Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

SSRzeigss Die

WM Stadt und Land

rscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben tonat NM.1.-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Gingelnummer 10, $r ei tag 15, amStag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite N-Pfg.. im Neklameteil von 68 mm Breite 25 N-Pfg. / Offertengeblihr 50 N-Pfg.

18* 223

Krettas de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. ErscheinungStage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hamm,rstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

23* GspèSMKZV

19M

DaS KsveKs.

Preußen hat beantragt, daß Frankfurt und n a u als Simultanschulländer erklärt werden.

Das Reichskabinett hielt gestern nachmittag er dem Vorsitz des Reichskanzlers eine Sitzung die der Beratung laufender Angelegenheiten galt. H wurden Fragen der parlamentarischen Be- dlung des Entwurfes zum Besoldungsgesetz be­uchen.

Der Haushaltsausschuß des Reichstags ge- migte die Besoldungsvorlage der Regierung.

Zwischen Gelnhausen und Büdingen ist gestern hmittag ein schweres Unwetter niedergegangen, großen Schaden angerichtet hat.

Die Lotterieschwindler Böhm und Schleinstein rden gu 2% und 1% Jahren Zuchthaus v er­eilt.

In Niewiadom (Ostoberschlesien) ist auf An- mung der Woywodschaft die deutsche Minder­st tsschule geschlossen worden.

Der Boxkampf DempseyTunney endete mit em Punktsieg Tunneys.

Die Vollversammlung des Völkerbundes wird am Freitag und Samstag mit der Frage der rüftung beschäftigen. Reichsaußenminister Dr. -efemann wird an einem dieser beiden Tage seine zekündigte Abrüstungsrede halten.

«mftviiLsnes Laud.

Der große japanische Heerführer Togo, der eger im russisch-japanischen Kriege, der sei- m Leben zusammen mit seiner Frau durch irafirt ein Ende machte, stellte im Jahre 1912 Prophezeiung aus, daß die Welt in der chsten Zeit zwei gewaltige Kriege erleben rd: zuerst den alleuropäischen Krieg und iter den Krieg zwischen Japan und Amerika, e erste Hälfte dieser Prophezeiung ging e wir alle uns reichlich überzeugen konnten nur allzubald in Erfüllung. Daß auch die ' leite Hälfte der düsteren Voraussage sich bald rwirklichen wird, kann heute nicht mehr ganz ! : unwahrscheinlich erscheinen. Denn schon fo= rt nach Beendigung des Weltkrieges konnte tgestellt werden, daß das Gefahrenzentrum s Erdballs sich allmählich an die Küste des Illen Ozeans verschiebt.

Die Wurzeln des japanisch-amerikanischen rgensatzes liegen in dem ungeheuren Ent- icklungstempo und Expansionsdrang beider Inder. Je ausgedehnter die Einflußzonen ipans und Amerikas werden, desto näher (fen sie aneinander. Japan, das einen ge- altigen Bevölkerungsüberschuß besitzt, hat seit ngem den Versuch gemacht, die westliche Küste ordamerikas friedlich zu erobern. Hundert- usende von Japanern sind in kürzester Zeit jer San Francisco eingewandert, wo sie ne sogar für amerikanische Verhältnisse unge- )nte Regsamkeit und Lebenszähigkeit ent- ickelten. Diese mutigen Repräsentanten der Üben Rasse wurden in Amerika zum Symbol ;r nahen Gefahr, dergelben Gefahr". Der irtschaftliche Konkurrenzkampf wurde zum ulturkampf, zum ideologischen Rassenpro- ;lem. Dieser Kampf auf dem amerikanischen toben nahm in dem letzten Jahr immer schär­fe Formen an und steigerte die Erbitterung 1 beiden Lagern. Seinen deutlichsten Ausdruck mb er im Verbot japanischer Einwanderung 1 die Vereinigten Staaten. Diese radikalen Maßnahmen Washingtons haben in Japan eine eradezu katastrophale Entrüstungswelle her- orgerufen. Es schien, daß der japanisch-ame- ikanische Krieg fast unvermeidlich sei. Aber es jar noch zu früh. Die Haßwelle legte sich. Doch ie verhaltene Wut gegen Amerika glüht im Herzen jedes Japaners. Ein Gelber vergißt ms ihm angetane Unrecht nie. Er hat Geduld rnd kann warten, wird aber nie auf die Rache »erzichten.

Die Amerikaner ihrerseits haben sich keines- vegs damit begnügt, den Japanern gegenüber n Verteidigungsstellung zu verbleiben. Sie singen zum Angriff über. Seit 30 Jahren sind ie im Besitz der Philippinen, von wo aus sie hren Einfluß in dem Pacific und Asien geltend nachen. Allerdings offenbarte sich dieser Ein- jluß noch nicht in dem Maße und mit der In­tensität, wie man es von Amerika sonst ge­wöhnt ist. Die Vereinigten Staaten sind in die­sem Augenblick in erster Linie mit der imperia­listischen Durchdringung des amerikanischen Kontinents beschäftigt. In immer mehr be­schleunigtem Tempo fügen sie alle Staaten Mittel- und Südamerikas politisch und wirt­schaftlich in ihr Machtbereich ein. Aber trotz dieses Eroberunaskamofes vergessen die Ver-

Gin enhigee Las in Genf.

Genf, 22. Sept. Nach den letztvergangenen Tagen, da zuerst der rumänisch-ungarische Kon­flikt und zuletzt die Verhandlungen vor dem Ab­rüstungsausschuß viel Bewegung und auch manche Aufregung in die Beratungen der Völkerbundsver­sammlung brachten, nahm sich der heutige Tag recht ruhig aus. Am Morgen genehmigte die Vollver­sammlung einen weiteren Stoß der von den Aus­schüssen vorgelegten Entschließungen, während am Nachmittag der Völkerbundsrat eine ruhige Sitzung abhielt und die diversen Kommissionen und Unter­ausschüsse ihre Arbeiten fortsetzten.

Durch die Vollversammlung am Vormittag ist man aber immerhin auf eine bisher zu wenig be­achtete Tätigkeit des Völkerbundes hingewiesen wor­den, auf die indirekte finanzielle Un- terstützung, die er in einer großen Anzahl von finanzschwachen Staaten insofern angedeihen läßt, als er gegen­über den Geldgebern eine Garantie über­nimmt, ohne die in vielen Fällen die Anleihen garnicht hätten abgeschlossen werden können oder doch nur unter sehr drückenden Bedingungen.

wenn man die Anleihegelder zusammenzähli, die nach und nach unter der Garantie des Völkerbundes ausgenommen worden sind, so kommt man auf die überraschend hohe Summe von 1,4 Milliarden Goldmark.

Aus der Sitzung des Völkerbundsrates vom Nachmittag ist in erster Linie der Konflikt über die Zuständigkeit der Danziger Gerichte bei Klagen von DanzigerEisenbahn- beamten in polnischen Diensten zu er« wähnen. Wie vorauszusehen war, hat sich der Völkerbundsrat im Einvernehmen mit beiden Par­teien entschlossen, über den zugrunde liegenden Rechtsstreit vorerst ein Gutachten des Internatio­nalen Gerichtshofes einzuholen.

Endlich wäre aus den Beratungen der 3. Kom­mission die Diskussion über den '

finnischen Antrag auf finanzielle Unterstützung angegriffener Staaten seitens der Mitglieder des Völkerbundes

zu nennen. Der Antrag wird schon seit Jahren durch die Versammlungen geschleppt, ohne daß er eine endgültige Regelung gefunden hätte. Auch bei

einigten Staaten den größten und verlockend­sten Marft der Welt, der China heißt, nicht, und hier in China liegt der eigentliche Kon­fliktherd zwischen Amerika und Japan.

China ist wirtschaftlich in zwei große Ein­flußgebiete eingeteilt. Im Süden herrscht Eng­land, im Norden Japan. Zu der Interessen­sphäre Japans gehört auch die an Rußland grenzende Mandschurei, auf die Japan schon längst gierig ist. In der Mandschurei, die bis zum russisch-japanischen Kriege von Rußland annektiert war, ist Japan seit 20 Jahren Herr der Lage. Der nordchinesische Oberbefehlshaber Tschangtsolin, der Diktator der mandschurischen Hauptstadt Mukden, hat sein Wohl und Wehe schon längst in die Hände der Japaner gelegt. Das Mandschu-Land, das Mutterland der letz­ten Kaiserdynastie in China, das zirka 1 Million Quadratkilometer umfaßt und gegen 10 Mil­lionen Einwohner besietzt, ist reich an Feldern, Kohle und Gold. Die 2000 Kilometer lange mandschurische Bahn (chinesische Ostbahn) befin­det sich in russischen Händen. Sie verbindet Ostsibirien mit dem russischen Pacific-Hafen Wladiwostok. Von ihr gehen ferner zwei äußerst wichtige Eisenbahnlinien nach Peking und nach Korea, der einzigen japanischen Kolo­nie auf dem asiatischen Festland. So ist es ohne weiteres klar, daß die Mandschurei für Japan eine ganz außerordentliche Bedeutung hat. Die ganze weitere Entwicklung desLandes der aufgehenden Sonne" und feines Einflusses in der Welt hängt davon ab, ob es ihm gelingen wird, festen Boden in der Mandschureifür immer" zu fassen, die chinesische Ostbahn in seine Hände zu bekommen unv die Mandschurei zum Ausgangspunkt weiterer Expansion zu be­nutzen.

Diesen Bestrebungen Japans gegenüber verhält sich Amerika durchaus feindlich. Die Annektionsziele Japans in der Mandschurei beunruhigen Washington ersichtlich. Die Ver­einigten Staaten hegen den nicht mehr sehr geheimen Wunsch, China der englischen und japanischen Hegemonie zu entziehen und das immense Reich unter seinem Einfluß zu ver­einigen. Sie befinden sich zur Zeit in China im Zustand aktiver Verteidigung gegen Eng­land und Japan. Während aber Amerika reich­liche Mittel besitzt, auf England in verschiedenen anderen Konfliktgebieten einen Druck auszu­üben, um somit das britische Reich in China indirekt au bekämpfen, steht es Japan ziemlich

der heutigen Diskussion ist man im Grunde ge­nommen nicht weiter gekommen. Grundsätzlich stellt sich niemand dem finnischen Antrag entgegen, aber gerade diejenigen Staaten, die eventuell als Geld- gebet in Frage kämen, machen erhebliche Bedenken geltend. So will England erst einmal das Ergeb­nis der Abrüstungskonferenz abwarten. Holland und andere Staaten möchten sich selbst den Ent­scheid vorbehalten, wen sie in einem kokreten Falle selbst als den angegriffenen Staat ansehen wollen.

Kurz und gut, sind für den finnischen Antrag nur die kapitalschwachen Länder, die erstens sicher sind, daß sie selbst nie in die Verlegenheit kommen werden, anderen Geld zur Kriegsführung vorschie­ßen zu müssen, während sie selbst bei einem mög- lichen Kriege stark geldbedürftig wären. Es sind nun zwar schon eine ganze Reihe von Vorstößen unternommen worden und das Finanzkomitee des Völkerbundes hat auch den Konventionsentwurf aus­gearbeitet, sah sich aber infolge der zahlreichen Widerstände doch gezwungen, die Frage noch ein­mal zur weiteren Prüfung an die zuständigen tech­nischen Stellen des Völkerbundes zu überweisen.

Es ist ersichtlich, bevor keine Abrüstungskon­vention abgeschlossen wird und bevor die möglichen Geldgeber nicht alle Sicherheiten bezüglich ihrer künftigen Verpflichtungen erhalten haben, wird man auch in dieser Frage nicht weiterkommen.

Wenn also der heutige Tag als recht ruhig be­zeichnet werden muß, so wäre es doch falsch, da­raus zu schließen, daß die diesjährige Tagung nun­mehr einem geruhsamen Ende entgegengehen werde. Größere Überraschungen sind allerdings keine mehr zu erwarten.

Man darf aber doch nicht vergessen, daß sich in den vielen Versammlungen der nächsten Tage noch verschiedentlich größere Debatten entwickeln werden. Wir möchten nur daran erinnern, daß sich voraussichtlich am Samstag die Versammlung mit dem großen Bericht des Abrüstungsausschusses zu befassen haben wird, bei welcher Gelegenheit ver­schiedene Staaten, darunter Deutschland in die Debatte eingreifen werden. Minister Dr. Stresemann wird dann die ja schon lange an- gekündigte Erklärung D eutschlands zur Ab­rüstung abgeben.

machtlos gegenüber. Gleichzeitig aber emp­findet Washington jeden weiteren Fortschritt Japans auf dem asiatischen Festland als Ver­letzung vitalster Interessen.

Der Kampf um die Mandschurei tritt jetzt in ein aktives Stadium ein. Amerika unter­nimmt gerade in diesem Augenblick in Peking einen entscheidenden Schritt gegen Japan. In den amerikanischen Kreisen Chinas herrscht eine recht nervöse Stimmung. Der Schlüssel dieser Erregung liegt in der Mandschurei. Die­ses Stück Land scheint der Punkt zu werden, wo die japanisch-amerikanische Spannung ihren Höhepunkt erreichen wird. Das Problem der Mandschurei wird hiermit zum Weltproblem. Schwere Gewitterwolken, die die Welt erschüt­tern können, nehmen von dort ihren Ursprung.

FvankveM und -re Amevikanev.

Noch eine Rede poincarés.

Paris, 22. Sept. Und wieder hat P o i n c a r é eine Ansprache an die Amerikaner gerichtet, dies­mal bei den Festlichkeiten in Saint-Mihiel, wo im Weltkrieg die amerikanischen Truppen be­sonders eingesetzt worden waren. Der französische Ministerpräsident zählt die Kriegsereignisse auf, die sich mit dem Namen Saint-Mihiel und die dortigen Kämpfe der Amerikaner knüpfen. Aber der Schluß seiner Rede klang wieder in einen ver­schleierten Vorwurf aus. Es heißt:

Amerikanische Freunde haben mir neulich ge­sagt, daß man in den Vereinigten Staaten ange­nehm überrascht gewesen sei von dem begeisterten Empfang, ben Paris dem Flieger Lindbergh be­reitet hat. Wenn man tatsächlich uns für gleich­gültig und unbeständig gehalten haben sollte, wie hat man sich dann doch über unsren Charakter und unsre Empfindungen getäuschtl Frankreich ist nicht die launenhafte und wechselsüchtige Nation, die oberflächliche Beobachter zuweilen in ihm erblicken wollten. Frankreich ist sicher und frei in seinen Freundschaftsgefühlen; es hat aber das Recht und die Pflicht, seine Interessen zu verteidigen, weil es die Interessen eines Volkes sind, das am grausam­sten unter dem Krieg gelitten hat und das immer sich enttäuscht fühlt durch einen Frie­den, der trotz dem Sieg ihm teurer zu stehen kam als allen andern. Aber nichts wird uns jemals die Zeit vergessen lassen, wo die Trikolore und das Sternenbanner vor den Heeren einherwehten, die Seite an Seite für das gleiche Ideal kämpften."

Auch in ChLteau-Tierry, wo die ameri­kanischen Truppen unter der Leitung des Generals Degoutte gekämpft hatten, wurden die Amerikaner feftlich empfangen. Der Senator Chènebonat

(em Aufsichtsratsmitglied der Zeitung Le Temps) hielt eine Ansprache. Er sagte:

Der von Amerika geführte Krieg war ein Ge» sinnungskrieg, war der Sieg jener Imponderabilien, von denen Bismarck spricht. Zwei Lager hatten sich in der Welt gebildet; das eine Lager des ge­gebenen und des gehaltenen Wortes, des Glaubens an die Freiheit und das Recht, das andre das Lager des gegebenen unb gebrochenen Wortes, das Lager, in dem die Gewalt als die herrschende Regel des Weltalls betrachtet wurde. Die amerikanische Republik hat ihre Wahl getrof­fen. Wenn man heute, wie es den Anschein hat, den glänzenden Sieg von gestern verfälschen und verdunkeln wollte, so würde der Zwang der Um« stände die beiden Lager wieder in der gleichen Weise Herstellen. Man hat von französisch-ameri­kanischen Gegensätzen gesprochen. Die Kundgebungen n Paris und in der Provinz haben die wahre Ge- innung gezeigt. So oft die Rede war von Gegen­ätzen zwischen Amerika und England, betonte die englische Presse, Blut ist dicker als Wasser. Es be­stehen zwischen Amerika und Frankreich noch stär­kere Bande als die des Blutes, die Bande des

Herzens, und das Blut wird immer stärker bleiben als das Geld".

Diese zuletzt geäußerte Ansicht des französischen Senators scheint nicht ganz derjenigen aller Fran­zosen zu entsprechen. Die französisch-amerikanischen Vorgeplänkel wegen der Wirtschaftsver­handlungen scheinen eine etwas unange­nehme Wendung zu nehmen. Die links­stehende AbendzeitungLe Soir" spricht in Er­innerung an die Parade der Legionäre in einem besonderen Aufsatz von derandern Parade". Am erika bedrohe Frank re ich mit einem Zollkrieg. Die amerikanische Antwort auf die französischen Vorschläge wegen eines Wirt­schaftsvertrags sei so umfangreich, daß man heute vormittag mit der Uebersetzung noch gar nicht fertig geworden sei. Aber man wisse bereits, daß die amerikanische Note Frankreich miteiner sofortigen amerikanischen Gegenwirkung" drohe, oder nach einem diplomatischen Sprachgebrauch eine solche Möglichkeit voraussehen lasse, wenn die seit dem 6. Septemebr erhöhten Zöllsätze nicht bedeutend herabgesetzt werden sollten. Die Verhandlun­gen mit der Regierung der Vereinigten Staaten seien schwierig infolge des amerikanischen Zollstatuts, das Sonderabkommen ausschließe und infolgedessen Frankreich keine Gegenleistung anbieten könne. Aber immerhin hätten auch die Farmer und die amerikanischen Industriellen Interesse, sich den französischen Ab­satzmarkt nicht verstopfen zu lassen. Das werde zweifellos auch in die Wagschale fallen.

Morgen wird eine Abordnung der amerika­nischen Legionäre Clemenceau, der dieser Tage in Paris eingetroffen ist, einen Besuch ab­statten. Pariser nationalistische Blätter hatten den Legionären mit dem Zaunpfahl gewinkt und Aeuße­rungen Clemenceaus wiedergegeben, daß dieser eine solche Abordnung sehr gern empfangen werde.

DaS vve«McheGchttSs0MNB0mrtz.

Berlin, 22. Sept. Wie der Demokratische Zei- tungsdienst meldet, sind die Abänderungsanträge der preußischen Regierung für die Beratung des Schulgesetzes im Reichsrat nunmehr formuliert wor­den. Nach diesen Anträgen wird im § 2 die Ge­meinschaftsschule an erster Stelle genannt und be­stimmt, daß die Schulen Gemeinschaftsschulen sind oder nach näherer Bestimmung dieses Gesetzes Be­kenntnisschulen ober weltliche Schulen. Nach den Ab­änderungsanträgen zu § 18 sollen solange alle Schu­len Gemeinschaftsschulen sein, solange nicht ein Drittel der Erziehungsberechtigten die Bekenntnis­schule oder die weltliche Schule verlangen. Verlangt ein Drittel der Erziehungsberechtigten die Umwand­lung in eine Bekenntnisschule und ein zweites Drittel etwa die Umwandlung in eine weltliche Schule, so entscheidet bei Abstimmung die absolute Mehrheit.

Ein weiterer preußischer Antrag besagt, daß die Feststellung eines geordneten Schulbetriebes den Ländern überlassen werden soll. Dadurch würde die Simultanschule in den Simultanschulländern ge­rettet werden. Preußen beantragt, daß Frankfurt und Hanau als Simullanfchulländer erklärt werden. Hinsichtlich des Religionsunterrichtes wird eine Art der Einsichtnahme der obersten kirchlichen Instanzen oder ihrer Vertreter zugestanden. In der Finanz- frage ist Preußen mit den übrigen Ländern darin einig, daß die Mehrkosten das Reichs zu tragen hat.

Dev dssrLkche Nfavvevtag zum Aerebsichulgesetz.

Die Abgeordnetenoersammlung des deutschen Pfarrertages nahm zum Reichsschulgesetzentwurf eine Entschließung an, in der es heißt:

Der Pfarrertag gibt der dringenden Erwartung Ausdruck- daß der jetzt gemachte ernstliche Versuch, die in der Reichsverfassung gegebenen Grundsätze betreffend Freiheit der christlichen Schulerziehung gesetzl. auszugestalten wirklich gelingen möge. Das in der Reichsverfassung gegebene Recht der Eltern, für ihre Kinder Schulen ihrer Weltanschauung zu for­dern, muß folgerichtig den Eltern, die die evan­gelische Bekenntnisschule fordern, voll gewährleistet werden. Dabei verkennt in Uebereinstimmung mit der einmütigen Kundgebung des deutschen Kirchen?