Kmrmr Giadi und Land
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Senf, 25. Sept. Nachdem die Vollversammlung Völkerbundes in ihrer gestrigen Vormitags- ng die von Polen beantragte Erklärung gegen Angriffskrieg einstimmig und unter lebhaftem all angenommen hatte, ergriff zu Beginn der Mittagssitzung
Dr. Stresemann
Wort zu einer längeren Rede, in der er grund- ich zu dem Abrüstungsproblem Stellung nahm, führte aus: „Als ich die Ehre hatte, vor dieser sammlung in den ersten Tagen unserer diesjäh- n Session zu sprechen, habe ich in meinen Aus- ungen auf die außerordentliche Bedeutung hin- iesen, die dem Problem der Abrüstung zukommt.
Uebereinstimmung mit den anderen Rednern ’r hohen Versammlung bin ich der Auffassung, B in dieser Frage eines der K e r n- ) b l e m e des Völkerbundes liegt, ei Grundsätze scheinen sich zunächst gegenüber zu en. Von Deutschland ist stets mit Nachdruck die fassung vertreten worden,
-i, oa nicht angängig sei, den Beginn der aü- emeinen Abrüstungsaition noch von der Schaffung neuer Sicherheiten abhängig zu lachen. Das war auch der eindeutige Standunkt, auf den sich die Versammlung in ihrer vorjährigen Resolution gestellt hat.
Demgegenüber scheint sich neuerdings die Ansicht end zu machen, daß neue Garantien auf dem iete der Sicherheit die Voraussetzung für den tinn der Abrüstung bilden müßten. So ist es ärlich, daß in der Oeffentlichkeit vielfach der Ein- ck entstand, als ob der Völkerbund rch das Entwaffnungsproblem in i e gefährliche Sackgasse geraten
Nunmehr haben wir in der von dem Herrn Be- terstatter vorgetragenen Resolution ein Pro- mm vor uns, in dem die beiden Grundsätze der üstung und der Sicherheit zueinander in das fige Verhältnis gestellt werden. Die Methode, die 1 erfunden hat, um die gegebene Sicherheits- antie weiter auszubauen, scheint mir durchaus 'lgversprechend zu sein. Es ist selbstverständlich, aß Deutschland den Wunsch und Willen hat, ei den in Aussicht genommenen Arbeiten tat- cäftig mitzuwirken. Die Gedanken, die in den Verträgen von Locarno für den Westen und en Osten verwirklicht worden sind, werden sich i gleicher oder ähnlicher Gestalt unter Anassung an die jeweiligen Umstände auch für ie Verhältnisse in anderen Gebieten verwerten lassen.
Die Verhandlungen in den verschiedenen Kom- sionen haben aus neue gezeigt, welch bedeutsame Lie hierbei der Entwickelung des Schiedsgerichts- ankens zufallen wird. Möge der Name Locarno ’ einem System für die Sicherheit benachbarter lker für den Gedanken friedlicher Verständigung j den Gedanken des Vertrauens unter den Na- ien werden.
So weit greifend auch die Möglichkeiten sind, in dieser Richtung vor uns liegen, so dürfen sie neswegs unseren Blick von der nächsten Aufgabe enken, die vom Völkerbünde erfüllt werden muß, 3 nämlich die erste Entwaffnungskonferenz einzu- ufen ist, sobald die noch notwendigen vorarbei- i rein technischer Art zum Abschluß gebracht wor- i sind. Wenn der von der Versammlung zu sende Beschluß seinem Inhalt und Geist getreu rchgeführt wird, so wird damit eine wichtige appe auf dem Wege zu unserem Ziele erreicht n.
Sobald die allgemeine Abrüstung nur erst einmal aus allen Gebieten wirklich begonnen ist, werden die weiteren Schritte geringeren Schwierigkeiten begegnen und der Welt von selbst neue Faktoren der Sicherheit bringen.
J wird sich der grundlegende Sah des völker- mdspakles verwirklichen, daß die Erhaltung des lebens die Herabsetzung der Rüstungen fordert, iffungen können und dürfen nicht die Grundlage r Sicherheit sein. Sie sind nicht einmal mehr der Herste Schutz und sie haben überdies unvermeidlich e Wirkung, den Rachbarn zu bedrohen. Dies ist ne naturnotwendige Tatsache, die auch durch die iedliche Einstellung der Regierungen nicht völlig is der Welt geschafft werden kann. Wir in Deutsch- nb sind heute oft versucht, unseren Rachbarn das fort zuzurufen, das einst einem Bürger des alten om aus dem Forum enkgegenklang, als er bis an e Zähne bewaffnet unter einer friedlichen Menge schien und feine Rüstung mit Furcht vor lleber- illea an rechtfertigen suchte. Man stellte ihm ein
fach die Frage: „Quis tibi sic timere permisit?* (Auf deutsch: Wer hat dir denn erlaubt, dich so zu furchten?)
Jch bin mir völlig klar darüber, wie stark die natürlichen Hemmungen sind, die Waffen aus der Hand zu geben. Ich erinnere mich der Worte, mit denen Herr Briand kürzlich davon sprach, welcher Sonnenglanz der Poesie, welch heroische Empfindung mit dem Gedanken Waffe und Kampf verbunden ist, und wieviel schwerer es ist dem Gedanken des Friedens die Form zu geben, die dieser Aufwallung des Geistes gleicht.
Deshalb ist es auch völlig verständlich, wie schwer psychologisch auf ein Volk wie das deutsche, das aus Jahrhunderte militärischer Tradition herabsah, der Gedanke der alleinigen Abrüstung wirkt, namentlich unter den Gesichtspunkten der Bedrückung, auf die ich in meiner Rede zur Generaldebatte hingewiesen habe.
Deutschland hat diese psychologischen Hemmungen unter Verhältnissen, wie sie schwieriger überhaupt nicht gedacht werden konnten, überwunden. Wenn diese Ueberwindung möglich war, so aus dem Grunde, weil hinter ihr der Gedanke stand, daß es sich bei dieser Abrüstung nicht handeln könne um den Gegensatz zwischen Militarismus und Abrüstung, sondern daß es sich hier um die Durchführung eines Grundsatzes handle, der neue Methoden und eine neue Moral unter den Völkern herbeiführen will. Der Glaube der Menschheit an eine bessere Zukunft, die einer trüben Gegenwart folgt, ist eine Macht und Kraft, die gerade der Völkerbund am höchsten schätzen sollte. Lassen Sie diesen Glauben nicht erschüttern! Wenn das Land, das einst als die stärkste Militärmacht der Welt galt, heute abgerüstet ist, so sollte es für die anderen Staaten viel leichter sein, ihm jetzt zu folgen. Wir stehen vor einer gebieterischen Pflicht, einer Pflicht, deren Nichtachtung ganz sicher zu schwierigen Folgen führen würde.
Wir haben also keine Wahl, die ganze Jnsli- tulion des Völkerbundes kann nur dann lebendig und wirksam werden, wenn die Vorschrift der allgemeinen Abrüstung durchgeführt und damit die Voraussetzung gegeben ist, für jene Atmosphäre, welche notwendig ist für eine gemeinsame und solidarische Sicherung des Friedens unter den Völkern.
Hierauf betrat der französische Delegierte Paul- Boncour die Rednertribüne, um den von ihm bereits in der Kommission entwickelten
GSarrdV-ttsSi SvaMseZchs darzulegen. Seine Ausführungen bestanden im wesentlichen in einer Unter st reichung des Sicherheitsgedankens. Er bezeichnete das Genfer Protokoll als die Grundlage sämtlicher Sicherheitsbestrebungen; der Locarnopakt, wie die übrigen internationalen Abkommen seien lediglich Fragmente der Genfer Protokolls. Die Abrüstung erfordere Geduld und Hartnäckigkeit. Sie sei langwierig und mühsam wie der Krieg. Die Abrüstung sei das wesentlichste Problem des Völkerbunds, das symbolische Bedeutung besitze. Selbst wenn der Völkerbund auf allen anderen Gebieten Erfolge verzeichnen könnte, würde die öffentliche Meinung einen Mißerfolg auf bem Ge- biete der Abrüstung als den Bankerott des Völkerbundes auffassen. Zweifellos fei Abrüstung eine undankbare Aufgabe. Briand habe bereits davor gewarnt, die Schwierigkeiten zu unterschätzen. Man dürfe sich über die Gegenwart keine Illusionen machen. Dr. Stresemann habe auf eine Episode in der römischen Geschichte hingewiesen, in der es heiße, man habe kein Recht, sich zu fürchten. Er müsse jedoch erklären, es sei viel Ursache vorhanden, sich zu fürchten.
Die vorbereitende Abrüstungskommission stelle keineswegs einen Mißerfolg dar, vielmehr sei sehr viel erreicht worden, insbesondere auf dem Gebiet der Landabrüstung. Die vorbereitende Abrüstungskommission wäre insofern zu weit gegangen, als sie einen endgültigen Resolutionsentwurf habe herstellen wollen, in dem lediglich von den Staaten noch die Ziffern ihres Rüstungsstandes hätten ein- gef^t werden sollen. Hierfür seien die notwendigen politischen Voraussetzungen noch nicht vorhanden.
Paul-Boncour forderte sodann, daß sämtliche internationale Verträge und Abkommen nicht wie bisher vom Völkerbund ohne Kontrolle ihres Inhalts registriert, sondern vorher auf ihre Uebereinstimmung mit Artikel 20 des Völkerbundpaktes geprüft werden müßten. Heute stehe man vor einer neuen Situation. Es fei ein neuer Schritt getan worden, um das große Ziel zu erreichen. Ab
rüstung, Sicherheit und Schiedsge - richt feien untrennbar miteinander verbunden.
Dvel rreden NorneavSs.
Paris, 25. Sept. PoincarL hat heute imElfaß drei Kriegerdenkmäler eingeweiht. In St. A ma r i n wies er in seiner Rede besonders darauf hin, daß die Elsässer, zu deren Ehren das Kriegerdenkmal er» richtet wurde, zum Teil unter verschiedenen Fahnen gedient, daß sie sich aber tapfer geschlagen hätten, was man jetzt gemeinsam bedauere.
Alsdann hat PoincarL das zu Ehren der französischen Alpenjäger errichtete Denkmal auf dem Elsässer Belchen bei G e b w e i l e r eingewerht. Er führte u. a. aus, er wisse, daß es nicht mehr Mode sei, die Tugenden zu rühmen, die ein Volk bei der Kriegsführung notwendig habe. Er bestreite nicht, daß in einer so mörderischen Art und Weise internationale Konflikte zu regeln, wie sie der Krieg dar- stelle, eine Art Herausforderung der Menschheit sei. Er wünsche wie jeder vernünftige Geist, daß die Gewohnheit der Schiedsgerichtsbarkeit sich immer mehr an die Stelle der Gewalt setze, und daß bald die Kriege nur noch eine schlimme Erinnerung sein mögen. Aber es hänge nicht von Frankreich allein ab, daß man dazu käme. Frankreich sei trotz allem gezwungen, Vorsorge zu treffen. Wenn Frankreich unglücklicherweise einem neuen Angriff zum Opfer fallen würde, so würde natürlich seine Bevölkerung dieselben Tugenden wiederfinden, wie während des Weltkrieges. Mißbilligen wir, so schloß Pomcare, die Gewalt und Barbarei. Wir wünschen den Frieden und arbeiten stetig für den Frieden.
Die dritte Einweihung galt der des Kriegerdenkmals in Mülhausen. Die Inschrift „Den Söhnen Mülhausen" besage, so führte er aus, daß man unter den Toten, gleichviel auf welcher Seite sie gefallen seien, nicht eine Unterscheidung machen will. Poin- caré ging dann auf die Geschichte Mülhausens ein und erklärte dabei u. a.: „Während der Trennung ist Mülhausen immer in Gedanken dem Vaterlanide treu geblieben. Selbst Kaiser Wilhelm, fuhr er fort, habe dieses Gefühl der Bewohner von Mülhausen so gut gekannt, daß er sich während seiner ganzen Regierung hütete, sich in die Straßen Mülhausens zu begeben.
Poincars war bei diesen drei Feierlichkeiten von Kriegsminister Painleve und dem Minister für öffentliche Arbeit Tardieu begleitet.
tlueebSete Wiederholung dsv âiesSschnlblüse.
Paris, 25. Sept. Wie aus den zitierten Stellen ersichtlich ist, fehlte es in den Reden Ponicarä nicht an scharfen Seitenhieben gegen Deutschland. Aber die von den französischen Rechtskreisen erwartete und geforderte Zurückweisung der Rede des Reichspräsidenten Hindenburg bei der Tannenbergfeier überließ der Ministerpräsident dem Justizminister B a r t h o u. Die Gelegenheit dazu bildete die Einweihung eines Denkmales in Livron im Departement Nieder-Pyrenäen für einen marokkanischen Sergeanten, der im Rifkrieg gefallen ist. Nach den Dentmalsfeiern für die Toten des Weltkrieges scheinen nun die Opfer des Rifkrieges für die Hetzreden chauvinistischer Minister herhalten zu müssen. Justizminister Barthou erklärte u. a.
Wir haben den Marokkokrieg ebensowenig gewollt. wie den anderen. Wir sind in gleicher Weise unschuldig an dem Blut, das ein Herrschsüchtiges Volk, ein Wilhelm IL, und ein Abd el Krim haben vergießen lassen. Es gibt Dementis, die die Geschichte nicht annimmt und die, aus welchem Munde sie auch kommen mögen, gegen die Wahrheit der Tatsachen nichts vermögen. Das Deutschland von 1914 würde, wenn es seinen Herzens" gewesen wäre, mit einem Wort der Annahme des Vermittlungsangebotes die drohende Gefahr beseitigt haben. Das Deutschland von 1914 hat keine reine Händen. Nachdem wir die Grausamkeiten erlebt haben, werden wir nicht unsere Toten entehren lassen. Wir wollen den Frieden, aber wir können nicht die Wahrheit opfern. Das Schweigen, das, wenn es gegenseitig ist, wir gern gewähren wollen, ist die notwendige Bedingung für die An- Näherungen, die der Friede der Welt erheischt. Um diesen Preis allein können wir vergessen.
Die unvorsichtigen Rehabilitierungen bringen die Gefahr mit sich, vor der Oeffentlichkeit den Ton einer verwegenen Herausforderung anzunehmen. Die internationale Beruhigung, die nur langsam über so viele Hindernisse triumphiert, würde dabei schnell all das verlieren, was die nationale Eigenliebe dabei gewinnen möchte. Das wäre ein großes Unheil. Frankreich, dessen friedfertige Rolle die Geschichte bei den Verhandlungen feslgeslellt hat, die dem Krieg von 1914 oorausgtngeo. nimmt mit der gleichen ver
trauensvollen Ruhe das Urteil der Geschichte über die Verantwortung am Marokkokrieg an. Barthou ging dann im weiteren aus die politischen Ereignisse des Marokkoseldzuges ein und behauptete, daß Abd ch Krim als ein Instrument ausländischer Verschwörm»- gen gehandelt habe.
Anmerkung des WTB.: Es ist zu bedauern, daß Herr Barthou seine goldenen Worte von der Stütze lichkeit des Schweigens und der Schädlichkeit allzas vielen Redens nicht schon vor langer Zeit an gewisse! Ministerkollegen gerichtet hat und daß er auch bei seinen vorstehenden Worten den Rat, zu schweigen- nur in einem Punkt befolgt hat, auf den es jedewt Unbefangenen gerade cmkommen muß: nämlich hinsichtlich der deutschen Bereitwilligkeit, die grotzS Streitfrage einer unparteiischen Instanz zu über» weisen.
Die „LibertL", das einzige Rachmiltagsblatt, d^ zu der Rede Stellung nimmt, erklärt ausdrücklich, daß Barthou als Vertreter der Regierung gesprochen habe. Die Rede werde einen großen Widerhall finden, denn sie sei eine A nt- roort an Deutschland, das allein s ur den Weltkrieg verantwortlich sei. Es sei unerläßlich gewesen, daß Frankreich durch die autorisierte Stimme eines seiner Vertreter die lügnerischen Anschuldigungen Deutschlands zerstörte und die durch unwiderlegliche Zeugnisse bewiesenen Tatsachen wieder herstellte. Barthou habe das in Wendungen getan, die energisch genug seien, damit man in Deutschland verstehe,. daß die Debatte endgültig abgeschlossen sei.
G«r Sstzveds LasvavS.
Ost ende, 25. Sept. (Meldung der Belgische« Telegraphenagentur.) hier fand Heule die Eia^ weihung eines Denkmals zu Ehren des fatholifd^n Staatsmannes Beernaert statt, der im politische« Leben Belgiens eine führende Rolle gespielt hat null im Jahre 1912 verstorben ist. _ In seiner Linwei- Hungsrede gab Ministerpräsident Jaspaq einen Rückblick über das Leben Beernaerts, wobei er u. a. ausführte: Beernaert, der sich so sehr um die Festigung des Friedens in Europa bemühte und von seinem tiefen Glauben daran erfüllt war, ist der beispiellose Schmerz erspart geblieben, dach Verbrechen mitzuerleben, das „reinen Herzens" von denen begangen wurb e^ die unsere Reulralilät verletzt haben- Er hat nicht bie furchtbaren Tage erlebt, in benea, die Invasion derer „mit den reinen Händen" unser unschuldiges Vaterland der Brandstiftung, dem Mord und der Verwüstung ausgeliefert hat. Er hat die unentschuldbaren Füsilierungen von Frauen, von Greisen, von Kindern in der Wiege nicht kennengelernt. Sein Herz krampfte sich nicht zusammen angesichts des systematischen Raubes unserer industriellen Ausrüstung. Er erlebte weder Löwen noch Vise, noch Tamines, noch Airscholt, noch Dinant. Er hat nicht mehr mit Augen, die vor Entsetzen brannten, den langen Zug unserer Mitbürger davon- ziehen sehen, die wie Sflaven zu Tausenden deportiert wurden. Auch die letzte Prüfung blieb ihm erspart, sein geliebtes Vaterland gegen den Haß und die Verleumdung verteidigen zu müssen, die beharrlich und unermüdlich bemüht sind, mit den üblen Dünsten der Lüge und des Uebelwollens Belgiens Heroismus und Leiden zu trüben.
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G e n f, 25. Sept. (Vom Sonderberichterstatter des VDZ-Büros.) In der Frage der Einsetzung eines unparteiischen Untersuchungsausschusses über den Franktireurkrieg in Belgien waren für morgen, Montag, neue Verhandlungen über die Herausgabe eines gemeinschaftlichen deutsch-belgischen Eommu- niqués vorgesehen. In hiesigen Kreisen ist man der Meinung, daß die heule in Ostende gehaltene Rede! des belgischen Ministerpräsidenten Iaspar eine völlig neue Sachlage geschaffen hat, da infolge der neuen Beschuldigungen gegen Deutschland die bisherigen, Voraussetzungen für ein geplantes gemeinsames, deutsch-belgisches Kommunique nicht mehr bestehen bürsten.
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Es ist ganz selbstverständlich, daß durch die un»- glaublichen Hetzreden, die der gestrige Sonntag ge»- bracht hat, eine gemeinsame Aktion hinfällig gewo»§ den ist. Darüber hinaus muß aber erwartet werden^ daß Stresemann diese Hetzreden zum Anlaß nimmt», in Genf in aller Oeffentlichkeit zu protestieren. Die«1 ser Protest kann nicht scharf genug sein. Wir weder das Stirnenrunzeln des „Petit tßamfien* noch der ^Nation Bel«" 5 Lürchtow,