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Da noch Unklarheiten über die Kirchensteuerver- «Mlagung bestehen, sei im nachstehenden nochmals auf deren Hauptgrundsätze hingewiesen:
a) Für Lohn- und Gehaltsempfänger bildet die Lohnsteuer des Kalenderjahres 1926 die Grundlage für die Berechnung der Kirchensteuer 1927.
b) Für die übrigen Steuerpflichtigen ist die veranlagte Reichseinkommensteuer des im Kalenderjahr 1926 abgeschlossenen Wirtschaftsjahres für tue Berechnung der Kirchensteuer 1927 allein maßgebend.
Die Berechnung der Kirchensteuer auf Grund der Einkommensteuervorauszahlungen findet seit 1. April 1926 nicht mehr statt. Verminderung oder Echöhung des Einkommens im laufenden Jahr findet somit bei der Kirchensteuer erst im Steuer- jähr 1928 Berücksichtigung. Nur die nachgewiesene Ermäßigung der Lohn- bzw. Einkommensteuer 1926 hat entsprechende Ermäßigung der Kirchensteuer 1927 im Gefolge. Alle Veränderungen der Lohn- bzw. Einkommensteuer des laufenden Steuerjahres 1927 haben hingegen keine Einwirkung auf die Kirchensteuer 1927. Wenn die Kirchensteuer nach vorstehenden Grundsätzen richtig errechnet worden ist, wird ein Einspruch gegen sie im Rechtsmittel- wege erfolglos sein.
Nur bei nachgewiesener erhebsicher Verminderung oder gänzlichem Fortfall des Einkommens und bei große? wirtschaftlicher Notlage infolge lang anhaltender Krankheiten kann die Kirchensteuer ermäßigt, gestundet oder erlassen werden. Hierauf hinzielende Anträge können nur unter gleichzeitiger Vorlage von amtlichen Beweismitteln oder ziffernmäßigem Nachweis der Krankheitskosten geprüft md berücksichtigt werden.
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Der Besuch der Fortbildungsschule.
Jeder Lehrherr ist verpflichtet, seine Lehrlinge zum Besuch der Fortbildungsschule anzuhalten. Gegen diese Verpflichtung wird noch häufig verstoßen, da viele Lehrherrn glauben, daß sie allein im Nichtfernhalten der Lehrlinge vom Unterricht ihrer Pflicht genüge getan hätten. Diesen Standpunkt vertrat auch der Inhaber einer Edelmetall- schleiferei, der fünf Strafzettel über je 8.50 Mark erhalten hatte, weil zwei seiner Lehrlinge dem Schulbesuch fern geblieben waren, ohne eine Entschuldigung für das Fernbleiben vorlegen zu können. Gegen die Strafzettel legte er Verwahrung ein, so daß die Sache gestern vor dem Einzelrichter verhandelt wurde. Der eine Lehrling hat von Weihnachten bis Ostern die Schule nur zweimal besucht, während er zum zwanzigmaligen Besuch verpflichtet ge- wesm wäre. Der Angeklagte erreichte diesmal noch einen Freispruch, weil die Strafbefehle lediglich lauteten, daß er die Schüler am Schulbesuch ferngehalten habe, was ihm aber nicht nachgewiosen werden konnte. Der Richter machte ihn aber darauf aufmerksam, daß er verpflichtet sei, darüber zu wachen, daß die Lehrlinge die Fortbildungsschule besuchen.
Der bettelnde Ausländer.
Ein 27jähriger Mann aus Luxemburg mit dem Namen Popoulair hat sich in Deutschland nicht sehr populär gemacht. Er bettelte von Haus zu Haus und wurde noch rabiat, wenn er keine Almosen erhielt. Wegen Bettelns erhielt er drei Wochen Haft und Ueberweifung an die Landespolizeibehörde, die ihn hoffentlich bald als lästigen Ausländer über die Grenze abschieben wird.
Der Eismann.
Der Eismann hat in diesem Sommer keine gute Saison gehabt. Als er im Mai seinen Wagen zum Sportplatz fuhr, um dort bei einem Fußballspiel zu verkaufen, mischte sich die Polizei ein und schickte ihm einen Strafbefehl über 6 RM., da er Eis verkauft hatte an einem Platze, wo es nicht zulässig war. Gegen die Höhe der Strafe legte der Eishändler nun Berufung ein. Der Einzelrichter setzte die Strafe auf die Hälfte, also 3 RM. herab.
Fahrlässige Körperverletzung.
Ein Kraftwagen mit Anhänger überholle im April d. Js. auf der Straße von Bruchköbel nach Hanau eine Gruppe Radfahrer. Er nahm die Kurve
^*& rmd Liszt.
Nach Griegs Aufzeichnungen v. Anna Schwabacher- Bleichröder.
Liszt, der aufopferungsfreudige Protektor vieler junger Musiker, deren Talent er erkannt hatte, ließ auch Edward Grieg, den Musikromantiker Norwegens nicht seinen Weg ziehen, ohne ihm genützt zu haben. Da sich in diesen Tagen zum 20. Male der Todestag Griegs jährte, mögen folgende Erinnerungen besonders aktuell sein:
Grieg erhielt zu seiner Zeit, da er noch <zu kämpfen hatte und sich künstlerisch vereinsamt fühlte, folgenden Brief von Liszt, der damals in Rom lebte und dem zufällig ein Werk Griegs (das im Schreiben erwähnte) in die Hand gekommen war:
Rom, 29. Dezember 1868.
Geehrter Herr!
Es ist mir ein wahres Vergnügen, Ihnen die aufrichtige Freude auszusprechen, die ich beim Lesen Ihrer Sonate opus 8 empfunden habe.
Sie zeugt von einem starken, denksicheren, erfinderischen Kompositionstalent vortrefflicher Art, das nur seinen natürlichen Wegen zu folgen braucht, um eine hohe Stufe zu erreichen. Sicherlich wird Ihnen Ihr Vaterland den Erfolg und die Anerkennung, die Sie verdienen, nicht schuldig bleiben. Sie werden Ihnen nirgends fehlen. Und, wenn Sie diesen Winter nach Deutschland kommen, lade ich Sie herzlich ein in Weimar ein wenig zu verweilen, damit wir nähere Bekanntschaft miteinander machen. Empfangen Sie- geehrter Herr, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung
F. Liszt.
Grieg war überglücklich. Und die greifbare Folge dieses Schreibens war später ein St'aatsftipendium, das ihm einen halbjährigen Aufenthalt in Rom gewährte, Herbst 1869/70.
Natürlich besuchte Grieg Liszt in dessen dortiger Wohnung in Santa Francesca Romana. Grieg berichtet in zwei, uns von seinem Biographen Schel- derup mitgeteilten langen Briefen das, was hier des knappen Raumes wegen nur im Auszug Platz finden kann.
Zunächst rühmt er die allbekannte, aus gütigem Herzen kommende Liebenswürdigkett Liszt. Sodann schreibt Grieg: „Er kam mir lächelnd entgegen und sagte auf seine gemütliche Weise: „Nicht wahr? Wir haben ein bißchen korrespondiert?" Als er mich dann
Die neuen Hindenburg-Briefmarken.
Die Deutsche Reichspost läßt gegenwärtig nach einem Entwurf des Kunstmalers Eddy Smith in Berlin vier Freimarken zu 8, 15, 25 und 50 Pfennig sowie eine Postkarte zu 8 Pfennig mit einem Bildnis des Reichspräsidenten von Hindenburg herstellen. Die Wertzeichen zu 8 Pfennig werden zu 15 Pfennig, die übrigen zum doppelten Nennwert durch die Postanstatten und die Deutsche Nothilfe vertrieben. Außerdem werden Markenheftchen mit vier Marken zu 8 Pfennig und drei Marken zu 15 Pfennig zum Preise von 1.50 Mark ausgegeben. Der Verkauf beginnt am 26. September und dauert bis Ende Januar 1928. Die Gültigkeit der Wertzeichen zum Freimachen von Postsendungen hört mit dem 30. April 1928 auf. Der Erlös aus dem Zuschläge wird dem Reichspräsidenten zur Linderung der Not unter den Mittelstandsangehörigen und Sozialrentnern zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung des Verkaufs werden die Restbestände der Postanstalten und der deutschen Nothilfe eingezogen werden.
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aber so kurz, daß er einen der Radfahrer streifte und ihn zu Boden warf. Der Radfahrer hat sich beim Sturz das rechte Knie aufgefallen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung erhielt der Kraftwagen- führer eine Geldstrafe von 30 RM.
Unterschlagung.
Ein früher in Hanau beschäftigter Dicnstmann, der zurzeit eine Entwöhnungskur in einer Heilanstalt durchmacht, hatte sich wegen Unterschlagung zu verantworten. Er hatte für einen Fischhändler aus Cuxhaven Sachen, die dieser in Hanau versetzt und wieder eingelöst hatte, einzupacken und abzusenden. Da aber ein Teil der Sachen bereits verfallen war, erhielt er 61 Mark in bar zurück. Diese 61 RM. will er nun zu einer Uhr in ein Feldpostpaket gesteckt haben und zu den anderen Sachen in eine Kiste verpackt haben. Der Fischhändler erhielt auch alle Sachen bis auf das Geld, welches nicht aufzufinden war. Das Gericht glaubt der Angaben des Angeklagten nicht, sondern nahm an, daß er das Geld unterschlagen hat und verurteilte ihn zu 70 RM. Geldstrafe.
* DJerbefeff der Oberrealschule. Morgen Veranstalter die Oberrcalschule ein Werbefest für den „Verein für das Deutschtum im Ausland" in Wilhelmsbad. Der Zweck der Veranstaltung ist, die Auf- inertfamteit weitester Kreise auf den D. D. A. zu lenken und sie eindringlich auf die wertvolle Arbeit, die dieser Verein an unseren Brüdern im Ausland leistet, hinzuweisen. Seiner unermüdlichen, opfervollen Tätigkeit ist es zu danken, daß unser Grenz- und Auslandsdeutschtum in enger Fühlung mit dem Mutterland bleibt. Heute, wo die wirtschaftliche und seelische Not unserer Volksgenossen in den geraubten Gebieten und im Ausland besonders groß ist, erwächst jedem vaterländisch Gesinnten erst recht die heilge Verpflichtung, an der Lösung der idealen Aufgabe, die sich der D. D. A. gesetzt hat, mitzuwirken. Soll feine Arbeit nicht ins Stocken geraten, dann müssen wir ihm die notwendigen Geldmittel zusühren. Deshalb richten wir auch an dieser Stelle an alle, denen die Zukunft unseres Volkstums am Herzen liegt, die dringende Bitte, Mitglieder des V. D. A. zu werden und an seiner Arbeit lebendigen und tätigen Anteil zu nehmen. Die Schulgruppe
bat, die Sonate (dis zweite für Geige) zu spielen, sank allerdings mein Mut unter Null. Es ist mir nämlich nie eingefallen, das Ganze auf dem Klavier allein zu spielen ... ich nahm mich also zusammen und begann, auf seinem schönen Chickering-Flügel zu spielen ... er spielte die Geige, ich das Klavier. Ich geriet immer mehr in Stimmung, da ich mich über seinen Beifall freute, der nur in der Tat so reichlich zuströmte, daß ich von tiefster Dankbarkeit ergriffen wurde ... Ich bat ihn, etwas zu spielen. Er zog zwar die Schultern ein wenig . . . nahm aber eine Partitur hervor, die er eben vollendet hatte, eine Art Trauerzug nach Tassos Grab, eine Ergänzung seiner berühmten sinfonischen Dichtung „Tasso, lamento e triomfo".
Er setzte sich dann zum Flügel ... es klang, als rufe er die Manen Tasso's . . . fein Spiel war gewaltig ... er dringt in die geheimsten Tiefen der Seele ein und wühlt mit dämonischer Macht in unserem Innern . . ."
Der nordische Tondichter berichtet von feinem zweiten Besuche bei Liszt am 9. April 1870: er brachte Liszt diesmal ein Manuskript feines Klavierkonzertes: „Windling (ein Grieg bekannter Musiker) und ich waren sehr gespannt, ob er wirklich mein Konzert vom Blatt spielen werde. (Liszt hatte dies, sowie das vorige nie zuvor gesehen.)
Liszt fragte feinen Gast: „Wollen Sie es spielen?"
Grieg, immer wieder befangen vor des anderen Größe erwiderte: „Nein, ich kann nicht."
Darauf Liszt mit seinem gütigen Lächeln, schlicht: „Nun, dann werde ich Ihnen zeigen, daß ich es auch nicht kann."
Er spielte, wie Grieg, berichtet, vollendet.
Und Grieg berichtet noch, daß Liszt sich nicht nur mit dem Spielen begnüge, sondern, (was die Verfasserin dieser Zeilen auch von anderen Augenzeugen, u. a. von Liszt's alter Wirtschafieirn Pauline hörte) gleichzeitig konserviere und kritisiere. Daß Liszt geistreiche Bemerkungen einwerfe, bedeutungsvoll nach rechts und links nickend, besonders wenn ihm etwas gefällt . . ."
Im Adagio dieses Grieg'schen Werkes und noch mehr im Finale erreichte der B- fall von Liszt seinen Höhepunkt. Am Schluß sagte er dem jungen Meister mit besonders inniger Betonung: „Fahren Sie so fort. Ich sage Ihnen, Sie haben das Zeug dazu und lassen Sie sich nicht abschreckm . . ."
Diele Begegnung inspirierte den nordischen Mei
des V. D. A. an der Oberrealschule macht morgen vormittag eine Werbefahrt auf Rädern durch d i e Stadt. Die Schüler-Musikkapelle wird den Zug auf einem in den Farben des V. D. A. geschmückten Wagen begleiten. Nachmittags ist in Wilhelmsbad Wimpelweihe, daran anschließend wird am Fuße des Karussellberges ein Festspiel aufgeführt, die Kleinen werden uns durch ein heiteres Spiel erfreuen und den Abschluß bildet ein großes Ballonwettfliegen. Abends ist in den Sälen Tanz. Wenn das Wetter günstig ist, hofft man auf rege Beteiligung der Eltern, ehemaligen Schüler, Freunde und Gönner der Anstalt, daß das Fest der Schule im Sinne und Geist des V. D. A. zu einem wahrhaften Volksfest wird.
* Der verein ehemaliger Real- und Oberrealschüler verweist auf das in der heutigen Nummer befindliche Inserat und fordert seine Mitglieder auf, die Veranstaltung der Oberrealschule durch regen Besuch zu unterstützen und gibt nachstehend die Straßen bekannt, durch welche sich die Werbefahrt der Schüler auf geschmückten Rädern in Begleitung der Schülermusikkapelle bewegt. Die Abfahrt erfolgt vorm. 10.30 Uhr durch Schnurstraße, Nürnbergerstraße, Römerstraße, Philippsruher Allee, Salis- weg, Frankfurterlandstraße, Dorstadt, Hainstraße, Nordstraße, Mühlstraße, Rosenstraße, Nürnberger? straße, Auheimerweg, Friedrichstraße, Neue Anlage, Römerstraße, Nürnbergerstraße, Schnurstraße.
* Gräberschmuck. Aus dem Sekretariat des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge E. V. Bezirksverband Nassau, wird uns geschrieben: Wie alljährlich, wird der Volksbund Deutsche Kriegs- gräberfürsorae auch in diesem Jahre am Aller- seslentage und Twenjonntag auf den fernen Ehrenstätten in aller Welt Blumen und Kränze als Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zu unseren toten Brüocrn niederlegen lassen. Die Einzelgräber werden durch den Boiksbund im Auftrage und auf Kosten. der Angehörigen besonderen Schmuck erhalten. Der Schmuck der Sammelgräber aber, in denen zu Tausenden die unerkannt Gefallenen ih-:e letzte Ruhe gefunden haben, ist Pflicht des ganzen Volkes. Die Zahl der unbekannt Bestatteten reicht fast an die Million heran — allein in Frankreich ruhen 449^)00 deutsche Gefallene in Sammelgräbern. Die Kränze, die auf Hauptfriedhöfen und be
ster wunderbar. Denn er schrieb, nach Christiania (dem heutigen Oslo) zurückgekehrt, eine Liszt in Dankbarkeit gewidmete dramatische Szene: „Vor der Klosterpforte" Opus 20, für Solostimmen, Fraucn- chor und Orchester. Und Grieg vergaß trefe Dankbarkeit nie. In feinen vielfachen N'-ederschriften (Grieg war auch ein sehr beachtenswerter Journalist) spricht er oft noch begeistert von Liszt. Er nennt ihn „den einzigen unter den modernen Meistern, der ihm voll und warm, wie es seine Natur war, entgegengekommen sei, und dem er bis auf den heutigen Tag viel zu verdanken habe."
Und dem gütigen Menschen neben dem Künstler Liszt widmete er nach dem Tode Liszt diesen Nach- spruch: „Ich lerne Liszt anbeten beim Lesen feines Briefwechsels mit Wagner."
Ein Ausspruch, der so berechtigt ist, wie fetten einer. Denn jeder empfängt beim Studium jener Briefe den Eindruck, daß Liszt in Aufopferung, ge= rabe für Wagner das Menschenmöglichste getan hat
o Skadilhealer Hanau. Für die kommende Spielzeit sind noch gute Abonnementsplätze zu vergeben. Näheres über Platzgattung und Preise ist aus dem heutigen Inserat ersichtlich.
° vielbegehrter Posten. Um die Stelle des Intendanten des Gießener Stadttheaters haben sich letzt schon 100 Bewerber aus allen Teilen des Reiches gemeldet. Die Meldefrist läuft aber erst am 20. dieses Monats ab. Fortgesetzt gehen noch Bewerbungsbriefe in großer Zahl ein, so daß die zur Auswahl und Entscheidung berufenen Stellen keine leichte Aufgabe zu bewältigen haben werden.
o „Der gierige Hund". Als Friedrich der Große, auf alte Erbverträge seines Haufes gestützt, Schlesien erobert hatte, erschien in Preußen eine Schrift, betitelt „Der gierige Hund", worin der Verfasser gegen eine ungenannte Persönlichkeit von hohem Naug zu Felde zog. Die preußische Justiz war der Ansicht, daß hiermit nur der König gemeint sein könne, und machte dem Verfasser ungeachtet seines energischen Bestreitens wegen Majestätsbeleidigung den Prozeß. Kurz vor der Verurteilung trat jedoch ein Bürgermeister auf und erhob ebenfalls Klage gegen^ den Autor mit der Begründung, daß die Schmähschrift sich gegen ihn und nicht gegen den König richte. Dies kam dem angeklagten Skribenten natürlich sehr zustatten. Der König aber lachte herzlick über den „eifersüchtigen" Bürgermeister, und er
sonders großen Sammesgräbern niedergelegt n den, erhalten weiße Schleifen mit der Jnschr „Gruß aus der Heimat. Volksbund Deutsche Kris gräberfürforge e. V." Je mehr sich das deut- Volk an der Ausschmückung dieser Gräber bu Einsendung von Spenden beteiligt, desto mi Sammelgräber können an den Totengedenktac geschmückt werden. Einen Teil der Kosten üb nimmt der Volksbund selbst. Jeder Deutsche, i Familien, die nicht wissen, wo ihre Angehörigen i letzte Ruhe gefunden haben, aber auch alle dieje gen, die keine Verluste zu beklagen haben, alle V eine, Körperschaften, Gemeinden und sonstige P sonengemeinschaften mögen dazu beitragen, uns: Gefallenen zu ehren und aller Welt zu zeig „Deutschland hat seine Toten nicht oergeffér Spenden werden auf Postscheckkonto: Kriegsgräb sürsorge 55900 Frankfurt a. M. unter Bezeichnn „Sammelgräberschmuck" erbeten. Bei Bestellu eines Grabschmuckes oder von Lichtbildern eir Grabes bitten wir, auf dem Postscheckabschnitt Vi und Zunamen, Dienstgrad, Truppenteil, Friedl (Land und Provinz) und die Grabnummer (Sa melgrab) des Gefallenen deutlich lesbar anzugeb« Die Beträge für Bestellungen auf Schmückung ( Al eZeelentage müssen bis zum 20. November 19 auf unserem Postscheckkonto: Kriegsgräberfürsor 55900 Frankfurt a. M. eingegangen sein. Spä. eingehende Beträge können wir keinesfalls für i betreffenden Schmückungstage berücksichtigen. 2 Mindestpreis für einen Kranz, nach Möglich! Natur — sonst Kunstkranz, beträgt für alle Land, mit Ausnahme von Belgien, Polen Galizien u Rußland 10 RM., für Polen und Galizien 12 RT für Belgien durchschnittlich 7 RM. und Rußla durchschnittlich 15 bis 20 NM. Anschriften a Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirk verband Nassau, Frankfurt a. M., Münzgasse 3.
* Iustizpersonalien. Herr Landgerichtsrat H e am hiesigen Landgericht ist als Hilfsrichter an d, Oberlandesgericht in Kassel berufen worden.
* Arbeitnehmer-Kundgebung. Der Gewerkschaft ring deutscher Arbetter-, Angestellten- und Beamte! verbände, dem u. a. der Gewerkschaftsbund der Ai gestellten der Deutsche Bankbeamtenverein, der Al gemeine Eifenbahnerverband und die Hirsch-Dunkc schen Gewerkvereine angehören, hält am 10. und 1 September im Erholungsheim des Gewerkschaft! bundes der Angestellten „Zur Krone" in Auerbul (Bergstraße) eine Landestagung ab. Samstag de 10. September werden organisatorische und geschäf liche Fragen behandelt. Sonntag findet vormittag 10 Uhr eine Kundgebung statt. Es werden sprecher Reichstagsabgeordneter Prof. Dr. Dessauer-Fran! furt über „Die Zukunft der deutschen Wirtschaft und Direktor W. Beckmann-Frankfurt über: „Staa Volk und Führertmn". Das Schlußwort sprich Reichstagsabgeordneter Ernst Lemmer-Berlin. Z den sozialpolitischen Tagesfragen wird in Entfchlic Bungen Stellung genommen werden.
* Preisschießen. Auf das heute im Restauran „Zum Neubau", Nordstraße 53, stattfindende Preis schießen sei nochmals hingewiesen. Beginn täglic nachm. 5 Uhr, außer Samstag und Sonntag. Sams tags Beginn 2 Uhr nachm., Sonntags vormittag ab 11 Uhr.
* Preuß. klasfenlollerie. Am 19. Ziehungstal wurden unter anderen folgende Nummern gezoger (ohne Gewähr): 36187, 90 385, 90 387, 105 877 143 023, 169 552, 188 239, 207 007, 268 665, 268 689
LamdVssW AKNE.
Fechenheim, 8. Sept. In der Sitzung der Gemeindevertretung von Fechenheim vom Donners, tag wurde nochmals zu der Eingemeindung Fechenheims Stelung genommen. Es wurde dagegen Front genommen, daß die Eingemeindung noch weiter verschleppt wird. In einer Entschließung wird gefordert, daß die Staatsregierung den Eingemeindungsvertrag baldigst durch Gesetz bestätigen
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W An der Spitze stehen KriaereleÄt
W MM denFWisepfadi wirkenden Zusatz
wies seine übereifrigen Beamten zurecht mit dem Bemerken, sie möchten „doch nicht jede Albernheit und alles dummes Zeug auf ihn (den König) beziehen".
«VliWee.
Don Josef SlolIreiter.
Der Affenpinscher, der sich vermäße, als Löwe aufzutreten würde selbst vom Beschränktesten der Beschränkten „Narr" genannt. Und doch sind unter den mit gewaltiger Reklame ausgebrüllten menschlichen Löwen unserer Zeit mehr Affenpinscher, als solche, die nur ahnen, was ein Löwe ist.
Auch die zerfließende Beschidenheit kann Eitelkeit sein, oder die innere Eitelkeit befriedigen.
Wenn sich ein eMister einmal irrt, brüllt ein Chorus von Millionen Narren vor Lachen. Irren sie sich selbst aber alle zusammen, dannn fällt ihnen flugs in hingeschmolzenster und flötendster Frömmigkeit ein, daß Irren menschlich ist.
Manche wichtigen Staatssitzungen wären bedeutend kürzer und ersprießlicher, wenn der Staat Jgelkissen einführen würde.
Humor.
Auch ein Genuß. A. (zu einem Bekannten): ,Mun habe ich Sie schon mehrere Male aus dem Standesamt herauskommen sehen. Weshalb gehen Sie denn immer dorthin?" — B.: „Ja, sehen Sie, ich halte bald Hochzeit und da ist's mir jetzt ein so wonniges Gefühl, wenn ich allein aus dem Standesamt herauskomme."
Bestraft. Richter (zu einem jungen Manne): Sie sollen eine junge Dame gegen ihren Willen geküßt haben. Jüngling (schmachtend): Ach, ich wollte ja nur meine Lippen im Tau baden. Richter: So? Da erhalten Sie eine Geldstrafe wegen Badens an verbotener Stelle.
Untermieter. Drei Frauen streiten sich, wer wohl von ihnen den vornehmsten Untermieter beherbergt. „Meiner", sagt die Erste, „ist ein von---." — „Ist nischt, sagt die Zweite „meiner ist von uni) zu----." — Darauf etwas wehleidig die
Dritte: „Meiner ist auf und davon — —."