Einzelbild herunterladen
 

303« SMVHMW-

WEMZ-AUzEßgE M

Kimms Giadt und LiMÄ

v. 2M

Do««evstas de«

S. -ONMsZ

1628

Qrfüflungëort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Lei unverschuldetem Ausfall der tiejerung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrlst u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 3957,3958

M^

cheml täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben nat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 12, mstag 12 R-pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite st-pfg.. Im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-pfg. / Osfertengebühr 50 R-Psg.

rv Kampf um die Macht in Mexiko.

Zn Mexiko ist ein neuer großer Aufstand zebrochen. Dieser Aufstand steht im Zeichen Feindschaft gegen den regierenden Präsi­den Calles: Anfang 1928 soll der neue sident gewählt werden. Die Wahlschlacht ) auch diesmal wie so oft in Mexiko nicht h Reden, sondern durch Maschinengewehre getragen.

hiermit gewinnt der mexikanische Aufstand allgemeine politische Bedeutung. Drei nner, die das Schicksal Mexikos in den en Jahren in ihrer Hand hielten, kämpfen die hohe Würde des Staatsoberhauptes.

leral Alvaro Obregon, der Vertreter der sgerichteten Regierungspartei, der Freund jetzigen Präsidenten Calles, hat die meisten mcen, anstelle seines Freundes gewählt zu den. Seine beiden Gegner sind die Gene- ' Arnulfo R. Gomez und Francisco Ser- o. Die beiden letzten haben die Armee gegen jetzige Regierung aufgehetzt, um auf die- Wege die mächtige Linkspartei aus dem Hikampf auszuschalten und durch ein Bund- die Macht im Staate an sich zu reißen.

ser Versuch ist ihnen nicht gelungen. Der fstand ist zusammengebrochen, beioe Prusi- tschaftskandidaten, Serrano und Gomez ) gefangen genommen, vor das Militär- icht gestellt und hingerichtet worden.

Wo liegen die Hintergründe dieser blu- rn Tragödie? Vielleicht seit dem Tode des >ßen Diaz hat Mexiko seihen so markanten lititer besessen, wie den jetzigen Staatsprüsi- iten General Calles. Calles hat es nerstan- t in Mexiko Ordnung zu schaffen, in die- I stets gärenden Lande das nafonale Be- lßtsein zu heben und die radikalen Reformen rchzuführen, die einen kulturellen Auf- wung in gewaltigem Ausmaße zur Folge Sitten. Viel umstritten ist andererseits die oeckmäßigkeit seines Vorgehens gegen die xikanifche Kirche, wobei allerdings nicht ersehen werden darf,- daß sie die letzten hrzehnte hindurch im mexikanischen Staats- )én eine Stellung eingenommen hat, wie am in einem zweiten Lande der Welt, indem das gesamte geistige und politische Leben exikos souverän beherrscht. Auch hier ließ sich illes in erster Line von der ParoleMexiko n Mexikanern" leiten, die er mit Erfolg bei r Befreiung der mexikanischen Industrie und Wirtschaft von nordamerikanischem Einfluß r Richtschnur genommen hatte. Und hiermit

Des Gzsauftus

LtordeeneN

«ewvovö

ÄnsewMhett über das GchksSsal des SSusreusss d 1330«

Aus dem Megs nach Lissabon.

Berlin, 5. Okt. Das Ueberseeflugzoug D 1230 hat nach den vingelaufenen Wettermeldungen, die aus dem Flugzeug fortgesetzt zugesprochen werden, bis jetzt sehr gutes Wetter angetroffen. Der Wind wehte von O st e n mit 30 Kilometer Stundenge­schwindigkeit; dadurch konnte das Flugzeug seine günstigste Reisegeschwindigkeit von ungefähr 160 Kilometer auf 175 Kilometer, zeitweise auch noch mehr die Stunde erhöhen. Dank diesem Umstand er« reichte das Flugzeug schon sehr schnell die Ducht von Discaya, wo es allem Anschein nach wenig Dampfer angetroffen hat, so daß sich keine Gelegenheit bot, mit diesen in Verkehr zu treten. Bemerkt sei, daß der Sender der funkentelegraphischen Anlage eine Reichweite von 600 Kilometer hat.

Nach dem Abflug von Amsterdam heute morgen gab das Flugzeug um 8 Uhr nach Norddeich folgen­den Funkspruch:An alle! Wasserflugzeug D 1230, Rufzeichen DAFS, in Amsterdam aufgestiegen am 5. Oktober, um 6.40 Min., zum Flug über Nordsee, englischen Kanal, Lissabon. Sende- und Empfangs- welle 600 Meter. Erbitte Beobachtung Funkverkehr. Verbreitet Meldung von oder über Flugzeug." Diese Meldung wurde fünfmal in deutschem und in englischem Klartext gegeben.

Die letzten Wetteermeldungen besagen, daß auf der Strecke LissabonAzoren ein Sturmwirbel liegt, der voraussichtlich übermorgen vorüberge- gangen sein wird. Das D 1230 wird daher aller Voraussicht nach seinen Weiterflug nach den Azoren er st am nach sten Tag antreten.

«svev dem Golf von Viseasa.

London, 5. Oft Das deutsche Transatlantik- tugzeug wurde zuletzt nach drahtlosen Meldungen in dec Bucht von Biscaya gesichtet.

D 1230 8ns Meev gestürzt oder notgelandet.

Fritz Loose der Führer der Maschine D 1230.

Flugzeug auszusuchen. Zwischen Kap Mondego Santa Eruz wird eifrig nach dem Flugzeug forscht

Eine andere Meldung laufet:

pari», 6. Okt. .pefife Parksien" meldet Lissabon, infolge einer Panne auf der höhe Kap Roca sah sich das Junkersflugzeug

und ge-

aus von ge-

Mmen wir zu dem Hauptbeweggrund der tzten mexikanischen Ereignisse.

Die Vereinigten Staaten sind an den Erd­nähen Mexikos äußerst interessiert. In erster inie selbstverständlich am mexikanischen Gold nd noch mehr am mexikanischen Erdöl. Fast ie gesamten Naturschätze Mexikos befinden sich i den Händen der Vereinigten Staaten. Um nne Eigentumsrechte in Mexiko zu schützen, ch sich Nordamerika veranlaßt, das politische 'eben im Lande zu beherrschen. Alle Aufstände, ie in Mexiko in den letzten Jahren stattfan- en, wurden letzten Endes in mehr oder min= er verborgener Form von Washington aus .eleitet. Alle verantwortlichen politischen Per- önlichkeiten in Mexiko waren von der Frei- siebigkeit des großen nordischen Nachbarn ab- kängig. Präsident Calles wollte diesen Zustän- )en ein jähes Ende machen. Er hat Gesetzes­naßnahmen vorgebracht, denen zufolge es den Ausländern verboten ist, Eigentums- und Jn- eressenrechte in Mexiko zu besitzen.

Der nordamerikanischen Aktienbesitzer in Mexiko bemächtigte sich eine Panik sonderglei­chen. Die Spannung zwischen Washington und Mexiko steigerte sich noch mehr, als Calles deutlich zu verstehen gab, daß er nicht daran denke, sich von den Vereinigten Staaten auch in politischer Hinsicht abhängig zu fühlen. Die Kriegsdrohung stand vor der Tür. Sie ist jetzt noch nicht aufgehoben, sondern nur aufgescho­ben. Die Vereinigten Staaten beobachten das politische Leben Mexikos nach wie vor mi äußerster Schärfe. Und jetzt vor dem neuen Prüsidentschaftswahlkampf muß es sich ent­scheiden, ob die Partei, die die völlige Unab­hängigkeit Mexikos erstrebt und die nur höchst ungern den Einfluß Nordamerikas bei sic duldet, am Ruder bleibt oder nicht. Er lieg die Vermutung nahe, daß der letzte Aufstand in Mexiko mit diesem Interesse der Vereinigten Staaten an der Innenpolitik Mexikos in Ver bindung steht. Er bedeutet höchstwahrscheinlich ein vorsichtiges ..Abtasten" der volitischen Stim-

Berlin, 5. Oki. Rach einem Funkspruch aus Lissa- bon ist das Ozeanflugzeug D 1230 bei Torres Bedras, etwa 80 Km. nördlich von Lissabon, notgelandet. Einzelheiten liegen bisher nicht vor.

London, 6. Okt. Hier liegt eine Rachrichl vor. daß das deutsche Flugzeug D. 1230 auf seiner Fahrt von Amsterdam nach Lissabon aus der höhe von Stmia Cruz ins Meer gefallen sei. Aus 5 O S.- Rufe hin wurde ein Kriegsschiff abgeschickt, um das

zwungen, auf Santa Cruz zu landen. Nachdem es Hilferufe ausgesaudl hatte, schickte die Regierung sofort Hilfe ab.

Berlin, 6. Okt. Bei der Veranstaltung des Ozean­fluges ist heute vormittag ein Funkgespräch über die D 1230 eingegangen, dessen Entzifferung infolge starker Verstümmelung aber große Schwierigkeiten machte. An Hand der bisherigen Pressemeldungen ist es aber schließlich gelungen festzustellen, daß die Meldung desPetit Parisien" wohl stimmen dürfte, wonach die Maschine auf der höhe von Kap Roca aufs Meer gegangen ist. Danach würden also die von anderer Seite verbreiteten Angaben, wonach das Flugzeug auf dem Lande notgelandet oder ins Meer gestürzt fei, falsch sein. Ein Lissa­bonner Vertrauensmann der Veranstalter des Fluges ist an Bord eines Kriegsschiffes nach der Landungsstelle unterwegs. Ein näherer Bericht wird erwartet.

Vie Etappen des Ozeanfluges.

Der deutsche Ozeanflug soll nicht als sogenannter Nonstop-Flug durchgeführt werden, sondern als Vorprobe für den regemäßigen Flugverkehr die als Stützpunkte für diese Flüge in Frage kommenden Städte aussuchen. Demgemäß wird der Flug auch nicht zeitlich befristet. Die erste Etappe führt über Amsterdam nach Lissabon, von wo aus der erste Ueberseeflug nach den Azoren vor sich gehen soll. Je nach der Witterungslage soll der Weiterflug entweder nach Neufundland angetreten, oder aber, es soll ein Umweg über die Bermuda-Inseln (dünne Linie) mit in den Kauf genommen wer- den. Als Endziel des Fluges ist Newyork bestimmt

So erscheinen uns die Ereignisse in Mexiko

mungen in Mexiko durch Washington. Daß So erscheinen uns die Ereignisse in Mexiko dieses Abtasten nicht mit weichen Handschuhen, in ihrem vollen und klaren Lichte: im Lichte sondern mit hartem Stahl geschieht, ist nicht des Expansionskampfes der Vereinigten Staa- ohne weiteres verwunderlich. Daran ist man ten auf dem gesamten amerikanischen Konti- m Mexiko sowie in den anderen mittel- und nent. Daß diese Expansion nicht ganz glatt südamerikanischen Staaten aemohnt r ^ ........ "^ ^^ "^ ^

vor sich gehen kann, daß es Kräfte gibt, die

ihr entgegen wirken, daß überhaupt in Latein- Amerika die Abwehr gegen das oft rücksichts­lose Vorgehen der Vereinigten Staaten im An­wachsen begriffen ist und daß an der Spitze dieser Protestbewegung gegen die Hegemonie des mächtigsten Landes der Welt Mexiko steht, dies alles erhebt die innenpolitische Situation Mexikos zu einem Faktor allerersten Ranges. Denn eben hier muh sich die nächste Etappe des großen Kampfes um das Erdöl und um die Vormacht der Vereinigten Staa­ten abspielen. Der mexikanische Aufruhr ist nichts anderes, als eine kleine Zuckung diejes großen historischen Prozesses.

Sie Lage 8« MerriLo.

Mexiko, 5. Oft General G o m e z, der ku det Stadt Perote im Staate Veracruz von den Ro-s gterungstruppen belagert wurde, ist gefangen gw nommen und hingerichtet worden.

Mexiko, 5. Oft Das Büro des Präsidenten Ealles gibt bekannt, daß drei weitere aufständische; Generale gefangengenommen und hingerichtet wur­den. Es stehen nur noch zwei Gruppen von Auf­ständischen unter Waffen. Beide befinden sich ist Veracruz.

El Paso, 5. Oft Hier eingetroffene Meldungen aus der Stadt Mexiko bestätigen, daß die Regie­rung Calles die Lage beherrscht. Die Deputierten­kammer hat 30 ihrer Mitglieder, die Gegner von Calles finb, ausgestoßen. Die Meldung, daß Gene­ral Dominguez, Häuptling der Daqui-Jndianer, die Bundestruppen befehligte, welche Serrano und 13 seiner Anhänger gefangen nahmen, wird in hiesigen mexikanischen Kreisen für sehr bedeutsam gehalten^ da die Yaqui allgemein als Gegner von Calles galten.

Die VsVMwDmrrtÄ 8n GRrmßeit.

Paris, 5. Okt. Wie Havas aus Hendaye meldet gaben Reisend e, die auch Spanien kommen, über das jüngst in Madrid enthüllte Komplott fol­genden Bericht:

Die Madrider Polizei hat in der Nacht zurq 1. Oktober eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet. In der Direktion der Sicherheitspolizei sind die leiten­den Personen bis in die ersten Morgenstunden deS 1. Oktober auf ihrem Posten geblieben. Sämtliche Minister haben sich von Stunde zu Stunde übet die Ereignisse unterrichten lassen, da es sich um die Entdeckung eines anarchistischen Komplottes gegett das Leben des Königspaares handelte. Die Polizei hatte in der Nacht von den Vorbereitungen zu die^ sem Komplott Wind bekommen und sofort Verhaft tungen vorgenommen. Der Chefredakteur der Zeft tung .^Libertas", Lezama, wurde als erster fesft genommen. Da man in diesem Augenblick noch nicht die Gründe für die Verhafttlng kannte, glaubte man, daß Lezama verhaftet worden sei, weil er in» Besitze einer Kopie von Nueva unterzeichnetes Schriftstücke sei. Auch die folgenden Belastungen! deuteten auf dasselbe Motiv hin.

Bald aber wurde man über den wahren Sach­verhalt aufgeklärt. Außer Lezama wurden verhaft tet der frühere republikanische Abgeordnete B a r rft strero, ein Major, ein Leutnant Romero, eins Person namens Godofredo, über die uoch nichts weiter bekannt geworden ist, sowie 14 Anar^ chisten. In der Frühe des nächsten Tages fei Zahl der Verhaftungen auf 40 gestiegen. Bei uert verhafteten Anarchisten habe man Bomben vor- gefunden, die zu einem Anschlag au f d a s Königspaar benutzt werden sollten in Dent Augenblick, in dem dieses am 1. Oktober vormittags nach feiner Ankunft auf dem Nordbahnhof wie ge­wöhnlich im offenen Wagen durch die Stadt in die! Residenz fahren würde. Es ist festgestellt worden daß die Bomben von einem Artillerieoffizier herge­stellt worden sind. Während der ganzen Nacht ha­ben Polizeibeamte in Zivil die Umgegend des Nord­bahnhofs überwacht und zahlreiche Haussuchungen vorgenommen. Selbst Journalisten, die sah 2urn Empfang des Königspaares auf den Nordbahnhof begeben hatten, muhten verschiedentlich ihre 2lus- weise vorzeigen. Das Königspaar begab sich auch nicht wie gewöhnlich in offenem Wagen, sonders im geschlossenen Wagen in das Palais was unter den ahnungslosen Zuschauern Verwunderung er­regte. Die Polizei hat entdeckt, daß es sich um eins weitverzweigte Verschwörung handelt. Sogar in Algeciras wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Man vermutet, daß ^ort zahlieu.^e Bombendepots entdeckt worden sind. Es scheint, day bei einem Mißlingen des Anschlags in Madrid ex in Algeciras wiederholt werden sollte.

KückiEL des memMâKdSMen MDâvSrsms.

Memel, 5. Oft Rach der heute morgen erfolgtest Rückkehr des Gouverneurs des Memelgebietes von Kowno nach Memel hat Landespräfidsnl Schwellnus noch im Laufe des vormittags dem Gouvernem das Rücklritlsgesuch des gesamten Direktorium, unterbreitet, das auch angenommen wurde.

*

Nach dem Memelstatut war ausdrücklich fest gelegt, daß das Direktorium das Vertrauen Landesversammlung genießen soll. Bisher hattt sich Litauen um diese Bestimmung nicht geflimmert sondern das großlitauische Landesdirektorium bs ging fortgesetzt Rechtsbeugungen, Vergewaltiaust