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Nr. 211

Arettag Den 9. September 192t

Seite 9

Das leuchtende Meuscheubleu.

Estre aufsehenerregende Entdeckung. Diestrah­lende" Gehicnsubstanz. 3m perbff geringere Leuchtkraft als im Frühling Keine Lösung okkul­ter Vrobleme Warum Rousseau in der Mittags­sonne spazieren ging.Reue Wege für die Heilkunst.

Von Dr. Friedrich Frantzius.

Unter den Organen des menschlichen Körpers nimmt das Gehirn als Hauptsitz der geistigen Eigen­schaften eine besondere Stellung ein. Während man - in früheren Zeiten die Vorgänge im Me-yschenhirn auf philosophischem Wege zu ergründen suchte, ver­wertet die moderne Wis enschast nur Ergebnisse na= turwisfönschaftlicher Tat achenforschung zur Lösung des gleichen Problems. Ein bemerkenswertes Bei- K für die moderne Arbeitsweise bietâeine Ent- mg, die der Neurologe Dr. Marx de Trinis von der Grazer Universitätsklinik soeben gemacht hat, und durch die er nachgewissen hat, daß das mensch­liche Gehirn leuchtet. In einer Zeit, die elektrische und Lichtwellen mit großem Eifer erforscht, lag es nahe, auch das menschliche Gehirn auf seine Strah-

nahe, auch das menschliche Gehirn auf feine Strah- lungsfähigkeit zu untersuchen, zumal gewisse Er­scheinungen von vornherein für die Leuchtfähigkeit dieses Organs sprachen. Dr. de Crinis löste das Problem und kam dabei zu überraschenden Ergeb­nissen; er fand nämlich, daß dem Menschenhirn eine mittelbare, ungleichmäßig verteilte Leuchtkraft zu- ommt, die je nach der Jahreszeit verschieden stark st, und die unter der Einwirkung bestimmter chemi- cher Stoffe verschwindet; außerdem entdeckte er eine Äüstleuchtende, also mit aktiver Strahlungsenergie ausgestattete Gehirnsubstanz.

Es war natürlich sehr schwer, das lebende Ge-

Hirn zu beobachten. Der Forscher entfernte deshalb das Gehirn aus dem Schädel soeben Verstorbener, trocknete es sorgfältig und setzte es dann entweder 5 bis 8 Stunden der Sonne oder 1 bis 2 Stunden dem Lichte einer starken Quarzlampe aus. Die so bestrahlten Gehirne wurden in einer Dunkelkammer aus unbelichtete photographische Platten gelegt, die dann nach einiger Zeit in der üblichen Weise ent­wickelt wurden. Dabei zeigten sich deutliche Schwär­zungen von verschiedener Stärke; diejenigen Teile der Plattenschicht, die mit der Hirnrinde in Be­rührung gekommen waren, hatten weniger Licht empfangen als die inneren, vom Hirnmark bedeck­ten Stellen. Um diese Erscheinung näher zu ergrün­den, behandelte Crinis einige Gehirne mit Aether und Chloroform und stellte fest, daß dadurch die Leuchtkraft verloren ging. Da Aether und Chloro­form Fette und fettähnliche Stoffe lösen, muß man bestimmte Fettkörper des Gehirns als Träger der Strahlunasenergie betrachten; das erklärt auch die größere Leuchtkraft der weißen Marksubstanz, da diese mehr Fettstoffe als die graue Hirnrinde be­sitzt. Im Verlauf seiner Untersuchungen fand Dr. de Crinis außerdem noch eine zur Gruppe der Lecithine" gehörige Hirnsubstanz, die zu leuchten vermag, ohne vorher bestrahlt worden zu sein. Die Lecithine enthalten Phosphor, der bekanntlich aktive Leuchtkraft besitzt; bedeutet doch schon das Wort PhosphorLichtträger". Man kann die Leuchtkraft gewisser organischer Phosphorverbindungen auch in anderen Fällen beobachten; so leuchten z. B. fau­lende Fischkadaver, die sehr phosphorhaltig sind, im Dunkeln ziemlich stark. Daß die aktive Leuchtkraft der Gehirnlecithine ebenfalls als eine, wenn auch schwache, Phosphoressenz anzusehen ist, kann nach den »BF'iegeniben Forschungsergebnissen als sicher gelten; doch bleibt die Frage offen, ob auch die passiÄè Strahlungsfähigkeit der im Gehirn vorhan­denen Fettstoffe auf den Phosphorgehalt zurück­geführt werden muß. Die Wissenschaft ist in diesem Punkte noch nicht zu einer einheitlichen Auffassung gelangt, und es müssen noch eine ganze Reihe schwie­rig auszuführender Versuche angestellt werden, um zu einer richtigen Beurteilung dieser Frage zu ge­langen.

Wie verwickelt die physiologischen Beziehungen der Strahlungserscheinungen sind, zeigt eine wei­tere Entdeckung des Grazer Arztes. In der Grazer Nervenklinik wurden nämlich präparierte Menschen­hirne im Frühjahr, im Sommer und im Herbst untersucht, um festzustellen, ob die Leuchtkraft bei der gleichen Versuchsanordnung je nach der Jahreszeit verschieden stark sei. Dabei gelangte der Forscher zu dem merkwürdigen Ergebnis, daß die Strah- lungsenergie in den Herbstmonaten erheblich ab­nimmt. Dr. de Crinis glaubt auch, die Ursache dieser Erscheinung erkannt zu haben. Der menschliche Or­ganismus entwickelt nämlich unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen verschiedene Energiemengen. Blut­druckmessungen haben ergeben, daß besonders emp- sindliche Personen in den warmen Jahreszeiten einen größeren Energieumsatz haben als in den kalten; der Blutdruck nimmt während der Früh- jahrsmonate ständig zu, erreicht im Sommer seinen Höhepunkt und wird dann mit dem Beginn des Herbstes allmählich schwächer. Bedenkt man außer­dem, daß die sogenannte Ultrastrahlung des Sonnen­lichts nach den Feststellungen der modernen Physio- einen tiefgehenden Einfluß auf den mensch- . lichen Körper ausübe, so darf man wohl folgern, daß die Strahlungsaktivität der präparierten Ge­hirne vom Energieumsatz im lebenden Zustand und ob^ängt ^^^ Don $cm Einfluß der Sonnenstrahlung

^ »öon einzelnen Versuchen, die Dr. de Crinis angestellt hat, lassen sich nun Schlüsse ziehen, die wlchtvge Hinweise für die praktische Verwertung der Entdeckung auf medizinischem Gebiete geben. Zu- nachst muß allerdings festgestellt werden, daß es vollkommen unwissenschaftlich wäre, wenn man die Phänomene der Suggestion und der Hypnose oder gar die Probleme des Okkultismus mit diesen For- Mungsergebnlssen in Beziehung bringen wollte. Man darf nämlich mcht vergessen, daß es sich um rem physikalische, also nicht etwa um geistige Strah­lungserscheinungen handelt, und daß die Beoback- tungen am isolierten und getrockneten, also nicht am lebenden Ochekt gemacht worden sind Das be­einträchtigt aber keineswegs den wissenschaftlicken Wert der Forschungsarbeit; es sind vielmehr d?rch die Arbeiten des Grazer Arztes wichtige Zusammen- hange zwischen körperlichen und geistigen Ersckei- nungen aufgedeckt worden. Bisher nahm man an daß der Einfluß von Sonnen- oder Quarzlicht- bestrahlungen auf den menschlichen Organismus vor­wiegend auf einerHyperämie-Wirkung" beruhe- unter Hyperämie versteht man die Förderung der Durchblutung des menschlichen Körpers, die den körperlichen Energieumsatz hebt. Die Wirkung auf das Gehirn und damit auch auf die geistige Lei­stungsfähigkeit ließ sich nur mittelbar erklären; man nahm nämlich an, daß die körperlichen und 'geistt- gen Kräfte in Wechselwirkung stehen und sich gegen­seitig beeinflussen. Die neue Entdeckung hat jedoch einwandfrei gezeigt, daß auch ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, der für Heilzwecke ausge- nutzt werden kann. Es steht nämlich wohl außer

ZweifÄ, daß die Versuche von Crinis schon zu dem Schliß berechtigen: die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen wird durch Bestrahlungen des Ge­hirns mit Sonnen- oder Quarzlicht nicht nur in­direkt. sondern sogar unmittelbar gefördert; daraus folgt, daß solche Bestrahlungen zu Heilzwecken vor- genommen werden können. Der Philosoph Jean Jacques Rousseau muß diese wissenschaftliche Er­kenntnis voryoahnt haben; es ist bekannt, daß er mittags mit entblößtem Haupt in der heißen Sonne spazieren ging um feine Gedanken zu sammeln und zu klären. Allerdings muß vor einer schematischen Nachahmung dieser Kur dringend gewarnt werden, da nicht jedes Gehirn eine so intensive Erwärmung verträgt und stets die Gefahr besteht, daß die all- zuhestige Sonnenbestrahlung zu schweren Schädi­gungen des Organismus führt.

^EsbrSbtte als Spevatronsmessev.

Die Chirurgie der Steinzeit. Wie der Urmensch Knochenbrüche heilte. Experimente mit Steinzeit- Instrumenten. S chädeldurchlöcherungen, um Dämonen fernzuhallen. Grausame Sitten, die die Jahrtausende überdauert haben.

Von Geheimrat Prof. Dr. Eugen Holländer.

Demnächst erscheint im Propyläen-Verlag zu Berlin ein neues Werk Eugen Holländers, Aeskulap und Venus", aus dem wir mit Er­laubnis des Verlages einen Vorabdruck ver­öffentlichen.

Das antike Märchen, daß schon die Tiere phar­makologische Erfahrungen gesammelt und bei be­stimmten Krankheiten besondere Krauter gefressen hätten, wird wohl auch für den Frühmenschen zu­treffen. Die abführende Wirkung besonderer Wur­zeln, Kräuter und Früchte wird er gewiß erkannt und sich dienstbar gemacht haben; auch wird er sich vielleicht die schlaf- und rauscherzeugende Wirkung einiger Drogen nutzbar gemacht haben. Er wird ferner ziemlich früh die Giftwirkung mancher Natur­produkte, deren Brecherregung in kleinen Dosen fest­gestellt und diese Giftwirkung durch Uebertragung auf feine Pfeilspitzen ausgenutzt haben. Im großen und ganzen mußte aber diese innere Therapie in den Kinderschuhen stecken bleiben; selbst bei Homer ist das pharmakologische Wissen noch ganz gering. Alles Heil sah der Frühmensch außer in abergläubi­schen Dingen in Maßnahmen, die von außen auf den kranken Körper oder das wehe Glied wirkten. Syste­matisches Kneten, Reiben oder Schlagen einer schmerzhaften Stelle, Kühlen, Druckwirkung, Um­schnürung wirken schmerzlindernd, blutstillend, ver­teilend; das nützliche Lecken, Saugen und Lutschen führte bald zur Anwendung des verstärkten An­saugens durch Hörner, das wir bei vielen Natur­völkern noch heute vorfinden. Auch die Geburtshilfe in irgend einer primitiven Form und Technik gehört zweifelsohne zu den frühesten Heilhandlungen. Der altperuanische Huaco mit der Geburtsförderung durch Druck und Zug gibt hierüber beredtes Zeugnis.

Das Gebiet der prähistorischen Chirurgie wird durch gewisse Knochenfunde aus dem Dunkel einer rückschauenden Betrachtung ans Licht gezogen. In dem Ganggrab von Rimbeck fand sich ein inter­essanter Schädel. Wir lesen aus ihm, ohne unserer Phantasie allzuviel Spielraum zu gewähren, die ganze Krankengeschichte. Im Kampf traf den Mann ;in Schlag mit einer Streitaxt. Bewußtlos fiel er )m, mit einer schlimmen Schädelfraktur. Der Schlag traf ihn auf der Höhe des linken Scheitelbeins und eine Splitterung der Schädelkapsel erfolgte nach allen Seiten. Dieser Mann genaß, aber der Heilprozeß )at lange gedauert. Des Kranken Pflege und feine Wartung muß eine liebe- und verständnisvolle ge­wesen sein. Frauenhände kühlten mit feuchten Blät- ern die heiße Stirn; wochenlang kann er nur mit kalten Getränken ernährt worden sein. Fliegen und Mücken mußten abgefächelt und die Wunden vor- ichtig mit Quellwasser gereinigt werden. Verstän- üge Medizinmänner verhinderten vielleicht durch Rasur des Kopfes die Blutzersetzung und Sekundär- nfektion. Wohl jede prähistorische Sammlung be- itzt genügend Knochenmaterial von geheilten Brü­chen der Extremitätenknochen. Der Naturmensch ist mehr Verletzungen ausgesetzt, weil er im steten Kampfe mit der Natur und auch mit einer tierischen Umwelt feine Glieder mehr exponiert. Nun ist der Laie geneigt, Naturmenschen und Wilden eine un­geschmälerte Heilfähigkeit zuzuschreiben und anzu­

nehmen, daß solche Verletzungen in der freien Natur von selbst heilen. Das ist aber ein grober Irrtum; zumal bei Knochenbrüchen ist das nicht der Fall. Werden diese nicht geschient und richtig bandagiert, so entstehen auch bei dem Gesundesten schwere Ab­weichungen von der Normalstellung und dadurch Funktionsstörungen.

Die medizinische Frühkultur der Menschheit zeigt uns nun eine ganz auffallende Operation, von der wir annehmen können oder müssen, daß sie in den Kreis der Heilhandlungen gehört. Das ist die soge­nannteTrepanation". Diese Operation besteht in der Oeffnung der knöchernen Schädelkapsel durch Entnahme eines Knochenstücks. Auch heute noch ge­hört die Trepanation in die Reihe der typischen Ope­rationen, und sie ist namentlich in der modernen Kriegschirurgie in ausgedehntem Maße wieder aus­geführt worden. Dieser Eingriff der modernen Chi­rurgie ist aber meist nur der Auftakt zu den eigent­lichen Eingriff entsprechend der Spaltung der Bauch- decken und des Bauchfells zur operativen Behand­lung der Eingeweide in der Bauchhöhle. Bei der modernen Trepanation fügt man im allgemeinen den herausqeschnittenen Schädelknochenteil hernach wieder ein. Anders bei der Trepanation der Vor­menschen. Hier handelt es sich um eine dauernde Entnahme des Knochenstückes. Das war der Haupt­sinn und Zweck der Operation. So ist es durchaus nicht ganz sicher, ob diese artifizielle Schädelöffnung einen rein kurativen Charakter hatte. Die Trepana­tion ist nun ein Beleg dafür, daß der Mensch in seiner Entwickelung ganz auf sich angewiesen und ohne Tradition und Belehrung an den verschieden­sten Stellen der Erde ohne Zwischenträger zu den­selben Vorstellungen und Handlungen gelangte. Denn wir finden die Trepanation überall auf der Erde zer­streut, seit der Paläolithik bis zu den Naturvölkern unserer Zett. Dieser scheinbar ausgefallene Eingriff muß deshalb überall einer gleichlaufenden oder ähn­lichen Vorstellung entspringen. Ueber 200 trepanierte Schädel sind allein schon aus den Grabhöhlen der Steinzeit Frankreichs bekannt geworden. Sie kom­men ferner in den Nordlanden ebenso vor wie auf den Inseln der Südsee, in Afrika und Amerika.

Bei Grabungen an den verschiedenen Punkten der Erde, in Schichten, die einer ganz frühen Kultur entsprechen, in örtlich soweit getrennten Gegenden der Erde, daß jede Verbindungsmöglichkett ausge­schlossen ist, fand man Schädel, an deren Dach eine mehr oder weniger kreisrunde Oeffnung eingearbei­tet ist. Die Sitte der Schädeldurchlöcherung finden wir auch noch heutzutage bei gewissen Völkern, so­wohl auf ziemlich kultivierter Stufe (wie bei den Montenegrinern, Kabylen) als auch bei wilden Na­turvölkern, als überlieferten Eingriff. Man hat nun darüber gestritten, welcher Grund für diese Sitte vorliege, ob sie einen rein kurativen Charakter habe, im bejahenden Falle dann namentlich auch, welche Krankheiten in Frage kamen, oder ob rein religiöse Vorstellungen von Einfluß waren. In der weiteren Analyse dieser Betrachtungen war man geneigt, beide Gründe zu vereinigen, und wollte in dem Ein­griff eine Therapie geistiger Anomalien sehen, um den bösen Geistern und Dämonen eine Entweichungs­möglichkeit aus dem Schädelrund operativ zu geben. Die Eingriffe wurden hauptsächlich in neolithischer Zeit ausgeführt. Eiseninstrumente oder selbst solche aus Bronze gab es noch nicht; statt dessen arbeitete man mit dem Stein oder steinharten Gegenständen, oder z. B. mit scharfen Zähnen der Raubtiere und Haifische, ja selbst mit harten, scharfrandigen, pflanz­lichen Produkten. Haifischzähne dienen den Südsee­insulanern noch heute als Operationsinstrument. Ein moderner Chirurg, der schon tobt, wenn einmal ein Messer nicht haarscharf geschliffen ist, kann sich zu­nächst gar nicht vorstellen, daß sich überhaupt mit einem solchen Feuerstein schneiden und operieren läßt. Um mich hiervon zu überzeugen, habe ich die Operation mit einem Feuerstein nachgemacht. Lu- cas-Champonnière, der 'große Chirurg am Hotel- Dieu in Paris, suchte sich zum gleichen Zweck einer Kontrolloperation einen Kieselstein am Seinequai; ich selbst machte meine Operationsoersuche mit den Originalsteininstrumenten der Neolithik aus dem Berliner Märkischen Museum. Mein besseres, d. h. geeigneteres Instrumentarium ließ die Operation in einer erheblich kürzeren Zeit gelingen. Die Trepa- nation und die Amputation eines Armes gelang mittels Steinmesser und Steinsäge in wenigen Mi­nuten.

Eine SovschunssesvedMon auf dem LNeevessvund.

Reue Wunder der Tiefsee.

Die Zoologische Gesellschaft von Newyork hat vor kurzem eine Expedition zur Erforschung des Meeresgrundes bei Port au Prince nach Haiti ent­sandt. An der Spitze der Gesellschaft stand als Lei­ter der aus der Sargasso-Expedition bekannte For- scher Dr. W. Beebe, der selbst einen Taucherapparat modernsten Typs erfunden hat, durch den die Arbeit auf dem Meeresgrund bedeutend erleichtert wird. Der Taucherapparat ist mit einem Telephon ver­sehen, das eine bequeme Verbindung mit der Außenwelt ermöglicht. Der amerikanische Gelehrte weiß wunderbare Dinge zu erzählen, die er auf dem Meeresboden gesehen hat. So traf er einen seltsamen Fisch, der die Form einer glockenähnlichen durchsichtigen Blase hat; er ist einen halben Meter groß und mit fingerartigen Fangarmen bewaffnet, die zum Fang kleiner Fische dienen. In einem sol­chen Fisch fand man nicht weniger als dreihundert kleine Fischlein. Ein anderes eigenartiges Wesen, das auf dem Boden des Meeres lebt, ist ein Fisch, der mehrere Mal am Tage sein Aeußeres und seine Farbe wechselt. Am Vormittag leuchtet er in hell­roter und gelber Farbenpracht, nachmittags sieht er klein und grau aus, um Abends wieder in einem neuen, buntschimmerttden Gewand zu erscheinen. Dr. Beebe entdeckte noch einen riesigen Schwamm, der zwischen Korallen und Seealgen wächst und kleinen Fischen als Wohnhaus dient. Bemerkenswert ist noch der sogenannte bunte Adlerroche, der mW großen, flügelartigen Floßen versehen ist. Unter den Schwärmen befinden sich auch Exemplare, die bei der Berührung ein starkes Gift ausströmen. Eine amerikanische Zeitung schreibt zu Dr. Beebes Bericht:Was soll demnächst geschehen? Wahr­scheinlich wird Dr. Beebe bald einen Vorttag auf dem Meeresboden halten können, der dann durch Rundfunk der ganzen Welt übermittelt werden kann. Man wird beim Frühstück, bei der Arbeit oder bequem im Klubsessel sitzend den Geheimnissen des Meeresgrundes lauschen können. In nicht allzu entfernter Zeit werden wir dann durch den Fern­seher diese Wunder während des Vortrages auch noch erblicken können."

Dev Mann - und die beet Ivanen

Sie hat mir so sanft den Kopf gehalten."

Im Marien-Hospital wurde, wie dasBerliner Tageblatt" sich aus Paris schreiben läßt, in der vorigen Woche ein Engländer Charles Barrett aus­genommen, der einen Selbstmordversuch gemacht hatte. Der junge Mann hatte Gift verschluckt, und er protestierte mit schwacher Stimme gegen jede Be­mühung, sein Leben zu retten. Nur eine Bitte hatte er noch: Frau Elisabeth Barrett, die in einem Pa­riser Hotel wohnte, und Frau Catherine Barrett, die eine eigene Wohnung in St. Cloud besaß, sollten an fein Sterbebett gerufen werden. Die Verwal­tung des Hospitals ließ die beiden Frauen benack- richtigen, in der Annahme, daß es sich um bfe Mutter und die Gattin handele. Es kamen bereits in der nächsten Stunde zwei junge elegante und sehr hübsche Damen vorgefahren, die beide weinend er­klärten, daß sie die rechtmäßig angetrauten Gattin­nen Charles Barretts seien. Beide machten das Recht geltend, zu dem Sterbenden gelassen zu wer­den, um ihn noch einmal sehen und sprechen zu können. Da inzwischen die Kunst der Aerzte die Ab­reise Barretts ins Jenseits noch im letzten Augen- blick verhindert hatte, wurden Elisabeth und Catherine in das Zimmer des Kranken geführt.

Charles Barrett lag blaß und sichtlich erregt in den Kissen, und an seinem Bette saß eine junge blonde Krankenschwester, der er eben seinen letzten Willen diktiert hatte. Als beide Frauen zu gleicher Zeit eintraten, stöhnte der durchgefallene Todeskan­didat auf, aber er nahm sich zusammen und legte sein Bekenntnis ab. Er hatte wirklich zweimal in aller Form geheiratet, und gerade, weil er die Strafe für das Verbrechen der Bigamie fürchtete, wollte er aus dem Leben scheiden. Weinend bat er die Rivalinnen, die zornig und erschüttert an den Seiten des Bettes einander gegenüberstanden, seiner großen Liebe zu vergeben. Er sagte, daß er beide angebetet habe, er wolle sie beide besitzen, deshalb hätte er beide betrogen. Aber er wünschte jetzt durch seinen Tod beide für ein neues glückliches Dasein zu oefreien. AIs Beweis für seine Reue hatte er einer

'dtfe! der Sphinx" W^M^^ war im Altertum eine außerordentlich ge» ' MSlIK fürchtete Ausgabe. TJor den Toren des alten Theben

fürchtete Aufgabe. TJor den Tbren des alten Theben lag das seltsame Thesen, halb Mensch, halb Tiet^ und wehe dem Tioruberkommenden, der nicht-' imstande war, ihr Passe! zu losen /r wurdet zerrissen und verschlungen. Ah aber dem Oedipus die ßosung des Pdffels gelungen war, stürzte sich die Sphinx* vom Reifen ins Meer. -s gab auch

jetzt längst, daß an Milde, Aroma und bekomm, lichkeit die berühmte /darbe

Greiling^

st Auslese ^S^

mit niedrigstem preise verbunden