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3. SStsbev

1922

Montas vs«

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GeneraL Anzeiger für

im Zeichen Aindenvurgs Geburtstag

Dev Sefttas in Vsvlin.

?rlin, 2. Oft. Hindenburgs Ehrentag hat, soweit ugenblick zu übersehen ist, einen in jeder Be- ig harmonischen Verlauf genommen. Die ; -Hauptstadt hatte über Nacht reichen Festschmuck :gt. Die Straße glich einem Fahnenwald. Das Denburger Tor war ganz in goldbraunen Blu. rwinden, in Lorbeer und Tannengrün ein- t. Von der Decke der Durchfahrbahn wallten die 'N des Reiches und Preußens. Die große ldurchfahrt, die der Reichspräsident benutzte, nil einer riesigen Fahne des Präsidenten mit Reichsadler geschmückt. Nachdem gestern morgen eichspräsident die Urkunde zurHinden- ) spende, das Geschenk der Reichs- erung und die Eigentumsurkunde das Stammgut derer von Hinden - z-Neudeck in Ostpreußen, ein Geschenk eutschen Wirtschaft, überreicht worden waren, in das offizielle Programm mit einer Morgen- im Palais. Daran schloß sich der feierliche gang und auf ihn folgten Empfänge über Emp- . So empfing der Reichspräsident zur Ent­nahme persönlicher Glückwünsche den Vorstand )eutschenOffizierbundes unter Füh- des Generals der Infanterie a. D. v. Huttisr, tundesleitung des Stahlhelms unter Füh- von Seldte, den von Dr. Löwenstein geführten and des Bundes jüdischer Frontsol - ; n sowie eine von Herrn Dr. Unger (Breslau) Professor Dr. Schmeidler (Breslau) geleitete dnung des Reichsverbandes akade - cher Kriegsteilnehmer, die dem Herrn ^Präsidenten als Ehrengabe eine Sammlung Werken der im Kriege gefallenen deutschen Dich iberreichte. Neben einer Reihe privater Emp- 1 nahm"der Reichspräsident auch den Besuch des Landes des Allgemeine- Deutschen dschutzvereins unter Führung des Prin- lllfons von Isenburg entgegen, der dem Herrn ispräsidenten namens der deutschen Jägerei herzlichen Glückwünsche ausdrückte und ihm i Ehrenschild des Allgemeinen Deutschen Iagd- ,Vereins überbrachte. Der Telegrammsturm auf Präsidentenpalais nahm in den Dormittagsstun- geradezu beängstigende Dimensionen an. Bis ds 10 Uhr waren rund 150000 Glück- schtelegramme eingegangen. Man hat erechnet, daß diese Telegramme einen Möbel- m vollkommen ausfüllen würden. Und heute ein Depeschengroßkampftag, wie ihn Berlin noch erlebt hat. Aus allen Teilen des Reiches und Auslande schwollen die Huldigungsgrüße in n solchen Grade an, daß Hindenburg allein hen brauchen würde, um sie alle zu lesen.

Gewaltig war auch der Fremdenzustrom, der sich Berlin ergoß. Hotels und Fremdenpensionen en vollkommen überfüllt. Bereits um die Mit­stunde war das Gedränge in der Nähe der Fest­jen gewaltig. Es nahm fast lebensgefährliche nen an, als zumeist in geschlossenen Zügen die n Hunderte von Vereinen mit Fahnen und Mu- inrüctten, um das Ehrenspalier zu bilden, das vom Palais in der Wilhelmstraße über den iser Platz hinweg bis zum Stadion draußen am newald erstreckte. Es ist dies eine Strecke von 7 Kilometern, und man mag sich ausrechnen, viele Tausende, die in sieben und mehr Gliedern ereinander standen, diesen Triumphweg ein- nten. Auch geschmückte Kraftwagen der Automo- ubs und die Maschinen der deutschen Motorrad­ler waren zur Stelle.

GSndenbuvgs Tvwtnvbfahvt.

Schon von 8 Uhr morgens ab war die Wilhelm- ße das Ziel vieler Tausende. Geyen 9 Uhr rück- drei Kapellen des Infanterie-Regiments 9 in das !ais ein und nahmen unter Leitung des Armse- sjkinspizienten Professor Hackenberger im Garten der Terrasse Aufstellung, wo der Reichspräsident 9 Uhr das Frühstück im Kreise seiner Familie nahm. Kurz vor 10 Uyr trat die für diesen Tag stärkte Wache heraus. Während am Seitenflügel amerikanische Botschafter Schurmann in Beglei- g des Botschaftsrats Poole vorfuhr, um sich in

Glückwunschlisten einzutragen, öffneten sich die ren des Mittelportals, und unter brausen- m Jubel der Menge erschien Hinden- r g, den Zylinder zum Gruße lüftend, hinter ihm ie Schwiegertochter und sein Sohn, Major von rdenburg. Unter dem Trommelwirbel der Wache ir der Reichspräsident durch die Wilhelmstraße zur ' e i f a l t i g k e i t s k i r ch e. Der Reichspräsident, 1 seine Schwiegertochter und sein Sohn begleite» !, wurde vom Gemeindekirchenrat unter Führung 5 Superintendenten Gießt empfangen. Nach dem orgesang ergriff der Geistliche das Wort zu seiner edigt über die Worte aus der 2. Epistel des wstels Paulus an die Korinther:Wer da säst mit !gen, der wird ernten mit Segen." Nach der Pre- jt sang die Gemeinde das Lied:Ein' feste Burg unser Gott", und der Geistliche schloß in das Ge- t den Segen des Himmels für den Reichspräsiden- r als den erwählten Führer des deutschen Volkes it ein.

Als Hindenburg vom Gottesdienst zum Palais rückkehrte, hatte die nach vielen Tausenden zäb- ibe Menschenmenge alle Absperrungen durch-

Dev oMieUe Gvatulattonsemvkans.

Berlin, 2. Okt. Nachdem der Herr Reichs- Präsident von dem Besuch des Gottesdienstes in der Dreifaltigkeitskirche zurückgekehrt war, begann die Reihe der Gratulationsempfänge mit dem Empfang )er Reichsregierung. Um 11.30 Uhr versammelten ich im festlich geschmückten Großen Saale des Prä­identenhauses Reichskanzler Dr. Marx, sämtliche Reichsminister und Staatssekretäre des Reichs, ferner der Präsident des Reichsgerichts, der Präsi­dent des Rechnungshofs, der Präsident des Reichs­finanzhofs, der Reichsbankpräsident und der Generaldirektor der Reichsbahn. Pünktlich zur fest­gesetzten Zeit betrat der Herr Reichspräsident im schwarzen, mit dem Blücherkreuz geschmückten Geh­rock, begleitet von seinem Staatssekretär Dr. Meiß­ner und feinem Sohne und Adjudanten Major von Hindenburg, den Saal. Vor der Mitte der zur Be­glückwünschung erschienenen Herren richtete

rrekrhSkaurLev Dv. Marse

die folgende Ansprache an den Herrn Reichs­präsidenten:

Ich habe die hohe Ehre, Ihnen, Herr Rsichs- Präsident, an dem Tage, an dem sich die heißer Wünsche unseres ganzen Volkes Ihnen zuwenden, die aus tiefster Empfindung kommenden Glück­wünsche der Reichsregierung darzubringen. Es ist für uns Herzenssache, Ihnen selbst, hochver- ehrter Herr Reichspräsident, aufrichtigsten Dank dafür auszusprechen, daß Sie die Ihnen von- der Vorsehung verliehenen hohen Gaben rückhaltlos dem Dienst des Vaterlandes geweiht haben.

Vielfach war mit diesen Geschicken der Nation Ihr eigenes Leben aufs engste verflochten. Das Volk in Waffen, an dessen Spitze Sie von berechtigtem und begeistertem vertrauen ge­fragen jahrelang den deutschen Gauen in über­legener Meisterschaft die Schrecken des Krieges ferngehalten hatten, haben Sie unter inneren und äußeren Schwierigkeiten nie erhöhten Ausmaßes Ende 1918 zu den Werken des Friedens zurückge- führt. Nicht zuletzt durch diese Tat, welche Ihr unvergeßlicher Amtsvorgänger Friedrich Ebert stets dankbar anerkannt hat, wurde dem deutschen. Volke in einer der dunkelsten Stunden seiner Ge­schichte der einzig mögliche Weg zu einer helleren Zukunft gewiesen, der Weg der Selbstüberwindung und der Zurückstellung noch so leidenschaftlicher Gegensätze hinter die große gemeinsame Aufgabe des Wiederaufstiegs.

Der heiße Wunsch, daß sich das deutsche Volk immer mehr auf diesem Wege zusammenfinden möge, hat Sie nach dem Hinscheiden unseres

veran

ersten Reichspräsidenten zu dem schweren Opfer bewogen, dem Rufe der Nation zu folgen und das r:r:ntwortungsvolle Amt des Reichspräsidenten

zu übernehmen. Jeder, der sich als Deutscher fühlt, erblickt heute in Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, die reinste Verkörperung und das leuchtende Vorbild der selbstlosen Hingabe an das Ganze, der unbedingten Treue zur über­nommenen Pflicht und des unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft von Reich und Volk.

Heute nimmt Deutschland zwar leider noch entfernt von völliger Gleichberechtigung, aber doch in ganz anderem Maße als noch vor wenigen Jahren geachtet und gefestigt seinen Platz unter den Völkern ein; die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Zusammenfassung aller Kräfte im Innern und der verantwortungsbewußten Mitarbeit an den großen Fragen internationalen Zusammenlebens wird allmählich zum Gemeingut des deutschen Volkes; Gesetzgebung und Ver­waltung des Reiches können sich mehr und mehr statt notgeborener Improvisationen der plan­mäßigen Bearbeitung weitausschouender Aus­gaben zuwenden. Wenn ich all dies in diesem unvergeßlicher Augenblick freudigen Herzens fest­stellen kann, so weiß niemand besser als die Mit­glieder des Reichskabinetts, die Ihr Wirken täglich aus nächster Nähe beobachten dürfen, wie stark und richtunggebend Ihre Anteilnahme an unserer Arbeit ist.

Und deshalb glaube ich, in Ihrem eigensten Sime zu sprechen, wenn wir die Fülle der guten

brochen, so daß gleich hinter dem Wagen das Gitter­tor geschlossen werden mußte, um ein Eindringen in den Vorhof zu verhindern.

Immer wieder wurden brausende Hochrufe laut, für die Hindenburg, der wiederholt im Portal erschien, danken mußte.

Gegen 11% Uhr begann die Auffahrt der Reichs- und Staatsbehörden. Mit dem Reichskanzler an der Spitze erschienen alle Reichs­minister mit ihren Staatssekretären, das preußische Kabinett unter Führung des Ministervrälidenten

Wünsche der Reichsregierung zum heutigen Tage in den einen Wunsch zusammenfassen,. daß es unserem Reichspräsidenten beschieden sein möge, in seinem hohen Amte das deutsche Volk mit Gottes Hilfe weilerzuleiten in wachsender Einig­keit und friedlicher Wiedererstarkung!"

Rs«chsv«SNdent v. Kindenbuvg

erwiderte hierauf mit folgenden Worten:

Herr Reichskanzler! Meine Herren! Haben Sie aufrichtigen Dank, Herr Reichskanzler, für bie freundlichen Glückwünsche, die Sie mir soeben hier namens der Reichsregierung ausgesprochen haben. Ich verbinde hiermit den Dank an das ganze deutsche Volk, das meiner in so vielen Zuschriften und Zei­chen freundlicher Gesinnung heute allenthalben ge­dacht hat. IHein besonderes Gedenken in dieser Stunde gilt unseren Volksgenossen in den besetzten rheinischen Gebieten, deren Besreiuna von fremder Besatzung zu unserer tiesslen Enttäuschung noch nicht erreicht werden konnte; ich grüße sie bewegten her­zens mit dem Wunsche.und der Hoffnung, daß dem Lande am Rhein bald die Freiheit beschieden sein möge. Dies zu erreichen, wird die vornehmste Auf­gabe dec deutschen Politik sein.

Sie, Herr Reichskanzler, haben in freundlichen Worten über mein Verdienst hinaus meiner Arbeit in den langen Jahren des Friedens und in der schweren Zeit des Krieges gedacht. Ich habe aber stets nur meine Pflicht getan. Die Arbeit meines ganzen Lebens hat immer dem Vaterlande gegolten, und ich werde auch die Spanne Zeit, die mir noch ge­geben ist, diesem Dienst widmen, nicht um der Ehre oder persönlichen Vorteils willen, nicht um eine Partei oder eine Gruppe zu fördern, sondern um dem ganzen Deutschland zu dienen und, so Gott will, zu nützen.

Mein höchster Wunsch an diesem Tage ist der, daß unserem Volke Einigkeit beschert werde. Tief sind immer noch die Gegensätze zwischen den Anschauungen der Einzelnen und Den Interessen der Klassen und Berufsstände. Viele Deutsche vermögen die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht zu finden und stehen verbittert und mißtrauend im Leben des Tages dem Nächsten gegenüber. Ich meine, daß es trotz aller Verschieden­heiten in unserem staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben doch nicht so schwer sein sollte, über das, was uns an Weltanschauung und Inter­essen trennt, hinaus uns zusammenzufinden in dem Gedanken an das, was uns eint und uns g e - m e i n f a m ist: Das Vaterland, das Band, das uns mit unserer Väter Erde in Stammes- und Volks­gemeinschaft verbindet, und das gemeinsame Schick­sal, das uns alle im Glück und Unglück, zu Gedeih und Verderb, umfaßt. In dieser Gemeinschaft ist Raum genug für friedlichen Austrag der Meinun­gen und für gerechten Ausgleich der Interessen; in diesem Rahmen hat jeder das Recht, aber auch die Pflicht zur Mitarbeit im Staate; hier soll es nur einen Streit geben, nämlich den Wettstreit, am besten dem Vaterlande zu dienen. Achtung vor der Meinung des Einzelnen, Achtung vor dem ehrlichen Suchen nach neuen Wegen, Achtung aber auch vor der großen Vergangenheit und der reichen Tradition unseres Volkes müssen die Grundsätze sein, auf denen sich diese Einigkeit aufbaut. Daß dieser Geist der Zusammengehörigkeit wachsen und alle Deutschen beherrschen möge, daß Deutschland in brüderlicher Geschlossenheit aus den Niederungen der Gegenwart aufsteige zu dem Weg der Zukunft, zu einem star­ken, freien und einigen Deutschland, das ist der Her­zenswunsch, mit dem ich an meinem heutigen 80jährigen Geburtstage das Deutsche Volk in unbe­irrbarem Vertrauen und in alter Treue grüße!"

Der Herr Reichspräsident nahm dann die Glück­wünsche der einzelnen Herren entgegen und dankte jedem einzelnen mit freundlichen Worten und Hand­schlag.

Nach dem Empfang der Reichsregierung sprach das Preußische Staatsmini sterium un­ter Führung des Ministerpräsidenten Dr. Braun dem Herrn Reichspräsidenten die Glückwünsche der preußischen Regierung aus. Hieran schloß sich der große Empfang der Vertreter der deut­schen Länder.

Braun, die Ministerpräsidenten der Länder mit ihren Berliner Gesandten, ferner Reichsbankpräsi­dent Schacht, Reichsgerichtspräsident Dr. S i= mons und Oberreichsanwalt Werner, der Generaldirektor der Reichsbahn, Dorpmüller, und andere. Kurz nach 12 Uhr trat die Wache ins Gewehr und unter Trommelwirbel fuhr der Do­yen des Diplomatischen Korps, der päpstliche Nuntius Pacelli, in violettem Ornat vor, um dem Reichspräsidenten die Glückwünsche der in Berlin akkreditierten ausländischen Missionen zu über­bringen. Es folgten dann die übrigen Empfänge.

Inzwischen hatte bereits die Spalierbil dung begonnen. Die landsmannschaftlichen Ver­bände, die in der Wilhelmstraße ihren Standplatz hatten, hatten ihre Landestracht angelegt. Die Bayern trugen Gebirgstracht, die Württemberger, Badener, die Hessen und die Thüringer ihre in­teressanten alten Trachten. Von 2.30 Uhr ab wurde die Feststraße für jeglichen Verkehr gesperrt, und allmählich kam Ordnung in die von allen ©eiten heranströmenden Massen. Schutzpolizei zu Fuß, zu Pferd, auf Rädern und auf Kraftwagen, hielt die lebenden Mauern, die jeden Augenblick über die Markierungslinien vorzubrechen drohten, zurück und sorgten für Ordnung. Polizeipräsident Zörgiebel, Polizeivizepräsident Dr. Weiß und der Kommandant der Berliner Schutzpolizei, Oberst Heimannsberg, überwachten persönlich die Spalierbildung.

Unter unbeschreiblichem Jubel fuhr Hinden­burg, der immer wieder den Zylinder zum Dank für die nicht enden wollenden Ovationen lüftete, langsam die Feststraße entlang, voran ein Motorradfahrer der Polizei mit weißem Wimpel, der das Herannahen des Reichspräsidenten anbünbete. Vor der Technischen Hochschule, vor den Studenten, deren Fahnen und Speere sich zum Gruß senkten, machte der Wagen des Reichspräsidenten Halt. Der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft trat hervor und entbot Hindenburg im Namen der Deutschen Studen te ns chaft, der aka­demischen Jugend aller deutschen Gaue, insbesondere der Grenz- und Ostmark, die besten Glückwünsche.

Wir Studenten", so erklärte er,nehmen mit dem heiligen Gefühl der Jugend an diesem Fest­tag des deutschen Volkes teil und blicken in Ehr­furcht auf Ew. Exzellenz als den Künder einer stolzen Zukunft. Dem Führer des deutschen Volkes in schwerster Zeit und dem Vorbild der Deutschen für die Zukunft geloben wir Treue und Mitarbeit mit allen Kräften am Wieder- aufbau des Vaterlandes!"

Hindenburg dankte für die ihm in so großer Zahl erwiesenen Ehrungen und betonte:

Ja der deutschen Jugend liegt die Zukunft unseres Vaterlandes. Ich glaube an die Jugend und baue auf fiel

Sm Stadion.

40 000 Schüler und Schülerinnen huldigen dem Reichspräsidenten.

Berlin, 2. Okt. Das Stadion hatte heute seinen größten und schönsten Tag. Groß-Berliner Jugend, 40 000 Schüler und Schülerinnen huldigten dem Reichspräsidenten. Das Stadion war festlich ausge­schmückt nach den Entwürfen von Prof. Bruno Paul und Prof. Hitzberger und zeigte im Oval reichen gärtnerischen und Flaggenschmuck. Auch die Kinder selbst trugen zu der künstlerischen Aus­schmückung bei durch helle Gewandung, Blumen­sträuße und Kränze in den verschiedensten Farben. In der Mitte der Arena war der Gesangschor von 7000 Knaben und Mädchen ausgestellt. Als der Reichspräsident nahte, ertönten Fanfarensignale. Feldmarschall v. Hindenburg fuhr sofort, begleitet von ungeheurem Jubel der Kinder und der übrigen Zuschauer rings um das Stadion herum. Nachdem er die Rundfahrt beendet hatte, wurde er vom preußischen Kultusminister Dr. Becker im Namen der preußischen Schulverwaltung und Präsidenten Meier im Namen der Provinz Brandenburg und der brandenburgischen Schulen aus das wärmste be­grüßt. Dann begab sich der Jubilar, umbraust von nicht endenwollenden Hochrufen, in seine Loge, wo zahlreiche Minister des Reiches und Preußens, darunter auch der Minister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, und der preußische Minister des Innern, G r z e s i n s k i, ihn empfingen. Als voll­ständige Stille eingetreten war, sangen die Kinder mit ergreifender Wucht ,Lobe den Herren",Ich bin ein deutsches Mädchen,Hörst du das mächtige Klingen",Dir möcht' ich diese Lieder weihen" und Ich hab mich ergeben". Als das letzte Lied ver­klungen war, erhob sich der Reichspräsident und sprach tiefbewegt folgende Worte:

habt vielen Dank, liebe Kinder, für die schönen Lieder, die ihr mir hier vorgesungen habt und die mich herzlich errfeulen. Ihr habt gesungen von der Freude an der Heimat und der Liebe zum vaterlande. Läßt diese Worte nicht nur auf euren Lippen sein, behaltet sie auch im herzen. Haltet fest am Vaterlande und weiht ihm eure beste Kraft. Das wollen wir heute geloben, in­dem wir zusammen ausrufenDeutschland unser geliebtes Vaterland hurra, hurra, hurra!"

Begeistert stimmten die Zehntausende in t>t Ruf und fangen unter Begleitung der Musikkapelle die erste Strophe des Deutschlandliedes. Nach allen Seiten sich verneigend, verließ darauf der Reichs­präsident die Loge, umfuhr nochmals das riesige Rund des Stadions, immer wieder umtost von dem Jubel der gewaltigen Menschenmenge, um dann die Heimfahrt anzutreten. Den Abend verlebt der Reichspräfident im engsten Familienkreis.