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WKmrau Giadi und Land
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Kehraus in Genf
M-Mche Abvetts Bviands.
lens, 27. Sept. Dec französische Außen- fter Briand verließ unerwartelerweife bereits : mittag 12 Uhr Genf, um nach Paris zurück- iren. Wie noch gestern abend seslstand, beab- ztigte Briand, bis zum endgültigen Abschluß Tagung in Genf zu bleiben und insbfondere er heute nachmittag statlfindenden Sitzung des t^rbundsrates teilzunehmen, da in dieser Sitzung A Völkerbundsrat die Richtlinien für die vorbe- nde Abrüstungskommission festsetzen und diese, i e das neu geschossene Komitee für die Sichergarantien einberufen wird.
tte Gründe für die plötzliche Abreise mds sind biher noch nicht bekannt geworden, besteht die Vermutung, daß seine Abreise von cis aus gewünscht worden ist.
Heute AbsEe dev deutschen Belesatwu.
)ie Abreise der deutschen Völkerbundsdelegation är heute Mittwoch fegesetzt worden. Die Dele- in dürfte am Donnerstag nachmittag in Berlin effen Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß Rsichskabinett unmittelbar nach der Rückkehr Stresemanns sich mit der Kriegsschuldfrage be- n werde, trifft schon aus dem Grunde nicht zu, eine Kabinettssitzung erst für Anfang nächster ye angesetzt ist. In dieser Sitzung dürfte Dr. femann dann nicht allein die Kriegsschuldfrage, ern die gesamten außenpolitischen Vorgänge indeln.
stellte bee 8. »Meee»*wb#- ve«fammiu«s.
Senf. 27. Sept Lie 8. Session des Völkerbun- wurde heute vormittag mit einer Schlußan- che des Präsidenten Guani geschlossen. Die ußsitzung, in der noch eine Reihe von Berichten egengenommen wurde, verlief bei geringer Be- zung. Außenminister Briand nahm an dem uß der Sitzung nicht mehr teil, sondern ließ sich H Paul-Boncour vertreten. In ihrer Schluß- c ig hat die Völkerbundsversammlung die Einbe- ng einer ersten Juristenkonferenz zur Kadi- Gierung des internationalen R e ch- bschlosfen, welche die drei Rechtsmaterien: ratenlosigke.it, Bereich der Hoheits- c oässer und Haftpflicht des Staates Ausländern auf seinem Gebiete zugefügten iben behandeln, im Jahre 1929 im Haag ab- ilten werden soll. Weiter genehmigte die Ver- nlung die Vorschläge des Budgetausschusses in ig auf die Kredite, die für die Juristenkonferenz Verfügung gestellt werden soll. Weiter getteh- e Lie Versammlung die Vorschläge des Budget- chusses in bezug auf die Kredite, die für die stenkonferenz zur Verfügung gestellt werden n. In seiner Schlußrede würdigte Präsident ini die Arbeiten der 8. Völkerbundsversamm- (. Er hob insbesondere inbezug auf die Arbeiten Abrüstungsausschusses hervor, daß die erzielte ständigung weit größere Tragweite habe, als Beschlüsse des Abrüstungsausschusses in frühecen ren. Nunmehr könne man die Prüfung des Ge- tkomplexes der Grundsätze, Schiedsgericht, »erheit und Abrüstung, die die Grundlagen eiorganisierten Friedens sein müßten, aufneh- Mit einem Ueberblick über die Arbeiten, die Völkerbund im Laufe des kommenden Jahres Grund der Beschlüsse der 8. Völkerbundsver- rnlung vorzunehmen hat und über die Ergeb- der Weltwirtschaftskonferenz schloß der Präsi- c nach einem kurzen Bekenntnis zu weiteren olgen der Arbeiten des Völkerbundes kurz nach 0 Uhr die 8. Völkerbundsversammlung.
in deutsches Esfols zugunsten Daustgs.
Genf, 27. Sept. Die heutige Nachmittagssitzung Völkerbundsrates begann mit einer zwoistündi- Debatte über die Exterritorialität der S a n = 1 er Westerplatte. Auf Antrag Dr. refemanns und mit Unterstützung des ratspräsidenten Sahm wurde der Bericht des Beterftatters Villegas, der die Aufrechterhaltung gegenwärtigen Zustandes für die Westerplatte prechend der Entscheidung des Völkerbundskom- Mrs van Hamel forderte, abgelehnt und die Ein- inq eines Dreier-Komitees beschlossen, *bas aus t Berichterstatter Villegas und zwei von. ihm ernennende Sachverständigen bestehen soll. Die- Komitee hat die Aufgabe, das Exterritorialitäts- ü auf der Westerplatte eingehend auf feine Htsgrundlagen und die Uebereinstimmung mit ' bestehenden Verträgen zu prüfen und dem Rate der Dezembertagung ein Gutachten zu erstatten.
Es ist das erstemal im Völkerbundsral, daß in für Danzig äußerst ungünstiger
3 e f ch l u ß des Rakes durch den Wider- pruch Deutsch lands nicht zur Annahme gelangt ist.
Die kategorische Erklärung Stresemann, dem rschlag des Berichterstatters auf Aufrechterhal- g der Entscheidung des Kommissars van Hamel ie Zustimmmung nicht geben zu können, machte zemein großen Eindruck, da hierdurch die Be
schlußfassung des Rates in der vorgesehenen Weise unmöglich gemacht _ worden war. Der deutsche Außenminister Dr. Stresemann erklärte, in der Angelegenheit handele es sich um zwei grundsätzliche Fragen: 1. die Frage des Erlasses der Sicherheitsmaßnahmen auf der Westerplatte und 2. die Frage der Verzollung der Waren auf der Westerplatte. Da die Nichtexterritorialität der Westerplatte allgemein anerkannt sei, so könne Danzig gar nicht von der Verantwortung für die Sicherheit befreit werden. Dr. Stresemann regte an, ob es nicht möglich wäre, daß der Berichterstatter die Frage nochmals mit zwei Juristen, die er nach feiner Wahl hinzuziehen solle, bespreche und das Rechtsgutachten dem Rat übermittele. — Straßburger wandte sich gegen eine neuerliche Verschiebung dieser Frage, mit der sich der Rat schon zum 16. Male beschäftige, worauf der deutsche Außenminister erklärte, wenn eine weitere Verschiebung nicht möglich wäre, so sei er zu seinem Bedauern nicht in der Lage, für den Bericht zu stimmen. Nach einer längeren Debatte beschlchoß der Rat, wie oben gemeldet, entsprechend dem Antrag Dr. Stresemanns.
Der Bericht Dr. Stresemanns über die Gestaltung des neuen Wirtschaftsorganismus des völ- kerbundes, entsprechend dem Beschluß der 8. Versammlung des Völkerbundes, der die Zahl der Mitglieder des Wirtschaftskomitees, wie die Völkerbundsversammlung beschlossen hatte, auf 15 mit dreijähriger Amtsdauer festgesetzt und die neun sogenannten korrespondierenden Mitglieder des Wirt- schaftskomittes einführt, wurde angenommen. Eine Liste für die Zusammensetzung des Wirtschaftsrates wird erst im Dezember vorgelegt werden.
Die einzelnen Bestimmungen über die Ernennung der korrespondierenden Mitglieder wurden infolge des Widerspruchs des italienischen Delegierten Scialoja auf morgen verschoben. Alsdann wurde auf Antrag des Ratspräsidenten Villegas
die Resolution der Versammlung zur Schietzs- gerichtsbarkeits-, Sicherheils- und Abrüstungs- frage
sowie für die Konferenz zur Kontrolle des privaten Waffenhandels erledigt. Sowohl für die vorbereitende Kommission der Abrüstungskonferenz, wie für die Sonderkommission zur Vorbereitung des Kon- oentionsentwurfs über die Kontrolle der privaten Waffenfabrikation wurden Belgien und die Tschechoslowakei eingeladen, weiter an den Arbeiten teilzunehmen, während in der letztgenannten Kommission auch San Salvador verbleibt angesichts der besonderen Sachverständigkeit des Delegierten Guerrero, der seit Jahren Berichterstatter über die Frage ist. Dagegen hat Guerrero gebeten, San Salvador nicht in die vorbereitende Abrüstungskommission zu wählen, um den Rahmerz dieser Kommission nicht unnötig zu erweitern. — LSchafte Auseinandersetzungen entspannen sich bei der
Resolution über die Beschleunigung der technischen Vorarbeiten für die Abrüstungskonferenz und besonders bei einem Zusatz zu der Resolution für das Schiedsgerichts- und Sicherheitskomitee, den Berichterstatter vorgeschlagen hatte. Es sollte eine beschränkte Zahl besonderer sachverständiger Persönlichkeiten zu diesem ^Komitee hinzugezogen werden dürfen, wogegen sich aber ein lebhafter Widerstand bei Scialoja (Italien) und Adatci (Japan), sowie bei Lord Onslow (England) geltend machte. Es stellte sich heraus, daß dieser Zusatz im wesentlichen gemacht worden war, um die Möglichkeit zu haben, dem Berichterstatter für die Schiedsgerichts- und Sicherheitsfrage, Politis, sowie einige andere sachverständige Persönlichkeiten zu dem Komitee heranziehen zu können. Der Rat beschloß, diese Frage auf eine Geheimsitzung zu verlegen, weil die Ratsmitglieder in öffentlicher Sitzung begonnen hätten, Personenfragen zu diskutieren, was im allgemeinen vermieden wird.
Gegen 19 Uhr trat der Rat zu einer Geheimsitzung zusammen, in der über die Zusammensetzung des Wirtschafts-Komitees und über die Erneuerung des Mandats des Präsidenten des autonomen Amtes für die Ansiedlung der griechischen Flüchtlinge Beschluß gefaßt werden soll.
Die Weiterberatung der Tagesordnung für die öffentliche Sitzung, auf der noch die
„Salamis-Frage",
dis Maßnahmen für die russischen und armenischen Flüchtlinge und der italienische Antrag zur Schaffung eines Instituts für Erziehung, Kinematographie usw. stehen, wurde auf morgen vormittag 10 Uhr vertagt.
KvanSveMs âsM vov des
Paris. 27. Sept. "Man ist erstaunt, daß Poin- cars heute keine Rede gehalten hat. Es ist aber so, er hat heute keine neue Schimpfkanonade und keine neue Hetzerei gegen Deutschland vernehmen lassen. Dagegen bleibt der offiziöse „Temps" seinem nun schon seit vielen Wochen geübten Grundsatz treu, jeden Tag in seinen Leitartikeln über Deutschland in der unverschämtesten Weise herzuziehen. So auch heute, wo das Blatt des Quai d'Orsay u. a. schreibt, die Rede des Präsidenten Hindenburg bedeute einen schweren politischen Fehler und Berlin müsse
unbedingt wissen, daß weder das belgische noch das französische Volk das neue Deutschland, das noch allzu sehr erfüllt sei von dem Geiste der Hohen- zollern, jemals die Frage der Verantwortung am Kriege überhaupt aufwerfen lasse, denn die Wahrheit sei längst durch die Geschichte erwiesen. Und zum Beweise dieser mehr als phantastischen Behauptung vermag der „Temps" nichts weiter anzuführen, als die sonntägliche Rede des französischen Justizministers Barthou.
Selbstverständlich kann sich auch das andere nicht minder deutschfeindliche Abendblatt, das Journal des Debats" nicht zurückhalten. Seinem Außenpolitiker Gouvain kann es wirklich keine französische Regierung recht machen. Das Blatt schreibt, Briand begehe einen schweren politischen Fehler, wenn er sich einbilde, daß eine private Besprechung die durch eine offizielle Kundgebung her- vorgerusene sehr üble Wirkung wieder gut machen könne. Fern davon, die Locarno-Politik auf diese Weise zu retten, kompromittiere Briand sie dadurch stark. Es sei bedauerlich, daß man in Genf die Untersuchung übek die deutschen Kriegsgreuel in Belgien nicht mit der Begründung abgelehnt habe, wenn man in Belgien solche Erinnerungen wieder wachgerufen hätte, so wäre es zu wahren Aufständen gegen die deutschen Untersucher gekommen.
Mgn sieht, beide Stimmen berühren sich sehr nahe in einer wichtigen, deutschen Lebensfrage, in der Krisgsschuldsrage. Bis heute hat bekanntlich noch kein Mensch den großen englischen Preis gewonnen, der dem zufallen soll, der von Deutschen in Belgien verübte angebliche Kriegsgreuel einwandfrei nachzuweijen in der Lage ist. Das weiß auch das „Journal des Debats" sehr gut; trotzdem fwird weiter gehetzt, um nur nicht der Wahrheit die Ehre zu geben, denn eben vor der Wahrheit i st b'i e Furcht in Frankreich und Belgien ungeheuer groß.
Bis 18. Sktobev kssns oMZZM§st Kevew mehs in Svanöveie-d.
Paris, 28. Sept. Das „Echo de Paris" will wissen, daß Poincars seinen Kollegen das Versprechen abgenommen hat, vor Wiederzusammentritt des Parlament, also vor dem 18. Oktober, keine Reden mehr zu halten.
*
Hoffentlich hält Poincare dieses Versprechen.
AnssthnSdebatte für Steuev- vèveinheitttOnng.
Berlin, 27. Sèpt. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags führte am Dienstag die Debatte über die Steuervereinheitlichungsgesetzgebung des Reiches, wie das DDZ.-Büro hört, zum Abschluß.
Abg. Herold (Ztr.) bezeichnete die Realsteuer als übermäßig hoch und bedauerte, daß ihre Herabsetzung schwer durchzuführen ist, weil einmal diese Steuern der einzig bewegliche Faktor seien und zum anderen auch der Finanzminister eine Senkung für unmöglich erklärt habe. Der Redner bezeichnete grundsätzlich ein Zuschlagsrecht für die Einkommensteuer als durchaus gerechtfertigt.
Abg. L a ü e n d o r f f (Wirtfchaftspartei) lehnte alle Bestrebungen ab, auf steuerlichem Wege den Einheitsstaat zu schaffen.
Abg. Hirsch (Soz.) forderte vor allem die Beseitigung der zwangsweisen Herabsetzung der Real- steüern, weil darunter die notwendigen kulturellen und sozialen Aufgaben der Gemeinden leiden müßten; wenn man fortgesetzt von einer Verschw-en- dungspolitik in den Gemeinden spreche, zeige man, daß man die wirklichen Verhältnisse nicht kenne. Tatsächlich müßten die Gemeinden sogar wichtige soziale Aufgaben zurückstellen.
Abg. Kölges (Ztr.) forderte entschieden das Anhörungsrecht der Berufsvertretungen bei den Steuerfragen und lehnte die Steuerfreiheit für die Nebenbetriebe der Landwirtschaft ab. Die Gewerbesteuer müsse als Berufssteuer ausgebaut werden. Bisher seien z. B. die Aerzte steuerlich erheblich bevorzugt.
Abg. Dr. Jacobshagen (Dntl.) erklärte, auf dem Städtetag in Magdeburg sei tatsächlich auf eine Beseitigung der Länder hingearbeitet worden. Sie Gemeinden könnten, wenn sie nur wollten, angesichts der Not der Zeit mehr sparen als bisher. Die Vorlagen der Reichsregierung gäben eine brauchbare Verhandlungsbasis ab.
Abg. Falk (£em.) begrüßte die in den Reichsvorlagen zum Ausdruck kommende Tendenz der Vereinheitlichung.
Abg. Neumann-Frohnau (D. Vpt.) verwies darauf, daß kluge Leiter kaufmännischer und industrieller Betriebe außerhalb stehende Sachverständige heranzögen. Dies fei auch den Gemeinden anzuraten.
- Zum Schluß der Beratungen lehnte Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff eine Beteiligung des Reiches an dem Ertrag der Realsteuer ab. Eine solche Beteiligung würde auch vom Reichsrat einmütig abgelehnt werden. Die Zusammenfassung des Verwaltungsrechts sei in dem vom Entwurf vorgesehenen Umfange geboten. Die Verwaltung der Hauszinssteuer würde allerdings von Preußen übernommen werden, doch müsse die Regelung dieser Steuern im Reich einheitlich sein. * Das Anhörungsrecht der Berufsvertretungen, das in Preußen schon vorhanden sei, könne auch bleiben. Im großen und ganzen habe die Beratung ergeben. daß
der Ausschuß der Grundtendenz des Entwurfs zustimm t.
SSsaßseEisasMäA des ZteZGs- èÄses.
Berlin, 27. Sept. Das B.-D.-Z.-Büro teilt mit*. Jm Reichstagsausschuß für die Strafrechtsreform wurde § 7 des Entwurfes erledigt. Von Deutsch- nationaler Seite wurde beantragt, die im Ausland begangenen Verbrechen nur dann unter Strafe zu stellen, wenn sie sich gegen das R^htsgut eines Deutschen richteten.
In der Abstimmung wurde der deutschnationale Antrag angenommen. Es folgte die Beratung des § 8, der Ort und Zeit der Tat behandelt. § 8, Abs. 2, stellt klar, daß es ausschließlich darauf ankommen soll, wann der Täter gehandelt hat oder, wenn ein Unterlassungsdelikt in Frage steht, wann er hätte handelst müssen; wann der zum Tatbestand gehörige Erfolg eintritt, soll nicht maßgebend sein.
Nach längerer Aussprache wurde § 8 in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Von kommunistischer Seite wurde nunmehr beantragt, unter der Ueberschrift „Grenzen der Strafgesetze" einige Paragraphen einzuschalten, wonach die Strafgesetze keine Anwendung finden sollen auf Handlungen von Personen, die noch nicht 16 Jahre alt sind und die das 70. Lebensjahr erreicht haben, ferner auf Handlungen, deren Verantwortungsfrei» Heit durch die Reichsverfassung bestimmt ist usw.
Der Antrag wurde a b g e l e h n t, da er nach Ansicht der Mehrheit des Ausschusses nicht an diese Stelle der Beratung gehörte. Die verschiedenen int dem Antrag enthaltenen Fragen werden bei Be- Handlung der entsprechenden Paragraphen des Entwurfs später einzeln beraten werden.
Nachdem noch über die §§ 9 und 10 des Entwurfs eine Aussprache erfolgt war, vertagte sich der Ausschuß auf Mittwoch, ohne über diese beiden Paragraphen zunächst Beschlüsse zu fassen.
Das vssuMAe GjudentLStBsM
Berlin, 27. Sept. Die neue „Verordnung über die Bildung von Studentenschaften" ist vom preußischen Staatsministerium beschlossen und soeben dem Staatsrat zugeleitet worden. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wird nach der Verordnung die Studentenschaft der einzelnen wissenschaftlichen Hochschulen von dem zuständigen Minister staatlich anerkannt und wird verfassungsmäßiges Glied der Hochschule, wenn die mitglieLfchafts- berechtigten Studenten in einer gleichen und geheimen Abstimmung, die unter Leitung des Rektors bis zum 15. Dezember 1927 erfolgt fein muß, beschlossen haben, eine Studentenschaft zu bilden. Die dann gebildete Studentenschaft besteht aus den an der Hochschule eingeschriebenen reichs- und auslandsdeutschen Studenten. Die Studentenschaft kann sich mit Organisationen, die an anderen deutschen Hochschulen bestehen, vereinigen, sofern diese Organisationen alle reiche- und auslandsdeutschen Studenten umfassen und sofern die Satzungen solcher Gesamtvereinigungen nicht im Widerspruch mit der preußischen Verordnung stehen. Der schon Fisher bestehende Vermögensbeirat der einzelnen Studentenschaften hat die Aufgabe, die Vermögensverwaltung und die Kassenführung der Studentenschaft zu überwachen und die Studentenschaft bei allen wirtschaftlichen Maßnahmen zu beraten _ und zu unterstützen. Der Haushaltsplan der Studentenschaft, auf Grund dessen die Beiträge erhoben werden, bedarf der Genehmigung des Ministers und des Vermogensbeirates.
DSe èhümstMOe RssZesunH zu âsMosdaL smd GOuSssksO.
Weimar, 27. Sept. In der heutigen Sitzung des Thüringischen Landtages erklärte die Landesregierung zum Abschluß eines Konkordates, daß weder durch ein Reichskonkordat, noch durch ein Landeskonkordat dem Staat in der Ausübung seiner Hoheitsrechte, insbesondere der Schulhoheit, Bindungen auferlegt werden dürften. In der Frage bee Reichsschulgesetzes habe die Landesregierung iw Reichsrat folgende grundsätzliche Abänderungsanträge gestellt:
„Die Volksschulen sind nach Bekenntnissen nicht getrennte Schulen (Gemeinschaftsschulen), soweit sie nicht nach näheren Bestimmungen dieses Gesetzes Bekenntnisschulen oder Bekenntnisfreie Schulen (weltliche ober Weltanschauungsschulen) sind ober werden."
„In den Ländern Baden, Thüringen, Hessen, sowie im ehemaligen Herzogtum Nassau bleibt die dort gesetzlich bestehende, nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule bis auf weiteres erhalten, soweit nicht durch Landesgesetze die Durchführung dieses Gesetzes angeordnet wird."
Eine Stellungnahme zu den übrigen Paragraphen des Gesetzentwurfes habe sich die Regierung für die mündlichen Verhandlungen ausdrücklich vorbehalten. Sie werde für eine Gleichberechtigung der weltlichen mit der Bekenntnisschule eintreten. Eines ihrer Hauptziele bei den Verhandlungen über das Reichsschulgesetz werde es sein, darauf hinzuwirken, daß die Unterrichtsleistungsfähigkeit der Schule nicht durch Zersplitterung voll ausgebauter Schulsystem» beeinträchtigt werde.
Das Keèchsfchrslssssstz vos dem
Der zuständige Ausschuß des Reichsrates wird, sich, wie der Demokratische Zeitungsdienst mittsE!^