei, beschlagnahmte bte Figur und gab sie dem Wallraf-Richartz-Museum in Verwahr, das Anzeige wegen Nichtablieferung dieses aus altrömischer Zeit stammenden Fundes gemacht hatte. Schließlich wurde der Kunsthändler wegen dieses Vergehens vor den Einzelrichter ge­stellt, aber freigesprochen. Ein gütlicher Ausgleich wurde nun angestrebt, wobei das Museum 3000 Mk. für diese aus Bernstein bestehende Figur zahlen wollte. Der Kunsthändler war dazu nicht gewillt, und so mußte er sich dieser Tage vor der Kleinen Strafkammer abermals in dieser Sache verantwor­ten. Dabei wirkte als Gutachter Dr. Fremersdorf mit, der feststellte, daß der an jener Figur noch haftende Erdschmutz wohl von einer Ausgrabungs­stelle in Köln-Marienburg herstammen könnte so gut wie auch von anderswo her. Die Verteidigung machte geltend, daß es keineswegs erwiesen sei, daß dieses Fundstück wirklich aus dem Regierungsbezirk Köln stamme und dementsprechend ablieferungs- pflichtig sei. Ein unverhältnismäßig hoher Gewinn beim Verkauf dieser Figur sei auch darum gerecht­fertigt, weil der Angekmgte erst jüngst wieder für teures Geld ein kleines angeblich römisches Känn­chen erworben habe, dessen edler Patinaglanz ge­fälscht war, denn das Kännchen trug nach Entfer­nung der Patina den Stempel: Ärfè Monopol, Köbn. Das Gericht sprach schließlich nach dem An­trag des Staatsanwaltes den Angeklagten frei, wo­mit die Angelegenheit jedoch noch nicht erledigt ist, da die Oberstaatsanwaltschaft Revision beim Reichs­gericht gegen diesen Spruch einlegte.

rrettisketten von der Loudouev EvftndevarusfteAung.

Eine Maschine zur Erzeugung von Haarwellen, eine selbsttätige Puderquaste, ein Sicherheitsrasier­messer, dessen Arbeit durch ein Uhrwerk reguliert wird, sind einige der zahlreichen Wunderdinge, wie man sie auf der Jnternatinalen Ausstellung für Erfindungen, die soeben in London eröffnet wurde, sehen kann. Man sieht hier u. a. auch einen Koch­kessel, der eine Glocke erklingen läßt, wenn der Siedepunkt des Wassers erreicht ist, sowie eine Kaffee- oder Teekanne, die, selbst wenn man sie umdreht, keinen Tropfen der Flüssigkeit heraus, fallen läßt. Man sieht Spazierstöcke, die dem Fuß­gänger bei Nacht auf feinem Weg voranleuchten, so­wie ein Klavier, das dank einer neuen Radio-Er­findung als Lautsvrecher verwendet werden kann. DasLuftfahrrad", die Erfindung eines Ungarn, der, wie verlautet, damit nach Wien geflogen fetz» soll, ist noch nicht eingetroffen ,da es vom Zollamt zurückgehalten worden ist.

Lindbevshs Buch übev de« Szeau- flus in deuLMev SvvsÄe.

Charles Lindbergh ist nicht nur ein ausgezeich­neter Flieger; er weiß auch mit der Feder umzu­gehen. Bei Brockhaus in Leipzig wird in nächster Zeit der Bericht des kühnen Ozeanbezwingers über sein Werden und feinen Flug unter dem Titel: »Wir zwei, im Flugzeug über den Atlantik" erschei­nen. Das Buch war ursprünglich einem Schrift­stellerin Auftrag gegeben", aber als das Manuskript druckferbig vorlag, paßte dem beschei­denen Lindbergh die marktschreierische Aufmachung des Ganzen nicht, und er versagte sein Imprimatur zur grenzenlosen Bestürzung Amerikas, das fei­nen Liebling anflehte, feinen Entschluß umzustoßen. Da machte sich Lindbergh kurzerhand selbst an Werk undes ging" ausgezeichnet. Das Buch trägt ganz den Charakter seines Schöpfers: schlicht beschei-

K a 1 h- mangel

des Körpers ist ,

die Ursache vieler M L Schwächezustände. k

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