Einzelbild herunterladen
 

1922

S fdfeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / SezugSpreiS: Für den halben ; »nat RM.1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1S, k »mStag 12 3bpfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite R-Psg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Psg.

M. 24O Bormevstas dem

13» Oktober

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewâ Streik usw. hat der Begiesser keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachliefemng oder auf Rückzahlung deS ÄezugSpreiseS. / FürPlahvorschrist u.Erschemungd iage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,395«

Das KeNsKe.

- Reichskanzler Dr. Marx ist gestern abend , seinem Besuch in Speyer nach Berlin zurück- ; ist.

- Der preußische Minister für Volkswohlsahrt dem Preußischen Staatsrat eine neue Verord- g über die Lockerung der Wohnungszwangswirt- t zur Kenntnisnahme übersandt.

Der preußische Staatsrat beschäftigte sich !rn abend mit der Beamtenbesoldungsreform.

- Aus der Tagung der Hauptgemeinschaft des tschen Einzelhandels hielten der preußische Han­minister und der Reichswirtschaftsminister An- chen, in denen sie vor Preissteigerungen nten.

Das Flugzeug D 1220 der Heinkel-Werke ist >rn in Warnemünde zum Amerikaflug gestartet, sie aber bei Brunsbüttel notlanden. Heute mor­ist das Flugzeug zum Weiterflug nach Amster- I gestartet.

- Ueber das Schicksal des FlugzeugesAmerican is", mit der Fliegerin Elden, liegt keine Nachricht

Heute nacht wurde das erste Abkommen über polnische Amerikaanleihe, nämlich der Vertrag r den Ankauf der Anleihe-Obligationen durch das titanische Bankenkonsortium unterzeichnet. Der eiheoertrag selbst wird heute nachmittag unter­inet werden.

DM) Mbevusrms NaSowMs?

Nach wie vor tobt der Streit um den Ge- dten der Sowjets in Paris, Rakowski, wei- An der Seine ist der Vorfall vor allem i den Rechtsparteien stark ausgebauscht wor- [, besonders da man in ihm ein willkomme- i Mittel sah, der Linken bei dem beoor- enden Wahlfeldzug einen schweren Vor- rf machen zu können. Von vornherein war ja auch weniger die französische Notierung vielmehr die Rechtspresse, die mit allen >eln die Abberufung des Botschafters her- juführen suchte und immer wieder darauf wies, daß ein Diplomat, der seine Stellung u benutzte, die Angehörigen des fremden lates zum Ungehorsam gegen die Gesetze ) zum Landesverrat aufzufordern, nicht )r in seinem Amte belassen werden dürfte.

^ Der Botschafter Rakowski selbst hing sehr seiner Stellung, besonders da sie ihm Ge- enheit bot, starke Propaganda für die Ideen ier Heimat zu machen und die über West­opa weit verzweigten Fäden in der Hand behalten. Auch Tschitscherin wollte ihn, ob= hl er zur Opposition gehört, nicht ohne wei- rs fallen lassen und glaubte durch eine ihm eilte Zurechtweisung die Sache aus der Welt ® chafft zu haben. Als der französische Außen- lifter Briand zur Völkerbundstagung nach nf reiste, erklärte er selbst die Sache für er- igt, doch benutzte die Rechtspresse seine Ab- senheit, um in ihrem Sinne zu Hetzen, und iand fand bei der Rückkehr nach Paris eine 'ig veränderte Lage vor.

Noch ist die endgültige Entscheidung in oskau nicht gefallen, die Sowjets befinden > in einer wenig angenehmen Zwangslage, vielem anderen Verdruß, den ihre Außen- titik in der letzten Zeit erleben mußte, ist nun ch noch der Fall Rakowski gekommen. Im immer haben die Bolschewisten in China eine were Niederlage erlitten, die ihr Prestige Fernen Osten stark erschüttert hat. Noch mlicher für sie war der Abbruch der diplo- ltischen Beziehungen zu England, der leicht unangenehmsten Folgen für Moskau haben ante und vor allem noch immer zur Einheits- mt der übrigen Staaten gegen sie führen an. Das müssen aber die Machthaber in oskau unter allen Umständen verhindern, cht sowohl um der Sache selbst willen, son- rn mit Rücksicht auf die immer- gefährlicher wdende Opposition im Innern. Wohl glaubte an im Sommer Trotzki und seinen Anhang cht niederwerfen zu können, aber Stalin und )kow konnten sich zu diesem einzig wahren Hritt nicht entschließen, da sie des Ausganges cht sicher waren. So wurde die Entscheidung 5 zum Dezember hingezogen, da man die oßen Feiern zur zehnjährigen Wiederkehr r Novemberrevolution 1917 nicht stören ollle. Schon heute steht aber fest, daß der ampf Ende November mit besonderer Heftig- it entbrennen wird und bis zur endgültigen ntscheidung durchgeführt werden muß. Trotzki rfolgt mit seinem Anhang eifrig die Maß- rhmen seiner Gegner und wird ebenso wie bei r Sitzung Ende August mit ihnen bis in alle inzelheiten abrechnen. Für ihn ist natur- :mäß die Abberufung Rakowskis ein will- anmenex Anlaß zur Kritik.

Die VesotdungSreform im sSiaatSrat.

Berlin, 12. Oft. Der Preußische Staats- r a t beschäftigte sich am Mittwoch abend mit der Beamtenbesoldungsreform. Vom Aus­schuß wurde dem Plenum zu der Vorlage der Re­gierung ein umfangreiches Gutachten unter­breitet, worin zum Ausdruck kommt, daß der Staats­rat eine allgemeine Erhöhung der heutigen Be- amtengelder für notwendig hält. Die Besoldungs­vorlage werde eine ganz erhebliche Steigerung der Ausgaben für Reich, Länder, Gemeinden und Ge­meindeverbände zur Folge haben und bei Annahme der Vorlage müßten die Wünsche der Wirtschaft auf eine Senkung der Steuerlast, insbesondere auf dem Gebiete der Realsteuern ausschalten. 3m Gegen­teil werde bei den Gemeinden und Ge­meindeverbänden durchweg die Deckung nurineinerweiterenAnspannungder kommunal st euern zu finden sein, und auch beim Staate bleibe auf die Dauer die Deckungs­frage ohne Steuererhöhung oder wei­tere Sleuerüberweisungen fraglich. Es müßten daher stärkere lleberweifungen von Reichssleuern an Land und Gemeinden erfolgen. Außerdem ist die Verwaltungsreform ernstlich in Angriff zu nehmen, wobei auch an der immer drin­gender werdenden Neuordnung des Verhältnisses von Reich zu Länder nicht vorübergegangen wer­den könne. Der Staatsrat verurteilt in seinem Gutachten weiter nachdrücklich die Preissteigerungen. Er wünscht weiter, daß die Erhöhung der Lehrer- gehälter zu Lasten des Staates gehe und meint, die Bestimmungen über Warlegeld, Ruhe­gehalt und Hinterbliebenenbezüge müßten erneut geprüft werden. Hierauf führte

Finanzminister Dr. höpker-Aschoff aus: Die preußische Staatsregierung hält in Ueber­einstimmung mir der Reichsregierung die Erhö­hung der Beamtenbesoldung für not­wendig. Unbestreitbar bleiben die jetzigen Be­amtengehälter hinter den Friedensrealgehältern nicht unerheblich zurück. Das wird auch durch den Re­parationsagenten anerkannt, der insbesondere die Beamtengehälter in den mittleren und oberen Grup-

Die DreanNüge

wd 1220* gestattet.

Warnemünde, 12. Okt. Das Heinkel-Flugzeug D 1220 ist heute nachmittag 13.21 Uhr glatt gestar­tet. Die Startzeit betrug 23,5 Sekunden. Das Flug­zeug entfernte sich sehr bald in Richtung Amster­dam. An Bord sind der Flugzeugführer Merz, der Funker Bock und der Bordmonteur Rode. Das Flugzeug soll in Amsterdam landen und dort über­nachten. Der Zeitpunkt des Weiterfluges hängt von den Witterungsverhältnissen ab.

D 1220" bei SemtfbMM ««landet.

Berlin, 12. Okt. Wie das Wolffbüro erfährt,, ist das Heinkel-FlugzeugD 1220" bei Brunsbüttel ge­landet, weil sich gleich zu Beginn des Fluges ein Defekt am Kühler herausstellte. Bei der Landung verlor die Maschine den Anker. Sie bleibt bis morgen früh bei Brunsbüttel liegen, damit in­zwischen der Kühlerdefekt behoben und ein neuer Anker aus Warnemünde beschafft werden kann.

Ueber die Landung des FlugzeugesD 1220" wird weiter gemeldet: Das Flugzeug erschien kurz vor 16.30 Uhr über dem Nordostseekanal mit der Flugrichtung auf Hamburg. Es ging dann plötzlich auf der Elbe nieder und fuhr ohne besondere Schwie­rigkeiten in den Hafen von Brunsbüttelkoog hinein. Die Piloten befinden sich wohlauf.

Berlin, 12. Okt. Von unserem nach Brunsbüttel­koog entsandten Sonderberichterstatter. Das Heinkel- FlugzeugD 1220", das heute nachmittag in Warne­münde startete, nahm nach dem Start zunächst Flugrichtung über Fehmarn und folgte dann dem Kaiser-Wilhelm-Kanal. Das Wetter war zunächst dick, wurde dann aber besser. DieD 1220" machte in 3 bis 400 Meter Höhe glänzende Fahrt mit leich­tem Rückenwind. Der Motor arbeitete während des ganzen Fluges einwandfrei, obwohl die Maschine schwer belastet war. Der Apparat stand dauernd in Funkverbindung mit Warnemünde. Die Verstän­digung war glänzend, ebenso funktionierte die Funk­peilung tadellos. Ueber dem Kaiser-Wilhelm-Kanal stellte sich heraus, daß der Kühler etwas Wasser verlor; es handelte sich dabei um eine ganz gering­fügige Unregelmäßigkeit. Trotzdem riet Warne­münde dazu, zu landen und den Kühler zunächst ein­mal nachzusehen, um den Fehler zu beseitigen. Die Flieger ließen sich dadurch bestimmen, auf der Elbe zu landen und wurden dann in die alte Schleuse in Brunsbüttelkoog eingeschleppt.

Die Lage der Sowjets ist recht schwierig. das bedeutet den letzten Schritt zu der Ein- Auf der einen Seite muß sie Rücksicht aus die Heitsfront, die sowieso schon ziemlich weit ge- Opposition nehmen und darf diese nicht allzu- '

Opposition nehmen und darf diese nicht allzu- diehen ist. Aber die Sowjets waren von jeher reizen, auf der anderen Seite will sie unter äußerst geschickte Diplomaten, die sich bisher en Umständen mit FrantreiL drechen, denn noch aus jeder noch so schwierigen Lage wieder

pen für unzureichend erklärt. Einwendungen gegen die Befoldungsneuordnung könnten nur er­hoben werden hinsichtlich der Frage des Aus- m a ße s der Besoldungserhöhung und bezüglich des Zeitpunktes der Durchführung der Er­höhung. Gegen den ersten Einwand sprechen die Zahlen, und der Zeitpunkt der Durchführung der Besoldungserhöhung wird gerechtfertigt imrd) ine Tatsache, daß die kommenden Jahre politisch ohne­hin genug belastet sein werden und eine neue Be­soldungsordnung nicht tragen würden. Ein Teil des Desoldungsmehraufwandes wird aus laufenden Mehreinnahmen gedeckt werden können. Ob es ge­lingen wird, eine stärkere Hilfe vom Reiche zu be­kommen, ist eine offene Frage. Ich glaube,

die preußische Staatsregierung wird auf die grundsätzliche Forderung, daß das Reich helfen muß, nicht verzichten können.

Sollten wir vom Reich keine Unterstützung bekom­men durch die Aenderung des Finanzausgleichs, so wird die Deckung für Länder und Gemeinden sehr schwer fein. Wenn die bevorstehende Besoldungs­erhöhung als VorwandfürPreiserhöhun- gen benutzt werde, so könne das nicht stark genug verurteilt werden. Dazu Kegt kein Anlaß vor. Weder das Reich noch Preußen pla­nen größere Steuererhöhungen. Zu warnen sei vor einer Angstpsychose, die sich darin auswirke, bafi die Beamten in der Erwartung von Preiser­höhungen alles mögliche ernkaufen. Sie sollten es

ablehnen, in Geschäften zu kaufen, die unge­rechtfertigte Preissteigerungen vornehmen.

Der Minister schloß mit der Hervorhebung,

Hervorhebung, daß

die vorgeschlagene Erhöhung die äußerste Grenze des Möglichen bilde. Die Besoldungserhöhung selbst sei jedoch eine staatspolitische Notwendigkeit.

Bei der Abstimmung

wurde ein sozialdemokratischer Antrag betreffend Aufrechterhaltung der Gleich stellung der Kommunalbeamten mit Staatsbeamten an- genommen. Dem Gutachten des Hauptaus- jchuffes wurde zugestimmt.

Ium tVettevKug gestartet.

Drunsbüttelkoog, 13. Okt. Die Besatzung derD 1220" begab sich kurz vor 12 nach der alten Schleuse und setzte die Maschine startklar. Nach Eintreffen der letzten Wettermeldungen wird das Flugzeug über Cuxhafen in Richtung Norderney fliegen.

Brunsbüttelkoog, 13. Okt. Nach Beendigung der gemeldeten Startvorbereitungen stiegt das Flugzeug D 1220" um 9,45 Uhr bei etwas günstigem Wetter zum Weiterflug auf. Es schlug die Richtung Cux­hafenNorderney ein. Nach den Erklärungen, die der Pilot Merz kurz vor dem Start dem Bericht­erstatter des WTB. gab, bleibt es bei der ur^ouz- lichen Absicht, Amsterdam anzufliegen.

Viso 1236* ftäeibeeeii.

Lissabon, 13. Okt. 0,30. Das Junkersflugzeug D 1230" wird heute früh 5,30 Uhr feinen Weiter­flug nach Amerika antreten.

Ruth Gldevs SreaniAus.

Newyork, 12. Okt. Das FlugzeugAmerican Girl" der Fliegerin Ruth Elder, die gestern nach Paris gestartet war, wurde gestern abend um 10.44 Uhr amerikanischer Zeit auf 41 Grad nördlicher Breite und 65 Grad 4 Min. westlicher Länge in rascher Fahrt gesichtet. Die Wetterlage ist sehr gün­stig.

Paris, 12. Okt. Die Direktion des Flughafens Le Bourget bei Paris hat, obwohl sie nicht offiziell von der Ankunft der Miß Elder in Kenntnis gesetzt wor­den ist, für die Nachtzeit einen Teil des Personals zur Nachtwache berufen und beschlossen, die Wächter der Notlandungisflugplätze nördlich von Paris zu alarmieren. Die Polizeipräfektur hat von morgen Vormittag ab einen Ordnungsdienst vorbereitet.

âekne ^aMW von AM GIdev.

Newyork, 12. Oft. Bis 2.30 Uhr nachmittags ist außer von dem DampferAmerican Banker" von keinem auf den großen Wasserstraßen befind­lichen Dampfern eine Meldung über eine Sichtung derAmerican Girl" eingelaufen. Ein Radiogramm derAmerican Banker" besagte, daß die höhe, in der das Flugzeug gesichtet wurde, etwa 1000 Fuß betragen habe. Allmählich tritt eine gewisse Beun­ruhigung über das Schicksal des Flugzeuges ein, da angenommen wird, daß es bei 1000 Fuß Flughöhe von vielen Dampfern während des Tages hätte ge­sehen werden müssen.

heraus gefunden haben. Sie haben daher durch sorgfältig eingefädelte Nachrichten die Ange­legenheit so dargestellt, daß sie, wenn es wirk- üch zur Abberufung Rakowskis kommen sollte, diesen Schritt nur unter dem Drucke Frank­reichs getan zu haben scheinen. Daher das Manöver in den Zeitungen, daß Rakowski un­befugt über die Abmachungen Knifcheu Paris und Moskau über die Rückzahlung der russi­schen Schulden gesprochen habe. Jeder Kenner der russischen Verhältniße weiß nur zu genau, daß die in französische Zeitungen lancierten Nachrichten der Wirtlichkeit nMi entsprechen können und auch in sich einen M hallen, insofern, als die sigentüche dung in dieser Frage überhaupt nicht wird. Geschickt ist auch das Verhalten der ziellen und offiziösen Sowjetpresse, die Nachrichten teils ganz verschweigt, teils

erhaltungstrieb ihren Botschafter abberufen werden, um dadurch die Einheitsfront mcht heraufzubeschwören, die ihnen schon seit langes Zeit ernste Sorge macht. Man hofft, durch die Zeitungsnachrichten in Paris der Opposition die Grundlage für weiteres Vorgehen, in Mo­ser Hinsicht wenigstens, genommen zu haben.

Mehr wie bisher wird auch die Frage er­örtert, wer der Nachfolger Rakowskis werden wird. Man spricht von Litwinow und Piata- kow, aber auch der Name Karachans wird häu­fig genannt. Immerhin darf man nicht ver­gessen, daß gerade der Boffchafterposten in Pa­ris keineswegs zu den bevorzugten gehört und daß mancher sonst geeignete Volkskommissar chn aus persönlichen wie aus polllischen Grün­den ausschlagen wird.

Dsv rrsktHSSattzSev He Gpsvev.

Speyer, 12. Oft Reichskanzler Marx hielt heute im Regierungsgebäude eine Besprechung mit den Vertretern der pfälzischen Devölkerungskreise ab. Die Sitzung wurde vom bayerischen Ministerpräsi­denten Dr. Held eröffnet, der den Reichskanzler im Namen der bayerischen Regierung in der Pfalz will­kommen hieß und ihm für seinen Besuch dankte.

Dr. Held gab dew Wunsch der Pfalz Aus­druck, daß sie bei der Besatzungsoerminderung ent­sprechend berücksichtigt würde. Weiter bat der baye­rische Ministerpräsident den Reichskanzler, sich dafür einzusetzen, daß die Wirtschaft der Pfalz dieselbe Ür». terstützung durch das Reilys erfährt, wie die des Ruhrgebietes.

Bei der Darlegung der wirtschaftlichen Wünsche der Pfalz betonte der Ministerpräsident vor allem auch die Notwendigkeit der Durchführung der dr« pfälzischen Brückenbauprojekte, die er die deutschen Projekte nannte, weil sie die pfälzische Wirtschaft mit der deutschen Wirtschaft fester verbilden.

Der bayrische Ministerpräsident gab zum Schluß die Versicherung ab, daß die Pfalz aushalten werde, was auch immer kommen möge, zum Wohle und zum Segen des gesamten deutschen Vaterlandes.

Der Oberbürgermeister der Stadt Speyer trug zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen die Wünsche der pfälzischen Städte vor. Die Wünsche der Städte bezogen sich vor allem auf die unerträglichen Besatzungslasten und die da­durch hervorgerufene große Wohnungsnot.

Reichskanzler Dr. Marx sprach dem bayerischen Ministerpräsident seinen Dank aus für die liebens­würdige Begrüßung auf dem pfälzischen Boden und versicherte, daß er der Pfalz ein ganz besonderes In­teresse entgegenbringe. "

Der Reichskanzler kam dann auf die starke Be­satzung zu sprechen, die auch in der Pfalz große Not geschaffen habe. Durch vertrauensvolles Zusammen­wirken von Land und Reich müsse, wie bisher, auch hier im Rahmen des finanziell Möglichen eine ste­tige Fürsorgetätigkeit entfaltet werden, die unab­lässig den Schäden wehre, die die Besatzung bringe und die die Kultur und Wirtschaft erhalten helfe.

Wann der Tag der Befreiung komme, wisse man heute noch nicht, aber durch nationale Einigkeit und durch nationale Hilfsbereitschaft werde man sein Kommen beschleunigen. Der Reichskanzler schloß mit den aufrichtigen Wünschen für das Wohl der herr­lichen Pfalz.

Mit einem Dankeswort an den Reichskanzler und einem Treuegelöbnis der Pfalz für das Reich schloß der bayerische Ministerpräsident Dr. Held die Aussprache. Reichskanzler Dr. Marx hat sich heute abend gegen 9 Uhr im Kraftwagen nach Mannheim begeben, von wo aus er mit dem fahr­planmäßigen Schnellzug seine Rückreise nach Berlin angetreten hat.

ÄvvzeMse ÄußWsuns des Landtags?

Berlin, 12. Ott. 3m Landtag wurde heute eifrig das Gerücht erörtert, daß Ministerpräsident Braun den Landtag vorzeitig auszulösen gedenke. Bekanntlich ermöglicht die preußische Verfassung einen solchen Schritt durch den Beschluß von Mini- sterpräsident, Landtagspräsidenl u. Staatspräsident. Braun soll sich angeblich bereits mit dem Zentrum in Verbindung gesetzt haben, um die Zustimmung zur Auslösung zu erhalten. Wie es heißt, fürchtet de?