At. 207
Montag den 5. September 1927
Sette 7
HANDEL UND WIRTSCHAFT
RerckSbankattswers.
X Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. tauft hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 1,2 Mill, auf 2821 Mill. Reichsmark erhöht. Der istand an Wechseln und Schecks für sich allein stieg 1 569,1 Mill, auf 2661,6 Mill. RM., der Lombardstand um 42,1 Mill, auf 67,1 Mill. RM. Die An- ;e in Effekten blieb mit 92,3 Mill. RM. weiterhin verändert. An Reichsbanknoten und Rentenbank- einen zusammen sind 603,3 Mill. RM. neu in den rrkehr abgeslossen; im einzelnen hat sich der Umas an Reichsbanknoten um 527,8 Millionen f 39,34 Mill. RM. und der an Rentenbank- einen um 75,5 Millionen auf 1007,2 in. RM. erhöht. Unter Berücksichtigung, daß in r Berichtswoche 2 Mill. RM. an Rentenbank- einen getilgt worden sind, hat sich der Bestand r Reichsbank an solchen Scheinen um 77,5 Mill, if 35 Mill. RM. vermindert. Die fremden Gelder igen eine Zunahme um 12,6 Mill, auf 723,8 Mill, eichsmark. Die Bestände an Gold und deckungs- higen Devisen sind um 10,8 Mill, auf 2010 Mill. M. angewachsen; die Zunahme entfällt ausschließ- h auf die Goldbestände, die sich um 21,4 Milk. auf ;52,7 Mill. RM. vermehrten, während die Bestände i deckungsfähigen Devisen um 10,6 Mill, auf 157,3 ülL RM. abgenommen haben. Der Goldzuwachs itftammt wieder russischen Verkäufen. Die Deckung T Noten durch Gold allein betrug 47,1 Proz. gegen >,8 Proz. in der Vorwoche, diejenige durch Gold ib deckungsfähige Devisen 51,1 Proz. gegen 58,7 rozent in der Vorwoche.
Getvewe- und VvsdEenbSvse.
Mannheim, 2. Sept. Am Weltmärkte für Ge- eide erlitten die Preise infolge der günstigen rnte- und Wetterberichte aus den nordamerikani- hen Anbaugebieten eine Einbuße bis zu 0,50 hfl. m Cif-Geschäft verlangte man zuletzt für Mani- )ba II per prompt und September-Abladung 15.85, esgl. III 14.85, desgl. IV 14.50, für Hardwinter II on Golfhäfen per September-Verschiffung 14.60, ür desgl. von den atlantischen Häfen 14.45, für iedwinter II prompt 14,20, für Hardwinter II Pa- ific, seeschwimmend, 14.50, für Barusso 79 Kg. 4.50, für desgl. 78% Kg. 14.45, für desgl. 78 Kg. eesthwimmend 14.40, für Donau-Weizen 78/79 Kg. i Proz. Besatz, prompt, 14.50 hfl. per 100 Kg. cif Rotterdam. Die vorstehend genannten Preise ent- prechen den Forderungen der direkten Ablader, vährend die zweite Hand für alle Qualitäten 0,05
bis 0,15 hfl. weniger verlangt. In Roggen war Western-Roggen per September-Oktober zu 11.40 und per Oktober-Verschiffung zu 11,50 hfl. per 100 Kg. cif Rotterdam offeriert. In Gerste liegen Angebote vor in Kanada-Western II, seeschwimmend, zu 12.10, desgl. Oktober- und Novemberabladung zu 11.60, Donaugerste 60—61 Kg. schwer, 3 Proz. Besatz, seeschwimend 11.65, desgl. 64/65 Kg. 3 Proz., seeschwimend, 11.90 und 68/69 Kg. 3 Proz., see- schwimmend, zu 12.40 hfl. per 100 Kg. cif Rotterdam. Hafer liegt ruhig bei ganz kleinem Angebot. Für White-Clipped II 38 lbs., seeschwimmend, werden 10.85 hfl. cif Rotterdam gefordert. Auch für Mais ist die Stimmung ruhig. Plata-Mais, am Seehafen fällig, ist zu 8.97%—9, per September- Verschiffung zu 9.20, per November zu 9.50 und per Dezember-Abladung zu 9.60 hfl. per 100 Kg. cif Rotterdam offeriert.
bis 0,15 bft. 1 Western-Rogg
Muster und bewilligten dafür Preise, die sich zuletzt auf 27.50—27.75 RM. per 100 Kg. ab Verladestationen stellten. Die Aufwärtsbewegung kam aber an der gestrigen Mannheimer Donnerstagbövse zum Stillstand und die vorher bezahlten Preise wurden von den Interessenten nicht mehr angelegt. Die amtlichen Preise stellten sich an der Mannheimer Börse zuletzt für inländische Braugerste aus 27—28.50 RM. und für Futtergerste auf 22—24 RM. waggon-
frei Mannheim.
In Hafer wurden heute die ersten guten Muster von Inlandsware gezeigt und tien wurden auf Grund dieser Muster ,.
einige Par- zu 21 RM.
Am Inlandsgetreidemarkte herrschte in den ersten zwei Tagen der Berichtswoche, also am letzten Freitag und Samstag des Monats September ein leb- hastes Geschäft, da in Interessentenkreisen infolge der in der Vorwoche niedergegangenen starken Regenfälle Befürchtungen hinsichtlich der einheimischen Ernte gehegt wurden und daraufhin die Konsumenten starke Käufe in Mehl vornahmen. Auch unsere Importeure, wie auch unsere Mühlen machten um jene Zeit große Deckungskäufe in Brotgetreide. Mit dem Eintritt der warmen und sonnigen Witterung kam das Geschäft wieder zum Stillstand und die Preise ließen eine rückläufige Bewegung erkennen. Inlands weizen ist in den letzten Tagen wieder stärker offeriert; man verlangt für rheinischen Weizen per September-Abladung 27.75 und für bayerischen Weizen 29—29.25 RM. per 100 Kg. cif bzw. franko Mannheim, doch blie- ben die Umsätze darin klein, weil die Interessenten hinsichtlich der Beschaffenheit der Qualität noch immer im unklaren sind. In Mannheim disponibler Jnlandsweizen stellt sich auf 28—28.50 und Auslandsweizen auf 31—33 RM. per 100 Kg. waggon- frei Mannheim. Auch Roggen ' '
sicher Preissteigerung wieder einen Preisrückschlag, doch ist einwandfreie Ware nicht unter 25 RM. per 100 Kg. franko Mühlen käuflich. Am hiesigen Platze wurde Inlandsroggen zu 24.75—25.25 und Auslandsroggen zu 25.75—26.25 RM. waggonfrei angeboten. Gerste ist die Stimmung fest, da befürchtet wird, daß die vor dem Unwetter noch nicht hereingebrachte Ware zu Brauzwecken nicht mehr zu verwenden sein dürfte. Infolgedessen kauften die Interessenten große Mengen in pfälzer, württem- bergischer und bayerischer Gerste auf Grund schöner
per 100 Kg. ab Stationen aus dem Markte genommen. lieber die Qualitäten des neuen Hafers läßt sich aber im allgemeinen noch kein Ueberblick gewinnen, zumal die Ernteberichte aus den einzelnen Gebieten sich widersprechen. In Mannheim diponibler Jnlandshaser wurde zuletzt mit 21 bis 21.50 und Auslandshafer mit 23.50—24.50 RM. waggonfrei Mannheim notiert. Mais liegt ruhig, da der Verbrauch nachgelassen hat, weil die Viehhalter das geringe Jnlandsgetreide ihrem Vieh verabreichen. Plata-Mais stellt sich auf 20—20.75 RM. per 100 Kg. Brutto für Netto, einschließlich Säcken, waggonfrei Mannheim.
Futtermittel lagen weiter behauptet und Nachfrage zeigte sich besonders für Futtermehle und Kleie; ebenso lagen auch Oelkuchen behauptet. Die Preise stellten sich für Kleie per sofortiger Lieferung auf 13.25—13.50 RM., Biertreber auf 16.50—16.75. Rapskuchen 16.50, süddeutsche Erdnußkuchen 23—23.50, Soyaschrot 20.50—20.75 und Reisfuttelâyl auf 22—22.25 RM. alles per 100 Kg. Frachtparität Mannheim.
Mehl verkehrte in Uebereinstimmung mit Weizen. Der Preis für süddeutsches Weizenmehl, Spe-
schlossen. Die bezahlten Preise schwanken, je nach Qualität, zwischen 180—250 RM. per Zentner.
Tabak. Das seit einigen Tagen herrschende warme Wetter ist zur Ausreifung der auf dem Felde stehenden Tabakernte sehr günstig. Den Hauptvorteil davon werden die späten Distrikte haben, die Tabake für die Zigarrenfabrikation liefern. Für die Tabake der frühen Ausflanzungen, die in der Hauptsache für die Schneidefabrikation Verwendung finden, kam die jetzt eingetretene Witterung vielleicht etwas zu spät, so daß man mit teilweis unreif geernteten Tabaken zu rechnen hat, zumal die Ernte dieser Tabake bereits stark im Gange ist. Hellfarbige Schneide-Tabake werden, abgesehen von wenig Ausnahmen, nur sehr spärlich vertreten sein. Die Marktlage in alten Tabaken ist mangels genügenden Angebots unverändert fest.
100 Kg. wagg hat nach anfäng-
zial Null, der am Anfang der Woche noch auf 40.25 RM. stand, wurde bis auf 40 RM. ermäßigt. Süddeutsches Weizenbrotmehl stellt sich auf 32 RM.
......... “ " ----- " RM.
und süddeutsches Roggenmehl auf 34.25—36 per 100 Kg. waggonfrei Mühle.
Hopfen. Die Hopfenernte ist in fast allen Produktionsgebieten im Gange, doch ist zu erwähnen, daß in einigen Gebieten infolge des vor- angegangenen nassen Wetters die Dolden gelitten haben. Bei der nunmehr aber wieder eingetretenen warmen Witterung haben sich die Pflanzen zum Teil wieder gut erholt. In der Pfalz, in der Bera- zaberner Gegend wurden verschiedentlich Verkäufe an bayerische Firmen bis zu 250 RM. per Zentner getätigt. Größere Käufe wurden in den letzten Tagen auch in Walldorf und in Sandhausen abge-
X Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 31. August. Die auf den Stichtag des 31. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche (138,6) um 0,3 v. H. auf 139,0 gestiegen.
X Aus der Frankfurter Industrie. Nach dem Bericht der Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau war im August der Geschäftsgang in der chemischen Industrie befriedigend. Auch die Gummiindustrie bezeigte gegenüber dem Vormonat wenig Veränderung. Die Umsätze im Reifengeschäft hielten sich ungefähr auf gleicher Höhe wie im Vormonat, wobei zu bemerken ist, daß der Absatz wie seither nur auf den Inlands - markt entfällt, während das Exportgeschäft nach wie vor klein ist. Man rechnet hier in den nächsten Monaten mit einem Abflauen des Geschäftes infolge beendeter Saison. In der elektrotechnischen Industrie steigen die Preise der Zulieferanten langsam weiter. Auch das Kupfer ist erheblich gs- stiegen, was auf die Kupfer- und Messingfabrikat« in ihrer Preislage einwirkt. Der Versuch, bei den Abnehmern für die Fabrikate höhere Preise zu erzielen, stößt auf Schwierigkeiten. Im übrigen hat sich der Geschäftsgang nicht geändert. Der Eingang der Bestellungen ist ausreichend und gegenüber dem Vormonat teilweise steigend. Der Geschäftsgang in den Schriftgießereien ist nach wie vor unbefriedigend, so daß teilweise Firmen verkürzt arbeiten lassen. In der Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen hielt die günstige Stimmung des Vormonats weiter an, so daß auch die Beschäftigung sich im gleichen Rahmen bewegte. Auch im Exportgeschäft blieben die Umsätze in den bisherigen Grenzen.
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