Einzelbild herunterladen
 

Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / LezugSpreiS: Für den halben Nonat NM.1-/ für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag Ich -amStag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Äreite N-Pfg., im NeNameteil von 68 mm Lreite 25 N-Pfg. ^ Offertengebühr 50 N-Pfg.

t«. 220

Menstas de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. / Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Äezieher seinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. ^Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956, 3957,3958

2d, GepSemdev

1008

Das Ks«Es.

Im Genfer Abrüstungsausschuß hielt Graf rnstorff eine Rede und brachte einen Entschlie- ngsentwurf ein, in dem der Zusammentritt der rüstungskonferenz noch vor der nächstjährigen lkerbunds-Versammlung gefordert wird.

Der polnische Resolutionsentwurf gegen den griffskrieg ist von der Völkerbundskommission verändert angenommen worden.

Der ungarisch-rumänische Streitfall ist vertagt aden.

In Königsberg sprach Reichskanzler Dr. Marx er die Fürsorge der Reichsregierung für Ost- eußen. In einer weiteren Rede bezeichnete er Hindenburg als den Mann, der uns von der irsehung in unserer schweren Zeit gegeben wurde.

Die Veibevede Kindonbuvss.

Bei der Einweihung des Tannenberg- rnkmals hat Reichspräsident von Hindenburg ätze gesprochen, die nicht nur von deutschen )ren und Herzen gehört und bewahrt werden Uten, sondern die auch dazu bestimmt waren, n weltweites Echo zu finden. Sollten doch die io/te, mit denen der Reichspräsident die riegsschuldlüge zurückgewiesen hat, gerade . den Ohren des Auslandes wiederklingen, lese an die Adresse des Auslandes gerichteten ätze sind so bestimmt und klar, wie sie es in j»m Munde Hindenburgs sein mußten. Ihr inn und Zweck ist nicht minder deutlich und werkennbar. Trotzdem hat man in Deutsch- nd her Versuchung nicht widerstehen können, uch an dieser Hindenburgrede zu deuteln. Man gemeint, nicht der Reichspräsident, sondern

>r Heerführer habe in Tannenberg gesprochen, ad man hat damit andeuten wollen, Hinden- irg habe sich in einer militärischen Rolle exponiert", ohne seiner Würde als Reichs- rüfibent Rechnung zu tragen. Daran knüpft ch die Mahnung an die Reichsregierung, der- rtige Vorfälle künftig zu verhüten.

Es ist beschämend, wenn ein im besten inne so nationales Bekenntnis wie das des Reichspräsidenten auf dem Schlachtfeld von Unnenberg, in Deutschland mit hämischen landbemerkungen dieser Art versehen wird. ;s ist aber auch ganz unsinnig die Dinge so arzustellen, wie es hier geschieht. Die Jnitia- ve und die Entschlußkraft Hindenburgs sind nbestritten. Es ist bekannt, daß der Reichs- räsident sich bei seinem öffentlichen Auftreten nd bei dem Halten von Ansprachen keines­wegs nach den Direktiven anderer richtet, fon- ern mit gesundem und politisch sicherem Ur- eil selbst entscheidet, was er zu tun und zu agen hat. Die Grundgedanken seiner Weihe­ede gehen deshalb zweifellos auf seine eigene Entschließung zurück. Hindenburg hat die Lmpfindung gehabt, daß er als alter Heer- ührer und als Sieger von Tannenberg es den befallenen, feinen damaligen Mitkämpfern und ,)em gesamten deutschen Volke schuldig sei, von dieser Stelle aus für unsere nationale Ehre ünzutreten und jeden Versuch zurückzuweisen, das Ehrenschild Deutschlands durch die Kriegs­chuldlüge zu verdunkeln. Dabei haben sicher auch die Eindrücke mitgewirkt, die Deutschland kürzlich von der Weihe des belgischen Krieger­denkmals in Dinant empfangen mußte. In Dinant find alle die alten Hetzlügen wieder auf­gelebt und hat der Vorwurf, Deutschland sei als Kriegsschuldiger gerichtet, in dem Munde amtlicher Vertreter Belgiens und Frankreichs erneut Gestalt gewonnen, so ungeschwächt und so anmaßend, als sei nicht auch von neutraler Seite die Beschuldigung Deutschlands längst als parteiisch und unberechtigt nachgewiesen wor­den. Wenn Hindenburg sich verpflichtet gefühlt hat, darauf die klare und deutliche Antwort nicht schuldig zu bleiben, so ist er sicher in erster Linie einem Triebe des eigenen Herzens und einem Impuls des eigenen Willens gefolgt.

Hindenburg hat aber auch keinen Augenblick vergessen, daß er auf dem Schlachtfeld von Tannenberg auch als alter Heerführer die Würde des Reichspräsidenten nicht ablegen konnte, sondern als der höchste Vertreter des Deutschen Reiches und Volkes sprach. Und ver­fassungstreu, wie Hindenburg bisher stets ge­wesen ist, hat er auch in diesem Falle durchaus gewissenhaft die Formen gewahrt, die die Ver­fassung vorschreibt. Da der Reichskanzler und die zuständigen Reichsminister nach dem Artikel 50 der Verfassung für alle Anordnungen und Verfügungen des Reichspräsidenten die politische Verantwortung zu übernehmen

Deutscher AbrüstungSvorstoK i« M.

Gvaf Bevnftovff fordert befchleunSste EZnbevufuess der Äbrüftunsskonfevenr.

Dev volnifche LrßGtattgvSffsvov-

schräg angenommen.

Genf, 19. Sept. Im Abrüstungsausschuß wurde heute vormittag der polnische Antrag zur Diffa­mierung des Angriffskriegs nach kurzer Aussprache auf Vorschlag des Grafen Bernstorff, sowie der Vertreter Frankreichs, Italiens, Finlands und anderer Staaten durch Akklamation einstimmig und unverändert angenommen. Im weiteren Verlaufe hielt Graf Bernstorff eine längeve Rede, in der er den von Paul-Boncour am letzten Freitag eingebrachten Entschließungsentwurf be­handelte und die genaue Trennung zwischen den technischen Vorbereitungsarbeiten für die Ab­rüstungskonferenz und der Prüfung der Sicher­heitsfrage verlangte. Schließlich brachte Graf Bern­storff eine Entschließung ein, in der unter Be­rufung auf eine Entschließung der vorjährigen Völ­kerbundsversammlung in bezug auf Einberufung einer Abrüstungskonferenz gefordert wird, daß der vorbereitende Abrüstungsausschuß Die technischen Arbeiten derart beschleunigt, daß die Abrüstungs­konferenz noch vor der nächstjährigen Völkerbunds­versammlung einberufen werden kann.

Dèe Stevunsnahme der deutschen Delesatiou.

Zur Begründung seines eingebrachten Entschlie­ßungsentwurfes führte Graf Bernstorff folgendes aus?Wir dürfen die gerade Linie nicht verlassen, die sich aus den bisherigen Arbeiten des Völker­bundes auf diesem Gebiete ergibt. Diese gerade Linie ist gegeben durch die Resolu­tionen der Völkerbundsversamm - [ u n g. Die Völkerbundsversammlung hat im Jahre 1925 gesagt, die technischen Vorarbeiten für eine allgemeine Ab rüstungskon- ferenz sollten so gefördert werden, daß die Konferenz selbst einberufen werden könne, sobald vom Gesichts­punkt der allgemeinen Sicherheit zufriedenstellende Verhältnisse ge = währleistet sind. Dieser Zeitpunkt war inzwischen gekommen. Das Vertrags­werk von Locarno ist seither geschaffen worden: die Initiative dazu lag bei Deutschland.

Dor allen Arbeiten hat die Völkerbundsver­sammlung im vorigen Jahre die Verträge von Locarno als einen eminent wich­tigen Erfolg auf dem Diege zur Organisation des Friedens bezeich­net. Der französische Vertreter im Dritten Ausschuß war so durchdrungen von diesem Werke, daß er damals durchaus das Datum für eine allgemeine Abrüstungskonferenz für das Jahr 1927 zu fixieren wünschte. Ebenso wie für die Sicherheit viel geschehen ist, hat man auch für die Schiedsgerichtsbarkeit viel getan.

Auch auf diesem Gebiet hat Deutschland sich durch­aus nicht negativ verhalten, sondern praktisch mit­gearbeitet. Nun hat es einen neuen Beweis seiner positiven Einstellung geliefert, indem es sich ent­schlossen hat, die fakultative Klausel zum Statut des Internationalen Gerichtshofes in seiner Totalität anzunehmen. Jedes Völkerbundsmitglied hat also die Möglichkeit, durch 8eitritt zu dieser Fakul­tativklausel in ein schiedsgerichtliches Vertragsver­hältnis zu Deutschland zu treten.

Für die Abrüstung, den dritten Dunst der be­kannten Trilogie, ist dagegen bisher praktisch nichts erreicht. Auf diesen Punkt müssen wir daher unsere Bemühungen konzentrieren.

Einem weiteren Ausbau der Sicher­heit und der Schiedsgerichtsbarkeit stehen wir aber in keiner Weise ab­lehnend gegenüber. Wir sind also durchaus bereit, in dem gleichen positiven Geiste diejenigen Gedanken, die in dem Resolutionsvorschlag von Paul-Boncour enthalten sind, zu diskutieren. Man

haben, so ist selbstverständlich das Kabinett ein­schließlich des in Genf weilenden Reichsaußen­ministers über den Wortlaut der Weiherede Hindenburgs vorher unterrichtet worden. Eben­so selbstverständlich war es, daß die Reichs­regierung ihre Zustimmung gab. Sie konnte die Verantwortung mit gutem Gewissen über­nehmen. Ist doch von feiten der Reichsregie­rung bei verschiedenen Gelegenheiten schon die Kriegsschuldlüge unserer Kriegsgegner mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen worden Auch bei unserem Eintritt in den Völkerbund ist bekanntlich darauf Bedacht genommen wor­den, die moralische Bindung, die uns durch den Schuldlügenartikel des Versailler Vertrages aufgezwungen werden sollte, als ungültig zu­

darf sich aber nicht in Widerspruch setzen zu der Basis, auf welcher die Völkerbundsversammlung des letzten Jahres eine Abrüstungskonferenz ge­wünscht hat. Es muh klar unterschieden werden zwischen 1. Abrüstung auf der Basis des hohen gegenwärtigen Standes der Sicherheit und 2. För­derung des Problems der Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheit über den gegenwärtigen Stand hinaus.

Wir können nicht mit der allgemeinen Ab­rüstungskonferenz warten, bis wir eine abso­lute Sicherheit geschaffen haben, sonst würden sich beide Bestrebungen behindern und prak­tische Ergebnisse nicht zustande kommen lassen. Abrüstung und Sicherheit müssen sich gegen­seitig befruchten, dürfen sich aber nicht gegen­seitig hindernd im Wege stehen.

In der Vorbereitenden Abrüstungskommission sind wir uns auch stets darüber klar gewesen, daß es nicht Aufgabe Dieser Kommission sein kann, zur Förderung der Sicherheit und der Schiedsgerichts­barkeit anders als durch Abrüstung beizutragen. Für die Lösung der Probleme der Schiedsgerichtsbarkeit und der Sicher- h e i t a n sich ist die Vorbereitende Abrüstungs­kommission nicht kompetent. Ich habe auch Be­denken, ihren 1925 festgelegten Aufgabenkreis zu erweitern und ihre Arbeit durch Hinzufügung neuer Probleme zu verdoppeln. Der Vorbereitenden Ab- rüstungskommission ist eine klar umrissene Auf­gabe gestellt. Sie hat festzustellen, welches Maß von Abrüstung auf der Basis der allgemeinen Sicher­heit möglich ist. Zur Bearbeitung der.allgemeinen Sicherheitslage ist die Vorbereitende Abrüstungs­kommission auch deshalb nicht geeignet, weil in ihr wie auch in der künftigen allgemeinen Abrüstungs­konferenz Staaten vertreten sind und vertreten sein werden, die dem Völkerbund nicht angehören. Diese Rücksichtnahme ist meines Erachtens geradezu aus­schlaggebend.

Deutschlands Vorschlag geht dahin, die dies­jährige Vollversammlung solle in einer ersten Entschließung der Vorbereitenden Abrüstungs­kommission eindeutige Richtlinien für ihre wei- lere und beschleunigte Arbeit auf der Basis der gegenwärtigen Sicherheilsgrundlagen geben. In einer zweiten Entschließung, die evtl, in Zusam­menarbeit mit der ersten Kommission aufzu- skellen wäre, könnte dann die Auffassung der Vollversammlung zusammengefaßt werden, über die Anregungen, die ihr von verschiedenen Seiten, insbesondere von holländischer, norwe­gischer, belgischer, französischer und schwedischer Seite gemacht worden sind, und darauf abzie­len, über den heutigen Stand hinaus Wege zu suchen zur Förderung von Schiedsgerichtsbar­keit und Sicherheit.

Deutschland ist durchaus bereit, auf diesem Gebiete mitzuwirken und ist auch der Ueberzeugung, daß hier viel positive Arbeit geleistet werden kann. Ob die Förderung dieser Materie einer besonderen Kommission zu überweisen oder nach einzelnen Ge­sichtspunkten von verschiedenen Organen zu behan­deln ist, kann meiner Ansicht nach dem Urteil und der Fürsorge des Rates überlassen bleiben. Was die zweite Entschließung angeht, so möchte ich mir vorbehalten, formulierte Anträge zu stellen, sobald der Moment dazu gekommen ist.

Die Resolution des Grafen Bernstorff wurde darauf ebenso wie die anderen vorliegenden Reso­lutionen und Anträge der U n t e r k o m m i f s i o n überwiesen.

Alsdann wurde die Resolution des Delegierten von San Salvador, Guerrero, die die Einberu­fung der Konferenz zur Kontrolle der privaten Rüstungsindustrie noch vor der 9. Völkerbundsoer­sammlung verlangt, mit der Abänderung, daß die Einberufung der Konferenzso schnell wie mög­lich" erfolgen solle, angenommen. Eine Vollsitzung der Kommission findet zunächst nicht statt, bis die Unterkommissionen ihre Arbeiten beendet haben.

rückzuweisen. Die Kundgebung Hindenburgs ist also ihrem Inhalt nach nichts Unerhörtes und nichts Neues. Sie ist aber von einer so klaren Bestimmtheit und Entschiedenheit, wie keine der bisherigen Zurückweisungen und deshalb dem deutschen Volke besonders aus dem Herzen ge­sprochen. Wegen der außenpolitischen Wirkung der Rede brauchen wir wirklich nicht besorgt zu sein. Wie das belgische Beispiel zeigt, tragen unsere westlichen Nachbarn nicht das geringste Bedenken, die alten Beschuldigungen gegen Deutschland aufrecht zu erhalten. Sie haben dabei auf die Tagung des Völkerbundes und den Ver­trag von Locarno nicht die geringste Rücksicht genommen. Deshalb werden sie es wohl auch vertragen können, wenn auf deutlicher Seite ein

kräftiges und deutliches Wort gesprochen wird. Wollten sie daran Anstoß nehmen, so wäre das nur ein neuer Beweis unverbesserlicher mora­lischer Heuchelei.

Vergessen wir aber über den Protest Hin­denburgs gegen die Kriegsschuldlüge nicht den Appell, den er an das gesamte deutsche Volk richtet. Immer wieder mahnt Hindenburg das deutsche Volk zur Einigkeit und zum Verzicht auf inneren Hader und Streit. Er ist darin un­ermüdlich. Auch vom Schlachtfelde von Tannen­berg aus ruft er seine deutschen Volksgenossen dazu auf, sich die Hand zu reichen und einig zu sein in der Liebe zum Vaterland, wie auch damals im Kampfe für den deutschen Boden die Vaterlandsverteidiger ohne Unterschied der Partei ihr Leben dem Vaterlande geopfert haben. Es wäre ein ungeheurer Fortschritt auf unserem Wege zur alten Größe, wenn Hinden­burgs Mahnworte auf fruchtbaren Boden fielen und jener Geist von Tannenberg wieder vom deutschen Volke Besitz ergriffe. Leider berechtigt die Wirklichkeit in diesem Punkte noch nicht zu allzu großen Hoffnungen. Die Tannenberg­feier selbst war ja bedauerlicherweise Anlaß zu allen möglichen unerquicklichen Streitereien und Zänkereien. Umso dankbarer wollen wir Hin­denburg sein, daß er in seinen Mahnungen und Warnungen nicht ermüdet und daß er mit der Tannenbergrede der Feier seines 80. Ge­burtstags einen würdigen Auftakt gegeben hat.

Dsv Reichskanzler Über ^rudsubuss.

Königsberg, 19. Sept. Bei einem heute abend von der Stadt Königsberg veranstalteten Essen in der Stadthalle ergriff nach der Begrüßungs- ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Lohmeyer und einer Ansprache des Oberpräsidenten Siehr Reichskanzler Dr. Marx das Wort: Er führte u. a. aus:

Polilik heißt nicht nur das Mögliche zu erreichen, sondern sie hat in unserer jetzigen Zeit Gegensätze auszugleichen, Gegensätze auszugleichen gegenüber unseren Gegnern, Gegensätze auszugleichen aber auch im inneren Lager. Daß das nicht ganz ange­nehme Stunden verschafft, liegt auf der Hand. Es läßt sich aber nicht leugnen, daß wir in der inneren Politik vorangekommen sind. Der Gegensatz der Parteien ist gemildert. Ich wage es zu sagen, daß nicht nur bei denjenigen Parteien, welche die Ver­antwortung tragen, weil sie an der Regierung teil- nehmcn, die Ueberzeugung innerer Verständigung vorhanden ist. Auch die Opposition muß staats- erhaltend wirken. Sie darf nicht nur Opposition sein, sie muß mitwirken, vielleicht auf anderen Bahnen, vielleicht müssen Opfer gebracht werden, aber der Gedanke des Staates muß in dem Vordergrund stehen. Wenn ich die über alles Maß erhabene Gestalt unseres Herrn Reichspräsidenten sehe, so habe ich die Ueberzeugung, daß ist der Mann, der uns von der Vorsehung in unserer schweren Zeit gegeben wurde, ein Mann von so edler Gesinnung, von einem Ansehen in der Welt, wie es nicht höher geschätzt werden kann, von einer Opferfreudigkeit, einer Selbstlosigkeit, wie es als leuchtendes Vorbild geschaut werden muß. Wenn wir der ehrwürdigen Gestalt unsers Reichspräsidenten folgen, dann wird es gut um unser Vaterland b e ft eilt sein, das ist meine feste Ueber­zeugung.

Vevttnev VvessesLuumsu.

Berlin, 19. Sept. Die feierliche Verwahrung Hindenburgs gegen die Lüge von der Schuld Deutschlands am Weltkriege findet mit wenigen Ausnahmen in der Berliner Presse begeisterte Auf­nahme. DieDe u ts ch e Z ei tu n g", die die Worte Hindenburgs eine Staatshandlung allererster Ord­nung nennt, erklärt:Jetzt erst gilt es, auf dem Boden, den Hindenburg geschaffen, zu arbeiten und zu kämpfen. Aehnlich äußert sich derLoka 1= anzeige r", der betont, daß das deutsche Volk die Angelegenheit nicht eher ruhen lassen werde, als bis der Kampf über die Grundlage des Versailler Vertrages vor wirklich unparteiischen Richtern zum Austrag gebracht ist. In derDeutschen Ta­geszeitung" heißt es:Wie eine Erlösung von schwerem Druck haben die breitesten Schichten des deutschen Volkes den feierlichen Widerruf der Kriegsschuldlüge durch den Reichspräsidenten empfunden. Als Wahrzeichen stehen diese ehernen Worte, an denen es kein Deuteln mehr gibt, nun neben dem gewaltigen Tannenberg-Denkmal. Die Berliner B örfenzei tun g", die sich mit den Aeußerungen der Pariser Rechtspresse zu den Ausführungen Hindenburgs kritisch befaßt, sagt: Französische Sonntagsprediger wie Poincars und Maginot und belgische Dinant-Redner dürfen all­wöchentlich wahre Pfeifkonzerte auf Locarno ver­anstalten, während der Präsident des Deutschen Reiches nicht einmal in seelischen, würdigen und nicht aggressiven Worten der Wahrheit die Ehre geben soll. DieTägliche Rundschau" schreibt:Wie alle die Tausende deutscher Männer und Frauen, die Hindenburg am gestrigen Sonntag